Die Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) erweitert ihr therapeutisches Spektrum um ein neuartiges Verfahren zur Behandlung von Patienten mit schwerer Herzschwäche. Als erst zweites Krankenhaus in Deutschland setzen wir im Rahmen von Bypass-Operationen nun auch die direkte kardiale Stoßwellentherapie ein. Ein aktueller Beitrag des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) beleuchtet diese vielversprechende Methode und begleitete einen unserer ersten Patienten.
Gezielte Regeneration durch Mikroreize Die Therapie richtet sich spezifisch an Patienten, die an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder einer ischämischen Herzinsuffizienz leiden. Während der ohnehin notwendigen Bypass-Operation wird ein steriler Applikator für etwa fünf bis zehn Minuten direkt auf das freigelegte Herz aufgesetzt. Das speziell für diesen Zweck an der Medizinischen Universität Innsbruck entwickelte Gerät gibt dabei fokussierte, niederenergetische Stoßwellen ab.
Im Gegensatz zu energiereicheren Verfahren – wie etwa der Nierensteinzertrümmerung – wirken diese Wellen am Herzen nicht zerstörend, sondern rein stimulierend. Die im Gewebe erzeugten Mikroreize setzen Wachstumsfaktoren frei, regen die Bildung neuer Blutgefäße an und aktivieren zelluläre Reparaturprozesse selbst in den durch Infarkte und Narbenbildung geschädigten Arealen.
