Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung

Das Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung (Center for Sepsis Control & Care, kurz CSCC) ist ein Zentrum am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und koordiniert dessen Forschungsschwerpunkt Sepsis und Infektionsmedizin. Das CSCC fördert die interdisziplinäre Vernetzung von patientennaher Grundlagenforschung mit klinischer Forschung im Bereich der Sepsis und schwer behandelbarer Infektionen. Dabei ermöglicht das CSCC einen offenen und breit gefächerten wissenschaftlichen Austausch und setzt sich zudem für die Nachwuchsförderung und die Karriereentwicklung in der klinischen Forschung ein.

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Kontakt

Zentrum für
Sepsis und Infektionsforschung
Center for Sepsis Control and Care (CSCC)
Universitätsklinikum Jena
Am Klinikum 1, 07747 Jena

Sprecher
Prof. Dr. Michael Bauer
Prof. Dr. André Scherag

Geschäftsführung
 Dr. Katja Lehmann-Pohl

Sekretariat
Birgit Häfner
Bachstr. 18, Gebäude 4, EG

weitere Kontakte

Center for Sepsis Control and Care

Das Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung (Center for Sepsis Control & Care, kurz CSCC) ist ein Zentrum am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und koordiniert dessen Forschungsschwerpunkt Sepsis und Infektionsmedizin. Das CSCC fördert die interdisziplinäre Vernetzung von patientennaher Grundlagenforschung mit klinischer Forschung im Bereich der Sepsis und schwer behandelbarer Infektionen. Dabei ermöglicht das CSCC einen offenen und breit gefächerten wissenschaftlichen Austausch und setzt sich zudem für die Nachwuchsförderung und die Karriereentwicklung in der klinischen Forschung ein.

Gegründet wurde das CSCC 2010 als „Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen“ und wurde zehn Jahre lang als eines von acht integrierten Forschungs- und Behandlungszentren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Zu den Aufgaben und Zielen des CSCC gehören Organisation und Management des Forschungsschwerpunktes Sepsis und Infektionsmedizin, strukturierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Karriereförderung sowie die Verbesserung der Versorgung. Nicht zuletzt widmet sich das Zentrum auch der Information und Aufklärung der Allgemeinheit über lebensbedrohliche Infektionen und Sepsis.

Center for Sepsis Control and Care

Aufgaben und Ziele Forschung

Das CSCC koordiniert und unterstützt translationale und klinische Forschung auf dem Gebiet lebensbedrohlicher Infektionen, insbesondere der Sepsis und ihrer Folgeerkrankungen. Wesentlich ist dabei die Förderung der Translation von basiswissenschaftlichen Forschungsergebnissen in eine verbesserte Prävention, Diagnose und Therapie. Dadurch sind der fächerübergreifende Austausch und die Zusammenarbeit zentrales Element der Zentrumsarbeit, ebenso wie Vernetzung mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern.

Karriereförderung

Das CSCC unterstützt die wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Forschenden der Lebens- und Naturwissenschaften sowie junger Ärztinnen und Ärzte. Es beteiligt sich damit aktiv an der Weiterentwicklung von Strukturen zur Karriereförderung am Universitätsklinikum Jena.

Öffentlichkeitsarbeit und Verbesserung der Versorgung

Das CSCC stärkt das Bewusstsein hinsichtlich der Prävention, frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Sepsis und schweren Infektionserkrankungen bei ärztlichem und Pflegepersonal sowie in der Gesellschaft. Es fördert die evidenzbasierte Weiterentwicklung von ärztlichen Leitlinien zu diesen Themen.


Arbeitsfelder

Das Center for Sepsis Control and Care deckt, entsprechend seiner Zielstellung, mehrere Aufgabenfelder ab.

Zentral ist dabei die Unterstützung und Vernetzung von Forschung und Behandlung, also die Initiierung und Umsetzung von wissenschaftlichen Projekten und klinischen Studien in den vier Forschungsfeldern des Zentrums.

Wesentliche Forschungsinfrastrukturen wurden im Laufe der BMBF-Förderung aufgebaut und erweitert. Diese nachhaltigen Methodenplattformen sind nunmehr in den Mitgliedseinrichtungen verankert und unterstützen mit ihrer Expertise die wissenschaftlichen Projekte des CSCC.

Training und Karriereentwicklung sind in die Forschungsaktivitäten eingebettet. Das CSCC engagiert sich zudem im Bereich der Lehre und vermittelt aktuelle Entwicklungen im Bereich der Sepsis- und Infektionsmedizin. 

Das Management koordiniert die Aktivitäten des Zentrums und sorgt für den reibungslosen Ablauf aller administrativen Belange. 



Zentrumsleitung

Organisation und Gremien

Prof. Dr. Michael Bauer
Sprecher der Zentrumsleitung CSCC,
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Prof. Dr. André Scherag
Stellvertretender Sprecher der Zentrumsleitung CSCC,
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften (IMSID), Universitätsklinikum Jena
Prof. Dr. Christian Geis
Zentrumsleitung CSCC,
Hans-Berger Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Jena
Prof. Dr. Mathias Pletz
Zentrumsleitung CSCC,
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene
Dr. med. Janine Zöllkau
Zentrumsleitung CSCC,
Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena

Organisation und Gremien

Die Mitgliederversammlung setzt sich aus ordentlichen Mitgliedern mit Stimmrecht und assoziierten Mitgliedern ohne Stimmrecht zusammen.

Ordentliche Mitglieder sind Struktureinrichtungen, die einen signifikanten Beitrag zu Infrastruktur, Personal oder Finanzen des Zentrums leisten. Sie beheimaten Forschungsgruppen sowie zentrale Infrastruktur des CSCC. Die Mitgliedseinrichtungen werden durch die Einrichtungsleitung oder eine dauerhafte Vertretung in der Mitgliederversammlung vertreten. Die ordentlichen Mitglieder geben die allgemeinen Zielstellungen des Zentrums vor, wählen die Zentrumsleitung und entscheiden über die Aufnahme weiterer Struktureinheiten.

Assoziierte Mitglieder ohne Stimmrecht können Forschende oder Ärztinnen und Ärzte aller Karrierestufen werden. Voraussetzung sind wissenschaftliche Projekte, die inhaltlich im Bereich Sepsis- und Infektionsforschung angesiedelt sind. Über die Aufnahme von assoziierten Mitgliedern entscheidet die Zentrumsleitung. Assoziierte Mitglieder werden aktiv in das Forschungsnetzwerk des CSCC eingebunden. Sie erhalten regelmäßig Informationen zur Zentrumsarbeit und Einladungen zu Fachveranstaltungen im Netzwerk. Außerdem können assoziierte Mitglieder zur themengebundenen Beratung der Zentrumsleitung eingeladen werden und so einen Beitrag zur Lenkung des CSCC leisten.

Die Zentrumsleitung besteht aus fünf Mitgliedern, die durch die Mitgliederversammlung gewählt und durch den Klinikumsvorstand bestellt wird. Die Zentrumsleitung ist unter anderem für die Umsetzung der Rahmenvorgaben und Zielstellungen verantwortlich und lenkt die mittel- und langfristige strategische Entwicklung des CSCC.

Die Geschäftsführung verantwortet die inhaltliche, strukturelle und finanzielle Organisation im Hinblick auf Ziele des Zentrums und betreut die Gremien-, Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit.

Der externe wissenschaftlicher Beirat besteht aus drei international anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, deren wissenschaftliches Profil den inhaltlichen Schwerpunkten des Zentrums entspricht. Der Beirat berät in strategischen Fragen und in Bezug auf internationale Kooperationen.



Beteiligte Einrichtungen

Beitragende Einrichtungen

Nach Auslaufen der BMBF-Förderung wurde das CSCC Anfang 2021 formal neu gegründet und seine Organisationsstruktur angepasst, um der eines Zentrums am UKJ voll zu entsprechen. Zwölf Kliniken bzw. Institute des UKJ und zwei außeruniversitäre Forschungsinstitute zählen aktuell zu den ordentlichen Mitgliedern. Die Direktoren bzw. Leiter der jeweiligen Einrichtungen oder deren benannte Vertretung repräsentieren diese in der Mitgliederversammlung.

