Willkommen auf den Seiten der HNO-Klinik

In diesem Video stellt Prof. Dr. Guntinas-Lichius die Webseite der Klinik vor.

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Klinik und Poliklinik für Hals-. Nasen- und Ohrenheilkunde

Am Klinikum 1
07747 Jena

So finden Sie uns.

Wichtige Telefonnummern

Ambulanz: 03641-9-329393/394
Chefsekretariat: 03641-9-329301

Weitere Informationen hier.

Hygieneregime bezüglich COVID-19 für eine ambulante Vorstellung

Sollten Sie ungeimpft oder nicht genesen sein, bringen Sie bitte einen tagesaktuellen, negativen Antigenschnelltest mit. Sie können diesen Test auch im Testzentrum des UKJ durchführen lassen. Um dort einen schnellen Ablauf zu gewährleisten, ist es sinnvoll, im Vorfeld einen Termin zu buchen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit unseren Internetseiten möchten wir Sie als Patient, Angehöriger, Student oder Kollege über das Angebot der Klinik informieren. Als Universitätsklinik können wir Ihnen das gesamte Behandlungsspektrum der HNO-Heilkunde auf modernstem Standard anbieten.

Unter Informationen zur Klinik finden Sie die wichtigsten Informationen darüber, wie Sie einen Termin vereinbaren können, wie Sie uns erreichen und was Sie bei der Vorstellung in der Poliklinik beachten müssen. Für bestimmte Krankheiten bieten wir Fachsprechstunden an. Sie finden in der Rubrik Informationen zu unseren Stationen und den verschiedenen Funktionsabteilungen. Wollen Sie einen Mitarbeiter gezielt ansprechen, so finden Sie hier die Kontaktadresse.

Studenten, die sich über unsere Lehrveranstaltungen informieren wollen, finden alles Wesentliche zum Unterricht unter der Rubrik Lehre.

Unter der Rubrik HNO-Krankheiten und Therapien finden Sie Näheres zu einzelnen Krankheitsbildern und den Behandlungs-möglichkeiten. Zudem finden Sie hier genauere Informationen zu besonderen Behandlungsschwerpunkten der Klinik.

Hiermit verbunden sind die zahlreichen Forschungsaktivitäten der Klinik, die in der Rubrik Forschung zusammengefasst sind. Wir informieren Sie, insbesondere ärztliche Kollegen, regelmäßig über Neuigkeiten bei unseren Fortbildungsveranstaltungen und Weiterbildungskursen unter der Rubrik Veranstaltungen. Klinische Arbeit und Forschung auf internationalem Niveau benötigen internationale Kooperationen, daher finden Sie bei uns auch die wichtigsten Links auf dem Gebiet der HNO-Heilkunde.

Wir möchten Ihnen mit unserer Internetpräsentation mit Rat zur Seite stehen und Ihren möglicherweise anstehenden Besuch in der Klinik erleichtern. Das Internet ersetzt nicht das persönliche Gespräch. Ärztliches Handeln ist Handeln am Menschen. Viele Dinge lassen sich nur im persönlichen vertrauensvollen Gespräch klären. Hierfür sind wir natürlich gerne für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius
Direktor der Klinik



Schlagwörter



HNO-Krankheiten und Therapien

Abstehende Ohrmuscheln

Anlegen abstehender Ohrmuscheln (Otoplastik)

Die Form der Ohrmuschel ist vielfältig und bei jedem Menschen anders. Die der Ohrmuschel wird durch die Ohrknorpel unter der Haut der Ohrmuschel bestimmt.

In unserem Empfinden haben sich eine bestimmte Form und ein bestimmter Abstand der Ohren vom Kopf festgesetzt. Das hat zur Folge, dass bei Kindern und manchmal auch bei Erwachsenen weiter abstehende Ohrmuscheln als unschön empfunden werden. Das kann zur Folge haben, dass die Kinder in Ihrer Kindergartengruppe, von Spielgefährten oder in der Schule gehänselt werden

Mit einer kleineren Operation, die wir in der Regel kurz vor der Einschulung im Alter von 5 bis 6 Jahren vornehmen, kann die Form der Ohrmuschel korrigiert werden, so dass danach die Ohrmuschel näher am Kopf liegt. Dazu wird auf der Rückfläche der Ohrmuschel ein kleiner, später unsichtbarer, Hautschnitt vorgenommen und über diesen der Knorpel der Ohrmuschel in seiner Form korrigiert. Diese Operation wird bei Kindern in der Regel in Vollnarkose vorgenommen. Bei Erwachsenen kann die Operation auch gut in einer lokalen Betäubung vorgenommen werden.

Bei Operationswunsch bei größeren Kindern und Erwachsenen wird die Operation nicht zwangsläufig von der Krankenkasse übernommen. Hier muss im Einzelfall die Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden.

 
Typische abstehende Ohrmuscheln beidseitig bei einem Kind (links), dasselbe Kind von hinten betrachtet (mitte), und so sehen die Ohrmuscheln nach der kleinen Operation aus (rechts).
 

Vereinbaren sie einen Termin in unserer Spezialsprechstunde: "Funktionell-ästhetische Chirurgie"


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


HNO-Krankheiten und Therapien

Therapie bei Aphasien

Logopädische Therapie bei Aphasien Definition

Die Aphasie bedeutet ursprünglich "ohne Sprache". Ins Deutsche wird Aphasie oft mit "Sprachverlust" übersetzt. Aphasie wird aufgrund einer Läsion in der linken Hemisphäre verursacht.

Eine Aphasie ist eine Sprachstörung nach neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Gehirnblutung nach Venenthrombose, Tumoren, entzündliche Erkrankungen) nach abgeschlossenem Spracherwerb. Sie verursacht Beeinträchtigungen in den einzelnen sprachlichen Modalitäten (Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen) in unterschiedlichen Schweregraden (aus Wikipedia).

Ziel der Behandlung

Das allgemeine Behandlungsziel ist, dem Aphasiker sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen. Der Patient soll lernen mit seinen reduzierten sprachlichen und/oder gestischen Ausdrucksmöglichkeiten Gesprächssituationen zu bewältigen. Dabei werden Sprachprozesse aktiviert und reorganisiert. Von entscheidender Bedeutung ist die Verbesserung der Kommunikation des Patienten, die sich positiv auf dessen allgemeine Lebensqualität auswirkt.

Behandlungsformen

Vor jeder Behandlung wird eine entsprechende Diagnostik durchgeführt, welche die sprachliche und kommunikative Leistung des Betroffenen erfasst. Danach werden entsprechende Therapieziele festgelegt und die Therapie wird in Einzeltherapie begonnen. Parallel wird eine Angehörigenberatung durchgeführt. Später ist auch eine Gruppentherapie möglich.

Zielbereiche
  • Wahrnehmung
  • Sprachverständnis
  • Sprachproduktion (Wortfindung, Grammatik, Aussprache)
  • Lesen/Schreiben
  • Störungsspezifische kognitive Fähigkeiten
  • Störungsspezifische Krankheitsverarbeitung
  • Kommunikationsfähigkeit
Zeitpunkt und Dauer der Behandlung

Die logopädische Therapie sollte so frühzeitig wie möglich beginnen, d. h. schon in der Akutphase, sobald der Allgemeinzustand des Patienten es erlaubt. Eine Therapieeinheit dauert in der Regel 45 Minuten. In Einzelfällen sind auch 30 - 60 Minuten sinnvoll (in Abhängigkeit von der Therapiehäufigkeit und dem Leistungsvermögen des Patienten). Im Allgemeinen ist die Aphasietherapie ein langer und zeitaufwändiger Prozess, der von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren dauern kann.

  • Akutphase: 3 bis 5-mal pro Woche
  • Rehabilitationphase: 3 bis 5-mal pro Woche
  • Konsolidierungsphase: 2 bis 4-mal pro Woche
  • Langzeitbehandlung: 1 bis 2-mal pro Woche

Ansprechpartner


HNO-Krankheiten und Therapien

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin Welche Indikationen für die Anwendung von Botulinumtoxin werden behandelt?
Was ist Botulinumtoxin?

Das unter dem Präparatenamen Botox in der Schönheitsbranche bekannte Botulinumtoxin ist ein starkes Nervengift. Der Name stammt aus dem Lateinischen - botulus = Wurst und toxin = Gift. In stark verdünnter Form findet das Gift in der Medizin als Medikament z. B. bei Überaktivität von Muskeln Anwendung. Von allen bekannten Giften ist Botulinumtoxin das giftigste. Gebildet wird das Toxin von Bakterien. Früher fanden diese Bakterien in nicht optimal konservierten Lebensmitteln - vor allem in eingemachten Bohnen oder eben in der Wurst - hervorragende Wachstumsbedingungen.

Dies konnte zu einer als Botulismus bezeichneten lebensbedrohlichen Lebensmittelvergiftung führen. Interessanterweise wurde der Botulismus 1817 von dem bekannten schwäbischen Dichter Justinus Kerner das erste Mal wissenschaftlich beschrieben. Mit diesem historischen Hintergrund hat das von uns eingesetzte Botulinumtoxin letztlich nur den Wirkmechanismus gemein: Das Gift lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen. Botulinumtoxin blockiert dabei die Übertragung vom ansteuernden Nerv auf den zugehörigen Muskel oder auf die Speicheldrüse, Schweißdrüse oder Tränendrüse. Andere Nervenfunktionen - wie das Fühlen oder Tasten - werden nicht beeinflusst.

Es existieren mehrere medizinische Präparate, die Botulinumtoxin enthalten und für die Behandlung beim Menschen zugelassen sind: unter anderem Botox®, Dysport®, Xeomin®, Vistabel® und Neurobloc®. Die Medikamente wirken dabei nicht dauerhaft, sondern abhängig von der Erkrankung mehrere Monate bis ein Jahr lang. Nach einer therapeutischen Injektion baut sich die Wirkung langsam auf und erreicht nach ca. 10 Tagen ihren Höhepunkt. Durch Aussprossung neuer Nervenendigungen werden die Muskeln wieder aktiv.

Blepharospasmus/Meige-Syndrom

Der Blepharospasmus (Lidkrampf) äußert sich in einem unwillkürlichen Zusammenziehen der Augenschließmuskeln. Außenstehende nehmen dies als unkontrollierbares Blinzeln - meist beider Augen - wahr. Für die Patienten wird Sehen im Alltag oft zum Problem: Die Muskelstörung lässt Tätigkeiten wie das Lesen oder Autofahren kaum mehr zu. Manchmal können auch die Augenlider gar nicht mehr geöffnet werden.

Die Kombination von Lidkrampf und Verkrampfungen der Kaumuskeln und Muskeln der unteren Gesichtshälfte (oromandibuläre Dystonie) wird als Meige-Syndrom bezeichnet. Benannt ist die Erkrankung nach dem Arzt Henry Meige, der das Krankeitsbild 1910 ausführlich beschrieb, oder nach dem Gemälde des flämischen Malers Pieter Brueghel "Der Gähner" aus dem 16. Jahrhundert als Brueghel-Syndrom bezeichnet. Der Betroffene hat mit unkontrollierbarer Kau- und Zungenmuskulatur, Gesichtsmuskulatur sowie unwillkürlichen Lidkrämpfen zu kämpfen. Sprechen und Schlucken können erheblich beeinträchtigt sein.

Der Blepharospasmus stellt eine der häufigsten Indikationen für den Einsatz von Botulinumtoxin dar. Vor der Einführung von Botulinumtoxin standen lediglich wenig hilfreiche (Hypnose, Biofeedback, Akupunktur, Physiotherapie) und stellenweise belastende Therapiemaßnahmen (u. a. Operation) zur Verfügung. Andere medikamentöse Therapien führen nur bei einem Teil der Patienten zu einem Erfolg. Die Ergebnisse mit Injektionen von Botulinumtoxin sind bedeutend besser (gute Besserung in mehr als 90% der behandelten Fälle). Die Behandlung mit Botulinumtoxin gilt international als Therapie der Wahl.

Spasmus hemifacialis

Der Spasmus hemifacialis ist eine Bewegungsstörung, die sich durch unwillkürliches Zusammenzucken der Gesichtsmuskulatur einer Gesichtshälfte bemerkbar macht. Männer und Frauen können betroffen sein, am häufigsten ist die Erkrankung jedoch bei Frauen über dem 40. Lebensjahr. Ein häufiges Frühsymptom sind unwillkürliche Zuckungen des Unterlides. Nach und nach können anschließend sämtliche mimischen Muskeln einer Gesichtshälfte mitbetroffen sein. Die Erkrankung kann durch verschiedene Störungen des betroffenen Gesichtsnerven (Nervus facialis) ausgelöst werden. Blutgefäße im Inneren des Schädels, die dem Nerven Unnatürlicherweise direkt anliegen, konnten beispielsweise als auslösende Ursache erkannt werden.

Im Laufe der Erkrankung wird das Zucken häufig schlimmer, insbesondere, wenn man sich beobachtet fühlt, bei Aufregung oder besonderer Konzentration. Der Spasmus hemifacialis breitet sich jedoch nicht auf andere Muskeln aus. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Nur selten tritt eine spontane Besserung auf. Eine ursächliche Behandlung ist nur in wenigen Fällen möglich. Dies ist die operative Beseitigung eines auf den Gesichtsnerv drückenden Blutgefäßes. Dazu muss eine neurochirurgische Operation mit Eröffnung des Schädels vorgenommen werden, die nicht frei von Komplikationen ist.

Seitdem die Behandlung mit Botulinumtoxin zur Verfügung steht, kann man die Operation nur noch in seltenen Fällen empfehlen. Die Injektion von Botulinumtoxin gilt als Gold-Standard, weil sie außerordentlich erfolgreich ist. Tabletten helfen bei dieser Erkrankung nicht. Eine Psychotherapie ist auch wenig sinnvoll, hier können lediglich bestimmte Bewältigungstechniken erlernt werden. Ernährungsvorschriften, Entgiftungen, Beseitigung von Amalgam, und weitere "Behandlungen", kosten in erster Linie bloß Ihr Geld. Hiervor möchten wir warnen. Geben Sie Ihr Geld lieber für die angenehmen Dinge des Lebens aus.

Hypertrophe mimische Falten

Dieses Thema ist in der Öffentlichkeit außerordentlich präsent,

"Botox - Eins, zwei, drei - faltenfrei! Krähenfüße? Zornesfurchen? Weg damit. Schon Mittdreißiger lassen sich mit schnellen Gesichtsglättern auffrischen. Der neueste Trend: Botox. Ein Nervengift, das Runzeln lahm legt."

(Quelle: Stern-Online)

Von einem unkritischen Umgang außerhalb von Behandlungszentren raten wir allerdings ab. In der Hand des erfahrenen Anwenders ist die Behandlung mit Botulinumtoxin sicher und meistens sehr zufrieden stellend. Stirnfalten sind häufig nicht nur Zeichen von Hautalterung, sondern vor allem Ausdruck von Anspannung, Ablehnung und Zorn (sämtlich negativ assoziierte Gefühlsäußerungen), weshalb viele eine Behandlung wünschen um wieder so freundlich auszusehen, wie sie doch eigentlich sind.

Bei optimaler Therapie sieht das Gesicht nach der Therapie keineswegs erstarrt aus, sondern die Patienten sehen objektiv jünger, zufriedener, weniger ängstlich und weniger traurig aus. Falten, die als Folge einer Hautatrophie im höheren Alter oder bei Rauchern oder bei Langdauernder intensiver Sonneneinstrahlung entstehen, können nicht mit Botulinumtoxin behandelt werden. Hier bieten wir die Behandlung mit Füllstoffen an, die unter die Haut gespritzt werden. Die Gabe von Botulinumtoxin bei mimisch bedingten Falten erfolgt allerdings außerhalb der medizinischen Indikation. Die Behandlungskosten richten sich dann vor allem nach der verbrauchten Menge des Medikamentes.

Spasmodische Dysphonie/Laryngospasmus

Die spasmodische Dysphonie (im älteren Schrifttum als "spastische Dysphonie" oder "Stimmstottern" bezeichnet) ist eine schwere Stimmstörung ohne bekannte Ursache. Der Schweregrad der Erkrankung reicht über leichte Formen, die sich in einem "Steckenbleiben" der Stimme und dadurch einer Störung des Redeflusses äußern bis hin zu schwersten Formen, die eine sprachliche Kommunikation für den Betroffenen unmöglich machen. Die Folgen sind nicht selten gesellschaftliche Isolation und Berufsunfähigkeit.

Der Laryngospasmus ist eine Atemnot verursachende Verkrampfung beider Stimmlippenmuskeln. Etwa drei bis fünf Prozent aller Asthmatiker haben eine solche Störung. Wenn heftige Atemnotzustände plötzlich, vor allem bei der Einatmung, auftreten und nur wenige Sekunden bis maximal zwei Minuten anhalten; besteht der Verdacht auf einen Laryngospasmus. Die Atemnot-Attacken können täglich auftreten oder nur selten im Jahr. Manchmal sind die Atemnotzustände derart massiv, dass Patienten regelrechte Todesängste haben. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, da bisher keine Todesfälle im Zusammenhang mit einer Stimmband-Dysfunktion bekannt geworden sind. Vielen Patienten mit dieser Symptomatik kann erfahrungsgemäß allein dadurch geholfen werden, dass man sie beruhigt und ihnen erklärt, wie die Atemnot-Attacken zustande kommen.

Bei der spasmodischen Dysphonie und Laryngospasmus ist die Injektion von Botulinumtoxin mittlerweile die Therapie der Wahl. Die Spritze kann entweder unter EMG-Kontrolle duch die Haut des Halses von außen in die Stimmlippen eingestochen werden oder durch den Mund in die Stimmlippen im Kehlkopf eingeführt werden. Ein stationärer Aufenthalt ist nur äußerst selten nötig. Die meisten Patienten können nach einer 15-30 minütigen Behandlungsdauer direkt wieder nach Hause gehen.

Schluckstörungen bei cricopharyngeus-Hypertrophie

Eine reduzierte muskuläre Entspannung oder Dehnbarkeit sowie Fibrose, Hyperplasie und Hypertrophie im Bereich des oberen Schlundschnürers (musculus cricopharyngeus) ist eine der vielen möglichen Ursachen einer Schluckstörung (Dysphagie). Patienten, die sich mit einer Schluckstörung bei uns vorstellen, werden immer interdisziplinär behandelt. Nur selten ist die Hypertrophie des Musculus cricopharyngeus als Ursache einer Schluckstörung zu identifizieren. Dann allerdings ist die Behandlung mit Botulinumtoxin außerordentlich erfolgreich. Die Behandlung wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Injektion kann unproblematisch wiederholt werden. Der Eingriff ist immer nur Teil eines Therapiekonzeptes, bei dem die funktionelle Schlucktherapie einen wesentlichen Anteil hat.

Kauschwitzen (Frey-Syndrom) nach Operation der Ohrspeicheldrüse

Das Kauschwitzen (Frey-Syndrom oder Synonyme: aurikulotemporales Syndrom, gustatorisches Schwitzen, gustatorische Hyperhidose) erhielt Anfang des letzten Jahrhunderts seinen Namen durch die polnische Neurologin Lucja Frey, die einen jungen Mann untersuchte, der aufgrund einer Schnittverletzung im Bereich der Ohrspeicheldrüse ein Schwitzen während des Verzehrs von jeglichen Speisen entwickelte, siehe auch:

The woman behind Frey's syndrome: the tragic life of Lucja Frey. Laryngoscope. 2004 114(12):2205-9.

Tragischerweise wurde sie im Warschauer Ghetto durch deutsche Nationalsozialisten ermordet.

In nahezu 100 Prozent der Fälle lässt sich nach operativer Entfernung der Ohrspeicheldrüse durch den so genannten Jod Stärke-Test nach Minor ein Frey-Syndrom nachweisen. Der Test beruht auf einer einfachen Jod-Stärke-Reaktion, über welche schwitzende Bereiche gut dargestellt werden können. Das Syndrom ist neben dem bekannten Schwitzen auch durch weitere Symptome wie Hautrötung (gustatory flushing), Kribbeln, Schwellungsgefühl bis hin zum Hautbrennen gekennzeichnet. Nach Injektion von Botulinumtoxin wird die Fläche des betroffenen Hautareals vermindert. Dieser Effekt hält bis zu 18 Monate nach der Therapie an.

Hypersalivation

Hypersalivation ist der medizinische Begriff für vermehrten Speichelfluss aufgrund gesteigerter Speichelproduktion oder durch das Unvermögen, Speichel abzuschlucken. Eine Hypersalivation kann vielfältige Ursachen haben. Neben Erkrankungen der Speicheldrüsen und der Mundhöhle können auch Vergiftungen, neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Parkinson-Krankheit und Amyotrophe Lateralsklerose) und psychische Ursachen eine vermehrte Speichelproduktion auslösen. Bei extremer Hypersalivation ist es möglich, den Speichelfluss mittels Botulinumtoxin, das in die Speicheldrüsen injiziert wird, abzuschwächen. Wir behandeln unsere Patienten Ultraschall gesteuert im Rahmen einer ambulanten Vorstellung in unserer Poliklinik.

Krokodilstränen-Phänomen

Warum heißen Krokodilstränen eigentlich Krokodilstränen? Öffnen Krokodile ihr Maul sehr weit, wie es bei der Nahrungs-aufnahme der Fall ist, wird Druck auf eine Drüse hinter dem Auge ausgeübt und es entstehen die so genannten Krokodilstränen. Weinen können Krokodile allerdings nicht! Die genannte Redensart beruht vielleicht auf einer naturwissenschaftlichen Enzyklopädie des französischen Mönches Bartholomaeus Anglicus aus dem 13. Jahrhundert. Der Mönch berichtet in seinem Werk, Krokodile würden, bevor sie einen Menschen auffräßen, deren Tod beweinen.

Seit dem Mittelalter ist dann die Umdeutung in Sagen weit verbreitet, wonach das Krokodil listigerweise wie ein kleines Kind weine und schluchze, um seine Opfer anzulocken und dann zu verschlingen. Die Vorstellung, das erbarmungslose Krokodil würde falsche Tränen vergießen, war so ein starkes Sinnbild, dass es die Literatur eroberte. Bis heute sagt man daher über Menschen, die Trauer und Betroffenheit nur vortäuschen, sie vergössen Krokodilstränen.

Nach der Heilung einer Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) kommt es häufig zu einer diskreten, vom Patienten selbst manchmal nicht bemerkten vermehrten Tränensekretion beim Essen, das so genannte Krokodilstränen-Phänomen. Dies entsteht, wenn Sekretfasern, die der Gesichtsnerv eigentlich für die Speicheldrüse führt, im Rahmen der Heilung des Nervs "irrtümlich" in die Tränendrüse eingewachsen sind. Zur Behandlung von Krokodilstränen, die beim Essen salziger oder saurer Speisen oder schon bei deren Anblick störend auftreten können, kann durch Injektion von Botulinumtoxin in die Tränendrüse eine gezielte Verminderung der Tränenproduktion erreicht werden. Eine Injektion pro Jahr reicht meistens aus.

Neuropathische Schmerzen nach Halsoperationen

Bei Schmerzen, die durch starke Muskelanspannung, beispielsweise bei Patienten mit Dystonie und Spastik, entstehen, ist die Wirksamkeit von Botulinumtoxin gut belegt. Sie wird hauptsächlich durch eine Normalisierung muskulärer Hyperaktivität und durch eine Normalisierung übermäßiger Muskelspindelaktivität erklärt. Darüber hinaus hemmt Botulinumtoxin aber auch die Freisetzung von Substanz P und anderen Neurotransmittern, die in der Entstehung von Schmerzen anderer Qualitäten möglicherweise eine bedeutende Rolle spielen. Der Einsatz von Botulinumtoxin beispielsweise bei Kopfschmerzen ist aber erst nach Ausschöpfung von Standardtherapieverfahren in spezialisierten Zentren begründet. Wir bieten im Rahmen einer klinischen Studie die Behandlung so genannter neuropathischer Schmerzen nach Operationen im Kopf-Hals-Bereich mit Botulinumtoxin an.

Klinisch sind neuropathische Schmerzen, d. h. chronische Schmerzen nach Läsionen des Nervensystems, vor allem durch dumpfe, brennende Spontanschmerzen und einschießende Schmerzattacken charakterisiert. Circa 20 Prozent aller Patienten, die eine schmerztherapeutische Spezialeinrichtung aufsuchen, leiden unter ungenügend therapierten neuropathischen Schmerzen. Studien belegen, dass etwa ein Fünftel aller Patienten die operiert wurden, lang anhaltend, zum Teil lebenslang unter Nervenschmerzen leiden. Dabei können diese Schmerzen nach einem "leichten" Eingriff genauso chronifizieren wie nach einem "schweren". Auch Phantomschmerzen zählen zu den neuropathischen Schmerzen. Weitere Ursachen neuropathischer Schmerzen sind Virusinfektionen (z. B. Gürtelrose), Nervendegeneration (z. B. Vitaminmangel bei Alkoholismus, Diabetes mellitus) und die Einnahme nervenschädigender, giftiger Substanzen (z. B. bestimmte Medikamente).


Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena
PD Dr. med. habil. Katharina Geißler
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberärztin


Was ist Botulinumtoxin

Das unter dem Präparatenamen Botox in der Schönheitsbranche bekannte Botulinumtoxin ist ein starkes Nervengift. Der Name stammt aus dem Lateinischen - botulus = Wurst und toxin = Gift. In stark verdünnter Form findet das Gift in der Medizin als Medikament z. B. bei Überaktivität von Muskeln Anwendung. Von allen bekannten Giften ist Botulinumtoxin das giftigste. Gebildet wird das Toxin von Bakterien. Früher fanden diese Bakterien in nicht optimal konservierten Lebensmitteln - vor allem in eingemachten Bohnen oder eben in der Wurst - hervorragende Wachstumsbedingungen.

Dies konnte zu einer als Botulismus bezeichneten lebensbedrohlichen Lebensmittelvergiftung führen. Interessanterweise wurde der Botulismus 1817 von dem bekannten schwäbischen Dichter Justinus Kerner das erste Mal wissenschaftlich beschrieben. Mit diesem historischen Hintergrund hat das von uns eingesetzte Botulinumtoxin letztlich nur den Wirkmechanismus gemein: Das Gift lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen. Botulinumtoxin blockiert dabei die Übertragung vom ansteuernden Nerv auf den zugehörigen Muskel oder auf die Speicheldrüse, Schweißdrüse oder Tränendrüse. Andere Nervenfunktionen - wie das Fühlen oder Tasten - werden nicht beeinflusst.

Es existieren mehrere medizinische Präparate, die Botulinumtoxin enthalten und für die Behandlung beim Menschen zugelassen sind: unter anderem Botox®, Dysport®, Xeomin®, Vistabel® und Neurobloc®. Die Medikamente wirken dabei nicht dauerhaft, sondern abhängig von der Erkrankung mehrere Monate bis ein Jahr lang. Nach einer therapeutischen Injektion baut sich die Wirkung langsam auf und erreicht nach ca. 10 Tagen ihren Höhepunkt. Durch Aussprossung neuer Nervenendigungen werden die Muskeln wieder aktiv.



Blepharospasmus/Meige-Syndrom

Der Blepharospasmus (Lidkrampf) äußert sich in einem unwillkürlichen Zusammenziehen der Augenschließmuskeln. Außenstehende nehmen dies als unkontrollierbares Blinzeln - meist beider Augen - wahr. Für die Patienten wird Sehen im Alltag oft zum Problem: Die Muskelstörung lässt Tätigkeiten wie das Lesen oder Autofahren kaum mehr zu. Manchmal können auch die Augenlider gar nicht mehr geöffnet werden.

Die Kombination von Lidkrampf und Verkrampfungen der Kaumuskeln und Muskeln der unteren Gesichtshälfte (oromandibuläre Dystonie) wird als Meige-Syndrom bezeichnet. Benannt ist die Erkrankung nach dem Arzt Henry Meige, der das Krankeitsbild 1910 ausführlich beschrieb, oder nach dem Gemälde des flämischen Malers Pieter Brueghel "Der Gähner" aus dem 16. Jahrhundert als Brueghel-Syndrom bezeichnet. Der Betroffene hat mit unkontrollierbarer Kau- und Zungenmuskulatur, Gesichtsmuskulatur sowie unwillkürlichen Lidkrämpfen zu kämpfen. Sprechen und Schlucken können erheblich beeinträchtigt sein.

Der Blepharospasmus stellt eine der häufigsten Indikationen für den Einsatz von Botulinumtoxin dar. Vor der Einführung von Botulinumtoxin standen lediglich wenig hilfreiche (Hypnose, Biofeedback, Akupunktur, Physiotherapie) und stellenweise belastende Therapiemaßnahmen (u. a. Operation) zur Verfügung. Andere medikamentöse Therapien führen nur bei einem Teil der Patienten zu einem Erfolg. Die Ergebnisse mit Injektionen von Botulinumtoxin sind bedeutend besser (gute Besserung in mehr als 90% der behandelten Fälle). Die Behandlung mit Botulinumtoxin gilt international als Therapie der Wahl.



Spasmus hemifacialis

Der Spasmus hemifacialis ist eine Bewegungsstörung, die sich durch unwillkürliches Zusammenzucken der Gesichtsmuskulatur einer Gesichtshälfte bemerkbar macht. Männer und Frauen können betroffen sein, am häufigsten ist die Erkrankung jedoch bei Frauen über dem 40. Lebensjahr. Ein häufiges Frühsymptom sind unwillkürliche Zuckungen des Unterlides. Nach und nach können anschließend sämtliche mimischen Muskeln einer Gesichtshälfte mitbetroffen sein. Die Erkrankung kann durch verschiedene Störungen des betroffenen Gesichtsnerven (Nervus facialis) ausgelöst werden. Blutgefäße im Inneren des Schädels, die dem Nerven Unnatürlicherweise direkt anliegen, konnten beispielsweise als auslösende Ursache erkannt werden.

Im Laufe der Erkrankung wird das Zucken häufig schlimmer, insbesondere, wenn man sich beobachtet fühlt, bei Aufregung oder besonderer Konzentration. Der Spasmus hemifacialis breitet sich jedoch nicht auf andere Muskeln aus. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Nur selten tritt eine spontane Besserung auf. Eine ursächliche Behandlung ist nur in wenigen Fällen möglich. Dies ist die operative Beseitigung eines auf den Gesichtsnerv drückenden Blutgefäßes. Dazu muss eine neurochirurgische Operation mit Eröffnung des Schädels vorgenommen werden, die nicht frei von Komplikationen ist.

Seitdem die Behandlung mit Botulinumtoxin zur Verfügung steht, kann man die Operation nur noch in seltenen Fällen empfehlen. Die Injektion von Botulinumtoxin gilt als Gold-Standard, weil sie außerordentlich erfolgreich ist. Tabletten helfen bei dieser Erkrankung nicht. Eine Psychotherapie ist auch wenig sinnvoll, hier können lediglich bestimmte Bewältigungstechniken erlernt werden. Ernährungsvorschriften, Entgiftungen, Beseitigung von Amalgam, und weitere "Behandlungen", kosten in erster Linie bloß Ihr Geld. Hiervor möchten wir warnen. Geben Sie Ihr Geld lieber für die angenehmen Dinge des Lebens aus.



Hypertrophe mimische Falten

Dieses Thema ist in der Öffentlichkeit außerordentlich präsent,

"Botox - Eins, zwei, drei - faltenfrei! Krähenfüße? Zornesfurchen? Weg damit. Schon Mittdreißiger lassen sich mit schnellen Gesichtsglättern auffrischen. Der neueste Trend: Botox. Ein Nervengift, das Runzeln lahm legt."

(Quelle: Stern-Online)

Von einem unkritischen Umgang außerhalb von Behandlungszentren raten wir allerdings ab. In der Hand des erfahrenen Anwenders ist die Behandlung mit Botulinumtoxin sicher und meistens sehr zufrieden stellend. Stirnfalten sind häufig nicht nur Zeichen von Hautalterung, sondern vor allem Ausdruck von Anspannung, Ablehnung und Zorn (sämtlich negativ assoziierte Gefühlsäußerungen), weshalb viele eine Behandlung wünschen um wieder so freundlich auszusehen, wie sie doch eigentlich sind.

Bei optimaler Therapie sieht das Gesicht nach der Therapie keineswegs erstarrt aus, sondern die Patienten sehen objektiv jünger, zufriedener, weniger ängstlich und weniger traurig aus. Falten, die als Folge einer Hautatrophie im höheren Alter oder bei Rauchern oder bei Langdauernder intensiver Sonneneinstrahlung entstehen, können nicht mit Botulinumtoxin behandelt werden. Hier bieten wir die Behandlung mit Füllstoffen an, die unter die Haut gespritzt werden. Die Gabe von Botulinumtoxin bei mimisch bedingten Falten erfolgt allerdings außerhalb der medizinischen Indikation. Die Behandlungskosten richten sich dann vor allem nach der verbrauchten Menge des Medikamentes.



Spasmodische Dysphonie/Laryngospasmus

Die spasmodische Dysphonie (im älteren Schrifttum als "spastische Dysphonie" oder "Stimmstottern" bezeichnet) ist eine schwere Stimmstörung ohne bekannte Ursache. Der Schweregrad der Erkrankung reicht über leichte Formen, die sich in einem "Steckenbleiben" der Stimme und dadurch einer Störung des Redeflusses äußern bis hin zu schwersten Formen, die eine sprachliche Kommunikation für den Betroffenen unmöglich machen. Die Folgen sind nicht selten gesellschaftliche Isolation und Berufsunfähigkeit.

Der Laryngospasmus ist eine Atemnot verursachende Verkrampfung beider Stimmlippenmuskeln. Etwa drei bis fünf Prozent aller Asthmatiker haben eine solche Störung. Wenn heftige Atemnotzustände plötzlich, vor allem bei der Einatmung, auftreten und nur wenige Sekunden bis maximal zwei Minuten anhalten; besteht der Verdacht auf einen Laryngospasmus. Die Atemnot-Attacken können täglich auftreten oder nur selten im Jahr. Manchmal sind die Atemnotzustände derart massiv, dass Patienten regelrechte Todesängste haben. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, da bisher keine Todesfälle im Zusammenhang mit einer Stimmband-Dysfunktion bekannt geworden sind. Vielen Patienten mit dieser Symptomatik kann erfahrungsgemäß allein dadurch geholfen werden, dass man sie beruhigt und ihnen erklärt, wie die Atemnot-Attacken zustande kommen.

Bei der spasmodischen Dysphonie und Laryngospasmus ist die Injektion von Botulinumtoxin mittlerweile die Therapie der Wahl. Die Spritze kann entweder unter EMG-Kontrolle duch die Haut des Halses von außen in die Stimmlippen eingestochen werden oder durch den Mund in die Stimmlippen im Kehlkopf eingeführt werden. Ein stationärer Aufenthalt ist nur äußerst selten nötig. Die meisten Patienten können nach einer 15-30 minütigen Behandlungsdauer direkt wieder nach Hause gehen.



Hypertrophie des Musculus cricopharyngeus

Eine reduzierte muskuläre Entspannung oder Dehnbarkeit sowie Fibrose, Hyperplasie und Hypertrophie im Bereich des oberen Schlundschnürers (musculus cricopharyngeus) ist eine der vielen möglichen Ursachen einer Schluckstörung (Dysphagie). Patienten, die sich mit einer Schluckstörung bei uns vorstellen, werden immer interdisziplinär behandelt. Nur selten ist die Hypertrophie des Musculus cricopharyngeus als Ursache einer Schluckstörung zu identifizieren. Dann allerdings ist die Behandlung mit Botulinumtoxin außerordentlich erfolgreich. Die Behandlung wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Injektion kann unproblematisch wiederholt werden. Der Eingriff ist immer nur Teil eines Therapiekonzeptes, bei dem die funktionelle Schlucktherapie einen wesentlichen Anteil hat.



Kauschwitzen nach Operation der Ohrspeicheldrüse

Das Kauschwitzen (Frey-Syndrom oder Synonyme: aurikulotemporales Syndrom, gustatorisches Schwitzen, gustatorische Hyperhidose) erhielt Anfang des letzten Jahrhunderts seinen Namen durch die polnische Neurologin Lucja Frey, die einen jungen Mann untersuchte, der aufgrund einer Schnittverletzung im Bereich der Ohrspeicheldrüse ein Schwitzen während des Verzehrs von jeglichen Speisen entwickelte, siehe auch:

The woman behind Frey's syndrome: the tragic life of Lucja Frey. Laryngoscope. 2004 114(12):2205-9.

Tragischerweise wurde sie im Warschauer Ghetto durch deutsche Nationalsozialisten ermordet.

In nahezu 100 Prozent der Fälle lässt sich nach operativer Entfernung der Ohrspeicheldrüse durch den so genannten Jod Stärke-Test nach Minor ein Frey-Syndrom nachweisen. Der Test beruht auf einer einfachen Jod-Stärke-Reaktion, über welche schwitzende Bereiche gut dargestellt werden können. Das Syndrom ist neben dem bekannten Schwitzen auch durch weitere Symptome wie Hautrötung (gustatory flushing), Kribbeln, Schwellungsgefühl bis hin zum Hautbrennen gekennzeichnet. Nach Injektion von Botulinumtoxin wird die Fläche des betroffenen Hautareals vermindert. Dieser Effekt hält bis zu 18 Monate nach der Therapie an.



Hypersalivation

Hypersalivation ist der medizinische Begriff für vermehrten Speichelfluss aufgrund gesteigerter Speichelproduktion oder durch das Unvermögen, Speichel abzuschlucken. Eine Hypersalivation kann vielfältige Ursachen haben. Neben Erkrankungen der Speicheldrüsen und der Mundhöhle können auch Vergiftungen, neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Parkinson-Krankheit und Amyotrophe Lateralsklerose) und psychische Ursachen eine vermehrte Speichelproduktion auslösen. Bei extremer Hypersalivation ist es möglich, den Speichelfluss mittels Botulinumtoxin, das in die Speicheldrüsen injiziert wird, abzuschwächen. Wir behandeln unsere Patienten Ultraschall gesteuert im Rahmen einer ambulanten Vorstellung in unserer Poliklinik.



Krokodilstränen-Phänomen

Warum heißen Krokodilstränen eigentlich Krokodilstränen? Öffnen Krokodile ihr Maul sehr weit, wie es bei der Nahrungs-aufnahme der Fall ist, wird Druck auf eine Drüse hinter dem Auge ausgeübt und es entstehen die so genannten Krokodilstränen. Weinen können Krokodile allerdings nicht! Die genannte Redensart beruht vielleicht auf einer naturwissenschaftlichen Enzyklopädie des französischen Mönches Bartholomaeus Anglicus aus dem 13. Jahrhundert. Der Mönch berichtet in seinem Werk, Krokodile würden, bevor sie einen Menschen auffräßen, deren Tod beweinen.

Seit dem Mittelalter ist dann die Umdeutung in Sagen weit verbreitet, wonach das Krokodil listigerweise wie ein kleines Kind weine und schluchze, um seine Opfer anzulocken und dann zu verschlingen. Die Vorstellung, das erbarmungslose Krokodil würde falsche Tränen vergießen, war so ein starkes Sinnbild, dass es die Literatur eroberte. Bis heute sagt man daher über Menschen, die Trauer und Betroffenheit nur vortäuschen, sie vergössen Krokodilstränen.

Nach der Heilung einer Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) kommt es häufig zu einer diskreten, vom Patienten selbst manchmal nicht bemerkten vermehrten Tränensekretion beim Essen, das so genannte Krokodilstränen-Phänomen. Dies entsteht, wenn Sekretfasern, die der Gesichtsnerv eigentlich für die Speicheldrüse führt, im Rahmen der Heilung des Nervs "irrtümlich" in die Tränendrüse eingewachsen sind. Zur Behandlung von Krokodilstränen, die beim Essen salziger oder saurer Speisen oder schon bei deren Anblick störend auftreten können, kann durch Injektion von Botulinumtoxin in die Tränendrüse eine gezielte Verminderung der Tränenproduktion erreicht werden. Eine Injektion pro Jahr reicht meistens aus.



Neuropathischer Schmerz nach Halsoperationen

Bei Schmerzen, die durch starke Muskelanspannung, beispielsweise bei Patienten mit Dystonie und Spastik, entstehen, ist die Wirksamkeit von Botulinumtoxin gut belegt. Sie wird hauptsächlich durch eine Normalisierung muskulärer Hyperaktivität und durch eine Normalisierung übermäßiger Muskelspindelaktivität erklärt. Darüber hinaus hemmt Botulinumtoxin aber auch die Freisetzung von Substanz P und anderen Neurotransmittern, die in der Entstehung von Schmerzen anderer Qualitäten möglicherweise eine bedeutende Rolle spielen. Der Einsatz von Botulinumtoxin beispielsweise bei Kopfschmerzen ist aber erst nach Ausschöpfung von Standardtherapieverfahren in spezialisierten Zentren begründet. Wir bieten im Rahmen einer klinischen Studie die Behandlung so genannter neuropathischer Schmerzen nach Operationen im Kopf-Hals-Bereich mit Botulinumtoxin an.

Klinisch sind neuropathische Schmerzen, d. h. chronische Schmerzen nach Läsionen des Nervensystems, vor allem durch dumpfe, brennende Spontanschmerzen und einschießende Schmerzattacken charakterisiert. Circa 20 Prozent aller Patienten, die eine schmerztherapeutische Spezialeinrichtung aufsuchen, leiden unter ungenügend therapierten neuropathischen Schmerzen. Studien belegen, dass etwa ein Fünftel aller Patienten die operiert wurden, lang anhaltend, zum Teil lebenslang unter Nervenschmerzen leiden. Dabei können diese Schmerzen nach einem "leichten" Eingriff genauso chronifizieren wie nach einem "schweren". Auch Phantomschmerzen zählen zu den neuropathischen Schmerzen. Weitere Ursachen neuropathischer Schmerzen sind Virusinfektionen (z. B. Gürtelrose), Nervendegeneration (z. B. Vitaminmangel bei Alkoholismus, Diabetes mellitus) und die Einnahme nervenschädigender, giftiger Substanzen (z. B. bestimmte Medikamente).



HNO-Krankheiten und Therapien

Cochlea Implantat

Das Cochlea-Implantat (CI) Übersicht
Definition
Copyright Advanced Bionic
Copyright Cochlear Limited
Copyright MEDEL

Das CI ersetzt das menschliche Ohr mit den heutigen Möglichkeiten der modernen Technik. Es empfängt den Schall, verarbeitet ihn, wandelt ihn in elektrische Pulse um und stimuliert damit den Hörnerven.
Um das zu gewährleisten, werden in die Schnecke (Cochlea) Elektroden eingeführt, die damit sehr nahe an die Endungen des Hörnerven gelangen. Der Hörnerv, um den sich die Schnecke windet, verzweigt sich so, dass zu jeder Sinneszelle (Haarzelle) in der Cochlea eine Nervenendung gehört. Diese Zuordnung ist frequenzabhängig. Am Anfang der Schnecke befinden sich die Sinneszellen, die die hohen Töne wandeln, am Ende der Schnecke werden die tiefen Töne in elektrische Ladungen gewandelt. Die Signalverarbeitung im CI nutzt dieses Prinzip aus. Der Schall wird so zerlegt, dass in der Cochlea mit den zu den hohen Tönen gehörenden Impulsen am Anfang der Schnecke und mit den zu den tieferen Tönen gehörenden Impulsen am Ende der Schnecke stimuliert wird. Die am jeweiligen Ort der Elektroden liegenden Nervenendungen werden dabei am stärksten stimuliert. Das Gehirn ist in der Lage, aus diesen Stimulationsmustern Worte und Geräusche richtig zu erkennen.

Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen, kann in vielen Fällen ein Cochlea - Implantat die Therapieform sein, die einem ertaubten Menschen die Hörfähigkeit zurückgibt. Die Indikation für ein CI ist an medizinische und soziale Faktoren gebunden. In Jena finden die entsprechenden Voruntersuchungen im Institut für Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO statt.

Wie wird das verwirklicht?

CIs bestehen aus zwei Teilen. Dies sind ein äußerer Teil, der wie ein Hörgerät getragen wird und ein Stimulator mit den Elektroden, der unter die Kopfhaut gesetzt wird. Beide Teile kommunizieren drahtlos miteinander. Dazu wird außen eine Spule auf das Implantat gesetzt, die durch Magneten gehalten und orientiert wird. Der äußere Teil (Sprachprozessor SP) enthält die Stromversorgung, ein oder mehrere Mikrofone, Bedienelemente, die Spule und als Herzstück einen Chip, der die gesamte Signalverarbeitung übernimmt. Das Implantat enthält ebenfalls eine Spule, einen Chip die Stimulations- und Referenzelektroden. Das Implantat entschlüsselt das Pulsmuster des SP und leitet es an die entsprechenden Elektroden in der Cochlea weiter. Bei Stimulation kommt es zwischen den Elektroden und der Referenzelektrode zu einem Stromfluß. Das elektrische Feld hängt von der Ionenkonzentration und Verteilung der Zellflüssigkeiten ab.
Die für den Betrieb des Implantats notwendige Energie wird mit dem Signal über die Spulen übertragen, so dass keine Stromversorgung mit implantiert werden muß.

Bei Ausfall der äußeren Teile wird durch die Firmen ein umfassender schneller Service garantiert.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um ein CI zu bekommen?

Cochlea Implantate sind Kassenleistungen. Sie können verordnet werden, wenn ein oder beide Ohren taub sind oder die Schwerhörigkeit an Taubheit grenzt. Bei der Indikationsstellung eines CIs für ein Ohr spielt es keine Rolle, wie gut oder schlecht das Hörvermögen auf dem eventuell besseren Ohr ist.

Medizinische und soziale Probleme spielen eine Rolle, wenn man sich für oder gegen eine Implantation entscheidet. Heute stehen uns moderne objektive und hergebrachte Methoden zur Verfügung, den Grad und den Charakter einer Hörschädigung festzustellen. Moderne bildgebende Verfahren helfen uns, Aufbau und Beschaffenheit der Cochlea (Schnecke) zu erkennen. Außerdem lässt sich feststellen, ob der Hörnerv ordnungsgemäß arbeitet.

Zur Vorbereitung einer CI-Operation gehören umfangreiche Untersuchungen, die verschiedene Fragestellungen abklären:

  • Allgemeine HNO-ärztliche Untersuchung
  • Ermittlung des Ausmaßes des Hörverlustes
  • Bestimmung der Ursache der Hörstörung, denn nicht bei jeder Hörstörung ist das CI die richtige Therapie.
  • Bildgebende Untersuchungen, die helfen, das operative Vorgehen zu planen
  • Bei Kindern - psychologische und logopädische Untersuchungen
  • Bestimmung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Narkosefähigkeit. 

Diese werden im Rahmen einer Vorstellung in der Sprechstunde für implantierbare Hörsysteme (Mittwochs 09:00-13:00 Uhr) durchgeführt und alle ihre Fragen beantwortet.

Anpassung der CI - Sprachprozessoren

Wenn der Abheilungsprozess nach der Operation durch einen Arzt kontrolliert worden ist, kann die Programmierung der Sprachprozessoren beginnen. Das ist in der Regel 4 bis 6 Wochen nach der Operation der Fall. Dabei wird alles berücksichtigt, die das "neue" Hören beeinflussen kann. Im einzelnen werden je nach Situation folgende Schritte während einer Anpasssitzung ausgeführt.

Man beginnt mit Messungen, die eine Aussage über das Zusammenwirken von Elektroden und Hörnerv liefern. Danach beginnt der eigentliche Anpassungsprozess. Dazu wird ermittelt, wie stark die Stimulationen sein müssen, dass sie überhaupt wahrgenommen werden und welche Stärke sie nicht überschreiten dürfen. Das ist einfach bei Patienten, die hierzu eindeutige Angaben machen können. Bei Kindern dauert es etwas länger - dort muss die Reaktion der Kinder aufmerksam beobachtet werden. Das sollte gemeinsam mit den Eltern geschehen.

In weiteren Schritten wird dann das Sprachverständnis verbessert. Das geschieht einmal in Verbindung mit Hörtests und zum andern nach Rücksprache mit dem Logopäden, der das Hörtraining mit dem Patienten leitet und die noch vorhandenen Defizite beim Hören genau angibt. Darüber hinaus ist es für die Anpassung der Sprachprozessoren wichtig, dass die Patienten möglichst genau angeben, was sie im Alltag stört, z. B. das der Fahrtwind im Auto zu stark ist oder die Geräusche der Schreibgeräte im Büro, es kann aber auch sein, dass man die Standuhr im Wohnzimmer trotz des CIs nicht hört. In vielen solchen Fällen kann man helfen. Viele Hörerfolge stellen sich auch erst nach Jahren ein, denn das Gehirn muss das Hören ja neu lernen. Durch ein gezieltes Hörtraining kann dieser Prozess gestrafft werden.

Wie oft finden die Anpasssitzungen statt? Innerhalb der ersten Woche sollten sie täglich sein, was durch die Patienten selbst auch als notwendig empfunden wird. Später vergrößern sich die Abstände schnell. Am Ende sind zwei bis drei Kontrolltermine im Jahr notwendig, in denen hauptsächlich die Funktion des Gerätes überwacht wird.

Hörtraining nach CI - Versorgung
  • Beratung der Angehörigen bzw. Eltern (Verhalten im häuslichen Bereich zur Unterstützung des Hörtrainings/Spracherwerbs)
  • Schulung der auditiven Wahrnehmung (Differenzierung von Tonhöhe, Tempo, Dynamik, Geräuschen, Sprache)
  • Schulung in Abhängigkeit von den sprachlichen Leistungen
  • Sprachverständnistraining auf Wort- und Satzebene
  • Training zum Wortschatz, zur Artikulation und Grammatik
  • Erforderliche Rehabilitationsmassnahmen werden vom CI - Rehabilitationszentrum Thüringen in Erfurt angeboten.
Service bei Ausfall der CI - Sprachprozessoren

Wenn ihr Sprachprozessor einmal ausfallen sollte, müssen Sie nicht gleich unsere Einrichtung besuchen. Sie können den Austausch aller äußeren Teile bequem von zu Hause aus organisieren. Die Ersatzteile werden durch Expressdienste nach Hause geliefert. Der Service der Firmen erstreckt sich auf die Lieferung der Batterien und den Austausch der kaputten Teile. Gegenwärtig bestätigen alle Patienten, dass der 24 - Stunden - Service der Firmen gut funktioniert. Die Krankenkassen bezahlen die Batterien und Serviceleistungen.

Alle Sprachprozessoren ermöglichen technisch den Anschluss von Hilfsmitteln, z. B. von FM - Übertragungsanlagen, wie sie auch der Hörgeräteträger kennt.

Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


Definition

Copyright Advanced Bionic
Copyright Cochlear Limited
Copyright MEDEL

Das CI ersetzt das menschliche Ohr mit den heutigen Möglichkeiten der modernen Technik. Es empfängt den Schall, verarbeitet ihn, wandelt ihn in elektrische Pulse um und stimuliert damit den Hörnerven.
Um das zu gewährleisten, werden in die Schnecke (Cochlea) Elektroden eingeführt, die damit sehr nahe an die Endungen des Hörnerven gelangen. Der Hörnerv, um den sich die Schnecke windet, verzweigt sich so, dass zu jeder Sinneszelle (Haarzelle) in der Cochlea eine Nervenendung gehört. Diese Zuordnung ist frequenzabhängig. Am Anfang der Schnecke befinden sich die Sinneszellen, die die hohen Töne wandeln, am Ende der Schnecke werden die tiefen Töne in elektrische Ladungen gewandelt. Die Signalverarbeitung im CI nutzt dieses Prinzip aus. Der Schall wird so zerlegt, dass in der Cochlea mit den zu den hohen Tönen gehörenden Impulsen am Anfang der Schnecke und mit den zu den tieferen Tönen gehörenden Impulsen am Ende der Schnecke stimuliert wird. Die am jeweiligen Ort der Elektroden liegenden Nervenendungen werden dabei am stärksten stimuliert. Das Gehirn ist in der Lage, aus diesen Stimulationsmustern Worte und Geräusche richtig zu erkennen.

Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen, kann in vielen Fällen ein Cochlea - Implantat die Therapieform sein, die einem ertaubten Menschen die Hörfähigkeit zurückgibt. Die Indikation für ein CI ist an medizinische und soziale Faktoren gebunden. In Jena finden die entsprechenden Voruntersuchungen im Institut für Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO statt.

Wie wird das verwirklicht?

CIs bestehen aus zwei Teilen. Dies sind ein äußerer Teil, der wie ein Hörgerät getragen wird und ein Stimulator mit den Elektroden, der unter die Kopfhaut gesetzt wird. Beide Teile kommunizieren drahtlos miteinander. Dazu wird außen eine Spule auf das Implantat gesetzt, die durch Magneten gehalten und orientiert wird. Der äußere Teil (Sprachprozessor SP) enthält die Stromversorgung, ein oder mehrere Mikrofone, Bedienelemente, die Spule und als Herzstück einen Chip, der die gesamte Signalverarbeitung übernimmt. Das Implantat enthält ebenfalls eine Spule, einen Chip die Stimulations- und Referenzelektroden. Das Implantat entschlüsselt das Pulsmuster des SP und leitet es an die entsprechenden Elektroden in der Cochlea weiter. Bei Stimulation kommt es zwischen den Elektroden und der Referenzelektrode zu einem Stromfluß. Das elektrische Feld hängt von der Ionenkonzentration und Verteilung der Zellflüssigkeiten ab.
Die für den Betrieb des Implantats notwendige Energie wird mit dem Signal über die Spulen übertragen, so dass keine Stromversorgung mit implantiert werden muß.

Bei Ausfall der äußeren Teile wird durch die Firmen ein umfassender schneller Service garantiert.



Indikation

Cochlea Implantate sind Kassenleistungen. Sie können verordnet werden, wenn ein oder beide Ohren taub sind oder die Schwerhörigkeit an Taubheit grenzt. Bei der Indikationsstellung eines CIs für ein Ohr spielt es keine Rolle, wie gut oder schlecht das Hörvermögen auf dem eventuell besseren Ohr ist.

Medizinische und soziale Probleme spielen eine Rolle, wenn man sich für oder gegen eine Implantation entscheidet. Heute stehen uns moderne objektive und hergebrachte Methoden zur Verfügung, den Grad und den Charakter einer Hörschädigung festzustellen. Moderne bildgebende Verfahren helfen uns, Aufbau und Beschaffenheit der Cochlea (Schnecke) zu erkennen. Außerdem lässt sich feststellen, ob der Hörnerv ordnungsgemäß arbeitet.

Zur Vorbereitung einer CI-Operation gehören umfangreiche Untersuchungen, die verschiedene Fragestellungen abklären:

  • Allgemeine HNO-ärztliche Untersuchung
  • Ermittlung des Ausmaßes des Hörverlustes
  • Bestimmung der Ursache der Hörstörung, denn nicht bei jeder Hörstörung ist das CI die richtige Therapie.
  • Bildgebende Untersuchungen, die helfen, das operative Vorgehen zu planen
  • Bei Kindern - psychologische und logopädische Untersuchungen
  • Bestimmung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Narkosefähigkeit. 

Diese werden im Rahmen einer Vorstellung in der Sprechstunde für implantierbare Hörsysteme (Mittwochs 09:00-13:00 Uhr) durchgeführt und alle ihre Fragen beantwortet.



Anpassung

Wenn der Abheilungsprozess nach der Operation durch einen Arzt kontrolliert worden ist, kann die Programmierung der Sprachprozessoren beginnen. Das ist in der Regel 4 bis 6 Wochen nach der Operation der Fall. Dabei wird alles berücksichtigt, die das "neue" Hören beeinflussen kann. Im einzelnen werden je nach Situation folgende Schritte während einer Anpasssitzung ausgeführt.

Man beginnt mit Messungen, die eine Aussage über das Zusammenwirken von Elektroden und Hörnerv liefern. Danach beginnt der eigentliche Anpassungsprozess. Dazu wird ermittelt, wie stark die Stimulationen sein müssen, dass sie überhaupt wahrgenommen werden und welche Stärke sie nicht überschreiten dürfen. Das ist einfach bei Patienten, die hierzu eindeutige Angaben machen können. Bei Kindern dauert es etwas länger - dort muss die Reaktion der Kinder aufmerksam beobachtet werden. Das sollte gemeinsam mit den Eltern geschehen.

