Friedericke Dölling
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Voxel-basierte Morphometrie kortikaler und subkortikaler zerebraler Volumenveränderungen als Korrelat neuropsychiatrischer Symptome bei Long-COVID-Patient*innen und ihre Assoziation zu inflammatorischen Biomarkern
Zusammenfassung:
Im Zuge der aktuell grassierenden SARS-CoV-2-Pandemie zeigt sich vermehrt das beunruhigende Bild residualer neuropsychiatrischer Syndrome noch Monate nach der akuten Infektion. Nachdem zunächst eine funktionelle Genese der Beschwerden vermutet wurde, zeigen sich nun erste Befunde zu hirnstrukturellen und inflammatorischen Auffälligkeiten bei Long-COVID-Patient*innen. Ergänzend zu aktuellen Berichten über Volumenvergrößerungen kortikaler und subkortikaler grauer Substanz im emotionsverarbeitenden limbischen System bei Long-COVID-Patient*innen, soll im vorliegenden Projekt untersucht werden, ob diese hirnstrukturellen Veränderungen exklusiv mit der neuropsychiatrischen Folgesymptomatik assoziiert sind oder sich auch bei gesunden COVID-19-Genesenen finden. Zudem soll die Assoziation der hirnstrukturellen Veränderungen zur Blutkonzentration von inflammatorischen Markern (Blutbild und C-reaktives Protein) getestet werden, um zur Aufklärung der Pathogenese beizutragen.
Yvonne Gremme
Klinik für Innere Medizin IV
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Erfassung von regionalen Ventilationsstörungen bei Post-COVID-PatientInnen1 mit Dyspnoe mittels der Elektroimpedanztomographie
Zusammenfassung:
Ein Teil der Patienten mit durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion zeigt nach mehreren Monaten persistierende Symptome wie Fatigue, Dyspnoe oder Anosmie. Bezüglich der Dyspnoe wird in der aktuellen S1-Leitlinie die Abklärung mittels Lungenfunktionsuntersuchung, pulmonaler Bildgebung und ggf. kardialer Diagnostik empfohlen. Häufig findet sich bei dieser Diagnostik kein organisches Korrelat der Beschwerden. Mithilfe der Elektroimpedanztomographie (EIT) lässt sich die regionale
Verteilung des Lungenvolumens in Form der Änderung der Thoraximpedanz innerhalb eines Atemzugs messen. Durch die cross-sektionale Projektion, d.h. über die Berechnung von Vektoren, die durch die auf die Thoraxwand aufgeklebten Elektroden abgeleitet werden, lässt sich nicht-invasiv und strahlungsfrei die Ventilation bettseitig erfassen und ermöglicht so einen Überblick über die regionale Belüftungssituation auf Höhe des vierten Intercostalraums. Ziel dieser Arbeit ist es, die Übereinstimmung zwischen CT-erfassten Veränderungen von Lungenarealen mit Veränderungen der regionalen Ventilation, die mittels EIT erfasst wird, zu untersuchen. Perspektivisch könnten mithilfe der EIT regionale Ventilationsstörungen
z.B. in einer mobilen Praxis erfasst und Patienten mit Post-COVID frühzeitig behandelt werden.
Katharina Griebel
Klinik für Neurologie; Klinik für Psychiatrie; Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Mechanismen der zerebralen Verarbeitung komplexer akustischer Signale.
Zusammenfassung:
Bis heute ist weitgehend unbekannt, wie grundlegende Aspekte natürlicher Geräusche, z. B. ihr spektraler Inhalt und ihre Komplexität, in menschlichen kortikalen und subkortikalen Strukturen verarbeitet werden. Hier nutzten wir die hohe Sensitivität und zeitliche Auflösung des MEGs und EEGs, um die Verarbeitung unterschiedlich komplexer akustischer Signale zu untersuchen. Die primäre Hypothese dieser Arbeit ist, dass die Komplexität von akustischen Signalen ihre Entsprechung in der funktionellen Konnektivität zwischen Hirnarealen findet und dies mit den Methoden des MEGs und EEGs darstellbar und abgrenzbar ist. Diese Untersuchungen sollen neben einem besseren Verständnis von der zerebralen Verarbeitung
akustischer Signale den Weg für die Untersuchung akustischer Signale im Krankheitsfall ebnen.