Ordentliche Mitglieder, vertreten durch

 



Kontakt

Dr. rer. nat. Katja Lehmann-Pohl
Center for Sepsis Control and Care (CSCC),
Geschäftsführung
Bachstr. 18
07743 Jena
katja.lehmann-pohl@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9 323375
Fax: +49 3641 9 323379
Dr. rer. nat Haupt, Katrin
Center for Sepsis Control and Care (CSCC),
Koordination,
Vertretung Geschäftsführung
Bachstraße 18
07743 Jena
katrin.haupt@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9 323380
Fax: +49 3641 9 323379
Birgit Häfner
Center for Sepsis Control and Care,
Geschäftsstelle,
Sekretariat
Bachstr. 18
07743 Jena
birgit.haefner@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9-323374
Fax: +49 3641 9-323379
Dr.rer.nat. Schweinitz, Andrea
Center for Sepsis Control and Care,
LPI-Koordination
Bachstr. 18
Jena 07743
andrea.schweinitz@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9-323320
Fax: +49 3641 9-323379
Mandy Sack
Center for Sepsis Control and Care,
LPI Finanzcontrolling
Bachstr. 18
07743 Jena
mandy.sack@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9 323383
Fax: +49 3641 9 323379
Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung
Center for Sepsis Control and Care (CSCC)

Universitätsklinikum Jena
Am Klinikum 1
07747 Jena

T + 49 (0)3641 - 9 32 33 74
F + 49 (0)3641 - 9 32 33 79

 

Ansprechpartner in der CSCC-Geschäftsstelle


Aktuelles

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27.05.2024

Abschlusstreffen der Mitteldeutschen Sepsis Kohorte

Eine der weltweit größten Langzeitstudien zur Erforschung von Sepsisfolgen lud zum Abschlusstreffen für Studienteilnehmende und ihre Angehörige ein.
Foto: M.Szabo (UKJ)

Zu ihrem Abschlusstreffen hatte die Mitteldeutsche Sepsis Kohorte, eine der weltweit größten Langzeitstudien zur Erforschung von Sepsisfolgen, am Samstag, dem 25. Mai 2024, Studienteilnehmende und ihre Angehörigen ans Universitätsklinikum in Jena (UKJ) eingeladen.

Begrüßt wurden die knapp 50 Gäste von den Studienleitern Prof. André Scherag und Prof. Konrad Reinhart. Bisher wurden bereits mehrere Patienten-Treffen der Kohorte am UKJ veranstaltet, dieses bildetete nun den Abschluss der projektinternen Veranstaltungsreihe. Neben ausreichenden Möglichkeiten für den Austausch untereinander, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in allgemeine Studienergebnisse. Aus diesen geht deutlich hervor, dass eine überwiegende Mehrheit aller Sepsispatientinnen und -patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden mussten, noch über Jahre nach der Sepsis von alltagseinschränkenden Folgeerkrankungen betroffen sind. Prof. Reinhart machte daher darauf aufmerksam, dass zur Verhinderung vermeidbarer Sepsisfälle nach wie vor dringender Handlungsbedarf bei der Stärkung des Bewusstseins über dieses lebensbedrohliche Krankheitsbild besteht. Dies bezog er sowohl auf die Bevölkerung, auf Ärzte vor allem aber auf die Politik.

Dass es nach Ende der Studie auch weiterhin sehr gute Möglichkeiten für den Austausch und die gegenseitige Unterstützung unter den Sepsisbetroffenen bzw. Angehörigen gibt, zeigten Mitglieder der Deutschen Sepsis Hilfe e.V. auf. Der Selbsthilfeverein bietet seine Unterstützung sowohl in der Akutphase als auch darüber hinaus an. Die Kontaktdaten sind am Ende des Artikels vermerkt.

Während der Forschungsansatz der Mitteldeutschen Sepsis Kohorte auf die Art und Ausprägung von Folgeerscheinungen nach einer Sepsiserkrankung ausgelegt war, gibt es nach wie vor viele ungeklärte Fragen, wodurch diese entstehen und wie sie bestmöglich behandelt werden können. Eine neu geplante Studie am UKJ, die sich mit einer dieser Fragen beschäftigt, wurde am Samstag vorgestellt. Dafür werden noch Sepsisbetroffene nach der Akutphase gesucht, die als Kontrollgruppe fungieren sollen. (Flyer zur Studie)

 

Zur Mitteldeutschen Sepsis Kohorte:

Die Mitteldeutsche Sepsis Kohorte ist eine Kohortenstudie, die die Folgen und Veränderungen im Leben nach einer Sepsis mit Aufenthalt auf einer Intensivstation über einen langen Zeitraum untersuchte. Ziel war es, ein besseres Verständnis der vielfältigen Folgen einer schweren Sepsis zu erlangen und diese zu quantifizieren, um die Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen der Nachsorge gezielt ausbauen und verbessern zu können. An der Studie waren fünf Studienzentren (Universitätsklinikum Jena, Universitätsklinikum Leipzig, Universitätsklinikum Halle(Saale), HELIOS Klinikum Erfurt, Zentralklinik Bad Berka GmbH) beteiligt, die im Untersuchungszeitraum insgesamt 3210 Sepsispatientinnen und -patienten auf ihren Intensivstationen behandelten. Davon konnten 250 Teilnehmende über die gesamten 5 Jahre durch das Studienteam begleitet werden. Die im Jahr 2015 initiierte Studie war ein zentrales Projekt des Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum für Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC), und wurde somit durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

Deutsche Sepsis Hilfe,

Ansprechpartner (Regionalgruppe Mitteldeutschland ):  Hr. Wolfgang Lindner  mitte@sepsis-hilfe.org 

 

Foto: M. Szabo (UKJ)
Foto: M. Szabo (UKJ)
Foto: M. Szabo (UKJ)
Foto: K. Haupt (UKJ)


14.03.2024

Postinfektiösen Langzeitfolgen im Fokus

Staatsekretärin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Frau Judith Pirsch besucht das UKJ und informiert sich zu aktuellen Themen rund um Post-COVID und postinfektiösen Langzeitfolgen.
Besuch des WATCH-Busses Foto: Hellmann/UKJ

Ein Besichtigung des Post-COVID Buses stand im Mittelpunkt des Besuches von Judith Pirscher, BMBF- Staatssekretärin, am 13. März bei uns am UKJ. Gemeinsam mit Frau Dr. Renate Loskill, Stefan Thiel (beide BMBF) und Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche informierte sich Frau Pirscher über die Umsetzung des WATCH-Projektes  (GBA Innofond) zur telemedizinischen Versorgung von Post-COVID-Patienten im ländlichen Raum Thüringens, dessen Herzstück der Post-COVID bzw. WATCH-Bus ist. 

Neben projektspezifischen Inhalten wurden auch aktuelle Entwicklungen im Forschungsschwerpunkt Sepsis und Infektionmedizin insbesondere im Hinblick auf postinfektiöse Langzeitfolgen vorzugestellt und gemeinsam zu diskutiert. Dabei konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass sich das UKJ durch eine gelebte Interdisziplinarität auszeichnet, die sich auf eine sehr gute Infrastruktur und wichtige Kooperationen sowohl am Standort und als auch national stützen kann. Somit sind hervoragende Voraussetzung künftige Verbundvorhaben geschaffen. 

Am Treffen nahmen neben dem wissenschaftlichen und medizinschen Vortstand, Prof. Andreas Stallmach, Prof. Katrin Finke, PD Christina Lemhöfer, Prof. Martin Walter, Dr. Katja Lehmann-Pohl und Vertreter:innen des WATCH-Projektteams teil. 

Besuch des WATCH-Busses v.l. PD P. Reuken, Prof. O. Witte, J. Pirscher, Dr. T. Nitzsche, Dr. R. Loskill, Prof. A. Stallmach, RD C. Thiel, Dr. R. Hamand Foto: Hellmann/UKJ
Besuch der Staatssekretärin Judith Pirscher am UKJ Foto: Hellmann/UKJ


04.03.2024

Zu wenig beachtet: Infektionen in der Geburtshilfe

Erfolgreiches Symposium der Infektiologie in Gynäkologie und Geburtshilfe mit CSCC-Unterstützung
CSCC-Keynote-Lecture mit Prof. David McIntyre (Kings College London) Foto: Wetzel/UKJ

Ausschlaggebend war die Zusammenarbeit in der vom CSCC geförderten PEONS-Studie. "Infektiologische Schwerpunkte finden sind in der Arbeit der Fachgesellschaft zu wenig vertreten" war man sich einig, ein Kollege hatte schon seit längerer Zeit die Idee zum wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung auf diesem Gebiet. Das blieb dem Team der Klinik für Geburtshilfe im Ohr, als die Ergebnisse der Studie publiziert wurden und somit war die Idee geboren in Jena das 1. Deutsche Symposium der Infektiologie in Gynäkologie und Geburtshilfe auszurichten. Nach monatelanger intensiver Vorbereitung war es dann soweit.

Mit der CSCC-Keynote-Lecture, durch Prof. David McIntyre (Kings College London) startete das Symposium am 29. Februar. Vom Streik des Nahverkehrs unbeindruckt fand McIntyre auf einen gemieteten E-Roller den Weg von der Innenstadt nach Lobeda und ließ knapp 60 interessierte Gäste mit einem spannenden Vortrag zum vaginalen Mikrobiom an seinen Forschungsergebnissen teilhaben. 

Am Folgetag fanden sich über 130 Fachvertreter, Wissenschaftler und Studierende persönlich bzw. digital zum wissenschaftlichen Teil des Symposiums zusammen. Dabei aktuelle infektiologische Themen und Herausforderungen vorgestellt und intensiv diskutiert. 

Großen Anklang fand auch der im Anschluß angebotenen Mikroskopierkurs, so dass sich das Organisationsteam sponat entschied, die begehrten Plätze doppelt zu besetzen. 

Das überaus positive Feedback der Teilnehmer war verdienter Dank an alle, die das Symposium inhaltlich und organisatorisch auf die Beine gestellt bzw. unterstützt haben. 

Uns jedenfalls hat es großen Spaß gemacht, dabei zu sein und wir freuen uns schon auf die Neuauflage! 

