Marius Arnz
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Förderung der Nutzung und Ansteuerung einzelner aurikulärer Muskeln: Entwicklung eines Trainingsprotokolls zur willkürlichen und seitendifferenten Kontrolle der extrinsischen Ohrmuskeln"
Zusammenfassung:
Ziel dieser Pilotstudie ist es, ein zuverlässiges Trainingsprotokoll für die extrinsischen Ohrmuskeln zu entwickeln, durch das gesunde Probanden befähigt werden, willkürlich alle sechs extrinsischen Ohrmuskeln einzeln anzusteuern. Dazu wird zu Beginn eine einheitliche Edukationseinheit durchgeführt, um daraufhin vor und nach einem zehntägigen Biofeedbacktraining der Ohrmuskeln die elektrischen Signale in einer standardisierten Messung im Oberflächen-Elektromyogramm (OEMG) abzuleiten. Etwaige kortikale Veränderungen durch das Biofeedbacktraining sollen vor und nach dem zehntägigen Biofeedbacktraining durch Messungen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) erfasst werden. Somit dient das Paradigma auch als Modell zum Erlernen der Nutzung von rudimentärer Muskulatur.
Hannah Mathilda Astler
Placenta Labor, Klinik für Geburtsmedizin
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Etablierung immuntoxikologischer Messungen an humanen Plazenta-Explantaten"
Zusammenfassung:
Im Placenta-Labor wird zurzeit das vom BMBF geförderte VIP+-Projekt „PlaTox - Humane Plazenta-Explantate für Medikamententests“ durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass Plazenta-Explantate, welche nach der Geburt aus dem villösen Bereich der Plazenta entnommen werden, bis zu 14 Tage stabil ex vivo kultiviert werden können. Anhand ausgewählter Testsubstanzen wurden toxische Einflüsse auf die Vitalität, das Hormonsystem und die Interleukin-Synthese nachgewiesen. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit mit humanem Material ist dabei die Tatsache, dass Parameter gemessen werden können, welche im Tiermodell nicht existent sind, z.B. die plazentare Progesteronsynthese oder das in Mäusen nicht vorkommende Interleukin-8. Da Experimente im Rahmen von PlaTox unter anderem deutliche Einflüsse auf IL-6 (Cadmium)oder IL-8 (DMSO) gezeigt hatten, liegt es nahe, Plazenta-Explantate hinsichtlich immunologischer Fragestellungen zu validieren. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist daher, die im Rahmen von PlaTox gewonnenen Erkenntnisse zu Plazenta-Explantaten in der Toxikologie zu erweitern und mittels Modellsubstanzen zu prüfen, welche Endpunkte für die plazentare Immuntoxikologie geeignet sind.
Marc Birner
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, FB Sepsisforschung
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Sphingolipidmuster zur Risikoabschätzung bei community acquired pneumonia"
Zusammenfassung:
Bei ambulant erworbener Pneumonie (community acquired pneumonia,
CAP), eine der häufigsten Infektionserkrankungen mit ungünstiger Prognose, imponiert eine erhöhte Aktivität der zirkulierenden Sphingomyelinase. Die resultierende Veränderung des Sphingolipidmusters (Ceramide und Sphingosin-1-phosphat) sind schon zum Zeitpunkt derHospitalisierung mit Verlaufsparameters der Erkrankungsschwere und des outcomes assoziiert. Ausgewählte Sphingolipidparameter verbessern die Aussagekraft etablierter Scores insbesondere im Bereich geringer Sensitivität. In einem Kollektiv von Patienten mit CAP mit unterschiedlicher Krankheitsentität (komplikationsloser Verlauf, komplikations-behafteter Verlauf, Verlauf mit ungünstigem Ausgang) soll der prädiktive Wert der Sphingolipid-parameter zum Zeitpunkt der Hospitalisierung validiert werden und im Zuge von longitudinalen Betrachtungen anhand Korrelationsanalysen mit der Organfunktion erste Aussagen zu einer möglicherweise pathogenetisch relevante Rolle identifiziert werden.
