Die vorliegende Übersicht fasst zentrale Studienergebnisse der Herzchirurgie aus dem Jahr 2025 zusammen und zeigt, welche Behandlungsstrategien aktuell besonders sinnvoll sind. Dabei wird deutlich, dass klassische operative Verfahren häufig weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Dies gilt unter anderem auf dem Gebiet der Koronaren Herzerkrankung (KHK): Bei komplexen Verengungen der Herzkranzgefäße zeigt sich, dass die Bypass-Operation langfristig bessere Ergebnisse liefert als die Behandlung mit Stents. Besonders das Risiko für spätere Herzinfarkte wird nach einer Operation durch die chirurgische Kollateralenbildung gesenkt. Darüber hinaus erfuhren minimalinvasive Bypassverfahren und robotergestützte Operationsverfahren in der Literatur des Jahres 2025 besondere Aufmerksamkeit.
Bei Patientinnen und Patienten mit niedrigem Risiko und einer Verengung der Aortenklappe zeigen randomisierte Studien mittelfristig vergleichbare Ergebnisse zwischen kathetergestützten Eingriffen (TAVI) und der klassischen Operation (SAVR) über einen Zeitraum von fünf Jahren. Allerdings treten bei TAVI häufiger Undichtigkeiten an der eingesetzten Klappe sowie die Notwendigkeit für einen Herzschrittmacher auf, während nach einer Operation häufiger vorübergehende Herzrhythmusstörungen beobachtet werden. Daten aus dem klinischen Alltag deuten zudem darauf hin, dass die chirurgische Behandlung langfristig mit besseren Überlebensraten verbunden sein könnte. Neuere Ergebnisse zeigen außerdem, dass mechanische Herzklappen bei Patientinnen und Patienten bis zu einem Alter von etwa 65 Jahren einen Überlebensvorteil gegenüber biologischen Klappen bieten. Dies unterstreicht, dass neben dem Bedarf an lebenslanger Blutverdünnung auch die Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der Klappe in die Therapieentscheidung einbezogen werden sollten. Bei Erkrankungen der Mitral- und Trikuspidalklappe zeigt sich, dass katheterbasierte Verfahren zwar Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern können, bislang jedoch keinen nachweisbaren Vorteil für das langfristige Überleben bieten. Die chirurgische Behandlung liefert dagegen weiterhin die besten Langzeitergebnisse, insbesondere wenn sie frühzeitig und in erfahrenen Zentren durchgeführt wird.
Viele Patienten beschäftigt zudem das postoperative Vorhofflimmern. Obwohl dies nach herzchirurgischen Eingriffen häufig auftritt, hat es in den meisten Fällen keine gravierenden langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen. Auch bei der medikamentösen Nachbehandlung zeigt sich, dass mehr nicht automatisch besser ist: Eine verlängerte doppelte Blutverdünnung bringt keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht jedoch das Risiko für Blutungen und sollte daher sorgfältig abgewogen werden.
Insgesamt unterstreicht die Übersicht, dass die Wahl der optimalen Behandlung individuell getroffen werden muss. Sowohl operative als auch minimal-invasive Verfahren haben ihre Berechtigung, wobei langfristige Ergebnisse, Patientenzustand und Risikoprofil gleichermaßen berücksichtigt werden sollten.