Foto: Wetzel/UKJ
Foto: Szabo/UKJ
alle weiteren Fotos: Hellmann/UKJ


13.02.2024

Aktuelle Veranstaltungen in Jena

 

In den kommenden Wochen finden bei uns in Jena zwei spannende wissenschaftliche Veranstaltungen im Bereich der Infektionsmedizin statt. 

Bei beiden wirkt das CSCC mit und wir möchten Sie herzlich dazu einladen! 

Weiter Informationen finden Sie unter Veranstaltungen 



07.02.2024

CSCC-Lecture, David MacIntyre

"The Vaginal Microbiome -opportunities in pregnancy"
Prof. David MacIntyre
Imperial College London; 
Faculty of Medicine; Department of Metabolism, Digestion and Reproduction
 
"The Vaginal Microbiome -opportunities in pregnancy" Thursday, 29 February 2024, 16:30 Lecture hall 2, Jena University Hospital, Am Klinikum1

Host: Janine Zöllkau, Jana Pastuschek; Department of Obstetrics, JUH

Organizer: Center for Sepsis Control and Care

Continuing education credits LÄK Thuringia: 2 points category A


CSCC lecture as part of the 1. Deutschen Symposium der Infektiologie in Gynäkologie und Geburtshilfe



24.01.2024

Landesförderung für Teleintensivmedizin-Netzwerk

UKJ erhält vom Land Thüringen umfassende Förderung für den Ausbau des Teleintensivmedizin-Netzwerks im Freistaat
UKJ-Neurointensivmediziner Dr. Albrecht Günther schaltet sich zu einem Telekonsil in die Thüringen-Kliniken nach Saalfeld.

ena (KB/UKJ) Die Bilder von überfüllten Intensivstationen mit schwerstkranken Patientinnen und Patienten zu Hochzeiten der Corona-Pandemie haben viele Menschen noch vor Augen. Auch für Thüringen war das eine herausfordernde Zeit – die jedoch Thüringens Krankenhäuser zusammen gemeistert haben. Ein wichtiger Baustein: das teleintensivmedizinische Netzwerk „SAT4COV“. Das vom Universitätsklinikum Jena (UKJ) koordinierte Netz ermöglichte über Live-Schaltungen zu den Expertinnen und Experten nach Jena die spezialisierte Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen in ganz Thüringen. Das klappte so gut, dass das stetig wachsende Netzwerk über die Pandemie hinaus bestehen bleibt: Unter dem Projektnamen „InTeliNeT“ –Interdisziplinäres Teleintensiv-Netzwerk in Thüringen – soll es künftig thüringenweit die Behandlung von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen verbessern.

Das Thüringer Gesundheitsministerium unterstützt das Teleintensivmedizin-Netzwerk für die kommenden zwei Jahre mit 1,3 Millionen Euro. Gefördert wird sowohl die gerätetechnische Ausstattung des Netzwerks als auch der personelle Aufwand zur Durchführung der Telekonsile, darüber hinaus die Fort- und Weiterbildung sowie die Qualitätssicherung für die teilnehmenden Netzwerkkliniken.

„Die Telemedizin gewinnt immer mehr an Bedeutung, um eine spezialisierte medizinische Versorgung möglichst wohnortnah zu realisieren. InTeliNeT demonstriert eindrucksvoll, wie gut das auch im stationären Sektor in einem so hoch technisierten und kritischen Bereich wie der Intensivmedizin funktionieren kann. Daher unterstützen wir dieses Netzwerk, das die Zusammenarbeit der Thüringer Kliniken zum Wohle der Patientinnen und Patienten noch weiter verbessert“, sagt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner.

Bei der Koordination des Teleintensivmedizin-Netzwerks profitieren die Intensivmedizinerinnen und -mediziner des UKJ von den Erfahrungen, die sie in über zehn Jahren bei der Etablierung des Schlaganfallnetzwerkes sammeln konnten. „Mit einem Telekonsil zu den uns angeschlossenen Kliniken können wir innerhalb von wenigen Minuten die fachärztliche Beurteilung von Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall sicherstellen, und das rund um die Uhr“, so Neurointensivmediziner Dr. Albrecht Günther. In der Pandemie wurde dieses Konzept für SAT4COV in der Intensivmedizin übernommen. „Schon als wir uns vor drei Jahren mit den Intensivstationen in zehn Thüringer Kliniken vernetzt haben, hatten wir den Gedanken, das hier entstandene Netzwerk, die Technik, die Logistik und das Know-how für die Zukunft zu nutzen und ein Netzwerk für alle intensivmedizinischen Fragestellungen zu etablieren“, erklärt Professor Michael Bauer, Direktor der Klinik für Intensivmedizin und Anästhesiologie am UKJ. Die Förderung ermöglicht jetzt die Anbindung weiterer neun Kliniken.

So funktioniert das interdisziplinäre Teleintensivmedizin-Netzwerk: Viele intensivmedizinische Therapien erfordern besondere Erfahrung. Bei Sepsis, Organersatzverfahren wie der ECMO oder der Feststellung des Hirntods beispielsweise ist die Expertise von spezialisierten Intensivmedizinerinnen und -medizinern oder interdisziplinären Behandlungsteams gefragt. Die Ärztinnen und Ärzte der kooperierenden Kliniken können ihre Kolleginnen und Kollegen am UKJ in Online-Videoschaltungen kontaktieren und ihnen über eine mobile Teleintensivmedizinstation ihre Intensivpatientinnen und -patienten vorstellen und den Zugriff auf Daten wie Vitalparameter, Bildgebung oder Krankheitsverlauf ermöglichen. Als seien sie selbst vor Ort, können die UKJ-Expertinnen und Experten in einem solchen telemedizinischen Konsil ihre Einschätzung mit ihren Kolleginnen und Kollegen besprechen sowie das weitere Vorgehen festlegen.

Fakten zu InTeliNeT:

  • Zentral gesteuert wird das Netzwerk vom Universitätsklinikum Jena.
  • Bislang sind zehn Kliniken an InTeliNet angeschlossen. Damit können Patientinnen und Patienten aus Altenburg, Arnstadt, Greiz, Hildburghausen, Rudolstadt, Saalfeld, Schleiz, Schmalkalden, Sondershausen und Sonneberg von der Expertise der Intensivmedizinerinnen und -mediziner des UKJ profitieren.
  • Weitere Intensivstationen und auch Kinderkliniken werden angebunden.
  • Jährlich werden bisher etwa 120 Patienten behandelt, Tendenz steigend.
  • Technischer Partner ist das Medizintechnikunternehmen MEYTEC GmbH.


14.11.2023

Die Praxis fit machen für Post-COVID

Das interdisziplinäre Team des Post-COVID-Zentrums am Universitätsklinikum Jena erforscht nicht nur die Entstehungsmechanismen und bessere Versorgungsformen der Erkrankung. Um den Umgang mit Post-COVID in der ärztlichen und klinischen Praxis zu erleichtern und den Betroffenen effizienter helfen zu können, arbeitet das Zentrum auch an einem verbindlichen Diagnoseschlüssel und an Leitlinien für die Behandlung mit
Die reflektorische Atemtherapie kann Atembeschwerden bei Post-COVID lindern. Die Arbeit des Post-COVID-Zentrums am Universitätsklinikum Umgang zielt auch auf einen erleichterten Umgang mit der Erkrankung in der ärztlichen und klinischen Praxis. Foto: Michael Szabó/UKJ

Jena (vdG/UKJ). „Post-COVID ist ein ganzes Mosaik an Symptomen, die jeweils ganz individuell ausgeprägt sind“, sagt Dr. Christina Lemhöfer. Sie lassen sich als körperliche, geistige und seelische Erschöpfung beschreiben, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steht und mindestens drei Monate danach noch anhält. „Bei vorbestehenden Erkrankungen wie z.B. chronischen Schmerzen ist die Abgrenzung sehr schwierig. Die Ärzte und Ärztinnen benötigen aber eine klare Diagnose, damit die Krankenkassen die Behandlung vergüten“, ergänzt die Leiterin des Instituts für Physikalische und Rehabilitative Medizin am Universitätsklinikum Jena.

Ziel: Klare Definition und Diagnose

Neue Punktescores ermöglichen es, die Erkrankung besser einzustufen und den Verlauf zu beurteilen. Für diesen Score werden standardisierte Fragebögen zur Lebensqualität und Leistungsfähigkeit eingesetzt. Christina Lemhöfer: „Wir konnten in unserem Zentrum zeigen, dass sich ein solcher Score prinzipiell zur Objektivierung und Quantifizierung der Beschwerden eignet.“ Für genauso wichtig erachtet sie jedoch eine Bewertung der Erkrankung auch anhand der funktionellen Einschränkungen, die sie mit sich bringt. Kann die Patientin noch drei Treppen in ihre Wohnung steigen? Wie lang kann sich der Patient auf seine Bildschirmarbeit konzentrieren? „Unser Ziel ist ein funktionsbezogener Score, der letztlich den Patienten in allen seinen Facetten darstellt und zur Klarheit der Diagnose beiträgt.“

Physiotherapie bei Long-COVID ist nicht budgetiert

Eine ganz praxisnahe Verbesserung für die Betroffenen konnte Christina Lemhöfer in Diskussion mit den Krankenkassen schon vor zwei Jahren erreichen: Bei Post-COVID verschriebene Physio- und Ergotherapien fallen nicht in das allgemeine Budget, das den Arztpraxen für diese Behandlungsformen zur Verfügung steht. Wie nach einem Schlaganfall sind diese Behandlungen bei Post-COVID nicht quartalsweise begrenzt.