Finn Bretschneider
Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Evaluierung von Nanobody Nb35 als MOP-Antagonist und Modulator der μ-Opioidrezeptorfunktion"
Zusammenfassung:
Das Aufkommen von Biologika als therapeutische Wirkstoffe hat neue Wege in der GPCRArzneimittelentwicklung eröffnet. In diesem Projektantrag präsentieren wir eine umfassende molekulare und physiologische Charakterisierung des Einzeldomänen-Antikörperfragments
Nb35, der mit dem μ-Opioidrezeptor (MOP) funktional als Antagonist interagiert. Bisher wurde kein Antikörper oder Nanobody-Ligand für den MOP umfassend charakterisiert. Diese Arbeit unterstreicht das Potenzial von Nanobodies und beschreibt einen neuartigen MOP-Liganden, der als Grundlage für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze zur Reduktion von Opioid-Nebenwirkungen dienen könnte.
Luisa Filippini
Klinik für Neurologie
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Die Rolle der Astrogenese während der Alzheimer Erkrankung"
Zusammenfassung:
Die Alzheimer-Krankheit (AD) ist eine der wichtigsten neurodegenerativen Erkrankungen des 21. Jahrhunderts, bei der die kognitiven Funktionen abnehmen. Bis heute sind die initialen Auslöser der Erkrankung unklar und die therapeutischen Interventionsmöglichkeiten minimal, um das Fortschreiten der bereits diagnostizierten Demenz aufzuhalten. Der Hippocampus ist bereits frühzeitig von der AD betroffen und für Lern- und Gedächtnisvorgänge entscheidend. Im Gyrus dentatus der Hippocampusformation befinden sich neurale Stammzellen (NSCs), die zeitlebens neue Neurone bilden können. Eigene Vorarbeiten aus der Arbeitsgruppe zeigen, dass während der AD die Astrogenese anstelle der Neurogenese aus den NSCs bereits in der Prä-Plaque Phase stark zunimmt. Diese Steigerung der Astrogenese hat eine Abnahme der Neurogenese zur Folge. Die Rolle der gesteigerten Astrogenese während der AD ist im Fokus des vorliegenden Antrags (Fig.1). Dabei soll die Astrogenese der NSCs durch den knockout des Transkriptionsfaktors SOX9 unterdrückt werden und die Auswirkungen durch den Verlust der Astrogenese auf die Neurone, Plaques, freigesetzten Zytokine sowie auf die Mikroglia untersucht werden.
Johanna Liesa Gollasch
Placenta-Labor, Klinik für Geburtsmedizin
Promotionsstpendien II/2024
Thema: "Induktion und Verzögerung von Seneszenz an Gefäß-Explantaten der humanen Plazenta in Langzeitkultur"
Zusammenfassung:
Im Rahmen dieser Arbeit sollen Explantate aus fetalen Plazentaarterien und -venen aus bereits erfolgter 14-tägiger Langzeitkultur untersucht werden. Uns ist daraus eine Gewichtszunahme der Gefäß-Explantate bekannt, eine mögliche Induktion von Angiogenese soll nun geprüft werden. Induktion und Hemmung von Seneszenz und Angiogenese soll unter dem Einfluss des Zytostatikums Docetaxel untersucht werden, welches zur Therapie von Mamma-Karzinomen während der Schwangerschaft zugelassen ist. Über Multiplex-Staining sollen Seneszenzmarker in plazentaren Gefäß-Explantaten während und nach der Kultur lokalisiert werden.
Im Anschluss soll eine Co-Kultur von Gefäß-Explantaten mit Sphäroiden der humanen Mamma-Karzinom Zelllinie MCF-7 unter Applikation von Docetaxel durchgeführt werden. Dies soll als Modell für metastasierendes Gewebe dienen, um den Einfluss von Chemotherapie auf die Krebszellen und plazentare Gefäße besser analysieren zu können.