Emma Hartwig
Institut für Medizinische Mikrobiologie
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Role of Toll-Like Receptor 2 (TLR 2) on osteoblasts and osteocytes during S. aureus bone infection.
Zusammenfassung:
Staphy/ococcus (S.) aureus is an opportunistic gram-positive pathogen and a frequent cause of human infections such as endocarditis, skin and soft tissue infections, bacteremia or osteomyelitis. lnfections can develop from acute to chronic persisting stage and surgical interventions being necessary to eradicate the bacteria. Toll-Like Receptors (TLRs) have been implicated in the innate detection of pathogen components. However, different microbes can survive within host cells for lang time by evading host response. On the host side, lack or reduced expression of TLRs in specific cells may affect the host response in bone tissue and promote the bacterial persistence. In fact, intracellular survival of S. aureus in bone cells is associated with immune evas1on and contribute to the development of chronic infections. The role of TLR 2 (the main TLR which recognizes S. aureus) in osteoblasts and osteocytes is poorly studied. Thus, we will investigate the role of TLR 2 on the host - S. aureus interaction during acute and chronic infection. Anima! experiments, cell culture models and microbiological tools will be performed to investigate the influence of bacterial virulent factors during chronic osteomyelitis. Eradication of bacteria as well as manipulation of the host inflammatory response will contribute to a better therapeutic outcome for patients who suffer from bone infections.
Max Herzberg
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie; Institut für Psychosoziale Medizin
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Objektivierung möglicher motivationaler Einflüsse auf ermüdungsassoziierte muskuläre und psychische Kennwerte während einer definierten Ausdauerbelastung
Zusammenfassung:
Die Interaktion von psychischen Faktoren und physischer Performance ist bekannt und in verschiedenen Situationen gut untersucht. Noch nicht untersucht ist der Sachverhalt einer Verlängerung bzw. Fortführung einer vermeintlich bereits erfüllten physisch beanspruchenden Arbeitsaufgabe aufgrund äußerer Einflüsse, oder dass die Durchführungsaktivität durch äußere Einflüsse gestört wird. Im Rahmen einer zeitlichen oder auch technischen Zielvorgabe kann ein kurz vor Erreichen des Ziels erfolgtes Hinausschieben sogar zum physischen Versagen führen. Ob hier physiologische (durch die Oberflächen-Elektromyographie gemessene) oder eben doch psychologische (durch Skalen und Fragebögen ermittelte) Veränderungen eintreten, ist zu hinterfragen. Dies möchte ich mit der vorliegenden Studie in meiner Promotionsarbeit beispielhaft untersuchen. Die Probanden sollten dafür 50% ihres eigenen Oberkörpergewichts für 10 Minuten in Extensionsrichtung als isometrische Ausdauerbelastung kompensieren. Dabei wurde die empfundene Beanspruchung nach jeder verstrichenen Minute erfragt. Die Probanden wurden 2-mal im Abstand von 14 Tagen gemessen. Bei einer der beiden Messungen (Abfolge randomisiert) erfolgte jedoch die Anstrengungsabfrage falsch, nämlich bereits nach 50 Sekunden, sodass die Probanden nach 10 Abfragen annahmen, es seien die geforderten 10 Minuten vergangen, obwohl erst ca. 8 min verstrichen waren. In diesem Fall wurden die Probanden dann gebeten, die Ausdauerbelastung weitere 2 Minuten aufrecht zu erhalten. Zusätzlich dazu wurde eine Vergleichsgruppe ohne jegliche Manipulation mitgeführt. Es wurden insgesamt 49 Probanden untersucht. Die ermittelten Messdaten liegen nun parat und sollen im beantragten Förderzeitraum gesichtet, bereinigt und analysiert werden.