In weiteren Schritten wird dann das Sprachverständnis verbessert. Das geschieht einmal in Verbindung mit Hörtests und zum andern nach Rücksprache mit dem Logopäden, der das Hörtraining mit dem Patienten leitet und die noch vorhandenen Defizite beim Hören genau angibt. Darüber hinaus ist es für die Anpassung der Sprachprozessoren wichtig, dass die Patienten möglichst genau angeben, was sie im Alltag stört, z. B. das der Fahrtwind im Auto zu stark ist oder die Geräusche der Schreibgeräte im Büro, es kann aber auch sein, dass man die Standuhr im Wohnzimmer trotz des CIs nicht hört. In vielen solchen Fällen kann man helfen. Viele Hörerfolge stellen sich auch erst nach Jahren ein, denn das Gehirn muss das Hören ja neu lernen. Durch ein gezieltes Hörtraining kann dieser Prozess gestrafft werden.

Wie oft finden die Anpasssitzungen statt? Innerhalb der ersten Woche sollten sie täglich sein, was durch die Patienten selbst auch als notwendig empfunden wird. Später vergrößern sich die Abstände schnell. Am Ende sind zwei bis drei Kontrolltermine im Jahr notwendig, in denen hauptsächlich die Funktion des Gerätes überwacht wird.



Hörtraining

  • Beratung der Angehörigen bzw. Eltern (Verhalten im häuslichen Bereich zur Unterstützung des Hörtrainings/Spracherwerbs)
  • Schulung der auditiven Wahrnehmung (Differenzierung von Tonhöhe, Tempo, Dynamik, Geräuschen, Sprache)
  • Schulung in Abhängigkeit von den sprachlichen Leistungen
  • Sprachverständnistraining auf Wort- und Satzebene
  • Training zum Wortschatz, zur Artikulation und Grammatik
  • Erforderliche Rehabilitationsmassnahmen werden vom CI - Rehabilitationszentrum Thüringen in Erfurt angeboten.


Service

Wenn ihr Sprachprozessor einmal ausfallen sollte, müssen Sie nicht gleich unsere Einrichtung besuchen. Sie können den Austausch aller äußeren Teile bequem von zu Hause aus organisieren. Die Ersatzteile werden durch Expressdienste nach Hause geliefert. Der Service der Firmen erstreckt sich auf die Lieferung der Batterien und den Austausch der kaputten Teile. Gegenwärtig bestätigen alle Patienten, dass der 24 - Stunden - Service der Firmen gut funktioniert. Die Krankenkassen bezahlen die Batterien und Serviceleistungen.

Alle Sprachprozessoren ermöglichen technisch den Anschluss von Hilfsmitteln, z. B. von FM - Übertragungsanlagen, wie sie auch der Hörgeräteträger kennt.



HNO-Krankheiten und Therapien

diagnostische Angebote

Diagnostische Angebote 1. Hörfunktionsdiagnostik
  • Grunddiagnostik
    • Reintonaudiometrie
    • Sprachaudiometrie (auch mit verhallter Sprache)
    • überschwellige Tests (Fowler-Test, SISI-Test, Geräuschaudiometrie)
    • Tympanometrie und Stapediusreflexmessungen
  • spezielle Diagnostik
    • Ableitung der otoakustischen Emissionen
    • Ableitung akustisch evozierter Potentiale (Hirnnstammaudiometrie)
  • Hörgeräteanpassung/Hörgerätekontrolle
2. Untersuchung des Gleichgewichtssinnes
  • peripher-vestibuläre Testverfahren
    • Spontan-, Provokations-, Lage- und Lagerungsnystagmus
    • thermische Erregbarkeitsprüfung
    • Untersuchungen mit dem Drehstuhl (Drehprüfung/ Drehpendelprüfung)
    • Otolithendiagnostik
    • 2-D Videooculographie
    • Elektronystagmographie
    • Halsdrehtest
  • zentral-vestibuläre Testverfahren
3. Riech- und Schmeckprüfungen
  • Riechprüfungen
    • seitengetrennte Bestimmung von Identifikations- und Diskriminationsleistungen sowie der subjektiven Bestimmung der Wahrnehmungsschwelle
    • nasale Chemosensitivitätsprüfungen
    • gustatorisches Riechen
    • Anwendung des objektivierenden Verfahrens der Respirationsolfaktometrie
    • Ableitung olfaktorisch und chemosensorisch evozierter Potentiale
  • Schmeckprüfungen
    • Gesamtschmeckprüfung nach der "3-Tropfen-Methode"
    • seitengetrennte Prüfung des Schmeckvermögens auf den vorderen und hinteren Zungenabschnitten
    • Ableitung gustatorisch evozierter Potentiale
  • anteriore/ posteriore Rhinomanometrie
4. Allergiediagnostik
  • Beratungen
  • Haut- und Provokationstest bei allergischer Rhinopathie
  • Therapie der allergischen Rhinopathie
5. Schnarchdiagnostik
  • ambulante Screeninguntersuchung
  • stationäre Screeninguntersuchung
  • Maskenanpassungen und -kontrollen
6. Elektromyographie (EMG)


HNO-Krankheiten und Therapien

Epithetische Versorgung

Epithetische Versorgung bei Gesichtsdefekten

Patient nach Entfernung des rechten Auges und Oberkiefers mit den Implantaten zur Aufnahme der Epithese

Die chirurgische Therapie eines malignen Tumors kann in einzelnen Fällen die Entfernung eines Auges, der Nase oder einer Ohrmuschel erforderlich machen. Für den Betroffenen führen die resultierenden äußeren Verstümmelungen zur deutlichen Stigmatisierung im täglichen Leben. Trotz erfolgreicher Tumortherapie verringert sich die Lebensqualität aufgrund dieser Auffälligkeiten ganz erheblich. Plastisch-chirurgische Rekonstruktionen sind bei diesen speziellen Versorgungssituationen nicht oder nur unter einem erheblichen Aufwand möglich. Die Ergebnisse entsprechen häufig nicht den Erwartungen der Patienten und Operateure.

Eine Möglichkeit bietet die Versorgung dieser Defekte mit Epithesen, die bei einer geringen Belastung des Patienten ein konstant gutes kosmetisches Ergebnis erbringt.

Nach Versorgung mit der Epithese

Die Qualität einer epithetischen Rehabilitation im Gesichtsbereich hängt wesentlich von der Kunstfertigkeit des Epithetikers sowie der sicheren und unauffälligen Fixation der Epithese ab. Einem erfahrenen Epithetiker gelingt es, mithilfe der modernen Silikonwerkstoffe eine unauffällige Einfügung der Epithese in das Gesicht zu erreichen. Aber erst eine nicht sichtbare und gut verträgliche Befestigung der Epithese ermöglicht ein wirklich gutes Rehabilitationsergebnis.

Bisher wurden die Epithesen entweder auf die Haut um den Defekt aufgeklebt oder an einer Brille befestigt. Die Nutzung der Epithese machte das ständige Tragen einer Brille auch für Nichtbrillenträger oder das Aufbringen von Klebesubstanzen auf die Haut erforderlich. Die verwendeten Klebesubstanzen verursachten häufig Hautirritationen oder eine Applikation konnte bei stärkerer Schweißbildung gar nicht erst erfolgen.

Mit dem System der Knochenverankerung nach BRÄNEMARK® steht uns seit vielen Jahren ein Verfahren zur Verfügung, welches die geforderten Voraussetzungen an die Fixation von Gesichtsepithesen erfüllt. Das Grundprinzip beruht auf der so genannten Osseointegration von Titanimplantaten. Das schraubenförmige Implantat aus reinem Titan verfügt über ein Außengewinde, welches vom Knochen umwachsen wird. Es kommt so zu einer engen Verzahnung zwischen Implantat und Knochen. Das Implantat wird in den Knochen integriert. Eine belastungsstabile Verbindung entsteht. Die von anderen Implantatmaterialien bekannten Abbauprozesse des Knochens um das Implantat konnten bisher bei Langzeituntersuchungen an größeren Patientenkollektiven nicht beobachtet werden. Nach Abschluss der Einheilung in den Knochen können auf das Implantat Halterungen für Epithesen befestigt werden. Nur in enger Zusammenarbeit zwischen Chirurg und Epithetiker ist ein optimales Ergebnis erreichbar. Gemeinsam mit dem Patienten werden die einzelnen Schritte der Versorgung, die Platzierung der Implantate und das künftige Aussehen geplant und realisiert.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Gesichtsnervenlähmung

Die Behandlung der bleibenden Gesichtsnervenlähmung Rekonstruktion des Gesichtsnervs (N. facialis)

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Einleitung

Die Behandlung von bleibenden Gesichtsnervenlähmungen (irreversible Fazialisparese), also von Gesichtsnervenlähmungen, die keine Erholung zeigen, stellt einen Schwerpunkt der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Jena dar. Begleitet wird unsere klinische Tätigkeit auf diesem Gebiet durch eine rege Forschungstätigkeit zur Verbesserung der Methoden zur Behandlung der bleibenden Gesichts-nervenlähmung. Die Behandlung von bleibenden Gesichtnervenlähmungen erfordert große Erfahrung, da die Behandlung oft sehr schwierig ist und viele verschiedene Aspekte individuell bei der Therapieplanung berücksichtigt werden müssen. In der nachfolgenden Übersicht soll betroffenen Patienten und ihren Angehörigen erklärt werden, wie eine bleibende Gesichtsnervenlähmung entsteht und welche Beschwerden auftreten. Die bleibenden Folgen einer solchen Lähmung werden erklärt und die wichtigsten Therapiemöglichkeiten werden aus der Sicht eines HNO-Arztes erläutert.

Das Gesicht gilt als Spiegel der Persönlichkeit. Ein unversehrtes Gesicht und die Mimik sind in unserer Gesellschaft von entscheidender Bedeutung für die verbale und nonverbale Kommunikation. Patienten mit bleibenden Fazialislähmungen fühlen sich daher oftmals diskriminiert und von der Öffentlichkeit stigmatisiert. Anders als andere Behinderungen läßt sich eine Gesichtsnervenlähmung nicht verstecken. Daher stellt die Behandlung solcher Lähmungen eine große Herausforderung für die HNO-Chirurgie und verwandte Fachdisziplinen dar. Heute steht eine Vielzahl von etablierten, chirurgischen und nichtchirurgischen Therapieverfahren zur Wiederherstellung der Gesichtsfunktionen zur Verfügung, die im Einzelnen vorgestellt werden sollen. Die Behandlung einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung kann nicht nach einem Schema erfolgen. Die Beschwerden des einzelnen Patienten müssen genau analysiert werden und ein Therapiekonzept individuell erarbeitet werden.

Entstehung einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung

Die Ursachen für eine Lähmung des Gesichtsnerven (Nervus fazialis) sind vielfältig: Durch eine Nervenentzündung, eine Ohrentzündung, bösartige Tumoren des Ohres oder der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) kann eine Gesichtsnervenlähmung entstehen. Da in unserer HNO-Klinik viele Patienten mit bösartigen Speicheldrüsentumoren operiert werden, sind wir häufig mit dieser Situation konfrontiert. Weitere Ursachen sind Unfälle und Verletzungen im Verlauf des Nervs sowie Operationen am Gesichtsnerv. So kann es bei einer Akustikusneurinom-Operation (Vestibularis-Schwannom-Operation) zu einer Verletzung des Gesichtsnervs kommen, weil der Gesichtsnerv sich in unmittelbarer Nähe des Hörgleichgewichtsnervs befindet und dem Akustikusneurinoms anliegen kann. Für das Ausmaß der Gesichtsnervenlähmung ist jedoch nicht die Ursache entscheidend, sondern die Schwere der Schädigung: Ein Nerv ist - vereinfacht dargestellt - aufgebaut wie ein Kabel; der Nerv besteht aus den leitenden Fasern (Axone) und einer Isolierung (Myelinscheide). Wird ausschließlich die Isolierung geschädigt, so erholt sich der Nerv in der Regel binnen 2 bis 4 Monaten von der Lähmung. Werden jedoch die leitenden Fasern geschädigt, oder im schlimmsten Fall sogar die Fasern und die Isolierung, wie dies bei einer kompletten Durchtrennung des Nervs der Falls ist, so kommt es immer zu einer bleibenden Schädigung des Gesichtsnervs. Die Ursache der Lähmung, die Untersuchung des Patienten und insbesondere eine elektrische Untersuchung des Nervs, eine Elektromyographie, helfen bei der Beurteilung der Schwere der Schädigung. Eine elektromyographische Untersuchung des Gesichtsnervs ist in neurologischen Abteilungen und in wenigen spezialisierten HNO-ärztlichen Kliniken möglich.

Beschwerden von Patienten mit bleibenden Gesichtsnervenlähmungen

Die Folge einer Verletzung des Gesichtsnervs ist eine Störung der natürlichen Funktionen des Nervs: Nachdem der Gesichtsnerv den Kopf verlassen hat, verzweigt er sich in viele Äste und versorgt alle mimischen Muskeln des Gesichts. Die wichtigste Aufgabe ist die Bewegung der Gesichtsmuskeln. Eine Lähmung des Gesichtsnervs führt also zu einer Lähmung der Gesichtsmuskeln. Daher wird im Schrifttum eine Gesichtsnervenlähmung oft mit einer Gesichtslähmung gleichgesetzt. Der Gesichtsnerv führt auch Nervenfasern für den Geschmack der zugehörigen Zungenseite, Fasern zur Tränendrüse und Fasern zu einem Mittelohrmuskel. Daher kann eine Gesichtsnervenlähmung auch zu Geschmackstörungen, Störung der Tränenbildung und zu Hörstörungen führen. Die schwerwiegendste Folge ist die Gesichtsmuskellähmung. Hierdurch ist nicht nur die Mimik gestört; durch den fehlenden Augenschluss kommt es zum Austrocknen und zu Entzündungen des Auges; durch die Lähmung der Mundmuskulatur wird das Essen und Sprechen erschwert. Die Lähmung tritt jedoch nicht nur beim Versuch in Erscheinung, die betroffene Gesichtshälfte zu bewegen, sondern ist auch in Ruhe sichtbar. Aufgrund der fehlenden Ansteuerung durch den Gesichtsnerv verliert die Gesichtsmuskulatur auch ihre Ruhespannung und wird schlaff.

Die verschiedenen Ausprägungen der Schädigung und der weitere Verlauf

Liegt nur eine geringgradige Schädigung des Nervs vor, so verliert das Gesicht oftmals nicht so ausgeprägt seine Ruhespannung, und die Beweglichkeit des Gesichts erholt sich im oben beschriebenen Zeitraum. Bei einer schwerwiegenden und dauerhaften Schädigung des Gesichtsnervs sind theoretisch zwei Verlaufsformen möglich, wobei es praktisch oft zu einer Mischung beider Verlaufsformen kommt. Selbst in einem komplett durchtrennten Nerv ist ein Wiederaussprossen von Nervenfasern zu beobachten. Im schlimmsten Fall ist der durch die Schädigung entstandene Defekt jedoch so groß, das der Nerv nicht wieder bis zur Gesichtsmuskulatur auswachsen kann. In diesem Fall kommt es zu keiner Erholung der Ruhespannung der Muskulatur, das Gesicht bleibt schlaff, und es kommt natürlich auch zu keiner Erholung der Beweglichkeit der betroffenen Gesichtshälfte. Häufiger ist zu beobachten, dass wieder Nervenfasern auswachsen und auch Kontakt zu mimischen Muskeln des Gesichts aufnehmen. Daher beobachtet man auch bei schweren Verletzungen des Gesichtsnervs 4 - 12 Monaten nach Auftreten der Lähmung Erholungszeichen wie einer verbesserte Spannung der Gesichtsmuskulatur oder sogar Bewegung im Gesicht. Es wird jedoch nie wieder - auch nicht annähernd - die ursprüngliche normale Funktion erreicht. Warum?

Das fehlgeleitete Aussprossen und die Entwicklung von Synkinesien

Zum einen wachsen nie wieder so viele Nervenfasern aus wie ursprünglich vorhanden waren. Daher erreicht die Beweglichkeit des einzelnen Muskels nicht wieder die alte Stärke. Zum anderen, und das ist weitaus entscheidender, teilen sich die auswachsenden Nervenfasern mehrfach und sprossen rein zufällig, ohne dass man es medizinisch beeinflussen könnte, zu irgendeinem Gesichtsmuskel. Es unterliegt dem reinen Zufall, ob eine Nervenfaser wieder den Gesichtsmuskel erreicht, den sie zuvor im Normalzustand versorgt hat. Dieses Verhaltensmuster wiederholt sich natürlich vielfach für viele verschiedene Nervenfasern. Möchte der Patient nun zum Beispiel das Auge schließen, so wird er alle Nervenfasern über sein Gehirn aktivieren, die ursprünglich für den Augenschluss zuständig waren. Einiger dieser Fasern sind aber rein zufällig in Mundmuskeln ausgewachsen. Dies führt dazu, dass der Patient geschwächt das Auge schließt und gleichzeitig ungewollt den Mund bewegt. Eine solche ungewollte Mitbewegung nennt man Synkinesien. Besonders unangenehm ist der ungewollte Augenschluss bei Mundbewegungen, zum Beispiel beim Essen. Diese Synkinesien können noch eine weitere Folge haben: Werden gleichzeitig zwei Muskel aktiviert, die eine gegenläufige Wirkung entfalten wie zum Beispiel der Augenschließmuskel und der Stirnmuskel (ähnlich Beugern und Streckern am Bein), so heben sich die Bewegungen auf, und es ist keine oder nur sehr schwache Bewegung zu sehen. Sprossen Nervenfasern des Auges, die ursprünglich den Lidschlussreflex auslösten, zum Beispiel zum Mund aus, so kann dies zu einer rhythmischen Zuckung am Mund führen. Fehlaussprossungen in die Tränendrüse führen zum Augentränen (sogenannte Krokodilstränen). Allgemein spricht man bei allen möglichen Folgen einer Fehlaussprossung von einer Defektheilung. Nach Auftreten von Defektheilungszeichen frühesten 4 - 6 Monate nach Lähmungsbeginn können sich die Zeichen noch für etwa weitere 12 Monate verändern.

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

Wird der Gesichtsnerv bei einer Operation oder bei einem Unfall offensichtlich komplett durchtrennt, so ist natürlich eine sofortige Behandlung anzustreben. Diese Situation besteht zum Beispiel manchmal bei der Operation eines bösartigen Speicheldrüsentumors. Dieser sehr eindeutige Fall ist jedoch nicht der häufigste Fall. Oft ist es zunächst nicht sicher zu beurteilen wie schwer der Gesichtsnerv verletzt wurde. Eine typische Situation zum Beispiel nach einer Entfernung eines Akustikusneurinoms ist es, dass nach der Operation eine Gesichtslähmung vorliegt, der Nerv aber bei der Operation nicht wissentlich verletzt wurde. Erst im weiteren Verlauf, wenn keine Besserung der Lähmung auftritt, kommt der Verdacht auf, dass eine schwerwiegendere Lähmung, möglicherweise dauerhaft vorliegen könnte. Erst nachdem die oben genannten Untersuchungen zur Klärung vorgenommen wurden bzw. der weitere Spontanverlauf abgewartet wurde und festgestellt wurde, dass es sich um eine dauerhafte Lähmung handelt, wird nun die Frage aufgeworfen, welche chirurgischen Maßnahmen sinnvoll sind, um dem Patienten mit bleibender Lähmung zu helfen. Typischerweise sind dann 6 - 18 Monate seit der Operation vergangen.

Die schnelle Nervenrekonstruktion und Nerventransplantation

Ist sofort oder binnen weniger Tage eine Wiederherstellung des Gesichtsnervs möglich, so ist eine direkte Naht des Nervs die Behandlung der Wahl. Generell erfolgen alle Nervenrekonstruktion unter dem Operationsmikroskop, da der Nerv nur einen Durchmesser von 0,5 - 1 mm hat. Besteht durch die Schädigung eine Lücke im Verlauf des Nervs, so verwendet man ein Nerventransplantat, das man in die Lücke einnäht. Als Spendernerv verwendet man entweder einen Gefühlsnerv vom Hals oder vom Bein. Die Entnahme dieser Spendernerven ist mit keinem wichtigen Funktionsverlust für den Patienten verbunden. Der Patient erleidet einen geringen Gefühlsverlust in der Entnahmeregion. Mit einer frühen Rekonstruktion durch eine direkte Naht oder ein Nerventransplantat erreicht man die besten Ergebnisse. Die Regeneration verläuft langsam. Die Nervenregeneration dauert 6 bis 12 Monate, selten auch bis 18 Monate. Das bedeutet, dass der Patient solange mit Änderungen der Gesichtsfunktion rechnen darf. Mit einer direkten Nervenrekonstruktion oder einer Nerventransplantation erreicht man in der Regel wieder eine gute Ruhespannung der Gesichtsmuskulatur. Somit ist nach Abschluss der Regeneration in Ruhe bei den Patienten kein wesentlicher Unterschied mehr zur gesunden Gegenseite zu erkennen. In Bewegung wird ein ausreichender Augenschluss und Mundschluss erreicht. Mit der Wiederherstellung ausreichender emotionaler mimischer Möglichkeiten ist zu rechnen.

Die verzögerte spätere Wiederherstellung des Gesichtsnervs

Häufig ist keine unmittelbare Wiederherstellung möglich. Nach einigen Monaten bis 18 Monate (in Einzelfällen bis 24 Monate oder länger nach Auftreten der Lähmung) wird nur selten eine Wiederherstellung durch eine direkte Naht oder eine Nerventransplantation möglich sein. Je länger die mimische Muskulatur nicht durch einen Nerv versorgt wird, um so mehr schrumpft die Muskulatur (Muskelatrophie). Entscheidend ist nun, ob die mimische Muskulatur auf der betroffenen Seite noch soweit vorhanden ist, dass ein Ansprechen des Muskels durch einen Nerv noch möglich ist. Ist nämlich noch Muskulatur vorhanden, so führt der Nervenanschluss wieder zu einem Muskelwachstum und im besten Falle zu einer guten Muskelfunktion.

Bei jedem Patienten schauen wir uns deshalb genau den Zustand der Muskulatur an. Dazu untersuchen wir die Gesichtsmuskulatur mir einer Elektromyographie (EMG) und zusätzlich durch eine Ultraschall-Untersuchung. Mit einem hochauflösenden Ultraschall sind wir in der Lage, selbst die kleinen Gesichtsmuskeln darzustellen. Zeigen Elektromyographie und Ultraschall ausreichend Muskulatur, dann können wir noch eine Operation mit Nervenanschluss vornehmen. Dieses Vorgehen ist somit viel genauer nur auf die Zeitdauer nach der Verletzung des Gesichtsnervs zu schauen.

Das Verfahren der Wahl ist in der HNO-Klinik des Universitätsklinikums in Jena eine Rekonstruktion durch den gleichseitigen Zungennerv (Nervus hypoglossus). Bei dieser so genannten Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose wird der gleichseitige Zungennerv durchtrennt und der Nerv an den Gesichtsnerv jenseits der Schädigungsstelle angenäht. Dieses Verfahren wird auch zu einer sofortigen Rekonstruktion angewandt, wenn der Gesichtsnerv über eine so lange Strecke zerstört ist, dass eine Nerventransplantation nicht mehr möglich ist. Die Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose ist ein sehr sicheres Verfahren. Binnen 12 Monaten kommt es zu einer Erholung der Ruhespannung des Gesichtes und zu einer deutlichen Besserung der Beweglichkeit. Die kräftige Wiederherstellung der Gesichtsbeweglichkeit hat aber auch Nachteile. Die Patienten klagen möglicherweise über starke Synkinesien. Zwangsläufig tritt zudem eine leichte bis im schlimmsten Fall deutliche Lähmung der gleichseitigen Zungenhälfte auf. Daher wir heutzutage die klassische Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose dahingehend verändert, dass der Zungennerv nicht ganz durchtrennt wird, sondern nur gespalten wird, und so nur ein Teil des Nervs für die Wiederherstellung der Gesichtsbeweglichkeit genutzt wird (sogenannte Hypoglossus-Fazialis-Jump-Nervenanastomose). In diesem Fall ist nur selten eine wesentliche Zungenlähmung zu beobachten. Da weniger Nervenfasern zur Rekonstruktion zur Verfügung stehen, läuft die Erholung der Gesichtsbewegung langsamer ab - Veränderungen stellen sich bis 18 bis 24 Monate nach Operation ein. Insgesamt ist die Gesichtsbeweglichkeit geringer als nach einer klassischen Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose mit dem Vorteil, dass aber möglicherweise die Synkinesien geringer ausgeprägt sind. Nach einer Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose muss der Patient durch eine intensive Übungsbehandlung lernen, durch (gedachte) Bewegungen der Zunge das Gesicht zu bewegen. Zunächst müssen sehr bewusst Zungenbewegungen vollführt werden, um eine Gesichtsbewegung zu erzeugen. Mit zunehmender Übung werden im besten Fall die Gesichtsbewegungen ohne bewussten Einsatz der Zunge vollbracht.
Eine solche Übungsbehandlung, dies gilt auch für die anderen Maßnahmen zur Rekonstruktion des Nervs, ergeben erst dann Sinn, wenn nach frühestens 6 Monaten wieder Nervenfasern in die Gesichtsmuskulatur ausgewachsen sind. Zuvor ist es natürlich unmöglich, durch gezielte Zungenbewegungen das Gesicht zu bewegen.

Wiederherstellung der Gesichtsbewegung durch eine dynamische Muskelplastik oder statische Maßnahmen

Alle oben dargestellten Wiederherstellungsmaßnahmen am Nerv haben den Nachteil, dass der Patient in etwa weitere 12 bis 18 Monate warten muss, bis sich wieder eine Bewegung im Gesicht einstellt. Eine sofortige Wiederherstellung ist durch eine Muskelplastik möglich. Diese Operationsverfahren sind zudem anzuwenden, wenn die Lähmung über 2 bis 3 Jahre her ist, so dass eine Nerven-Wiederherstellung nicht mehr sinnvoll ist. Nach einem so langen Zeitraum ist der Gesichtnerv narbig umgewandelt und auch die Gesichtsmuskulatur unwiederbringlich verkümmert, dass eine Nervenrekonstruktion nicht mehr sinnvoll ist. Es sind für diesen Fall dynamische Maßnahmen, bei denen wieder eine Beweglichkeit erzielt werden soll, von statischen Maßnahmen abzugrenzen, die ausschließlich zum Ziel haben wieder eine Ruhespannung im Gesicht zu erzeugen.

Dynamische Muskelplastik mit einem Kaumuskel
Hierbei wird einer der gleichseitigen Kaumuskeln von seiner normalen Position verlagert und im Mundwinkel aufgehängt. Dies sorgt sofort wieder für eine gute Spannung im Mundbereich. Am Auge sind die Ergebnisse nicht so gut, sodass zumeist auf eine Aufhängung am Auge verzichtet wird. Hier bietet sich zusätzlich ein anderes, besseres Verfahren an. Nach einer solchen Muskelplastik muss der Patient lernen durch Kaubewegungen das Gesicht zu bewegen. Da bei dieser Operation nur Muskeln versetzt werden, kann unmittelbar nach Abschluss der Wundheilung mit der Übungsbehandlung begonnen werden. Die Ergebnisse sind nicht so gut wie nach einer Nervenrekonstruktion. Die Bewegung des Mundes bleibt im Vergleich zur normalen Funktion wesentlich gröber. Auf jeden Fall kann mit einer solchen Maßnahme verhindert werden, dass dem Patienten zum Beispiel weiter beim Essen unkontrolliert Flüssigkeit aus dem Mund läuft.

Statische Maßnahmen
Anstatt einer Muskelverlagerung kann auch kräftige Muskelhaut von Oberschenkel-Beinmuskeln oder eine Sehne eines Unterarmmuskels wie ein Zügel zwischen Mundwinkel und Wangenknochen aufgespannt werden. Hiermit erzielt man sofort eine gute Ruhespannung des unteren Gesichts. Eine verbesserte Bewegung des Gesichtes tritt nicht ein.

Die Sonderstellung des Auges: Statische Maßnahmen am Auge
Die einfachste Möglichkeit das Auge zu schützen, besteht im Tragen eines Uhrglasverbands. Dies wird von vielen Patienten auf Dauer als sehr störend empfunden. Zudem kann hiermit eine Augenentzündung nicht sicher verhindert werden. Das operative Verfahren der Wahl zur Wiederherstellung des Augenschlusses ist in Deutschland das Einsetzen eines Goldgewichts (neuerdings auch mit Platingewichten möglich). Dieses Goldgewicht wird in einer lokalen Betäubung in das Oberlid eingenäht. Durch das Gewicht wird das Auge passiv geschlossen. Das Öffnen des Auges bleibt weiter möglich, da es einen Augenöffnungs-Muskel gibt, der nicht vom Gesichtsnerv gesteuert wird und der regelrecht funktioniert. Die Operation ist kurz und risikoarm. Ein Gewicht kann auch im Rahmen der anderen oben genannten Operationen eingesetzt werden; kommt es dann zum Beispiel nach einer Nervenrekonstruktion zu einer Erholung der Augenschluss-Muskulatur, so kann das Gewicht problemlos wieder entfernt werden.

Die genannten chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten sind die am häufigsten eingesetzten Verfahren. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer operativer Eingriffe, die im Einzelfall ergänzend eingesetzt werden.

* Als Synkinese bezeichnet man eine Bewegungsstörung, bei der es zu einer unwillkürlichen Mitbewegung nicht an der beabsichtigten Bewegung beteiligter Muskeln bzw. Muskelgruppen kommt.
konservative Behandlungsmöglichkeiten

Die Krankengymnastik und andere physikalisch Übungsbehandlung hat eine große Bedeutung sobald die ersten Bewegungen nach einer Nervenrekonstruktion eintreten. Eine intensive Übungsbehandlung verbessert das endgültige Ergebnis dauerhaft. Werden ausschließlich Muskelplastiken vorgenommen, so kann mit der Übungsbehandlung unmittelbar nach Abschluss der Wundheilung begonnen werden. Von einer Reizstrom-Behandlung raten wir ab: Zum einen fehlt der Beweis, das eine Reizstrom-Behandlung zu einer Besserung der Gesichtsnervenlähmung führt. Zum anderen ist für mehrere Monate nach einer Reizstrombehandlung eine elektromyographische Untersuchung, die für die Untersuchung des Patienten wichtig ist, unmöglich.

Botulinum - Toxin A

Ein unterstützend anzuwendendes medikamentöses Verfahren ist von Bedeutung: Wie berichtet sind nach Nerven-rekonstruktionen, ob durch eine direkte Naht, Nerventransplantat oder Hypoglossus-Fazialis-Nervennaht, fast immer störende Synkinesien zu beobachten. Insbesondere die Mitbewegung der Augenschluss-Muskulatur kann für den Patienten sehr störend sein. In diesem Fall kann man das Medikament Botulinum-Toxin A in die Augenschluss-Muskulatur einspritzen, um die überschießende Aktivierung des Muskels zu schwächen und die Synkinesien zu mildern. Die Wirkung des Medikaments hält etwa vier Monate an und muss dann wiederholt werden. Klagt der Patient über Krokodilstränen, so kann Botulinum-Toxin A auch in die betroffene Tränendrüse gespritzt werden. Durch diese Maßnahme wird die Tränenproduktion für etwa ein Jahr verringert.

Weiter Informationen zum Thema Botulinum finden Sie hier.

Fazit

Spezialisierte Kliniken wie die Jenaer Universitäts-HNO - Klinik können heute eine große Auswahl von erprobten Operations-maßnahmen zur Wiederherstellung des Gesichtsnervs und der mimischen Gesichtsmuskulatur anbieten. Aus dieser Auswahl muss man individuell nach den Voraussetzungen und Wünschen des Patienten das optimale Verfahren oder eine Kombination mehrerer Verfahren auswählen, um für den Patienten wieder eine befriedigende Gesichtsbewegung herzustellen.

Arbeiten zur Fazialisrekonstruktion unter Leitung oder Mitwirkung
von Herrn Univ.-Prof. Dr. med. Guntinas-Lichius
  1. Guntinas-Lichius O, Wagner M, Michel O (1999) Neurinom des Nervus petrosus major. HNO 47:279-282.
  2. Guntinas-Lichius O (2002) Die bleibende Gesichtsnervenlähmung - die irreversible Fazialisparese. In: Fazialisparese - Was ist eine Fazialisparese und welche Therapiemöglichkeiten gibt es. Informationsschriften der Vereinigung Akustikus Neurinom Nr. 1, Seite 2-8.
  3. Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Schroeder U, Quante G, Jungehuelsing M, Stennert E (2004) Primary parotid malignoma surgery in patients with normal preoperative facial nerve function: Outcome and long-term postoperative facial nerve function. Laryngoscope 114:949-956.
  4. Guntinas-Lichius O, Sittel C (2004) Diagnostik von Erkrankungen und der Funktion des Nervus fazialis. HNO 52:1115-1132.
  5. Guntinas-Lichius O (2005) Aktuelles und Standards der Parotis- und Fazialischirurgie. HNO aktuell 13:193-196.
  6. Guntinas-Lichius O, Streppel M, Stennert E (2006) Postoperative functional evaluation of different reanimation techniques for facial nerve repair. Am J Surg 191:61-67.
  7. Huttenbrink KB (1995) [Therapy of peripheral facial nerve paralysis and hearing loss]. Dtsch Med Wochenschr 120:1102.
  8. Jungehülsing M, Guntinas-Lichius O, Stennert E (2001) Rehabilitation der anhaltenden Fazialisparese. Teil 1. HNO 49:418-427.
  9. Jungehülsing M, Guntinas-Lichius O, Stennert E (2001) Rehabilitation der anhaltenden Fazialisparese. Teil 2. HNO 49:484-496.
  10. Streppel M, Guntinas-Lichius O (1998) Topo- und Elektrodiagnostik des N. facialis - einschließlich Magnetstimulation. HNO-Informationen Einlage 1/1998.
  11. Streppel M, Angelov DN, Guntinas-Lichius O, Neiss WF (1998) Nervenplastische Eingriffe des N. facialis beim älteren Menschen - Morphologische Erklärung für enttäuschende funktionelle Ergebnisse. Larygol Rhinol Otol 77:332-336.
  12. Sittel C, Guntinas-Lichius O, Streppel M, Stennert E (1998) Variability of repeated facial nerve electroneurography in healthy subjects. Laryngoscope 108:1177-1180.
  13. Sittel C, Guntinas-Lichius O, Eckel HE, Streppel M, Stennert E (2000) Zur zeitlichen Inkonstanz der Neuromyographie des Nervus facialis beim Gesunden. HNO 48:275-280.
  14. Stennert E, Jungehülsing M (2001) Chirurgie der Glandula parotis einschließlich rekonstruktiver Fazialis-Chirurgie: Standard und Qualitätssicherung. Laryngo-Rhino-Otol 2001; 80 Supplement 1: 156-197

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


Die Entstehung einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung

Die Ursachen für eine Lähmung des Gesichtsnerven (Nervus fazialis) sind vielfältig: Durch eine Nervenentzündung, eine Ohrentzündung, bösartige Tumoren des Ohres oder der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) kann eine Gesichtsnervenlähmung entstehen. Da in unserer HNO-Klinik viele Patienten mit bösartigen Speicheldrüsentumoren operiert werden, sind wir häufig mit dieser Situation konfrontiert. Weitere Ursachen sind Unfälle und Verletzungen im Verlauf des Nervs sowie Operationen am Gesichtsnerv. So kann es bei einer Akustikusneurinom-Operation (Vestibularis-Schwannom-Operation) zu einer Verletzung des Gesichtsnervs kommen, weil der Gesichtsnerv sich in unmittelbarer Nähe des Hörgleichgewichtsnervs befindet und dem Akustikusneurinoms anliegen kann. Für das Ausmaß der Gesichtsnervenlähmung ist jedoch nicht die Ursache entscheidend, sondern die Schwere der Schädigung: Ein Nerv ist - vereinfacht dargestellt - aufgebaut wie ein Kabel; der Nerv besteht aus den leitenden Fasern (Axone) und einer Isolierung (Myelinscheide). Wird ausschließlich die Isolierung geschädigt, so erholt sich der Nerv in der Regel binnen 2 bis 4 Monaten von der Lähmung. Werden jedoch die leitenden Fasern geschädigt, oder im schlimmsten Fall sogar die Fasern und die Isolierung, wie dies bei einer kompletten Durchtrennung des Nervs der Falls ist, so kommt es immer zu einer bleibenden Schädigung des Gesichtsnervs. Die Ursache der Lähmung, die Untersuchung des Patienten und insbesondere eine elektrische Untersuchung des Nervs, eine Elektromyographie, helfen bei der Beurteilung der Schwere der Schädigung. Eine elektromyographische Untersuchung des Gesichtsnervs ist in neurologischen Abteilungen und in wenigen spezialisierten HNO-ärztlichen Kliniken möglich.



Die Beschwerden von Patienten mit bleibenden Gesichtsnervenlähmungen

Die Folge einer Verletzung des Gesichtsnervs ist eine Störung der natürlichen Funktionen des Nervs: Nachdem der Gesichtsnerv den Kopf verlassen hat, verzweigt er sich in viele Äste und versorgt alle mimischen Muskeln des Gesichts. Die wichtigste Aufgabe ist die Bewegung der Gesichtsmuskeln. Eine Lähmung des Gesichtsnervs führt also zu einer Lähmung der Gesichtsmuskeln. Daher wird im Schrifttum eine Gesichtsnervenlähmung oft mit einer Gesichtslähmung gleichgesetzt. Der Gesichtsnerv führt auch Nervenfasern für den Geschmack der zugehörigen Zungenseite, Fasern zur Tränendrüse und Fasern zu einem Mittelohrmuskel. Daher kann eine Gesichtsnervenlähmung auch zu Geschmackstörungen, Störung der Tränenbildung und zu Hörstörungen führen. Die schwerwiegendste Folge ist die Gesichtsmuskellähmung. Hierdurch ist nicht nur die Mimik gestört; durch den fehlenden Augenschluss kommt es zum Austrocknen und zu Entzündungen des Auges; durch die Lähmung der Mundmuskulatur wird das Essen und Sprechen erschwert. Die Lähmung tritt jedoch nicht nur beim Versuch in Erscheinung, die betroffene Gesichtshälfte zu bewegen, sondern ist auch in Ruhe sichtbar. Aufgrund der fehlenden Ansteuerung durch den Gesichtsnerv verliert die Gesichtsmuskulatur auch ihre Ruhespannung und wird schlaff.

Die verschiedenen Ausprägungen der Schädigung und der weitere Verlauf

Liegt nur eine geringgradige Schädigung des Nervs vor, so verliert das Gesicht oftmals nicht so ausgeprägt seine Ruhespannung, und die Beweglichkeit des Gesichts erholt sich im oben beschriebenen Zeitraum. Bei einer schwerwiegenden und dauerhaften Schädigung des Gesichtsnervs sind theoretisch zwei Verlaufsformen möglich, wobei es praktisch oft zu einer Mischung beider Verlaufsformen kommt. Selbst in einem komplett durchtrennten Nerv ist ein Wiederaussprossen von Nervenfasern zu beobachten. Im schlimmsten Fall ist der durch die Schädigung entstandene Defekt jedoch so groß, das der Nerv nicht wieder bis zur Gesichtsmuskulatur auswachsen kann. In diesem Fall kommt es zu keiner Erholung der Ruhespannung der Muskulatur, das Gesicht bleibt schlaff, und es kommt natürlich auch zu keiner Erholung der Beweglichkeit der betroffenen Gesichtshälfte. Häufiger ist zu beobachten, dass wieder Nervenfasern auswachsen und auch Kontakt zu mimischen Muskeln des Gesichts aufnehmen. Daher beobachtet man auch bei schweren Verletzungen des Gesichtsnervs 4 - 12 Monaten nach Auftreten der Lähmung Erholungszeichen wie einer verbesserte Spannung der Gesichtsmuskulatur oder sogar Bewegung im Gesicht. Es wird jedoch nie wieder - auch nicht annähernd - die ursprüngliche normale Funktion erreicht. Warum?

Das fehlgeleitete Aussprossen und die Entwicklung von Synkinesien

Zum einen wachsen nie wieder so viele Nervenfasern aus wie ursprünglich vorhanden waren. Daher erreicht die Beweglichkeit des einzelnen Muskels nicht wieder die alte Stärke. Zum anderen, und das ist weitaus entscheidender, teilen sich die auswachsenden Nervenfasern mehrfach und sprossen rein zufällig, ohne dass man es medizinisch beeinflussen könnte, zu irgendeinem Gesichtsmuskel. Es unterliegt dem reinen Zufall, ob eine Nervenfaser wieder den Gesichtsmuskel erreicht, den sie zuvor im Normalzustand versorgt hat. Dieses Verhaltensmuster wiederholt sich natürlich vielfach für viele verschiedene Nervenfasern. Möchte der Patient nun zum Beispiel das Auge schließen, so wird er alle Nervenfasern über sein Gehirn aktivieren, die ursprünglich für den Augenschluss zuständig waren. Einiger dieser Fasern sind aber rein zufällig in Mundmuskeln ausgewachsen. Dies führt dazu, dass der Patient geschwächt das Auge schließt und gleichzeitig ungewollt den Mund bewegt. Eine solche ungewollte Mitbewegung nennt man Synkinesien. Besonders unangenehm ist der ungewollte Augenschluss bei Mundbewegungen, zum Beispiel beim Essen. Diese Synkinesien können noch eine weitere Folge haben: Werden gleichzeitig zwei Muskel aktiviert, die eine gegenläufige Wirkung entfalten wie zum Beispiel der Augenschließmuskel und der Stirnmuskel (ähnlich Beugern und Streckern am Bein), so heben sich die Bewegungen auf, und es ist keine oder nur sehr schwache Bewegung zu sehen. Sprossen Nervenfasern des Auges, die ursprünglich den Lidschlussreflex auslösten, zum Beispiel zum Mund aus, so kann dies zu einer rhythmischen Zuckung am Mund führen. Fehlaussprossungen in die Tränendrüse führen zum Augentränen (sogenannte Krokodilstränen). Allgemein spricht man bei allen möglichen Folgen einer Fehlaussprossung von einer Defektheilung. Nach Auftreten von Defektheilungszeichen frühesten 4 - 6 Monate nach Lähmungsbeginn können sich die Zeichen noch für etwa weitere 12 Monate verändern.



chirurgische Behandlungen

Wird der Gesichtsnerv bei einer Operation oder bei einem Unfall offensichtlich komplett durchtrennt, so ist natürlich eine sofortige Behandlung anzustreben. Diese Situation besteht zum Beispiel manchmal bei der Operation eines bösartigen Speicheldrüsentumors. Dieser sehr eindeutige Fall ist jedoch nicht der häufigste Fall. Oft ist es zunächst nicht sicher zu beurteilen wie schwer der Gesichtsnerv verletzt wurde. Eine typische Situation zum Beispiel nach einer Entfernung eines Akustikusneurinoms ist es, dass nach der Operation eine Gesichtslähmung vorliegt, der Nerv aber bei der Operation nicht wissentlich verletzt wurde. Erst im weiteren Verlauf, wenn keine Besserung der Lähmung auftritt, kommt der Verdacht auf, dass eine schwerwiegendere Lähmung, möglicherweise dauerhaft vorliegen könnte. Erst nachdem die oben genannten Untersuchungen zur Klärung vorgenommen wurden bzw. der weitere Spontanverlauf abgewartet wurde und festgestellt wurde, dass es sich um eine dauerhafte Lähmung handelt, wird nun die Frage aufgeworfen, welche chirurgischen Maßnahmen sinnvoll sind, um dem Patienten mit bleibender Lähmung zu helfen. Typischerweise sind dann 6 - 18 Monate seit der Operation vergangen.

Die schnelle Nervenrekonstruktion und Nerventransplantation

Ist sofort oder binnen weniger Tage eine Wiederherstellung des Gesichtsnervs möglich, so ist eine direkte Naht des Nervs die Behandlung der Wahl. Generell erfolgen alle Nervenrekonstruktion unter dem Operationsmikroskop, da der Nerv nur einen Durchmesser von 0,5 - 1 mm hat. Besteht durch die Schädigung eine Lücke im Verlauf des Nervs, so verwendet man ein Nerventransplantat, das man in die Lücke einnäht. Als Spendernerv verwendet man entweder einen Gefühlsnerv vom Hals oder vom Bein. Die Entnahme dieser Spendernerven ist mit keinem wichtigen Funktionsverlust für den Patienten verbunden. Der Patient erleidet einen geringen Gefühlsverlust in der Entnahmeregion. Mit einer frühen Rekonstruktion durch eine direkte Naht oder ein Nerventransplantat erreicht man die besten Ergebnisse. Die Regeneration verläuft langsam. Die Nervenregeneration dauert 6 bis 12 Monate, selten auch bis 18 Monate. Das bedeutet, dass der Patient solange mit Änderungen der Gesichtsfunktion rechnen darf. Mit einer direkten Nervenrekonstruktion oder einer Nerventransplantation erreicht man in der Regel wieder eine gute Ruhespannung der Gesichtsmuskulatur. Somit ist nach Abschluss der Regeneration in Ruhe bei den Patienten kein wesentlicher Unterschied mehr zur gesunden Gegenseite zu erkennen. In Bewegung wird ein ausreichender Augenschluss und Mundschluss erreicht. Mit der Wiederherstellung ausreichender emotionaler mimischer Möglichkeiten ist zu rechnen.

Die verzögerte spätere Wiederherstellung des Gesichtsnervs

Häufig ist keine unmittelbare Wiederherstellung möglich. Nach einigen Monaten bis 18 Monate (in Einzelfällen bis 24 Monate oder länger nach Auftreten der Lähmung) wird nur selten eine Wiederherstellung durch eine direkte Naht oder eine Nerventransplantation möglich sein. Je länger die mimische Muskulatur nicht durch einen Nerv versorgt wird, um so mehr schrumpft die Muskulatur (Muskelatrophie). Entscheidend ist nun, ob die mimische Muskulatur auf der betroffenen Seite noch soweit vorhanden ist, dass ein Ansprechen des Muskels durch einen Nerv noch möglich ist. Ist nämlich noch Muskulatur vorhanden, so führt der Nervenanschluss wieder zu einem Muskelwachstum und im besten Falle zu einer guten Muskelfunktion.

Bei jedem Patienten schauen wir uns deshalb genau den Zustand der Muskulatur an. Dazu untersuchen wir die Gesichtsmuskulatur mir einer Elektromyographie (EMG) und zusätzlich durch eine Ultraschall-Untersuchung. Mit einem hochauflösenden Ultraschall sind wir in der Lage, selbst die kleinen Gesichtsmuskeln darzustellen. Zeigen Elektromyographie und Ultraschall ausreichend Muskulatur, dann können wir noch eine Operation mit Nervenanschluss vornehmen. Dieses Vorgehen ist somit viel genauer nur auf die Zeitdauer nach der Verletzung des Gesichtsnervs zu schauen.

Das Verfahren der Wahl ist in der HNO-Klinik des Universitätsklinikums in Jena eine Rekonstruktion durch den gleichseitigen Zungennerv (Nervus hypoglossus). Bei dieser so genannten Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose wird der gleichseitige Zungennerv durchtrennt und der Nerv an den Gesichtsnerv jenseits der Schädigungsstelle angenäht. Dieses Verfahren wird auch zu einer sofortigen Rekonstruktion angewandt, wenn der Gesichtsnerv über eine so lange Strecke zerstört ist, dass eine Nerventransplantation nicht mehr möglich ist. Die Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose ist ein sehr sicheres Verfahren. Binnen 12 Monaten kommt es zu einer Erholung der Ruhespannung des Gesichtes und zu einer deutlichen Besserung der Beweglichkeit. Die kräftige Wiederherstellung der Gesichtsbeweglichkeit hat aber auch Nachteile. Die Patienten klagen möglicherweise über starke Synkinesien. Zwangsläufig tritt zudem eine leichte bis im schlimmsten Fall deutliche Lähmung der gleichseitigen Zungenhälfte auf. Daher wir heutzutage die klassische Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose dahingehend verändert, dass der Zungennerv nicht ganz durchtrennt wird, sondern nur gespalten wird, und so nur ein Teil des Nervs für die Wiederherstellung der Gesichtsbeweglichkeit genutzt wird (sogenannte Hypoglossus-Fazialis-Jump-Nervenanastomose). In diesem Fall ist nur selten eine wesentliche Zungenlähmung zu beobachten. Da weniger Nervenfasern zur Rekonstruktion zur Verfügung stehen, läuft die Erholung der Gesichtsbewegung langsamer ab - Veränderungen stellen sich bis 18 bis 24 Monate nach Operation ein. Insgesamt ist die Gesichtsbeweglichkeit geringer als nach einer klassischen Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose mit dem Vorteil, dass aber möglicherweise die Synkinesien geringer ausgeprägt sind. Nach einer Hypoglossus-Fazialis-Nervenanastomose muss der Patient durch eine intensive Übungsbehandlung lernen, durch (gedachte) Bewegungen der Zunge das Gesicht zu bewegen. Zunächst müssen sehr bewusst Zungenbewegungen vollführt werden, um eine Gesichtsbewegung zu erzeugen. Mit zunehmender Übung werden im besten Fall die Gesichtsbewegungen ohne bewussten Einsatz der Zunge vollbracht.
Eine solche Übungsbehandlung, dies gilt auch für die anderen Maßnahmen zur Rekonstruktion des Nervs, ergeben erst dann Sinn, wenn nach frühestens 6 Monaten wieder Nervenfasern in die Gesichtsmuskulatur ausgewachsen sind. Zuvor ist es natürlich unmöglich, durch gezielte Zungenbewegungen das Gesicht zu bewegen.

Wiederherstellung der Gesichtsbewegung durch eine dynamische Muskelplastik oder statische Maßnahmen

Alle oben dargestellten Wiederherstellungsmaßnahmen am Nerv haben den Nachteil, dass der Patient in etwa weitere 12 bis 18 Monate warten muss, bis sich wieder eine Bewegung im Gesicht einstellt. Eine sofortige Wiederherstellung ist durch eine Muskelplastik möglich. Diese Operationsverfahren sind zudem anzuwenden, wenn die Lähmung über 2 bis 3 Jahre her ist, so dass eine Nerven-Wiederherstellung nicht mehr sinnvoll ist. Nach einem so langen Zeitraum ist der Gesichtnerv narbig umgewandelt und auch die Gesichtsmuskulatur unwiederbringlich verkümmert, dass eine Nervenrekonstruktion nicht mehr sinnvoll ist. Es sind für diesen Fall dynamische Maßnahmen, bei denen wieder eine Beweglichkeit erzielt werden soll, von statischen Maßnahmen abzugrenzen, die ausschließlich zum Ziel haben wieder eine Ruhespannung im Gesicht zu erzeugen.

Dynamische Muskelplastik mit einem Kaumuskel
Hierbei wird einer der gleichseitigen Kaumuskeln von seiner normalen Position verlagert und im Mundwinkel aufgehängt. Dies sorgt sofort wieder für eine gute Spannung im Mundbereich. Am Auge sind die Ergebnisse nicht so gut, sodass zumeist auf eine Aufhängung am Auge verzichtet wird. Hier bietet sich zusätzlich ein anderes, besseres Verfahren an. Nach einer solchen Muskelplastik muss der Patient lernen durch Kaubewegungen das Gesicht zu bewegen. Da bei dieser Operation nur Muskeln versetzt werden, kann unmittelbar nach Abschluss der Wundheilung mit der Übungsbehandlung begonnen werden. Die Ergebnisse sind nicht so gut wie nach einer Nervenrekonstruktion. Die Bewegung des Mundes bleibt im Vergleich zur normalen Funktion wesentlich gröber. Auf jeden Fall kann mit einer solchen Maßnahme verhindert werden, dass dem Patienten zum Beispiel weiter beim Essen unkontrolliert Flüssigkeit aus dem Mund läuft.

Statische Maßnahmen
Anstatt einer Muskelverlagerung kann auch kräftige Muskelhaut von Oberschenkel-Beinmuskeln oder eine Sehne eines Unterarmmuskels wie ein Zügel zwischen Mundwinkel und Wangenknochen aufgespannt werden. Hiermit erzielt man sofort eine gute Ruhespannung des unteren Gesichts. Eine verbesserte Bewegung des Gesichtes tritt nicht ein.

Die Sonderstellung des Auges: Statische Maßnahmen am Auge
Die einfachste Möglichkeit das Auge zu schützen, besteht im Tragen eines Uhrglasverbands. Dies wird von vielen Patienten auf Dauer als sehr störend empfunden. Zudem kann hiermit eine Augenentzündung nicht sicher verhindert werden. Das operative Verfahren der Wahl zur Wiederherstellung des Augenschlusses ist in Deutschland das Einsetzen eines Goldgewichts (neuerdings auch mit Platingewichten möglich). Dieses Goldgewicht wird in einer lokalen Betäubung in das Oberlid eingenäht. Durch das Gewicht wird das Auge passiv geschlossen. Das Öffnen des Auges bleibt weiter möglich, da es einen Augenöffnungs-Muskel gibt, der nicht vom Gesichtsnerv gesteuert wird und der regelrecht funktioniert. Die Operation ist kurz und risikoarm. Ein Gewicht kann auch im Rahmen der anderen oben genannten Operationen eingesetzt werden; kommt es dann zum Beispiel nach einer Nervenrekonstruktion zu einer Erholung der Augenschluss-Muskulatur, so kann das Gewicht problemlos wieder entfernt werden.

Die genannten chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten sind die am häufigsten eingesetzten Verfahren. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer operativer Eingriffe, die im Einzelfall ergänzend eingesetzt werden.

* Als Synkinese bezeichnet man eine Bewegungsstörung, bei der es zu einer unwillkürlichen Mitbewegung nicht an der beabsichtigten Bewegung beteiligter Muskeln bzw. Muskelgruppen kommt.


Nicht-chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

Die Krankengymnastik und andere physikalisch Übungsbehandlung hat eine große Bedeutung sobald die ersten Bewegungen nach einer Nervenrekonstruktion eintreten. Eine intensive Übungsbehandlung verbessert das endgültige Ergebnis dauerhaft. Werden ausschließlich Muskelplastiken vorgenommen, so kann mit der Übungsbehandlung unmittelbar nach Abschluss der Wundheilung begonnen werden. Von einer Reizstrom-Behandlung raten wir ab: Zum einen fehlt der Beweis, das eine Reizstrom-Behandlung zu einer Besserung der Gesichtsnervenlähmung führt. Zum anderen ist für mehrere Monate nach einer Reizstrombehandlung eine elektromyographische Untersuchung, die für die Untersuchung des Patienten wichtig ist, unmöglich.

Botulinum - Toxin A

Ein unterstützend anzuwendendes medikamentöses Verfahren ist von Bedeutung: Wie berichtet sind nach Nerven-rekonstruktionen, ob durch eine direkte Naht, Nerventransplantat oder Hypoglossus-Fazialis-Nervennaht, fast immer störende Synkinesien zu beobachten. Insbesondere die Mitbewegung der Augenschluss-Muskulatur kann für den Patienten sehr störend sein. In diesem Fall kann man das Medikament Botulinum-Toxin A in die Augenschluss-Muskulatur einspritzen, um die überschießende Aktivierung des Muskels zu schwächen und die Synkinesien zu mildern. Die Wirkung des Medikaments hält etwa vier Monate an und muss dann wiederholt werden. Klagt der Patient über Krokodilstränen, so kann Botulinum-Toxin A auch in die betroffene Tränendrüse gespritzt werden. Durch diese Maßnahme wird die Tränenproduktion für etwa ein Jahr verringert.

Weiter Informationen zum Thema Botulinum finden Sie hier.



Fazit

Spezialisierte Kliniken wie die Jenaer Universitäts-HNO - Klinik können heute eine große Auswahl von erprobten Operations-maßnahmen zur Wiederherstellung des Gesichtsnervs und der mimischen Gesichtsmuskulatur anbieten. Aus dieser Auswahl muss man individuell nach den Voraussetzungen und Wünschen des Patienten das optimale Verfahren oder eine Kombination mehrerer Verfahren auswählen, um für den Patienten wieder eine befriedigende Gesichtsbewegung herzustellen.