Marvin Greiner
Exp. Orthopädie, Campus Eisenberg
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Vergleich von intraoperativer passiver Kniegelenkskinematik mit aktiver prä- und postoperativer Kniegelenkskinematik bei Knie-TEP Patienten"
Zusammenfassung:
Obwohl die Versorgung von Patienten mit primärer Gonarthrose mittels totaler Kniegelenksendoprothese (Knie-TEP) eine häufige Operation in der Orthopädie darstellt, sind noch immer ein großer Teil dieser postoperativ unzufrieden. Zieht man einen Vergleich zu Patienten mit primärer Coxarthrose, welche mittels Hüft-TEP versorgt wurden, macht sich hier ein großer Unterschied in postoperativer Unzufriedenheit deutlich. Dies begründet die Bestrebungen der experimentellen orthopädischen Forschung, die Methodik der Knie-TEP Implantation stetig zu verbessern. Einer der Schwerpunkte dieser Forschung betrifft die passende Auswahl und Ausrichtung der Endoprothese. Aktuell werden bereits mit Hilfe von Navigationssystemen intraoperativ erhobene Daten von passiven Kniegelenkskinematikanalysen teilweise genutzt, um die Prothese optimal auszurichten. In Zukunft soll auch die präoperative aktive Kinematikanalyse dabei helfen, das persönliche Knie der Patienten hinsichtlich Kinematik und Anatomie zu phänotypisieren und mithilfe einer patientenorientierten, individualisierten Medizin die Implantation der Knie-TEP zu optimieren. Um dafür Informationen der passiven und aktiven Kinematik verknüpfen zu können, soll dafür in diesem Projekt nach einem Zusammenhang beider Bewegungsanalysen gesucht werden.
Elisa Selina Grubert
Klinik für Innere Medizin IV
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Die Bedeutung des löslichen TREM2-Rezeptors in Bezug auf inflammatorische Komplikationen bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose"
Zusammenfassung:
Patienten mit Leberzirrhose zeichnen sich durch eine erhöhte Suszeptibilität für Infektionen aus, diesich in hohen Infektionsraten widerspiegelt und mit Fortschreiten der Erkrankung weiter zunimmt. Ursächlich hierfür ist die Entwicklung einer Zirrhose-assoziierten Immundysfunktion (CAID), charakterisiert durch eine gestörte Wirtsabwehr. In der Folge resultieren vor allem abdominelle Infektionen, welche als spontan bakterielle Peritonitiden (SBP) bezeichnet werden. Peritonealmakrophagen (PMs), sogenannte residente Makrophagen der Peritonealhöhle, spielen neben der Aufrechterhaltung der Homöostase und Pathogenabwehr auch eine entscheidende Rolle bei der fehlregulierten Immunantwort. Übergeordnetes Ziel dieses Antrags ist, immunphänotypische Veränderungen von PMs im Rahmen inflammatorischer Prozesse bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose zu erfassen. Anhand von TREM2, dem Triggering receptor expressed on myeloid cells 2, ein Pattern-Recognition-Rezeptor (PRR) und negativer Modulator des Toll-like-Rezeptor-abhängigen Signalwegs sollen Subpopulationen von PMs untersucht werden. Hierzu soll in einer explorativen Analyse überprüft werden, ob die Oberflächenexpression von TREM2 auf PMs und seine lösliche Form (soluble TREM2, sTREM2) im Aszites Rückschlüsse auf Komplikationen der Leberzirrhose, insbesondere dem Akut-auf-chronischen Leberversagen (ACLF), zulässt. Darüber hinaus soll in vivo und in vitro die Ausreifung anti-inflammatorischer TREM2+ PMs durch Gallensäuren wie Ursodesoxycholsäure (UDCA) in Anwesenheit von Toll-like-Rezeptor-Agonisten bzw. Bakterien untersucht werden.
Beke Carolin Hagelberg
Klinik für Neurologie; Klinik für Geburtsmedizin
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Einfluss einer hochdosierten Methylprednisolon-Therapie auf die vaginale Mikroökologie bei Frauen mit Multipler Sklerose"
Zusammenfassung:
Die Studie MS-KINDER zeigt, dass Kinder deren Mütter eine hochdosierte Glukokortikoid-Schubtherapie während der Schwangerschaft bei Multipler Sklerose (MS) erhalten haben, im Alter von 8-14 Jahren eine Wachstumsverzögerung aufweisen. Dies geschieht unabhängig von Geburtsalter, Geburtsgewicht und bei unauffälligem Wachstumshormonprofil der Kinder. Das maternale Mikrobiom, insbesondere das vaginale Mikrobiom, ist die initiale mikrobielle Kolonisationsquelle eines Kindes. Dabei können kindliche Dysbiosen mit Gedeihstörungen assoziiert sein. Die peri- und/oder postnatalen Ursachen dieser Wachstumsverzögerung sind bisher nicht vollständig verstanden. Allerdings wurden Zusammenhänge zwischen erhöhten maternalen Glukokortikoid-Spiegeln in der Schwangerschaft und Veränderungen des kindlichen Mikrobioms beobachtet. Als potentieller Mediator der kindlichen Dysbiose ist die vaginale Mikroökologie zu diskutieren. Deshalb soll die Hypothese geprüft werden, ob eine Glukokortikoid-Therapie im Rahmen einer MS-Schubbehandlung die vaginale Mikroökologie beeinflusst. Dazu werden bei 25 MS-Patientinnen die kurz- und mittelfristigen Effekte einer Glukokortikoid-Therapie auf die vaginale Mikroökologie unter Einsatz verschiedener Methoden (Nugent-Score, Lactoplex-PCR, Kulturanalyse, Nativpräparat) untersucht.