Anne Hohe
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin; Klinik für Innere Medizin IV
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Mechanismen der Proteinkinase C-vermittelten Radixin-Inaktivierung bei Sepsisassoziiertem
Leberversagen
Zusammenfassung:
Schon 2017 forderte die WHO die bessere Früherkennung, Diagnostik und Therapie von jährlich circa 31 Mio. Sepsis-Erkrankten weltweit, wodurch ein Großteil der 6 Mio. dadurch verursachten Todesfälle vermieden werden könnte. [1] Der Fokus der neuen Sepsis-Definition [2] liegt auf neu auftretenden Organdysfunktionen - die Leber ist bei circa 20 Prozent der Sepsis-Patient*innen betroffen [3]. Besonders gefährdet sind Leberzirrhose- Patient*innen, bei denen sich ein akut-auf-chronisches Leberversagen entwickeln kann. Bei diesen Patient*innen kommt es bei chronischer Vorschädigung der Leber (z.B. chronische
Fettleber oder Leberzirrhose) durch ein singuläres Ereignis, häufig eine Sepsis, zu einem rapide und meist tödlich verlaufenden Leberversagen [4]. Der Bilirubinanstieg ist in diesem Zusammenhang Ausdruck der verschlechterten Leberfunktion und in allen prognostischen Scores (europäische, asiatische, amerikanische Klassifikations- und Prognosescores des ACLF) als wesentlicher Bestandteil enthalten. Das umfassende Verständnis der molekularen Mechanismen, die in diesem Zustand die Exkretionsfunktion der Hepatozyten bestimmen und zum Leberversagen führen, ist unerlässlich für die Entwicklung therapeut scher Ansätze in der Frühphase der Leberschädigung - noch bevor ein irreversibler Schaden enstehen kann.
Nora Helke Leder
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Stellenwert der Ganzgenomsequenzierung bei der Detektion plasmidkodierter Resistenzübertragungen:
Longitudinale Analyse nosokomialer Cluster VIM-Carbapenemaseproduzierender Enterobacterales am UKJ, 2018 bis 2021
Zusammenfassung:
Laut World Health Organization (WHO) stellen multiresistente Enterobacterales eines der Probleme mit höchster Priorität in der Patientenversorgung dar (1). Eine klinisch besonders wichtige Therapieoption für Infektionen mit Enterobacterales sind Antibiotika der Gruppe Betalactame. Verschiedene bakterielle Resistenzmechanismen können zu einer verminderten Sensitivität gegenüber Betalactamen führen. Ein Beispiel dafür ist die Bildung von Betalactamasen wie den Carbapenemasen, welche häufig plasmidcodierte Enzyme sind. Carbapenemasen stellen die moderne Infektionsprävention vor große
Herausforderungen, da sie durch den horizontalen Gentransfer übertragbar sind und zu einer Resistenzverbreitung über Spezies- und Gattungsgrenzen hinaus führen können (2, 3). Dadurch werden die Therapiemöglichkeiten zunehmend eingeschränkt (4). Im Rahmen eines Ausbruchsgeschehens am Universitätsklinikum Jena im Jahre 2016 verbreitete sich ein Carbapenemase-bildender Citrobacter freundii (C. freundii) Stamm nosokomial. Im Verlauf des Ausbruchs konnte ein Transfer der Carbapenemresistenz auf weitere Spezies der Enterobacterales nachgewiesen werden (5). Der Ausbruchsstamm konnte in den letzten Jahren immer wieder bei stationären Patienten schon bei der Aufnahme nachgewiesen werden. Die Transmissionswege und die Risikofaktoren für eine Besiedlung sind noch weitestgehend ungeklärt. In diesem Projekt sollen die
Transmission und Risikofaktoren für eine Kolonisation strukturiert aufgearbeitet werden. Dies hat zum einen zum Ziel, ein Screeningkonzept für ein Prävalenzscreening zu entwickeln, welches die zu untersuchende Kohorte definiert. Darüber hinaus soll eine sensitive mikrobiologische Methode entwickelt werden, die die praktische Umsetzung am Uniklinikum Jena gewährleisten kann.
Marie Mühlon
Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Bypass des Cytochromsegments der mitochondrialen Atmungskette in isolierten Fibroblasten zur Untersuchung molekularer Pathomechanismen bei Sepsis und kardialer Hypertrophie
Zusammenfassung:
Das Herz reagiert auf verschiedene pathologische Zustände mit einer verminderten Kontraktilität, z.B. bei Sepsis und erhöhter kardialer Nachlast. Wir und andere konnten zeigen, dass die kontraktile Dysfunktion mit einer eingeschränkten Funktionalität der mitochondrialen Atmungskette einher geht. Interessanterweise kann man aber die beobachteten funktionalen Einschränkungen nicht allein mit einer veränderten Bioenergetik in Kardiomyozyten erklären, obwohl diese metabolisch fast obligat oxidativ sind. In letzter Zeit wurde gezeigt, dass nichtkontraktile Zellen, wie Fibroblasten und Makrophagen, in der stressbedingten Einschränkung der kontraktilen Funktion eine maßgebliche Rolle spielen. Es wird angenommen, dass sie systemische Signale (wie Cytokine oder Angiotensin II) wahrnehmen und ihr Signalverhalten anpassen. Dabei kommt es zu einem Phänotypshift (von anti-inflammatorisch zu proinflammatorisch), dem eine Inhibition der mitochondrialen Atmungskette vorausgeht. Ich möchte in isolierten Rattenohrfibroblasten mit xenotoper Expression einer alternative Oxi- dase (AOX) untersuchen, ob ein Bypass des unter Stress gehemmten Cytochromsegments der mitochondrialen Atmungskette den pro-inflammatorischen Phänotypshift verhindert.