Arbeiten zur Fazialisrekonstruktion unter Leitung oder Mitwirkung von Herrn Prof. Guntinas-Lichius

  1. Guntinas-Lichius O, Wagner M, Michel O (1999) Neurinom des Nervus petrosus major. HNO 47:279-282.
  2. Guntinas-Lichius O (2002) Die bleibende Gesichtsnervenlähmung - die irreversible Fazialisparese. In: Fazialisparese - Was ist eine Fazialisparese und welche Therapiemöglichkeiten gibt es. Informationsschriften der Vereinigung Akustikus Neurinom Nr. 1, Seite 2-8.
  3. Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Schroeder U, Quante G, Jungehuelsing M, Stennert E (2004) Primary parotid malignoma surgery in patients with normal preoperative facial nerve function: Outcome and long-term postoperative facial nerve function. Laryngoscope 114:949-956.
  4. Guntinas-Lichius O, Sittel C (2004) Diagnostik von Erkrankungen und der Funktion des Nervus fazialis. HNO 52:1115-1132.
  5. Guntinas-Lichius O (2005) Aktuelles und Standards der Parotis- und Fazialischirurgie. HNO aktuell 13:193-196.
  6. Guntinas-Lichius O, Streppel M, Stennert E (2006) Postoperative functional evaluation of different reanimation techniques for facial nerve repair. Am J Surg 191:61-67.
  7. Huttenbrink KB (1995) [Therapy of peripheral facial nerve paralysis and hearing loss]. Dtsch Med Wochenschr 120:1102.
  8. Jungehülsing M, Guntinas-Lichius O, Stennert E (2001) Rehabilitation der anhaltenden Fazialisparese. Teil 1. HNO 49:418-427.
  9. Jungehülsing M, Guntinas-Lichius O, Stennert E (2001) Rehabilitation der anhaltenden Fazialisparese. Teil 2. HNO 49:484-496.
  10. Streppel M, Guntinas-Lichius O (1998) Topo- und Elektrodiagnostik des N. facialis - einschließlich Magnetstimulation. HNO-Informationen Einlage 1/1998.
  11. Streppel M, Angelov DN, Guntinas-Lichius O, Neiss WF (1998) Nervenplastische Eingriffe des N. facialis beim älteren Menschen - Morphologische Erklärung für enttäuschende funktionelle Ergebnisse. Larygol Rhinol Otol 77:332-336.
  12. Sittel C, Guntinas-Lichius O, Streppel M, Stennert E (1998) Variability of repeated facial nerve electroneurography in healthy subjects. Laryngoscope 108:1177-1180.
  13. Sittel C, Guntinas-Lichius O, Eckel HE, Streppel M, Stennert E (2000) Zur zeitlichen Inkonstanz der Neuromyographie des Nervus facialis beim Gesunden. HNO 48:275-280.
  14. Stennert E, Jungehülsing M (2001) Chirurgie der Glandula parotis einschließlich rekonstruktiver Fazialis-Chirurgie: Standard und Qualitätssicherung. Laryngo-Rhino-Otol 2001; 80 Supplement 1: 156-197


HNO-Krankheiten und Therapien

Heiserkeit

Heiserkeit

Verschiedenste Erkrankungen können die Ursache von Heiserkeit sein. Von einer harmlosen Erkältung bis zu einer Krebs-erkrankung reicht hierbei das Spektrum. Eine permanente Reizung der Kehlkopfschleimhaut (z. B. durch Zigarettenrauch) fördert die Entstehung einer chronischen Kehlkopfentzündung mit nachfolgender Heiserkeit. Aber auch die Überbeanspruchung der Stimme (z. B. in Sprechberufen: Lehrer, Sänger, …) kann Ursache einer Heiserkeit sein. Eine weitere Ursache ist die Schädigung des Nervs, welcher für die Stimmlippenfunktion verantwortlich ist. Dies kann z. B. nach Schilddrüsenoperationen der Fall sein. Auch ein Sodbrennen kann über eine Reizung der Stimmbänder durch die Magensäure eine Heiserkeit verursachen.

Besteht Heiserkeit über einen längeren Zeitraum kann auch ein Tumor die Ursache sein. Jede Heiserkeit, die länger als drei Wochen besteht, muss daher durch den HNO-Arzt abgeklärt werden!

Die Therapie der Heiserkeit richtet sich nach der Ursache. Auch hier reicht das Spektrum von Stimmschonung und dem Erlernen des richtigen Umgangs mit der Stimme im Rahmen einer Stimmtherapie über die Therapie mit Medikamenten bis hin zu operativen Eingriffen.

Bei einer nicht lange bestehenden Heiserkeit kann das Beachten einfacher Regeln eine Verbesserung der Stimme erbringen:

  • Schonung der Stimme (wenig reden, nicht flüstern!)
  • nicht Rauchen
  • Dampfbäder (z. B. mit Sole Salzen)
  • auf ausreichende Luftfeuchtigkeit achten

Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

HNO-Kinderkrankheiten

HNO-Kinderkrankheiten
Kind mit typischer Mundatmung bei vergrößerter Rachenmandel

Erkrankungen im HNO-Bereich betreffen Menschen aller Altersklassen. Besonders Krankheiten im Bereich des Rachens und der Ohren bedürfen schon im Kindesalter einer stationären Therapie. In unserem Haus steht dafür ein separater Kinderbereich zur Verfügung. Hier werden unsere jüngsten Patienten von besonders geschultem Personal betreut. Es besteht auch die Möglichkeit der Mitaufnahme einer Begleitperson. Sollten Sie von weiter anreisen und es wünschen, ist meist auch eine Aufnahme bereits am Vortag der Operation möglich. Zu Routineeingriffen ist nach erfolgter vorstätionärer Vorbereitung die Aufnahme am Operationstag in der Regel ausreichend. Auch Kinder, die in unserem Hause ambulant operiert werden, werden am Operationstag über unseren Kinderbereich betreut.

Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündungen sind im Kindesalter sehr häufig. Man schätzt, dass über 90% der Kinder eine Episode einer akuten Mittelohrentzündung erleiden. Die Häufung im Kindesalter ist durch Besonderheiten im Verlauf des Verbindungsgangs zwischen dem Nasenrachen und dem Mittelohr bedingt (= Ohrtrompete, Tuba auditiva, Eustachische Röhre). Weiterhin spielen die häufigen Infekte und eine vergrößerte Rachenmandel in der Entstehung von Mittelohrentzündungen eine wesentliche Rolle. Eine akute Mittelohrentzündung bedarf in der Regel keiner Therapie im Krankenhaus. Ausnahme ist ein Übergreifen der Entzündung auf dem Knochen hinter dem Ohr (Mastoid). Eine solche seltene Form der Entzündung muss operativ versorgt werden (Mastoidektomie).
Selten ist im Kindesalter eine Tympanoplastik (link folgt) bei einer chronischen Mittelohrentzündung erforderlich. Hauptproblem im Kindesalter ist die chronische Belüftungsstörung des Mittelohres (chronischer Tubenmittelohrkatarrh).

Chronischer Tubenmittelohrkatarrh
Zäher Erguss wird über einen Trommelfellschnitt abgesaugt

Störungen des Druckausgleiches im Mittelohr sind besonders bei Vorschulkindern recht häufig. Dabei kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung (Paukenerguss) im Mittelohr, welches normalerweise lufthaltig ist. Die eingelagerte Flüssigkeit mindert die Verstärkerfunktion des Mittelohres. Es resultiert eine Schwerhörigkeit, die bei längerem Bestehen zum Beispiel auch das normale Erlernen der Sprache behindern kann.

Therapie
Im Trommelfell liegendes Paukenröhrchen aus Gold

Tritt ein Erguss im Mittelohr im Rahmen eines Infektes auf, so sollte zunächst mit konservativen Mitteln (Nasentropfen, später auch mit Druckausgleichs- manövern) versucht werden, eine Heilung zu erzielen. Erst wenn die Erkrankung sich über Wochen oder gar Monate nicht bessert, muss eine operative Therapie erfolgen. Dabei wird das Trommelfell eröffnet und die Flüssigkeit abgesaugt. Bei sehr zähem Erguss muss die geschaffene Öffnung im Trommelfell für einige Zeit offen gehalten werden. Dazu wir ein so genanntes Paukenröhrchen eingesetzt, so dass das Mittelohr direkt über den Gehörgang belüftet wird.

Risiken

Probleme bei einer solchen Behandlung sind sehr selten. Bei liegenden Paukenröhrchen ist ein Schutz des Ohres vor Badewasser erforderlich, da eindringendes Wasser eine erneute Mittelohrentzündung auslösen kann. Die Paukenröhrenchen werden meist von selbst in den Gehörgang abgestoßen. Nur in Einzelfällen ist eine operative Entfernung erforderlich. Kommt es wiederholt nach Abstoßen der Paukenröhrchen zu erneuter Ergussbildung oder ist ein chronischer Tubenkatarrh über Jahre vorauszusehen, kann auch die Einlage von Dauer-Paukenröhrchen sinnvoll sein. Dauer-Paukenröhrchen werden nicht vor selbst abgestoßen, sondern müssen nach Ausheilung der Erkrankung durch eine Operation wieder entfernt werden.

Rachenmandelhyperplasie (kindliche Polypen, Adenoide oder Wucherungen)
Lokalisation des Nasenrachens an Hand eines MRT-Bildes

Die Rachenmandel ist Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegt im Nasenrachen und ist daher beim Blick in den geöffneten Mund nicht sichtbar. Gerade bei Kindern im Vorschulalter ist die Rachenmandel oft Anlass zu einer hno-ärztlichen Behandlung. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe als Teil der körpereigenen Abwehr in diesem Alter sehr aktiv. Dies kann unter Umständen zu einer exzessiven Vergrößerung der Rachenmandel führen. Im Volksmund wird die Rachenmandelvergößerung oft als Polypen oder Wucherungen bezeichnet. Das ist irreführend, da es sich nicht um echte Polypen oder gar um eine tumoröse Neubildung handelt.

Symptome
Vergrößerte Rachenmandel (endoskopischer Blick vom Mundrachen in den Nasenrachen)

Kinder mit einer vergrößerten Rachenmandel leiden an einer Behinderung der Nasenatmung. Sie sind meist Mundatmer, was am ständig geöffneten Mund gut zu erkennen ist. Dies führt in der Nacht zu einem teils erheblichen Schnarchen. Dies kann bis zur Ausbildung eines kindlichen Schlafapnoesyndroms führen. Die Kinder sind durch den gestörten Schlaf schlecht aufnahmefähig, unruhig und oft müde. Weiterhin kommt es im Bereich der nicht belüfteten Nase zu anhaltenden Infekten (Stauungsrhinitis). Der Funktionsverlust der Nase führt zu einer Infekthäufung in den unteren Atemwegen, was durch die mangelnde Anfeuchtung, Reinigung und Anwärmung der Atemluft mit begründet ist. Ganz wesentlich ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens bei vielen Kindern mit einer solchen Erkrankung. Durch die vergrößerte Rachenmandel wird dabei der Druckausgleich zwischen Nasenrachen und Mittelohr behindert (Mittelohrentzündung). In einigen Fällen führt die anhaltende Hörminderung zu einer Störung der Sprachentwicklung.

Therapie
Nach Abtragung ist die Nase von hinten frei einsehbar

Die Therapie der vergrößerten Rachenmandel stellt die Entfernung im Rahmen einer so genannten Adenotomie dar. Diese Operation ist eine der häufigsten Operationen im Kindesalter und erfolgt in Vollnarkose. Kinder aus dem Stadtgebiet von Jena können ambulant operiert werden. Dies bedeutet, dass Sie mit Ihrem Kind am Operationstag etwa 17.00 Uhr unsere Klinik wieder verlassen können. Weiter entfernt wohnende Kinder und ggf. auch Begleitpersonen werden erst am ersten Tag nach der Operation entlassen. Sollten Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.

Risiken der Operation

"Braucht mein Kind nicht das Mandelgewebe?" oder "Mein Kind ist noch so klein, kann die Operation nicht später durchgeführt werden?" sind Fragen besorgter Eltern mit denen wir oft konfrontiert werden. Zunächst ist zu sagen, dass im Bereich des Rachenringes noch viel mehr Mandelgewebe zur Immunabwehr vorhanden ist. Eine verminderte körpereigene Abwehr durch die Entfernung der Rachenmandel ist daher nicht zu erwarten. Das Hinauszögern der Therapie ist ebenfalls nicht sinnvoll. Gerade die Einschränkungen in der normalen Entwicklung und die verzögerte Sprachentwicklung bedürfen einer zeitnahen Therapie der Rachenmandel.

Bei der Adenotomie handelt es sich um einen Routineeingriff. Ernsthafte Probleme während oder nach einer solchen Operation sind extrem selten. Das häufigste Problem ist ein Nachwachsen der Rachenmandel. Dies ist durch die Operationstechnik (es erfolgt nur eine Kürettage und keine vollständige Entfernung) bedingt und kann bis zu einem erneut operationswürdigen Befund gehen. Wie bei anderen Eingriffen im Rachen besteht für ca. 1 Woche nach der Operation eine Entzündungs- und Nachblutungsrisiko. Ihr Kind kann in dieser Zeit den Kindergarten etc. nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.

Tonsillektomie (Mandelentfernung) bei rezidivierender akuter Mandelentzündung (Tonsillitis)
Beläge auf beiden Mandeln bei Angina tonsillaris

Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegen im Mundrachen und sind beim Blick in den geöffneten Mund, so noch vorhanden, meist zu sehen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe in der Kindheit als Teil der körpereigenen Abwehr häufig von Infektionen betroffen. Vor allem bei einer durch Bakterien bedingten Entzündung, der so genannten Angina (tonsillaris), kommt es dabei zu erheblichen Schluckbeschwerden verbunden mit Fieber und anderen Allgemeinsymptomen. Außerdem können durch die Bakteriengifte Folgeerkrankungen am Herz, an den Gelenken oder an den Nieren auftreten. Eine weitere Komplikation der Mandelentzündung stellt der Mandelabszess dar. Hier sammelt sich Eiter im Gewebe hinter oder neben der Mandel an.

Treten drei oder mehr Episoden von akuten Mandelentzündungen pro Jahr auf oder wurde eine Folgeerkrankung diagnostiziert, sollte geprüft werden, ob  die Gaumenmandeln entfernt werden sollten. Treten mehr als 5-6 Episoden auf, die mit Antibiotika behandelt werden müssen, so ist die Entfernung zumeist zu empfehlen. Ebenso empfehlen wir die Mandelentfernung zur Therapie eines Mandelabszesses.

Therapie

Die Operation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines stationären Aufenthaltes von ca. einer Woche. Wenn Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.
Ihr Kind wird nach der Operation auf unserer Kinderstation betreut. Hierbei können auch auftretende Schluckprobleme durch die Gabe von Schmerzmitteln behandelt werden. Die häufigste Komplikation der Therapie ist eine Nachblutung. Sie ist auch der Grund des stationären Aufenthaltes nach der Operation. Nach der Entlassung kann Ihr Kind für mindestens einen Woche Schule oder Kindergarten nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.

Tonsillotomie (Mandelkappung) bei vergrößerten Gaumenmandeln
Stark vergrößerte Gaumenmandeln vor Operation (links) und Blutungsarmes Schneiden mit dem CO2-Laser (rechts)

Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegen im Mundrachen und sind beim Blick in den geöffneten Mund, so noch vorhanden, meist zu sehen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe in der Kindheit als Teil der körpereigenen Abwehr sehr aktiv. Dies kann unter Umständen zu einer exzessiven Vergrößerung der Gaumenmandeln führen.

 

Symptome

Kinder mit stark vergrößerten Gaumenmandeln sind meist Mundatmer, was am ständig geöffneten Mund gut zu erkennen ist. Sie leiden an einer Behinderung der Nasenatmung. Dies führt in der Nacht zu einem teils erheblichen Schnarchen. Die Ausbildung eines kindlichen Schlafapnoesyndroms ist bei einer Gaumenmandelvergrößerung häufig. Kinder sind durch den gestörten Schlaf am Tage schlecht aufnahmefähig, unruhig und oft müde. Weiterhin kann durch Einengung des Rachens das Schlucken behindert sein. Insgesamt kommt es zu einer allgemeinen Beeinträchtigung der Entwicklung.

Verbleibendes Mandelgewebe am Ende der Operation
Therapie

Die Therapie verfolgt das Ziel den Gewebeüberschuss zu beseitigen ohne die Gaumenmandeln ganz zu entfernen, damit diese ihre wichtige Funktion für das Abwehrsystem behalten. Dies ist mit der Mandelkappung (Tonsillotomie) unter Einsatz eines modernen Lasers möglich. Sollte ihr Kind aber bereits wiederholt Mandelentzündungen durchgemacht haben, ist eine Mandelkappung nicht mehr möglich. Die Operation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes. Wenn Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.


Risken der Operation

Bei der Tonsillotomie handelt es sich um ein modernes Verfahren. Die postoperativen Schmerzen sind meist geringer als bei einer kompletten Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie). Durch den Einsatz des CO2-Lasers kann das Mandelgewebe blutungsarm abgetragen werden. Dennoch besteht ein geringes Nachblutungsrisiko. Ihr Kind wird daher nach der Operation auf unserer Kinderstation betreut. Hierbei können auch auftretende Schluckprobleme durch die Gabe von Schmerzmitteln behandelt werden. Wie bei anderen Eingriffen im Rachen besteht auch nach Entlassung für ca. 10 Tage nach der Operation eine Entzündungs- und Nachblutungsrisiko. Ihr Kind kann in dieser Zeit den Kindergarten etc. nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.

Kindliche Hörstörung

Das Gehör beeinflusst in unterschiedlichem Ausmaß unser Leben. Störungen beeinträchtigen die Alarmierung vor Gefahren, die Orientierung, den sozialen Kontakt und unter anderem auch den Spracherwerb. In welchem Ausmaß die Hörstörung uns beeinträchtigt hängt vom Zeitpunkt, dem Schweregrad, der Art und der Dauer der Hörstörung ab. Es gibt unterschiedliche Ursachen für Hörstörungen, sie können erworben aber auch angeboren sein.

Wie können wir Hörstörungen aber rechtzeitig bei unseren Kindern erkennen? Eine gezielte Beobachtung hilft uns dabei. Es ergeben sich viele Hinweise im häuslichen Bereich:

  • Erschreckt das Kind bei lauten Geräuschen?
  • Erwecken unbekannte Geräusche das Interesse des Kindes? (Der Gegenstand sollte aber nicht im Blickfeld des Kindes sein.)
  • Reagiert des Kindes auf den eigenen Namen, wenn Sie es in normaler Lautstärke rufen?
  • Zeigt das Kind bei Aufforderung auf den entsprechenden Gegenstand?

Jeder noch so kleine Verdacht auf eine Hörstörung sollte abgeklärt werden.

Unabhängig vom Alter kann bei einer ärztlichen Untersuchung das Gehör überprüft werden. Die aktive Mitarbeit des Kindes ist dazu nicht zwingend erforderlich. Durch eine rechtzeitige Diagnosestellung können schnell notwendige Therapien eingeleitet und Folgebeeinträchtigungen vermieden bzw. reduziert werden.



Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündungen sind im Kindesalter sehr häufig. Man schätzt, dass über 90% der Kinder eine Episode einer akuten Mittelohrentzündung erleiden. Die Häufung im Kindesalter ist durch Besonderheiten im Verlauf des Verbindungsgangs zwischen dem Nasenrachen und dem Mittelohr bedingt (= Ohrtrompete, Tuba auditiva, Eustachische Röhre). Weiterhin spielen die häufigen Infekte und eine vergrößerte Rachenmandel in der Entstehung von Mittelohrentzündungen eine wesentliche Rolle. Eine akute Mittelohrentzündung bedarf in der Regel keiner Therapie im Krankenhaus. Ausnahme ist ein Übergreifen der Entzündung auf dem Knochen hinter dem Ohr (Mastoid). Eine solche seltene Form der Entzündung muss operativ versorgt werden (Mastoidektomie).
Selten ist im Kindesalter eine Tympanoplastik (link folgt) bei einer chronischen Mittelohrentzündung erforderlich. Hauptproblem im Kindesalter ist die chronische Belüftungsstörung des Mittelohres (chronischer Tubenmittelohrkatarrh).

Chronischer Tubenmittelohrkatarrh
Zäher Erguss wird über einen Trommelfellschnitt abgesaugt

Störungen des Druckausgleiches im Mittelohr sind besonders bei Vorschulkindern recht häufig. Dabei kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung (Paukenerguss) im Mittelohr, welches normalerweise lufthaltig ist. Die eingelagerte Flüssigkeit mindert die Verstärkerfunktion des Mittelohres. Es resultiert eine Schwerhörigkeit, die bei längerem Bestehen zum Beispiel auch das normale Erlernen der Sprache behindern kann.

Therapie
Im Trommelfell liegendes Paukenröhrchen aus Gold

Tritt ein Erguss im Mittelohr im Rahmen eines Infektes auf, so sollte zunächst mit konservativen Mitteln (Nasentropfen, später auch mit Druckausgleichs- manövern) versucht werden, eine Heilung zu erzielen. Erst wenn die Erkrankung sich über Wochen oder gar Monate nicht bessert, muss eine operative Therapie erfolgen. Dabei wird das Trommelfell eröffnet und die Flüssigkeit abgesaugt. Bei sehr zähem Erguss muss die geschaffene Öffnung im Trommelfell für einige Zeit offen gehalten werden. Dazu wir ein so genanntes Paukenröhrchen eingesetzt, so dass das Mittelohr direkt über den Gehörgang belüftet wird.

Risiken

Probleme bei einer solchen Behandlung sind sehr selten. Bei liegenden Paukenröhrchen ist ein Schutz des Ohres vor Badewasser erforderlich, da eindringendes Wasser eine erneute Mittelohrentzündung auslösen kann. Die Paukenröhrenchen werden meist von selbst in den Gehörgang abgestoßen. Nur in Einzelfällen ist eine operative Entfernung erforderlich. Kommt es wiederholt nach Abstoßen der Paukenröhrchen zu erneuter Ergussbildung oder ist ein chronischer Tubenkatarrh über Jahre vorauszusehen, kann auch die Einlage von Dauer-Paukenröhrchen sinnvoll sein. Dauer-Paukenröhrchen werden nicht vor selbst abgestoßen, sondern müssen nach Ausheilung der Erkrankung durch eine Operation wieder entfernt werden.



Adenoide

Lokalisation des Nasenrachens an Hand eines MRT-Bildes

Die Rachenmandel ist Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegt im Nasenrachen und ist daher beim Blick in den geöffneten Mund nicht sichtbar. Gerade bei Kindern im Vorschulalter ist die Rachenmandel oft Anlass zu einer hno-ärztlichen Behandlung. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe als Teil der körpereigenen Abwehr in diesem Alter sehr aktiv. Dies kann unter Umständen zu einer exzessiven Vergrößerung der Rachenmandel führen. Im Volksmund wird die Rachenmandelvergößerung oft als Polypen oder Wucherungen bezeichnet. Das ist irreführend, da es sich nicht um echte Polypen oder gar um eine tumoröse Neubildung handelt.

Symptome
Vergrößerte Rachenmandel (endoskopischer Blick vom Mundrachen in den Nasenrachen)

Kinder mit einer vergrößerten Rachenmandel leiden an einer Behinderung der Nasenatmung. Sie sind meist Mundatmer, was am ständig geöffneten Mund gut zu erkennen ist. Dies führt in der Nacht zu einem teils erheblichen Schnarchen. Dies kann bis zur Ausbildung eines kindlichen Schlafapnoesyndroms führen. Die Kinder sind durch den gestörten Schlaf schlecht aufnahmefähig, unruhig und oft müde. Weiterhin kommt es im Bereich der nicht belüfteten Nase zu anhaltenden Infekten (Stauungsrhinitis). Der Funktionsverlust der Nase führt zu einer Infekthäufung in den unteren Atemwegen, was durch die mangelnde Anfeuchtung, Reinigung und Anwärmung der Atemluft mit begründet ist. Ganz wesentlich ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens bei vielen Kindern mit einer solchen Erkrankung. Durch die vergrößerte Rachenmandel wird dabei der Druckausgleich zwischen Nasenrachen und Mittelohr behindert (Mittelohrentzündung). In einigen Fällen führt die anhaltende Hörminderung zu einer Störung der Sprachentwicklung.

Therapie
Nach Abtragung ist die Nase von hinten frei einsehbar

Die Therapie der vergrößerten Rachenmandel stellt die Entfernung im Rahmen einer so genannten Adenotomie dar. Diese Operation ist eine der häufigsten Operationen im Kindesalter und erfolgt in Vollnarkose. Kinder aus dem Stadtgebiet von Jena können ambulant operiert werden. Dies bedeutet, dass Sie mit Ihrem Kind am Operationstag etwa 17.00 Uhr unsere Klinik wieder verlassen können. Weiter entfernt wohnende Kinder und ggf. auch Begleitpersonen werden erst am ersten Tag nach der Operation entlassen. Sollten Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.

Risiken der Operation

"Braucht mein Kind nicht das Mandelgewebe?" oder "Mein Kind ist noch so klein, kann die Operation nicht später durchgeführt werden?" sind Fragen besorgter Eltern mit denen wir oft konfrontiert werden. Zunächst ist zu sagen, dass im Bereich des Rachenringes noch viel mehr Mandelgewebe zur Immunabwehr vorhanden ist. Eine verminderte körpereigene Abwehr durch die Entfernung der Rachenmandel ist daher nicht zu erwarten. Das Hinauszögern der Therapie ist ebenfalls nicht sinnvoll. Gerade die Einschränkungen in der normalen Entwicklung und die verzögerte Sprachentwicklung bedürfen einer zeitnahen Therapie der Rachenmandel.

Bei der Adenotomie handelt es sich um einen Routineeingriff. Ernsthafte Probleme während oder nach einer solchen Operation sind extrem selten. Das häufigste Problem ist ein Nachwachsen der Rachenmandel. Dies ist durch die Operationstechnik (es erfolgt nur eine Kürettage und keine vollständige Entfernung) bedingt und kann bis zu einem erneut operationswürdigen Befund gehen. Wie bei anderen Eingriffen im Rachen besteht für ca. 1 Woche nach der Operation eine Entzündungs- und Nachblutungsrisiko. Ihr Kind kann in dieser Zeit den Kindergarten etc. nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.



Tonsillektomie

Beläge auf beiden Mandeln bei Angina tonsillaris

Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegen im Mundrachen und sind beim Blick in den geöffneten Mund, so noch vorhanden, meist zu sehen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe in der Kindheit als Teil der körpereigenen Abwehr häufig von Infektionen betroffen. Vor allem bei einer durch Bakterien bedingten Entzündung, der so genannten Angina (tonsillaris), kommt es dabei zu erheblichen Schluckbeschwerden verbunden mit Fieber und anderen Allgemeinsymptomen. Außerdem können durch die Bakteriengifte Folgeerkrankungen am Herz, an den Gelenken oder an den Nieren auftreten. Eine weitere Komplikation der Mandelentzündung stellt der Mandelabszess dar. Hier sammelt sich Eiter im Gewebe hinter oder neben der Mandel an.

Treten drei oder mehr Episoden von akuten Mandelentzündungen pro Jahr auf oder wurde eine Folgeerkrankung diagnostiziert, sollte geprüft werden, ob  die Gaumenmandeln entfernt werden sollten. Treten mehr als 5-6 Episoden auf, die mit Antibiotika behandelt werden müssen, so ist die Entfernung zumeist zu empfehlen. Ebenso empfehlen wir die Mandelentfernung zur Therapie eines Mandelabszesses.

Therapie

Die Operation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines stationären Aufenthaltes von ca. einer Woche. Wenn Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.
Ihr Kind wird nach der Operation auf unserer Kinderstation betreut. Hierbei können auch auftretende Schluckprobleme durch die Gabe von Schmerzmitteln behandelt werden. Die häufigste Komplikation der Therapie ist eine Nachblutung. Sie ist auch der Grund des stationären Aufenthaltes nach der Operation. Nach der Entlassung kann Ihr Kind für mindestens einen Woche Schule oder Kindergarten nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.



Tonsillotomie

Stark vergrößerte Gaumenmandeln vor Operation (links) und Blutungsarmes Schneiden mit dem CO2-Laser (rechts)

Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegen im Mundrachen und sind beim Blick in den geöffneten Mund, so noch vorhanden, meist zu sehen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe in der Kindheit als Teil der körpereigenen Abwehr sehr aktiv. Dies kann unter Umständen zu einer exzessiven Vergrößerung der Gaumenmandeln führen.

 

Symptome

Kinder mit stark vergrößerten Gaumenmandeln sind meist Mundatmer, was am ständig geöffneten Mund gut zu erkennen ist. Sie leiden an einer Behinderung der Nasenatmung. Dies führt in der Nacht zu einem teils erheblichen Schnarchen. Die Ausbildung eines kindlichen Schlafapnoesyndroms ist bei einer Gaumenmandelvergrößerung häufig. Kinder sind durch den gestörten Schlaf am Tage schlecht aufnahmefähig, unruhig und oft müde. Weiterhin kann durch Einengung des Rachens das Schlucken behindert sein. Insgesamt kommt es zu einer allgemeinen Beeinträchtigung der Entwicklung.

Verbleibendes Mandelgewebe am Ende der Operation
Therapie

Die Therapie verfolgt das Ziel den Gewebeüberschuss zu beseitigen ohne die Gaumenmandeln ganz zu entfernen, damit diese ihre wichtige Funktion für das Abwehrsystem behalten. Dies ist mit der Mandelkappung (Tonsillotomie) unter Einsatz eines modernen Lasers möglich. Sollte ihr Kind aber bereits wiederholt Mandelentzündungen durchgemacht haben, ist eine Mandelkappung nicht mehr möglich. Die Operation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes. Wenn Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.


Risken der Operation

Bei der Tonsillotomie handelt es sich um ein modernes Verfahren. Die postoperativen Schmerzen sind meist geringer als bei einer kompletten Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie). Durch den Einsatz des CO2-Lasers kann das Mandelgewebe blutungsarm abgetragen werden. Dennoch besteht ein geringes Nachblutungsrisiko. Ihr Kind wird daher nach der Operation auf unserer Kinderstation betreut. Hierbei können auch auftretende Schluckprobleme durch die Gabe von Schmerzmitteln behandelt werden. Wie bei anderen Eingriffen im Rachen besteht auch nach Entlassung für ca. 10 Tage nach der Operation eine Entzündungs- und Nachblutungsrisiko. Ihr Kind kann in dieser Zeit den Kindergarten etc. nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.



Kindliche Hörstörung

Das Gehör beeinflusst in unterschiedlichem Ausmaß unser Leben. Störungen beeinträchtigen die Alarmierung vor Gefahren, die Orientierung, den sozialen Kontakt und unter anderem auch den Spracherwerb. In welchem Ausmaß die Hörstörung uns beeinträchtigt hängt vom Zeitpunkt, dem Schweregrad, der Art und der Dauer der Hörstörung ab. Es gibt unterschiedliche Ursachen für Hörstörungen, sie können erworben aber auch angeboren sein.

Wie können wir Hörstörungen aber rechtzeitig bei unseren Kindern erkennen? Eine gezielte Beobachtung hilft uns dabei. Es ergeben sich viele Hinweise im häuslichen Bereich:

  • Erschreckt das Kind bei lauten Geräuschen?
  • Erwecken unbekannte Geräusche das Interesse des Kindes? (Der Gegenstand sollte aber nicht im Blickfeld des Kindes sein.)
  • Reagiert des Kindes auf den eigenen Namen, wenn Sie es in normaler Lautstärke rufen?
  • Zeigt das Kind bei Aufforderung auf den entsprechenden Gegenstand?

Jeder noch so kleine Verdacht auf eine Hörstörung sollte abgeklärt werden.

Unabhängig vom Alter kann bei einer ärztlichen Untersuchung das Gehör überprüft werden. Die aktive Mitarbeit des Kindes ist dazu nicht zwingend erforderlich. Durch eine rechtzeitige Diagnosestellung können schnell notwendige Therapien eingeleitet und Folgebeeinträchtigungen vermieden bzw. reduziert werden.



HNO-Krankheiten und Therapien

Hörgeräte

Hörgeräte Implantierbares Hörgerät

Für viele schwerhörige Patienten stellt ein Hörgerät eine wichtige Hilfe zum Hören dar.

Implantierbaree Hörgerät im Mittelohr des Patienten.

Aber es gibt Patienten, die ein normales Hörgerät (hinter dem Ohr oder im Gehörgang) wegen häufiger Gehörgangsentzündungen, Druckgefühlen durch den Verschluss des Gehörganges oder einfach aufgrund der Kennzeichnung als Schwerhöriger durch das Hörgerät nicht tragen können oder wollen.

Für diese Patienten gibt es seit wenigen Jahren die Möglichkeit, über ein in das Mittelohr einsetzbares Hörgerät die Teilnahme an der Welt er Hörenden wieder möglich zu machen.

Dazu wir über einen nicht sichtbaren Schnitt hinter dem Ohr der Empfänger des Hörgerätes in den Knochen des Ohrschädels eingesetzt und durch einen Übertragungsmechanismus mit den Gehörknöchelchen verbunden.

Das zum Empfang der Schallwellen notwendige Mikrofon wird in der Kopfbehaarung unsichtbar getragen.

Damit kann ein deutlich besseres Hören mit dem Hörgerät ermöglicht werden ohne das die oben beschriebenen Probleme auftreten.
Ob ein solches Gerät für den Patienten in Frage kommt, kann durch eine HNO-Unterschung und spezielle Hörtests festgestellt werden. Leider ist diese Operation noch keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen, so dass für jeden einzelnen Patienten die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse beantragt werden muss.

Knochenverankertes Hörgerät
Hörgrätehalterung (links), Hörgerät (rechts)

Benötigt ein Patient ein Hörgerät, kann jedoch aufgrund einer angeborenen Verengung der äußeren Gehörgänge, rezidivierender Entzündungen oder anderer Veränderungen kein klassisches Hörgerät in den äußeren Gehörgang einführen, besteht die Möglichkeit, über einen in den Knochen implantierten Knochenanker ein Hörgerät zu tragen. Auf dem in dem Schädelknochen eingesetzten Anker sitzt eine Aufnahmevorrichtung für das Hörgerät. Daran kann das Hörgerät befestigt werden. Die Versorgung besteht je nach Ausgangssituation aus einem oder zwei operativen Schritten.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Hörscreening bei Neugeborenen

Hörscreening bei Neugeborenen Definition

Das Hörscreening bei Neugeborenen ist eine moderne, objektive Methode, die uns eine Aussage über die Funktion des Innenohres eines Säuglings liefert. Sie dauert etwa eine bis drei Minuten pro Ohr. Sie wurde möglich, weil durch den Einsatz miniaturisierter Technik und moderner statistischer Tests Verfahren entwickelt werden konnten, die vollkommen automatisch ablaufen und zuverlässige Aussagen liefern.
Die Untersuchung kann während des Schlafes der Säuglinge erfolgen.

Folgeuntersuchungen

Sollte das Ergebnis beim Hörscreening bei Neugeborenen sein, dass ein Verdacht auf Hörminderung vorliegt, so ist eine Vorstellung des Säuglings während der ersten drei Lebensomante in unserer Einrichtung empfehlenswert. Ein intaktes Gehör ist eine wichtige Voraussetzung für den regelrechten Spracherwerb eines Säuglings.

Inhalt der Folgeuntersuchungen:

  • Visuelle Inspektion des Ohres durch den Arzt
  • Wiederholung des Hörscreenings

wenn man wieder ein unklares Ergebnis erhält, werden weitere Untersuchungen angeordnet:

  • Messung der frühen auditorisch evozierten Potenziale mittels BERA

Diese Messung wird während des Schlafs der Kinder durchgeführt. Dabei werden dem Kind wie beim Hörscreening akustische Clickreize über die Ohren appliziert und die Wanderung der im Ohr erzeugten elektrischen Ladungsträger entlang der Hörbahn (elektrische Potenziale) werden mit Hilfe eines empfindlichen Verstärkers gemessen. Dazu werden dem Kind Elektroden auf die Haut geklebt. Die Messung kann bis zu einer Stunde dauern, wenn das Kind fest schläft. Wir bemühen uns daher, die Messzeiten so zu legen, dass die Messung nach einer Mahlzeit stattfindet, so dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das Kind dann schläft. Die Messung ist für das Kind ungefährlich.



HNO-Krankheiten und Therapien

Hörstörungen

Hörstörungen

Hörstörungen (Schwerhörigkeit und Ohrgeräusche) sollten Sie sehr ernst nehmen und die Behandlung nicht auf die lange Bank schieben. Für die zwischenmenschliche Kommunikation ist Hören (und Sprechen) wichtiger als Sehen!

Definition

Eine Hörstörung liegt vor, wenn

  • bei verschiedenen Frequenzen eine Einschränkung gegenüber der normalen Hörfähigkeit festgestellt wird.
  • Hörstörungen können hervorgerufen werden durch Veränderungen/Schädigungen/Erkrankungen
    • des äußere Ohres
    • des Mittelohres
    • des Innenohres
    • des Nervensystemes
Ursachen
  • bei plötzlicher Schwerhörigkeit
    • Verstopfung durch Ohrenschmalz
    • lauter Knall vor dem Ohr
    • Hörsturz (plötzliche Höreinschränkung bei Durchblutungsstörung)
    • Mittelohrentzündung
    • Trommelfelldefekt
    • Hirnblutungen
    • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • bei schleichender Schwerhörigkeit
    • zunehmendes Alter
    • ständiger Lärm (Maschinenlärm, Häcksler, Kettensäge, Rasenmäher, Disko, Walkman, MP3-Player)
    • Abnahme der Beweglichkeit der Gehörknöchelchen (Otosklerose)
    • Tumor (Akustikusneurinom, Hirntumor, Mittelohrkarzinom)
Beschwerden
  • ich habe das Gefühl, dass viele Menschen undeutlich sprechen
  • durch Ohrgeräusche kann ich Geprächen schlecht folgen
  • bei leisen Gesprächen muss ich mich sehr konzentrieren
  • Radio oder Fernsehen sind mir oft zu leise
  • ich muss mir Gesprochenes häufig wiederholen lassen
  • ich fühle mich durch meine Hörstörung allgemein beeinträchtigt
  • ich empfinde Druck oder Taubheit im Ohr
  • ich leide unter Ohrenschmerzen
Diagnostik

Der Patient wird von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt untersucht. Dieser kann man mit einer Stimmgabel feststellen, welche Art von Schwerhörigkeit vorliegt.

Für weitere Untersuchungen werden Reintonaudiogramme und Sprachaudiogramme erstellt.

Reintonaudiogramm:

  • es wird geprüft ab welcher Lautstärke die Töne zwischen 125 Hz und 8000 Hz wahrgenommen werden. Die Lautstärke wird in Dezibel (dB) gemessen.
    Die Wahrnehmung bei einem gesunden Menschen beginnt bei 0 dB.
    Eine Unterhaltung hat eine Lautstärke von etwa 60 dB.
    Die Schmerzgrenze liegt bei ca. 120 dB.

Sprachaudiogramm:

  • es wird das Verstehen bestimmter Worte und Zahlen mit unterschiedlichen Lautstärken geprüft

Über weitere Funktionsuntersuchungen imformiert Sie unsere Funktionsabteilung

Therapien
Konservative Behandlungen
  • durchblutungsfördende Medikamente
  • Hörgeräte
  • Tinnitusmasker
  • Stressabbau
  • Vermeidung von Lärm

in neuerer Zeit werden erfolgreich angewendet:

  • aktives Hörtraining (zur Wiedererlangung verlorener Fähigkeiten)
  • autogenes Training (zur Beseitigung von Ohrgeräuschen)
Operative Behandlungen
  • Gehörgangserweiterungen
  • Tympanoplastiken (link folgt)
  • teilimplantierbare Hörgeräte (link folgt)
  • Cochlea Implants

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


Definition

Eine Hörstörung liegt vor, wenn

  • bei verschiedenen Frequenzen eine Einschränkung gegenüber der normalen Hörfähigkeit festgestellt wird.
  • Hörstörungen können hervorgerufen werden durch Veränderungen/Schädigungen/Erkrankungen
    • des äußere Ohres
    • des Mittelohres
    • des Innenohres
    • des Nervensystemes


Ursachen

  • bei plötzlicher Schwerhörigkeit
    • Verstopfung durch Ohrenschmalz
    • lauter Knall vor dem Ohr
    • Hörsturz (plötzliche Höreinschränkung bei Durchblutungsstörung)
    • Mittelohrentzündung
    • Trommelfelldefekt
    • Hirnblutungen
    • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • bei schleichender Schwerhörigkeit
    • zunehmendes Alter
    • ständiger Lärm (Maschinenlärm, Häcksler, Kettensäge, Rasenmäher, Disko, Walkman, MP3-Player)
    • Abnahme der Beweglichkeit der Gehörknöchelchen (Otosklerose)
    • Tumor (Akustikusneurinom, Hirntumor, Mittelohrkarzinom)


Beschwerden

  • ich habe das Gefühl, dass viele Menschen undeutlich sprechen
  • durch Ohrgeräusche kann ich Geprächen schlecht folgen
  • bei leisen Gesprächen muss ich mich sehr konzentrieren
  • Radio oder Fernsehen sind mir oft zu leise
  • ich muss mir Gesprochenes häufig wiederholen lassen
  • ich fühle mich durch meine Hörstörung allgemein beeinträchtigt
  • ich empfinde Druck oder Taubheit im Ohr
  • ich leide unter Ohrenschmerzen


Untersuchungen

Der Patient wird von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt untersucht. Dieser kann man mit einer Stimmgabel feststellen, welche Art von Schwerhörigkeit vorliegt.

Für weitere Untersuchungen werden Reintonaudiogramme und Sprachaudiogramme erstellt.

Reintonaudiogramm:

  • es wird geprüft ab welcher Lautstärke die Töne zwischen 125 Hz und 8000 Hz wahrgenommen werden. Die Lautstärke wird in Dezibel (dB) gemessen.
    Die Wahrnehmung bei einem gesunden Menschen beginnt bei 0 dB.
    Eine Unterhaltung hat eine Lautstärke von etwa 60 dB.
    Die Schmerzgrenze liegt bei ca. 120 dB.

Sprachaudiogramm:

  • es wird das Verstehen bestimmter Worte und Zahlen mit unterschiedlichen Lautstärken geprüft

Über weitere Funktionsuntersuchungen imformiert Sie unsere Funktionsabteilung



Behandlungen

Konservative Behandlungen
  • durchblutungsfördende Medikamente
  • Hörgeräte
  • Tinnitusmasker
  • Stressabbau
  • Vermeidung von Lärm

in neuerer Zeit werden erfolgreich angewendet:

  • aktives Hörtraining (zur Wiedererlangung verlorener Fähigkeiten)
  • autogenes Training (zur Beseitigung von Ohrgeräuschen)
Operative Behandlungen
  • Gehörgangserweiterungen
  • Tympanoplastiken (link folgt)
  • teilimplantierbare Hörgeräte (link folgt)
  • Cochlea Implants


HNO-Krankheiten und Therapien

Kehlkopfpapillomatose

Kehlkopfpapillomatose

Bei der Kehlkopfpapillomatose kommt es zum Auftreten gutartiger Geschwulste, so genannter Papillome, deren Entstehung durch eine Virusinfektion verursacht wird. Die Erkrankung führt meist zu Heiserkeit und Behinderung der Atmung. Standardtherapie dieser Erkrankung ist die chirurgische Entfernung der Papillome im Rahmen einer Operation unter Vollnarkose. Die Papillome treten jedoch bei vielen Patienten trotz operativer Entfernung innerhalb kurzer Zeit erneut wieder auf und somit sind die Behandlungserfolge durch die Operation oft unbefriedigend. In den letzten Jahren wurden alternative Behandlungskonzepte entwickelt.

Es gibt bisher keine medikamentösen Therapieansätze. In Einzelfällen hat sich eine Impfung gegen das verursachende Human-papilloma-Virus (HPV) zur Verhinderung von wiederholten Rezidiven erwiesen. Es gibt aber bisher keine validen wissenschaftlichen Daten zur Wirksamkeit. Im Einzelfall wird dies Impfung auf Antrag von den Krankenkassen übernommen.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Laserchirurgie bei HNO-Tumoren

Laserchirurgie bei HNO-Tumoren Entfernung von Tumoren des oberen Luft- und Speiseweges

Die chirurgische Therapie eines malignen Tumors des oberen Luft- und Speiseweges (Mundhöhle, Pharynx und Larynx) kann zu erheblichen funktionellen Störungen der Stimmbildung, des Schluckaktes und der Lebensqualität führen.

Alternativ hat sich in den letzten Jahren die Entfernung der Tumoren mithilfe des CO2-Lasers über den Mund (transoral) unter weitestgehender Erhaltung der Funktionen etabliert.

Die transorale mikroskopgestützte Laserchirurgie ist ein inzwischen etabliertes onkologisches Therapieverfahren.
Die "klassischen" Operationsverfahren zeichnet aus, dass von außen der Tumor mit weit möglichen Sicherheitsabstand unter Mitnahme von eventuell erhaltenswürdigen funktionellen Strukturen entfernt wird.

Dagegen ergibt sich bei der laserchirurgischen Tumorresektion ein völlig anderes chirurgisches Konzept. Auf Grund der besonderen Eigenschaften des CO2-Lasers (Versiegelung von Lymphgefäßen und kleineren Blutgefäßen) kann unter Nutzung des Operationsmikroskops, vom Tumor kommend, dieser schrittweise unter mikroskopischer Kontrolle der Resektion in der Tiefe und am Resektionsrand entfernt werden. Das erfordert ein Umdenken in der gewohnten Anatomie des Operationsfeldes, denn jetzt werden die Strukturen von innen nach außen und nicht wie gewohnt umgekehrt dargestellt.

In der Kombination der beiden Komponenten CO2-Laser und Mikroskop ist so eine sichere Resektion des Tumors unter Erhalt von benachbarten funktionellen Strukturen möglich, so dass in der Regel eine Rekonstruktion nicht erforderlich wird.

Die Anwendung der Laserchirurgie lässt alle anderen Möglichkeiten der chirurgischen oder radiologischen Tumortherapie in der Kombination zu. Insbesondere kann auch im Einzelfall die Laserresektion mit einer Rekonstruktion kombiniert werden (z. B. im weichen Gaumen).

Die CO2-Laserchirurgie ist aus unserer Sicht in der Hand des Erfahrenen eine sichere und patientenfreundliche Therapiemethode für Mundhöhlen-, Pharynx- und Kehlkopfkarzinomen mit guten onkologischen Ergebnissen.

Die Diagnose Kehlkopfkrebs bedeutet für den Betroffenen einen plötzlichen und erheblichen Einschnitt. Insbesondere die Angst vor dem Verlust des Kehlkopfes, unseres wichtigsten Kommunikationsorgans, der Stimme, beschäftigt die Patienten sehr. Dabei bedeutet Kehlkopfkrebs in vielen Fällen heutzutage nicht Verlust des gesamten Kehlkopfs. In vielen Fällen können wir heute unter dem Operationsmikroskop exakt mit einem Laser den vom Tumor befallenen Kehlkopfanteil entfernen und das gesunde Gewebe schonen. Auf diese Weise können für das Sprechen und Schlucken notwendige Teile des Kehlkopfes häufig mit hoher Präzision erhalten werden.

Dadurch kann für eine Vielzahl von Patienten eine Heilung vom Tumorleiden erreicht werden, ohne dass die für die Lebensqualität wichtigen Funktionen Schlucken und Sprechen zu sehr beeinträchtigt werden.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Lasertonsillotomie

Lasertonsillotomie Tonsillotomie (Mandelkappung) bei vergrößerten Gaumenmandeln

Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenringes. Sie liegen im Mundrachen und sind beim Blick in den geöffneten Mund, so noch vorhanden, meist zu sehen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe in der Kindheit als Teil der körpereigenen Abwehr sehr aktiv. Dies kann unter Umständen zu einer exzessiven Vergrößerung der Gaumenmandeln führen.

Symptome

Kinder mit stark vergrößerten Gaumenmandeln sind meist Mundatmer, was am ständig geöffneten Mund gut zu erkennen ist. Sie leiden an einer Behinderung der Nasenatmung. Dies führt in der Nacht zu einem teils erheblichen Schnarchen. Die Ausbildung eines kindlichen Schlafapnoesyndroms ist bei einer Gaumenmandelvergrößerung häufig. Kinder sind durch den gestörten Schlaf am Tage schlecht aufnahmefähig, unruhig und oft müde. Weiterhin kann durch Einengung des Rachens das Schlucken behindert sein. Insgesamt kommt es zu einer allgemeinen Beeinträchtigung der Entwicklung.

Therapie

Die Therapie verfolgt das Ziel den Gewebeüberschuss zu beseitigen ohne die Gaumenmandeln ganz zu entfernen, damit diese ihre wichtige Funktion für das Abwehrsystem behalten. Dies ist mit der Mandelkappung (Tonsillotomie) unter Einsatz eines modernen Lasers möglich. Sollte ihr Kind aber bereits wiederholt Mandelentzündungen durchgemacht haben, ist eine Mandelkappung nicht mehr möglich. Die Operation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes. Wenn Sie von weiter her anreisen, ist meist auch die Aufnahme am Vortag der Operation möglich.

Risken der Operation

Bei der Tonsillotomie handelt es sich um ein modernes Verfahren. Die postoperativen Schmerzen sind meist geringer als bei einer kompletten Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie). Durch den Einsatz des CO2-Lasers kann das Mandelgewebe blutungsarm abgetragen werden. Dennoch besteht ein geringes Nachblutungsrisiko. Ihr Kind wird daher nach der Operation auf unserer Kinderstation betreut. Hierbei können auch auftretende Schluckprobleme durch die Gabe von Schmerzmitteln behandelt werden. Wie bei anderen Eingriffen im Rachen besteht auch nach Entlassung für ca. 10 Tage nach der Operation eine Entzündungs- und Nachblutungsrisiko. Ihr Kind kann in dieser Zeit den Kindergarten etc. nicht besuchen. Während dieser Zeit ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden HNO-Arzt erforderlich.

Stark vergrößerte Gaumenmandeln vor Operation (links) Blutungsarmes Schneiden mit dem CO2-Laser (mitte) und verbleibendes Mandelgewebe am Ende der Operation (rechts)

Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Seit vielen Jahren führen wir eine interdisziplinäre Komplexsprechstunde mit den Kollegen der Mund-, Kiefer- und Gesichts-chirurgie sowie der Kieferorthopädie durch. Diese findet an jedem Montag nach Voranmeldung statt.

Kinder mit Gaumenspalten leiden häufig an einer schallleitungsbedingten Hörstörung. Das Ziel unsererseits ist, eine Normalisierung des Hörvermögens und damit verbunden eine altersgemäße Sprachentwicklung zu ermöglichen. Für die Diagnostik des Hörvermögens und der sprachlichen Entwicklung stehen uns umfangreiche Methoden zur Verfügung:

HNO-Ärztliche Untersuchung:
  • Binokularmikroskopie, Endoskoptechnik
Audiometrie und akustische Messungen:
  • Geräuschzuwendungsreaktion,
  • Spielaudiometrie/Reintonaudiometrie
  • Screening-Verfahren zur Hörschwelleneinschätzung (Screening-OAE/BERA)
  • Tympanometrie
  • Otoakustische Emissionen
  • Hirnstammaudiometrie (BERA)
  • Hirnrindenaudiometrie (CERA)
  • Nasometrie
Logopädische Untersuchung:

Standardisierte Testverfahren hinsichtlich des Standes der Sprachentwicklung und der nasalen Resonanz.

Die Therapie erfolgt in Absprache mit der Klinik für Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie des UKJ je nach Erfordernis stationär oder ambulant bzw. mit den HNO-Kollegen und Logopäden am Heimatort des Patienten.



HNO-Krankheiten und Therapien

Mb. Osler (Nasenbluten)

Morbus Osler (Nasenbluten)

Morbus Osler oder Osler-Syndrom, auch Morbus- Osler-Weber-Rendu, Morbus Osler-Rendu-Weber oder Hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie ist eine erbliche Krankheit der Blutgefäße und wurde nach William Osler, einem bekannten kanadischen Arzt des 19. und 20. Jahrhunderts benannt. Folgende Krankheitserscheinungen (Symptome) bedürfen zum Teil einer Behandlung: Nasenbluten (Epistaxis), kleine Gefäßmissbildungen der äußeren Haut (Teleangiektasien), Beteiligungen innerer Organe mit Gefäßmissbildungen in den inneren Organen. Eine Beteiligung innerer Organe tritt seltener auf als Nasenbluten, dennoch kann gerade hierdurch für die Betroffenen eine große Gefahr ausgehen. Wenn die Gefahr frühzeitig erkannt wird, existieren für die meisten Gefäßmissbildungen im Bereich der inneren Organe gute Behandlungsmöglicheiten.

Bis zu 90% aller Patienten mit Morbus Osler haben Nasenbluten. Es beginnt meist in der Pubertät und kann massive Ausmaße annehmen. Bei vielen Patienten wird hierudruch eine Einschränkung der Lebensqualität berichtet, sogar Arbeitsunfähigkeit kann eintreten. Bei chronischem Nasenbluten kann es zur Blutarmut (Anämie) kommen. Es kann erforderlich sein, Eisen oder Blutkonserven zuzuführen. Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten; in erster Linie sind hier der Gebrauch von Nasensalbe, die Nasentamponade und die Lasertherapie zu nennen. Die Behandlungen führen häufig zu einer Besserung des Nasenblutens, eine Heilung auf Dauer ist bis jetzt leider jedoch nicht möglich.

Weitere Informationen

http://www.morbus-osler.de
http://www.alt.med-rz.uniklinik-saarland.de/hno/hht_intr.htm
http://www.domeus.de/forum/morbus-osler
http://www.osler-chat-live.de.vu


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


HNO-Krankheiten und Therapien

Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündungen sind im Kindesalter sehr häufig. Man schätzt, dass über 90% der Kinder eine Episode einer akuten Mittelohrentzündung erleiden. Die Häufung im Kindesalter ist durch Besonderheiten im Verlauf des Verbindungsgangs zwischen dem Nasenrachen und dem Mittelohr bedingt (= Ohrtrompete, Tuba auditiva, Eustachische Röhre). Weiterhin spielen die häufigen Infekte und eine vergrößerte Rachenmandel in der Entstehung von Mittelohrentzündungen eine wesentliche Rolle. Eine akute Mittelohrentzündung bedarf in der Regel keiner Therapie im Krankenhaus. Ausnahme ist ein Übergreifen der Entzündung auf dem Knochen hinter dem Ohr (Mastoid). Eine solche seltene Form der Entzündung muss operativ versorgt werden (Mastoidektomie).
Selten ist im Kindesalter eine Tympanoplastik bei einer chronischen Mittelohrentzündung erforderlich. Hauptproblem im Kindesalter ist die chronische Belüftungsstörung des Mittelohres (chronischer Tubenmittelohrkatarrh).

Chronischer Tubenmittelohrkatarrh
Zäher Erguss wird über einen Trommelfell- schnitt abgesaugt

Störungen des Druckausgleiches im Mittelohr sind besonders bei Vorschulkindern recht häufig. Dabei kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung (Paukenerguss) im Mittelohr, welches normalerweise lufthaltig ist. Die eingelagerte Flüssigkeit mindert die Verstärkerfunktion des Mittelohres. Es resultiert eine Schwerhörigkeit, die bei längerem Bestehen zum Beispiel auch das normale Erlernen der Sprache behindern kann.

Therapie
Im Trommelfell liegendes Paukenröhrchen aus Gold

Tritt ein Erguss im Mittelohr im Rahmen eines Infektes auf, so sollte zunächst mit konservativen Mitteln (Nasentropfen, später auch mit Druckausgleichs- manövern) versucht werden, eine Heilung zu erzielen. Erst wenn die Erkrankung sich über Wochen oder gar Monate nicht bessert, muss eine operative Therapie erfolgen. Dabei wird das Trommelfell eröffnet und die Flüssigkeit abgesaugt. Bei sehr zähem Erguss muss die geschaffene Öffnung im Trommelfell für einige Zeit offen gehalten werden. Dazu wir ein so genanntes Paukenröhrchen eingesetzt, so dass das Mittelohr direkt über den Gehörgang belüftet wird.

Risiken

Probleme bei einer solchen Behandlung sind sehr selten. Bei liegenden Paukenröhrchen ist ein Schutz des Ohres vor Badewasser erforderlich, da eindringendes Wasser eine erneute Mittelohrentzündung auslösen kann. Die Paukenröhrenchen werden meist von selbst in den Gehörgang abgestoßen. Nur in Einzelfällen ist eine operative Entfernung erforderlich. Kommt es wiederholt nach Abstoßen der Paukenröhrchen zu erneuter Ergussbildung oder ist ein chronischer Tubenkatarrh über Jahre vorauszusehen, kann auch die Einlage von Dauer-Paukenröhrchen sinnvoll sein. Dauer-Paukenröhrchen werden nicht vor selbst abgestoßen, sondern müssen nach Ausheilung der Erkrankung durch eine Operation wieder entfernt werden.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Katharina Geißler
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberärztin


HNO-Krankheiten und Therapien

Nasenatmungsbehinderung

Nasenatmungsbehinderung Funktionen unserer Nase
  1. Atmungsorgan
    • Regulation des Luftstromes
    • Anwärmen der Atemluft
    • Befeuchtung der Atemluft
    • Reinigung der Atemluft
  2. Riechorgan
  3. immunologische Funktionen
  4. Reflexorgan (Nasenzyklus)
  5. Beeinflussung des Sprachklanges
  6. Abflusszone der Nasenebenhöhlen

Eines der häufigsten Symptome einer nasalen Funktionsstörung ist die Behinderung der Nasenatmung. Dies kann zu einer überwiegenden Mundatmung mit weiteren Beeinträchtigungen führen.