Jonas Ihle
Klinik für Innere Medizin III
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Sex-dependent expression of MORG1 in murine and human kidney cells – elucidating molecular mechanisms underlying sex differences in diabetic nephropathy"
Zusammenfassung:
In the past 3 decades the prevalence of type 2 diabetes mellitus (T2DM) has risen dramatically in countries of all income levels. A serious and most feared microvascular complication of diabetes is the diabetic nephropathy (DN). DN occurs in approximately 40% of patients with T2DM. Sex-specific unfavorable renal outcomes in non-diabetic kidney disease have been described, but it is unclear how sex influences the onset and course of DN. This lack of knowledge hinders the development of tailored therapies. In recent years, the scaffold protein MORG1 has increasingly become the focus of the supervisor´s working group, as it plays an important role in the pathophysiology of murine DN. Thus, MORG1 contributes to the loss of diabetes-related renal function and the development of tubulointerstitial fibrosis. Molecular mechanisms underlying these findings will be investigated in the proposed project. To this end, the impact of diabetes, sex and sex hormones on MORG1 mRNA and protein expression will be systematically assessed in the mouse and cultured renal cells. A third pillar of the project is the establishment of exosome isolation from human urine to test the hypothesis that MORG1 may be a potential biomarker for human DN eventually to be exploited in the clinic.
Lea Kamphus
Klinik für Neurologie, AG Neuroimmaging
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "VR-Induced Sensory-Motor Mismatch: A Novel Approach to Improve Motor Learning by Enhancing Brain Connectivity in Stroke Patients"
Zusammenfassung:
Eine zerebrale Läsion im Rahmen eines Schlaganfalls führt in vielen Fällen zu motorischen Funktionseinschränkungen, die mit der Reduktion der motorischen Lernfähigkeit einhergehen. Das sensomotorische Mismatch bzw. die Destabilisierung von bestehenden Netzwerken kann dem Gehirn dazu dienen, Fehler in der Bewegungserfassung zu erkennen und durch stetiges Feedback zu korrigieren. Virtual Reality (VR) nutzt diese Mechanismen, um die motorische Lernfähigkeit der Patienten zu verbessern und somit die Neuroplastizität zu fördern, wodurch die Bildung neuer Verbindungen unterstützt und beeinträchtigte Funktionen effektiver kompensiert
werden. Dies führt zu einer intensiveren Rehabilitation und einem nachhaltigeren Trainingserfolg der motorischen Fähigkeiten. In unserer Studie werden 78 Patienten mit ischämischem Schlaganfall unterschiedlichen VR-Lernumgebungen ausgesetzt. Als Kontrollgruppe dient eine umweltgerechte VR-Umgebung. In Gruppe 2 wird ein Achsen-inverses (error based) und Gruppe 3 ein komplexes Mismatch Szenario durchlaufen. Nach dieser Exposition absolvieren die Patienten das etablierte motorische Lernspiel “serial reaction task“ (SRT). Die erwarteten Konnektivitätsänderungen im Bereich der motorischen Netzwerke nach einer Woche Training werden mittels fMRT untersucht. Die Resultate dieser Untersuchung könnten wegweisend für die Entwicklung neuer, effektiverer Rehabilitationsmethoden sein, die die Lebensqualität der Patienten nachhaltig verbessern.