Nadiya Müller
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Vergleichende Analyse zweier Elektrodenschemata zur Messung der Gesichtsmuskulatur hinsichtlich ihrer Eignung zur Erkennung von mimischen Ausdrücken
Zusammenfassung:
Eine Fazialisparese stellt die häufigste Hirnnervenerkrankung [1] dar. In Abhängigkeit vom Schweregrad sind die Betroffenen nicht nur in Hinblick auf ihre mimische Entäu-ßerungsfähigkeit, sondern oft auch funktionell-motorisch, z.B. durch die Unfähigkeit zum Lidschluss eingeschränkt. Sie leiden ebenfalls unter psychischen Störungen, die sogar zu Depressionen [3,4,5] führen können. Die vollständige oder teilweise Lähmung der mimischen Muskeln, die an mehreren physiologischen Funktionen wie Lidschluss und somit Schutz vor Austrocknung des Auges; Mundschluss und somit lebensnotwen-dige Nahrungsaufnahme und Artikulation sowie Mimik und somit dem Schlüssel zur verbalen und nonverbalen Kommunikation beteiligt sind.
In meiner Doktorarbeit möchte ich herausfinden, inwieweit die Aktivität der mimischen Muskulatur in Bezug auf bestimmte Gesichtsausdrücke möglichst eindeutig identifiziert werden kann, dabei sollen zwei verschiedene Schemata hinsichtlich ihrer Eignung da-für miteinander verglichen werden. Hierbei handelt es sich um eine objektivierbare elektromyografische Messung unter Einsatz von Oberflächen-EMG. Diese nichtinva-sive Methode erlaubt eine probanden- und später patientenfreundliche Erkennung der Aktivitätsmuster im Gesicht, die im weiteren Verlauf als Grundlage zur Darstellung jeg-licher Normabweichungen dienen sollten.
Alexander Noll
Klinik für Neurologie
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Analyse der Bedeutung des ipsilateralen zerebralen Kortex für die Funktionserholung nach einem Schlaganfall
Zusammenfassung:
Der Schlaganfall stellt in den westlichen Industrieländern die häufigste Ursache einer langfristigen Behinderung dar. Bisher gibt es keinen prognostischen Marker zur Vorhersage der Funktionserholung im Rahmen der Rehabilitationsmaßnahmen. Kernhypothese der aktuellen Arbeit ist, dass das Potential den ipsilateralen somatomotorischen Kortex in motorische Lernaufgaben einzubeziehen ein wichtiger Faktor für die Erholung von sensomotorischen Funktionen nach einem Schlaganfall ist. Hierfür planen wir die Quantifizierung der kurzfristigen zerebralen Adaptationsfähigkeit über eine Bestimmung zerebraler Konnektivitätsveränderungen mittels eines motorischen Lernparadigmas. Diese Konnektivitätsdaten werden mit dem individuellen Schädigungsmuster und den erzielten Rehabilitationsergebnissen verglichen, um die Vorhersage langfristiger Adaptationsprozesse zu evaluieren. Es sollen 31 Schlaganfallpatienten mittels Methoden der funktionellen Bildgebung (Resting state fMRT sowie task-related fMRT), einer sensomotorischen und einer neuropsychologischen Testbatterie untersucht werden. Die Studie wird dazu beitragen unser Verständnis von den Mechanismen erfolgreicher Funktionserholung nach einem Schlaganfall zu verbessern.