Und wie sieht eine solche Therapie aus? Da verweist Christina Lemhöfer auf den symptomorientierten Ansatz – eine ursächliche Behandlung steht bislang nicht zur Verfügung. „Beispielsweise erhalten Patienten mit Atemproblemen eine reflektorische Atemtherapie, bei der die Übungen durch Wärmereize an bestimmten Hautarealen und Dehnungen verstärkt werden.“ Zur Anwendung kommen für die jeweiligen Beschwerden gut etablierte Therapien. Oberstes Gebot ist Geduld, denn der Körper benötigt Zeit, um auf diese Reize zu reagieren. Und noch wichtiger: Long-COVID verschlechtert sich bei Überlastung, die Patientinnen und Patienten müssen ein Gefühl für ihre Grenzen entwickeln. „Wir sehen den Menschen als Ganzes, deshalb ist die Interdisziplinarität das wesentliche Element in unserem Post-COVID-Zentrum“, betont Christina Lemhöfer. „Die Betroffenen, die Medizin und die gesamte Gesellschaft müssen Verständnis und Akzeptanz für diese Erkrankung entwickeln, damit deren Auswirkungen gemindert werden können.“

Das ist auch das Credo des 2. Long COVID Kongresses, der am 24. und 25. November in Jena stattfindet. Er widmet sich sowohl neuen Forschungsergebnissen zu Krankheitsmechanismen und Therapieansätzen als auch den sozialen und ökonomischen Aspekten von Post-COVID. Ein ganztägiges Symposium richtet sich speziell an die Betroffenen.

Originalpublikationen:

  • Lemhöfer C, et al. Variations and Predictors of Post-COVID Syndrome Severity in Patients Attending a Post-COVID Outpatient Clinic. Journal of Clinical Medicine. 2023; 12(12):4013. https://doi.org/10.3390/jcm12124013
  • Lemhöfer C, et al. Quality of life and ability to work of patients with Post-COVID syndrome in relation to the number of existing symptoms and the duration since infection up to 12 months: a cross-sectional study. Qual Life Res. 2023;32(7):1991-2002. https://doi.org/10.1007/s11136-023-03369-2

Weitere Informationen:

Kontakt: 

Dr. Christina Lemhöfer
Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Universitätsklinikum Jena
Christina.Lemhoefer@med.uni-jena.de
Tel.: 03641/9325201



02.11.2023

Rollende Post-COVID-Ambulanz in Thüringen

Ab November fährt der Bus des WATCH-Projektes als mobile Post-COVID-Ambulanz durch Thüringen. Das Ziel des am Universitätsklinikum Jena koordinierten Projektes ist die Entwicklung neuer Versorgungsformen für Post-COVID-Betroffene insbesondere im ländlichen Raum. Dazu kombiniert das Versorgungsforschungsprojekt die wohnortnahe Untersuchung mit einer umfassenden telemedizinischen Betreuung. Der Innovationsfonds des G-BA fördert die neun Partnerinstitutionen mit insgesamt 5,8 Millionen Euro.
Der Bus des WATCH-Projektes fährt als mobile Post-COVID-Ambulanz durch Thüringen, insbesondere im ländlichen Raum. Koordiniert wird das Projekt am Universitätsklinikum von Prof. Dr. Andreas Stallmach (r.) und Dr. Christina Lemhöfer. Foto: Michael Szabó/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Als eine der ersten Kliniken bundesweit richtete das Universitätsklinikum Jena (UKJ) eine Ambulanz für Post-COVID ein, aus der inzwischen ein interdisziplinäres Zentrum entstanden ist. Es meldeten sich viele Patientinnen und Patienten, die zwar von der Infektion mit SARS-CoV2 genesen waren, sich aber noch gar nicht gesund fühlten. „Auch nach milden Infektionsverläufen sind die Betroffenen noch Monate später in ihrer Leistungs- und Belastungsfähigkeit eingeschränkt, und das im körperlichen, geistigen und seelischen Bereich“, so Prof. Dr. Andreas Stallmach, der Leiter des Zentrums. Der Zugang zu spezialisierter Diagnostik und der zeitintensiven symptomorientierten Therapie ist begrenzt und für die Betroffenen in ländlichen Regionen besonders beschwerlich.

Hausärzte vermitteln die Teilnahme am WATCH-Programm

Mit dem WATCH-Projekt will das UKJ in Thüringen eine neue Versorgungsform für Post-COVID testen, die eine wohnortnahe Untersuchung in der mobilen Post-COVID-Ambulanz mit einem telemedizinischen Behandlungsprogramm kombiniert. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss fördert das auf insgesamt drei Jahre angelegte Projekt mit 5,8 Millionen Euro. Ein wichtiger Partner im Projekt, an dem neben Forschungseinrichtungen auch eine Patientenvertretung und Krankenkassen beteiligt sind, ist die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen. Sie koordiniert die Kommunikation mit den hausärztlichen Praxen, die am Projekt teilnehmen möchten.  „Unsere hausärztlichen Kollegen erleben täglich, wie groß der Bedarf für ein evaluiertes und gut verfügbares Therapieangebot bei Post-COVID ist. WATCH stärkt ihre Rolle als wichtigste Ansprechpartner für die Patientinnen und Patienten und als Koordinatoren für die gesamte Behandlung“, betont die Vorsitzende Dr. Annette Rommel.

Deshalb sind es auch die Hausärzte, an die sich Betroffene wegen einer Aufnahme in das WATCH-Programm wenden müssen. Sie übernehmen Voruntersuchungen und vermitteln den Kontakt zum Projektteam. Teilnehmende erhalten dann einen wohnortnahen Termin im Bus, der zwei Jahre lang als voll ausgestattete Post-COVID-Ambulanz durch Thüringen fährt. Hier absolvieren die Patienten umfassende Untersuchungen und Tests sowie eine Schulung für die telemedizinische Betreuung. Bei einem zweiten Bustermin erfolgt die Einweisung in das Behandlungsprogramm, das die Teilnehmenden zum Großteil zu Haus absolvieren.

Telemedizinische Intervention für Brain, Body, Soul

In das Konzept des Behandlungsprogramms mit den Modulen Brain, Body und Soul sind die Erfahrungen der verschiedenen Disziplinen des Jenaer Post-COVID-Zentrums eingeflossen, insgesamt acht Kliniken und Institute des UKJ waren daran beteiligt. Es umfasst computerbasierte Trainingseinheiten für die geistige Fitness, ein digitales Sportrehabilitationsprogramm, das über Smartwatch-Daten kontrolliert wird, und verhaltenstherapeutische Übungen. Das gesamte Programm dauert zwölf Wochen; regelmäßige Webinare bieten währenddessen die Möglichkeit für Zwischeninformationen und Rückfragen. Ein dritter Besuch im Bus dient schließlich der Abschlussuntersuchung.  

Andreas Stallmach: „Das WATCH-Projekt testet ein neuartiges Behandlungskonzept, dass die hochspezialisierte Medizin unseres Zentrums in Zusammenarbeit mit den Hausarztpraxen zu den Post-COVID-Patientinnen und Patienten in Thüringen bringt. Auch von den Kommunen und Landkreisen erfahren wir im Vorfeld viel Unterstützung. Wir hoffen, dass wir so gemeinsam eine wirksame Behandlung etablieren können.“

Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner sagte zum Projektauftakt: “Post-COVID-Erkrankungen zeigen sehr unterschiedliche Symptome. Die Therapie der verschiedenen Krankheitszeichen braucht neue Strukturen und Wege. Eine koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche und eine engmaschige Betreuung der Betroffenen sind dafür unabdingbar. WATCH bietet hier einen innovativen Versorgungsansatz, mit dem Thüringen zum Vorreiter sektorenübergreifender und vernetzter Behandlungsangebote wird.“

Weitere Informationen: www.uniklinikum-jena.de/WATCH

Die Konsortialpartner von WATCH:

  • Universitätsklinikum Jena
  • AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen
  • BARMER
  • Deutsche Stiftung für chronisch Kranke
  • Friedrich‐Schiller‐Universität Jena
  • Kassenärztliche Vereinigung Thüringen
  • Martin‐Luther-Universität Halle‐Wittenberg
  • Technische Universität Dresden
  • Techniker Krankenkasse


01.11.2023

Vorlesungsreihe „Hot Topics in der Infektionsmedizin“

CSCC startet wieder mit Vorlesungsreihe zu aktuellen Themen der Infektionsmedizin

Die Vorlesungsreihe startet am 02. November und richtet sich vorrangig an Studierende der Humanmedizin mit dem Ziel, interessante und aktuelle Themen unseres Forschungsschwerpunktes vorzustellen.