Andre-Michel Knippenberg
Klinik für Neurologie, Sektion Translationale Neuroimmunologie
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Einfluss von ASOs auf das mononukleär-phagozytäre System in der SAE"
Zusammenfassung:
Die Sepsis-assoziierte Enzephalopathie (SAE) ist ein schwerwiegendes und häufiges Erkrankungsbild, das oft zu lang andauernden neurokognitiven Defizite führt. Die zugrundeliegenden pathophysiologischen Prozesse sind nur unzureichend verstanden, derzeit gibt es keine kausalen Therapiemöglichkeiten. In Vorarbeiten fanden wir in einem Mausmodell einer polymikrobiellen Sepsis langanhaltende gestörte Gedächtnisfunktionen, die auf eine mikrogliale Phagozytose Komplement-markierter Synapsen im Hippocampus zurückzuführen war. In diesem Projekt soll nun die Auswirkung von Antisense Oligonukleotiden (ASO) auf die SAE im murinen Sepsis-Modell getestet werden. Hierzu soll überprüft werden, welchen Einfluss Integrin alpha M (ITGAM)-ASOs auf das mononukleär- phagozytäre System haben und insbesondere, ob es zu einer verminderten Synapsenphagozytose mit konsekutiv verbesserter kognitiver Funktionen nach Sepsis kommt. ITGAM codiert den Oberflächenrezeptor CD11b, der auf allen mononukleären Zellen exprimiert wird und an Phagozytoseprozessen beteiligt ist. ITGAM ASO bewirken eine Reduktion der CD11b-Expression und können daher mit pathogenen Phagozytoseprozessen interferieren.
Calvin Kühn
Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Untersuchung der akuten und chronischen Wirkung von Cannabinoiden in vivo."
Zusammenfassung:
Cannabis sativa-Extrakte, insbesondere THC und CBD, werden seit langem zur Behandlung neurologischer Erkrankungen eingesetzt. Natürliche und synthetische Cannabinoide wirken hauptsächlich über die Cannabinoid-Rezeptoren 1 (CB1R). In vitro-Untersuchungen mit phosphostellen-spezifischen Antikörpern haben unterschiedliche Aktivierungsmuster nach akuter Cannabinoid-Gabe am Rezeptor gezeigt. Das Ziel dieses Projekts ist es, die CB1R-Phosphorylierung nach akuter und chronischer Behandlung mit THC, CBD und CP55,940 sowie dem Antagonisten AM251 in vivo zu untersuchen und zu charakterisieren. Diese Erkenntnisse sollen zur besseren Einschätzung der Risiken und Nebenwirkungen einer chronischen Cannabinoid-Therapie beitragen.
Leonard Marx
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Assoziation von Brain-derived neurotrophic factor mit ketamininduzierten Veränderungen des Glutamatstoffwechsels"
Zusammenfassung:
Zu Beginn war Ketamin weitestgehend als Anästhetikum bekannt, das im Gegensatz zu vergleichbaren Pharmaka eine kreislaufstabilisierende und weniger atemdepressive Wirkung aufweist.1 Seit 2000 jedoch, als eine randomisierte, kontrollierte Studie zeigen konnte, dass eine einzige subanästhetische Ketamin-Gabe depressive Symptome lindern kann, erfährt die Forschung um den N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptorantagonisten (NMDA-RA) eine regelrechte Renaissance.2 Dem Neuromodulator Brain-derived neurotrophic factor (BDNF), der als Metabolit des durch Ketamin angestoßenen intrazellulären Signalwegs maßgeblich zu dessen antidepressiver Wirkung beiträgt, kommt hierbei die Rolle eines Markerproteins zu. So konnte gezeigt werden, dass eine negative Korrelation zwischen der depressiven Symptomatik (gemessen mittels Montgomery–Åsberg Depression Rating Scale, kurz MADRS) und den BDNF-Plasmaspiegeln von Patienten nach Ketamininfusion besteht.3 Weitestgehend ungeklärt ist hingegen, inwiefern der zentrale Glutamatstoffwechsel, gemessen mittels Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS), mit steigendenden BDNF-Konzentrationen nach Ketamininfusion assoziiert ist.4,5 Erkenntnisse hierüber könnten bisher ungeklärte Zusammenhänge im zentralen Wirkmechanismus von Ketamin aufdecken und BDNF als Prädiktor für die antidepressive Wirksamkeit von Ketamininfusionen bestätigen.