Fabian Pehrs
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Charakterisierung von Surrogatparametern der endothelialen Dysfunktion im Langzeitverlauf von Sepsis hinsichtlich ihrer Eignung als prognostische Biomarker
Zusammenfassung:
Patienten mit Sepsis entwickeln häufig eine endotheliale Dysfunktion, wobei es zu ausgeprägter Ödembildung mit Einschränkung der Mikrozirkulation kommt. Bei der viralen Sepsis kann aber auch eine Endotheliitis mit einer prothrombotischen Lage die Mikro- und Makrozirkulation einschränken. Biomarker einer entsprechenden Endothelschädigung sind zwar bekannt, ihr prognostischer Stellenwert im Langzeitverlauf der Sepsis ist aber kaum evaluiert und sie fanden bisher keinen Einzug in den klinischen Alltag. In Vorarbeiten wurden u.a. Angiopoietein-1/2, fms-like Tyrosinkinase-1 oder Syndecan-1 als vielversprechende Surrogatparameter der endothelialen Dysfunktion identifiziert. In diesem Projekt sollen diese und weitere Biomarker in Blutproben von Teilnehmern der ICROS-Studie untersucht werden, die prospektiv im Langzeitverlauf von bis zu 12 Monaten Proben und klinische Daten von Patienten mit Sepsis und gesunden Probanden erfasste. Signifikante Unterschiede dieser Marker zwischen den Gruppen und an mehreren Zeitpunkten werden mit anderen Laborparametern, klinischen und epidemiologischen Daten abgeglichen. Insgesamt soll so evaluiert werden, welche Surrogatparameter der endothelialen Dysfunktion sich als Biomarker vor allem für das langfristige Outcome bei Sepsis eignen.
Insa Maria Petersen
Klinik für Neurologie
Promotionsstipendien //2022
Thema: Sensitivity of the Reward-System in Post-COVID-Fatigue
Zusammenfassung:
Die gesundheitlichen Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie beherrschen die Auslastung internationaler Gesundheitssysteme. Über 15% der Patienten mit vermeintlich leichtem SARSCoV-II-Krankheitsverlauf erkranken an einer chronischen Form des Post-COVID-Syndroms. Im Zentrum stehen hier, neben bekannten internistischen Einschränkungen, wie Luftnot oder Tachykardien schwere neurologische Defizite. So werden über Monate persistierende Fatigue, kognitive Einschränkungen und eine deutliche erhöhte Tagesmüdigkeit, die teilweise mit einer Arbeitsunfähigkeit einhergehen, beschrieben. Diese klinischen Symptome werden als Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS) zusammengefasst, eine Erkrankung, die jetzt im Rahmen der weltweiten Pandemie in den Fokus interdisziplinärer Forschung rückt. Die Pathophysiologie dieses vielschichtigen neurologischen und auch dysautonomen Symptom-komplexes ist bisher nicht verstanden. Als mögliche Erklärungsmodelle werden aktuell Neuroinflammation, chronische Durchblutungsstörungen und eine zentrale adrenerge Hyperaktivität diskutiert. Es gibt Hinweise, dass beim CFS auch das spezielle zerebrale Belohnungs-System verändert ist, welches ein wichtiger Modulator von Lernprozessen und in verschiedenen homöostatischen Regelprozessen, u.a. der Schlafregulation involviert ist. Dysregulationen zeigen sich in Krankheiten mit ebenfalls verminderter kognitiver Leistung und erhöhter Tagesschläfrigkeit wie der Narkolepsie Typ 1 oder der primären Hypersomnie. Ziel dieser Studie ist, zu untersuchen, ob im Rahmen des postviralen Fatigue-Syndroms eine verminderte Sensitivität des Reward-Systems besteht. Diese könnte u.a. auch die teilweise schweren kognitiven Einschränkungen der Post-COVID-Fatigue Patienten erklären. Diese Hypothese soll in unserer Studie ????????leePoCo???? mithilfe eines Reward-Paradigmas während einer MEG- und EEG-Messung überprüft werden. Dies ermöglicht neben einer behavioralen auch die neuronale zeitlich hoch aufgelöste Darstellung des zerebralen Reward- Netzwerks. Netzwerkveränderungen sollen anhand von funktionellen Konnektivitätsanalysen untersucht werden. Mit einem Blick in die Zukunft eröffnet eine bessere Charakterisierung der Netzwerkveränderungen im Rahmen von Fatigue-Symptomen auch Therapieoptionen für medikamentöse oder psychotherapeutische Interventionen.