Wir freuen uns sehr, dass wir dafür Referenten aus verschiedenen Einrichtungen am Klinikum gewinnen konnten, die mit ihren Beiträgen u.a. auf das aktuelle Infektionsgeschehen, auf  schwere Infektionen und die Psyche sowie auf die Rolle des Mikrobioms bei Infektionen eingehen. Außerdem gibt es Vorträge zum Thema: „Sepsis - wenn schwere Infektionen lebensbedrohlich werden“, „Infektionsmedizin- Data to Practice“ sowie „Langzeitfolgen schwerer Infektionen“.

Die Vorlesungen finden digital via Zoom statt.

Vorlesungstermine:

02.11.23          16:30-17:30 Uhr

09.11.23          16:30-18:00 Uhr

16.11.23          16:30-18:00 Uhr

23.11.23          16:30-18:00 Uhr

30.11.23          16:30-18:00 Uhr

07.12.23          16:30-17:15 Uhr

           

Einwahldaten über Dosis: - WS: Übergreifende Einschreibung → 2. Abschnitt HM - Linien → verschiedene Einrichtungen →Linienveranstaltungen (VL begleitend) →Veranstaltungen am UKJ VL Zeit

Wir freuen uns wieder auf viele interessierte Zuhörer. 

Interessierte Nachwuchswissenschaftler, die nicht zu den Studierenden zählen und trotzdem teilnehmen möchten, wenden sich bitte an die CSCC-Geschäftsstelle (cscc@med.uni-jena.de

 



19.10.2023

CSCC-Lecture, Emma Teeling

“Bats: The secret of extended healthspans.” October 19, Lecture Hall 2, 4:30pm

Speaker: Prof. Emma Teeling;

University College Dublin; UCD School of Biology and Environmental Science

“Bats: The secret of extended healthspans.”

Host: Marten Szibor; Department of Cardiothoracic Surgery, JUH

Organizer: Center for Sepsis Control and Care

Continuing education credits LÄK Thuringia: 2 points category A

 

Emma Teeling is a full professor in the School of Biology and Environmental Science at University College Dublin. She has received a number of prestigious awards for her integrative research, including a European Research Council Starting grant and a Science Foundation Ireland, President of Ireland Young Researcher Award. Emma has developed methods and approaches to study a very peculiar animal model: the bat. In many ways, bats are ideal for studying two of the major research priorities at UKJ, namely aging and sepsis. Given their body weight and metabolic rate, bats live extraordinarily long lives, despite, or perhaps because of, their unique immunity as hosts for a number of deadly viruses. The latter received considerable attention with the outbreak of the corona pandemic. Both sepsis and corona virus infection are known to trigger a cytokine storm that ultimately controls fate.

We are looking forward to welcoming you on October 19th.



12.10.2023

CSCC Vize-Sprecher Prof. Dr. André Scherag ist neuer Präsident der GMDS

Wissenschaftler des UKJ steht Fachgesellschaft vor
Wissenschaftler Prof. André Scherag ist neuer Präsident der Fachgesellschaft GMDS. Foto: UKJ

Jena (UKJ). Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) hat mit Prof. André Scherag einen neuen Präsidenten. Für zwei Jahre wird der Direktor des Instituts für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften am UKJ der Fachgesellschaft vorstehen, die alle Bereiche der Medizinischen Datenwissenschaften umfasst. „Ich möchte die Breite und Vielfalt dieser Fächer weiterhin stützen und mich insbesondere dafür einsetzen, dass die Ergebnisse aktueller methodischer Innovationen stärker genutzt werden“, betont André Scherag. Das bedeute auch, dass Datenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Verbundprojekten mehr Freiräume für methodische Forschung benötigen. Auf der Jahrestagung der GMDS in Heilbronn wurde zudem beschlossen, dass der GMDS-Jahreskongress in 2025 erstmals in Jena stattfindet.

Die GMDS ist eine unabhängige wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft, deren vorrangiges Wirkungsfeld in der Medizinischen Informatik, der Medizinischen Biometrie, der Epidemiologie, der Medizinischen Bioinformatik und Systembiologie einschließlich der Medizinischen Dokumentation in Theorie und Anwendung in Forschung und Lehre liegt. Sie ist mit ca. 2.000 Mitgliedern die einzige wissenschaftliche Fachgesellschaft für diese fünf Disziplinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Kontakt:

Prof. Dr. André Scherag
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften, Universitätsklinikum Jena



09.10.2023

Ausgezeichnete Forschung für weniger Tierversuche

Zwei Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Jena werden für ihre Forschung an Alternativmethoden zu Tierversuchen mit dem Thüringer Tierschutzpreis geehrt.
Die Wissenschaftlerin Dr. Lara Thieme erhält für die Anwendung eines Mottenlarven-Infektionsmodells einen Thüringer Tierschutzpreis für die Entwicklung von Alternativmethoden für Tierversuche. Foto: UKJ

Jena (vdG/UKJ). Zum heutigen Welttierschutztag zeichnet das Thüringer Sozialministerium neben Tierschutzaktivitäten für Haus- und Nutztiere auch zwei Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) aus: Dr. Lara Thieme und PD Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer entwickeln und wenden bei ihrer Arbeit in der Infektionsforschung Methoden an, die zur Verringerung von Tierversuchen beitragen.

Am Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene des UKJ nutzt Lara Thieme die Larven der Großen Wachsmotte, um die Wirksamkeit von Antibiotikakombinationen bei verschiedenen Bakterieninfektionen zu testen. „Die gleichzeitige Gabe antibiotischer Wirkstoffe kann den Effekt deutlich verstärken“, erklärt die Biologin, „wir wollen herausfinden, welche Kombinationen für bestimmte Bakterien am geeignetsten sind.“ Wenn sich eine Kombination in der Zellkultur als prinzipiell wirksam erwiesen hat, werden in einer nächsten Stufe infizierte Mottenlarven damit behandelt. Dabei kommen die komplexen Immunprozesse eines gesamten Organismus ins Spiel. „Nur, wenn wir auch in den Larven eine deutliche antibiotische Wirkung feststellen konnten, setzen wir die Testung in Mäusen fort. Auf diese Weise können wir die Zahl der Mausversuche deutlich reduzieren“, betont Lara Thieme.

Die Mottenlarven eignen sich auch, um durch ihre Saugöffnungen kleinste Implantate einzuführen, die mit bakteriellen Biofilmen überzogen sind. Diese Bakterienschichten sind besonders schwierig mit Antibiotika zu behandeln. Lara Thiemes Arbeitsgruppe sucht mit Hilfe der Larven auch nach neuen antibiotischen Waffen gegen die Biofilme, die wegen der zunehmenden Zahl von Eingriffen, bei denen körperfremde Materialen für Gefäße und Gelenke eingesetzt werden, ein wachsendes klinisches Problem darstellen

PD Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer erforscht Virusinfektionen an einem Modell mit menschlichem Lungengewebe und erhält dafür ebenfalls einen Thüringer Tierschutzpreis. Foto: Studio Ebenbild

Die Virologin PD Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer erforscht am Institut für Medizinische Mikrobiologie des UKJ Virusinfektionen der Lunge, und wie diese Infektionen das Lungengewebe altern lassen. Dafür entwickelte sie in Kooperation mit der Herz-Thorax-Chirurgie des UKJ ein Infektionsmodell mit menschlichem Lungengewebe, das aus Operationen stammt. In dünnen Schnitten lässt sich das mit Viren infizierte Gewebe zwei bis drei Wochen kultivieren. „In dieser Zeit können wir die Infektion und die von ihr ausgelösten Veränderungen eingehend untersuchen“, so Stefanie Deinhardt-Emmer. „Besonders wertvoll für die Alterungsversuche ist dabei, dass wir die humanen Lungenschnitte über viele Tage hinweg analysieren können.

Wichtig auch für die Infektionsforschung: Die Gewebeschnitte enthalten intakte Zellverbände der Lungenbläschen und auch Zellen des angeboren Immunsystems, weitere Immunzellen können ergänzt werden. Mit ihrer Forschung konnte Stefanie Deinhardt-Emmer zeigen, dass die Infektion mit Influenza-Viren die Lungenzellen schneller altern lässt und sie anfälliger für erneute Virusinfektionen macht. Ihr Lungeninfektionsmodell ist bei Forschungskollegen auf großes Interesse gestoßen, gegenwärtig bereitet die Wissenschaftlerin mehrere neue Kooperationsprojekte vor, unter anderem zum jetzt auch in unseren Breiten vorkommenden Dengue-Fieber.

Die Jenaer Preisträgerinnen freuen sich sehr über die Anerkennung ihrer Anstrengungen für eine Reduzierung der Tierversuche. Sie steht für eines der drei „R“ – Replace, Reduce, Refine - des 3R-Prinzips, das für einen verantwortungsvollen Umgang mit Versuchstieren steht. „Um die Reaktion eines komplexen Organismus analysieren und daraus Erkenntnisse für die Medizin ableiten zu können, sind jedoch gerade im Bereich der Infektionsforschung Versuche mit Tieren noch unverzichtbar“, betont Stefanie Deinhardt-Emmer. 