Schematische Darstellung einer behindeten Nasenatmung
Dauerstenose (ständige Behinderung der Nasenatmung)
mit oder ohne Sekretion bzw. Irritation (Niesreiz)
Ursachen Einengung des Nasenlumens Fremdkörper, Polypen, Tumoren
  Formfehler der äußeren Nase Schiefnase, Höckernase, Sattelnase, Nasenflügelgeformität
  nicht nasale Faktoren kurze Oberlippe, Kieferengstand, Zahnfehlstellung, vergrößerte Rachenmandeln
Wechselstenose (intermittierende Behinderung der Nasenatmung)
mit oder ohne Sekretion bzw. Irritation (Niesreiz)
Ursachen: Allergien saisonal (Heuschnupfen), perennial (ganzjährig)
  Pseudoallergien Analgetikaintoleranz, Reaktionen auf Konservierungsmittel
  Entzündungen Schnupfen, Sinusitis, vasomotorische Rinopathie
  Medikamenteneinnahme Mißbrauch abschwellender Nasentropfen, Psychopharmaka, usw.

Dauerstenosen sind in der Regel durch operative Maßnahmen gut zu korrigieren -
z. B. Nasenscheidewandoperationen, Nasenmuschelverkleinerungen, Septorhino- plastiken (innere und äußere Korrektur der Nase), endoskopische Operationen der erkrankten Nasennebenhöhlen, Rachenmandel- und /oder Gaumenmandelentfernung, kieferorthopädische Behandlung.

Wechselstenosen erfordern eine genaue Diagnostik und können dann gezielt behandelt werden -
z. B. Hyposensibilisierung, adaptive ASS - Desaktivierung ("Gewöhnung an Aspirin"), Gabe örtlich wirkender Kortikoidsprays ("Prednisolon"), Behandlung der unteren Nasenmuscheln mit dem Laser.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


HNO-Krankheiten und Therapien

Nasenpolypen

Nasenpolypen
endoskopisches Bild von Nasenpolypen

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen auch chronische Rhinosinusitis mit Polyposis nasi (CRSwNP) genannt, ist eine chronische Entzündung der Schleimhaut von Nase und Nasennebenhöhlen. Weltweit sind ca. 10 % der Allgemeinbevölkerung davon betroffen. Die Patienten leiden unter Nasenatmungsbehinderung, Riechstörung, starke Nasensekretion, Schlafstörungen, Druckgefühl im Bereich des Kopfes bis zu starken Schmerzen, welche zur Einschränkung der Lebensqualität führen. Zur Diagnostik wird die HNO-Untersuchung mit Endoskopie, Nasendurchflussmessung, Riechprüfung sowie die Computertomografie der Nasennebenhöhlen verwendet. Zur Standardtherapie zählen die intranasale Gabe von Kortikosteroiden, die kurzzeitige orale Gabe von Kortikosteroiden sowie die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation. Da es vor allem bei Patienten mit gleichzeitig bestehendem Asthma bronchiale und Schmerzmittelunverträglichkeit häufig zu einem Wiederauftreten der Nasenpolypen kommt, war in den vergangenen Jahren hier eine ASS-Desaktivierung sinnvoll. Dabei wurde über 3 bis 5 Jahren täglich ASS eingenommen, um das Polypenwachstum zu verlangsamen. Seit 2019 sind mittlerweile drei Biologika zugelassen, die die häufig zugrundeliegende Th2-Inflammation hemmen. Dadurch können bereits bestehende beidseitige Nasenpolypen verkleinert, Symptome verringert und die Lebensqualität verbessert werden. Bei den drei Biologika handelt es sich um den IL-4/IL-13-Antikörper Dupilumab, den IgE-Antikörper Omalizumab und den IL-5-Antikörper Mepolizumab. Diese drei Antikörper werden bereits seit vielen Jahren in der Asthma-Therapie eingesetzt, haben sich bewährt, auch weil sie nebenwirkungsarm sind. Patienten mit Nasenpolypen können sich bei uns in der Allergiesprechstunde über die beste, für Sie geeignete Therapie beraten lassen.

 



HNO-Krankheiten und Therapien

Operation am Mittelohr

Operationen am Mittelohr
Wann sollte eine Mittelohroperation erfolgen?

Eine Hörstörung kann vielfältige Ursachen haben. Diese Ursachen werden unter dem Stichwort "Hörstörungen" näher dargestellt. Dort finden Sie auch eine Darstellung des Aufbaus des Mittelohrs. Bei Erkrankungen des Mittelohrs kann in den drei folgenden Fällen eine Operation am Mittelohr die Erkrankung behandeln und zu einer Hörverbesserung führen:

  1. Chronische Mittelohrentzündung und
  2. Verletzung (Trauma) der Gehörknöchelchenkette oder des Trommelfells mit bleibendem Loch im Trommelfell,
  3. Versteifung der Steigbügelfußplatte (Otosklerose).

Bei der chronischen Mittelohrentzündung unterscheidet man zwei Formen: die 1a) chronische Schleimhauteiterung und 1b) chronische Knocheneiterung (Cholesteatom). Die chronische Schleimhauteiterung ist lästig. Das Ohrenlaufen aus dem Mittelohr über ein Loch im Trommelfell stört. Manchmal ist sogar eine notwendige Hörgeräteversorgung unmöglich. Zwar kann die Erkrankung durch Reinigung des Ohres durch den HNO-Arzt oder durch Medikamente gegen die Entzündung gebremst werden, doch häufig nicht geheilt werden. Daher ist in den meisten Fällen eine operative Sanierung angezeigt. Eine Operation sollte dringend erfolgen, wenn die chronische Entzündung auf das benachbarte Innenohr oder sogar auf das Gehirn übergriffen hat. Bei der chronischen Knocheneiterung sollte wenn möglich eine Operation erfolgen. Die chronische Knocheneiterung schreitet fort und zerstört ansonsten die gesamten Gehörknöchelchen und kann das Innenohr und den Gesichtsnervs zerstören. Die Erkrankung kann auch auf das benachbarte Gehirn übergreifen. Wenn eine solche Komplikation bereits eingetreten ist, sollte unmittelbar operiert werden.

Das Mittelohr kann bei Unfällen verletzt werden. Ein Schlag auf das Ohr oder ein Explosionstrauma kann zur Verreißung des Trommelfells führen. Bei einem Knochenbruch des Felsenbeins bei einer schweren Kopfverletzung kann die Gehörknöchelchenkette verletzt werden. Der Patient bemerkt eine Hörminderung und häufig Schwindelbeschwerden.

Bei der Otosklerose kommt es bei bislang nicht geklärter Ursache zu einer Versteifung der Aufhängung der Steigbügelfußplatte, so das der Steigbügel nicht mehr regelrecht schwingen kann und den Schall auf das Innenohr überträgt. Der Patient bemerkt eine langsam zunehmende Schwerhörigkeit ohne je Entzündungen des betroffenen Ohrs gehabt zu haben. Das Trommelfell bleibt intakt. Die Otosklerose kann auch das Innenohr befallen.

Welche Untersuchungen erfolgen um festzustellen, ob eine Mittelohroperation in Frage kommt?

Der HNO-Arzt stellt die Diagnose durch die mikroskopische Untersuchung des Ohres. Zur Operationsplanung, insbesondere bei bereits vorliegenden Komplikationen wird eine Röntgen-Untersuchung des Ohres benötigt, zumeist eine Computer-Tomographie (CT). Bei eitriger Sekretion wird ggf. ein Abstrich genommen um die verursachenden Bakterien nachweisen und die begleitende antibiotische Behandlung zielgerichtet vornehmen zu können. Das Hörvermögen wird mit Hörtests und die Gleichgewichtsfunktion mit Gleichgewichtsuntersuchungen geprüft.

Wie läuft die Operation ab?

Zumeist erfolgt die Operation in Vollnarkose, kleinere Eingriffe können auch in lokaler Betäubung vorgenommen werden. Die Operation der Otosklerose kann regelhaft in Lokalbetäubung erfolgen. Abhängig von der Erkrankung erfolgt die Eröffnung des Mittelohr von vor oder hinter dem Ohr. Erstes Ziel ist zunächst die Behandlung der Krankheit, also bei chronischer Mittelohrentzündung die Entfernung der entzündeten Schleimhaut oder die Entfernung des Cholesteatoms. Zweites Ziel ist die Hörverbesserung. Hierzu muss das Trommelfell verschlossen werden (Myringoplastik, Abb. 1) und bei Defekt der Gehörknöchelchenkette diese Kette wiederhergestellt werden (Tympanoplastik, Abb. 2). Wenn die eigenen Gehörknöchelchen nicht mehr für die Rekonstruktion verwendet werden können, benutzt der Ohroperateur eine Prothese. Abhängig vom Ausmaß der Rekonstruktion gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die beste Möglichkeit kann nur individuell und während der Operation ausgewählt werden.

Die chronische Ohrentzündung kann auch auf den lufthaltigen Raum hinter dem Ohr im Warzenfortsatz (Mastoid), der mit dem Mittelohr in Verbindung steht, übergreifen. Eine sanierende Operation im Warzenfortsatz bezeichnet man als Mastoidektomie.

Bei der Steigbügeloperation bei Otosklerose (Stapesplastik, Abb. 3) wird entweder die gesamte Steigbügelfußplatte entfernt oder ein Loch in die Fußplatte gesetzt. In dieses Loch oder direkt an die Membran zum Innenohr wird eine Prothese gesetzt, die mit dem Amboß verbunden wird. Auf diese Weise wird die Schallübertragung auf das Innenohr wiederhergestellt. In lokaler Betäubung kann man nach Zurückschlagen des Trommelfells sofort prüfen, ob der Patient besser hört.

Abb. 1 Blick durch den äußeren Gehörgang auf das rekonstruierte Trommelfell (Pfeile) 1 Jahr nach Ohroperation. Der Defekt ist mit Ohrmuschelknorpel rekonstruiert worden. Das Hörvermögen ist hiermit normal.
Abb. 2 Situation während einer Ohroperation. Amboss und Steigbügel fehlen bis auf die Steigbügelfußplatte. Die Gehörknöchelchenkette wird durch eine Prothese aus Titan rekonstruiert, die auf zwischen Trommelfell und Steigbügelfußplatte platziert wird.
Abb. 3 Schematische Darstellung der Stapesplastik: Der Steigbügel wird in diesem Fall komplett ersetzt durch einen Piston (P), der mit dem Amboss (A) verbunden wird.
Welche Risiken bestehen, gibt es Alternativtherapien und wie erfolgt die Nachbehandlung
Welche Risiken birgt die Mittelohroperation?

Die wichtigsten Operationsrisiken sind die Verletzung des Innenohrs, des Gleichgewichtsorgans und des Gesichtnervs. Folgen könnten sein eine Schwerhörigkeit oder Taubheit, Schwindel und eine Gesichtsnervlähmung. Das Risiko ist bei einem erfahrenen Ohroperateur selten. Jede chronische Ohrentzündung kann wiederkommen.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Das Ohr ist ein bis zwei Wochen tamponiert und die Wunde muss bis zur vollständigen Abheilung vom HNO-Arzt gepflegt werden. Muss bei einem ausgedehnten Cholesteatom eine offenen Verbindung vom Mittelohr/Warzenfortsatz zum äußeren Gehörgang angelegt werden (Radikalhöhle), ist eine lebenslange Pflege notwendig. In manchen Fällen muss das Ergebnis nach etwa einem Jahr kontrolliert werden. In einer erneuten Operation wird das Mittelohr wieder eröffnet und der Befund kontrolliert (second look Operation).

Welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die Hörverbesserung?

Liegt keine chronische Entzündung vor, so kann eine Schwerhörigkeit, die durch eine mangelnde Schallübertragung im Mittelohr bedingt ist, alternativ auch durch ein Hörgerät behandelt werden. Implantierbare Hörgeräte oder knochenverankerte Hörgeräte können eine Alternative sein.


Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


Wann sollte eine Mittelohroperation erfolgen?

Eine Hörstörung kann vielfältige Ursachen haben. Diese Ursachen werden unter dem Stichwort "Hörstörungen" näher dargestellt. Dort finden Sie auch eine Darstellung des Aufbaus des Mittelohrs. Bei Erkrankungen des Mittelohrs kann in den drei folgenden Fällen eine Operation am Mittelohr die Erkrankung behandeln und zu einer Hörverbesserung führen:

  1. Chronische Mittelohrentzündung und
  2. Verletzung (Trauma) der Gehörknöchelchenkette oder des Trommelfells mit bleibendem Loch im Trommelfell,
  3. Versteifung der Steigbügelfußplatte (Otosklerose).

Bei der chronischen Mittelohrentzündung unterscheidet man zwei Formen: die 1a) chronische Schleimhauteiterung und 1b) chronische Knocheneiterung (Cholesteatom). Die chronische Schleimhauteiterung ist lästig. Das Ohrenlaufen aus dem Mittelohr über ein Loch im Trommelfell stört. Manchmal ist sogar eine notwendige Hörgeräteversorgung unmöglich. Zwar kann die Erkrankung durch Reinigung des Ohres durch den HNO-Arzt oder durch Medikamente gegen die Entzündung gebremst werden, doch häufig nicht geheilt werden. Daher ist in den meisten Fällen eine operative Sanierung angezeigt. Eine Operation sollte dringend erfolgen, wenn die chronische Entzündung auf das benachbarte Innenohr oder sogar auf das Gehirn übergriffen hat. Bei der chronischen Knocheneiterung sollte wenn möglich eine Operation erfolgen. Die chronische Knocheneiterung schreitet fort und zerstört ansonsten die gesamten Gehörknöchelchen und kann das Innenohr und den Gesichtsnervs zerstören. Die Erkrankung kann auch auf das benachbarte Gehirn übergreifen. Wenn eine solche Komplikation bereits eingetreten ist, sollte unmittelbar operiert werden.

Das Mittelohr kann bei Unfällen verletzt werden. Ein Schlag auf das Ohr oder ein Explosionstrauma kann zur Verreißung des Trommelfells führen. Bei einem Knochenbruch des Felsenbeins bei einer schweren Kopfverletzung kann die Gehörknöchelchenkette verletzt werden. Der Patient bemerkt eine Hörminderung und häufig Schwindelbeschwerden.

Bei der Otosklerose kommt es bei bislang nicht geklärter Ursache zu einer Versteifung der Aufhängung der Steigbügelfußplatte, so das der Steigbügel nicht mehr regelrecht schwingen kann und den Schall auf das Innenohr überträgt. Der Patient bemerkt eine langsam zunehmende Schwerhörigkeit ohne je Entzündungen des betroffenen Ohrs gehabt zu haben. Das Trommelfell bleibt intakt. Die Otosklerose kann auch das Innenohr befallen.



Welche Untersuchungen erfolgen um festzustellen, ob eine Mittelohroperation in Frage kommt?

Der HNO-Arzt stellt die Diagnose durch die mikroskopische Untersuchung des Ohres. Zur Operationsplanung, insbesondere bei bereits vorliegenden Komplikationen wird eine Röntgen-Untersuchung des Ohres benötigt, zumeist eine Computer-Tomographie (CT). Bei eitriger Sekretion wird ggf. ein Abstrich genommen um die verursachenden Bakterien nachweisen und die begleitende antibiotische Behandlung zielgerichtet vornehmen zu können. Das Hörvermögen wird mit Hörtests und die Gleichgewichtsfunktion mit Gleichgewichtsuntersuchungen geprüft.



Wie läuft die Operation ab?

Welche Risiken birgt die Mittelohroperation?

Die wichtigsten Operationsrisiken sind die Verletzung des Innenohrs, des Gleichgewichtsorgans und des Gesichtnervs. Folgen könnten sein eine Schwerhörigkeit oder Taubheit, Schwindel und eine Gesichtsnervlähmung. Das Risiko ist bei einem erfahrenen Ohroperateur selten. Jede chronische Ohrentzündung kann wiederkommen.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Das Ohr ist ein bis zwei Wochen tamponiert und die Wunde muss bis zur vollständigen Abheilung vom HNO-Arzt gepflegt werden. Muss bei einem ausgedehnten Cholesteatom eine offenen Verbindung vom Mittelohr/Warzenfortsatz zum äußeren Gehörgang angelegt werden (Radikalhöhle), ist eine lebenslange Pflege notwendig. In manchen Fällen muss das Ergebnis nach etwa einem Jahr kontrolliert werden. In einer erneuten Operation wird das Mittelohr wieder eröffnet und der Befund kontrolliert (second look Operation).

Welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die Hörverbesserung?

Liegt keine chronische Entzündung vor, so kann eine Schwerhörigkeit, die durch eine mangelnde Schallübertragung im Mittelohr bedingt ist, alternativ auch durch ein Hörgerät behandelt werden. Implantierbare Hörgeräte oder knochenverankerte Hörgeräte können eine Alternative sein.



Operation

Zumeist erfolgt die Operation in Vollnarkose, kleinere Eingriffe können auch in lokaler Betäubung vorgenommen werden. Die Operation der Otosklerose kann regelhaft in Lokalbetäubung erfolgen. Abhängig von der Erkrankung erfolgt die Eröffnung des Mittelohr von vor oder hinter dem Ohr. Erstes Ziel ist zunächst die Behandlung der Krankheit, also bei chronischer Mittelohrentzündung die Entfernung der entzündeten Schleimhaut oder die Entfernung des Cholesteatoms. Zweites Ziel ist die Hörverbesserung. Hierzu muss das Trommelfell verschlossen werden (Myringoplastik, Abb. 1) und bei Defekt der Gehörknöchelchenkette diese Kette wiederhergestellt werden (Tympanoplastik, Abb. 2). Wenn die eigenen Gehörknöchelchen nicht mehr für die Rekonstruktion verwendet werden können, benutzt der Ohroperateur eine Prothese. Abhängig vom Ausmaß der Rekonstruktion gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die beste Möglichkeit kann nur individuell und während der Operation ausgewählt werden.

Die chronische Ohrentzündung kann auch auf den lufthaltigen Raum hinter dem Ohr im Warzenfortsatz (Mastoid), der mit dem Mittelohr in Verbindung steht, übergreifen. Eine sanierende Operation im Warzenfortsatz bezeichnet man als Mastoidektomie.

Bei der Steigbügeloperation bei Otosklerose (Stapesplastik, Abb. 3) wird entweder die gesamte Steigbügelfußplatte entfernt oder ein Loch in die Fußplatte gesetzt. In dieses Loch oder direkt an die Membran zum Innenohr wird eine Prothese gesetzt, die mit dem Amboß verbunden wird. Auf diese Weise wird die Schallübertragung auf das Innenohr wiederhergestellt. In lokaler Betäubung kann man nach Zurückschlagen des Trommelfells sofort prüfen, ob der Patient besser hört.

Abb. 1 Blick durch den äußeren Gehörgang auf das rekonstruierte Trommelfell (Pfeile) 1 Jahr nach Ohroperation. Der Defekt ist mit Ohrmuschelknorpel rekonstruiert worden. Das Hörvermögen ist hiermit normal.
Abb. 2 Situation während einer Ohroperation. Amboss und Steigbügel fehlen bis auf die Steigbügelfußplatte. Die Gehörknöchelchenkette wird durch eine Prothese aus Titan rekonstruiert, die auf zwischen Trommelfell und Steigbügelfußplatte platziert wird.
Abb. 3 Schematische Darstellung der Stapesplastik: Der Steigbügel wird in diesem Fall komplett ersetzt durch einen Piston (P), der mit dem Amboss (A) verbunden wird.


HNO-Therapien und Therapien

Phonochirurgie

Phonochirurgie

Unter Phonochirurgie werden operative Maßnahmen zur Gewährleistung, Verbesserung und Erhaltung der stimmlichen Leistungsfähigkeit zusammengefasst. In weiten Bevölkerungskreisen, insbesondere bei Angehörigen von Stimm- und Sprechberufen, herrscht die Meinung vor, dass operative Eingriffe am Kehlkopf und an den Stimmlippen höchst gefährlich seien, da die Gefahr bestehe, dass die Stimme danach "weg" sei und auch das stimmliche Resultat nicht vorherzusagen sei. In den letzten Jahren wurden jedoch entscheidende Fortschritte erzielt. Durch technische Fortschritte können heutzutage feinste Eingriffe am Stimmapparat so vorgenommen werden, dass nicht nur eine Stimmverschlechterung sicher vermieden, sondern eine gezielte Verbesserung oder Veränderung der Stimme durchgeführt werden kann.

Im Vordergrund steht nicht mehr die Operation auffälliger "Befunde", sondern die Verbesserung der Funktion des Systems "Stimmgebung". Ziel phonochirurgischer Eingriffe ist immer das Optimieren des Endproduktes Stimme. Die betrifft vor allem die Entfernung gutartiger, schwingungsbehindernder Veränderungen an den Stimmlippen, wie Stimmlippenknötchen, Stimmlippenpolypen, Stimmlippenödeme etc. Die Operation wird dabei als endoskopischer, minimal invasiver, mikrochirurgischer Eingriff durch den Mund vorgenommen. Es können dabei unter mikroskopischer Sicht und optimaler Beleuchtung mit feinsten Instrumenten (Scherchen, Zängelchen, Messerchen) die schwingungsbehindernden Veränderungen von den Stimmlippen entfernt werden, ohne dass tiefer liegende Stimmlippenanteile geschädigt werden.

Eine weitere, völlig neue und grundsätzlich andere Art stimmverbessernder Operationen sind Eingriffe am Kehlkopfskelett zur Veränderung der Stellung und Spannung der Stimmlippen. Kann z. B. nach einer Stimmlippenlähmung die Stimmritze bei der Stimmgebung nicht mehr vollständig verschlossen werden, resultiert eine leise und verhauchte Flüsterstimme. Durch eine Verlagerung der gelähmten Stimmlippe in die Mitte (sogenannte Medialisierung) kann wieder ein vollständiger Stimmlippenschluß hergestellt werden (Abbildung), die Stimme wird dadurch wieder kräftiger und klangvoll. In vielen Fällen kann danach sogar ein Lehrberuf wieder ausgeübt werden.

Auch Elastizitätsverluste der Stimmlippen wie sie im Alter und bei verschiedenen Erkrankungen auftreten, können durch Eingriffe am Kehlkopfskelett zumindest teilweise rückgängig gemacht werden, indem die Stimmlippen "nachgespannt" werden. Durch solche spannungsveränderten Eingriffe ist es aber auch möglich, die Stimmtonhöhe zu beeinflussen, wie es z. B. bei Fällen einer Geschlechtsumwandlung von Mann zur Frau notwendig sein kann. Es ist jedoch zu betonen, dass phonochirurgische Eingriffe nur einen Teilaspekt in der komplexen Behandlung von Rehabilitation stimmgestörter Personen darstellen. Phonochirurgische Maßnahmen dürfen niemals allein und isoliert durchgeführt werden, sondern nur auf dem Boden einer umfassenden Diagnostik und im Rahmen eines komplexen Behandlungskonzeptes, das konservative d. h. medikamentöse, physikalische (z. B. Inhalationen), logopädisch-stimmtherapeutische, eventuell auch psychotherapeutische und eben chirurgische Maßnahmen umfasst.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Plastische und ästhetische Chirurgie

Plastische und ästhetische Chirurgie

Die plastische und ästhetische Chirurgie im Kopf-Hals-Bereich gehört zu einem der operativen Schwerpunkte in unserer Klinik. Die ästhetische Chirurgie dient der Korrektur von Formstörungen unter Berücksichtigung der Individualität des Patienten. Somit kann die operative Korrektur von auffälligen Formstörungen, unter denen der Patient leidet, Funktionen von z. B. der Nase und das Wohlempfinden des Patienten entscheidend verbessern. Inwieweit die Kosten dieser Operationen von Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse übernommen werden bzw. welche Kosten evtl. auf Sie zukommen, würden wir in einem Beratungsgespräch, welches aber vor alllem Ihre Vorstellungen von der geplanten Operation und den medizinischen Möglichkeiten der Realisierung beinhaltet, mit ihnen besprechen.

Gesichtshautstraffung (Face lift)

Im Laufe des Lebens kommt es zu einer Erschlaffung der Gesichtshaut und Faltenbildung. Das Ziel einer Gesichtshautstraffung ist nicht nur die überschüssige Haut zu entfernen, sondern vor allem das darunter liegende sich auf der mimischen Muskulatur befindliche Bindegewebe zu straffen. Im Gesichtsbereich werden die Fettpolster wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht, während für die Konturierung des Halses gelegentlich überschüssiges Fett entfernt werden muss. Die Mimik und Fältchenbildung soll erhalten bleiben, um ein natürliches Aussehen zu bewahren. Der Eingriff kann sowohl für einzelne Gesichtsregionen oder das gesamte Gesicht inklusive Hals- und Stirnregion geplant und durchgeführt werden.

Korrektur der Nase

Das Ziel einer Nasenkorrektur ist es, eine natürliche zum Gesichtstyp harmonierende Nasenform zu gestalten. Die Planung einer Nasenplastik berücksichtigt neben der ästhetischen auch mögliche funktionelle Beeinträchtigungen, wie z.B. das Beheben einer eventuell vorliegenden Beeinträchtigung der Nasenatmung. Entsprechend dem Umfang der Korrekturen an der inneren und äußeren Nase wird die Schnittführung sowie der eventuelle Einsatz von körpereigenen Transplantaten (z.B. Knorpel aus der Nasenscheidewand) gewählt.

Korrektur der Augenlider

Die Korrektur der Augenlider umfasst die Entfernung von überschüssiger Haut und Fettgewebe an den Ober- und Unterlidern. Der Hautschnitt wird am Oberlid entlang der Lidfalte und am Unterlid unter der Lidkante geführt. Lidunregelmäßigkeiten oder Lidfehlstellungen können ebenfalls bei diesen Eingriffen korrigiert werden.

Korrektur der Ohrmuschel

Stellungsfehler der Ohrmuschelform gehören zu den häufigsten Fehlentwicklungen im Kopf-/Halsbereich. "Abstehende Ohren" werden verursacht durch ungenügende Entwicklung der Wölbung bzw. Faltung des Ohrknorpels und zu starke Ausprägung der eigentlichen Ohrmuschel. Bei der Operation wird das gewünschte Relief durch eine Modellation des Ohrmuschelknorpels über einen operativen Zugang auf der Rückseite der Ohrmuschel erreicht. Die Operation kann ab dem 6. Lebensalter (vor der Einschulung) durchgeführt werden, weil das Ohr zu diesem Zeitpunkt fast "ausgewachsen" ist.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


HNO-Krankheiten und Therapien

Redeflussstörungen (Stottern)

Redeflussstörungen (Stottern) Definition

Die Redeflussstörung (Stottern) gehört zu den auffälligsten Sprachstörungen. Sie liegt vor, wenn das Sprechen durch Blockierungen und/oder Wiederholungen von Lauten und Silben gehemmt oder unterbrochen ist. Stottern tritt mit einer Häufigkeit von etwa 1% auf, wobei Knaben häufiger betroffen sind als Mädchen.

Nicht jede Laut- und Silbenwiederholung in der frühen Phase der Sprachentwicklung bedeutet aber gleich das Vorliegen eines Stotterns. Besteht dieses Symptom jedoch über Monate und/oder treten noch zusätzlich Blockierungen auf, liegt der Verdacht auf eine Redeflussstörung vor. Stellen Sie Ihr Kind zur Abklärung der Störung und zur Einleitung der Therapie vor. Stottern kann sich im ungünstigen Fall auf die Persönlichkeit und auf das Verhalten des Kindes im Alltag auswirken. Je früher die störungsspezifische logopädische Therapie beginnt, desto günstiger sind die Heilungserfolge beziehungsweise kann eine Schweregradzunahme der Erkrankung vermieden werden. Die Therapie kann sowohl in unserer Einrichtung als auch am Heimatort erfolgen.

Therapie Ziel der logopädischen Behandlung

Das Ziel der logopädischen Therapie ist ein freies Sprechen ohne Stottersymptome und ohne Sprechangst bzw. die Verringerung dieser Symptome.

Behandlungsformen

Das Stottern kann durch eine Vielzahl von Faktoren entstehen. Diese multifaktorielle Genese wird zu Beginn der Therapie analysiert. Darauf aufbauend erfolgt die Auswahl der entsprechenden Therapieverfahren. In Abhängigkeit vom Alter, vom Schweregrad und von der Dauer der Erkrankung können direkte bzw. indirekte Therapieverfahren angewendet werden, gleichzeitig erfolgt eine Beratung der Angehörigen.

Zielbereiche
  • Selbstwahrnehmung
  • Atmung
  • Haltung/Tonusregulierung
  • Sprechmotorik
  • Artikulation/Lautbildung
  • Phonation
  • Sprechablauf
  • Abbau von Sprechängsten, Desensibilisierung
  • Aufbau von Selbsthilfekompetenz, Modifizierung des Stotterns
  • Aufbau von Selbstkompetenz / begleitende Psychotherapie / autogenes Training
  • Apparative Sprechhilfen
Die Behandlung

Im Allgemeinen erstreckt sich die Stottertherapie über einen längeren Zeitraum, dieser kann von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren dauern.


Ansprechpartner


HNO-Krankheiten und Therapien

Rekonstruktive Chirurgie

Rekonstruktive Chirurgie nach großen Tumoroperationen

Die chirurgische Therapie eines malignen Tumors kann durch die Entfernung von großen Teilen der Zunge, des Schlundes oder des Gaumens zu erheblichen Problemen für die Funktionen nach der Operation führen.

Zur Verbesserung der Schluckfunktion nach Operationen des Pharynx sollte eine Rekonstruktion des Defektes, der durch die Tumorentfernung entstanden ist, erfolgen. Dazu können gestielte myokutane Lappenplastiken (z. B. Musculus-pectoralis-Lappen, Musculus latissimus dorsi-Lappen) oder mikrovaskulär reanastomosierte freie Transplantate (z. B. Radialislappen) sowie auch mikrovaskulär reanastomisierte Knochentransplantate verwendet werden.

Wir untersuchen das Schluckvermögen und die Lebensqualität der Patienten nach solchen Rekonstruktionen.

Deshalb werden große Defekte nach Tumoroperationen rekonstruiert. An unserer Klinik stehen dafür unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:

  • lokale Plastiken - es wird Gewebe aus der Umgebung des Operationsdefektes zur Deckung verwendet
  • gestielte Lappenplastiken - dazu werden Haut und Muskelgewebe an einem Muskelstiel mit dem ernährenden Blutgefäß von einer tumorfernen Region in den Defekt eingeschwenkt (z. B. Musculus pectoralis major, Musculus trapezius, Musculus sternocleidomastoideus)
  • freier Gewebstransfer - es wird Haut und Fasziengewebe oder ein Teil des Dünndarms zur Deckung des Defektes verwendet; diese freien Transplantate werden mit ihrem ernährenden Blutgefäßen entnommen und diese Blutgefäße werden in mikrochirurgischer Technik an Blutgefäße im Halsbereich angeschlossen (mikrovaskulär reananstomisiert)
Tumor der Mundhöhle links
Zustand 3 Monate nach Versorgung mit einem mikrovaskulär reanastomisierten Radialislappen
Tumor des Zungengrundes links 3 Monate nach Versorgung mit einem mikrovaskulär reanastomisierten Radialislappen

Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten & Therapien

Riechstörungen

Riechstörungen

Störungen des Riechvermögens sind häufig. Eine skandinavische Untersuchung zeigte, dass 19 % der Bevölkerung ein eingeschränktes Riechvermögen aufweisen. 6 % der untersuchten Personen wiesen hierbei sogar einen kompletten Verlust des Riechvermögens auf. Ursache von Riechstörungen können die Folge starker Erkältungen (grippale Infekte), eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen, Unfälle, Nebenwirkung einiger Medikamente, Giftstoffe (z.B. verschiedene Gase) oder auch angeboren sein. Weiterhin verschlechtert sich das Riechvermögen auch mit zunehmendem Alter. Wichtig ist, dass eine Beeinträchtigung des Riechvermögens eines der ersten Symptome einer neurodegenerativen Erkrankung sein kann. Dies gilt vor allem für die Parkinsonerkrankung. Weniger häufige Ursachen von Riechstörungen können Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression, Epilepsie, Sarkoidose, systemischer Lupus erythematodes, Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Nieren- und Lebererkrankungen, Olfaktoriusmeningeome und andere Hirntumoren darstellen. Weiterhin können Riechstörungen auch nach Operationen im Kopfbereich auftreten. Einem nicht unbeträchtlichen Teil der Riechstörungen (~20 %) kann jedoch keine offensichtliche Ursache zugeordnet werden.

Unsere Klinik verfügt über über alle modernen Verfahren zur Diagnostik von Riechstörungen inklusive der objektiven Olfaktometrie mittels Durchflussolfaktometer für spezielle Fragestellungen. Eine standardisierte Therapie von Riechstörungen gibt es bisher lediglich für in der Nase liegende Ursachen: Veränderungen wie z.B. ausgeprägte Nasenscheidewandverbiegungen sind der operativen Therapie zugänglich. Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung  wird primär mit Medikamenten und bei ausbleibendem Erfolg ebenfalls chirurgisch mittels behandelt. Eine allergische Rhinitis kann mittels Hyposensibilisierung behandelt werden. Bei Patienten nach Kehlkopfentfernung lässt sich das Riechvermögen verbessern, wenn sie mit Hilfe eines speziellen Trainings die Belüftung des Nasenraums wieder erlernen. Für andere Ursachen der Riechstörung stellt sich die Situation weniger eindeutig dar. Therapieversuche mit Cortison-Tabletten sind am üblichsten. Bei positivem Ansprechen kann eine Erhaltungstherapie mittels spezieller Nasensprays ähnlicher Wirkstoffe angeschlossen werden. Studien zeigten für Zink, Vitamin A, Östrogene und Minocyclin eine fehlende Wirksamkeit. Diese Medikamente sollten daher nicht verwendet werden. In der nicht-medikamentösen Therapie scheint ein Riechtraining, das heißt die wiederholte kurzzeitige Exposition gegenüber Duftstoffen, nach neueren Untersuchungen ein vielversprechender Ansatz zu sein. Eine inzwischen abgeschlossene Studie, an der wir neben anderen HNO-Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnahmen, beschäftigte sich mit dem "professionellen Riechtraining", bei dem der riechgestörte Patient über insgesamt 12 Wochen morgens und abends je zweimal an 4 duftstoffbefüllten Riechstiften schnuppern musste (Phenylethylalkohol: "Rose", Eucalyptol: "Eu- kalyptus", Citronellal: "Zitrone" und Eugenol: "Gewürznelke"). Erste Ergebnisse zeigten eine deutliche Verbesserung des allgemeinen Riechvermögens nach diesem Training. Auch Akupunktur wird in einigen Kliniken für die Therapie von Riechstörungen angeboten. Die Prognose von Riechstörungen ist sehr unterschiedlich und abhängig von der zugrundeliegenden Ursache. Als positive Zeichen für eine spätere Besserung der Riechleistung wurden das Vorhandensein eines sogenannten Fehlriechens (Duftstoffe riechen anders als vor der Riechstörung), das weibliche Geschlecht sowie eine gute Restfunktion des Riechvermögens in der Riechtestung gefunden. Hingegen ist ein höheres Alter und eine bereits länger anhaltende Dauer der Riechstörung eher ungünstig. Bei Reichstörungen nach starken grippalen Infekten (=postinfektiöse Riechstörung) kann von einer hohen Spontanheilungsrate ausgegangen werden. Diese wird zwischen 1/3 bis 2/3 der betroffenen Patienten angegeben. Im Gegensatz hierzu treten bei Riechstörungen nach Kopfverletzungen deutlich geringere Spontanheilungsraten auf. Je schwerer die Verletzungen des Kopfes durch den Unfall waren, umso  weniger wahrscheinlich ist die Erholung des Riechvermögens. Die Erholung des Riechvermögens ist prinzipiell ein langsamer Prozess und dauert meist 6 bis 12 Monate. Bei der Therapie einer Riechstörung durch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung mittels Nasennebenhöhlen-Operation soll der initiale Erfolg im Hinblick auf eine Riechverbesserung zwischen 50-100 % betragen, jedoch kann nur bei einem Teil der Patienten ein dauerhaft deutlich besseres Riechvermögen erzielt werden. Aufgrund der Komplexität von Ursache und Therapie von Riechstörungen bieten wir unseren Patienten neben einer ausführlichen Diagnostik eine individuelle Beratung und Therapieempfehlung im Rahmen unserer Spezialsprechstunde an.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


HNO-Krankheiten & Therapien

Roboter-assistierte Chirurgie

Transorale roboter-assistierten Chirurgie

Für die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren hat sich in der HNO-Heilkunde eine neue Technik zur Operation durch den Mund ohne äußere Schnitte etabliert: die transorale roboter-assistierte Chirurgie (im Englischen auch: Transoral Robotic Surgery mit der Abkürzung TORS). Wir sind die erste HNO-Klinik in den Neuen Bundesländern, die diese neuartige Technik einsetzt. 

Wir verwenden dazu das Roboter-System mit dem Namen daVinci (siehe Abbildung). Der Roboter operiert nicht selbständig, sondern seine Arme werden durch den HNO-Chirurg geführt. Die Roboter-Arme können vom Chirurg mit verschieden präzisen Instrumenten bestückt werden. Die Instrumente haben durch die Roboter-Arme einen sehr hohen Bewegungsgrad und arbeiten im Gegensatz zur herkömmlichen Chirurgie absolut zitterfrei. Ein dritter Roboter-Arm führt eine hochauflösende 3D-Kamera. Hierdurch hat der Operateur einen einmaligen 3-dimensionalen Blick auf das Operationsfeld und die Tumorregion. Der hohe Bewegungsgrad und die Kleinheit der Instrumente erlauben es dem Operateur durch den Mund im gesamten Rachen Tumoroperationen mit sehr hoher Präzision vorzunehmen. Auch können Tumore in schwierigen anatomischen Regionen operiert werden, welche mit der konventionellen Laserchirurgie schlecht erreichbar sind (z. B. Zungengrund). Dies ermöglicht eine weniger invasive Chirurgie. 

Der Chirurg sitzt für die Operation an der sogenannten Konsole (siehe Abbildung), während wie üblich der assistierende Arzt am Patient steht. 

Im Unterschied zu Operationen von außen durch die Haut haben die Patienten weniger Schmerzen, der Blutverlust ist geringer und es bleibt keine Narbe am Hals. Die Tumoroperation ist also von außen nicht sichtbar.

Eine Behandlung mit dem Da Vinci-System steht allen Versicherten zur Verfügung. Wenn Sie Interesse an derartigen Operationen mit dem Operations-Roboter haben, dann melden Sie sich bitte bei uns.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenvergrößerung und Schilddrüsenknoten Übersicht
Definition, Ursachen, Symptome
Definition

Die normale Schilddrüse ist schmetterlingsförmig und besteht aus zwei Lappen, die miteinander verbunden sind. Sie ist dem Kehlkopf am Schildknorpel angeheftet und bewegt sich deshalb beim Schlucken auf und ab.
Eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma, Kropf) kann gleichmäßig (Struma diffusa) oder knotig (Struma nodosa) sein. Jodmangel verursacht meist eine Vergrößerung der Schilddrüse bei normaler Schilddrüsenfunktion. Diese Form der Schilddrüsen- erkrankungen nennt man auch euthyreote Struma.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenvergrößerung ist der Jodmangel in der Nahrung. Die Schilddrüse reagiert mit einer Größenzunahme und versucht, den Jodmangel durch mehr Schilddrüsengewebe für die Hormonproduktion auszugleichen. Denn je mehr Schilddrüsengewebe vorhanden ist, desto mehr Hormone können produziert werden. Hierzu wird die Schilddrüse von der Hirnanhangsdrüse stimuliert. Um genügend Jod für die Produktion von Schilddrüsenhormonen aufnehmen zu können, beginnt das Schilddrüsengewebe zu wachsen. Durch diese Vergrößerung kann die Schilddrüse gerade die für den Stoffwechsel ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen produzieren.

Betroffen sind vor allem Bewohner von so genannten Jodmangelregionen und Menschen mit erhöhtem Jodbedarf wie beispielsweise während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit. Eine Jodmangelernährung erhöht das Erkrankungsrisiko ebenso wie die Einnahme von Medikamenten, die die Jodverwertung negativ beeinflussen. Seltene Ursachen der Schilddrüsenveränderung sind: Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift (Autoimmunerkrankungen), Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), medikamentös bedingte Schilddrüsenvergrößerung (z.B. durch Substanzen, die den Einbau von Jod hemmen) sowie Schilddrüsenentzündungen oder Halszysten.

Symptome

Die Schilddrüsenvergrößerung fällt durch eine Verdickung des Halses auf. Später kann ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals auftreten. Bei sehr starker Vergrößerung können Schluckbeschwerden und sogar Erstickungsgefühle auftreten. Manchmal kann man selbst oder der Arzt im Schilddrüsengewebe auch Knoten tasten.

Diagnose

Der Arzt kann durch Bestimmung des thyreoidstimulierenden Hormons (TSH; das in der Hirnanhangdrüse produziert wird und die Schilddrüse steuert) und der Schilddrüsenhormone herausfinden, ob es sich um eine Überfunktion, eine Unterfunktion oder eine Vergrößerung bei normaler Stoffwechsellage handelt. Um das Volumen der Schilddrüsen- vergrößerung zu bestimmen und eventuelle Knoten oder flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) festzustellen, wird der Arzt in der Regel die Schilddrüse mit Ultraschall untersuchen. Stellt der Arzt hiermit Veränderungen in der Schilddrüse fest, so ist in manchen Fällen eine Schilddrüsenszintigraphie notwendig. Diese wird in der Nuklearmedizin vorgenommen. Bei der Schilddrüsenszintigraphie wird durch Verabreichung eines radioaktiven Stoffes die Aktivitätsverteilung innerhalb der Schilddrüse dargestellt. So genannte kalte Knoten sind nicht stoffwechselaktiv und nehmen das verabreichte Jod nicht auf, sie gelten als krebsverdächtig. Demgegenüber sind heiße Knoten stoffwechselaktiv und speichern die verabreichte Substanz sehr stark. Zum Teil produzieren sie große Mengen an Hormonen. Das übrige Schilddrüsengewebe ist schwach oder gar nicht erkennbar. Bei Verdacht auf Bösartigkeit wird zur Abklärung eine Feinnadelpunktion der Schilddrüse oder durch eine Operation eine Probeentnahme aus dem verdächtigen Bezirk notwendig.

Therapie

Eine Schilddrüsenvergrößerung sollte mit Iodid und/oder Schilddrüsenhormonen behandelt werden. Eine medikamentöse Behandlung kann über Jahre dauern und unter Therapie muss die Schilddrüsengröße regelmäßig kontrolliert werden. Besteht die Struma schon lange, kann es sein dass eine medikamentöse Behandlung mit Iodid nicht anspricht. In diesem Fall oder bei Komplikationen sollte die Struma durch eine Schilddrüsenoperation behandelt werden. Dabei wird die Schilddrüse je nach Befund bis auf einen ausreichend funktionstüchtigen Rest entfernt. Bei Krebsverdacht wird Ihr behandelnder Arzt umgehend eine Operation empfehlen. Bei der Operation besteht das Risiko, einen für die Stimmbildung wichtigen Nerv, den Nervus recurrens zu verletzen. Eine solche Verletzung kann zu chronischer Heiserkeit oder gar zur Stimmbandlähmung führen (ca. 1 % der Fälle). Um das Risiko so klein wie möglich zu halten, wird in der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Jena jede Schilddrüsenoperation mit einem Recurrensmonitoring vorgenommen: Die Nervenfunktion wird durch eine elektrische Ableitung während der gesamten Operation überwacht. Kommt der Operateur dem Nerv zu nahe, wird er visuell und akustisch durch ein Signal darauf hingewiesen. Des Weiteren besteht bei einer Schilddrüsenoperation die Gefahr, dass die Nebenschilddrüse mitentfernt wird, was zur Funktionsstörung des Kalziumhaushalts führt. Nach der Operation ist eine Behandlung mit Iodid und eventuell auch mit Schilddrüsenhormonen indiziert, falls das verbleibende Drüsengewebe nicht ausreichende Mengen produzieren kann. Als Ersatz bekommt der Patient das Medikament und Schilddrüsenhormon L-Thyroxin mit Rezept verordnet. Die Radiojodtherapie ist eine Alternative zur Operation, wenn es sich nicht um eine bösartige Erkrankung handelt. Dabei wird dem Patienten radioaktives Iodid verabreicht, das sich in die vergrößerte Schilddrüse einlagert. So kann nach drei bis sechs Monaten eine Verkleinerung um 30-50 % erreicht werden. Auch die Radiojodtherapie kann eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen.

Vorbeugung einer Schilddrüsenerkrankung

Durch eine gute jodreiche Ernährung kann jeder selbst einem Jodmangel vorbeugen. Jod ist beispielsweise in speziell jodiertem Speisesalz, jodhaltigem Mineral- oder Heilwasser sowie in jodhaltiger Zahnpasta enthalten. Mit einem Jodsiegel können die Hersteller die Verwendung von jodiertem Salz positiv hervorheben. Dagegen sollte bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Aufnahme von größeren Mengen Jod vermieden werden!

Recurrensmonitoring

In Deutschland werden jährlich etwa 100.000 Schilddrüsenentfernungen ausgeführt. Bei der Operation kann es zu einer Verletzung der Stimmbandnerven (Nervus laryngeus inferior = Nervus recurrens) kommen. Der Nerv zieht auf jeder Seite hinter der Schilddrüse bis an den Kehlkopf. Bei der Operation sollten dieser Nerv nicht verletzt werden, da es sonst zu einer anhaltenden Heiserkeit kommen kann.

Die Häufigkeit an Schädigungen des Nervus recurrens wird in der Literatur mit unter 1% bis 14% angegeben. Um eine solche Nervenverletzungen zu vermeiden, wenden wir eine spezielle Untersuchungsmethode, das so genannte Neuromonitoring an. Mit dieser Technik kann eine Identifikation und eine Funktionsbeobachtung der Nerven während der Operation erfolgen. Dazu wird vor der Operation eine Mikro-Kabelelektrode in die Stimmbandmuskulatur eingelegt. Diese Methode steht nur an wenigen Zentren zur Verfügung und wird routinemäßig in unserer Abteilung eingesetzt um das Risiko von Verletzungen des Kehlkopfnerven zu reduzieren.


Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


Definition, Ursachen und Symptome

Definition

Die normale Schilddrüse ist schmetterlingsförmig und besteht aus zwei Lappen, die miteinander verbunden sind. Sie ist dem Kehlkopf am Schildknorpel angeheftet und bewegt sich deshalb beim Schlucken auf und ab.
Eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma, Kropf) kann gleichmäßig (Struma diffusa) oder knotig (Struma nodosa) sein. Jodmangel verursacht meist eine Vergrößerung der Schilddrüse bei normaler Schilddrüsenfunktion. Diese Form der Schilddrüsen- erkrankungen nennt man auch euthyreote Struma.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenvergrößerung ist der Jodmangel in der Nahrung. Die Schilddrüse reagiert mit einer Größenzunahme und versucht, den Jodmangel durch mehr Schilddrüsengewebe für die Hormonproduktion auszugleichen. Denn je mehr Schilddrüsengewebe vorhanden ist, desto mehr Hormone können produziert werden. Hierzu wird die Schilddrüse von der Hirnanhangsdrüse stimuliert. Um genügend Jod für die Produktion von Schilddrüsenhormonen aufnehmen zu können, beginnt das Schilddrüsengewebe zu wachsen. Durch diese Vergrößerung kann die Schilddrüse gerade die für den Stoffwechsel ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen produzieren.

Betroffen sind vor allem Bewohner von so genannten Jodmangelregionen und Menschen mit erhöhtem Jodbedarf wie beispielsweise während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit. Eine Jodmangelernährung erhöht das Erkrankungsrisiko ebenso wie die Einnahme von Medikamenten, die die Jodverwertung negativ beeinflussen. Seltene Ursachen der Schilddrüsenveränderung sind: Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift (Autoimmunerkrankungen), Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), medikamentös bedingte Schilddrüsenvergrößerung (z.B. durch Substanzen, die den Einbau von Jod hemmen) sowie Schilddrüsenentzündungen oder Halszysten.

Symptome

Die Schilddrüsenvergrößerung fällt durch eine Verdickung des Halses auf. Später kann ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals auftreten. Bei sehr starker Vergrößerung können Schluckbeschwerden und sogar Erstickungsgefühle auftreten. Manchmal kann man selbst oder der Arzt im Schilddrüsengewebe auch Knoten tasten.



Untersuchung

Der Arzt kann durch Bestimmung des thyreoidstimulierenden Hormons (TSH; das in der Hirnanhangdrüse produziert wird und die Schilddrüse steuert) und der Schilddrüsenhormone herausfinden, ob es sich um eine Überfunktion, eine Unterfunktion oder eine Vergrößerung bei normaler Stoffwechsellage handelt. Um das Volumen der Schilddrüsen- vergrößerung zu bestimmen und eventuelle Knoten oder flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) festzustellen, wird der Arzt in der Regel die Schilddrüse mit Ultraschall untersuchen. Stellt der Arzt hiermit Veränderungen in der Schilddrüse fest, so ist in manchen Fällen eine Schilddrüsenszintigraphie notwendig. Diese wird in der Nuklearmedizin vorgenommen. Bei der Schilddrüsenszintigraphie wird durch Verabreichung eines radioaktiven Stoffes die Aktivitätsverteilung innerhalb der Schilddrüse dargestellt. So genannte kalte Knoten sind nicht stoffwechselaktiv und nehmen das verabreichte Jod nicht auf, sie gelten als krebsverdächtig. Demgegenüber sind heiße Knoten stoffwechselaktiv und speichern die verabreichte Substanz sehr stark. Zum Teil produzieren sie große Mengen an Hormonen. Das übrige Schilddrüsengewebe ist schwach oder gar nicht erkennbar. Bei Verdacht auf Bösartigkeit wird zur Abklärung eine Feinnadelpunktion der Schilddrüse oder durch eine Operation eine Probeentnahme aus dem verdächtigen Bezirk notwendig.



Therapie

Eine Schilddrüsenvergrößerung sollte mit Iodid und/oder Schilddrüsenhormonen behandelt werden. Eine medikamentöse Behandlung kann über Jahre dauern und unter Therapie muss die Schilddrüsengröße regelmäßig kontrolliert werden. Besteht die Struma schon lange, kann es sein dass eine medikamentöse Behandlung mit Iodid nicht anspricht. In diesem Fall oder bei Komplikationen sollte die Struma durch eine Schilddrüsenoperation behandelt werden. Dabei wird die Schilddrüse je nach Befund bis auf einen ausreichend funktionstüchtigen Rest entfernt. Bei Krebsverdacht wird Ihr behandelnder Arzt umgehend eine Operation empfehlen. Bei der Operation besteht das Risiko, einen für die Stimmbildung wichtigen Nerv, den Nervus recurrens zu verletzen. Eine solche Verletzung kann zu chronischer Heiserkeit oder gar zur Stimmbandlähmung führen (ca. 1 % der Fälle). Um das Risiko so klein wie möglich zu halten, wird in der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Jena jede Schilddrüsenoperation mit einem Recurrensmonitoring vorgenommen: Die Nervenfunktion wird durch eine elektrische Ableitung während der gesamten Operation überwacht. Kommt der Operateur dem Nerv zu nahe, wird er visuell und akustisch durch ein Signal darauf hingewiesen. Des Weiteren besteht bei einer Schilddrüsenoperation die Gefahr, dass die Nebenschilddrüse mitentfernt wird, was zur Funktionsstörung des Kalziumhaushalts führt. Nach der Operation ist eine Behandlung mit Iodid und eventuell auch mit Schilddrüsenhormonen indiziert, falls das verbleibende Drüsengewebe nicht ausreichende Mengen produzieren kann. Als Ersatz bekommt der Patient das Medikament und Schilddrüsenhormon L-Thyroxin mit Rezept verordnet. Die Radiojodtherapie ist eine Alternative zur Operation, wenn es sich nicht um eine bösartige Erkrankung handelt. Dabei wird dem Patienten radioaktives Iodid verabreicht, das sich in die vergrößerte Schilddrüse einlagert. So kann nach drei bis sechs Monaten eine Verkleinerung um 30-50 % erreicht werden. Auch die Radiojodtherapie kann eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen.

Vorbeugung einer Schilddrüsenerkrankung

Durch eine gute jodreiche Ernährung kann jeder selbst einem Jodmangel vorbeugen. Jod ist beispielsweise in speziell jodiertem Speisesalz, jodhaltigem Mineral- oder Heilwasser sowie in jodhaltiger Zahnpasta enthalten. Mit einem Jodsiegel können die Hersteller die Verwendung von jodiertem Salz positiv hervorheben. Dagegen sollte bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Aufnahme von größeren Mengen Jod vermieden werden!



Recurrensmonitoring

In Deutschland werden jährlich etwa 100.000 Schilddrüsenentfernungen ausgeführt. Bei der Operation kann es zu einer Verletzung der Stimmbandnerven (Nervus laryngeus inferior = Nervus recurrens) kommen. Der Nerv zieht auf jeder Seite hinter der Schilddrüse bis an den Kehlkopf. Bei der Operation sollten dieser Nerv nicht verletzt werden, da es sonst zu einer anhaltenden Heiserkeit kommen kann.

Die Häufigkeit an Schädigungen des Nervus recurrens wird in der Literatur mit unter 1% bis 14% angegeben. Um eine solche Nervenverletzungen zu vermeiden, wenden wir eine spezielle Untersuchungsmethode, das so genannte Neuromonitoring an. Mit dieser Technik kann eine Identifikation und eine Funktionsbeobachtung der Nerven während der Operation erfolgen. Dazu wird vor der Operation eine Mikro-Kabelelektrode in die Stimmbandmuskulatur eingelegt. Diese Methode steht nur an wenigen Zentren zur Verfügung und wird routinemäßig in unserer Abteilung eingesetzt um das Risiko von Verletzungen des Kehlkopfnerven zu reduzieren.



HNO-Krankheiten und Therapien

Schluckstörungen

Schluckstörungen (Dysphagie)

Von einer Schluckstörung spricht man, wenn eine Störung des Schluckens oder der Passage von fester und/oder flüssiger Nahrung vom Mund zum Magen vorliegt.

Das Schlucken gehört zu den lebenserhaltenden Funktionen. Wenn wir überhaupt nicht schlucken könnten, bestünde die Gefahr, zu verdursten oder zu verhungern. Deshalb bedeuten Schluckstörungen (Dysphagien) häufig eine ernste Bedrohung für den Organismus.

Schluckstörungen können den Patienten sowohl durch eine insuffiziente orale Ernährung mit darausfolgenden Mangelerscheinungen als auch im Falle einer Aspiration (Übertritt von Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege) mit rezidivierenden Entzündungen der Atemwege vital gefährden.

Da Störungen der Nahrungsaufnahme und des Schluckablaufes nicht selten als äußere Stigmatisierung empfunden werden, ist soziale Isolation für die Betroffenen eine meist nicht aufzuhaltende Folge.

Welche unterschiedlichen Schluckphasen gibt es?

Es werden insgesamt fünf einzelne Schluckphasen voneinander unterschieden:

  1. die präorale Phase (Vorbereitung auf die Nahrungsaufnahme, z. B. aufrechte Sitzposition, vermehrte Speichelproduktion, Auslösung von Hunger- und Durstgefühl)
  2. die orale Vorbereitungsphase (Aufnahme von Speise in den Mund, Kauen zu einem breiförmigen Speisebrei)
  3. die orale Transportphase (Transport der Nahrung aus der Mundhöhle in den Rachen)
  4. die pharyngeale Phase (Transport durch den Rachen)
  5. sowie die ösophageale Phase (Transport durch die Speiseröhre bis zum Magen)

Sowohl Veränderungen der anatomischen Strukturen des Schluckweges als auch Störungen in Ihrer Funktionsweise können Schluckstörungen hervorrufen.