Alessia Petzold
Sektion Alterzahnmedizin
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Untersuchung des Einflusses unterschiedlicher Fettsäuren auf die inflammatorische Reaktion oral lokalisierter Zelltypen im Parodontitismodell
Zusammenfassung:
Das Forschungsprojekt setzt sich mit der altersspezifischen, inflammatorischen Antwort oral lokalisierter Zelltypen im Parodontitismodell unter Einfluss von unterschiedlichen Fettsäuren und dem damit einhergehenden veränderten Knochenmetabolismus auseinander. Hinsichtlich der unterschiedlichen Zelltypen des Parodonts soll der Fokus der Untersuchungen auf der Interaktion zwischen gingivalen Fibroblasten, Osteoblasten und Osteoklasten und der damit verbundenen Beeinflussung des parodontalen Knochenstoffwechsels liegen. Dies wird u.a. durch eine bakterielle Infektion unter Porphyromonas gingivalis und die Einwirkung der am häufigsten in unserer Ernährung vorkommenden Fettsäuren (FS) Palmitinsäure (PA) und Ölsäure (OA) auf molekularer Ebene in vitro analysiert. Zum Vergleich sollen Untersuchungen an primären, direkt aus Mäusen entnommenen, gingivalen Fibroblasten erfolgen, welche im Rahmen eines Fütterungsversuchs der Arbeitsgruppe geprimed und später in Zellkultur übernommen werden.
Paula Severin
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Einfluss der Autophagie auf den Zellzyklus in Leukämiezellen
Zusammenfassung:
Die Autophagie ist ein essentieller Prozess in Zellen, dessen Komplexität ein sehr weites Forschungsfeld bietet. Ihre Relevanz in der Onkologie basiert vor allem auf der Entdeckung zweier gegensätzlicher Funktionen der Autophagie in der Karzinogenese: Einerseits kann die zytoprotektive Funktion der Autophagie die Bildung und das Wachstum maligner Zellen in einem frühen Stadium verhindern. Andrerseits übt sie im späteren Stadium auch in malignen Zellen eine zytoprotektive Funktion aus und schützt Krebszellen vor der Chemotherapie. Die hierbei potentiell bedeutsame Interaktion von Autophagieaktivität und Zellzyklusregulierung ist noch wenig erforscht. Mit meiner Dissertation möchte ich dazu beitragen, die grundlegenden Zusammenhänge dieser eng verknüpften Zellprozesse aufzuschlüsseln, um daraus möglicherweise neue Ansätze für therapeutische Verfahren abzuleiten. Dazu werde ich Einzel- und Kombinationsbehandlungen mit Autophagie- und Zellzyklusinhibitoren in Leukämiezelllinien durchführen, um deren Wirkung auf die Zellzyklusprogression wie auch die Autophagieaktivität in den verschiedenen Zellzyklusphasen zu bestimmen. Die Etablierung einer Methode, um den Einfluss der Behandlungen auf die zelluläre Seneszenz in Leukämiezellen darzustellen, soll den Abschluss dieser Arbeit bilden.
Kurt Stollberg
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin; Institut für Infektionsmedizin
Promotionsstipendien I/2022
Thema: Bedeutung der Aktivierung und Hemmung des Sphingomyelinase-Ceramid-Signalweges bei Pneumonie unterschiedlichen Schweregrades
Zusammenfassung:
Bei ambulant erworbener Pneumonie (CAP), eine der häufigsten Infektionserkrankungen mit ungünstiger Prognose, imponiert eine erhöhte Aktivität der zirkulierenden Sphingomyelinase. Dieses durch Stress-induzierte Exozytose exportierte Enzym katalysiert die Bildung des Lipidmediators Ceramid mit einem pleiotropen Aktivitätsprofil. Eine Gruppe bestimmter Pharmaka, welche aufgrund anderer Indikation verordnet werden, führt zur inaktivierenden Proteolyse des Enzyms und hemmt funktionell die Ceramid-Generierung. In CAP-Patienten abgestufter Schweregrade werden die Enzymaktivität und das resultierende Sphingolipid-Profil bestimmt. Auch der Nachweis der Arzneistoffe erfolgt mittels Flüssigkeitschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS). Auf Basis der Ergebnisse soll die Rolle der Sphingomyelinase bei der Krankheitsprogression bewertet werden. Darüber hinaus ließen sich neue therapeutische Einsatzmöglichkeiten der Arzneistoffe diskutieren und klären, wie relevant sich deren derzeitige Anwendung als Einflussgröße bei der Interpretation klinischer Studien darstellt.