Der Thüringer Tierschutzpreis wird jährlich vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie für karitativen Tierschutz, für artgerechte Haltung von Nutztieren und im Zweijahresrhythmus für die Entwicklung von Alternativmethoden für Tierversuche vergeben. Die Preisverleihung findet jeweils zum Welttierschutztag statt, in diesem Jahr bereits zum 29. Mal

Weitere Informationen:

Kontakt:

Dr. Lara Thieme, Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene,
lara.thieme@med.uni-jena.de

PD Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer, Institut für Medizinische Mikrobiologie,
stefanie.deinhardt-emmer@med.uni-jena.de



12.09.2023

Welt-Sepsis-Tag: Kodierleitfaden für bessere Sepsisdaten

Das Deutsche Qualitätsbündnis Sepsis und die Deutsche Sepsisgesellschaft haben einen Kodierleitfaden zur Erfassung der Sepsis veröffentlicht. Damit sollen behandelnde Ärztinnen und Ärzte für das frühzeitige Erkennen einer Sepsis sensibilisiert und die Datenqualität für eine aussagefähige Qualitätssicherung verbessert werden
Ein Kodierleitfaden für die Sepsis soll zur Qualitätsverbesserung bei der Behandlung der schweren Erkrankung beitragen. Foto: Anna Schroll/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Der jährlich am 13. September stattfindende Welt-Sepsis-Tag rückt die Sepsis in den Mittelpunkt, um die lebensbedrohliche Erkrankung bekannter zu machen und auf den Forschungsbedarf für eine sichere Erkennung und erfolgreichere Behandlung hinzuweisen. Als Sepsis wird die schwerste Verlaufsform einer Infektion bezeichnet, wenn die Abwehrreaktion dagegen auch körpereigenes Gewebe angreift und zu Organversagen führt. „Wir gehen davon aus, dass 2022 in Deutschland mindestens 65.000 Menschen an einer Sepsis gestorben sind. Diese Zahl ist etwa doppelt so hoch wie die Zahl der Todesfälle wegen Herzinfarkt und Hirninfarkt zusammen“, so der Generalsekretär der Deutschen Sepsisgesellschaft, Prof. Dr. Frank Brunkhorst.

Sepsis ist unterdokumentiert

Ergebnisse einer Studie am Universitätsklinikum Jena legen nahe, dass die Zahl noch weitaus höher sein könnte und auch in Kliniken noch Bedarf für eine bessere Wahrnehmung der Sepsis besteht. Das Versorgungsforschungsprojekt untersuchte, wie gut die Sepsis und Risikofaktoren für eine Sepsis in den Abrechnungsdaten von Krankenhäusern abgebildet werden. Dazu sichteten Ärztinnen und Ärzte aus der Intensivmedizin mehr als 10.000 Patientenakten in zehn Kliniken, um auf Basis aller verfügbaren Informationen Fälle mit Sepsis zu identifizieren. „Dabei stellten wir fest, dass nur 50% der so gefundenen Sepsisfälle in der Akte auch mit dem Begriff „Sepsis“ dokumentiert waren, und sogar nur in jedem dritten Fall ein korrekter Diagnosecode für die Sepsis in den Routinedaten auftauchte“, fasst Projektleiter Dr. Daniel Schwarzkopf das Ergebnis zusammen, das jetzt auch im Fachjournal Infection veröffentlicht wurde. Das Studienteam stellte zudem große Unterschiede der Kodierung zwischen den Kliniken fest. 

Qualitätssicherung ermöglichen

Die Kodierung verschlüsselt medizinische Diagnosen und Therapiemaßnahmen für die Abrechnung der Krankenhausleistungen. Diese Routinedaten sind die wichtigste Informationsquelle, um die Häufigkeit und Sterblichkeit der Sepsis in Deutschland zu ermitteln, und um die Versorgungsqualität der Krankenhäuser bewerten zu können. Genau das ist das Ziel des Deutschen Qualitätsbündnisses Sepsis, das am Universitätsklinikum Jena koordiniert wird und an dem über 60 Krankenhäuser deutschlandweit teilnehmen. „Für eine bessere Datengrundlage bei Qualitätssicherung in der Sepsisversorgung ist es von zentraler Bedeutung, dass bei der Dokumentation und Kodierung die aktuellen klinischen Definitionen und internationalen Diagnose-Klassifikationen berücksichtigt werden“, betont Dr. Ulf Dennler vom Universitätsklinikum Würzburg. Er ist Erstautor eines Kodierleitfadens, in dem das Qualitätsbündnis und die Deutsche Sepsisgesellschaft eine Handreichung für die Kodierung und Dokumentation von Sepsis und von Organversagen geben. Der Kodierleitfaden enthält zusätzlich Querverweise zur Qualitätssicherung. „Bislang ist die Kodierung der Sepsis nicht ausreichend, um die Daten für epidemiologische Studien oder das Qualitätsmanagement zu nutzen. Mit dem Leitfaden wollen wir die behandelnden Ärztinnen und Ärzte für Risikofaktoren und das frühzeitige Erkennen einer Sepsis sensibilisieren und die Routinedaten nutzbar machen für Qualitätssicherungsverfahren in der Sepsisbehandlung“, so die Autoren des Leitfadens.

Im Rahmen des Welt-Sepsis-Tages sowie der deutschlandweiten Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis informiert das Koordinationsteam des Deutschen Qualitätsbündnisses Sepsis am 13. September in der Magistrale des Universitätsklinikums Jena über Möglichkeiten der verbesserten Früherkennung und –behandlung, sowie Dokumentation und Kodierung der Sepsis.

Weitere Informationen:

Kontakt:

Dr. Daniel Schwarzkopf
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Daniel.Schwarzkopf@med.uni-jena.de  
Tel.: 03641/9323195



06.09.2023

Long-COVID: Besserung ist erreichbar, aber nicht bei allen Betroffenen

In einer Langzeitauswertung des Post-COVID-Zentrums am Universitätsklinikums Jena zeigten über 90% der mehr als 1000 betrachteten Patienten vielfache Langzeitsymptome nach einer COVID-19-Erkrankung. Weit über die Hälfte berichtete von Erschöpfung und Konzentrationsschwäche, die über die Zeit leicht abnahmen. Auch nach über einem Jahr leidet etwa ein Fünftel der Betroffenen an ME/CFS, einer durch Infektionen ausgelösten schweren neuroimmunologischen Erschöpfungserkrankung. Das Autorenteam betont, dass spezifische interdisziplinäre Therapiekonzepte und deren Evaluierung dringend notwendig sind.
Untersuchung im Post-COVID-Zentrum des Universitätsklinikums Jena. Foto: UKJ

Jena (vdG/UKJ) Etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen, die sich mit Sars-CoV2 infiziert hatten, leiden auch nach Monaten und sogar Jahren noch an Langzeitfolgen. Als eine der ersten Kliniken bundesweit richtete das Universitätsklinikum Jena (UKJ) eine spezielle Ambulanz für diese Patientinnen und Patienten ein. Mit Förderung des Freistaates Thüringen ist daraus ein interdisziplinäres die Post-COVID-Zentrum entstanden. „Mittlerweile haben sich knapp 3000 Erwachsene zu einer umfassenden Eingangsdiagnostik vorgestellt“, so PD Dr. Philipp Reuken, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin IV des UKJ. „Mit vielen vereinbaren wir in Abhängigkeit der Beschwerden und Vorbefunde Folgetermine, im Schnitt nach einem halben Jahr.“

Das Jenaer Post-COVID-Zentrum stellte jetzt eine Langzeitauswertung vor, in die die Daten von 1022 Patientinnen und Patienten aufgenommen werden konnten. Bei knapp der Hälfte davon wurde auch die Entwicklung bis zum Folgetermin betrachtet. Fast alle Betroffenen in der Studie beklagten mehrere Langzeitsymptome als Folge der Sars-CoV-2-Infektion. Am häufigsten gaben die Betroffenen neuropsychologische Symptome an: 80 Prozent litten an Fatigue, einer schweren Erschöpfung, zwei Drittel berichteten von Konzentrationsschwäche und über die Hälfte von Gedächtnisstörungen. Bei den körperlichen Symptomen überwogen Kopf- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Riech- und Schmeckstörungen. 

Ein Fünftel der Long-COVID-Betroffenen leidet auch nach über einem Jahr an ME/CFS

Beim Folgetermin bekundeten viele Patientinnen und Patienten eine leichte Verbesserung, die bei Fatigue und der Konzentrationsfähigkeit am deutlichsten war. Die objektiven Screeningergebnisse für Fatigue, Depressionsanzeichen und Gedächtnisvermögen ergaben bei der zweiten Visite jedoch kaum Verbesserungen im Vergleich zum ersten Besuch. Aber 30 Prozent der Betroffenen erfüllten die vollständigen Kriterien für ME/CFS. Das Kürzel steht für das Krankheitsbild einer schweren neuroimmunologischen Erschöpfungserkrankung, die durch Virusinfektionen ausgelöst werden kann, und deren Krankheitsmechanismen kaum verstanden sind. Auch bei der zweiten Visite litt noch jeder fünfte unter ME/CFS, dabei lag die Infektion bereits deutlich über ein Jahr zurück.

