Seminare
Die Seminare stellen eine wichtige Sparte der Lehre. Sie bestehen aus Problem orientiertes Lernen (POL), EKG- und Harvey-Kurs.
Problem orientiertes Lernen (POL)
Dieses Format besitzt als oberstes Ziel, das strukturierte und differenzierte Aufarbeiten eines klinischen Falles („Fallvignette“). In einer Kleingruppe (10-12 Studierende) wird ein Fall aktiv durch die Studierende mit Unterstützung eines erfahrenen Tutors präsentiert und didaktisch strukturiert diskutiert. Unsere Klinik hat insgesamt 5 verschieden Fälle konzipiert und in die Routine integriert. Bekanntermaßen gilt dieser Form des Wissenstransfer als effektiver im Vergleich zu rein rezeptivem Lernen. Sie besteht aus 8 essenziellen Ebenen:
- Problemvorstellung
- Problemdefinition
- Sammlung von Ideen und Lösungsansätzen
- Ordnung der Ideen
- Formulierung von Lernzielen
- Selbststudium
- Synthese
- Prozessreflektion
Das Ziel ist auch diese Stufen dynamisch zu gestalten, so dass die Fallaufarbeitung diese stetig alterniert um Problemidentifikation und -lösung als kontinuierlichen Prozess zu gestalten. Die Rolle des Tutors ist in diesem Rahmen als passiv zu betrachten, jedoch eine Interaktion ist immer gewährleistet. Häufig kommt es zum intensiven Austausch mit der klinischen Erfahrung. Die Fälle wurden, anhand ihrer Relevanz in der kardiovaskulären Medizin, gewählt. Es sind 2 Termine vorgesehen. Nach dem ersten Termin werden Lernziele definiert und im Rahmen von Eigenstudium bearbeitet. Am Beginn des zweiten Termins werden sie diskutiert. Dabei spielt eine wichtige Rolle die adäquate Literaturrecherche. Die Kleingruppe wird vom selben Tutor an beiden Kursterminen begleitet.
EKG-Kurs
Der EKG-Kurs findet semesterübergreifend, nach der ersten Rhythmologievorlesung, statt. Er entwickelt das theoretische Wissen durch praktische Anwendungen an speziellen EKG-Fällen weiter. Dieser Kurs wird von Kollegen der Rhythmologie-Abteilung konzipiert und begleitet. Im Rahmen des Kurses wird auch der rege Austausch mit den Studierenden unterstützt.
Harvey-Kurs
Der Harvey-Kurs stellt die praktischste Form des Seminars dar. Es handelt sich um einen Auskultationskurs, bei dem die Studierende in einer Kleingruppe die wichtigsten Vitien am SAM® (Student Auscultation Manikin-Auskultationsübungspuppe).
Eine Besonderheit des Kurses ist die Tutor-Begleitung. Erfahrene Kliniker präsentieren echokardiographische Aufnahmen verschiedener Vitien inklusive ergänzende klinische, diagnostische und therapeutische Aspekte. Durch Selbstauskultation und den individuellen Austausch soll eine praxisnahe Perzeption dieser Krankheitsbilder. Der Harvey-Kurs unterstützt aller Formen des Unterrichts am Patienten. Die Termine finden semesterübergreifend statt.
Blockpraktikum
Das Blockpraktikum findet im 5. („klinischer Untersuchungskurs“), 6. (im Rahmen des Themenblocks Kardiovaskuläre Medizin) und 8. Fachsemester.
Das Blockpraktikum stellt in der Regel den ersten Kontakt des Studierenden mit dem Alltag im stationären Bereich einer internistischen Klinik dar. Es kommt in diesem Praktikum deshalb auf den Erwerb grundlegender praktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten am Krankenbett und im Umgang mit den Patienten und dem Personal auf den Krankenstationen an. Es wird ein stetiger Austausch mit den Stationsärzten und -oberärzten ermöglichst. Der Schwerpunkt der fortgeschrittenen Studierenden im 6. und 8. Fachsemester liegt an der individuellen Diskussion klinischer, diagnostischer und therapeutischer Aspekte. Nach adäquater Patientenvorstellung erfolgt eine strukturierte Besprechung oben genannter Besonderheiten. Am Ende des Praktikums ist Raum für gegenseitiges Feedback vorgesehen. Dieser Abschnitt trainiert auch die Teamfertigkeiten der Studierende, als essenzieller Bestandteil moderner klinischer Medizin. Bei Interesse werden auch zusätzliche Termine in Kooperation mit dem Echokardiographie- oder Herzkatheterlabor organisiert.
Die Lern- und Ausbildungsziele sind:
- Kennenlernen des Tagesablaufes auf einer internistischen Krankenstation.
- Festigung der Fertigkeiten bei der Erhebung der Anamnese und des klinischen Untersuchungsbefundes. Demonstration und erheben spezifischer Organbefunde (abteilungsspezifisch).
- Erlernen von intravenösen Blutabnahmen, Injektionen, Anlegen peripher venöser Infusionen, Vorbereitung und Durchführung von therapeutischen Verabreichungen, Anlage von Harnblasenverweilkathetern unter Aufsicht.
- Erlernen/Festigung der EKG-Auswertung.
- Einführung in die Bewertung von Röntgenbefunden (z.B. normale + pathologische Röntgenbefunde der Thoraxorgane).
- Kennenlernen abteilungsspezifischer Zusatzuntersuchungen wie z.B. Gastroskopie, EKG-Ableitung, Echokardiographie, Oberbauchsonographie, Bronchoskopie, Beckenkammpunktion, CT-Untersuchungen, Angiographieverfahren.
- Kennenlernen typischer Therapieverfahren für häufige Krankheitsbilder der jeweiligen Abteilung wie z.B. Koronarangiographie, Haemodialyse, Chemotherapie, medikamentöse Therapiestrategien etc.
- Teilnahme an der Erstellung von Diagnostik- und Therapie-Stufenplänen. Der Student soll den Ablauf der Diagnostik und Therapie mindestens eines Patienten von der stationären Aufnahme bis zur Entlassung begleiten.
- Teilnahme am Pharmakologie-Seminar. Die Erfüllung der dargestellten Ausbildungsziele ist vom vorhandenen Patientengut abhängig. Es sollten aber > 60 % dieses Lernzielkatalogs abgearbeitet werden. Die hier erwähnten zusätzlichen Diagnostik- und Therapieverfahren stellen nur eine beispielhafte Auswahl dar.