Luisa Marie Schuck
Klinik für Herz- und Thoaraxchirurgie
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Einfluss der mitochondrialen DNA auf die mitochondriale Leistungsfähigkeit bei Ratten mit hoher und niedriger körperlicher Leistungsfähigkeit"
Zusammenfassung:
Die aerobe Kapazität des Organismus wird von einer genetischen und einer erworbenen Kom-ponente bestimmt. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist mit der mitochondrialen Funktion as-soziiert. Die mitochondriale Funktion selbst wird durch die DNA des Zellkerns und der Mito-chondrien bestimmt. Der Anteil der genetischen Komponente an der muskulären Leistungsfä-higkeit ist noch nicht eindeutig geklärt, insbesondere ist die Rolle der mitochondrialen DNA unklar. In Ratten mit hoher (HCR) und niedriger (LCR) genetisch bedingter körperlicher Leis-tungsfähigkeit wurde bereits eine Korrelation zwischen der Mitochondrienfunktion des Skelett-muskels und der Laufleistung der Tiere gezeigt. HCR zeigen im Vergleich zu LCR einen ath-letischen Phänotyp sowie eine höhere Funktion von Skelettmuskelmitochondrien. Zudem wei-sen HCR und LCR Unterschiede in ihrer mitochondrialen DNA auf. Durch ein spezielles Züch-tungsschema wurde das Modell der HCR und LCR mit vertauschten Mitochondrien generiert, so dass eine HCR Linie mit Mitochondrien der LCR und umgekehrt entstanden sind. Mit die-sem konplastischen Modell soll untersucht werden, ob und inwieweit die mitochondriale DNA die Atmungskettenkomplexaktivitäten, Signalproteine sowie die Muskelfasertypverteilung im Skelettmuskel und Herzen der LCR verändert.
Max Schulze
Klinik für Neurologie, AG Neuroimmaging
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "The effect of artificially induced sensory-motor mismatch training on functional connectivity in older adults"
Zusammenfassung:
Im Rahmen dieses Projektes wird untersucht, ob ein mittels Virtual Reality künstlich induziertes sensomotorisches Mismatch-Training über die Destabilisierung bereits bestehender neuronaler Netze die darauffolgende motorische Lernleistung alter, gesunder Menschen verbessert. Dafür werden die Probanden in drei verschiedene Gruppen randomisiert, die mit unterschiedlichen VR-Szenarien exponiert werden (fehlerfrei vs. error-based vs. unlösbares Mismatch), um die anschließende motorische Lernleistung mittels des etablierten, impliziten motorischen Lernspiels „serial reaction task (SRT)“ zu evaluieren. Zerebrale Netzwerkänderungen sollen mittels Resting-State-Konnektivitätsuntersuchungen evaluiert werden. Hierzu erfolgen vor und nach dem Training funktionelle MRT-Messungen (fMRT). Insgesamt hat diese Studie das Potential, ein völlig neues, zeitgemäßes Rehabilitationsparadigma zu schaffen, um dem demografischen Wandel und den damit verbundenen sozioökonomischen Herausforderungen zu begegnen und moderne, innovative Therapiestrategien zu kombinieren.
Laura Siemon
Institut für Rechtsmedizin
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Systematische Untersuchung des Wirkstofftransfers in forensisch relevanten Insekten"
Zusammenfassung:
Die Doktorarbeit mit dem Thema "systematische Untersuchung des Wirkstofftransfers in forensisch relevanten lnsekten" am Institut für Rechtsmedizin (IRM) in Jena beschäftigt sich mit der quantitativen und qualitativen Analyse von forensisch toxikologisch relevanten Wirkstoffen (z.B. Medikamenten und Drogen) in Insekten und Insektenlarven. Die systematische qualitative und quantitative Untersuchung, inklusive der Entwicklung und Etablierung eines routinemäßig durchführbaren Analyseworknows, erfolgt für unterschiedliche Wirkstoffe (Metoprolol und Methamphetamln) mittels entsprechender Laborexperimente (Insektenzucht, Exposition mit dem Wirkstoff, Extraktion und Analyse der Insekten). Nach der Entwicklung des Analyseworkflows erfolgt die Etablierung desselben in der Routine. Dafür sollen Insekten authentischer Fälle analysiert und die erhaltenen Ergebnisse mit den bekannten Analyseresultaten der klassischen systematischen toxikologischen Analyse verglichen werden. Im Rahmen der Doktorarbeit sollen weiterhin auch Erkenntnisse zu insektenspezifischen Wirkstoffmetabolismen erhalten werden. Die mit der entomotoxikologischen Analyse gewonnenen Informationen sollen für die Todeszeltbestimmung/ Einschätzung des postmortalen Intervalls in authentischen Fällen herangezogen werden.