Typisch für ME/CFS ist, dass sich der Zustand der Betroffenen nach Anstrengung deutlich verschlechtert. „Deshalb ist es für diese Patienten besonders wichtig, ihre physischen und mentalen Kräfte konsequent einzuteilen. Das als Pacing bezeichnete Konzept spielt eine zentrale Rolle bei der Therapie“, betont Philipp Reuken. „Long-COVID ist eine langwierige Erkrankung, eine Verbesserung ist erreichbar, aber nur langsam.“

Ein großes Problem ist, dass ein relevanter Anteil der Patienten nicht mehr arbeiten gehen kann bzw. in der Versorgungsarbeit in der Familie deutlich eingeschränkt ist. Das macht die soziale Dimension der Erkrankung deutlich. „Wir benötigen spezifische interdisziplinäre Therapiekonzepte und müssen diese in Studien evaluieren, um den Patientinnen und Patienten eine zielgerichtete, aber eben auch wirksame Behandlung anbieten zu können“, sagt Prof. Dr. Andreas Stallmach, der Leiter des Post-COVID-Zentrums am UKJ. Er ist einer der Tagungspräsidenten des 2. Long-COVID-Kongresses in Jena, der sich im November neben neuen Forschungsergebnissen zur Erkrankung vor allem mit der Teilhabe der Betroffenen am sozialen und Arbeitsleben beschäftigt.

Originalpublikation:

Reuken, P.A., Besteher, B., Finke, K. et al. Longterm course of neuropsychological symptoms and ME/CFS after SARS-CoV-2-infection: a prospective registry study. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci (2023). https://doi.org/10.1007/s00406-023-01661-3

Weitere Informationen:

Kontakt:

PD Dr. Philipp Reuken, Prof. Dr. Andreas Stallmach
Klinik für Innere Medizin IV, Post-COVID-Zentrum, Universitätsklinikum Jena
Tel.: +49 3641 9234504
E-Mail: Philipp.Reuken@med.uni-jena.de, Andreas.Stallmach@med.uni-jena.de  



04.09.2023

Nicht verpassen! 06.-08.09.23 Sepsis Update in Weimar

Das CSCC ist auch zum 11. Sepsis-Update wieder in Weimar vertreten.

Der Deutschen Sepsisgesellschaft ist es wieder gelungen, anlässlich eines der wichtigsten Sepsis-Kongresse ein exzellentes wissenschaftliches Programm auf die Beine zu stellen und die internationale Elite der Sepsisforschung in Weimar zu versammeln.

Unter dem Motto „Immunotherapies – Advances and Adaptions“ erwarten die Besucher interessante Workshops, spannende Vorträge und vielfältige Posterpräsentationen.

Natürlich wird auch das CSCC in Weimar vertreten sein.

CSCC-Wissenschaftler leiten z. B. Workshops wie den der " European Group on Immunology of Sepsis (EGIS)" oder die "Joint session: German Center for Infection Research and German Sepsis Society " und verschiedene Vortragsreihen. 

Die Vorstellung neuester Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Arbeitsgruppen erfolgt während der Postervorstellungen. 

Und natürlich freut sich das Team der Geschäftsstelle auf Ihren Besuch am CSCC-Infosstand im Foyer. 

Das Kongressprogramm finden Sie hier!

 



01.09.2023

2. Long-COVID-Kongress im November in Jena

Experten diskutieren internationale Erkenntnisse zu den Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion – neue Therapieansätze, Prävention und Rehabilitation

Jena. Nach überstandener Corona-Pandemie ist Long COVID immer noch ein Thema. Während in vielen Bereichen der Gesellschaft nach größeren „Infektionswellen“ der Weg zurück zur Normalität beschritten werden konnte, ist das Leben für viele Erkrankte nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion nicht mehr wie vorher. Sie gelten als genesen, fühlen sich aber alles andere als gesund. Ausgeprägte Erschöpfung, kognitive Einschränkungen und vielfältige weitere Symptome können Gesundheit und Lebensqualität stark einschränken. Aktuelle Daten weisen verstärkt darauf hin, dass Long COVID eine Herausforderung für unser Gesundheitswesen und unsere Gesellschaft ist. Nach dem großen Erfolg des 1. Long-COVID-Kongresses wird auch 2. Kongress des Ärzte- und Ärztinnenverbandes Long COVID in Jena unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow stattfinden.

"Wir gehen davon aus, dass ein relevanter Anteil derjenigen, die nach einer Corona-Infektion erkrankt sind, mit Long-COVID-Symptomen zu kämpfen haben“, so Karl Lauterbach. „Das bedeutet für den Einzelnen häufig einen harten Schicksalsschlag und kann sogar für den Arbeitsmarkt relevant werden, wenn die Anzahl der Erkrankten weiter steigt.” Vor diesem Hintergrund stellen die Veranstalter des Long-Covid-Kongresses, der Ärzte- und Ärztinnenverband Long COVID und das Universitätsklinikum Jena, die zweite Tagung in Jena unter das Motto „Teilhabe mit Long COVID: COVID-19, Sepsis und entzündungsassoziierte Folgeerkrankungen“.

Die Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie, Universitätsklinikum Jena und Prof. Dr. med. Martin Walter, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Universitätsklinikum Jena und Präsident des Ärzte und Ärztinnenverbands Long COVID, betonen: „Unser Wissen um die Formen und Ursachen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach einer SARS-COV2 Infektion ist dank der weltweiten vernetzten Aktivitäten deutlich vorangeschritten. Viele Therapieansätze befinden sich aktuell in klinischer Erprobung. Es ist eine gute Zeit, neue Forschungsergebnisse zusammenzutragen, diese kritisch von allen Seiten zu diskutieren und wichtige Erkenntnisse über Therapien, aber auch Prävention und Rehabilitation mit Versorgern, Betroffenen sowie Akteuren des Gesundheitswesens zu teilen und bessere Strategien für kommende Pandemien zu entwickeln.“

Beide Kongresspräsidenten erleben in ihrer klinischen Praxis am interdisziplinären Post-COVID-Zentrum des Jenaer Uniklinikums, dass Betroffene auch mehrere Jahre nach Auftreten der ersten Post COVID-Symptome anhaltende Beschwerden zeigen, die sie in der Teilhabe am Leben stark beeinträchtigen – sowohl bei der Arbeit als auch im Privaten. Erfahrungen und Forschung zu vernetzten Versorgungsstrukturen stehen genauso im Fokus des Kongresses wie konkrete Lösungsvorschläge, mit Beeinträchtigungen im beruflichen Umfeld umzugehen, um Patientinnen und Patienten wieder zu integrieren und ihnen eine angemessene Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

Mit einem vielfältigen Programm bietet die hochkarätige Fachtagung einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung sowie den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und Therapiestudien zu den Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion. Die Schwerpunkte des zweitägigen Kongresses umfassen Pathomechanismen, neue Therapieansätze, Rehabilitation und entzündungsassoziierte Folgeerkrankungen wie z. B. nach einer Sepsis. Im Vordergrund stehen Präsentationen und Diskussionen aktueller Projekte und die interdisziplinäre und transsektorale Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten in allen Long COVID betreffenden Bereichen als auch in der Versorgung tätigen Vertretern aller medizinischen Fachrichtungen, vor allem auch der hausärztlichen Medizin, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Klinik.

Neben Sitzungen zur Rehabilitation und Physikalischen Therapie, Gesundheitsökonomie und Epidemiologie, Long COVID bei Kindern sowie der Auseinandersetzung mit psychiatrischer, psychosomatischer und psychologischer Unterstützung gibt es ein Fortbildungssymposium für primärversorgende Ärztinnen und Ärzte, ein Netzwerksymposium zu Verbundforschung und ein Symposium für Betroffene, das von Long COVID Deutschland ausgerichtet wird.

Renommierte internationale Fachleute werden englischsprachige Sessions durchführen zu den Themen „Pathophysiology, Pathogenesis, PostVac“,  „Pathophysiology – Differences and similarities of sepsis, COVID-19, and other inflammatory conditions“,  „Return to work – chance and challenge“,  „Evidence-based therapeutic approaches and current studies“ und schließlich  „Lessons learned – Therapeutic and preventive experiences from other cases, such as sepsis, for Long COVID and vice versa“. Es geht um Entstehung und Entwicklung krankhafter Funktionsstörungen von Long COVID mit den daran beteiligten Ursachen, das Post-Vac-Syndrom mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach einer Corona-Schutzimpfung, die zum Teil den Symptomen bei Long COVID ähneln, sowie um Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Sepsis, COVID-19 und anderen entzündlichen Erkrankungen. Weitere Themen sind die Rückkehr in den Beruf als Chance und Herausforderung sowie evidenzbasierte Therapieansätze und aktuelle Studien. 

Mit Spannung wird die Plenarsitzung zur Frage "Was haben wir aus COVID-19 gelernt?" erwartet. Ein weiteres Kongress-Highlight ist die interdisziplinäre Podiumsdiskussion zum Thema "Teilhabe mit Long COVID".

Alle Informationen und das wissenschaftliche Programm mit aktuellen Vorträgen und Sitzungen sind auf der Kongress-Homepage www.long-covid-kongress.de abrufbar.