Beschwerden
  • Druckgefühl oder Schmerzen im Hals, hinter dem Brustbein oder im Oberbauch beim Schlucken (Globusgefühl)
  • Würgen während des Schluckaktes
  • Husten während der Mahlzeit
  • Herauswürgen unverdauter Nahrungsbestandteile
  • Aspiration, d. h. Übertritt von Nahrung in die Luftröhre mit Gefahr einer Lungenentzündung
  • Gewichtsabnahme
Ursachen
  • Entzündungen im Mund-Nasen-Rachen-Raum mit Schmerzen beim Schlucken, z. B. Mandelentzündung, Abszess
  • Verbrühung, Verätzung, versehentliches Verschlucken von Fremdkörpern
  • Tumoren (gut- oder bösartige Geschwülste) im Bereich des Schluckweges
  • Veränderungen im Bereich der Speiseröhre, z. B. Divertikel, Entzündungen
  • Zustände nach Tumoroperationen im Kopf-Hals-Bereich, eventuell zusätzlich verstärkt durch die Auswirkungen einer Strahlentherapie
  • die Situation bei einem Luftröhrenschnitt oder nach Verschluss desselben, hier kann eine Störung der Kehlkopfbeweglichkeit zu Schluckstörungen führen
  • die so genannte Refluxkrankheit mit Rückfluss saurer Magenflüssigkeit in die Speiseröhre oder sogar bis in den Schlund hinauf
  • eine vermehrte Knochenspornbildung im Bereich der Halswirbelsäule mit resultierender Einengung des Speiseweges
  • Schlaganfälle, bei denen durch Durchblutungsstörungen bestimmter Hirngebiete die Funktionen der Nervenbahnen beeinträchtig sind, die für die Koordination des Schluckvorganges zuständig
  • neurologische Erkrankungen, z. B. Mb. Parkinson, Multiple Sklerose
  • ein hohes Lebensalter, viele alte Menschen leiden an Schluckstörungen, ohne dass man dafür eine erkennbare Ursache findet
  • psychogene Schluckstörungen, organische Ursache nicht zu finden
Diagnostik
  • Anamnese, Befragung von Betroffenen und Angehörigen
  • klinische Untersuchung durch den HNO-Arzt, den Neurologen, den Internisten
  • Spiegelung des Rachenraumes, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und des Magens
  • Röntgenbreischluck zur Darstellung des Passageweges der Nahrung
  • ggf. weitere bildgebende Verfahren, z. B. MRT oder CT
  • psychosomatische Abklärung, sofern keine körperliche Ursache gefunden werden konnte oder diese die Beschwerden nicht zur Gänze klärt
Therapie

Je nach Ursache der Störung können operative Maßnahmen oder eine spezielle nicht operative Behandlung von Störungen des Schluckablaufes dem Betroffenen helfen.

  • Operative Therapie
    • Beseitigung der Ursache der Schluckstörung, z. Entfernung von gut- o. bösartigen Tumoren, Durchtrennung des Speiseröhreneingangsmuskels bei Divertikeln in der Speiseröhre, Entfernung von Fremdkörpern
    • Anlegen eines Luftröhrenschnittes (Tracheostoma) und Einsetzen einer geblockten Luftröhrenkanüle (Trachealkanüle) zum Schutz der Atemwege vor Aspiration, z. B. bei fortgeschrittenen Tumoren
    • Verschluß eines Tracheostomas, wenn möglich, wenn dieses Auslöser der Schluckstörung ist
    • perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG), bei der durch die Bauchhaut eine Sonde zur Nahrungszufuhr in den Magen eingepflanzt wird, z. B. bei fortgeschrittenen Tumoren, schweren neurologischen Erkrankungen
  • Nicht operative (konservative) Therapie
    • logopädische Beübung
    • Veränderung der Konsistenz und Temperatur der Nahrung
    • Psychosomatische Mitbetreuung bei psychogenen Schluckstörungen


HNO-Krankheiten und Therapien

Schnarchen

Schnarchen

Über Menschen, die schnarchen, werden gerne Witze gemacht. Dabei ist Schnarchen alles andere als eine scherzhafte Angelegenheit. Lautes Schnarchen kann vielmehr ein ernst zu nehmendes Anzeichen für schlafbezogene Atmungsstörungen sein. Es deutet auf eine Verengung der Atemwege hin, die den Betroffenen das Atemholen im Schlaf erschwert. Die typischen Schnarchgeräusche entstehen bei der Anstrengung, durch die verengten Atemwege Luft zu holen.
Ca. 10 - 30 % der Erwachsenen schnarchen im Schlaf. In den meisten Fällen ist jedoch keine Behandlung erforderlich, da Schnarchen an sich keine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Dagegen ist lautes und unregelmäßiges Schnarchen in der Regel ein erster Hinweis auf ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom.

Nachfolgender Fragebogen kann Hinweise geben ob bei Ihnen ein Schnarchen mit Atemstörungen vorliegen kann.

Fragebogen für Patienten
  1. Schnarchen Sie während des Schlafes/in der Nacht?
  2. Schlafen Sie tagsüber ein, z. B. am Schreibtisch, beim Zeitungslesen oder beim Fernsehen?
  3. Sind sie schon einmal während einer Autofahrt am Lenkrad kurz "eingenickt"?
  4. Schwitzen Sie nachts?
  5. Wachen Sie (häufig) während des Schlafens auf?
  6. Müssen Sie nachts (häufig) Wasser lassen?
  7. Leiden Sie unter morgendlicher Müdigkeit?
  8. Haben Sie nachts oder am Morgen Schwindel?
  9. Haben sie beim Erwachen oder morgens Kopfschmerzen?
  10. Haben Sie Ohrgeräusche (Tinnitus)?
  11. Haben Sie (morgens) hohen Blutdruck?
  12. Leiden Sie unter chronischer unerklärlicher Müdigkeit oder einem Leistungsknick?
  13. Arbeiten Sie im Schichtdienst?
  14. Leiden Sie unter ruhelosem Schlaf und/oder wachen sie nachts mit Kribbeln oder Schmerzen in den Beinen auf?
  15. Haben Sie ein Nachlassen Ihrer sexuellen Aktivität oder eine Erektionsschwäche festgestellt?
  16. Haben Sie Konzentrations- oder Erinnerungsstörungen?
  17. Sind Sie z. B. beim Lachen oder Weinen schon einmal ohnmächtig geworden?

Beantworten Sie die Fragen 1 bis 3 oder die Mehrzahl der Fragen mit Ja liegt mit hoher (Vor-Test) Wahrscheinlichkeit ein bisher nicht diagnostizierte Schlaf-Apnoe-Syndrom vor.

Es werden zwei Formen des Schnarchens unterschieden:
  • Schnarchen ohne Atemstörung (habituelles Schnarchen)
  • Schnarchen mit Atemstörung (obstruktives Schlafapnoesyndrom):
    • unrhythmisches Schnarchen wechselt mit Atempausen, die durch kurzfristiges Kollabieren der oberen Luftwege entstehen
Ursache
Ursache

Die Ursache des Schnarchens ist eine Erschlaffung der oberen Luftwege in Höhe des Rachens. In diesem Bereich werden die Luftwege durch Muskulatur offen gehalten. Im Schlaf erschlaffen die Muskelzüge. Bei Schnarchern kommt es schließlich zu einem Hin- und Herflattern der Wände der Luftwege (Zungengrund und weicher Gaumen, selten Kehldeckel).

Eine zunehmende Erschlaffung der Atemwege führt schließlich zu einer kompletten oder inkompletten Verlegung mit Minderung der Luftströmung beim Einatmen. Dieser Zustand wird als Apnoe (griechisch "Windstille") bezeichnet. In dieser Situation können bei dem Schlafenden Atempausen beobachtet werden. Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden. Die Arousalreaktion ist lebenswichtig und bewahrt vor dem Ersticken. Durch diese Reaktion wird aber der Schlaf selbst gestört, da ein Übergang von einem tiefen Schlafstadium in einen nur oberflächlichen Schlaf stattfindet.

Auswirkungen des Schnarchens

Schnarchen ohne Atemstörung kann durch das Schnarchgeräusch Schlafstörungen oder Beziehungsstörungen von Partnern verursachen.

Schnarchen mit Atemstörung (obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom) kann durch die Störung des normalen Schlafes und durch Sauerstoffmangel ernstzunehmende Gesundheitsstörungen wie ausgeprägte Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Herz-Lungen-Erkrankungen und sexuelle Funktionsstörungen verursachen, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall kann sich erhöhen!

Diagnostik

Nach ausführlichem Gespräch in unserer Sprechstunde (unterstützt durch Fragebögen) erfolgt eine umfangreiche klinische Untersuchung. Dabei wird das Naseninnere, der Rachen, die Zahnstellung, der Kehlkopf beurteilt und endoskopisch untersucht. Die Nasendurchgängigkeit wird gemessen (Rhinomanometrie, akustisch Rhinometrie).
Zum Ausschluss eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms erfolgen dann weitere Untersuchungen. Dazu erhalten Sie einen Termin für eine ambulante Polygrafie ("Mini-Schlaflabor").
Sie bekommen ein ungefähr taschenbuchgrosses Messgerät mit nach Hause, das mehrere wesentliche Körperfunktionen während Ihres Schlafes aufzeichnen wird: Ihre Atem- bzw. Schnarchgeräusche, Ihre Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes und Ihre Körperlage. Zusätzlich können auch Bewegungen Ihrer Atemmuskulatur und der Atemfluss an Mund und Nase mit aufgezeichnet werden. Die verschiedenen Elektroden und Sensoren, die für diese Messung notwendig sind, werden dann am Abend zuvor in unserer Klinik angelegt. Am nächsten Morgen geben Sie das Gerät wieder ab und erhalten einen Auswertungstermin in unserer Sprechstunde.

Bei Hinweisen auf ein Schlafapnoesyndrom schließt sich dann die Untersuchung in unserem Schlaflabor (Polysomnografie) an. Die sogenannte Polysomnografie ist für uns die umfangreichste Untersuchung Ihres Schlafes. Wir messen mit dieser Technik mehrere verschiedene Körperfunktionen kontinuierlich während der ganzen Nacht. Insgesamt werden während einer Polysomnografie neun Körperfunktionen während des Schlafes überwacht: das Kernstück der Untersuchung ist ein sogenanntes Elektroencephalogramm (Hirnstrombild), ein EEG. Zusätzlich leiten wir mit Hilfe kleiner Elektroden Ihre Augenbewegungen und die Muskelspannung Ihrer Kinnmuskeln ab. Durch Elektroden wird auch die Muskelspannung an Ihren Unterschenkeln registriert zum Nachweis eventueller nächtliche Beinbewegungen. Winzige Atemfühler messen Ihren Atemfluss vor Mund und Nase. Mit Hilfe des EKG's, des Elektrokardiogramms, können wir den Rhythmus Ihres Herzschlages überprüfen. Zwei dehnbare Gürtel mit Messfühlern registrieren Ihre Atembewegungen. Ein weiterer Sensor zeichnet Ihre Körperlage auf. An einem Ihrer Finger werden wir ein Pulsoxymeter befestigen, um die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes zu überprüfen. Die Auswertung erfolgt dann wieder in unserer Sprechstunde.

Therapien

Je nach Ihren Befunden bieten wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung Ihrer Beschwerden an.

  • Schlafhygiene
    • Nehmen Sie vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke oder Medikamente zu sich.
    • Rauchen Sie grundsätzlich nicht vor dem Schlafengehen oder während der Nacht.
    • Trinken Sie vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine alkoholischen Getränke.
    • Nehmen Sie vor dem Schlafengehen keine schweren Mahlzeiten ein. Eine leichte Nachtmahlzeit  kann hingegen schlaffördernd sein.
    • Betreiben Sie 6 Stunden vor dem Schlafengehen keinen körperlich anstrengenden Sport.
    • Beseitigen oder reduzieren Sie lästige Lichtquellen, Lärmgeräusche und extreme Temperaturen im Schlafzimmer.
  • Beseitigung von Nasenatmungsbehinderungen:
    • Beseitigung einer Nasenscheidewandverkrümmung (Septumplastik)
    • Verkleinerung der Nasenmuscheln (Conchotomie)
    • Behandlung von chronischen Nasennebenhöhlenerkrankungen durch minimal invasive endoskopische Operationsmethoden
  • Behandlungsmöglichkeiten im Rachenbereich:
    • Es gibt verschiedene Operationsmethoden zur Verbesserung des Spannungszustandes des Gaumensegels und zur Verkleinerung eines vergrößerten Gaumenzäpfchens
      • Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) - Kombination von Mandelentfernung, Verkleinerung des Zäpfchens und Straffung der Rachenweichteile durch Naht
      • Uvulareduktionsplastik - plastische Verkleinerung des Zäpfchens
      • Hochfrequenztherapie des Weichgaumens (syn. Somnoplasty, Radiofrequenzvolumenreduktion)
  • Behandlungsmöglichkeiten im Rachenbereich:
    • Anpassung progenierender (= den Unterkiefer vorverlagernder) Schienen
      • provisorisch zur Testung - z. B. SomnoGuard®
      • Anpassung von individuell angepassten Schienen über behandelnden Zahnarzt oder Zahnklinik der FSU Jena

Beim Schnarchen mit Atemstörung (obstruktives Schlafapnoesyndrom) ist nach Diagnosesicherung im Schlaflabor je nach Schweregrad die Versorgung mit nächtlichen Überdruckmasken (nCPAP) notwendig.


Schlafbezogene Atemstörungen bei Kindern

Bis zu 12 % der Kinder schnarchen, bei bis zu 3 % liegt ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) vor. Im Gegensatz zu den Erwachsenen steht bei Kindern mit OSAS die Tagesmüdigkeit nicht im Vordergrund. Auffallend sind hier Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität und Schulprobleme. Hinweisend sind Schnarchen mit Atemaussetzern, nächtliches Schwitzen, eine behinderte Nasenatmung mit daraus resultierender Mundatmung und rezidivierende Infekte.

Die Abklärung solcher Schlafstörungen solte durch den Kinderarzt oder HNO-Arzt erfolgen.

Die Häufigste Ursache von kindlicher schlafbezogener Atemstörung sind eine Vrgrößerung der Rachen- und/oder Gaumenmandeln. Wir können durch verschiedene Operationen eine deutliche Besserung der Schlafbezogenen Atmungsstörungen erreichen.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


Ursache

Ursache

Die Ursache des Schnarchens ist eine Erschlaffung der oberen Luftwege in Höhe des Rachens. In diesem Bereich werden die Luftwege durch Muskulatur offen gehalten. Im Schlaf erschlaffen die Muskelzüge. Bei Schnarchern kommt es schließlich zu einem Hin- und Herflattern der Wände der Luftwege (Zungengrund und weicher Gaumen, selten Kehldeckel).

Eine zunehmende Erschlaffung der Atemwege führt schließlich zu einer kompletten oder inkompletten Verlegung mit Minderung der Luftströmung beim Einatmen. Dieser Zustand wird als Apnoe (griechisch "Windstille") bezeichnet. In dieser Situation können bei dem Schlafenden Atempausen beobachtet werden. Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden. Die Arousalreaktion ist lebenswichtig und bewahrt vor dem Ersticken. Durch diese Reaktion wird aber der Schlaf selbst gestört, da ein Übergang von einem tiefen Schlafstadium in einen nur oberflächlichen Schlaf stattfindet.

Auswirkungen des Schnarchens

Schnarchen ohne Atemstörung kann durch das Schnarchgeräusch Schlafstörungen oder Beziehungsstörungen von Partnern verursachen.

Schnarchen mit Atemstörung (obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom) kann durch die Störung des normalen Schlafes und durch Sauerstoffmangel ernstzunehmende Gesundheitsstörungen wie ausgeprägte Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Herz-Lungen-Erkrankungen und sexuelle Funktionsstörungen verursachen, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall kann sich erhöhen!



Diagnostik

Nach ausführlichem Gespräch in unserer Sprechstunde (unterstützt durch Fragebögen) erfolgt eine umfangreiche klinische Untersuchung. Dabei wird das Naseninnere, der Rachen, die Zahnstellung, der Kehlkopf beurteilt und endoskopisch untersucht. Die Nasendurchgängigkeit wird gemessen (Rhinomanometrie, akustisch Rhinometrie).
Zum Ausschluss eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms erfolgen dann weitere Untersuchungen. Dazu erhalten Sie einen Termin für eine ambulante Polygrafie ("Mini-Schlaflabor").
Sie bekommen ein ungefähr taschenbuchgrosses Messgerät mit nach Hause, das mehrere wesentliche Körperfunktionen während Ihres Schlafes aufzeichnen wird: Ihre Atem- bzw. Schnarchgeräusche, Ihre Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes und Ihre Körperlage. Zusätzlich können auch Bewegungen Ihrer Atemmuskulatur und der Atemfluss an Mund und Nase mit aufgezeichnet werden. Die verschiedenen Elektroden und Sensoren, die für diese Messung notwendig sind, werden dann am Abend zuvor in unserer Klinik angelegt. Am nächsten Morgen geben Sie das Gerät wieder ab und erhalten einen Auswertungstermin in unserer Sprechstunde.

Bei Hinweisen auf ein Schlafapnoesyndrom schließt sich dann die Untersuchung in unserem Schlaflabor (Polysomnografie) an. Die sogenannte Polysomnografie ist für uns die umfangreichste Untersuchung Ihres Schlafes. Wir messen mit dieser Technik mehrere verschiedene Körperfunktionen kontinuierlich während der ganzen Nacht. Insgesamt werden während einer Polysomnografie neun Körperfunktionen während des Schlafes überwacht: das Kernstück der Untersuchung ist ein sogenanntes Elektroencephalogramm (Hirnstrombild), ein EEG. Zusätzlich leiten wir mit Hilfe kleiner Elektroden Ihre Augenbewegungen und die Muskelspannung Ihrer Kinnmuskeln ab. Durch Elektroden wird auch die Muskelspannung an Ihren Unterschenkeln registriert zum Nachweis eventueller nächtliche Beinbewegungen. Winzige Atemfühler messen Ihren Atemfluss vor Mund und Nase. Mit Hilfe des EKG's, des Elektrokardiogramms, können wir den Rhythmus Ihres Herzschlages überprüfen. Zwei dehnbare Gürtel mit Messfühlern registrieren Ihre Atembewegungen. Ein weiterer Sensor zeichnet Ihre Körperlage auf. An einem Ihrer Finger werden wir ein Pulsoxymeter befestigen, um die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes zu überprüfen. Die Auswertung erfolgt dann wieder in unserer Sprechstunde.



Behandlung

Je nach Ihren Befunden bieten wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung Ihrer Beschwerden an.

  • Schlafhygiene
    • Nehmen Sie vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke oder Medikamente zu sich.
    • Rauchen Sie grundsätzlich nicht vor dem Schlafengehen oder während der Nacht.
    • Trinken Sie vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine alkoholischen Getränke.
    • Nehmen Sie vor dem Schlafengehen keine schweren Mahlzeiten ein. Eine leichte Nachtmahlzeit  kann hingegen schlaffördernd sein.
    • Betreiben Sie 6 Stunden vor dem Schlafengehen keinen körperlich anstrengenden Sport.
    • Beseitigen oder reduzieren Sie lästige Lichtquellen, Lärmgeräusche und extreme Temperaturen im Schlafzimmer.
  • Beseitigung von Nasenatmungsbehinderungen:
    • Beseitigung einer Nasenscheidewandverkrümmung (Septumplastik)
    • Verkleinerung der Nasenmuscheln (Conchotomie)
    • Behandlung von chronischen Nasennebenhöhlenerkrankungen durch minimal invasive endoskopische Operationsmethoden
  • Behandlungsmöglichkeiten im Rachenbereich:
    • Es gibt verschiedene Operationsmethoden zur Verbesserung des Spannungszustandes des Gaumensegels und zur Verkleinerung eines vergrößerten Gaumenzäpfchens
      • Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) - Kombination von Mandelentfernung, Verkleinerung des Zäpfchens und Straffung der Rachenweichteile durch Naht
      • Uvulareduktionsplastik - plastische Verkleinerung des Zäpfchens
      • Hochfrequenztherapie des Weichgaumens (syn. Somnoplasty, Radiofrequenzvolumenreduktion)
  • Behandlungsmöglichkeiten im Rachenbereich:
    • Anpassung progenierender (= den Unterkiefer vorverlagernder) Schienen
      • provisorisch zur Testung - z. B. SomnoGuard®
      • Anpassung von individuell angepassten Schienen über behandelnden Zahnarzt oder Zahnklinik der FSU Jena

Beim Schnarchen mit Atemstörung (obstruktives Schlafapnoesyndrom) ist nach Diagnosesicherung im Schlaflabor je nach Schweregrad die Versorgung mit nächtlichen Überdruckmasken (nCPAP) notwendig.



HNO-Krankheiten und Therapien

Schwindel

Schwindel

Jeder zehnte Patient klagt über Schwindelgefühle. Schwindel ist ein Symptom, keine eigenständige Krankheit. Die Ursachen sind sehr vielfältig (vestibulär, neurologisch, cardio-vasculär, medikamentös, cervikal, ophthalmologisch, psychisch oder psychosomatisch).

Zur umfassenden Diagnostik ist meist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Fachgebiete wie HNO, Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie, physikal. Medizin und Augenheilkunde notwendig.
Der HNO-Arzt bestätigt oder schließt dabei eine Störung des peripheren oder zentralen Gleichgewichtsorgans aus und kann damit oft wichtige Hinweise auf die Genese des Schwindels liefern.

Behandlung von:
  • Benignem paroxysmalen Lagerungsschwindel
  • Neuropathia vestibularis
  • Schwindel bei Morbus Meniere
  • Tumoren am Gleichgewichtsnerv (z. B. Vestibularis-Schwannom bzw. Akustikusneurinom)
Beschwerden
  • es dreht sich alles, der Boden gibt nach, die Erde schwankt, ein Gefühl wie im Fahrstuhl, häufig dabei auftretend: Übelkeit und Erbrechen
  • Sie haben kurzzeitige Schwindelgefühle bei plötzlichen Lageänderungen des Kopfes
    (Umdrehen im Bett, schnelle Kopfbewegungen, rasches Hinlegen)
  • Sie haben ein sonderbares Gefühl im Kopf (Benommenheit)
  • Sie haben Ohnmacht ähnliche Zustände
  • Ihnen wird schwarz vor den Augen
Diagnose

Zur Ermittelung der Ursachen der Gleichgewichtsstörung werden verschiedene anerkannte Tests durchgeführt, auf die die Reaktionen (insbesondere die Bewegung der Augen mit dem sogenannten Nystagmus) gesunder und erkrankter Patienten bekannt ist:

  • Nystagmusprüfung mit der Frenzel-Brille
    • im Krankheitsfall treten ohne Reizung rhytmische Augenbewegungen (Nystagmus) auf
  • Spülung der Ohren mit kaltem und warmen Wasser oder Luft
    • mit dieser Untersuchung überprüft man die Funktionsfähigkeit des Gleichgewichtsorganes
  • Kopf-Impuls-Test
    • während Infrarotkameras in einer Spezialbrille die Augenbewegungen aufzeichnen, wird der Kopf des Patienten vom Untersucher mit den Händen nach links und rechts bewegt. Wenn die Gleichgewichtsorgane normal arbeiten, werden die Augen reflexartig in die Gegenrichtung zur Kopfbewegung bewegt, um den Blick stabil zu halten.
  • Test mit dem Drehstuhl
    • Hier wird nicht wie beim Kopfimpulstest nur der Kopf um ein paar Grad nach links und rechts bewegt sondern der ganze Patient auf einem Drehstuhl bewegt, um Beschleunigungsreize zu setzen und die Nystagmusreaktion so zu testen
  • Tretversuch
    • Sie sollen auf der Stelle treten, dabei werden Körperabweichungen beobachtet
  • Zeigeversuch
    • Sie sollen mit geschlossenen Augen Ihre Nasenspitze mit dem Zeigenfinger berühren, dabei wird die Bewegungskoordinierung geprüft
  • Sensorischer-Organisations-Test
    • Über eine druckempfindliche Bodenplatte werden durch Bewegungen des Horizonts und der Bodenplatte verschiedene Aspekte des Gleichgewichtssystems des Patienten geprüft.
Therapie
  • Konservative Behandlungen
    • Schwindeltraining (Blickübungen, Balance-Übungen, Bewegungstraining)
    • medikamentös
    • Psychotherapie
    • Physiotherapie (Lagerungsmanöver)
  • Operative Behandlungen
    • Beseitigung von Geschwülsten, die auf das Gleichgewichtsorgan drücken
Schwindeltraining

Ein Schwindeltraining kann zur Behandlung eines chronischen Schwindels helfen, wenn andere Verfahren erfolglos geblieben sind. In unserer Klinik werden nach ausführlicher ärztlicher Anleitung 2-3mal pro Tag Gleichgewichts- und Koordinationsübungen mit z. B. Entspannungsübungen zur Durchblutungs- förderung oder Atemtechniken kombiniert. Ein individuelles stufenweises Programm über ca. einer Woche unter stationären Bedingungen fördert die Beweglichkeit in allen Körperachsen. Das Übungsprogramm sieht 1-2 Behandlungen pro Tag vor mit 10-20 Wiederholungen der Übungen. Ziel der Behandlung ist eine Minderung der Schwindelbeschwerden und das Erlernen eines Übungsprogramms, das zuhause weitergeführt werden muss. Endgültiges Ziel ist eine Kompensation der Schwindelbeschwerden.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena


HNO-Krankheiten und Therapien

Sjögren-Syndrom

Sjörgen Syndrom

Das Sjögren-Syndrom ist eine Überreaktion des Immunsystems (Autoimmunerkrankung), bei der durch den Angriff des Immunsystems auf den eigenen Körper Tränen- und Speicheldrüsen im Verlauf von Jahrzehnten geschädigt werden. Die Patienten bemerken meist ab einem Alter von 40-50 Jahren eine zunehmende Trockenheit der Augen und der Mundhöhle. Sjögren-Syndrome können sowohl ohne weitere Grunderkrankung ("primär") oder zusammen mit weiteren rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis ("sekundär") auftreten. Die Ursachen des Sjögren-Syndroms sind unbekannt. Wie fast alle Autoimmunerkrankungen ist das Sjögren-Syndrom bei Frauen häufiger als bei Männern. Es wird die Häufigkeit zwischen 1:100 und ca. 1:1000 angegeben, die Krankheit ist also ausgesprochen häufig.

Bei Verdacht auf ein Sjögren-Syndrom müssen zunächst objektive Tests zur Messung der Mund- und Augentrockenheit erfolgen. Wenn die Tränen- und/oder Speichelproduktion vermindert ist, sollten Blutuntersuchungen erfolgen. Bislang existierten keine Labormarker, die entweder sehr häufig beim Sjögren-Syndrom vorliegen oder sehr spezifisch für diese Erkrankung sind. Die in Deutschland am häufigsten als Marker des Sjögren-Syndroms verwendeten Autoantikörper gegen SSA (Ro) liegen beispielsweise nur bei ca. 40-50 % der Patienten vor. 1997 wurden erstmals Autoantikörper gegen alpha-Fodrin als neuer Marker des Sjögren-Syndroms beschrieben. Dieser neue Bluttest fällt bei 93 % der Patienten mit Sjögren-Syndrom pathologisch aus.

Die Behandlung der Beschwerden erfolgt zunächst symptomatisch, dass heißt Substitution von künstlichen Tränen oder durch Einnahme von Pilocarpin. Als Behandlung der Mundtrockenheit sollten die Patienten reichlich trinken und zur Vorbeugung von Karies eine intensive Zahnpflege betreiben. Bei gehäuften Infekten der oberen Atemwege sollten prophylaktische Inhalationen mit Kochsalzpräparaten oder noch effektiver tägliche Nasenduschen angewendet werden. Wichtig ist die regelmäßige Untersuchung der Ohrspeicheldrüsen durch Ultraschall Es kann zu einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) kommen, die anschließend in eine Verkleinerung (Atrophie) übergeht. Zur Diagnose wird eine Biopsie der Mundschleimhaut durchgeführt. Bei einem Sjoergen Syndrom ist das Risiko an einem Non Hodgkin Lymphom, einer bösartigen Erkrankung, die an der Ohrspeicheldrüse in Erscheinung treten kann, deutlich erhöht.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


HNO-Krankheiten und Therapien

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Übersicht
Abklärung eines Ohrspeicheldrüseentumors (Parotistumor)

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Behandlung bösartiger Ohrspeicheldrüsentumore (Parotistumore)

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Behandlung gutartiger Ohrsppeicheldrüsentumore (Parotistumore)

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Einleitung

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren stellt einen Schwerpunkt in der Jenaer Universitäts-HNO-Klinik dar.

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren ist schwierig, da es zum einen keine häufige Erkrankung ist und zum anderen viele verschiedene Arten von gutartigen und bösartigen Speicheldrüsentumoren zu unterscheiden sind. Man benötigt große Erfahrung auf dem Gebiet der Speicheldrüsentumoren, um jedem einzelnen Patienten mit seinem besonderen Fall gerecht zu werden.

Aufgrund unserer Erfahrung möchten wir in folgendem die am häufigsten von den Patienten mit Speicheldrüsentumoren gestellten Fragen beantworten.

Welche Speicheldrüsen gibt es?

Für die Speichelproduktion besitzt der Mensch die paarige Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), die paarige Unterkieferspeicheldrüse (Glandula mandibularis) und die paarige Unter- zungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). Diese 6 Speicheldrüsen werden als die großen Speicheldrüsen benannt. Die Abbildung zeigt schematisch die Lage der Ohrspeicheldrüse und der Unterkiefer- speicheldrüse. In diesen Drüsen findet sich die Mehrzahl der Tumore. Die Unterzungen- speicheldrüse liegt der Unterkiefer- speicheldrüse vorne an.

Daneben gibt es 600 - 1000 kleine Speicheldrüsen, die regelmäßig über die Schleimhaut des Mund-Rachenraumes verteilt sind. Da der Mensch so viele Speicheldrüsen besitzt, beeinträchtigt die Entfernung einer großen Speicheldrüse in der Regel nicht die täglich notwendige Speicheldrüsenproduktion. Tumoren der Speicheldrüsen kommen am häufigsten in der Glandula parotis vor.

Welche Arten von Speicheldrüsentumoren gibt es?

Die Tumore in den Speicheldrüsen sind in dreiviertel der Fälle gutartige Tumore und in einem viertel der Fälle bösartige Tumore.

Bezogen auf die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) sind etwa 80% der Tumoren gutartig und 20% bösartig. Der bei weitem häufigste gutartige Speicheldrüsentumor ist das pleomorphe Adenom. Der zweithäufigste gutartige Tumor ist der Warthin-Tumor (Zystadenolymphom). Damit wären bereits die beiden wichtigsten gutartigen Tumoren genannt. Andere gutartige Tumoren sind bereits sehr selten.

Bei den bösartigen Tumoren gibt es eine Vielzahl von Subtypen, die aufgrund ihrer feingeweblichen Eigenschaften unterschieden werden. Die häufigsten Tumoren sind das Mucoepidermoid-Karzinom, das adenozystische Karzinom, Adenokarzinome, das Acinuszell-Karzinom, Plattenepithelkarzinome, Metastasen eines anderen Tumors im Bereich der Speicheldrüsen neben einer Reihe von sehr seltenen bösartigen Tumoren.

Bösartige Tumoren der Speicheldrüsen müssen sehr ernst genommen werden, da diese Tumoren häufig zur Absiedlung von Metastasen in den Halsweichteilen neigen. In unserem eigenen Krankengut konnten wir das Vorliegen von Lymphknotenmetastasen abhängig vom feingeweblichen Subtyp in 35 bis 65% der Fälle feststellen.

15 bis 35% der Tumore wiesen bereits Fernmetastasen auf. Trotz einer optimalen Behandlung ist in 40 bis 80% der Tumoren mit einem Wiederauftreten des Tumors (Lokalrezidiv) zu rechnen. Dies unterstreicht die Bösartigkeit dieser Tumore und die Notwendigkeit einer Behandlung in einem erfahrenen Zentrum. Die Bösartigkeit von Speicheldrüsentumoren wird oftmals deshalb unterschätzt, weil es sich bei einem bösartigen Speicheldrüsentumor im Vergleich zu anderen bösartigen Tumoren, wie Lungenkrebs, Brustkrebs oder Darmkrebs, um einen relativ seltenen bösartigen Tumor handelt. Deswegen haben viele Ärzte keinen häufigen Kontakt zu Patienten mit Speicheldrüsentumoren.

Was ist das besondere des pleomorphen Adenoms?
Feingeweblicher Schnitt durch ein pleomorphes Adenom der Ohrspeicheldrüse. An der mit Pfeilen markierten Oberfläche fehlt die Pseudokapsel

Das pleomorphe Adenom ist von allen Speicheldrüsentumoren der häufigste Tumor. Das pleomorphe Adenom ist ein gutartiger Tumor. In den meisten Fällen handelt es sich um einen kugeligen, eher festen platzbegrenzten Tumor. Der Tumor wächst sehr langsam, ist schmerzlos, und fällt deshalb erst bei deutlicher Größenzunahme als Vorwölbung im Bereich der betroffenen Speicheldrüse auf.

In Einzelfällen kann ein gutartiges pleomorphes Adenom auch zu einem bösartigen Tumor entarten. Die wird manchmal beobachtet, wenn der Tumor über viele Jahre weiter gewachsen ist und nicht behandelt wurde. Die Therapie der Wahl ist die Entfernung des Tumors. Hierzu gibt es keine empfehlenswerte Alternative. Wie so häufig bei gutartigen Tumoren spricht auch dieser gutartige Tumor nur sehr schlecht auf eine Bestrahlungsbehandlung an. Daher wird von uns von einer Strahlentherapie abgeraten. Eine empfehlenswerte Chemotherapie zur Behandlung dieses gutartigen Tumors gibt es ebenso nicht.

Ein frühzeitiges Entfernen des Tumors ist im Regelfall zu empfehlen, da mit zunehmendem Tumorwachstum auch die Operationsrisiken steigen und mit zunehmendem Tumorwachstum wahrscheinlich auch die Möglichkeit einer Entartung des Tumors steigt.

Es wurden in einer Forschungskooperation umfangreiche feingewebliche Untersuchungen zusammen mit dem Pathologen Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Arnold aus Essen an nicht voroperierten pleomorphen Adenomen der Ohrspeicheldrüse vorgenommen. Wir konnten zeigen, dass dieser Tumor im Gegensatz zur vielfach verbreiteten Meinung nicht von einer echten Kapsel umgeben ist. Das umgebende Bindegewebe wird durch das Tumorwachstum zusammengedrückt und täuscht lediglich eine Kapsel vor. Deshalb spricht man richtigerweise von einer Pseudokapsel. Diese Pseudokapsel ist bei fast allen Tumoren lediglich 20 µm breit (1 µm = 1/1000 Millimeter). Bei der Hälfte der Tumore finden sich Stellen, an denen die Pseudokapsel gar nicht vorhanden ist, und ein Viertel hat fingerförmige Ausläufer an seiner Oberfläche.

Diese Ergebnisse sind für die richtige Behandlung von pleomorphen Adenomen extrem bedeutsam: Das langsame Wachstum und die rundliche Form verleitet bei unzureichender Diagnostik leider immer noch häufig zur Annahme, dass es sich bei dem festgestellten Knoten im Bereich der Ohrspeicheldrüse um eine Lymphknotenvergrößerung handelt. Es wird leider heute unter dieser falschen immer noch häufig versucht, den Tumorknoten isoliert aus der Drüse auszuschälen. Diese Art der Operation nennt man Enukleation. Aufgrund der oben genannten Eigenschaften des pleomorphen Adenoms kann dies fatale Folgen für den Patienten haben: Die hauchdünne Pseudokapsel kann verletzt werden. Dann können Tumorzellen in das umgebene Wundgewebe gelangen und hier unbemerkt verbleiben. Kleine fingerförmige Ausläufer werden übersehen und abgeschnitten; und bleiben somit auch unbemerkt im Wundgebiet. Die unabwendbare Folge ist eine Tumoraussaat und die Ausbildung eines Rezidiv-Tumors. Eine Enukleation als Erstoperation birgt als das hohe Risiko einer unvollständigen Tumorentfernung! Nach Literaturangaben liegt das Rezidivrisiko bei einer einfachen Enukleation zwischen 20 und 40%. Daher ist eine weitaus ausgedehntere Operation unbedingt notwendig. Die Operationstechnik wird weiter unten beschrieben. Bei einer sorgfältigen Operation sinkt das Rezidivrisiko unter 2%.

Eigene feingewebliche Untersuchungen wiederum in Zusammenarbeit mit Herrn Priv.-Doz. Dr. med. G. Arnold aus Essen haben ergeben, dass die tatsächliche Anzahl der Rezidiv-Tumorknoten wesentlich höher ist als die Anzahl, die man tastet oder in der Bildgebung (Sonographie oder Kernspintomographie)sieht, da die Mehrzahl der Knoten mikroskopisch klein ist. In 65% der Fälle fanden wir bei der Aufarbeitung von Rezidiv-Tumoren bis zu 50 Knoten! In 15% der Fälle zwischen 50 und 99 Knoten. Und bei 19% der Fälle sogar 100 bis 156 Rezidiv-Knoten eines pleomorphen Adenoms.

Daher wird verständlich, wie schwierig unter Umständen die Operation eines Rezidivs eines pleomorphen Adenoms sein kann. Wenn nicht alle Knoten entfernt werden oder entfernt werden können, so folgen oft mehrere weitere Operationen. Von Operation zu Operation nimmt die Vernarbung zu und die Operationsrisiken steigen. Umso wichtiger ist die sorgfältige Operation bei Erstdiagnose eines pleomorphen Adenoms.

Welche Untersuchungen sind bei V. a. einen Speicheldrüsentumor notwendig?
Ein Tumor der Ohrspeicheldrüse fällt häufig erst durch die Schwellung vor dem Ohr auf.

Nach einer sorgfältigen HNO-ärztlichen Untersuchung erfolgt eine genaue Untersuchung des Tumors. Eine Ultraschall-Untersuchung des Halses und der Speicheldrüsen ist dringend zu empfehlen. Um die Herkunft des Tumors abzuklären empfehlen wir eine Feinnadelaspirationszytologie. Hierbei werden aus dem Tumor mit einer sehr feinen Nadel einzelne Tumorzellen aus dem Knoten aspiriert und dann von einem erfahrenen Pathologen untersucht. Durch die Feinnadelaspirationszytologie kann es nicht zu einer Tumorzellverschleppung kommen. Diese Gefahr besteht dagegen bei einer Probebiopsie, so dass diese nur in Einzelfällen, und dann aus ganz besonderen Gründen, vorgenommen wird. Abhängig vom Ergebnis, insbesondere beim Verdacht auf einen bösartigen Tumor wird häufig noch eine weitere Bildgebung, eine Kernspintomographie oder eine Computertomographie, oder beides notwendig. Abhängig von weiteren Symptomen können auch noch andere Untersuchungen notwendig werden. Sollte zum Beispiel bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor gleichzeitig eine Gesichtsnervenlähmung bestehen, so muss diese durch weitere spezielle Untersuchungen auf ihre Schwere hin untersucht werden. Weitere Details zu den Untersuchungen bei bösartigen Tumoren der Speicheldrüsen können nur persönlich mit dem Patienten und seinen Angehörigen besprochen werden.

Wie wird ein gutartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?
Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Wie wird ein gutartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?

Das Vorgehen bei der Operation wird durch die Lage des Tumors und die Beziehung zum Gesichtsnerv bestimmt. Der Gesichtsnerv tritt in die Ohrspeicheldrüse ein, verzweigt sich in der Drüse fächerartig, um dann mit seinen Endästen aus der Drüse auszutreten und dann die einzelnen mimischen Gesichtsmuskeln zu erreichen. Aus klinischer Sicht trennt der Nervenfächer des Gesichtsnervs die Drüse in einen Außenlappen und in einen Innenlappen. Die meisten Tumore liegen um Außenlappen. Bei einem Tumor im Außenlappen wird in der Regel unter dem Operationsmikroskop der Nervenfächer sorgfältig dargestellt und dann der Außenlappen mit dem Tumor entfernt. Diese Operation heißt "laterale Parotidektomie".

Durchtritt des Gesichtsnervs mit seinem Nervenfächer durch die Ohrspeicheldrüse
Durchtritt des Gesichtsnervs mit seinem Nervenfächer durch die Ohrspeicheldrüse

Bei einem Tumor im Innenlappen liegt der Tumor also unterhalb des Nervenfächers. Hier wird zumeist zunächst eine laterale Parotidektomie vorgenommen und anschließend der Drüsenanteil unterhalb des Nervenfächers mit dem Tumor entfernt. Man spricht von einer "subtotalen Parotidektomie". Diese Operation ist sehr aufwendig, da der Nervenfächer für die Präparation des Innenlappen sorgsam freigelegt werden muss ohne Nervenäste zu verletzen. Die Nervenäste sind teilweise nur wenige Millimeter dünn! In speziellen Situationen, wenn zum Beispiel der Tumor sehr weit innen liegt, so dass der den tiefen Rachenraum erreicht, kann es angezeigt sein, den Tumor durch die Mundhöhle oder durch einen Zugang unterhalb des Unterkiefers zu erreichen.

Wie wird ein bösartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?
Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Wie wird ein bösartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?

Abhängig von der Ausdehnung des Tumors muss zunächst festgestellt werden, ob eine Operation überhaupt möglich ist. Zudem erfolgt die Operationsplanung immer im Einklang mit der Abwägung anderer Behandlungsmöglichkeiten wie der Bestrahlungsbehandlung und der Chemotherapie. Sollte die Möglichkeit bestehen, so wird der Tumor mit der gesamten Ohrspeicheldrüse entfernt. Es wird eine "totale Parotidektomie" vorgenommen. Dies ist sehr wichtig, da die Ohrspeicheldrüse von 20-30 Lymphknoten durchsetzt ist. Hier können sich früh Tochtergeschwülste (Metastasen) des Tumors finden. Infiltriert der Tumor den Gesichtsnerv, so müssen auch Anteile des Gesichtsnervs entfernt werden; man spricht von einer "radikalen Parotidektomie". Gegebenfalls erfolgt dann nach der Tumoroperation eine Rekonstruktion des Gesichtsnervs. Hierzu gibt es eine eigene Informationsseite [...].

Überschreitet der Tumor die Ohrspeicheldrüse, infiltriert die Weichteile, Muskulatur oder umgebene Knochen, so werden diese Anteile mit entfernt. Viele bösartige Tumore der Ohrspeicheldrüse setzen zudem Tochtergeschwülste in die Lymphknoten der Halsweichteile. Oft schließt sich daher nach der Tumoroperation der Speicheldrüse auch eine Operation der Halsweichteile an.

 

 

 

 

Was sind die wichtigsten speziellen Operationsrisiken?
Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Was sind die wichtigsten speziellen Operationsrisiken?

Die wichtigsten speziellen Operationsrisiken sind das Auftreten einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung, eine Speichelfistel und das Kauschwitzen. Zu einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung kann es kommen, wenn bei der Präparation der Ohrspeicheldrüse der Gesichtsnerv verletzt und diese Verletzung nicht behandelt wird. Nach Literaturangaben liegt das Risiko, wobei auch Verletzungen kleinerer Ästen mit inbegriffen sind, bei 2 bis 5%. In unserem eigenen Krankengut bei konsequenter Operation unter dem Operationsmikroskop liegt das Risiko unter 1%. Bleibt Speicheldrüsengewebe offen in der Wunde liegen, so kann Speichel über die Wunde nach außen austreten; dies nennt man Speichelfistel. In der Regel heilen diese von allein aus, nur selten ist eine erneute operative Behandlung notwendig. Durch die Hautdurchtrennung und Entfernung von Anteilen der Ohrspeicheldrüse bei der Operation werden zwangsläufig kleine Nervenäste durchtrennt, die zum einen Schweißdrüsen der Haut versorgen und zum anderen die Speicheldrüse selbst, damit diese zur Speichelproduktion angeregt wird. Nach der Operation sprossen diese Nervenäste wieder aus und finden fälschlicherweise Anschluss an Schweißdrüsen der Region. Dieser Prozess dauert 3 Monate bis 1 Jahr. Dann kann es dazu kommen, dass der Patient im Bereich der ehemaligen Operation beim Essen zu Schwitzen anfängt, daher der Name Kauschwitzen. Dieses Kauschwitzen kann man einfach und effektiv mit einer Auflage von Aluminiumchloridpaste oder neuerdings langwirkend mit Injektionen von Botulinum Toxin A behandelt werden.

 

 

 

Welche kosmetischen Operationsschritte sind möglich, um den Substanzdefekt nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse zu vermeiden?
Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Welche kosmetischen Operationsschritte sind möglich, um den Substanzdefekt nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse zu vermeiden?

Zustand 1 Jahr nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse rechts und Defektfüllung mit Bauchfett.

Zustand 1 Jahr nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse rechts und Defektfüllung mit Bauchfett.

Wenn Teile der Ohrspeicheldrüse oder wenn gar die ganze Drüse entfernt werden muss, entsteht an der Stelle zwangsläufig ein Substanzdefekt. Hinter dem aufsteigenden Ast des Unterkiefers entsteht eine Kuhle. Handelt es sich um einen gutartigen Tumor, so ist mit dem Patienten vorab zu besprechen, ob der zu erwartende Defekt in der gleichen Operation aufgefüllt werden soll. Es gibt zwei etablierte Verfahren, um den Substanzdefekt unmittelbar bei der Tumoroperation aufzufüllen. Zum einen kann man einen Teil des Kopfwendemuskels (Musculus sternocleidomastoideus), der unmittelbar der Loge der Ohrspeicheldrüse anliegt, in den Defekt schwenken. Hiermit kann man kleinere Defekte gut ausfüllen und schützt gleichzeitig den freigelegten Fächer des Gesichtsnervs. Man kann alternativ den Defekt auch mit Bauchfett auffüllen, das man durch einen kleinen Schnitt am Nabel vom Bauch entnimmt. Mit Bauchfett kann man auch große Defekte gut ausfüllen. Benutzt man Bauchfett, muss jedoch mit einer längeren Wundheilung gerechnet werden. Bei bösartigen Tumoren verbietet sich eine kosmetische Korrektur, da es für die Tumornachsorge wichtig ist frühzeitig Veränderungen im Operationsgebiet erkennen zu können. Das Einbringen von Muskel oder Fett würde dies erheblich erschweren.

Aktuelle Fachliteratur aus Jena
Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Arbeiten unter Leitung oder Mitwirkung von Herrn Prof. Guntinas-Lichius zum Thema

  1. Beutner D, Wittekindt C, Dinh S, Huttenbrink KB, Guntinas-Lichius O (2006) Impact of lateral parotidectomy for benign tumors on quality of life. Acta Oto-Laryngol 126:1091-1095.
  2. Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Wittekindt C, Stennert E (2006) Parotidectomy for Benign Parotid Disease at a University Teaching Hospital: Outcome of 963 Operations. Laryngoscope 116:534-540.
  3. Guntinas-Lichius O, Gabriel B, Klussmann JP (2006) Risk of facial palsy and severe Frey's syndrome after conservative parotidectomy for benign disease: Analysis of 610 operations. Acta Oto-Laryngol 126:1104-1109.
  4. Guntinas-Lichius O (2004) The facial nerve in the presence of a head and neck neoplasm: assessment and outcome after surgical management. Curr Opin Otolaryngol Head Neck Surg (auf Aufforderung). 12:133-141.
  5. Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Schroeder U, Quante G, Jungehuelsing M, Stennert E (2004) Primary parotid malignoma surgery in patients with normal preoperative facial nerve function: Outcome and long-term postoperative facial nerve function. Laryngoscope 114:949-956.
  6. Guntinas-Lichius O, Kick C, Klussmann JP, Jungehuelsing M, Stennert E (2004) Pleomorphic adenoma of the parotid gland: A 13-year experience of consequent Management by lateral or subtotal parotidectomy. Eur Arch Otorhinolaryngol 261:143-6.
  7. Stennert E, Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Arnold A (2001) Histopathology of Pleomorphic Adenoma in the Parotid Gland: A Prospective Unselected Series of 100 Cases. Laryngoscope 111:2195-2200.
  8. Stennert E, Kisner D, Jungehuelsing M, Guntinas-Lichius O, Schroeder U, Eckel HE, Klussmann JP (2003) High incidence of lymph node metastasis in major salivary cancer. Arch Otolarnygol Head Neck Surg 129:720-723. (Impact factor 2002: 1,121)
  9. Stennert E, Wittekindt C, Klussmann JP, Arnold G, Guntinas-Lichius O (2004) Recurrent pleomorphic adenoma of the parotid gland: A prospective histopathological and immunohistochemical study. Laryngoscope 114:158-163.
  10. Stennert E, Wittekindt C, Klussmann JP, Guntinas-Lichius O (2004) New aspects in parotid gland surgery. Otolaryngol Polska LVIII 1: 109-114.

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


Einleitung

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren stellt einen Schwerpunkt in der Jenaer Universitäts-HNO-Klinik dar.

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren ist schwierig, da es zum einen keine häufige Erkrankung ist und zum anderen viele verschiedene Arten von gutartigen und bösartigen Speicheldrüsentumoren zu unterscheiden sind. Man benötigt große Erfahrung auf dem Gebiet der Speicheldrüsentumoren, um jedem einzelnen Patienten mit seinem besonderen Fall gerecht zu werden.

Aufgrund unserer Erfahrung möchten wir in folgendem die am häufigsten von den Patienten mit Speicheldrüsentumoren gestellten Fragen beantworten.



Welche Speicheldrüsen gibt es?

Für die Speichelproduktion besitzt der Mensch die paarige Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), die paarige Unterkieferspeicheldrüse (Glandula mandibularis) und die paarige Unter- zungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). Diese 6 Speicheldrüsen werden als die großen Speicheldrüsen benannt. Die Abbildung zeigt schematisch die Lage der Ohrspeicheldrüse und der Unterkiefer- speicheldrüse. In diesen Drüsen findet sich die Mehrzahl der Tumore. Die Unterzungen- speicheldrüse liegt der Unterkiefer- speicheldrüse vorne an.

Daneben gibt es 600 - 1000 kleine Speicheldrüsen, die regelmäßig über die Schleimhaut des Mund-Rachenraumes verteilt sind. Da der Mensch so viele Speicheldrüsen besitzt, beeinträchtigt die Entfernung einer großen Speicheldrüse in der Regel nicht die täglich notwendige Speicheldrüsenproduktion. Tumoren der Speicheldrüsen kommen am häufigsten in der Glandula parotis vor.



Welche Arten von Speicheldrüsentumoren gibt es

Die Tumore in den Speicheldrüsen sind in dreiviertel der Fälle gutartige Tumore und in einem viertel der Fälle bösartige Tumore.

Bezogen auf die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) sind etwa 80% der Tumoren gutartig und 20% bösartig. Der bei weitem häufigste gutartige Speicheldrüsentumor ist das pleomorphe Adenom. Der zweithäufigste gutartige Tumor ist der Warthin-Tumor (Zystadenolymphom). Damit wären bereits die beiden wichtigsten gutartigen Tumoren genannt. Andere gutartige Tumoren sind bereits sehr selten.

Bei den bösartigen Tumoren gibt es eine Vielzahl von Subtypen, die aufgrund ihrer feingeweblichen Eigenschaften unterschieden werden. Die häufigsten Tumoren sind das Mucoepidermoid-Karzinom, das adenozystische Karzinom, Adenokarzinome, das Acinuszell-Karzinom, Plattenepithelkarzinome, Metastasen eines anderen Tumors im Bereich der Speicheldrüsen neben einer Reihe von sehr seltenen bösartigen Tumoren.

Bösartige Tumoren der Speicheldrüsen müssen sehr ernst genommen werden, da diese Tumoren häufig zur Absiedlung von Metastasen in den Halsweichteilen neigen. In unserem eigenen Krankengut konnten wir das Vorliegen von Lymphknotenmetastasen abhängig vom feingeweblichen Subtyp in 35 bis 65% der Fälle feststellen.

15 bis 35% der Tumore wiesen bereits Fernmetastasen auf. Trotz einer optimalen Behandlung ist in 40 bis 80% der Tumoren mit einem Wiederauftreten des Tumors (Lokalrezidiv) zu rechnen. Dies unterstreicht die Bösartigkeit dieser Tumore und die Notwendigkeit einer Behandlung in einem erfahrenen Zentrum. Die Bösartigkeit von Speicheldrüsentumoren wird oftmals deshalb unterschätzt, weil es sich bei einem bösartigen Speicheldrüsentumor im Vergleich zu anderen bösartigen Tumoren, wie Lungenkrebs, Brustkrebs oder Darmkrebs, um einen relativ seltenen bösartigen Tumor handelt. Deswegen haben viele Ärzte keinen häufigen Kontakt zu Patienten mit Speicheldrüsentumoren.



pleomorphes Adenom

Feingeweblicher Schnitt durch ein pleomorphes Adenom der Ohrspeicheldrüse. An der mit Pfeilen markierten Oberfläche fehlt die Pseudokapsel

Das pleomorphe Adenom ist von allen Speicheldrüsentumoren der häufigste Tumor. Das pleomorphe Adenom ist ein gutartiger Tumor. In den meisten Fällen handelt es sich um einen kugeligen, eher festen platzbegrenzten Tumor. Der Tumor wächst sehr langsam, ist schmerzlos, und fällt deshalb erst bei deutlicher Größenzunahme als Vorwölbung im Bereich der betroffenen Speicheldrüse auf.

In Einzelfällen kann ein gutartiges pleomorphes Adenom auch zu einem bösartigen Tumor entarten. Die wird manchmal beobachtet, wenn der Tumor über viele Jahre weiter gewachsen ist und nicht behandelt wurde. Die Therapie der Wahl ist die Entfernung des Tumors. Hierzu gibt es keine empfehlenswerte Alternative. Wie so häufig bei gutartigen Tumoren spricht auch dieser gutartige Tumor nur sehr schlecht auf eine Bestrahlungsbehandlung an. Daher wird von uns von einer Strahlentherapie abgeraten. Eine empfehlenswerte Chemotherapie zur Behandlung dieses gutartigen Tumors gibt es ebenso nicht.

Ein frühzeitiges Entfernen des Tumors ist im Regelfall zu empfehlen, da mit zunehmendem Tumorwachstum auch die Operationsrisiken steigen und mit zunehmendem Tumorwachstum wahrscheinlich auch die Möglichkeit einer Entartung des Tumors steigt.

Es wurden in einer Forschungskooperation umfangreiche feingewebliche Untersuchungen zusammen mit dem Pathologen Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Arnold aus Essen an nicht voroperierten pleomorphen Adenomen der Ohrspeicheldrüse vorgenommen. Wir konnten zeigen, dass dieser Tumor im Gegensatz zur vielfach verbreiteten Meinung nicht von einer echten Kapsel umgeben ist. Das umgebende Bindegewebe wird durch das Tumorwachstum zusammengedrückt und täuscht lediglich eine Kapsel vor. Deshalb spricht man richtigerweise von einer Pseudokapsel. Diese Pseudokapsel ist bei fast allen Tumoren lediglich 20 µm breit (1 µm = 1/1000 Millimeter). Bei der Hälfte der Tumore finden sich Stellen, an denen die Pseudokapsel gar nicht vorhanden ist, und ein Viertel hat fingerförmige Ausläufer an seiner Oberfläche.

Diese Ergebnisse sind für die richtige Behandlung von pleomorphen Adenomen extrem bedeutsam: Das langsame Wachstum und die rundliche Form verleitet bei unzureichender Diagnostik leider immer noch häufig zur Annahme, dass es sich bei dem festgestellten Knoten im Bereich der Ohrspeicheldrüse um eine Lymphknotenvergrößerung handelt. Es wird leider heute unter dieser falschen immer noch häufig versucht, den Tumorknoten isoliert aus der Drüse auszuschälen. Diese Art der Operation nennt man Enukleation. Aufgrund der oben genannten Eigenschaften des pleomorphen Adenoms kann dies fatale Folgen für den Patienten haben: Die hauchdünne Pseudokapsel kann verletzt werden. Dann können Tumorzellen in das umgebene Wundgewebe gelangen und hier unbemerkt verbleiben. Kleine fingerförmige Ausläufer werden übersehen und abgeschnitten; und bleiben somit auch unbemerkt im Wundgebiet. Die unabwendbare Folge ist eine Tumoraussaat und die Ausbildung eines Rezidiv-Tumors. Eine Enukleation als Erstoperation birgt als das hohe Risiko einer unvollständigen Tumorentfernung! Nach Literaturangaben liegt das Rezidivrisiko bei einer einfachen Enukleation zwischen 20 und 40%. Daher ist eine weitaus ausgedehntere Operation unbedingt notwendig. Die Operationstechnik wird weiter unten beschrieben. Bei einer sorgfältigen Operation sinkt das Rezidivrisiko unter 2%.

