Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Promotionsstipendien I/2025
Thema: "Beweglichkeit von Beckenorganen und Zielstrukturen während der Radiochemotherapie des Rektumkarzinoms"
Zusammenfassung:
Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom (UICC-Stadium II und III) wird eine präoperative Radiochemotherapie empfohlen, um die Tumorgröße zu reduzieren und die Resektabilität zu verbessern. Bei der Radiotherapie werden Sicherheitssäume um das eigentliche Zielg biet herum verwendet, um mikroskopisch verstreute Tumorzellen zu berücksichtigen und Lagerungsungenauigkeiten oder Organbewegungen auszugleichen. Zielstrukturen sind das Mesorektum mit dem Primärtumor sowie die variabel positionierten umgebenden Lymphknoten. Dieser Saum erfasst auch Normalgewebe und erhöht somit Strahlenreaktionen. Besonders sensibel sind hierbei der Dünndarm und die Blase. Sie bestimmen maßgeblich die Toxizität der Therapie. In meiner Dissertation werde ich mithilfe von standardisierten seriellen MRT-Aufnahmen aus der prospektiven PRIMO Studie die Lageverschieblichkeit von Mesorektum, Rektum und Blase so wie der umgebenden Lymphnoten (Iliaca interna + externa, mesorektal, lateral und präsakral) zu vier verschiedenen Therapiezeitpunkten bestimmen und anschließend daraus minimal notwendige Sicherheitssäume zur Kompensation von Organbeweglichkeit ableiten, die eine valide Grundlage zur Reduktion praktisch angewendeter Säume legen sollen. Bislang sind keine wissenschaftlich validierten Grenzwerte verfügbar.