Queer-EMH - Erprobung einer leicht zugänglichen psychosozialen E-Mental-Health-Intervention für Patient:innen der LGBTQIA+-Community mit somatoformen, Angst- und depressiven Störungen
- Projektträger: Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) (Förderkennzeichen: BMFTR (01KG2425)
- Projektlaufzeit: 01.03.2025 – 29.02.2028
- Projektleiter: Prof. Dr. phil. habil. Bernhard Strauß
Somatoforme (unklare körperliche Symptome oder Schmerzen, die hohen Leidensdruck und Ängste verursachen), Angst- und depressive (SAD) Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen in Deutschland. Von den Betroffenen erhalten in Deutschland nur 10 bis 40% eine erforderliche Behandlung. Der Mangel an adäquaten Behandlungen betrifft besonders häufig nicht-heterosexuelle, trans*, inter* und nicht-binäre Menschen, eine schwer erreichbare Gruppe mit einem stark erhöhten Risiko für SAD-Störungen und z.T. erheblichen Vorbehalten gegenüber einer entsprechenden psychotherapeutischen Behandlung, sowohl von Seiten der Betroffenen als auch der Behandelnden. E-Mental-Health-Interventionen bieten wirksame und effiziente Möglichkeiten, um die Lücke in der Behandlung psychischer Störungen zu schließen. Allerdings gibt es in Deutschland noch keine E-Mental-Health-Intervention, die auf die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe zugeschnitten ist. Darüber hinaus werden die komplexen psychischen Gesundheitsbedürfnisse dieser heterogenen Zielgruppe oft übersehen. In enger Zusammenarbeit mit Vertretern der LSBTQIA+ (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans*, Queer, Inter*) -Community, Betroffenen und qualifizierten Behandelnden prüfen wir die Umsetzung und Akzeptanz einer in dem Vorprojekt Queer EMH 1 konzipierten E-Mental-Health-Intervention, welche die spezifischen Bedürfnisse von LGBTQIA*-Personen berücksichtigt. Die Wirksamkeit hinsichtlich der Reduktion von SAD-Symptomen und die Machbarkeit der Online-Intervention werden in enger Zusammenarbeit mit Vertretungen der Zielgruppe mittels einer randomisiert kontrollierten explorativen klinischen Studie untersucht.
Die Studie wird als Verbundprojekt in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz unter Leitung von PD Dr. biol. hom. et med. habil. Rüdiger Zwerenz durchgeführt.
Kontakt: Carola Siekiera