Eigene feingewebliche Untersuchungen wiederum in Zusammenarbeit mit Herrn Priv.-Doz. Dr. med. G. Arnold aus Essen haben ergeben, dass die tatsächliche Anzahl der Rezidiv-Tumorknoten wesentlich höher ist als die Anzahl, die man tastet oder in der Bildgebung (Sonographie oder Kernspintomographie)sieht, da die Mehrzahl der Knoten mikroskopisch klein ist. In 65% der Fälle fanden wir bei der Aufarbeitung von Rezidiv-Tumoren bis zu 50 Knoten! In 15% der Fälle zwischen 50 und 99 Knoten. Und bei 19% der Fälle sogar 100 bis 156 Rezidiv-Knoten eines pleomorphen Adenoms.

Daher wird verständlich, wie schwierig unter Umständen die Operation eines Rezidivs eines pleomorphen Adenoms sein kann. Wenn nicht alle Knoten entfernt werden oder entfernt werden können, so folgen oft mehrere weitere Operationen. Von Operation zu Operation nimmt die Vernarbung zu und die Operationsrisiken steigen. Umso wichtiger ist die sorgfältige Operation bei Erstdiagnose eines pleomorphen Adenoms.



Welche Untersuchungen sind bei einem Verdacht auf einen Speicheldrüsentumor notwendig?

Ein Tumor der Ohrspeicheldrüse fällt häufig erst durch die Schwellung vor dem Ohr auf.

Nach einer sorgfältigen HNO-ärztlichen Untersuchung erfolgt eine genaue Untersuchung des Tumors. Eine Ultraschall-Untersuchung des Halses und der Speicheldrüsen ist dringend zu empfehlen. Um die Herkunft des Tumors abzuklären empfehlen wir eine Feinnadelaspirationszytologie. Hierbei werden aus dem Tumor mit einer sehr feinen Nadel einzelne Tumorzellen aus dem Knoten aspiriert und dann von einem erfahrenen Pathologen untersucht. Durch die Feinnadelaspirationszytologie kann es nicht zu einer Tumorzellverschleppung kommen. Diese Gefahr besteht dagegen bei einer Probebiopsie, so dass diese nur in Einzelfällen, und dann aus ganz besonderen Gründen, vorgenommen wird. Abhängig vom Ergebnis, insbesondere beim Verdacht auf einen bösartigen Tumor wird häufig noch eine weitere Bildgebung, eine Kernspintomographie oder eine Computertomographie, oder beides notwendig. Abhängig von weiteren Symptomen können auch noch andere Untersuchungen notwendig werden. Sollte zum Beispiel bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor gleichzeitig eine Gesichtsnervenlähmung bestehen, so muss diese durch weitere spezielle Untersuchungen auf ihre Schwere hin untersucht werden. Weitere Details zu den Untersuchungen bei bösartigen Tumoren der Speicheldrüsen können nur persönlich mit dem Patienten und seinen Angehörigen besprochen werden.



Wie wird ein gutartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Wie wird ein gutartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?

Das Vorgehen bei der Operation wird durch die Lage des Tumors und die Beziehung zum Gesichtsnerv bestimmt. Der Gesichtsnerv tritt in die Ohrspeicheldrüse ein, verzweigt sich in der Drüse fächerartig, um dann mit seinen Endästen aus der Drüse auszutreten und dann die einzelnen mimischen Gesichtsmuskeln zu erreichen. Aus klinischer Sicht trennt der Nervenfächer des Gesichtsnervs die Drüse in einen Außenlappen und in einen Innenlappen. Die meisten Tumore liegen um Außenlappen. Bei einem Tumor im Außenlappen wird in der Regel unter dem Operationsmikroskop der Nervenfächer sorgfältig dargestellt und dann der Außenlappen mit dem Tumor entfernt. Diese Operation heißt "laterale Parotidektomie".

Durchtritt des Gesichtsnervs mit seinem Nervenfächer durch die Ohrspeicheldrüse
Durchtritt des Gesichtsnervs mit seinem Nervenfächer durch die Ohrspeicheldrüse

Bei einem Tumor im Innenlappen liegt der Tumor also unterhalb des Nervenfächers. Hier wird zumeist zunächst eine laterale Parotidektomie vorgenommen und anschließend der Drüsenanteil unterhalb des Nervenfächers mit dem Tumor entfernt. Man spricht von einer "subtotalen Parotidektomie". Diese Operation ist sehr aufwendig, da der Nervenfächer für die Präparation des Innenlappen sorgsam freigelegt werden muss ohne Nervenäste zu verletzen. Die Nervenäste sind teilweise nur wenige Millimeter dünn! In speziellen Situationen, wenn zum Beispiel der Tumor sehr weit innen liegt, so dass der den tiefen Rachenraum erreicht, kann es angezeigt sein, den Tumor durch die Mundhöhle oder durch einen Zugang unterhalb des Unterkiefers zu erreichen.



Wie wird ein bösartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Wie wird ein bösartiger Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse operiert?

Abhängig von der Ausdehnung des Tumors muss zunächst festgestellt werden, ob eine Operation überhaupt möglich ist. Zudem erfolgt die Operationsplanung immer im Einklang mit der Abwägung anderer Behandlungsmöglichkeiten wie der Bestrahlungsbehandlung und der Chemotherapie. Sollte die Möglichkeit bestehen, so wird der Tumor mit der gesamten Ohrspeicheldrüse entfernt. Es wird eine "totale Parotidektomie" vorgenommen. Dies ist sehr wichtig, da die Ohrspeicheldrüse von 20-30 Lymphknoten durchsetzt ist. Hier können sich früh Tochtergeschwülste (Metastasen) des Tumors finden. Infiltriert der Tumor den Gesichtsnerv, so müssen auch Anteile des Gesichtsnervs entfernt werden; man spricht von einer "radikalen Parotidektomie". Gegebenfalls erfolgt dann nach der Tumoroperation eine Rekonstruktion des Gesichtsnervs. Hierzu gibt es eine eigene Informationsseite [...].

Überschreitet der Tumor die Ohrspeicheldrüse, infiltriert die Weichteile, Muskulatur oder umgebene Knochen, so werden diese Anteile mit entfernt. Viele bösartige Tumore der Ohrspeicheldrüse setzen zudem Tochtergeschwülste in die Lymphknoten der Halsweichteile. Oft schließt sich daher nach der Tumoroperation der Speicheldrüse auch eine Operation der Halsweichteile an.

 

 

 

 



Was sind die wichtigsten speziellen Operationsrisiken?

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Was sind die wichtigsten speziellen Operationsrisiken?

Die wichtigsten speziellen Operationsrisiken sind das Auftreten einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung, eine Speichelfistel und das Kauschwitzen. Zu einer bleibenden Gesichtsnervenlähmung kann es kommen, wenn bei der Präparation der Ohrspeicheldrüse der Gesichtsnerv verletzt und diese Verletzung nicht behandelt wird. Nach Literaturangaben liegt das Risiko, wobei auch Verletzungen kleinerer Ästen mit inbegriffen sind, bei 2 bis 5%. In unserem eigenen Krankengut bei konsequenter Operation unter dem Operationsmikroskop liegt das Risiko unter 1%. Bleibt Speicheldrüsengewebe offen in der Wunde liegen, so kann Speichel über die Wunde nach außen austreten; dies nennt man Speichelfistel. In der Regel heilen diese von allein aus, nur selten ist eine erneute operative Behandlung notwendig. Durch die Hautdurchtrennung und Entfernung von Anteilen der Ohrspeicheldrüse bei der Operation werden zwangsläufig kleine Nervenäste durchtrennt, die zum einen Schweißdrüsen der Haut versorgen und zum anderen die Speicheldrüse selbst, damit diese zur Speichelproduktion angeregt wird. Nach der Operation sprossen diese Nervenäste wieder aus und finden fälschlicherweise Anschluss an Schweißdrüsen der Region. Dieser Prozess dauert 3 Monate bis 1 Jahr. Dann kann es dazu kommen, dass der Patient im Bereich der ehemaligen Operation beim Essen zu Schwitzen anfängt, daher der Name Kauschwitzen. Dieses Kauschwitzen kann man einfach und effektiv mit einer Auflage von Aluminiumchloridpaste oder neuerdings langwirkend mit Injektionen von Botulinum Toxin A behandelt werden.

 

 

 



Welche kosmetischen Operationsschritte sind möglich, um den Substanzdefekt nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse zu vermeiden?

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Welche kosmetischen Operationsschritte sind möglich, um den Substanzdefekt nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse zu vermeiden?

Zustand 1 Jahr nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse rechts und Defektfüllung mit Bauchfett.

Zustand 1 Jahr nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse rechts und Defektfüllung mit Bauchfett.

Wenn Teile der Ohrspeicheldrüse oder wenn gar die ganze Drüse entfernt werden muss, entsteht an der Stelle zwangsläufig ein Substanzdefekt. Hinter dem aufsteigenden Ast des Unterkiefers entsteht eine Kuhle. Handelt es sich um einen gutartigen Tumor, so ist mit dem Patienten vorab zu besprechen, ob der zu erwartende Defekt in der gleichen Operation aufgefüllt werden soll. Es gibt zwei etablierte Verfahren, um den Substanzdefekt unmittelbar bei der Tumoroperation aufzufüllen. Zum einen kann man einen Teil des Kopfwendemuskels (Musculus sternocleidomastoideus), der unmittelbar der Loge der Ohrspeicheldrüse anliegt, in den Defekt schwenken. Hiermit kann man kleinere Defekte gut ausfüllen und schützt gleichzeitig den freigelegten Fächer des Gesichtsnervs. Man kann alternativ den Defekt auch mit Bauchfett auffüllen, das man durch einen kleinen Schnitt am Nabel vom Bauch entnimmt. Mit Bauchfett kann man auch große Defekte gut ausfüllen. Benutzt man Bauchfett, muss jedoch mit einer längeren Wundheilung gerechnet werden. Bei bösartigen Tumoren verbietet sich eine kosmetische Korrektur, da es für die Tumornachsorge wichtig ist frühzeitig Veränderungen im Operationsgebiet erkennen zu können. Das Einbringen von Muskel oder Fett würde dies erheblich erschweren.



Arbeiten unter Leitung oder Mitwirkung von Herrn Prof. Guntinas-Lichius zum Thema

Die Behandlung von Speicheldrüsentumoren Arbeiten unter Leitung oder Mitwirkung von Herrn Prof. Guntinas-Lichius zum Thema

  1. Beutner D, Wittekindt C, Dinh S, Huttenbrink KB, Guntinas-Lichius O (2006) Impact of lateral parotidectomy for benign tumors on quality of life. Acta Oto-Laryngol 126:1091-1095.
  2. Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Wittekindt C, Stennert E (2006) Parotidectomy for Benign Parotid Disease at a University Teaching Hospital: Outcome of 963 Operations. Laryngoscope 116:534-540.
  3. Guntinas-Lichius O, Gabriel B, Klussmann JP (2006) Risk of facial palsy and severe Frey's syndrome after conservative parotidectomy for benign disease: Analysis of 610 operations. Acta Oto-Laryngol 126:1104-1109.
  4. Guntinas-Lichius O (2004) The facial nerve in the presence of a head and neck neoplasm: assessment and outcome after surgical management. Curr Opin Otolaryngol Head Neck Surg (auf Aufforderung). 12:133-141.
  5. Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Schroeder U, Quante G, Jungehuelsing M, Stennert E (2004) Primary parotid malignoma surgery in patients with normal preoperative facial nerve function: Outcome and long-term postoperative facial nerve function. Laryngoscope 114:949-956.
  6. Guntinas-Lichius O, Kick C, Klussmann JP, Jungehuelsing M, Stennert E (2004) Pleomorphic adenoma of the parotid gland: A 13-year experience of consequent Management by lateral or subtotal parotidectomy. Eur Arch Otorhinolaryngol 261:143-6.
  7. Stennert E, Guntinas-Lichius O, Klussmann JP, Arnold A (2001) Histopathology of Pleomorphic Adenoma in the Parotid Gland: A Prospective Unselected Series of 100 Cases. Laryngoscope 111:2195-2200.
  8. Stennert E, Kisner D, Jungehuelsing M, Guntinas-Lichius O, Schroeder U, Eckel HE, Klussmann JP (2003) High incidence of lymph node metastasis in major salivary cancer. Arch Otolarnygol Head Neck Surg 129:720-723. (Impact factor 2002: 1,121)
  9. Stennert E, Wittekindt C, Klussmann JP, Arnold G, Guntinas-Lichius O (2004) Recurrent pleomorphic adenoma of the parotid gland: A prospective histopathological and immunohistochemical study. Laryngoscope 114:158-163.
  10. Stennert E, Wittekindt C, Klussmann JP, Guntinas-Lichius O (2004) New aspects in parotid gland surgery. Otolaryngol Polska LVIII 1: 109-114.


HNO-Krankheiten und Therapien

Sprachstörungen bei Erwachsenen

Sprachstörungen bei Erwachsenen Ziel der Behandlung

Aussprachestörungen treten bei Erwachsenen oft im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auf. Die Therapie dieser Störung muss, wie die neurologische Therapie, frühzeitig einsetzen. Das allgemeine Behandlungsziel ist, dem Patienten wieder eine sprachliche Kommunikation im Alltag zu ermöglichen. Bei schweren Störungen können ergänzend andere Kommunikationsmittel einbezogen werden.

Behandlungsformen

In Abhängigkeit von der Grunderkrankung, vom Schweregrad und dem Leistungsvermögen des Patienten wird die Behandlung in Form einer Einzeltherapie begonnen, parallel dazu erfolgt eine Angehörigenberatung.

Zielbereiche
  • Wahrnehmung
  • Atmung
  • Haltung/Tonusregulierung
  • Sprechmotorik
  • Artikulation/Lautbildung
  • Phonation
  • Sprechablauf
  • Störungsspezifische kognitive Fähigkeiten
  • Störungsspezifische Krankheitsverarbeitung
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Hilfsmittelversorgung
Die Behandlung

Die logopädische Therapie sollte schon in der Akutphase beginnen, da in dieser Zeit das Gehirn zu enormen Reorganisationsleistungen in der Lage ist.
Eine Therapieeinheit dauert in der Regel 45 Minuten, in Einzelfällen sind auch 30-60 Minuten erforderlich.

Häufigkeit
  • Akutphase: 3 - 5mal pro Woche
  • Rehabilitationphase: 3 - 5mal pro Woche
  • Konsolidierungsphase: 2 - 4mal pro Woche
  • Langzeitbehandlung: 1 - 2mal pro Woche


HNO-Krankheiten und Therapien

Sprachstörungen bei Kindern

Sprachstörungen bei Kindern Ziel der Behandlung

Behandlungsziel jeder logopädischen Therapie ist die Normalisierung des sprachlichen Leistungsvermögens.

Behandlungsformen

Vor jeder Behandlung wird eine der Störung und dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechende Diagnostik durchgeführt. Die logopädische Beübung unserer kleinen Patienten erfolgt als Einzeltherapie, parallel dazu wird immer eine Elternberatung durchgeführt.

Die Mitarbeit der Eltern ist von entscheidender Bedeutung, da die Übungen mit dem Kind täglich durchgeführt werden müssen. Gruppentherapien werden bei Bedarf ergänzend eingesetzt.

Zielbereiche
  • Wahrnehmung
  • Sprachverständnis
  • Sprachproduktion (Wortschatz, Lautinventar, Grammatik)
  • Störungsspezifische kognitive Fähigkeiten
  • Kommunikationsfähigkeit
Die Behandlung

Die logopädische Therapie sollte möglichst frühzeitig beginnen. In Abhängigkeit vom Störungsbild, vom Entwicklungsstand und vom Leistungsvermögen des Kindes sind Therapiezeiten von 30-60 min möglich. Die Behandlung erfolgt 1-2mal wöchentlich.



HNO-Krankheiten und Therapien

Stimmbandlähmungen

Stimmbandlähmungen

Die Funktion der Stimmlippen wird durch den Nervus recurrens, einen Ast des 10. Hirnnerven (Nervus vagus) gesteuert. Dieser Nerv zieht durch die Halsweichteile in den Brustkorb, kehrt dort um und verläuft entlang der Luftröhre (Trachea) hinter der Schilddrüse zum Kehlkopf (Larynx). Aus seinem anatomischen Verlauf zeigt sich, dass krankhafte Prozesse in verschiedenen Regionen zu einer Schädigung des Nerven und damit zu einer Lähmung (Parese) führen können. Auch Operationen, welche im Verlaufsgebiet des Nerven durchgeführt werden, können diesen schädigen (Eingriffe an der Schilddrüse oder im Inneren des Brustkorbs). Sehr selten sind auch kranhafte Veränderungen im zentralen Ursprungsgebiet des Nerven, im Gehirn, für ein Funktionsdefizit verantwortlich. Dann spricht man von einer sogenannten zentralen Parese. Gelegentlich kann trotz eingehender Untersuchung keine Ursache für das Entstehen der Lähmung gefunden werden. In diesem Fall spricht man von einer idiopathischen Parese.

Die Symptomatik einer Stimmlippenlähmung ist abhängig von der Stellung des gelähmten Stimmbandes, vom Kompensationsgrad (z. B. durch Überfunktion des anderen Stimmbandes) und davon, ob nur ein Stimmband oder beide Stimmbänder von der Lähmung betroffen sind. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einseitiger und doppelseitiger Stimmbandlähmung.

Bei der einseitigen Stimmbandlähmung steht die Heiserkeit (Dysphonie) als Symptom im Vordergrund, weil die betroffene Stimmlippe nicht in der Lage ist, sich an die gesunde Stimmlippe während der Stimmbildung anzunähern, und ein Spalt verbleibt. Durch diesen entweicht Luft und die Stimme klingt heiser. Beim Atmen bewegt sich die gesunde Stimmlippe ausreichend weit nach außen, so dass die Stimmritze weit wird. Eine Atemnot besteht in der Regel deshalb nicht.

Bei der bedseitigen Stimmbandlähmung stehen die Stimmlippen in einer Mittelstellung und sind einander sehr weit angenähert, wie es bei der Stimmbildung normalerweise der Fall ist. Während der Atmung weichen die Stimmlippen nicht auseinander, so dass die Stimmritze eng bleibt. Aus diesem Grund stehen bei dieser Form der Lähmung Atembrobleme, in verschiedener Ausprägung, im Vordergrund. Die Stimme ist meist besser als bei der einseitigen Lähmung. Charakteristisch ist die Atemnot bei Belastung, gelegentlich auch in Ruhe verbunden mit einem hörbaren Atemgeräusch (Stridor) bei der Einatmung.

Die Therapie einer Stimmbandlähmung richtet sich sowohl nach der Ursache als auch der Ausprägung und Symptomatik bzw. nach den Beschwerden. Wenn möglich sollte eine Behandlung der auslösenden Grunderkrankung erfolgen. Eine logopädische Stimmübungstherapie kann die Stimme verbessern und kräftigen. Ist diese Therapie nicht erfolgreich kann eine operative Therapie eine Stimmverbesserung herbeiführen. Ziel eines solchen Eingriffs ist es, die betroffene Stimmlippe während der Stimmbildung möglichst nahe an die gesunde Stimmlippe anzunähern, um das unkontrollierte Entweichen von Luft durch die Stimmritze zu minimieren und somit die Heiserkeit zu vermindern. Man spricht dann von der "Stimmlippenunterfütterung". Der Vorteil der Methode ist die relativ einfache Durchführbarkeit in einer kurzen Narkose ohne äußere Narben zu hinterlassen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verlagerung der betroffenen Stimmlippe durch einen Zugang von außen, wobei entweder körpereigenes Material (Knorpel) oder Fremdmaterial implantiert wird. Dieser Eingriff wird in örtlicher Betäubung schmerzlos durchgeführt und hinterlässt eine kleine Narbe am Hals. Bei beidseitigen Stimmlippenlähmungen steht die Sicherung der Atmung in der Behandlung im Vordergrund. Bei zu enger Stimmritze werden verschiedene Verfahren zur Erweiterung derselben angewandt. Auch ist der operative Zugang von innen oder durch die Haut von außen möglich.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Stimmrehabilitation

Stimmrehabilitation nach Laryngektomie

Die chirurgische Entfernung eines malignen Tumors kann die Entfernung des Kehlkopfes erforderlich machen. Als Folge dieser Operation kommt es zum Verlust der natürlichen Stimme. Das stellt eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar.

Während bis vor einigen Jahren nur wenige der Betroffenen über die sehr mühsam zu erlernende Ösophagusstimme einiger-maßen reden konnten, sind wir heute in der Lage, über die Implantation von Stimmprothesen nahezu jeden laryngektomierten Patienten stimmlich gut zu rehabilitieren. Fast alle Patienten können 2-3 Wochen nach der Kehlkopfentfernung mit Hilfe des Stimmventiles gut sprechen, die meisten sogar verständlich telefonieren. Mit zunehmender Verbreitung der Stimmprothesen ist es auch notwendig geworden, ein Konzept zur Behandlung der Komplikationen um eine Stimmprothese zu therapieren. Seit vielen Jahren haben wir hier eine große Expertise entwickelt.

Wir untersuchen die Rehabilitation der Betroffenen durch Stimmventile, gleichzeitig arbeiten wir mit verschieden Firmen an der Verbesserung dieser Form der stimmlichen Rehabilitation.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Tinnitus

Tinnitus

Ein Großteil der Bevölkerung hat Ohrgeräusche, aber nur einige leiden darunter. Für diese stellt der Tinnitus eine ernstzunehmende Belastung, unabhängig von Alter und sonstigen Erkrankungen dar. Nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga sind in Deutschland etwa acht Prozent aller Erwachsenen betroffen.

Begünstigende Faktoren sind Lärmbelastungen, körperlicher und seelischer Stress, Entzündungen, Trommelfellverletzungen, Tumore, Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungs- Herzrhythmusstörungen, Halswirbelsäulenbeschwerden, Gebissfehlstellungen oder auch medikamentöse Nebenwirkungen.

Bei einigen Tinnitus-Betroffenen kann es neben dem Ohrgeräusch zu Symptomen wie Angstzuständen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Depressionen kommen. Bei Auftreten von Tinnitus sollten Untersuchungen durchgeführt werden, durch die eine behandlungsbedürftige Ursache gefunden werden kann. Dazu gehören die Erhebung der Krankengeschichte, des HNO-Status sowie eine komplexe Funktionsdiagnostik.

Therapien

Die Therapie orientiert sich, neben der Behandlung der Ursache (falls eine gefunden werden kann) an Zeitverlauf und Schweregrad der Hörstörung.

  • Akut (Dauer kürzer als 3 Monate)
    • Frühzeitige Gabe von durchblutungsfördernden, antientzündlichen und antiödematösen Substanzen
  • Chronisch (Dauer länger als 3 Monate)
    • Tagesklinische Bewältigungstraining in unserem Tinnitus-Zentrum
    • Kompetente Langzeitbetreuung der Patienten
    • Einsatz spezieller Hörsysteme
    • Akupunktur


HNO-Krankheiten und Therapien

Trachealstenosen

Trachealstenosen

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Verengung (Stenose) der Luftröhre (Trachea). Diese ist als alleiniges zentrales Atemrohr der entscheidende Atemweg. Eine Verengung der Luftröhre führt zunächst zu Behinderungen der Atmung bei Belastungen, bei weiterer Zunahme der Erkrankung auch in Ruhe. Neben dem Gefühl der Luftnot bemerken die Patienten ein Geräusch bei der Atmung.
Ursache der Erkrankung sind seltenere angeborene, häufiger erworbene Verengungen der Luftröhre. Ursache der erworbenen Erkrankungen sind in der Folge von notwendigen längeren Intubationen bzw. Beatmungsbehandlungen oder Verletzungen der Trachea zu sehen. Verursacht die Erkrankung keine oder nur geringe Beschwerden, ist keine weitere Behandlung erforderlich. Bei stärkeren Beschwerden gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  1. Einschneiden von Narbensegeln mit dem Laser
  2. Aufweiten der Engstelle und innere Schienung mit Röhrchen (Stents)
  3. operative Entfernung des erkrankten Abschnittes der Luftröhre und die Vereinigung der Enden der restlichen Luftröhre

Eine besondere Form stellt die Tracheomalazie dar. Herbei handelt es sich um eine Erweichung des Knorpelgerüstes der Luftröhre. Das hat zur Folge, dass die ansonsten stabile Luftröhre sich bei der Einatmung verengt und der Ausatmung ausdehnt. Ursache ist häufig ein Druck von außen durch Tumoren und Vergrößerungen der Schilddrüse. Die beste Behandlung stellt gegenwärtig die innere Schienung über Stents dar.

Viele Patienten mit einer Trachealstenose profiiteren von einer Entfernung des erkrankten Stückes  und Wiederherstellung der Luftröhre durch eine Operation Damit kann die Engstelle dauerhaft beseitigt werden und ein evtl. vorhandenes Tracheostoma entfernt werden.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Trachealstents

Trachealstents

Bei einer Verengung der Luftröhre (Trachealstenose) oder eine Erweichung der Trachealwände (sog. Tracheomalazie) kommt als Behandlungsmöglichkeit die innere Schienung der Luftröhre mit inneren Schienen (englisch: Stents) in Frage.
Diese Stents können zeitweise (bis 1 Jahr) oder lebenslang in die Luftröhre eingebracht werden. Allen Stents ist eine materialbedingte Rückstellkraft eigen. Wir unterscheiden Stents aus Silikon (Plastik), die sog. Dumonstents, von selbstexpandierenden Metall- und Plastikgitterstents. Je nach Ausmaß der Erkrankung und patientenseitigen Faktoren kommen diese Stents zum Einsatz.

Neben Patienten mit gutartigen Stenosen der Luftröhre nach Luftröhrenschnitt, Struma oder Unfall kommen diese Stents auch bei Patienten mit bösartigen Tumoren als Ursache einer Verengung der Luftröhre zum Einsatz.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


HNO-Krankheiten und Therapien

Vestibularis-Schwannom

Vestibularis-Schwannom (Akustikus-Neurinom)
Was ist ein Vestibularis-Schwannom (Akustikus-Neurinom)?

Das Vestibularis-Schwannom (frühere Bezeichnung: Akustikus-Neurinom) ist ein gutartiger Tumor aus Bindegewebe und Nervengewebe. Der Tumor geht aus Zellen hervor, die die Nervenhülle bilden; diese Zellen heißen Schwannsche Zellen. Hirnnerven sind Nerven, die direkt vom Gehirn abgehen. Der achte Hirnnerv besteht aus dem Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis, vermittelt das Gleichgewicht) und dem Hörnerv (Nervus cochlearis, vermittelt das Hören). Das Vestibularis-Schwannom geht aus Schwannschen Zellen des Gleichgewichtnervs hervor. Daher kommt der Name des Tumors. Der achte Hirnnerv verlässt zusammen mit dem siebten Hirnnerv (Gesichtsnerv, Nervus fazialis, vermittelt Gesichtsbewegungen) das Gehirn am Übergang zum Kleinhirn, dem so genannten Kleinhirnbrückenwinkel. Daher hört das Vestibularis-Schwannom zu den Kleinhirnbrückenwinkel-Tumoren. Das Vestibularis-Schwannom ist der häufigste Kleinhirnbrückenwinkel-Tumor. Der Nervenstrang zieht dann aus dem Kleinhirnbrückenwinkel in den inneren Gehörgang des Felsenbeins und von dort zum Innenohr mit Gehörorgan und Gleichgewichtsorgan. Diese Organe sitzen im Felsenbein.

Zeichnung des Kleinhirnbrückenwinkels von vorne betrachtet

Zeichnung des Kleinhirnbrückenwinkels von vorne betrachtet.

  1. = Vestibularis-Schwannom mit Einwachsen in den inneren Gehörgang.
  2. = Hirnstamm,
  3. = Innenohr,
  4. = Felsenbein

VIII = Hörgleichgewichtsnerv,
VII = Gesichtsnerv,
V = Gefühlsnerv für das Gesicht/Kopf.

Wie Vestibularis-Schwannome entstehen ist bis heute nicht geklärt. Selten tritt die Erkrankung beidseitig auf. Im Rahmen der Neurofibromatose Typ 2, einer seltenen Erbkrankheit, sind auch Vestibularis-Schwannome zu beobachten.

Zwei Beispiele A und B für Vestibularis-Schwannome in der Kernspintomographie. In der Kernspintomographie ist der Knochen selbst nicht zu erkennen. Wir blicken von oben in den Kopf hinein. Der rote Pfeil zeigt auf den Tumor im Kleinhirnbrücken-winkel. Im Beispiel B sieht man einen kleinen Anteil des Tumors in den inneren Gehörgang vorwachsen.
1 = Kleinhirn, 2 = Nase, 3 = äußeres Ohr

Welche Beschwerden macht ein Vestibularis-Schwannom?
  • Das erste Symptom ist meistens eine langsam zunehmende Hörminderung.
  • Erstes Symptom kann auch ein plötzlicher Hörverlust sein.
  • Ohrgeräusche können auftreten.
  • Die Patienten berichten über Schwindel und Gleichgewichtsprobleme.
  • Bei fortgeschrittenen Tumoren können eine Gesichtsnervenlähmung, Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehstörungen, oder Taub-heitsgefühl im Gesicht auftreten. Dies ist heute selten geworden. Bei einer Gesichtnervenlähmung durch das Tumorleiden kann auch eine Rekonstruktion des Gesichtsnervs erforderlich werden.
Wie wird die Diagnose gestellt?
  • Hörtest: Hiermit wird nachgeschaut, ob die Hörminderung auf einer Schädigung des Hörnervs beruhen könnte. Mit einem besonderen Hörtest, der Hirnstammaudiometrie (ERA, BERA) wird die Funktion des Hörnervs und die Weiterleitung der Hörreize in das Gehirn überprüft.
  • Gleichgewichtsprüfung: Die Funktion der beiden Gleichgewichtsorgane wird geprüft. Typischerweise ist bei einem Vestibularis-Schwannom eine einseitige Untererregbarkeit oder ein Ausfall zu messen.
  • Gesichtsnervprüfung: Falls eine Lähmung des Gesichts vorliegt, wird die Funktion des Gesichtsnervs genauer elektrophysiologisch untersucht.
  • Neurologische Untersuchung: Falls weitere besondere Symptome auftreten, kann auch eine zusätzliche neurologische Untersuchung notwendig werden.
  • Bildgebung: Das wichtigste Verfahren zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose die Kernspintomographie, die vom Radiologen vorgenommen wird. Hiermit kann man den Tumor und seine Lage und Größe feststellen. Andere Tumoren können abgegrenzt werden. Die Kernspintomographie ist der Computertomographie zur Beurteilung des Tumors vorzuziehen. Für eine Therapieplanung wird häufig auch zusätzlich eine Computertomographie benötigt.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Prinzipiell gibt es drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Für jeden Patienten muss im Einzelfall über die beste Möglichkeit entschieden werden:

  • Zuwarten
  • Operation
  • Strahlentherapie
Zuwarten

Da es sich um einen gutartigen Tumor handelt, der meistens sehr langsam wächst, kann bei sehr kleinen Tumoren, beschwerdefreien und bei älteren Patienten häufig zunächst eine zuwarte Haltung eingenommen werden. In diesen Fällen wird zunächst halbjährlich das Wachstumsverhalten der Tumoren beobachtet.

Operation

Die Operation bietet die sicherste Methode zur Behandlung der Erkrankung, da mit der Operation der Tumor entfernt wird. Abhängig vom gewählten Operationszugang und der Größe des Tumors kann die Operation aufwendig sein.

Die am häufigsten angewandten Operationszugänge sind:

  • Durch das Innenohr (translabyrinthärer Zugang)
  • Über die mittlere Schädelgrube (transtemporaler Zugang)
  • Über die hintere Schädelgrube (subokzipital-retrosigmoidaler Zugang)

Durch das Innenohr: Dies ist ein klassischer HNO-ärztlicher Zugang. Hier wird im Prinzip das Felsenbein wie bei einer Ohroperation hinter der Ohrmuschel eröffnet. Mit Entfernen des Innenohrs gelangt man in den inneren Gehörgang bis zum Kleinhirnbrückenwinkel. Dieses Verfahren ist zu erwägen, wenn der Patient bereits vor der Operation taub oder hochgradig schwerhörig ist.

Über die mittlere Schädelgrube: Auch dies ist ein HNO-ärztlicher Zugang. Hierbei wird ein Knochenfenster über dem Ohr angelegt. Das Gehirn wird in diesem Bereich ohne Eröffnung der Hirnhaut zur Seite gedrängt und das Felsenbein von oben dargestellt und von hier aus der innere Gehörgang freigelegt. Das Knochenfenster wird am Schluss der Operation wieder verschlossen. Dieser Operationsweg bietet sich an zur Entfernung umschriebener Tumoren im inneren Gehörgang mit geringer Ausdehnung außerhalb des Gehörgangs Richtung Kleinhirnbrückenwinkel.

Über die hintere Schädelgrube: Dies ist der neurochirurgische Zugang. Insbesondere bei großen Tumoren und Tumoren die nahe am Hirnstamm im Kleinhirnbrückenwinkel liegen und möglicherweise bereits das Gehirn und Kleinhirn verdrängen. Hierzu wird das Knochenfenster weiter hinten am Kopf angelegt und dann Kleinhirn zur Seite gedrängt um von hinten an den Kleinhirnbrückenwinkel und den inneren Gehörgang zu gelangen. Hierbei wird bei entsprechender Tumorausdehnung der innere Gehörgang von hinten aufgebohrt.
Unabhängig vom Zugang werden während der Operation die Funktion der Nerven durch ein so genanntes Elektromonitoring überwacht.

Strahlentherapie

Eine gezielte einmalige Bestrahlung kann Tumoren in ihrem Wachstum aufhalten, so dass der Tumor sich nicht weiter vergrößert. Informationen hierzu erfolgen durch den Strahlentherapeuten.


Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


Was ist ein Vestibularis-Schwannom (Akustikus-Neurinom)?

Das Vestibularis-Schwannom (frühere Bezeichnung: Akustikus-Neurinom) ist ein gutartiger Tumor aus Bindegewebe und Nervengewebe. Der Tumor geht aus Zellen hervor, die die Nervenhülle bilden; diese Zellen heißen Schwannsche Zellen. Hirnnerven sind Nerven, die direkt vom Gehirn abgehen. Der achte Hirnnerv besteht aus dem Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis, vermittelt das Gleichgewicht) und dem Hörnerv (Nervus cochlearis, vermittelt das Hören). Das Vestibularis-Schwannom geht aus Schwannschen Zellen des Gleichgewichtnervs hervor. Daher kommt der Name des Tumors. Der achte Hirnnerv verlässt zusammen mit dem siebten Hirnnerv (Gesichtsnerv, Nervus fazialis, vermittelt Gesichtsbewegungen) das Gehirn am Übergang zum Kleinhirn, dem so genannten Kleinhirnbrückenwinkel. Daher hört das Vestibularis-Schwannom zu den Kleinhirnbrückenwinkel-Tumoren. Das Vestibularis-Schwannom ist der häufigste Kleinhirnbrückenwinkel-Tumor. Der Nervenstrang zieht dann aus dem Kleinhirnbrückenwinkel in den inneren Gehörgang des Felsenbeins und von dort zum Innenohr mit Gehörorgan und Gleichgewichtsorgan. Diese Organe sitzen im Felsenbein.

Zeichnung des Kleinhirnbrückenwinkels von vorne betrachtet

Zeichnung des Kleinhirnbrückenwinkels von vorne betrachtet.

  1. = Vestibularis-Schwannom mit Einwachsen in den inneren Gehörgang.
  2. = Hirnstamm,
  3. = Innenohr,
  4. = Felsenbein

VIII = Hörgleichgewichtsnerv,
VII = Gesichtsnerv,
V = Gefühlsnerv für das Gesicht/Kopf.

Wie Vestibularis-Schwannome entstehen ist bis heute nicht geklärt. Selten tritt die Erkrankung beidseitig auf. Im Rahmen der Neurofibromatose Typ 2, einer seltenen Erbkrankheit, sind auch Vestibularis-Schwannome zu beobachten.

Zwei Beispiele A und B für Vestibularis-Schwannome in der Kernspintomographie. In der Kernspintomographie ist der Knochen selbst nicht zu erkennen. Wir blicken von oben in den Kopf hinein. Der rote Pfeil zeigt auf den Tumor im Kleinhirnbrücken-winkel. Im Beispiel B sieht man einen kleinen Anteil des Tumors in den inneren Gehörgang vorwachsen.
1 = Kleinhirn, 2 = Nase, 3 = äußeres Ohr



Welche Beschwerden macht ein Vestibularis-Schwannom?

  • Das erste Symptom ist meistens eine langsam zunehmende Hörminderung.
  • Erstes Symptom kann auch ein plötzlicher Hörverlust sein.
  • Ohrgeräusche können auftreten.
  • Die Patienten berichten über Schwindel und Gleichgewichtsprobleme.
  • Bei fortgeschrittenen Tumoren können eine Gesichtsnervenlähmung, Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehstörungen, oder Taub-heitsgefühl im Gesicht auftreten. Dies ist heute selten geworden. Bei einer Gesichtnervenlähmung durch das Tumorleiden kann auch eine Rekonstruktion des Gesichtsnervs erforderlich werden.


Wie wird die Diagnose gestellt?

  • Hörtest: Hiermit wird nachgeschaut, ob die Hörminderung auf einer Schädigung des Hörnervs beruhen könnte. Mit einem besonderen Hörtest, der Hirnstammaudiometrie (ERA, BERA) wird die Funktion des Hörnervs und die Weiterleitung der Hörreize in das Gehirn überprüft.
  • Gleichgewichtsprüfung: Die Funktion der beiden Gleichgewichtsorgane wird geprüft. Typischerweise ist bei einem Vestibularis-Schwannom eine einseitige Untererregbarkeit oder ein Ausfall zu messen.
  • Gesichtsnervprüfung: Falls eine Lähmung des Gesichts vorliegt, wird die Funktion des Gesichtsnervs genauer elektrophysiologisch untersucht.
  • Neurologische Untersuchung: Falls weitere besondere Symptome auftreten, kann auch eine zusätzliche neurologische Untersuchung notwendig werden.
  • Bildgebung: Das wichtigste Verfahren zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose die Kernspintomographie, die vom Radiologen vorgenommen wird. Hiermit kann man den Tumor und seine Lage und Größe feststellen. Andere Tumoren können abgegrenzt werden. Die Kernspintomographie ist der Computertomographie zur Beurteilung des Tumors vorzuziehen. Für eine Therapieplanung wird häufig auch zusätzlich eine Computertomographie benötigt.


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Prinzipiell gibt es drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Für jeden Patienten muss im Einzelfall über die beste Möglichkeit entschieden werden:

  • Zuwarten
  • Operation
  • Strahlentherapie
Zuwarten

Da es sich um einen gutartigen Tumor handelt, der meistens sehr langsam wächst, kann bei sehr kleinen Tumoren, beschwerdefreien und bei älteren Patienten häufig zunächst eine zuwarte Haltung eingenommen werden. In diesen Fällen wird zunächst halbjährlich das Wachstumsverhalten der Tumoren beobachtet.

Operation

Die Operation bietet die sicherste Methode zur Behandlung der Erkrankung, da mit der Operation der Tumor entfernt wird. Abhängig vom gewählten Operationszugang und der Größe des Tumors kann die Operation aufwendig sein.

Die am häufigsten angewandten Operationszugänge sind:

  • Durch das Innenohr (translabyrinthärer Zugang)
  • Über die mittlere Schädelgrube (transtemporaler Zugang)
  • Über die hintere Schädelgrube (subokzipital-retrosigmoidaler Zugang)

Durch das Innenohr: Dies ist ein klassischer HNO-ärztlicher Zugang. Hier wird im Prinzip das Felsenbein wie bei einer Ohroperation hinter der Ohrmuschel eröffnet. Mit Entfernen des Innenohrs gelangt man in den inneren Gehörgang bis zum Kleinhirnbrückenwinkel. Dieses Verfahren ist zu erwägen, wenn der Patient bereits vor der Operation taub oder hochgradig schwerhörig ist.

Über die mittlere Schädelgrube: Auch dies ist ein HNO-ärztlicher Zugang. Hierbei wird ein Knochenfenster über dem Ohr angelegt. Das Gehirn wird in diesem Bereich ohne Eröffnung der Hirnhaut zur Seite gedrängt und das Felsenbein von oben dargestellt und von hier aus der innere Gehörgang freigelegt. Das Knochenfenster wird am Schluss der Operation wieder verschlossen. Dieser Operationsweg bietet sich an zur Entfernung umschriebener Tumoren im inneren Gehörgang mit geringer Ausdehnung außerhalb des Gehörgangs Richtung Kleinhirnbrückenwinkel.

Über die hintere Schädelgrube: Dies ist der neurochirurgische Zugang. Insbesondere bei großen Tumoren und Tumoren die nahe am Hirnstamm im Kleinhirnbrückenwinkel liegen und möglicherweise bereits das Gehirn und Kleinhirn verdrängen. Hierzu wird das Knochenfenster weiter hinten am Kopf angelegt und dann Kleinhirn zur Seite gedrängt um von hinten an den Kleinhirnbrückenwinkel und den inneren Gehörgang zu gelangen. Hierbei wird bei entsprechender Tumorausdehnung der innere Gehörgang von hinten aufgebohrt.
Unabhängig vom Zugang werden während der Operation die Funktion der Nerven durch ein so genanntes Elektromonitoring überwacht.

Strahlentherapie

Eine gezielte einmalige Bestrahlung kann Tumoren in ihrem Wachstum aufhalten, so dass der Tumor sich nicht weiter vergrößert. Informationen hierzu erfolgen durch den Strahlentherapeuten.



HNO-Krankheiten und Therapien

Zenkersches Divertikel

Zenkersches Divertikel (Hypopharynxdivertikel)

Beim Zenkerschen Divertikel handelt es sich um eine Aussackung der Schleimhaut des tiefen Schlundes vor der Speiseröhre, des Hypopharynx. Ursache ist eine gestörte Koordinierung der Muskulatur des oberen Schließmuskels der Speiseröhre und die Hypertrophie dieser Muskulatur.
Während diese Erkrankung früher durch eine Operation über einen Schnitt am äußeren Hals, entlang der großen Blutleiter des Halses, mit einer Eröffnung des Schlundes mit dem hohen Risiko einer schweren Infektion operiert wurde, können wir heute diesen Patienten durch die Operation mit dem Laser über den Mund in einer kurzen, relativ risikoarmen Operation gut helfen.


Ansprechpartner
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt


Interdisziplinäre Zentren

Interdisziplinäre Zentren

Das Fazialis-Nerv-Zentrum-Jena

 

Fazialis-Nerv-Zentrum Jena

Am Klinikum 1
07747 Jena

Fon: +49 (0)3641 9-329 378
Fax: +49 (0)3641 9-329 102

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Fazialis-Nerv-Zentrums

Das Tinnitus-Zentrum

Weitere Informationen finen Sie auf den Seiten des Tinnitus-Zentrums

Kopf-Hals-Tumor-Zentrum

Bösartige Tumoren der Kopf-Hals-Region gehören zu den häufigsten Krebsarten weltweit und in Deutschland. Die häufigsten bösartigen Tumoren in der Kopf-Hals-Region sind so genannte Plattenepithelkarzinome. Die wichtigsten Risikofaktoren für Plattenepithelkarzinome sind auch heute immer noch das Rauchen und Alkoholkonsum. In den letzten Jahren ist ein neuer Risikofaktor dazu gekommen. Auch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) im Kopf-Hals-Bereich ist mit dem Auftreten dieser Tumoren verbunden.

Die Patienten bemerken häufig zunächst wenig von dem Tumor. Es beginnt mit unspezifischen Symptomen wie Schluckstörungen oder Heiserkeit. Daher werden die Tumoren leider zum Teil erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt. Eine frühzeitige Diagnosestellung und Therapieeinleitung sind allerdings für die Prognose entscheidend.

Im Universitätsklinikum Jena werden Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren im Kopf-Hals-Tumor-Zentrum behandelt. Das Zentrum wird gemeinsam geleitet von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie und der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Das Zentrum ist durch die Deutsche Krebshilfe zertifiziert. Diese Zertifizierung erreichen nur Einrichtungen, die mit herausragender Qualität und in hoher Zahl interdisziplinär Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren behandeln. Aus unserer Sicht kann eine sehr gute und auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie mit den besten Heilungschancen und besten funktionellen Ergebnisse nur durch eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingen. Neben der Patientenversorgung ist Lehre und Forschung zu Kopf-Hals-Tumoren ein wichtiger Auftrag des Kopf-Hals-Tumor-Zentrums.

Das Kopf-Hals-Tumor-Zentrum gehört zu den Organkrebszentren des Universitätsklinikums. Die gesamte Behandlung von Tumorpatienten und aller Organkrebszentren ist im Universitätsklinikum unter dem Dach des UniversitätsTumorCentrum (UTC) vereint. Mehr Informationen zum UTC finden Sie hier.

Schwerpunkte des Kopf-Hals-Tumor-Zentrums aus Sicht der HNO-Klinik sind:
  • Behandlung aller gut- und bösartigen Tumoren der Lippen, der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speicheldrüsen, der Nase und Nasennebenhöhlen, der Schädelbasis sowie der Kopf- und Gesichtshaut
  • Anwendung modernster Methoden zur Krebsdiagnostik
  • interdisziplinäre Erstellung eines individuellen Therapieschemas für jeden einzelnen Patient zur bestmöglichen Behandlung der Erkrankung
  • multimodale Therapieplanung
  • große Erfahrung zu organerhaltenden Therapiekonzepten
  • optimale funktionelle und ästhetische Wiederherstellung
  • phoniatrische und logopädische Mitbetreuung zur Therapie von Sprech- und Schluckstörungen
  • Reduktion der Häufigkeit von Kopf-Hals-Tumoren durch Vorsorge und Beratung
  • Nachsorgeprogramme im Anschluss an die Therapie durch Spezialsprechstunden
  • Forschung zur Verbesserung der Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren, der Wirksamkeit medikamentöser Therapieansätze, zur Entwicklung optimierter chirurgischer Verfahren und zur Steigerung der Lebensqualität
  • Fortbildungsprogramme für Patienten, Angehörige sowie Kollegen
  • Beratung als Zweitmeinung
Schwindelzentrum

Als einer unserer kooperierenden Partner bietet das Schwindelzentrum Jena eine interdisziplinäre-fachübergreifende ambulante und teilstationäre Diagnostik und Behandlung von Patienten mit komplexen Schwindelformen an.

Weitere Informatione finden Sie auf den Seiten des Schwindelzentrums Jena.



Kopf-Hals-Tumor-Zentrum

Bösartige Tumoren der Kopf-Hals-Region gehören zu den häufigsten Krebsarten weltweit und in Deutschland. Die häufigsten bösartigen Tumoren in der Kopf-Hals-Region sind so genannte Plattenepithelkarzinome. Die wichtigsten Risikofaktoren für Plattenepithelkarzinome sind auch heute immer noch das Rauchen und Alkoholkonsum. In den letzten Jahren ist ein neuer Risikofaktor dazu gekommen. Auch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) im Kopf-Hals-Bereich ist mit dem Auftreten dieser Tumoren verbunden.

Die Patienten bemerken häufig zunächst wenig von dem Tumor. Es beginnt mit unspezifischen Symptomen wie Schluckstörungen oder Heiserkeit. Daher werden die Tumoren leider zum Teil erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt. Eine frühzeitige Diagnosestellung und Therapieeinleitung sind allerdings für die Prognose entscheidend.

Im Universitätsklinikum Jena werden Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren im Kopf-Hals-Tumor-Zentrum behandelt. Das Zentrum wird gemeinsam geleitet von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie und der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Das Zentrum ist durch die Deutsche Krebshilfe zertifiziert. Diese Zertifizierung erreichen nur Einrichtungen, die mit herausragender Qualität und in hoher Zahl interdisziplinär Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren behandeln. Aus unserer Sicht kann eine sehr gute und auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie mit den besten Heilungschancen und besten funktionellen Ergebnisse nur durch eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingen. Neben der Patientenversorgung ist Lehre und Forschung zu Kopf-Hals-Tumoren ein wichtiger Auftrag des Kopf-Hals-Tumor-Zentrums.

Das Kopf-Hals-Tumor-Zentrum gehört zu den Organkrebszentren des Universitätsklinikums. Die gesamte Behandlung von Tumorpatienten und aller Organkrebszentren ist im Universitätsklinikum unter dem Dach des UniversitätsTumorCentrum (UTC) vereint. Mehr Informationen zum UTC finden Sie hier.

Schwerpunkte des Kopf-Hals-Tumor-Zentrums aus Sicht der HNO-Klinik sind:
  • Behandlung aller gut- und bösartigen Tumoren der Lippen, der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speicheldrüsen, der Nase und Nasennebenhöhlen, der Schädelbasis sowie der Kopf- und Gesichtshaut
  • Anwendung modernster Methoden zur Krebsdiagnostik
  • interdisziplinäre Erstellung eines individuellen Therapieschemas für jeden einzelnen Patient zur bestmöglichen Behandlung der Erkrankung
  • multimodale Therapieplanung
  • große Erfahrung zu organerhaltenden Therapiekonzepten
  • optimale funktionelle und ästhetische Wiederherstellung
  • phoniatrische und logopädische Mitbetreuung zur Therapie von Sprech- und Schluckstörungen
  • Reduktion der Häufigkeit von Kopf-Hals-Tumoren durch Vorsorge und Beratung
  • Nachsorgeprogramme im Anschluss an die Therapie durch Spezialsprechstunden
  • Forschung zur Verbesserung der Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren, der Wirksamkeit medikamentöser Therapieansätze, zur Entwicklung optimierter chirurgischer Verfahren und zur Steigerung der Lebensqualität
  • Fortbildungsprogramme für Patienten, Angehörige sowie Kollegen
  • Beratung als Zweitmeinung


fnz

 

Fazialis-Nerv-Zentrum Jena

Am Klinikum 1
07747 Jena

Fon: +49 (0)3641 9-329 378
Fax: +49 (0)3641 9-329 102

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Fazialis-Nerv-Zentrums



Forschung in der HNO

Forschung/Studien

Die Jenaer Universitäts-HNO-Klinik arbeitet an folgenden Forschungsschwerpunkten:

Die Forschung ist in unser Klinik breit über die gesamte HNO-Heilkunde gefächert. Zu laufenden Studien finden Sie einen Link genauso wie zu speziellen Forschungs- programmen.

Forschung extra für Patienten


HNO-Forschungslabore

AG Biomateriallabor der HNO Jena

AG Biomateriallabor

 
Mitarbeiter der AG Biomateriallabor: (v. l.) Dipl.-Biol. Sibylle Voigt, Dipl.-Biol. Dirk Linde, PD Dr. med. Gerlind Schneider (Leiter des Biomateriallabors), M. Sc. Katja Otto
 

Die AG Biomateriallabor der HNO-Klinik des Jenaer Universitätslinikums besteht seit 1980. Es wurde im Juli 2009 umfassend modernisiert und erweitert.
In der AG Biomateriallabor werden bioverträgliche Gewebeersatzmaterialien und Gewebeklebstoffe für den Einsatz im Schädel-, Gesichts- und Halsbereich sowie Technologien zur Operationssimulation für die Aus- und Weiterbildung von Medizinern entwickelt und getestet. Die Mediziner und Biologen des Labors arbeiten in enger Kooperation mit Partnern aus Klinik, Forschung und Industrie.




HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Aufgabenspektrum

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Entwicklung und Evaluierung von Biomaterialien: In-vivo, in-situ, und in-vitro Modelle: Histologische Präparationstechniken: Visualisierung und Auswertung von 2D- und 3D-Bilddaten:



HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Entwicklung und Evaluierung von Biomaterialien

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Entwicklung und Evaluierung von Biomaterialien

Neu- und Weiterentwicklung von Materialien und Technologien:
  • Konzeption und Durchführung in Kooperations-Projekten mit Partnern aus Forschung und Industrie
vorklinische Untersuchungen von Biomaterialien: klinische Untersuchungen von Biomaterialien:
  • histologische Untersuchung explantierter Biomaterialien
  • Sammlung und Auswertung von Daten zur klinischen Anwendungen

 
 



HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Hartgewebe-Histologie

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Hartgewebe-Histologie

  • Hartgewebe-Histologie: für (nicht entkalkte) Knochenpräparate bzw. Implantate
  • Entwässerung und Einbettung der Präparate in lichthärtendes Methacrylat-Polymer
  • EXAKT-Trenn-Dünnschliff-Technik: Schneiden mit Diamantbandsäge (Schnitt-Dicke 150-300 μm) und Schleifen mit Mikroschleifsystem (Schnitt-Dicke 5-15 μm)
  • histologische Färbungen (Hämatoxylin-Eosin oder Masson-Goldner)
  • lichtmikroskopische Auswertung, Histomorphometrie




HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Weichgewebe-Histologie

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Weichgewebe-Histologie

  • Anwendung histologischer Standardmethoden
  • Paraffineinbettung, Mikrotomschnitte
  • histologische Färbungen
  • Immmunhistochemie
  • lichtmikroskopische Auswertung, Histomorphometrie




HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Visualisierung und Analyse von 3D-Datensätzen

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Visualisierung und Analyse von 3D-Datensätzen

  • leistungsfähige 3D-Grafik-Workstation mit der flexiblen, materialwissenschaftlich orientierten 3D-Visualisierungssoftware AVIZO fire® (www.vsg3d.com)
  • Darstellung, Bearbeitung und Auswertung von 3D-Datensätzen
  • wichtige Schwerpunkte: µCT-Datensätze (nano-/mikro-CT); Datensätze aus medizinischen Bildgebungsverfahren; mit 3D-Datensätzen korrelierte histologische bzw. elektronenmikroskopische Bilddaten; Aufbereitung von 3D-Daten für numerische Auswertungen und Finite-Elemente-Modellierungen
 
 



HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Zellkulturen

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Zellkultur-Untersuchungen

In standardisierten Zellkulturtests werden von uns und unseren Kooperationspartnern entwickelte Biomaterialien auf ihre Biokompatibilität untersucht.

Materialprüfkörper (direct contact assay) bzw. deren Extrakte (extract dilution assay) werden mit quantitativen Standard-Prüfsystemen (z. B. WST-1 Test, Lebend-Tot-Färbung) auf eventuelle toxische Wirkungen untersucht.




HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Histomorphometrische Auswertung

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

Histomorphometrische Auswertung

1. Ausgangsmaterial für die Auswertung

A) Histologische Bilder

  • histologische Präparate (Hart- bzw. Weichgewebe)
  • Erstellung von Bildern mit Lichtmikroskop, Digitalkamera, Mikroskopie-Software (AxioVision)

B) 3D-Datensätze

  • 3D-Datensätze (z. B. µCT-Scans): Visualisierung und Aufbereitung mit 3D-Software Avizo®
  • Export definierter virtueller Schnitte aus Avizo® für nachfolgende morphometrische Bewertung
2. Morphometrische Auswertungen
  • numerische Auswertung signifikanter Zelltypen
  • detaillierte und effiziente Quantifizierung von Abständen und Schichtdicken mit der im Biomateriallabor entwickelten Morphometrie-Software "HistoGap"
3. Visualisierung von Daten und Statistik
  • Aufarbeitung und Auswertung der numerischen Daten (MS-Excel, SPSS, etc.)




