Die Wissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät erforscht in der Klinik für Neurologie die Krankheitsmechanismen von Autoimmun-Gehirnentzündungen. Bei diesen seltenen, aber schweren und sogar mitunter lebensbedrohlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems richten sich körpereigene Antikörper gegen Oberflächenproteine von Nervenzellen und lösen so eine Entzündungsreaktion im Gehirn aus. Bei den Betroffenen treten Psychosen wie Halluzinationen, epileptische Anfälle und Bewusstseinstrübungen bis zum Koma auf.
In ihrer Dissertation entschlüsselte Dr. Sell für zwei verschiedene Krankheitsformen auf zellulärer und molekularer Ebene, wie die Immunprozesse jeweils zu den typischen klinischen Symptomen führen. Dabei setzte die Wissenschaftlerin elektrophysiologische Techniken, bildgebende Verfahren und tierexperimentelle Methoden ein. Ihre Ergebnisse publizierte sie in renommierten Fachjournalen und stellte sie in Vorträgen auf internationalen Konferenzen vor.
Im Festakt am Schillertag überreichten Universitätspräsident Prof. Andreas Marx und Wilfried Lang von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der FSU den Preis an Dr. rer. nat. Josefine Sell und neun weitere Preise für die anderen Fakultäten der Universität.