Victoria Thimme
AG Funktionelle Proteomanalyse; Institut für Anatomie I
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Histology-guided proteomics of spontaneous metastasis xenograft models of human pancreatic cancer (Histologie-geführte Proteomanalyse von Xenograftmodellen mit spontaner Metastasierung von menschlichem Bauchspeicheldrüsenkrebs)"
Zusammenfassung:
Das Pankreaskarzinom zählt mit einer relativen 10-Jahres-Überlebensrate von 9% zu den tödlichsten Tumoren unserer Gesellschaft. Ein besseres Verständnis der Tumorheterogenität und des Einflusses der Tumormikroumgebung auf Progression und Metastasierung könnte neue Ansatzpunkte für Diagnostik und präzisere Therapien liefern. Klassische (immun-)histologische Untersuchungsmethoden erfassen die molekulare Komplexität eines Tumors jedoch nur unvollständig, sodass ortsaufgelöste „omics" Technologien zunehmend in den Fokus rücken. Hier setzen wir uns zum Ziel, das Proteom (eine guten Näherung des funktionellen Status einer Zelle) von Tumorzellen in Xenograft-Modellen von Pankreaskarzinomen in ihrem räumlichen Kontext zu untersuchen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir eine Methode etablieren, dies es uns erlaubt mit einem Laser-Mikrodissektionssystem aus Kryoschnitten einzelne Zellen mit ähnlichen morphologischen Merkmalen zu ablatieren und anschließend mit einem hochsensitiven Massenspektrometer zu analysieren. Anhand der differentiellen Quantifizierung des Proteoms werden wir funktionell ähnliche Zellen und Zellverbände im Stichkanaltumor, in Metastasen und in der jeweiligen Mikroumgebung charakterisieren. Bei Erfolg lässt sich die Methodik auch auf weitere Metastasierungsmodelle für Lungen- und Knochenmetastasierung übertragen.
Katharina Laura Urban
Institut für Psychosoziale Medizin, Psychotherapie und Psychoonkologie; Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Akzeptanz, Durchführbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit einer perioperativen hypnotherapeutischen Intervention im Rahmen kardiochirurgischer Eingriffe bei älteren Patient*innen"
Zusammenfassung:
Perioperative Hypnose hat sich als wirksame und sichere Intervention zur Reduktion von Distress und Schmerzen sowie auf die Genesungsförderung nach chirurgischen Eingriffen erwiesen. Zur Prävention postoperativer neurologisch-kognitiver Störungen durch Hypnose liegt bislang wenig Evidenz vor. Ziel dieser Machbarkeitsstudie ist die Überprüfung der Akzeptanz, Durchführbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit einer perioperativen hypnotherapeutischen Intervention bei kardiochirurgischen Patient*innen. In einer randomisiert-kontrollierten Studie werden 30 Patient*innen über 65 Jahre eingeschlossen, die sich im Universitätsklinikum Jena einer Bypass- oder einer Kombinationsoperation unterziehen müssen. Die Interventionsgruppe (n=15) erhält zusätzlich zur Standardbehandlung eine perioperative hypnotherapeutische Intervention mit begleitender Entspannungsmusik via Kopfhörer. Die Patient*innen der Kontrollgruppe (n=15) bekommen in äquivalenter Länge Entspannungsmusik vorgespielt. Zielgrößen sind die Häufigkeit einer postoperativen neurologisch-kognitiven Störung, Schweregrad von prä- und postoperativen Angstsymptomen, postoperatives Schmerzniveau, Wohlbefinden und positive Gesundheitserwartungen.
Valentin Wilkens
Klinik für Neurologie, AG Neuroimmaging
Promotionsstipendien II/2024
Thema: "Gamifying Rehab - The effect of reward-oriented VR games in post-stroke patients"
Zusammenfassung:
Im Rahmen dieses Projektes wird untersucht, ob die Entwicklung portabler, dedizierter VRUmgebungen die post-Stroke Rehabilitation insbesondere im Hinblick auf Compliance, Motivation und Zufriedenheit verbessert. Gezielt werden Patienten mit Minor-Schlaganfällen und im Vordergrund motorischen Paresen der oberen Extremität rekrutiert. Dafür werden die Probanden in zwei verschiedene Gruppen randomisiert, die entweder nur standardisierte Therapieübungen oder Therapieübungen mit anschließendem VR-Training durchführen. Dabei wird der Einfluss des zusätzlichen VR-Trainings auf Zufriedenheit und Motivation der Patienten mittels Fragebogen und MORE-Skala („motivation in patients for rehabilitation“) untersucht.