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Biomateriallabor der HNO Jena: ex vivo- und in vivo-Modelle für die Testung von Biomaterialien

AG Biomateriallabor: Aufgabenspektrum (Schwerpunkte)

ex vivo- und in vivo-Modelle für die Testung von Biomaterialien

"Schweinekopfmodell"
  • Experimente an Nasenscheidewand, Mundhöhle, Mittelohr und Gesichtsmuskulatur von frischen Schweineköpfen (ca. 2 bis 4 Stunden nach Schlachtung)
  • geeignet als aussagekräftige Vorstufe von in vivo-Experimenten
  • wesentlicher Parameter: Simulation eines annähernd körperähnlichen feuchten Milieus, insbesondere Schleimhaut mit unversehrtem Schleimfilm
  • Anwendungen z.B.: Tests zu Applikation, Haftung und Klebeeigenschaften von Weichgewebe-Klebstoffen an verschiedenen Geweben (Knorpel, Schleimhaut, Muskel)
  • der Schweinekopf kann ggf. gleichzeitig für mehrere Testmodelle verwendet werden
"Knorpel-Schleimhaut-Modell"
  • Biomaterialien für den Einsatz im Nasenbereich: Tests unter realitätsnahen Bedingungen notwendig (feuchtes unsteriles Milieu, dünne bedeckende Schleimhaut, verschiedene Gewebe, u.a. Knorpel mit geringer Stoffwechselaktivität)
  • in vivo-Modell „Knorpel-Schleimhaut-Modell“ des Biomateriallabors: ermöglicht systematische Untersuchungen zu Applikation, Biokompatibilität und Biodegradation von Gewebeersatzmaterialien und Gewebeklebstoffen im Nasenbereich
  • Nasen-Innenraum von NZW-Kaninchen wird operativ eröffnet und nach Applikation der zu testenden Materialien wieder verschlossen
  • nach Ablauf der Verweildauer: applizierte Biomaterialien werden zusammen mit umgebenden Geweben entnommen und mit link:[Hartgewebehistologie] bzw. link:[Weichgewebehistologie] aufgearbeitet
  • Analyse von Biodegradation und Biokompatibilität der applizierten Materialien: anhand makroskopischer Befunde und histologischer Präparate (Fremdkörper-Reaktionen, ggf. Entzündungen bzw. Nekrosen)


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Biomateriallabor der HNO Jena: Jenaer Schaedelmodell

AG Biomateriallabor: Entwicklung und Evaluierung von Biomaterialien

Das Jenaer Schädelmodell

Das von uns seit 15 Jahren verwendete Jenaer Schädelmodell wurde für systematische Untersuchungen von Gewebeersatzmaterialien im Bereich des Schädels entwickelt. Das Implantatlager Schädelknochen hat besondere Eigenschaften: dünne bedeckende Haut, geringe Knochenumbauaktivität und z. T. direkter Kontakt zu Liquor cerebrospinals und Hirngewebe. Implantat-Materialien für diesen Bereich müssen auch unter diesen Bedingungen getestet werden.
Als Tiermodell werden NZW-Rabbits eingesetzt, in deren Schädeldecke (Stirnbein) Löcher mit festgelegtem Durchmesser eingebracht werden. Durch lokale Eröffnung der Hirnhaut hat das zu testende Biomaterial direkten Kontakt zu Hirn und Liquor. Nach Ablauf der Versuche wird das Knochenstück mit den Implantaten entnommen und mittels Hartgewebe-Histologie untersucht. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Knochen nicht entkalkt werden muss, die Probekörper verbleiben in ihrem Implantatlager. Das umgebende Weichgewebe wird mittels Weichgewebe-Histologie auf Entzündungs- und Fremdkörperreaktionen sowie Nekrosen untersucht.
Das von uns entwickelte Modell erlaubt eine reproduzierbare Beurteilung von Gewebereaktionen unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Implantatlagers, wobei alle betroffenen Gewebearten untersucht werden können.
Die Komplikationsrate und die Belastung der Tiere sind sehr gering. Das OP-Gebiet ist gut zugänglich und die Durchführung einfach, die Entnahme der Gewebe ist problemlos durchführbar.





HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor: Projekte



HNO-Forschungslabore

Material- und Verfahrensentwicklung für die Versorgung von Weichteildefekten

AG Biomateriallabor: Projekte

Material- und Verfahrensentwicklung für die epithetische Versorgung von Weichteildefekten im Kopf-Hals-Bereich und für Hörgeräte

Laufzeit: 01.09.2014 bis 31.08.2017
Fördermittelgelder: AIF
Projektpartner: Institut für Anaplastologie Velten & Hering GbR
Burms
INNOVENT e. V.

Weichgewebedefekte im Gesichtsbereich entstehen häufig durch Traumen (z. B. durch Unfälle), angeborene Fehlbildungen, Infektionskrankheiten oder Autoimmunkrankheiten. Häufigster Grund für großflächige Defekte sind jedoch operative Tumorentfernungen im Kopf- und Gesichtsbereich. Künstliche Gesichtsteile aus verschiedenen Materialien (Epithesen) gewährleisten nach solchen Eingriffen die ästhetische Wiederherstellung des Gesichts. Sie werden für jeden Patienten individuell gefertigt und an das ursprüngliche Gesicht angepasst.

Septumperforationen sind Defekte in der knorpeligen Nasenscheidewand und ein häufiges Krankheitsbild in der HNO-Heilkunde. Septumbuttons sind Prothesen aus Silikon, um Perforationen im Nasenseptum zu verschließen, welche individuell angefertigt werden müssen.

Otoplastiken (auch Ohrpassstücke genannt) sind Teil der Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme, die den Schall über den Hörschlauch in das Ohr leiten. Sie werden individuell angepasst, um einen komfortablen Sitz, gute Belüftung und perfekten Halt am Ohr zu gewährleisten.

Im-Ohr-Hörgeräte (kurz IdOs) werden komplett im Ohr bzw. im Gehörgang getragen. IdOs sind kompakt und unauffällig – es gibt besonders kleine Modelle, die von außen nahezu unsichtbar sind.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur Herstellung von Epithesen im Gesichtsbereich, Septumbuttons für den Verschluss von Septumperforationen und Otoplastiken (Ohrpassstücke) sowie Gehäuse für Im-Ohr-Hörgeräte (IdO). Dies soll durch eine Prozesskette, beginnend bei der Datengenerierung und der Datenaufarbeitung, über die Herstellung virtueller Modelle, die Konstruktion sowie die Herstellung reeller Abformmodelle bis hin zur direkten Fertigung der Epithesen, Septumbuttons und Otoplastiken sowie IdOs mittels additiver Herstellungsverfahren, gewährleistet werden. Weitere Schwerpunkte des Projekts sind die Entwicklung von neuen biokompatiblen Materialien bzw. Materialkombinationen, die für additive Herstellungsverfahren genutzt werden können, und die Entwicklung von dehäsiven Oberflächenbeschichtungen der hergestellten Produkte zur Verringerung von Biofilmen.




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audioTASC: Digitale Hörtherapie bei Schwerhörigkeit, Tinnitus und Hyperakusis

AG Biomateriallabor: Projekte

audioTASC: Digitale Hörtherapie bei Schwerhörigkeit, Tinnitus und Hyperakusis

Laufzeit: 01.02.2018 bis 31.01.2021
Fördermittelgeber: Thüringer Aufbaubank
Projektpartner: ISMA
ILMOTRONICS
OPTRONO

Ziel des Projekts "audioTASC" ist die Entwicklung eines innovativen Hörtrainingssystems zur digitalen Hörtherapie bei Schwerhörigkeit sowie ihren Begleiterscheinungen Tinnitus und Hyperakusis. Das nutzerfreundliche, individualisierte und wissenschaftlich bewertbare Trainingssystem wird sich aus folgenden Komponenten zusammensetzen: 1. ein digitales, zielgruppenorientiertes und individualisierbares Hörtraining (T) mit einem strukturierten, kontinuierlichen Trainingskonzept und automatisch erfassten Trainingsparametern; 2. ein Audiosystem (A), welches die kabellose Übertragung der Hörtrainingsaufgaben in kontrollierter Qualität gewährleistet; 3. eine serverbasierte Hörtrainingssoftware (S) für mobile Geräte mit zielgruppenangepasstem Design der Bedienoberfläche, einer intuitiven Menüführung und einer Erfolgskontrolle durch den Nutzer; 4. ein leistungsfähiges Verwaltungs- und Auswertungssystem (C) mit Datenbank und Serveradministration, das den therapeutischen, sicherheitstechnischen und wissenschaftlichen Anforderungen entspricht.

 
Das vom Freistaat Thüringen geförderte Vorhaben wird durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
 


HNO-Forschungslabore

Wundabdeckungen im Körperinneren

AG Biomateriallabor: Projekte

Wundabdeckungen im Körperinneren ("Schleimhautpflaster")

Laufzeit:  01.04.2013 bis 31.03.2015
Fördermittelgeber: AIF
Projektpartner: bess pro GmbH
Innovent e. V.

Entwicklung eines Expert-Systems zur Erkennung des kardiovaskulären Risikos und Therapieoptimierung bei Patienten mit obstruktivem Schlafapnoesyndrom.

Analog der Wundabdeckung der äußeren Haut soll ein „Pflaster“ für die Schleimhaut entwickelt werden. Das Schleimhautpflaster soll die Wunde vor Sekret und mechanischer Beanspruchung schützen, die übliche Krustenbildung mit Wundinfektion vermeiden und damit ein ungestörtes Nachwachsen der Schleimhaut ermöglichen.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung zwei- und drei dimensionaler resorbierbarer und nicht resorbierbarer Vliesmaterialien (mit/ohne Haftschicht) mittels Elektrospinning zur Wundabdeckung. Weiterhin sollen die Vliesmaterialien für spezielle Anwendungen mit Hämostyptika sowie Antibiotika beladen werden unter Einstellung des Wirkstoff-Freisetzungsverhaltens. Zusätzlich sollen geeignete Applikationssysteme (Vliese+Haftschicht/ Silikonfolien+Klebstoff) für minimal-invasive Op-Techniken entwickelt werden.


 
 



HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Entwicklung und klinische Bewertung von patientenspezifischen Implantaten

AG Biomateriallabor: Projekte

Entwicklung und klinische Bewertung von patientenspezifischen Implantaten aus einem Tricalciumphosphat-Polymer-Kompositmaterial

Laufzeit: 01.11.2011 bis 31.12.2013
Fördermittelgeber: BMWi/AIF
Projektpartner: 3di GmbH
INNOVENT e. V.

Das Ziel des Projektes besteht in der qualifizierten Entwicklung und Evaluierung patientenspezifischer Implantate aus einem Calciumphosphat-Polymer-Kompositmaterial für den Knochenersatz im Schädelbereich. In einem vorangegangenen Projekt wurden gemeinsam mit den Projektpartnern 3di GmbH und Innovent e.V. die grundsätzlichen Technologien zur schnellen und kostengünstigen Herstellung individuell angepasster Implantate mit Hilfe eines 3D-Drucksystems entwickelt und evaluiert. Inhalte des aktuellen Projektes sind die Weiterentwicklung der Herstellungstechnologie, die dafür erforderlichen physikalischen, chemischen und biologischen Untersuchungen sowie klinische und technische Bewertungen der hergestellten Implantate.

 
 



HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Evaluierung der Verwendung von Einwegsaugern versus Mehrwegsauger für otologische und rhinologische Operationen

AG Biomateriallabor: Projekte

Evaluierung der Verwendung von Einwegsaugern versus Mehrwegsauger für otologische und rhinologische Operationen


Ziel des Projekts war die Evaluierung der Verwendung von Einweg- und Mehrwegsaugern für Ohr- und Nasenoperationen im Auftrag der Firma bess medizintechnik gmbh.
Hinsichtlich Kostenkalkulation, Materialvergleich und Abnutzung werden neue und gebrauchte Sauger sowie Einwegsauger und Mehrwegsauger vor und nach Benutzung verglichen. Im Biomateriallabor der HNO erfolgt nach Aufarbeitung mittels Trenn-Dünnschliff-Verfahren eine mikroskopische Beurteilung der gebrauchten Sauger.
Das Institut für Mikrobiologie des UKJ führt mikrobiologische Analysen durch, im Elektronenmikroskopischen Zentrum des UKJ werden die Sauger elektronenmikroskopisch untersucht.

 
 



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Biomateriallabor der HNO Jena: Entwicklung von innovativen Gewebeklebstoffen und minimal-invasiv anwendbaren Applikationssystemen

AG Biomateriallabor: Projekte

Entwicklung von innovativen Gewebeklebstoffen und minimal-invasiv anwendbaren Applikationssystemen

Laufzeit: 01.02.2009 bis 31.12.2012
Fördermittelgeber: AIF
Projektpartner: bess pro GmbH
INNOVENT e. V.

In diesem Projekt werden in Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern innovative und bioresorbierbare Weichgewebe-Klebstoffe für das Kleben im Bereich der inneren Körperoberflächen (Schleimhaut, Muskel, Bindegewebe, Endothel), d.h. im feuchten Milieu entwickelt.
Die Klebstoffe sollen auf ihre Biokompatibilität und Resorbierbarkeit untersucht und bezüglich ihrer Eigenschaften optimiert werden. Es erfolgen Untersuchungen zu den Hafteigenschaften der Klebstoffe im Bereich der Nase, Mundhöhle und Mittelohr. Dazu sollen passende Applikationssysteme mit einfachen, praktikablen und sicheren intraoperativen Auftrags- und Dosiertechniken entwickelt und bis zur Produktreife gebracht werden. Die Applikationssysteme sollen außerdem für minimalinvasive Operationsmethoden wie endoskopische Chirurgie, mikroskopische Ohrchirurgie, Herzkatheter etc. genutzt werden können.



HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Entwicklung und Verifikation anatomischer Trainingsmodelle des Kopfes für Weichgeweberekonstruktion (Hautlappen- und Ohrmuschelplastiken)

AG Biomateriallabor: Projekte

Entwicklung und Verifikation anatomischer Trainingsmodelle des Kopfes für Weichgeweberekonstruktion
(Hautlappen- und Ohrmuschelplastiken)

Laufzeit: 01.04.2008 bis 31.12.2010
Fördermittelgeber: AiF
Projektpartner 3di GmbH Jena

Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung von anatomischen Trainingsmodellen des Kopfes für die chirurgische Ausbildung.
In mehreren Schwierigkeitsstufen sollen angehende Ärzte anhand der Modelle Eingriffe im Gesichts- und Kopfbereich üben können, um eine wiederholbare und damit kontrollierbare Ausbildung in OP-Standardsituationen zu erhalten. Durch mehrere Modellvarianten können verschiedenste OP-Methoden und anatomische Besonderheiten nach Erlernen der Grundfertigkeiten simuliert und trainiert werden.
Die ersten Modelle konnten während der Jenaer Nasenkurse im Oktober 2008 und 2009 praktisch getestet werden und erhielten von den Kursteilnehmern durchgehend eine gute bis sehr gute Bewertung.




HNO-Forschungslabore

Biomateriallabor der HNO Jena: Rapid Prototyping für Implantate im Schädelbereich

AG Biomateriallabor: Projekte

Rapid Prototyping für Implantate im Schädelbereich

Laufzeit: 01.04.2008 bis 31.09.2010
Fördermittelgeber: Thüringer Aufbaubank
Projektpartner: 3di GmbH
INNOVENT e. V.

In diesem Projekt werden neue Materialien und Technologien für die schnelle und kosten-günstige Herstellung hochwertiger patientenspezifischer Implantate entwickelt und evaluiert. Die Rekonstruktion der knöchernen Strukturen des Gesichtsschädels stellt höchste Ansprüche an die Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik. Die Knochenersatzmaterialien müssen zur Versorgung komplexer Defekte geeignet sein, passende mechanische Kennwerte und eine sehr gute Biokompatibilität aufweisen. Eine einzeitige Versorgung der Patienten wird angestrebt, eine wichtige Anforderung ist deshalb die zeitnahe Bereitstellung patientenspezifischer Implantate. Die erforderliche hohe intraoperative Passgenauigkeit wird durch Patienten-individuelle Fertigung der Implantate im CAD/CAM-Verfahren gewährleistet. Grundlage für die innovative Herstellungstechnologie ist eine Rapid Prototyping-Technik, der 3D-Druck mit Kalziumphosphat-Pulver. Die neuentwickelten Implantat-Materialien werden im Rahmen des Projektes für die Anforderungen des Knochenersatzes im Schädelbereich optimiert und getestet.




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Biomateriallabor der HNO Jena: Entwicklung von Verfahren zur formgebundenen Herstellung von Kunststoffteilen mit Makro-Materialgradienten (KUMA)

AG Biomateriallabor: Projekte

Entwicklung von Verfahren zur formgebundenen Herstellung von Kunststoffteilen mit Makro-Materialgradienten (KUMA)

Laufzeit: 01.01.2012 bis 30.04.2014
Fördermittelgeber: Thüringer Aufbaubank
Projektpartner: 3D Schilling GmbH
3di GmbH
Fachhochschule Jena

Im Projekt sollen Herstellungsverfahren für formgebundene Kunststoffteile entwickelt werden, bei denen ein Übergang der Materialhärte anhand eines vorgegebenen Gradienten eingestellt werden kann. Anwendung finden sollen diese Materialien sowohl in der Automobilbranche, Automatisierung als auch im Medizintechnikbereich.

Im Teilprojekt des Biomateriallabors steht die Entwicklung und Validierung von komplexen und anspruchsvollen, zum Teil individualisierten Trainingsmodellen für die weiterführende chirurgische Ausbildung unter Verwendung dieser Materialien im Fokus. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Modellen für die Weichgeweberekonstruktion im Mittelgesichtsbereich, der Lippe und des Augenlides, die in mehreren Varianten hergestellt werden sollen.

Ein weiteres Ziel der HNO-Klinik Jena ist die Entwicklung und Validierung neuartiger, flexibler Trachealkanülen für tracheotomierte Patienten. Um die Eigenschaften dieser Produkte zu verbessern und um Komplikationen vorzubeugen, soll die Herstellung auf Basis der entwickelten Gradientenmaterialien erfolgen.




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Biomateriallabor der HNO Jena: Rapid Prototyping für die Entwicklung und Herstellung individualisierter CPAP-Masken und für individualisierte Planungsdummies

AG Biomateriallabor: Projekte

Rapid Prototyping für die Entwicklung und Herstellung individualisierter CPAP-Masken und für individualisierte Planungsdummies

Laufzeit: 01.11.2011 bis 31.10.2014
Fördermittelgeber: AIF
Projektpartner: 3di GmbH

In diesem Projekt sollen die Entwicklung und Herstellung von neuartigen Materialien, die durch spezielle Rapid-Prototyping-Verfahren Anwendung in der Medizintechnik finden, realisiert werden.

Ein Ziel ist die Herstellung von individualisierten Planungsdummies, an denen der Chirurg die Auswirkungen eines patientenspezifischen Implantats für den Gesichtsbereich auf die Gesamterscheinung und die Ästhetik des Patienten nach dem Einsatz des Implantats überprüfen und nachvollziehen kann. Späteren potentiellen Komplikationen kann damit leicht vorgebeugt werden, was einfachere Nachsorge, kürzere Liegedauer und damit nicht zuletzt eine unmittelbare Steigerung der Lebensqualität des Patienten zur Folge hat. Daneben können die Planungsdummies auch zur Patientenaufklärung genutzt werden.

Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung von individuellen Einsätzen für CPAP-Beatmungsmasken für Schlafapnoe-Patienten. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, die zu ausgeprägtem Schnarchen, zu Atemstillständen (Apnoen) während des Schlafs und damit zu einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen führt. Die CPAP-Therapie verhindert mittels eines mobilen Atemtherapiegerätes und einer CPAP-Maske Atemstillstände und Atemluftbehinderungen. Speziell diese Masken verursachen beim Patienten jedoch häufig Probleme wie Druckstellen, Luftlecks, Hautreaktionen und Schmerzen. Um eine optimale Anpassung und hohen Tragekomfort während des Schlafs zu gewährleisten, sollen in diesem Projekt neuartige, individualisierte CPAP-Masken entwickelt werden.

 
 



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Innovationsgutschein zur Vorbereitung von FuE-Kooperationsprojekten

AG Biomateriallabor: Projekte

Innovationsgutschein zur Vorbereitung von FuE-Kooperationsprojekten


Laufzeit: 19.03.2020 – 18.10.2020
Fördermittelgeber: Thüringer Aufbaubank (TAB)

Der Innovationsgutschein dient der Vorbereitung des FuE-Kooperationsprojekts mit dem Thema „Erforschung von kontraktiblen und responsiven Materialien zur Reanimation des Gesichtes“. Hierbei geht es insbesondere um Materialien, die durch einen äußeren Stimulus eine gerichtete Kraft ausüben und damit einen Gesichtsmuskel simulieren können.

Der Innovationsgutschein wird vergeben für die Erarbeitung einer definierten Aufgabenstellung sowie die Gewinnung der notwendigen Kooperationspartner für das geplante Projekt. Weiterhin werden Vorstudien, Recherchen und Marktanalysen finanziert.

Die Vergabe des Auftrags erfolgte an Innovent Technologieentwicklung Jena für Recherche und Marktanalyse zu kontraktiblen und responsiven Materialien für die medizinische Anwendung.



HNO-Forschungslabore


HNO-Forschungslabore

Publikationen

Publikationen
2016
  • Schneider G. (2016) Habilitationsschrift. Medizinische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Neu entwickelte Weichgewebeklebstoffe - in vitro- und in vivo-Evaluation“ 
  • Kottke S., Linde D., Saupe P., Schneider G. (2016). BioNanoMaterials. Band 17, Heft s1, Seiten 1–182. „Quantitative Bewertung der Osseointegration von Implantaten: „Jahresring-Algorithmus“ für die Analyse dreidimensionaler Bilddaten“ 
  • Linde D., Helemann J., Kottke S.; Baum D.; Becker K., Schneider G.(2016). BioNanoMaterials. Band 17, Heft s1, Seiten 1–182. „2D/3D-Koregistrierung von Histologie und microCT zur Bewertung der Osseointegration von Implantaten.“
2015
  • Linde D, Schreier L., Granitzka T., Voigt S., Otto K., Fischer T., Zieger M., Gebert A., Schneider G. (2015) Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomaterialien (DGBM)12. - 14. November 2015 Freiburg im Breisgau. „Multiphotonentomographie - Bildgebendes Verfahren mit Potenzial für Diagnostik und Tissue Engineering: Machbarkeitsuntersuchung zur Visualisierung der Schleimhaut" 
  • Schneider G., Wyrwa R., Voigt S., Otto K, Schnabelrauch M. (2015) ESB 2015 - 27th European Conference on Biomaterials. „Electrospun Fibrous Scaffolds for Wound Dressing of Mucous Membranes” 
  • Granitzka T, Schreier L, Fischer T, Zieger M, Voigt S, Gebert A, Schneider G (2015) 86. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Berlin. "Machbarkeitsuntersuchung zu der Anwendung der Multiphotonentomographie an der Schleimhaut". 
  • Voigt S., Wyrwa R., Schnabelrauch M., Linde D., Otto K., Schneider G. (2015) Euro BioMAT 2015 European Symposium and Exhibition on Biomaterials and Related Areas. 21 -22 April 2015, Weimar. “Electrospun Fabric for Wound Dressing of Mucous Membranes”
2014
  • Alde A., Zabler S., Linde D., Schneider G. (2014) 26th European Conference on Biomaterials, Liverpool, 31st August - 3rd September. “Suitability of a Range of MicroCT Scanners to Visualise Different Osseointegrated Alloplastic Bone Grafts”
  • Schneider G., Linde D. (2014) 26th European Conference on Biomaterials, Liverpool, 31st August - 3rd September. “Evaluation of Bone Replacement Materials in a Rabbit Cranial Defect Model using MicroCT and Hard Tissue Histology”
  • Linde D. (2014), Würzburg: Innovationstag "Material- und Funktionsprüfung" am Fraunhofer ISC. "Innovativer Knochenersatz im Test: Evaluierung mit μCT und Histologie" (Vortrag)
    http://www.tgz-wuerzburg.de/images/pdfs/Linde_Vortrag.pdf
  • Lindig N., Voigt S., Schneider G. (2014) BioNanoMat. 15 (S1) S73 (P003). „Durchführung und Evaluierung von verschiedenen histologischen Färbungen von Hartgewebepräparaten“
  • Voigt S., Wyrwa R., Schnabelrauch M., Gördes M., Schneider G. (2014). BioNanoMat. 15 (S1) S94 (P024). „Elektrogesponnene Vliese zur Wundabdeckung im Körperinneren“
  • Otto K., Aurich M., Berg A., Schnabelrauch M., Schneider G. (2014) BioNanoMat. 15 (S1) S141 (P071). „Neue Gewebeklebstoffe für den Einsatz im Kopf-Hals-Bereich“
2013
  • Schneider, G, Linde, D (2013) Euro BioMAT: April 23. -24. Weimar “MicroCT and hard tissue histology for Evaluation of bone replacement materials in a rabbit cranial defect model.” (Vortrag)
  • Linde D, Schneider G (2013). ThGOT: Sept 5. Zeulenroda-Triebes „Composit-Knochenersatz im Tiermodell: Evaluierung mit MicroCT und Histomorphometrie“
  • Linde, D, Diebowski, S, Schneider, G (2013) BioNanoMaterials 14(Suppl.1) p23 (V22) "Evaluierung von Knochenersatzmaterialien im "Jenaer Schädelmodell" mit microCT und Hartgewebe-Histologie.“
  • Voigt S, Schneider G, Körbs T, Litschko P (2013). ThGOT: Sept 5. Zeulenroda-Triebes. „Neue Makrogradienten-Materialien für den Einsatz in der Medizintechnik und der medizinischen Ausbildung.“
2012
  • Voigt S, Schneider G, Litschko P, Körbs T, Guntinas-Lichius O (2012) Biomed Tech (Berl) 57(Suppl.1) p71-74 "Evaluation of the Jena skin flap model for the training of the closure of facial skin defects."
  • Otto K, Berg A, Schnabelrauch M, Schneider G (2012) Biomed Tech (Berl) 57(Suppl.1) p553-556 "Animal study for the development and validation of new tissue adhesives for the use in otorhinolaryngology."
  • Linde D, Diebowski S, Greiner-Petter C, Schneider G (2012) Biomed Tech (Berl) 57(Suppl.1) p557-560 "Evaluation of bone replacement materials in a rabbit cranial defect model using micro CT and hard tissue histology."
  • Schneider G, Otto K (2012) Eur. Arch. Oto-Rhino-Laryn. 269(7) p1783-1789 "In vitro and in vivo studies on the use of Histoacryl® as a soft tissue glue."
2011
  • Schneider G, Voigt S, Rettinger G (2011) Laryngo-Rhino-Otol. 90(9) p543-547 "Evaluation eines Modells für das Training von Weichgeweberekonstruktion im Gesichtsbereich."
  • Linde D., Schneider G. (2011) BioNanoMaterials 12(1-4) p118 (BMP28) "Evaluierung von Implantatmaterialien mit dem "Jenaer Schädelmodell": Mikro-CT und Hartgewebehistologie.“
  • Geisler R., Schneider G., Linde D., Bliedtner J. (2011) BioNanoMaterials 12(1-4) p119 (BMP29) "Evaluierung verschiedener Methoden zur Bestimmung der mechanischen Eigenschaften frischer und konservierter Schädelknochen.“
  • Otto K., Berg A., Schnabelrauch M., Schneider G. (2011) BioNanoMaterials 12(1-4) p204 (IMP02) "Tierexperimentelle Studie für die Entwicklung und Validierung neuartiger Gewebeklebstoffe für den Einsatz im HNO-Bereich.“
  • Rettler E., Linde D., Schneider G., Körbs T., Litschko P., Höppener S., Schubert US. (2011) ECI conf.: Nano-/Micromech.Testing in Mater.Res./Developm.III, Oct 9-14, 2011, Lanzarote "Modulus Mapping of Bone Implant Microcomposites".
  • Mika J, Clanton TO, Pretzel D, Schneider G, Ambrose CG, Kinne RW (2011) Am. J. Sports Med. 39(3) p624-631 "Surgical Preparation for Articular Cartilage Regeneration Without Penetration of the Subchondral Bone Plate In Vitro and In Vivo Studies in Humans and Sheep."
2010
  • Linde D, Schneider G, Rettler E, Schubert US, Grimm G , Schnabelrauch M , Körbs T, Litschko P (2010) BioNanoMaterials, 11(1) pHGP02 "Microcomposite-Implantate für den Knochenersatz im Schädelbereich: Charakterisierung von Materialeigenschaften durch Nano-Indentation."
  • Otto K, Schneider G (2010) BioNanoMaterials, 11(1) pWGP02 "Ist der Einsatz von Cyanoacrylaten als Weichgewebeklebstoffe im Kopf-Hals-Bereich sinnvoll? Untersuchungen mit Histoacryl®."
  • Otto K, Schneider G (2010) 81. HNOD Kopf-Hals-Chirurg.,12.-16.05.2010, Wiesbaden Ist der Einsatz von Histoacryl® als Weichgewebeklebstoff im Kopf-Hals-Bereich sinnvoll?
  • Voigt S, Schneider G (2010) BioNanoMaterials, 11(1) pFTP05 "Randomisierte Studie zum Vergleich der Langzeitergebnisse von verschiedenen Materialien für den Ossikelersatz."
  • Scherf A, Linde D, Otto K, Voigt S, Greiner-Petter C, Schneider G, Guntinas-Lichius O (2010) BioNanoMaterials, 11(1) pHGP09 "Softwareunterstützte histomorphometrische Auswertung von Hartgewebepräparaten für die Evaluierung von Implantatmaterialien im Schädelbereich."
  • Schneider G, Blechschmidt K, Linde D, Litschko P, Körbs T, Beleites E (2010) J Mater Sci Mater Med 21(10) p2853-2859 "Bone regeneration with glass ceramic implants and calcium phosphate cements in a rabbit cranial defect model."
2009
  • Schneider G (2009) Laryngo-Rhino-Otol. 88(s 01) pS156-S164 "Gewebeklebstoffe im HNO-Bereich.“
  • Schneider G (2009) 7. Thür.BiomateriaI-Kolloquium, 17.09.2009, Friedrichroda p265-272 "Oberflächenanforderungen an Biomaterialien aus Sicht des Operateurs im Kopf-Halsbereich."
  • Otto K, Schneider G (2009) BioNanoMaterials 10(3/4) p134 "Entwicklung und Validierung neuartiger Gewebeklebstoffe für den Einsatz im HNO-Bereich - in-vivo Untersuchungen."
  • Linde D, Schneider G, Grimm G, Schnabelrauch M, Litschko P, Ondruschka B (2009) BioNanoMaterials 10(3/4) p128 "Methacrylat-Polymere für Knochen-Ersatz im Schädelbereich: Elution mobiler Monomere durch Mikrowellen-Extraktion."
  • Voigt S, Schneider G (2009) BioNanoMaterials 10(3/4) p151 "Das Jenaer Schädelmodell."
  • Voigt S, Schneider G, Guntinas-Lichius O (2009) 80. Jahresvers. HNOD Kopf-Hals-Chirurg, Rostock, 20.-24.05.2009. p560 "Langzeitergebnisse nach Rekonstruktion von Knochendefekten mit der Glaskeramik Bioverit®."
2007/2008
  • Schneider G, Blechschmidt K, Schnabelrauch M, Grimm G, Litschko P (2008) 17. Jahrest. MDHNO, 5.-6.Sep. 08, Jena "Druckbare Implantate zum Knochenersatz im Schädelbereich."
  • Voigt S, Schneider G, Schnabelrauch M, Grimm G, Litschko P, Blechschmidt K (2008) BioNanoMaterials9(3/4) p162 "Druckbare Implantate zum Knochenersatz im Schädelbereich."
  • Schneider G (2008) BioNanoMaterials9(3/4) p116 "Klebstoffe im Schleimhautbereich - Gegenwart und Zukunft."
  • Voigt S, Schneider G (2007BioNanoMaterials8(3) p218 "Zweistufiges in-vitro-Testmodell zur Validierung von Gewebeklebstoffen im Schleimhautbereich."
  • Schneider G, Blechschmidt K (2007) 6. Thür.BiomateriaI-Kolloquium, 13.09.2007, Erfurt. p308-312 "Materialkombinationen zur Fixierung von Implantaten im Schädelbereich ."
  • Blechschmidt K, Schneider G (2007) BioNanoMaterials 8(3) p220 "Der Einsatz der Trenn-Dünnschliff-Technik im Biomaterialienlabor der HNO-Klinik Jena."
  • Beel W (2007) [Thesis Dr.med.] Jena, Friedrich-Schiller-Universität, Med.Fakultät. "Randomisierte Studie zur Untersuchung der Materialintegration von Mittelohrimplantaten."
bis 2006
  • Schneider G (2003) Laryngo-Rhino-Otol. 82(12) p839-852 "Bioimplantate - Eigenschaften und Anwendungshinweise."
  • Linss W, Beinemann J, Schleier P, Beleites E, Neumann R, Fried W (2003) Annals of Anatomy 185(3) p247-251 "Problematik des Aufbaus einer Datenbank dreidimensional erfasster menschlicher Schädel als Voraussetzung für eine präoperative Anfertigung passgenauer Implantate zum Ausgleich von Knochendefekten."
  • Beleites E, Schneider G, Fried W, Schumann D, Linss W (2001) Dt Ärzteblatt 98(5) p244-248 "3-D-Referenzimplantate für den Gesichts- und Hirnschädel."
  • Schneider G (1998) [Thesis Dr.med.] Jena, Friedrich Schiller Universität, Med.Fakultät p1-68 "Zur Osteoinduktion und Korrosion bei Implantation der Glaskeramik Bioverit - eine tierexperimentelle Studie."
  • Beleites E, Klinger O, Zelerne N, Milosevski M (1993) in: Progress report on biomaterials. [Krawczynski J and Ondracek G]. p82-110, Forschungszentrum Jülich GmbH. "Kontrastierung von Knochen und Implantatwerkstoffen."
  • Beleites E, Gudziol H, Höland W (1988) HNO Praxis 13 p121-125 "Maschinell bearbeitbare Glaskeramik in der Kopf-Hals-Chirurgie."
  • Beleites E, Neupert G, Augsten G, Vogel W, Schubert H (1985) Laryngol Rhinol Otol 64(4) p217-220 "Rasterelektronenmikroskopische Untersuchung des Zellwachstums auf maschinell bearbeitbarer Biovitrokeramik und Glaskohlenstoff in vitro und in vivo."


HNO-Forschungslabore

AG Experimentelle HNO-Heilkunde

AG Experimentelle HNO-Heilkunde

Wir sind ein Team interdisziplinär orientierter Wissenschaftler und untersuchen grundlegende Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsprozesse bei diversen Patientengruppen und Probanden (z.B. Patienten, die unter Tinnitus, Facialisparesen, Presbyakusis oder spezifischen Sprachentwicklungsstörungen leiden). Darauf basierend studieren wir wie funktionales, aber auch dysfunktionales Lernen, diese Prozesse beeinflusst. Letztendlich sollen solche Erkenntnisse zur Etablierung neuer diagnostischer Methoden und zur Entwicklung von Trainingsverfahren und Therapien führen. Zur Untersuchung dieser Prozesse führen wir verhaltensbasierte aber insbesondere auch neurowissenschaftliche Untersuchungen durch, um die neuronalen Korrelate des Verhaltens zu verstehen. Wir benutzen dazu Elektro- und Magnetenzephalographie, sowie strukturelles und funktionelles Kernspin. Mit diesen Methoden können wir auf vollkommen nicht-invasive Weise die Gehirnaktivität messen. Auf Grund unserer interdisziplinären Ausrichtung und den methodischen Anforderungen haben wir sehr enge Verbindungen zum Zentrum für Biomagnetismus, der Arbeitsgruppe für medizinische Physik und zum Institut für Psychologie. 

Aktuell gibt es bei uns zwei Projekte, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden.

Das kortikale Tinnitusnetzwerk und dessen Veränderung durch Musiktraining

Gemeinsam mit dem Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der medizinischen Fakultät Münster (Prof. Dr. Christo Pantev) untersuchen wir neurokognitive Veränderungen durch Tinnitus und wie wir diese durch ein spezielles Musiktraining beeinflussen können. Im Zentrum stehen nicht nur sensorische, sondern auch emotionale Vorgänge. Unser Training wird entweder sehr intensiv innerhalb weniger Tage oder im Verlauf eines Jahres durchgeführt. Begleitet wird es durch regelmäßige Messung der Gehirnaktivität.


Ansprechpartner
Univ. Prof. Dr. Christian Dobel
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Professur für experimentelle HNO-Heilkunde,
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Stoystraße 3
07743 Jena
christian.dobel@med.uni-jena.de
Web
Die Rolle der Aufmerksamkeit für die Wahrnehmung und das Erlernen von Stimmen
Beispiel für die elektroenzephalographische Methode

Neben dem Gesicht ist die Stimme eines der wichtigsten sozialen Signale, um Personen zu erkennen. Im Gegensatz zu Gesichtern ist die Verarbeitung und das Erlernen von individuellen Stimmen weitaus weniger untersucht. Durch verhaltensbasierte und elektroenzephalographische Methoden studieren wir diese grundlegenden Prozesse und insbesondere, ob diese automatisch ablaufen oder einer bewussten Kontrolle unterliegen müssen. Von besonderem Interesse ist, ob diese Vorgänge bei Patienten mit Tinnitus verändert ablaufen.


Anprechpartner
PD Dr. phil. Romi Zäske
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Professur für experimentelle HNO-Heilkunde,
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stoystraße 3
07743 Jena
romi.zaeske@med.uni-jena.de
Web


Tinnitusnetzwerk

Gemeinsam mit dem Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der medizinischen Fakultät Münster (Prof. Dr. Christo Pantev) untersuchen wir neurokognitive Veränderungen durch Tinnitus und wie wir diese durch ein spezielles Musiktraining beeinflussen können. Im Zentrum stehen nicht nur sensorische, sondern auch emotionale Vorgänge. Unser Training wird entweder sehr intensiv innerhalb weniger Tage oder im Verlauf eines Jahres durchgeführt. Begleitet wird es durch regelmäßige Messung der Gehirnaktivität.


Ansprechpartner
Univ. Prof. Dr. Christian Dobel
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Professur für experimentelle HNO-Heilkunde,
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Stoystraße 3
07743 Jena
christian.dobel@med.uni-jena.de
Web


Stimmen

Beispiel für die elektroenzephalographische Methode

Neben dem Gesicht ist die Stimme eines der wichtigsten sozialen Signale, um Personen zu erkennen. Im Gegensatz zu Gesichtern ist die Verarbeitung und das Erlernen von individuellen Stimmen weitaus weniger untersucht. Durch verhaltensbasierte und elektroenzephalographische Methoden studieren wir diese grundlegenden Prozesse und insbesondere, ob diese automatisch ablaufen oder einer bewussten Kontrolle unterliegen müssen. Von besonderem Interesse ist, ob diese Vorgänge bei Patienten mit Tinnitus verändert ablaufen.


Anprechpartner
PD Dr. phil. Romi Zäske
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Professur für experimentelle HNO-Heilkunde,
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stoystraße 3
07743 Jena
romi.zaeske@med.uni-jena.de
Web


HNO-Forschungslabore

AG Innovative Biophotonik

AG Innovative Biophotonik und Optik in der HNO-Heilkunde

Die HNO-Heilkunde ist als eigenständiges Fachgebiet auch deshalb entstanden weil die Einführung von optischen und mikroskopischen Methoden im vergangenen Jahrhundert eine grundlegende Untersuchung der Organe im HNO-Gebiet überhaupt erst ermöglicht hat.

Auch heute lebt die Weiterentwicklung des HNO-Fachgebiets von der Weiter-entwicklung von optischen, mikroskopischen und ganz aktuell vor allem biophotonischen Technologien.

Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Untersuchung von Kopf-Hals-Tumoren.

Kopf-Hals-Tumoren sind einerseits im Frühstadium unter Umständen sehr schwierig zu erkennen und anderseits ist bei Kopf-Hals-Tumoren im fortgeschrittenen Stadium eine Abgrenzung zur gesunden Umgebung an den Tumor-Grenzen ebenfalls unter Umständen sehr schwierig möglich.

Wir untersuchen daher, inwieweit sich neue und innovative optische Verfahren eignen, Tumore und Tumor-Grenzen besser zu erkennen.

Unsere wichtigsten Kooperationspartner in Jena sind im Bereich der Bildanalyse (Deep-Learning) Prof. Dr. Joachim Denzler, (Computer Vision Group) Lehrstuhl für Digitale Bildverarbeitung sowie im Bereich der Biophotonik Prof. Dr. Jürgen Popp, Institut für Physikalische Chemie und Leibniz-Institut für Photonische Technologien.

Im Universitätsklinikum sind die wichtigsten Kooperationspartner für die multispektrale optoakustische Tomographie (MSOT)
Prof. Dr. med. Michael Bauer und Dr. Adrian Press Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena sowie auf dem Gebiet der Gastroenterologie, die sich mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigt, Prof. Dr. med. Andreas Stallmach Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Jena.

Die Arbeitsgruppe arbeitet darüberhinaus eng mit der hauseigenen AG MALDI lmaging von Prof. Dr. Ferdinand von Eggeling zusammen, wobei wir biophotonische Untersuchungen mit proteomischen Untersuchungen kombinieren.

Dies sind die Technologien und Methoden, mit denen wir uns grundlegend beschäftigen:

  • Konfokale Endomikroskopie,
  • Nahinfrarot-Endoskopie,
  • Nicht-lineare Spektroskopie,
  • Fluoreszenz-geführte Chirurgie und optische Biopsie.
EU-Projekt CRIMSON

Als klinischer Partner im EU-Projekt CRIMSON ist die AG Innovative Biophotonik Teil eines interdisziplinären und internationalen Forschungsverbunds. Für das Ziel biophotonische Bildgebungstechnologien der nächsten Generation zu entwickeln, werden ultraschnelle Lasertechnologie, innovative Raman-Detektion und Datenauswertung mittels Künstlicher Intelligenz kombiniert. Dies ermöglicht neue Erkenntnisse vom zellulären Ursprung von Tumorerkrankungen bis hin zu neuen Ansätzen in der personalisierten Medizin. Die AG Innovative Biophotonik wird innerhalb des Konsortiums die mikroskopisch-endoskopische Bildgebungstechnologie nutzen um die Interaktion von Tumorzellen und Immunzellen im Kopf-Hals-Bereich zu untersuchen. Darüber hinaus fungiert sie als wichtiger Partner für die Bereitstellung von Gewebeproben und klinischen Daten zur Entwicklung des Systems.

Aktuelle Drittmittelprojekte
  • THERAOPTIK – BMBF Projekt „Multimodale endoskopische Visualisierung uns Laserchirurgie zur Diagnose und Therapie von Kopf-Hals-Tumoren“
  • PHAST - the EU Horizon 2020 MSCA-ITN-ETN “Photonics for Healthcare: multiscAle cancer diagnosiS and Therapy
    www.phast-etn.eu
  • ZEISS WERKSTATT - A virtual “Werkstatt”* for digitization in the sciences
    https://www.mscj.uni-jena.de/workshop-digitization/
  • CRIMSON –  “Coherent Raman Imaging for the Molecular Study of the Origin of Diseases“ a EU Horizon 2020 project
    https://www.crimson-project.eu/
  • CHARM - "Chemometric histopathology via coherent Raman Imaging for precision medicine”; EU-Transition-Projekt
  • TROPHY - “Ultrafast Holographic FT-IR Microscopy”; EU-Pathfinder-Projekt

Team
Dr. rer. nat. Franziska Hoffmann
Leiterin AG Innovative Biophotonik und Optik in der HNO-Heilkunde
franziska.hoffmann@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9390811
Dr. med. Günther Ernst
AG Innovative Biophotonik,
Facharzt für Pathologie
David Pertzborn
AG Innovative Biophotonik,
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Dr. Anna Mühlig
AG Innovative Biophotonik,
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Ulrike Weyer
AG Innovative Biophotonik,
Technische Assistentin


Forschung in der HNO

AG MALDI Imaging

AG MALDI Imaging

Die bildgebende Massenspektrometrie (mass spectrometric imaging, MSI) ermöglicht die Untersuchung von Gewebeschnitten und damit die exakte Lokalisierung von tausenden von Proteinen in einem Experiment. Der Vorteil gegenüber bisherigen proteomischen Untersuchungen besteht darin, dass die Proteine weder markiert noch vorher bekannt sein müssen. Mit Hilfe dieser Methode kann somit die Heterogenität von Tumoren aufgrund der unterschiedlichen Verteilung von Proteinen erfasst werden.

Zur Identifizierung dieser Marker ist die Laser-basierte Mikrodissektion ein unverzichtbares Verfahren, mit dessen Hilfe die durch spektroskopische und spektrometrische Verfahren definierten Gewebebereiche ausgeschnitten und die spezifischen Marker proteomisch über LC-MS/MS oder genomisch über Sequenzierung und Expressionsanalysen identifiziert werden können.

Des Weiteren kann das Verfahren der Mikrodissektion auch ausgehend von histologisch gefärbten Gewebeschnitten eingesetzt werden, um in genomischen und proteomischen downstream-Analysen nur diejenigen Gewebeareale zu untersuchen, die für die jeweilige Fragestellung relevant sind. Ein willkommener Nebeneffekt der Mikrodissektion ist gerade bei Tumoren eine Verminderung der Komplexität und eine verbesserte Darstellung der Heterogenität. Gerade in der LC-MS/MS basierten Proteomik werden bisher standardmäßig makroskopische Gewebeproben analysiert. Auf der einen Seite wird damit eine möglichst hohe Abdeckung des Proteoms erreicht, auf der andere Seite werden aber durch dieses Vorgehen einzelne Zellpopulationen und Feinstrukturen nur im Mittel betrachtet (Abb. 2). Dies erschwert die Analyse und kann im Extremfall zu Fehlklassifizierungen führen.

Das Laser-Mikrodissektionssystem wurde über EFRE-Mittel über die Thüringer Aufbaubank gefördert.

Projekte
  1. Carl-Zeiss-Stiftung: Digitalisierung in den Wissenschaften. Combined analysis of image data from head and neck cancer (Ferdinand von Eggeling, Andrea Wittig, Orlando Guntinas-Lichius)

  2. JBIL DFG-founded Core Facility Jena Biophotonic and Imaging Laboratory (Popp, Bauer, von Eggeling)

  3. DFG SPP 1681:  Feldgesteuerte Partikel-Matrix-Wechselwirkungen: Erzeugung, skalenübergreifende Modellierung und Anwendung magnetischer Hybridmaterialien. Die Dynamik der feldgesteuerten Wechselwirkung umhüllter superparamagnetischer Nanopartikel mit zellulären Barrieren in Gegenwart von therapeutischen Substanzen (Antragsteller Clement, Joachim von Eggeling, Ferdinand)

  4. SFB-TR 124 FungiNet, Pathogenic fungi and their human host: Networks of interaction.

    Z2 Projekt (Kniemeyer, Olaf; von Eggeling Ferdinand)

  5. AiF/ZIM Projekt

    Entwicklung und Bau eines Systems zur automatisierten und standardisierten  Aufarbeitung von FFPE Gewebe für das MALDI-MSI (von Eggeling, Ferdinand)
Mitarbeiter
Ferdinand von Eggeling
Prof. Dr. rer. nat. Ferdinand von Eggeling
AG MALDI Imaging
Franziska Hoffmann
Dr. rer. nat. Franziska Hoffmann
AG MALDI Imaging
franziska.hoffmann@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9390811
Ernst, Günther, Dr. med., FA für Pathologie
Dr. med. Günther Ernst
AG MALDI Imaging,
Facharzt für Pathologie
Daniela Pelzel
Daniela Pelzel
AG MALDI Imaging,
Medizinisch technische Assistentin
daniela.pelzel@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9390811
David Pertzborn
David Pertzborn
AG MALDI Imaging,
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Anna Mühlig
Dr. Anna Mühlig
AG MALDI Imaging,
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Ulrike Weyer
Ulrike Weyer
AG MALDI Imaging,
Technische Assistentin


HNO-Forschungslabore

AG Neurowissenschaften

Neuroscience laboratory

Injury of peripheral nerves is a serous health concern. Alone in Europe and the USA, more than 100.000 patients require neurosurgical interventions annually and, even after optimal surgical repair, many of these patients experience lifelong disabilities and reduced quality of life. Traditionally, the compromised recovery of function is attributed to aberrations in the regenerated nerve. Recent evidence, however, suggests that plasticity in the central nervous system may essentially influence the outcome of peripheral nerve injury. A major goal of our laboratory is to understand how sensorimotor circuitries respond to injury and which of these responses favour or impede recovery of function. We use (1) established experimental paradigms like transection and surgical repair of the facial, femoral or sciatic nerve, (2) video-based motion analyses to assess functional outcomes, and (3) electrophysiology, tracing and imaging methods, and quantitative histological analyses to monitor central nervous system reactions and assess aberrations in the regenerated nerve and target reinnervation.

PublikationenMitarbeiter
Heike Thieme
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Biologisch-technische Assistentin im neurowissenschaftlichen Forschungslabor

Ansprechpartner
PD Dr. med. Andrey Irintchev
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leiter des neurowissenschaftlichen Forschungslabors


HNO-Forschung

Publikationen



HNO-Forschung

Mitarbeiter

Heike Thieme
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Biologisch-technische Assistentin im neurowissenschaftlichen Forschungslabor


HNO-Forschungslabore

AG Olfaktologie und Gustologie

AG Olfaktologie und Gustologie

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Erforschung von Riech- und Schmeckstörungen und deren Therapie.

Informationsmaterial zum Thema


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt
apl. Prof. Dr. med. Hilmar Gudziol (in Rente)
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Forschungsbereich Riechen und Schmecken


HNO-Forschungslabore

Objektive Olfaktometrie

Objektive Olfaktometrie

Die objektive Olfaktometrie ist eine Methode zum Nachweis eines kompletten Verlusts des Riechvermögens. Sie wird an unserer Klinik vor allem im Rahmen von Gutachtenverfahren eingesetzt. Dem Probanden werden hierbei mit Hilfe eines computergesteuerten Durchflussolfaktometers Riechstoffe präsentiert, ohne begleitende sensible oder thermische Stimulation in der Nase. Die HNO-Klinik besitzt zwei dieser technisch hochkomplizierten Geräte. Im Rahmen der Verarbeitung dieser Riechreize durch das Gehirn kommt es zu elektrischer Aktivität, welche mittels Elektroencephalographie (EEG) nachgewiesen wird. Je nachdem ob eine solche Hirnaktivität gemessen werden kann oder nicht, kann die Diagnose eines kompletten Verlusts des Riechvermögens bestätigt oder widerlegt werden.

Olfaktometer OM2s
Olfaktometer OM4b


HNO-Forschungslabore

Respirationsolfaktometrie

Respirationsolfaktometrie Allgemeines

Die Registrierung respiratorischer Riechreizfolgereaktionen ist eine objektivierende Methode zur Überprüfung der Funktionstüchtigkeit des Riechsinnes. Im Gegensatz zu den Befunden der subjektiven Olfaktometrie ist ihr Ergebnis unabhängig von den Angaben des Probanden.

Methodik

Bei speziellen klinischen Fragestellungen nutzen wir die Respirationsolfaktometrie zusätzlich zur subjektiven Olfaktometrie. Während einer regelmäßigen Ruheatmung wird ein Riechreiz eingeatmet, der nachfolgend eine respiratorische Riechreizfolgereaktion hervorruft. Der Proband wird während der Untersuchung vertäubt und verblendet. Es treten so keine riechreizsynchronen Wahrnehmungen akustischer, visueller oder taktiler Ursache auf. Die Reizapplikation erfolgt pränasal über ein Flussolfaktometer inspirationssynchron. Die Atmung wird über einen Differenzdrucksensor registriert, der die nasalen respiratorischen Druckschwankungen über eine sogenannte "Sauerstoff-Brille" aufnimmt. Über eine A/D-Wandlerkarte wird die Atmung digitalisiert und so über ein eigenes Labview-Softwareprogramm ausgewertet.

Auswertung

Voraussetzung für eine brauchbare Auswertung ist eine regelmäßige Ruheatmung über ca. 30 Sekunden vor der Reizgebung. Die Regelmäßigkeit wird über ein mathematisches Verfahren nachgewiesen. Eine mehrmalige Reizung und Auswertung ist sinnvoll, da bei unregelmäßiger Atmung einzelne Atemkomplexe verworfen werden.
Anders als bei der Ableitung olfaktorisch evozierter EEG-Potentiale ist die Respirations-olfaktometrie geeignet, Atemänderungen in Schwellennähe auszulösen. Mit Hilfe der Respirationsolfaktometrie ist nicht nur eine Ja/Nein-Entscheidung, sondern auch eine quantitative Bewertung des Riechvermögens möglich.

 
Positive Atemänderungen bei einer schwellennahen H2S-Reizung
 


Forschung in der HNO

offene Doktorarbeiten

Offene Doktorarbeiten Experimentell
  • Biophotonische Untersuchungen bei Tonsillen-Entzündungen: Histologie, Zellkultur
  • Biophotonische Untersuchungen bei Kopf-Hals-Tumoren: Histologie, Zellkultur
Klinisch-experimentell
  • FACE-Q Craniofacial Module – Validierung deutsche Version des Fragebogens bei Patienten mit Fazialisparese
  • Befragung: Evidenz in der HNO – follow-up
Klinische Beobachtungsstudien
  • --
Meta-Analysen/Datenbank-Analysen
  • DRG Daten: Kopf-Hals-Tumoren: Fokus Komorbidität Komplikationen
  • Diagnostic Test Accuracy of Ultrasonography vs Computed Tomography for parotid tumor: A Systematic Review and Meta-analysis
  • Diagnostic Test Accuracy of Ultrasonography vs Computed Tomography for head neck cancer: A Systematic Review and Meta-analysis
  • Meta-Analyse: Postoperative RT vs RCT bei Speicheldrüsenmalignomen
Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Validierung eines neuen retronasalen Riechtestes

Ziel der Arbeit ist es einen neuen retronasalen Riechtest (Duftstoffe in Lutschtabletten) mit dem Goldstandard der Riechtestung (Riechstifte) zu vergleichen. Hier sollen Daten an vorwiegend Normalpersonen erhoben und ausgewertet werden.

Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


HNO-Forschung

Studien

Liebe Patientin, lieber Patient,

das HNO- Studienbüro betreut die klinischen Studien, die in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde durchgeführt werden. Hierzu zählen Auftragsstudien, gesponserte sowie eigeninitiierte Studien.

Haben Sie Interesse an der Teilnahme an einer unsere Studien, wünschen Sie genauere Information oder haben Sie Fragen, so erreichen Sie uns telefonisch oder per Email.


Ansprechpartner
HNO Studienbüro
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
hno-studienbuero@med.uni-jena.de
Telefon: 03641-9329360
(Bitte hinterlassen Sie ihren Namen und Kontaktdaten auf dem Anrufbeantworter. Wir rufen Sie zurück!)


HNO-Forschung

Verbundprojekte

Studien Verbundprojekte
Irritationsfreies und emotionssensitives Trainingssystem (IRESTRA)
Irritationsfreies und emotionssensitives Trainingssystem (IRESTRA)

Teilprojekt: Irritationsfreies und emotionssensitives Trainingssystem

Link zur Webseite von Irestra: https://www.irestra.de/index.html

Projektträger: BMBF (FKZ: 16SV7209)
Projektlaufzeit: 2015 – 2017
Projektleitung: Prof. O. Guntinas-Lichius 

Im Rahmen des Verbundprojektes IRESTRA wird ein technisches System entwickelt, das Aufgaben aus dem Bereich der dezentralisierten Therapie und Intervention v.a. bei älteren Menschen lösen kann. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der optimalen ‚Kooperationsfähigkeit‘ dieses Systems mit Patienten. Eine Voraussetzung für die Kooperationswilligkeit des Probanden ist die irritationsfreie Aufnahme der relevanten Informationen (Mimik, Gestik, Körpersprache). Irritationsfrei bedeutet, dass der Proband nicht an Drähte angeschlossen ist, nicht unnatürlicher Beleuchtung ausgesetzt ist, sich ‚unbeobachtet‘ fühlt und dadurch seine Emotionen nicht beeinflusst werden. Die Aufnahme der visuellen Daten erfolgt optisch mit hochauflösenden 2D/3D-Bilderfassungssystemen und entsprechenden Auswertealgorithmen. Das Training des Auswertesystems erfolgt mit Hilfe vorhandener Datenbanken bzw. mit zusätzlichen Mustervideos, die gezielt unter Nutzung bekannter kognitionswissenschaftlicher und psychologischer Kenntnisse und abgestimmt auf das avisierte Trainingsszenario und die besondere Patientengruppe (ältere Menschen bzw. Patienten mit gestörter Mimik durch Fazialisparese) generiert werden. Das technische System muss aus diesen Messdaten unter Nutzung entsprechender Algorithmen in die Lage versetzt werden, emotionale Expressivität und Aufmerksamkeit etc. des Probanden möglichst fehlerfrei zu erfassen und adäquat darauf reagieren.

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Innovative Methoden und Technologien für das räumliche Hören und Sprachverstehen mit Hörimplantaten

Hintergrund
Weltweit nimmt der Anteil der Bevölkerung mit verminderter Hörfähigkeit zu. Damit entsteht ein zunehmender Bedarf an Hörrehabilitation. Bestimmte Arten von Hörschädigungen erfordern die Versorgung mit Hörimplantaten. Dazu zählen u. a. Cochlea-Implantate (CI) und Knochenleitungs-Implantate (KLI). Durch Verwendung eines solchen Implantates kann das Hörvermögen jedoch nicht vollständig wiederhergestellt werden. Beispielsweise existieren Defizite beim räumlichen Hören, welche in verschiedenen Alltagssituationen für die Betroffenen zu Einschränkungen führen. Dazu zählen reduzierte oder fehlende Fähigkeiten zur Lokalisierung von Schallquellen und damit einhergehend auch ein vermindertes Sprachverständnis im Störlärm. 

Projektziel
Das Projektziel der Forschergruppe ist es, innovative Methoden und Technologien zu entwickeln, die das räumliche Hören und damit auch das Sprachverstehen mit derartigen Hörhilfen verbessern. Diese Methoden sollen einerseits allgemein für Hörhilfen anwendbar sein, andererseits speziell für die Implantattypen CI und KLI abgestimmt werden. Im Falle der CI bedarf dies der Anwendung neuartiger biologisch-inspirierter Signalverarbeitungsmethoden, welche vom Fraunhofer IDMT entwickelt werden. Im Falle der KL-Hörer wird an der Technische Universität Ilmenau ein aufsitzender, d.h. nicht implantierbarer Knochenleitungs-Hörer zur mechanischen Stimulation auf der Basis piezoelektrischer Wandler entwickelt und dessen und Wirkprinzipien untersucht.

Den übergeordneten methodischen Rahmen bilden regelmäßige Wahrnehmungsuntersuchungen zum Richtungshören und zur Sprachwahrnehmung mit Normalhörenden und CI-Patienten, welche von Mitarbeitern der HNO-Abteilung, unter Leitung von Prof. Dr. Guntinas-Lichius, begleitet werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fließen anschließend in die weitere Entwicklung der Methoden und Technologien für CI und KLI ein.

Sehen sie hierzu auch unseren Image-Film.

Beteiligte Projektpartner

  • Fraunhofer IDMT, Ilmenau, Prof. Peter Husar (Forschergruppenleiter)
  • Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Mechatronik, Prof. Thomas Sattel
  • Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Medientechnik, Prof. Brandenburg

Förderer

Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds

 
 

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Dr. phil. Verena G. Skuk
(Dipl. Medien-Systemwissenschaftlerin)
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Am Steiger 3/1
07743 Jena
verena.skuk@med.uni-jena.de


HNO-Forschung

IRESTRA

Irritationsfreies und emotionssensitives Trainingssystem (IRESTRA)

Teilprojekt: Irritationsfreies und emotionssensitives Trainingssystem

Link zur Webseite von Irestra: https://www.irestra.de/index.html

Projektträger: BMBF (FKZ: 16SV7209)
Projektlaufzeit: 2015 – 2017
Projektleitung: Prof. O. Guntinas-Lichius 

Im Rahmen des Verbundprojektes IRESTRA wird ein technisches System entwickelt, das Aufgaben aus dem Bereich der dezentralisierten Therapie und Intervention v.a. bei älteren Menschen lösen kann. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der optimalen ‚Kooperationsfähigkeit‘ dieses Systems mit Patienten. Eine Voraussetzung für die Kooperationswilligkeit des Probanden ist die irritationsfreie Aufnahme der relevanten Informationen (Mimik, Gestik, Körpersprache). Irritationsfrei bedeutet, dass der Proband nicht an Drähte angeschlossen ist, nicht unnatürlicher Beleuchtung ausgesetzt ist, sich ‚unbeobachtet‘ fühlt und dadurch seine Emotionen nicht beeinflusst werden. Die Aufnahme der visuellen Daten erfolgt optisch mit hochauflösenden 2D/3D-Bilderfassungssystemen und entsprechenden Auswertealgorithmen. Das Training des Auswertesystems erfolgt mit Hilfe vorhandener Datenbanken bzw. mit zusätzlichen Mustervideos, die gezielt unter Nutzung bekannter kognitionswissenschaftlicher und psychologischer Kenntnisse und abgestimmt auf das avisierte Trainingsszenario und die besondere Patientengruppe (ältere Menschen bzw. Patienten mit gestörter Mimik durch Fazialisparese) generiert werden. Das technische System muss aus diesen Messdaten unter Nutzung entsprechender Algorithmen in die Lage versetzt werden, emotionale Expressivität und Aufmerksamkeit etc. des Probanden möglichst fehlerfrei zu erfassen und adäquat darauf reagieren.

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


HNO-Forschung

Räumliches Hören und Sprachverstehen

Hintergrund
Weltweit nimmt der Anteil der Bevölkerung mit verminderter Hörfähigkeit zu. Damit entsteht ein zunehmender Bedarf an Hörrehabilitation. Bestimmte Arten von Hörschädigungen erfordern die Versorgung mit Hörimplantaten. Dazu zählen u. a. Cochlea-Implantate (CI) und Knochenleitungs-Implantate (KLI). Durch Verwendung eines solchen Implantates kann das Hörvermögen jedoch nicht vollständig wiederhergestellt werden. Beispielsweise existieren Defizite beim räumlichen Hören, welche in verschiedenen Alltagssituationen für die Betroffenen zu Einschränkungen führen. Dazu zählen reduzierte oder fehlende Fähigkeiten zur Lokalisierung von Schallquellen und damit einhergehend auch ein vermindertes Sprachverständnis im Störlärm. 

Projektziel
Das Projektziel der Forschergruppe ist es, innovative Methoden und Technologien zu entwickeln, die das räumliche Hören und damit auch das Sprachverstehen mit derartigen Hörhilfen verbessern. Diese Methoden sollen einerseits allgemein für Hörhilfen anwendbar sein, andererseits speziell für die Implantattypen CI und KLI abgestimmt werden. Im Falle der CI bedarf dies der Anwendung neuartiger biologisch-inspirierter Signalverarbeitungsmethoden, welche vom Fraunhofer IDMT entwickelt werden. Im Falle der KL-Hörer wird an der Technische Universität Ilmenau ein aufsitzender, d.h. nicht implantierbarer Knochenleitungs-Hörer zur mechanischen Stimulation auf der Basis piezoelektrischer Wandler entwickelt und dessen und Wirkprinzipien untersucht.

Den übergeordneten methodischen Rahmen bilden regelmäßige Wahrnehmungsuntersuchungen zum Richtungshören und zur Sprachwahrnehmung mit Normalhörenden und CI-Patienten, welche von Mitarbeitern der HNO-Abteilung, unter Leitung von Prof. Dr. Guntinas-Lichius, begleitet werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fließen anschließend in die weitere Entwicklung der Methoden und Technologien für CI und KLI ein.

Sehen sie hierzu auch unseren Image-Film.

Beteiligte Projektpartner

  • Fraunhofer IDMT, Ilmenau, Prof. Peter Husar (Forschergruppenleiter)
  • Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Mechatronik, Prof. Thomas Sattel
  • Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Medientechnik, Prof. Brandenburg

Förderer

Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds

 
 

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Dr. phil. Verena G. Skuk
(Dipl. Medien-Systemwissenschaftlerin)
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Am Steiger 3/1
07743 Jena
verena.skuk@med.uni-jena.de


HNO-Forschung

AnaPleo

Studien Genomische und proteomische ex vivo Analyse von pleomorphen Adenomen

Warum machen wir diese Studie?

Sie befinden sich zur operativen Entfernung einer Raumforderung in der Speicheldrüse in unserer Klinik in Behandlung. Hierbei handelt es sich um eine Standardoperation, welche durch die Studie in Ihrer Durchführung nicht verändert wird. Auch wenn es sich bei Ihrer Erkrankung zumeist um gutartige Raumforderungen handelt, neigen diese zu Rezidiven, d.h. dass bei einigen Patienten diese Raumforderung trotz der operativen Entfernung wieder auftritt. Der Mechanismus der Rezidiventstehung ist bisher noch nicht verstanden. Wir erwarten, dass uns Wissen über die genetischen Eigenschaften sowie über die Proteinzusammensetzung der Raumforderungen der Speicheldrüse, von der auch Sie betroffen sind, beim Verständnis des biologischen Verhaltens helfen wird.

Daher wollen wir an Gewebsschnitten und einzelnen Zellen von gutartigen Knoten der Speicheldrüsen deren Eigenschaften genau untersuchen. Hierzu benutzen wir moderne Labortechniken, von denen einige in der Lage sind die Zusammensetzung und das Muster der Proteine in der Raumforderung aufzuschlüsseln und andere eine Analyse der Gene der Raumforderung ermöglichen. Zusätzlich zu der Gewebeprobe werden Ihnen im Rahmen der stationären Aufnahme Blutproben entnommen, die ebenfalls einer genetischen Untersuchung zugeführt werden. Diese Untersuchung dient nicht dazu so genannte genomweite Analysen des Erbgutes vorzunehmen, um Rückschlüsse auf genetisch bedingte Erkrankungen zu ziehen.

Alle Methoden ermöglichen es uns detaillierte Informationen von Genen und Proteinen der Raumforderung zu erlangen, welche ein umfassendes Verständnis der Eigenschaften der Tumoren, deren Entstehung, Wachstum und nicht zuletzt ihrer Rezidiventstehung ermöglichen. Hieraus können Markerproteine für die (Rezidiv-)diagnostik identifiziert werden und ggf. neuartige Therapiestrategien unter dem Ziel der Vermeidung der Rezidiventstehung entwickelt werden. Mit Ihrer Hilfe versuchen wir also die Behandlung der Patienten mit Ihrer Erkrankung in Zukunft zu verbessern.

Wie läuft die Studie für Sie ab?

Von der Studie selbst bemerken Sie direkt gar nichts bei Ihrer Behandlung. Die Untersuchungen erfolgen an Gewebe, welches sowieso im Rahmen der geplanten Standardoperation bei Ihnen entnommen wird. Die Operation erfolgt bei Ihnen wie sonst auch. Nach Entnahme der Raumforderung wird ein kleiner Teil für die Studien-Untersuchungen verwendet. Der große Teil geht wie immer zur pathologischen Begutachtung in das Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Jena. Zusätzlich werden wenige Milliliter Blut entnommen. Die Blutentnahme erfolgt im Rahmen der Routineblutentnahme bei ihrer stationären Aufnahme.

Wie werden die Gewebsproben gelagert?

Die entnommenen Proben werden in der HNO-Klinik und vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena gesammelt und untersucht. Die Lagerung erfolgt gefroren. Ein Teil der Probe wird direkt verarbeitet.

Welche zusätzlichen Risiken gehen Sie bei Teilnahme an der Studie ein?

Sie gehen gar kein Risiko ein. Es wird Gewebe benutzt, welches sowieso im Rahmen Ihrer Operation entnommen wird. Die benötigte Blutprobe wird im Rahmen der Routineblutentnahme bei der stationären Aufnahme mit entnommen. Für Sie verändert sich weder die Behandlung, noch die Dauer Ihrer Operation oder die Krankenhausaufenthaltsdauer.

Wessen Eigentum sind die Gewebsproben?

Die Gewebsproben werden Eigentum des Universitätsklinikums Jena. Die Verarbeitung und Speicherung Ihrer Proben und Daten erfolgt in pseudonymisierter Form.

Müssen Sie an der Studie teilnehmen?

Nein! Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Sie können die Einwilligung jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen und die Vernichtung der Proben und die Löschung aller zugehörigen Daten zu erwirken. Wenn Sie nicht teilnehmen, oder später Ihre Teilnahme zurücknehmen, hat das keinen Einfluss auf Ihre Behandlung.

Wenden Sie sich mit weiteren Fragen gerne an Ihren behandelnden Arzt auf Station!

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Studie teilnehmen können. Für Sie bestehen keine erkennbaren Risiken, der Erkenntnisgewinn zu Ihrer Erkrankung kann dagegen sehr groß sein. Dank Ihrer Mitarbeit ist es hier wie in vielen anderen Bereichen der Medizin möglich, einen Fortschritt in der Diagnostik und Therapie von Krankheiten zu erreichen.


Ansprechpartner


HNO-Forschung

Astra Zeneca

Studien Astra Zeneca

Eine offene, multizentrische Phase 1b/2-Studie zur Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und vorläufiger Antitumoraktivität von MEDI4736 in Kombination mit AZD9150 oder AZD5069 bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren mit anschließendem Vergleich von AZD9150 und AZD5069 als Monotherapie und in Kombination mit MEDI4736 als Zweitlinienbehandlung bei Patienten mit rezidivierendem oder metastatischem Plattenepithelkarzinom an Kopf und Nacken.

Studiencode: D5660C00004
EudraCT-Nr.: 2015-002525-19
Auftraggeber: AstraZeneca AB, 151 85, Södertälje, Schweden

Einschlusskriterien:

  • Tumorgröße: mindestens größer gleich 2 cm
  • Patienten mit histologisch gesichertem, rezidivierenden oder metastatischen Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (Bereich: Mundhöhle, Oropharynx, Kehlkopf oder Hypopharynx)
  • Patient hatte schon eine platin-haltige Chemotherapie erhalten oder ist nicht geeignet für eine platin-haltige Chemotherapie 

Ausschlusskriterien:

  • Spinalkanalstenose
  • Zweitmalignome in den letzten 3 Jahren
  • Bekannter primärer Immundefekt
  • Aktive Autoimmunerkrankungen in den letzten 2 Jahren
  • Organtransplantation oder Einnahme von immunsuppressiver Therapie aus anderen Gründen
  • Infektionen mit HIV, Hepatitis B, Hepatitis C
  • Aktive oder zurückliegende Tuberkulose
  • Aktive Impfung in den letzten 28 Tagen



HNO-Forschung

DV3-MEL-01

Studien DV3-MEL-01

EudraCT-Nr: 2016-004461-47
Protokoll-Nr.: DV3-MEL-01

Eine offene, multizentrische Dosiseskalations- und Dosisexpansionsstudie der Phase 1 b/2 zuintratumoralem SD-1 in Verbindung mit Pembrolizumab bei Patienten mit metastasiertem Melanom oder rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Kopfes und des Halses

Antragsteller: Pivotal S.L c/ Gobelas, 19. La Florida 28023 Madrid (Spain)
Sponsor: Dynavax Technologies Corporation, USA



HNO-Forschung

EORTC 1206

Studie Therapie von Malignomen in der Speicheldrüse (EORTC 1206)

Eine randomisierte europäische multizentrische Phase-II-Studie der EORTC zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer Chemotherapie (CT) gegenüber einer Androgendeprivationstherapie (ADT) bei Patienten mit einem Wiederauftreten und/oder Metastasen eines Speicheldrüsenkrebses (SGCs), welcger Androgen-Rezeptoren (AR) aufweißt.

Einschlusskriterien

  • Rezidiv und/oder metastasierende Speichelgangskarzinome, Adenokarzinome NOS, Androgen-Rezeptor-positiv

Ausschlusskriterien:

  • Patienten mit Knochen- und zentralen Hirnerkrankungen
  • Bekannte Anthracyclin induzierte kardiale Toxizität


HNO-Forschung

GL0817-01

Studien GL0817-01

Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Prüfung der Phase II zur Beurteilung der Sicherheit und Wirk-samkeit von GL-0817 (plus Cyclophosphamid) zur Rezidivprävention bei HLA-A2+ -Patienten mit Hochrisiko- Plattenepithel-karzinom der Mundhöhle 

Studiencode: GL0817-01
EudraCT-Nr.: 2016-001256-22
Auftraggeber: Gliknik Inc.

Hintergrund:

Diese Immuntherapie-Studie ist für Patienten mit Hochrisiko-Konstellation (close margin oder extranodale Extension oder > 2 positive Lymphknoten), die eine adjuvante Radiochemotherapie erhalten haben, geeignet. Die Immuntherapie erfolgt mit Poly-ICLC (Hiltonol®), GM-CSF sowie Cyclophosphamid in Kombination mit GL-0817 oder Placebo. Bei Cyclophosphamid handelt es sich um ein bereits zugelassenes Medikament; GM-CSF (Leukine®) ist in den USA zugelassen, jedoch bislang nicht für den Markt in der Europäischen Union. Die Anwendung von GM-CSF im Rahmen dieser Studie wurde bereits genehmigt. Poly-ICLC und GL-0817 befinden sich noch in der Erprobung. Bei GL-0817 handelt es sich um ein Peptid aus miteinander verbundenen Epitopen des Tumorantigens MAGE-A3 sowie einem "Trojaner-Peptid", das die Einschleusung in die Zelle ermöglicht. So kann das MAGE-A3-Peptid auch über MHC-I präsentiert werden.

Einschlusskriterien

  • Patienten mit primären histologisch gesichertem Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle
  • Patienten müssen eine primäre chirurgische Tumorresektion erhalten haben mit folgenden histologischen Kriterien für high-risk disease:
    1. positiver histologischer Nachweis von ≥2 regionalen Lymphknotenmetastasen
    2. Lymphknotenmetastasen mit histologisch gesichertem extrakapsulärer Ausbreitung (histologic extracapsular extension=ECS)
    3. Resektionsränder von <3mm oder R1-Resektion
  • Kein Nachweis von lokoregionalen Metastasen oder Fernmetastasen in Bildgebung (CT, CT-PET oder MRI)
  • Keine Fernmetastasen
  • Histologischer Nachweis einer MAGE-A3 Expression
  • Patient muss nach primärer chirurgischer Tumorresektion eine adjuvante Radiochemotherapie innerhalb von 4-8 Wochen postoperativ erhalten (Radiatio: 58-66 Gy in 2 Fraktionen, 5 Tage pro Woche, platinhaltige Chemotherapie mit kumulativer Gesamtdosis: >150mg/m2)
  • Positiver HLA-A2 Phänotyp
  • ECOG Status < 1
  • Folgende labormedizinische Parameter sollten ≤ 14  Tage vor Randomisierung erfüllt sein:
    1. Absolute Neutrophile ≥ 1500/μL
    2. Thrombozyten ≥ 75,000/μL
    3. Hämoglobin ≥ 8,0 g/dl
    4. Alkalische Phosphatase ≤ 2,5 fachen des oberen Normalwertes (ULN) 
    5. Aspartat-Aminotransferase und Alanin-Aminotransferase ≤ 2 fachen des oberen Normalwertes (ULN) 
    6. Kreatinin < 2 fachen des oberen Normalwertes (ULN)
    7. Bilirubin < 1,5 fachen oberer Normalwert (ULN) (bei Patienten mit Gilbert’s Syndrom gilt: Bilirubin 3 mg/dL)

Ausschlusskriterien:

  • Infektionen mit HIV, Hepatitis B, Hepatitis C (Aber: Patienten mit positiven Nachweis von Hepatitis C- Antikörpern und negativen Nachweis der Viruslast zum Zeitpunkt des Screenings können eingeschlossen werden.)
  • Bekannte Autoimmunerkrankungen
  • Systemische Therapie mit Steroiden oder anderen Immunsuppressiva 14 Tage vor Randomisierung (Aber: Patienten mit inhalativer oder topischer Steroidtherapie können eingeschlossen werden!)
  • Große operative Interventionen oder Traumata 28 Tage vor Randomisierung
  • Splenektomie oder Organtransplantationen in der Vergangenheit
  • Aktive Infektionen innerhalb 14 Tage vor Randomisierung
  • Aktive Impfungen innerhalb 28 Tage vor Randomisierung
  • Frühere Chemotherapie/Immuntherapie/Radiotherapie
  • Andere Malignome innerhalb 3 Jahre vor Randomisierung
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Studienmedikation (GL-0817, Leukine oder Hiltonol)

Ansprechpartner


HNO-Forschung

HODOKORT

Studien HOchDOsis-GlukoKORTikoid-Therapie beim akuten, idiopathischen, sensorineuralen Hörverlust (HODOKORT)

Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit der HOchDOsis-GlukoKORTikoid-Therapie beim akuten, idiopathischen, sensorineuralen Hörverlust (HODOKORT)

Indikation
Akuter, idiopathischer, sensorineuraler Hörverlust: “Hörsturz”

Primäres Ziel der Studie
Bestimmung der Wirksamkeit einer intravenösen oder oralen primären, systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen, akuten, idiopathischen Hörverlustes („Hörsturz“)

Sekundäres Ziel der Studie
Bestimmung der Sicherheit einer intravenösen oder oralen primären, systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen, akuten, idiopathischen Hörverlustes („Hörsturz“)

Studiendesign
Kontrollierte, drei-armige, multizentrische, randomisierte, tripel-blinde Studie

Patientenzahl
312 (104 pro Arm)

Therapie

  • Experimentelle Therapie 1: 5 Tage 250 mg/d Prednisolon intravenös(+ Placebo p.o. 10 d)
  • Experimentelle Therapie 2: 5 Tage 40 mg/d Dexamethason oral(+ Placebo i.v. 5 d /p.o. 5 d)
  • Kontrolltherapie: 60 mg Prednisolon oral über 5 Tage+ ausschleichende Dosen (+ Placebo i.v. 5 d)
  • Zeitplan

Patientenbezogen
Behandlungsdauer pro Patient: 10 Tage Follow-Up pro Patient: 30±4 Tage (primärer Endpunkt), long term FU: 180±14 Tage Monate

Studienbezogen
Beginn (geplant): 04/2015 Rekrutierungszeit (geplant): 01/2016 – 09/2018 Voraussichtlicher Abschluss (geplant): 2019

Voraussetzungen für eine Teilnahme
Um an der Studie teilnehmen zu können, müssen u.a. folgende Vorraussetzungen erfüllt sein (Einschlusskriterien):

  1. weibliche und männliche Erwachsene im Alter von 18-80 Jahren
  2. einseitiger sensorineuraler Hörverlust
  3. plötzliches Auftreten des Hörverlustes (innerhalb von 24 Stunden)
  4. unklare Ursache des Hörverlusts (keine andere Ohr- oder Zentralnervensystem-Erkrankung)
  5. Verschlechterung der sogenannten Luftleitungs-Hörschwelle um 30 dB HL oder mehr für die 3 am meisten betroffenen benachbarten Frequenzen des betroffenen Ohres (bezogen auf das Audiogramm vor dem Auftreten oder des gesunden Ohres oder Normal-Audiogramm nach DIN-ISO 7029) und absolute Hörschwelle von 50 dB HL oder mehr als Mittelwert der drei am meisten betroffenen benachbarten Frequenzen im Bereich zwischen 0,25 und 8 kHz auf der betroffenen Seite“; (statt vorher: 0,5; 1; 2; 4 kHz (4PTA0,5-4kHz)
  6. Einschluss und Behandlungsbeginn innerhalb von 7 Tagen nach Auftreten

Folgende Bedingungen ermöglichen keine Teilnahme an der Studie (Ausschlusskriterien):

  1. wiederholter Hörsturz innerhalb der letzten 12 Monate auf betroffener Seite (HNO-ärztlich diagnostizierter und behandelter Hörsturz)“ (statt vorher innerhalb der letzten 5 Jahre)
  2. bekannte systemische oder otologische Ursache des akuten Hörverlustes (z.B. Mittelohrerkrankung, Vestibularisschwannom, fluktuierender Hörverlust, Morbus Menière)
  3. durchschnittlicher Hörverlust (4PTA0,5-4kHz) < 50 dB HL
  4. bestimmte systemische Erkrankungen (Behandlung oder chronische Infektion mit HIV, Hepatitis C oder B, Tuberkulose, schwer einstellbarer Diabetes mellitus, laufende immunsupprimierende Behandlung rheumatischer oder chronisch-entzündlicher Erkrankungen, instabile atherosklerotische Erkrankung, Herzerkrankungen >NYHA II, schwere psychische Störungen (Einschluss nur nach kritischer Bewertung durch Prüfarzt), schwere Osteoporose, Ulkus gastrici sive duodeni, unkontrollierter Bluthochdruck (syst. >180 mmHg oder diast. > 100 mmHg)
  5. Schallleitungsschwerhörigkeit der betroffenen Seite
  6. Schwangerschaft/Stillzeit
  7. Vorbehandlung des Hörsturzes

Weitere Informationen zur Studie finden sie unter http://hodokort-studie.hno.org

Die HODOKORT-Studie zur Hörsturztherapie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.


Ansprechpartner


HNO-Forschung

MRT-Tonsillen

Studien „Zentrale Repräsentation von postoperativem Schmerz nach Tonsillektomie“

Die Arbeitsgruppe (Mitarbeiter des Lehrstuhls für Biologische und Klinische Psychologie, sowie Kollegen der Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde) untersucht die Gründe unterschiedlich ausgeprägter Schmerzen nach Tonsillektomie, die häufig sehr belastend für die Patienten sind. Ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge ist für uns Voraussetzung, um später besser therapieren zu können. Unter anderem halten wir das individuelle Zusammen­spiel von Strukturen im Gehirn, insbesondere in den schmerzverarbeitenden Hirnarealen, für eine mögliche Quelle, die das unterschiedliche Empfinden nach sehr ähnlicher Operation erklären könnte. Deshalb möchten wir dieses Zusammenspiel weiter erforschen.

Aktuell suchen wir Patienten, die bereit sind an wiederholten fMRT-Untersuchungen (funktionelle Magnetresonanztomographie) teilzunehmen. Bei der Untersuchung im MRT (umgangssprachlich auch als „Röhre“ bezeichnet) wird die Hirnaktivität gemessen. Dieses Verfahren ist nach heutigem Erkenntnisstand bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen völlig ungefährlich. Während der Untersuchung werden Ihnen Wörter präsentiert, sowie leichte elektrische Schmerzreize an der Hand verabreicht. Anschließend erfolgt noch eine kurze Schwellenbestimmung mit mechanischen Schmerzreizen. Eine Untersuchung dauert ca. 90 Minuten (davon ca. 40 Minuten im MRT). Die Untersuchungen sollen kurz vor, ca. 4 Tage nach und 6 Monate nach der Operation durchgeführt werden. Für die Teilnahme an allen drei Studienabschnitten erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unser Forschungsvorhaben durch Ihre Teilnahme unterstützen! Falls Sie an der oben beschriebenen Untersuchung teilnehmen möchten, ist eine Einwilligungserklärung auszufüllen. Von Ihrer Einwilligung können Sie jederzeit, ohne Angabe von Gründen und ohne Auswirkungen auf Ihre Behandlung zurücktreten. Wir versichern Ihnen, dass die von uns erhobenen persönlichen Daten entsprechend dem Datenschutzgesetz behandelt werden, sie gehen nicht in mögliche Veröffentlichungen ein. Mit Ihrer Unterschrift gestatten Sie lediglich eine anonyme Befundaufnahme, die sich auch auf den Kontakt mit Ihrer/m behandelnden Ärztin/Arzt bezieht.

Falls Sie Fragen zu dieser Untersuchung haben sollten, beantworten wir Sie Ihnen gern.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Katharina Geißler
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberärztin


HNO-Forschung

Oberflächen-Elektrostimulation

Studien Oberflächen-Elektrostimulation zur Behandlung der Denervierung des M. zygomaticus

Das Ziel dieser klinischen Prüfung ist es, das therapeutische Potential einer oberflächlichen elektrischen Stimulation im Bereich des denervierten M. zygomaticus zu ermitteln. Bei dieser klinischen Prüfung handelt es sich um eine prospektive, longitudinale, open-label, multizentrische „Proof-of-Principle“ Fallserie mit adaptivem Design.

Studiencode: 2017CIP003
Auftraggeber: MED-EL Elektromedizinische Geräte GmbH, Innsbruck, Österreich

Einschlusskriterien:

  • Sie sind über 18 Jahre alt.
  • Bei Ihnen wurde eine einseitige Denervierung des Jochbeinmuskels (M. zygomaticus) diagnostiziert
  • Sie sind nicht Träger eines aktiven Implantats (z.B. Herzschrittmacher)
  • Sie haben keine Begleiterkrankungen, die das Ergebnis beeinflussen könnte (z.B. Muskel- oder Hauterkrankungen, Epilepsie, Allergien)
  • Sie nehmen derzeit an keiner anderen klinischen Studie teil, die Einfluss auf diese Studie haben könnte.

Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena


HNO-Forschung und Studien

TOTO

TOTO

Die HNO-Klinik in Jena leitet eine multizentrische klinische Studie mit dem Kurznamen TOTO zur Therapie der rezidivierenden akuten Mandelentzündung (Tonsillitis) durch zwei verschiedene operative Verfahren.

Das Ziel der TOTO-Studie ist zu untersuchen, ob eine Teilentfernung der Gaumenmandel (Tonsillotomie) im Vergleich zu einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandel (Tonsillektomie) ein gleichwertiges Therapieverfahren zur Behandlung der rezidivierenden akuten Tonsillitis darstellt. Dies ist bislang nicht geklärt.

Wir sind nicht nur Studienleitung, sondern auch ein Studienzentrum der TOTO Studie.

Wenn Sie als niedergelassener Kollege, als Patient oder als Eltern mehr über die Studie erfahren wollen, dann schauen Sie sich bitte die Homepage der Studie an.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Katharina Geißler
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberärztin


Forschung in der HNO

Forschung leicht verständlich

Forschung extra für Patienten

Aktuelles zu unserer Forschung leicht und allgemein verständlich.

Forschung zur Behandlung von Nasenbluten (Epistaxis) im Verbund der HNO-Kliniken in Thüringen

Forschung zur Behandlung von Nasenbluten (Epistaxis) im Verbund der HNO-Kliniken in Thüringen

Forschung zu den Heilungschancen der Gesichtsnervenlähmung

Forschung zu den Heilungschancen der Gesichtsnervenlähmung

Veränderte Aktivitätsmuster der Gesichtsmuskeln bei Patienten nach einer Gesichtsvnervenlähmung

Veränderte Aktivitätsmuster der Gesichtsmuskeln bei Patienten die eine Gesichtsvnervenlähmung hatten und sich diese nicht vollständig erholt hat verständlich erklärt.

Automatische, objektive Klassifikation von Gesichtbewegungen insbesondere bei Patienten mit Gesichtsnervenlähmung

Automatische, objektive Klassifikation von Gesichtbewegungen insbesondere bei Patienten mit Gesichtsnervenlähmung verständlich beschrieben.



Objektive Klassifikation

Automatische, objektive Klassifikation von Gesichtbewegungen insbesondere bei Patienten mit Gesichtsnervenlähmung verständlich beschrieben.



veränderte Aktivitätsmuster

Veränderte Aktivitätsmuster der Gesichtsmuskeln bei Patienten die eine Gesichtsvnervenlähmung hatten und sich diese nicht vollständig erholt hat verständlich erklärt.



Forschung zur Behandlung von Nasenbluten

Forschung zur Behandlung von Nasenbluten (Epistaxis) im Verbund der HNO-Kliniken in Thüringen



Forschung zu den Heilungschancen der Gesichtsnervenlähmung

Forschung zu den Heilungschancen der Gesichtsnervenlähmung



Lehre

Lehre

 HNO "Wir sind das Fach der Sinne"
HNO-Weiterbildung im Überblick​
  • Facharztbezeichnung: Facharzt/Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde​

  • 60 Monate Hals-Nasen-Ohrenheilkunde unter Befugnis an Weiterbildungsstätten – davon können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen

  • Weiterbildungszeit kann sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich absolviert werden

  • Weiterbildungsstätten flächendeckend in über 160 HNO-Kliniken und zahlreichen HNO-Praxen

 

Was ist HNO-Heilkunde? Warum Sie HNO-Ärztin/HNO-Arzt werden sollten?



Lehre

Lernzielkatalog

Lernzielkatalog HNO-Heilkunde

Liebe Studentinnen und Studenten,

in einem Lernzielkatalog haben wir für Sie die Inhalte des Fachgebiets HNO-Heilkunde tabellarisch zusammengestellt. In der Tabelle sind Themen unterschieden, die Sie wissen müssen und Themen, die Sie praktisch beherrschen sollten, um HNO-Heilkunde erfolgreich studiert zu haben. Sie erkennen in dem Katalog, welche Themen wir in der Vorlesung und anderen Veranstaltungen abhandeln und auch, was Sie sich im Eigenstudium aneignen müssen. Die Inhalte des Katalogs sind Grundlage für unsere Prüfungen im Fachgebiet. Für die ausführliche Version des Katalogs klicken Sie hier und für die Kurzversion hier.

Prof. Dr. O. Guntinas-Lichius



Lehre

Famulatur

Famulatur in der HNO

Liebe Studierende,

wir freuen uns, dass Sie in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Jena Ihre Famulatur absolvieren. Wir möchten, dass Ihre Famulatur effektiv und strukturiert verläuft. Als eine der ersten teilnehmenden Abteilungen des Projektes „strukturierte Famulatur“ stellen wir Ihnen ein Logbuch zur Seite, welches Sie über Abläufe, Termine und Rotationsstellen informiert. Zeitgleich werden Ausbildungsinhalte dargestellt, die den individuellen Lernzielen angepasst werden können. Wir unterscheiden bei den Lernzielen nach Bereichen, in denen Sie etwas nur gesehen haben, unter Aufsicht durchgeführt haben (mindestens 4 mal) oder auch in der Lage sind, diese Tätigkeit selbständig durchzuführen und zu beherrschen.

Jedem Famulanten ist ein Stationsarzt zugeordnet. Dieser ist unter Supervision des zuständigen Stationsoberarztes für die Einhaltung der Ausbildungsalgorithmen verantwortlich.

Darüber hinaus ist der Studierendenbeauftragte jederzeit bei Problemen oder Fragen ansprechbar.



Lehre

Praktisches Jahr

Praktisches Jahr (PJ) in der HNO

Liebe Studierende,

wir freuen uns, dass Sie einen Teil Ihres Praktischen Jahres bei uns in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Jena absolvieren möchten!

Damit Ihre Ausbildung strukturiert und effektiv abläuft stellen wir Ihnen einen PJ- Wegweiser zur Verfügung. Dieser soll Ihnen helfen, schon von Beginn an richtig in das Praktische Jahr „einzusteigen“. Wir haben darin alle benötigten Informationen zum formalen Ablauf, inhaltlichen Besonderheiten, angebotenen Veranstaltungen etc. zusammengestellt. Gemeinsam mit dem Logbuch unseres Fachgebietes ergänzt und strukturiert dieser Wegweiser ihr PJ, um Ihnen maximale Lernerfolge zu ermöglichen.

Das Logbuch des Universitätsklinikums Jena soll Sie – gemäß § 3 und 4 der Approbationsordnung für Ärzte vom 27.06.2002 in der aktuell gültigen Fassung - durch Ihr Tertial der HNO- Heilkunde begleiten. Bitte füllen Sie dieses Logbuch gewissenhaft aus. Es soll Ihnen auch als Reflektion über den bereits erreichten Wissensstand dienen bzw. aufzeigen, wo noch Defizite auszugleichen sind. Diese Art der Reflektion wird Sie als Bestandteil des lebenslangen Lernens während Ihres gesamten beruflichen Lebens begleiten. Weiterhin ist das Logbuch für Sie eine Hilfestellung um die Vermittlung der angestrebten Kenntnisse und Fertigkeiten freundlich einzufordern.



Lehre

offene Doktorarbeiten

Offene Doktorarbeiten Experimentell
  • Biophotonische Untersuchungen bei Tonsillen-Entzündungen: Histologie, Zellkultur
  • Biophotonische Untersuchungen bei Kopf-Hals-Tumoren: Histologie, Zellkultur
Klinisch-experimentell
  • FACE-Q Craniofacial Module – Validierung deutsche Version des Fragebogens bei Patienten mit Fazialisparese
  • Befragung: Evidenz in der HNO – follow-up
Klinische Beobachtungsstudien
  • --
Meta-Analysen/Datenbank-Analysen
  • DRG Daten: Kopf-Hals-Tumoren: Fokus Komorbidität Komplikationen
  • Diagnostic Test Accuracy of Ultrasonography vs Computed Tomography for parotid tumor: A Systematic Review and Meta-analysis
  • Diagnostic Test Accuracy of Ultrasonography vs Computed Tomography for head neck cancer: A Systematic Review and Meta-analysis
  • Meta-Analyse: Postoperative RT vs RCT bei Speicheldrüsenmalignomen
Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Validierung eines neuen retronasalen Riechtestes

Ziel der Arbeit ist es einen neuen retronasalen Riechtest (Duftstoffe in Lutschtabletten) mit dem Goldstandard der Riechtestung (Riechstifte) zu vergleichen. Hier sollen Daten an vorwiegend Normalpersonen erhoben und ausgewertet werden.

Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt


Symposien & Kongresse

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Symposien & Kongresse
Fortbildungsgebote 2022

Eine Übersicht über unsere Fortbildungsangebote im Jahr 2022.

Für Anfragen nutzen sie bitte das Kontaktformular.

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Veranstaltungsarchiv 2021

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25. Jenaer HNO-Onkologiesymposium

Aktuelle Entwicklungen zu HNO-Tumren

03.12.2021

25. Jenaer HNO-Onkologiesymposium

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir freuen uns, sie am 03. Dezember in Jena zu unserem 25. Jenaer HNO-Onkologiesymposium begrüßen zu können, welcher vom Klinikum für HNO-Heilkunde des UKJs, in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer Thüringen  (Akademie für Fort- und Weiterbildung) und der AG Onkologie der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie durchgeführt wird.

Die Veranstaltung ist geeignet für die Weiterbildung zum HNO-Facharzt, Allgemeinmediziner und Interessierte, anerkannt für das Fortbildungsdiplom der Landesärztekammer.

Kostenbeitrag:

50,- € (Imbiss und Gesellschaftsabend enthalten)

Weitere Informationen zur Veranstaltung entnehmen sie bitte dem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


7th Neurolaryngology Workshop

gemeinsam mit der HNO-Klinik des SRH Waldklinikum Gera

11.11.2021 - 12.11.2021

7th Neurolaryngology Workshop

Gemeinsam mit der HNO-Klinik des SRH Waldklinikum Gera

Course Directors

  • Andreas H. Müller
    Department Otorhinolaryngology/Plastic Surgery, SRH Wald-Klinikum Gera gGmbH, Gera, Germany
  • Orlando Guntinas-Lichius, Gerd Fabian Volk
    ENT-Department, Jena University Hospital, Jena, Germany

Faculty

  • Clark A. Rosen
    Chief, Division of Laryngology Director, UCSF Voice and Swallowing Center Yakubu Karagama The Department of Head & Neck, Manchester University NHS Foundation Trust, Manchester, UK
  • Wilhelm Schulte-Mattler
    Neurologist, Universität Regensburg, Zentrum für Altersmedizin, Regensburg
  • Berit Schneider-Stickler
    Division of Phoniatrics-Logopedics, ENT-Department, Medical University of Vienna, Vienna, Austria
  • Claus Pototschnig
    ENT-Department, University of Innsbruck, Innsbruck, Austria
  • Dirk Arnold
    ENT-Department, Jena University Hospital, Jena, Germany
  • Kathleen Klinge, Gerhard Förster
    Department Otorhinolaryngology/Plastic Surgery, SRH Wald-Klinikum Gera gGmbH, Gera, Germany

Registration

click here

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie in unserem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena



14. Jenaer Kurs Endoskopie und endoskopisches Management
der Atemwege – Jetventilation

08.10.2021 - 09.10.2021

14. Jenaer Kurs Endoskopie und endoskopisches Management der Atemwege – Jetventilation

Achtung! TERMINÄNDERUNG
Zielgruppe
  • Anästhesisten,
  • HNO-Ärzte,
  • Internisten,
  • Intensivmediziner
Veranstalter
  • Klinik für HNO-Heilkunde
  • Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
    Universitätsklinikum Jena,
  • Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin
    und Schmerztherapie Dresden-Friedrichstadt
Leitung
  • Prof. Dr. S. Koscielny,
  • Dr. A. Nowak,
  • Dr. D. Geil
Ort
  • HNO-Klinik, Am Klinikum 1 Jena, 07747 (08.10.2021)
  • Institut für Versuchstierkunde, Dornburger Str. 23,
    07743 Jena (09.10.2021)

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie in unserem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


Operationskurs - Lappenkurs im Gesichtsbereich

Klinikum des UKJ - Hörsaal II, Am Klinikum 1, 07747 Jena
24.09.2021 - 09:00 Uhr

Operationskurs - Lappenkurs im Gesichtsbereich

Programm
  • 09:00–09:45 Uhr
    Prinzipien der Defektdeckung im Gesichtsbereich
  • 10:00–11:00 Uhr
    Fall 1 - Defekt Nasenflügel – nur Haut, OP-Planung,
    Umsetzung am Modell Nasolabiallappen
    Fall 2/3 - Defekt Nasenflügel – nur Haut, Demo der OP –
    bi lobed flap, subkutan gestielter Insellappen
    Fall 4 - Defekt Nasenflügel – dreischichtig, OP-Planung, Video Entnahme composite graft Ohrmuschel
  • 11:00 – 11:30 Uhr
    Pause
  • 11:00 – 11:30 Uhr
    Fall 5 - Defekt Nasenwurzel/Glabella OP-Planung, Demo OP
    Fall 6 - Defekt Wange, OP-Planung, Umsetzung am Modell - Wangenrotation
  • 13:00 – 14:00 Uhr
    Pause
  • 14:00 – 15:00 Uhr
    Fall 7 - großer Defekt Nase OP-Planung, Umsetzung am Modell – paramedianer Stirnlappen
  • 15:00 – 15:30 Uhr
    Falldemonstrationen und Diskussion Nachsorge/Nachkorrektur
    Fall 8 - Hundebissverletzung Nasenflügel
    Fall 9 - Lappenausdünnung
    Fall 10 - Epithese

Kursgebühr: 250 € (1 Modell / Teilnehmer, Kursscript, Pausenversorgung)


Wissenschaftliche Leitung

PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


19. Jenaer Kurs für funktionell-ästhetische Chirurgie:
Fortgeschrittenenkurs „Septorhinoplastik step by step“

Klinikum des UKJ, Am Klinikum 1, 07747 Jena
22.09.2021 - 23.09.2021

19. Jenaer Kurs für funktionell-ästhetische Chirurgie:
Fortgeschrittenenkurs „Septorhinoplastik step by step“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich möchte Sie herzlich zu unserem 19. Kurs für funktionell - ästhetische Chirurgie nach Jena einladen. In diesem Jahr möchten wir mit dem Kurs „Septorhinoplastik step by step“ die Grundlagen für die erweiterte funktionell-ästhetische Nasenchirurgie legen.

Mittels Video und Funktionsdiagnostik wollen wir typische Deformitäten analysieren und einen OP-Plan für die jeweilige Pathologie diskutieren. Die grundlegenden OP-Schritte der Sep-torhinoplastik werden dann mittels Kombination aus Anatomie,
Grundlagenwissen, Modell-Operationen und OP-Videos Schritt
für Schritt nachvollzogen und in Live-Operationen gezeigt.

Herzlich willkommen in Jena!
Gerlind Schneider

Referenten

OÄ Dr. Rosemarie Fröber - Pathologie Jena
Prof. Dr. O. Guntinas-Lichius - HNO-Klinik Jena
Kerstin Laute - HNO-Klinik Jena
Prof. Dr. Andreas Müller - HNO-Klinik Gera
Priv.-Doz. Dr. Gerlind Schneider - HNO-Klinik Jena

Kursgebühr

400,00 € (In der Gebühr sind enthalten: Kursunterlagen, Pausenversorgung, Abendveranstaltung)

Weitere Informationen finden sie in unserem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


2. Thüringer Operationskurs - implantierbare Hörsysteme

Kursraum Station A130, Am Klinimum 1, 07747 Jena
09.09.2021 - 09:00 Uhr

2. Thüringer Operationskurs - implantierbare Hörsysteme

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

implantierbare Hörsysteme (Cochlea Implantate/ implantierbare Hörgeräte) erschließen uns immer neue Möglichkeiten der Versorgung schwerhöriger Patienten.

Um diese komplexen Operationen gut vermitteln zu können, gewinnen Trainingskurse und Übungen an Modellen eine immer größere Bedeutung, insbesondere, da heute neben Cochlea Implantaten unterschiedliche Formen implantierbarer Hörgeräte (Mittelohr implantiert und knochenverankert) eingesetzt werden.

Deshalb freuen wir uns, dass es uns in Zusammenarbeit mit der Firma MED-EL gelungen ist, einen Operationskurs an lebensrealen Modellen zu organisieren.

Wir möchten Sie hiermit herzlich zu unserem 2. Thüringer Operationskurs implantierbare Hörsysteme nach Jena einladen und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Prof. Dr med. Sven Koscielny MHBA

Kostenbeitrag

250 € - Die Zahl der Plätze ist auf 10 begrenzt.

Für eine verbindliche Anmeldung bitten wir um Vorabüberweisung bis zum 31.08.2021. Bareinzahlungen am Veranstaltungstag sind nicht möglich.

Weitere Informationen sowie das Programm finden sie in unserem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


CI-Tag

Hotel Esplanade, Carl-Zeiss-Platz 4, 07743 Jena
08.09.2021 - 14:00 Uhr

CI-Tag

Programm
  • 14:00-14:15 Uhr
    Anmeldung und Begrüßung
  • 14:15-15:15 Uhr
    Ein CI ist implantiert – Patient hört nicht …
    ... aus Sicht des Implanteurs
    ... aus Sicht des Audiologen
  • 15:15-15:45 Uhr
    Marvel – Die neue Prozessor Generation von AB
  • 15:45-16:15 Uhr
    Pause
  • 16:15-16:45 Uhr
    Von MRT zu NRT, Telekommunikation &
    Konnektivität Rankewitz
  • 16:45-17:15 Uhr
    Individualisierte Hörimplantatversorgung, zukunftsweisende Technologien für das Hören
  • 17:15-17:45 Uhr
    Aktuelles aus dem CI-Rehazentrum Thüringen
  • 17:45 Uhr
    Verabschiedung
Kurs mit freundlicher Unterstützung von

Advanced Bionics GmbH
Max-Eyth-Str. 20, 70736 Fellbach-Oeffingen

MED-EL Deutschland GmbH
Moosstr. 7, D-82319 Starnberg, Deutschland

Cochlear Deutschland GmbH & Co. KG
Karl-Wiechert-Allee 76 A, 30625 Hannover

Weitere Informationen zur Veranstaltung entnehmen sie bitte unserem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


30. Jahrestagung der Vereinigung Mitteldeutscher
Hals-Nasen-Ohrenärzte

Volkshaus Jena, Carl-Zeiss-Platz 15, 07743 Jena
03.09.2021 - 04.09.2021

30. Jahrestagung der Vereinigung Mitteldeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte

Weitere Informationen entnehmen sie unserem Flyer



1. Jenaer Fazialis-Nerv-Tag 2021

als Satelliten-Symposium des mitteldeutschen HNO-Kongresses 2021

Hörsaal „Alte Chirurgie”, Bachstraße 18, 07743 Jena und ONLINE per ZOOM
02.09.2021 - 15:00 Uhr

1. Jenaer Fazialis-Nerv-Tag

Eine Fortbildungsveranstaltung für Patienten und Ihre Ange-
hörigen, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,
Psychologen, Neurologen, Neurochirurgen, Augenärzte, Plas-
tische Chirurgen, MKG-Chirurgen, HNO-Ärzte und alle, die
sich für den Nervus fazialis interessieren.

  • Interdisziplinäres Management von seltenen Erkrankungen am Beispiel des Fazialis-Nerv-Zentrums Jena
  • “Mimetherapy” von C. H. G. Beurskens
  • Teletherapie
  • Erfahrungsbericht einer Betroffenen
  • Aktuelle wissenschaftliche Forschung mit Posterausstellung
Kostenlose Anmeldung

https://www.fazialis-nerv-zentrum.de
Email: hno.kurse@med.uni-jena.de

Veranstaltet von:

Universitätsklinikum Jena

  • Fazialis-Nerv-Zentrum Jena
  • Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Klinik für Neurologie
  • Thüringer Kompetenzzentrum für seltene Erkrankungen

Die Teilnahme ist für Sie kostenlos. Über eine Spende an die Patientenorganisation www.facialpalsy.org.uk würden wir uns sehr freuen.

Weitere Informationen sowie das Programm finden sie in unserem Flyer oder auf Webseite des Fazialis-Nerv-Zentrums.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena



Repetitorium HNO - Facharztwissen kompakt

Ein Fortbildungsseminar zur aktuellen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

21.04.2021 - 24.04.2021

Repetitorium HNO - Facharztwissen kompakt

Online als Livestream
Wissenschaftliche Leitung und Referenten:
  • Prof. Dr. Christoph Arens, Magdeburg
  • Prof. Dr. Andreas Dietz, Leipzig
  • Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Jena
  • Prof. Dr. Stefan Plontke, Halle
  • Prof. Dr. Nicole Rotter, Mannheim
  • Prof. Dr. Thomas Zahnert, Dresden
Online Registrierung und Platzreservierung

URL: https://www.csm-congress.de/medkom/

Flyer



HNO-eCampus im Dialog

Neurolaryngology

13.04.2021 - 18:00 Uhr

HNO-eCampus im Dialog

Neurolaryngology

Gemeinsam mit der HNO-Klinik des SRH Waldklinikums Gera. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie im Flyer.


Wissenschaftliche Verantwortung HNO UKJ
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena


HNO-eCampus im Dialog

Speicheldrüsenerkrankungen

16.02.2021 - 18:00 Uhr

HNO-eCampus im Dialog

Speicheldrüsenerkrankungen

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie zur Anmeldung finden sie im Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
Univ.-Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


25. Jenaer Fort- und Weiterbildungskolloquium
„Gutachten in der HNO-Heilkunde“

Klinikum des UKJ, Am Klinikum 1, 07747 Jena
05.02.2021 - 06.02.2021

25. Jenaer Fort- und Weiterbildungskolloquium „Gutachten in der HNO-Heilkunde“

Der Kurs wird pandemiebedingt auf den 4. bis 5. Februar 2022 verschoben.

Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


2. Jenaer Fazialis-Nerv-Tag

08.09.2022 - 15:00 Uhr

2. Jenaer Fazialis-Nerv-Tag

Weitere Informationen sowie zur Veranstaltung finden sie in Kürze hier und auf der Seite desFazialis-Nerv-Zentrums.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena



Immunonkologie bei Kopf-Hals-Tumoren

22.09.2022

Immunonkologie bei Kopf-Hals-Tumoren

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier in Kürze.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt
Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


20. Jenaer Kurs für funktionell-ästhetische Chirurgie:
Fortgeschrittenenkurs „Septorhinoplastik step by step“

Klinikum des UKJ, Am Klinikum 1, 07747 Jena
29.09.2022 - 30.09.2022

20. Kurs für funktionell-ästhetische Chirurgie – Septumplastik step by step

Weitere Informationen finden sie hier in Kürze.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


15. Jenaer Kurs Endoskopie und endoskopisches Management
der Atemwege – Jetventilation

07.10.2022 - 08.10.2022

15. Jenaer Kurs Endoskopie und endoskopisches Management der Atemwege – Jetventilation

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier in Kürze.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


Operationskurs Lappenplastik im Gesichtsbereich

21.10.2022

Operationskurs Lappenplastik im Gesichtsbereich

 
 

Weitere Informationen zur Veranstaltung und das Programm finden sie in unserem Flyer.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin
Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


8th Neurolaryngology Workshop

10.11.2022 - 11.11.2022

8th Neurolaryngology Workshop

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie in Kürze hier.


Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. habil. Gerd Fabian Volk
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Oberarzt,
Leiter Fazials-Nerv-Zentrum Jena



6. Jenaer µCT-Workshop
Grundlagen und Anwendungen für biomedizinische und biologische Fragestellungen

23.11.2022

6. Jenaer µCT-Workshop

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten Sie zum nun mehr 6. Jenaer µCT-Workshop nach Jena einladen.

Der Workshop ist auf Grundlagen und Anwendungen der µCT für biomedizinische und biologische Fragestellungen fokussiert. In unserem Workshop wollen wir mit Ihnen als Anwender und Forschungspartner über Probleme und Lösungswege von der Probenaufbereitung bis zur Datenauswertung diskutieren, um eine Plattform für Wissenstransfer und gemeinsame Forschungsaktivitäten zu schaffen.

Die Teilnahme am μCT-Workshop ist kostenlos. Es sind noch Plätze frei – kurzfristige Anmeldungen sind problemlos möglich. Weitere Informationen entnehmen sie bitte dem Flyer.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Priv.-Doz. Dr. Gerlind Schneider
UKJ, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde,
AG Biomateriallabor der HNO-Forschung

Priv.-Doz. Jörg Bossert
Otto-Schott-Institut für Materialforschung


Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


25. Jenaer HNO-Onkologiesymposium

Aktuelle Entwicklungen zu HNO-Tumren

02.12.2022

25. Jenaer HNO-Onkologiesymposium

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier in Kürze.


Wissenschaftliche Leitung
apl. Prof. Dr. med. Sven Koscielny MHBA
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Leitender Oberarzt

Anmeldung
Kurssekretariat der HNO
Am Klinikum 1
07747 Jena
hno.kurse@med.uni-jena.de
Telefon: +49-(0)3641-9329308
Fax: +49-(0)3641-9329309


Informationen zur Klinik

Wir in der Presse

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Jenaer HNO-Uniklinik setzt neues Zungenschrittmachersystem ein

Als einziges Zentrum in Thüringen prüfen die HNO-Experten des Universitätsklinikums Jena die Wirksamkeit eines neuen Schrittmachers gegen Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf. Jetzt konnten sie den ersten Schrittmacher implantieren. 

Jenaer HNO-Uniklinik setzt neues Zungenschrittmachersystem ein

Jena (vdG/UKJ). Bei der Nachuntersuchung ist Dr. Juliane Priese sehr zufrieden. Vor einer Woche hat die HNO-Fachärztin bei Enrico Walther in einem minimalinvasiven Eingriff einen neuartigen Zungenschrittmacher eingesetzt. Er ist der erste Patient, der am Universitätsklinikum Jena an der Wirksamkeitsprüfung des neuen Systems teilnimmt.  In acht Wochen wird er wiederkommen, damit in der Jenaer HNO-Klinik der implantierte Teil des Systems aktiviert werden kann. Den äußeren Schrittmacherteil muss er dann nur nachts unter das Kinn kleben, tagsüber kann er entfernt werden.

„Zungenschrittmacher sind eine Behandlungsmöglichkeit für das Schlafapnoesyndrom, wenn Patienten oder Patientinnen mit einer Schlafmaske nicht zurechtkommen, was bei etwa einem Drittel der Fall ist“, so Studienleiterin PD Dr. Gerlind Schneider. Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom stören Schnarchen und Atemaussetzer den erholsamen Schlaf und erhöhten so das Risiko für einen Schlaganfall und Herzinfarkt. Ursache für den gestörten Schlaf ist die Erschlaffung der Muskulatur, die die oberen Atemwege vorübergehend blockiert. Die übliche Behandlung erfolgt mit einer Nasen- oder Gesichtsmaske, die durch Überdruck im Mund-Nasen-Raum die Atemwege im Schlaf offenhält. Ein Zungenschrittmacher erreicht dies durch die Stimulation des Zungenmuskelnervs und die Aktivierung der erschlaffenden Muskulatur.

Als einziges Studienzentrum in Thüringen nimmt die Jenaer HNO an einer Beobachtungsstudie zum neu entwickelten Schrittmacher teil. Patienten mit Schnarchen und Atemaussetzern oder Problemen mit einer Maskentherapie des obstruktiven Schlafapnoesyndroms können sich unter Tel. 03641/9329393 oder per E-Mail an Gerlind.Schneider@med.uni-jena.de melden. In der Sprechstunde für schlafbezogene Atemstörungen erfolgt dann die weitere Abklärung und die Beratung zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Bei Erfüllung der Einschlusskriterien kann der Schrittmacher implantiert werden. Insgesamt werden die Studienteilnehmer über fünf Jahre nachbeobachtet, um weitere Daten über die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des neuen Schrittmachers zu erhalten.


Ansprechpartner
PD Dr. med. habil. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Geschäftsführende Oberärztin


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Weblinks

Links

Zeitschriften - Bibliotheken - Buchkataloge Reise- und Telefonauskunft Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften Wissenschaft Selbsthilfegruppen
  • Kopf-Hals-Tumorstiftung (Flyer)
  • Kopf-Hals-Mund-Krebs
    Aktuell leben ca. 80.000 Menschen in der Bundesrepublik mit Kopf-Hals-Mund-Tumoren oberhalb des Kehlkopfes. Um sich auch auf digitale Art und Weise zu informieren und zu vernetzen wurde die neue App Kopf-Hals-Mund-Krebs entwickelt. Die App ist unterteilt in einen öffentlichen und einen internen Bereich. Im öffentlichen Bereich der App finden Sie Foren, in denen sich Betroffene, Ärzte und medizinisches Fachpersonal sowie Angehörige inhaltlich informieren und einbringen können. Der interne Bereich der App bietet die konkrete Möglichkeit, Gleichbetroffene zu finden und sich mit ihnen zu vernetzen. Bei Fragen und Anregungen zur App wenden Sie sich gerne an das Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mund-Krebs.

    Weitere Informationen zur App finden sie in:


App_Video

Einführungsvideo zur App Kopf-Hals-Mund-Krebs
 
 


Informationen zur Klinik
Kontakt Adresse

Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde
Haus A
Am Klinikum 1
07747 Jena

Telefon und Fax

Poliklinik (wochentags 8:00 - 18:00 Uhr):
Fon: 03641-9-329393/9-329394
Fax: 03641-9-329306

Notdienst (nach 18:00 Uhr und am Wochenende):
Über die ZNA

Chefsekretariat (wochentags 7:30 - 15:30 Uhr):
Fon: 03641-9-329301
Fax: 03641-9-329302

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