Diesjährige CSCC-Mitgliederversammlung fand am 30. August statt

31.08.2023

CSCC Mitgliederversammlung 2023

Die CSCC-Zentrumsleitung und die Geschäftsstelle legt Jahresbericht vor und gibt einen Ausblick auf kommende Aktivitäten.

Am 30.08.2023 war es wieder soweit.

Die CSCC-Zentrumsleitung lud zur jährlichen Mitgliederversammlung ein und viele Zentrumsmitglieder folgten der Einladung nach Lobeda. Nach Jahren digitaler Treffen war es endlich wieder möglich, sich persönlich auszutauschen und beim Get-Togheter eine Leckerei vom Rost zu genießen. 

Die Geschäftsführung stellte zusammen mit Mitgliedern der Zentrumsleitung und der Geschäfststelle den Jahresbericht 2022/2023 vor und gab einen Ausblick auf geplante Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten. 

Dabei wurde deutlich, was im Schwerpunkt Sepsis und Infektionsmedizin im vergangenen Jahr geleistet wurde und wie viele erfolgversprechende Inititativen geplant sind. 

Somit wurde es ein rundum gelungener Abend und wir freuen uns das kommende Jahr CSCC-Arbeit mit all unseren Mitgliedern. 

Das Team der Geschäftstelle und die CSCC-Zentrumsleitung 



24.08.2023

DFG fördert Erforschung von autoimmunen Gehirnentzündungen

In der interdisziplinären und translational ausgerichteten Forschungsgruppe SYNABS erforschen Neurologen, Physiologen, Neuroimmunologen und Mikroskopieexperten die Krankheitsmechanismen von autoimmun bedingten Hirnentzündungen. Nach der positiven Evaluation verlängert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Förderung der am Universitätsklinikum Jena koordinierten Gruppe.
Das Team der SYNABS-Forschungsgruppe bei der Vor-Ort Begutachtung. Foto: Melanie Brese/UKJ

Jena (vdG/UKJ) Autoimmun bedingte Gehirnentzündungen sind seltene, aber schwere und mitunter lebensbedrohliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Dabei richtet sich die körpereigene Abwehr gegen verschiedene Rezeptoren an den Kontaktstellen der Nervenzellen, den Synapsen, und stört dadurch die Signalübertragung im Gehirn. Bei den Betroffenen, meist jungen Erwachsenen, treten Psychosen wie Halluzinationen, epileptische Anfälle und Bewusstseinstrübungen bis zum Koma auf. In der Forschungsgruppe SYNABS untersuchen Neurologen, Neurowissenschaftler, Physiologen, Neuroimmunologen und Biotechnologen mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Mechanismen verschiedener Formen der Erkrankung. Das Ziel des SYNABS -Teams ist dabei ein tiefgehendes Verständnis der Erkrankungen und die Entwicklung zielspezifischer Therapieansätzen.

„Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen vor allem für die experimentellen Arbeiten konnten wir in den vergangenen drei Jahren wichtige Ergebnisse erzielen“, resümiert SYNABS-Sprecher Prof. Dr. Christian Geis vom Universitätsklinikum Jena. Als Beispiel führt er die Entdeckung eines Wirkstoffkandidaten an, der sich in Zell- und Tierversuchen als wirksam gegen eine Form der autoimmunen Gehirnentzündungen erwiesen hat. Insgesamt veröffentlichte die Forschungsgruppe über 60 Fachartikel. Ein international ausgerichtetes Fachsymposium mit Teilnahme der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet ermöglichte die Gruppe zudem den direkten wissenschaftlichen Austausch.

Mit ihren bisherigen Ergebnissen und den weiteren Forschungsvorhaben der engen interdisziplinären Kooperation an acht Standorten in Deutschland und Österreich überzeugte SYNABS bei der Evaluierung, so dass die DFG den Verbund für weitere drei Jahre fördert. „Die Mechanismen der autoimmunen Gehirnentzündung sind ein spannendes und klinisch relevantes Forschungsthema“, erklärt der Neurologe Christian Geis. „Die meisten Autoantikörper führen sehr spezifisch zu Funktionsstörungen, wodurch wir bei diesen Erkrankungen einen besonderen Einblick in die physiologische und krankhafte Funktion von Nervenzellen gewinnen und damit auch viel über grundlegende Prinzipien der Gehirnfunktion lernen können.“ Diese translationalen Fragestellungen bearbeiten die Forschungsteams in acht Teilprojekten, die sich verschiedenen Formen der Erkrankung widmen und im steten Austausch von Modellen, Methoden und Ergebnissen stehen. Dieses vernetzte und vergleichende Vorgehen bei der Analyse der Krankheitsformen ist extrem wichtig für die spätere Anwendung der Ergebnisse in der Klinik.

Die internationale Vernetzung der SYNABS-Gruppe wird gestärkt durch die Beteiligung von renommierten Wissenschaftlern aus Spanien und Japan, die als Mercator-Fellows gefördert werden. Und auch ein zweites internationales Symposium ist in zwei Jahren geplant, um Ergebnisse und neue Ansätze in der Fachcommunity zu diskutieren.

Weitere Informationen:

SYNABS-Partner:

  • Universitätsklinikum Jena, Klinik für Neurologie
  • Universität Leipzig, Carl-Ludwig-Institut für Physiologie
  • Humboldt Universität Berlin, Charité, Klinik für Neurologie,
  • Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Berlin
  • Universität Würzburg, Physiologisches Institut, Biozentrum;
    Universitätsklinikum Würzburg, Neurologische Klinik, Institut für Klinische Neurobiologie
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg
  • Technische Universität Braunschweig, Abteilung Biotechnology
  • Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), Wien/Klosterneuburg
  • MedUni Wien, Klinisches Institut für Neurologie (Obersteiner Institut)

Mercator Fellows:

  • Professor Josep Dalmau, Institut d'Investigacions Biomèdiques August Pi i Sunyer (IDIBAPS), Hospital Clinic IDIBAPS Barcelona, Department of Neurology
  • Professor Masaki Fukata, National Institute for Physiological Sciences, Okazaki

Homepage der DFG-Forschungsgruppe SYNABS: SYNABS (uniklinikum-jena.de)

Kontakt:

Prof. Dr. Christian Geis
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: +49 3641 9323541
E-Mail: Christian.Geis@med.uni-jena.de    



28.06.2023

3. Treffen der Mitglieder des Post-COVID-Zentrums

Mitglieder des Post-COVID-Zentrums tauschen sich zu aktuellen Entwicklungen zu Forschung und Behandlung des Post-COVID-Syndroms aus

Am 27.06.23 fand das 3. Treffen des Post-COVID-Zentrums am Universiätsklinikum statt. Dabei standen neueste Entwicklungen im Bezug auf die Behandlung und die Erforschung des Krankheitsbildes im Vordergrund.                 

Ärzte und Wissenschaftler aus neun Kliniken bzw. Instituten stellten dabei neueste Projektergebnisse vor, diskutieren aktuelle Behandlungsansätze und vertieften die gemeinsame Zusammenarbeit. 

Da dieses Veranstaltungsformat großen Anklang fand, ist eine Fortführung im Herbst fest eingeplant.

Vielen Dank an alle Vortragenden!



28.06.2023

Promotionspreis für ehemaligen CSCC-Doktoranden

Dr. Christian König erhält Promotionspreis für seine medizinische Promotion
 

Die medizinische Fakultät hat im Juni drei mit 750,-€ dotierte Promotionspreise vergeben.

Wir freuen uns sehr, dass dabei Dr. Christian König eine ehemaliger CSCC-Doktorand für seine Arbeit zur Lebensqulatät von Sepsis-Überlebenden ausgezeichnet wurde.

Wir gratulieren herzlich und wünschen Herrn König für seine weitere Zukunft alles Gute !



16.06.2023

ImmunoSep-Studiengruppe trifft sich in Jena

Internationales Studienteam tagt in Jena

Personalisierten Immuntherapie bei Sepsis - das ist der Schwerpunkt des seit 2020 EU-finanzierten Projekts ImmunoSep.  Ziele des internationalen Projektteams aus neun verschiebenden Ländern ist die Durchführung einer Proof-of-Concept-Studie un die Entwicklung einer Theranostik-Plattform der nächsten Generation für zukünftige personalisierte Immuntherapiestudien bei Sepsis. 

Vom 08.-09. Juni 2023 fanden sich die Partner zum 3. Studientreffen in Jena zusammen. Hoch über den Dächern Jenas wurden über Projekfortschritte, Herausforderungen und kommende Aufgaben diskutiert. 

 

Einen Eindruck der Saalestadt vermittelte Prof. Michael Bauer (UKJ) in einer eigens von ihm geleiteten Stadtführung.

Wir haben uns gefreut, das Jenaer Team um Prof. Sebastian Weis und Prof. Michael Bauer bei der Durchführung unterstützen zu können. 

Projekthomepage

Pressemitteilung zum Projektstart 

   

 



03.05.2023

BMBF veröffentlicht Beitrag zur klinischen Forschung am CSCC

Warum klinische Studien auch ohne Therapieerfolg von großem Nutzen sind

Der aktuelle Newletter des BMBF zur Gesundheitsforschung widmet sich in einem Beitrag der Bedeutung der klinischen Forschung im Bereich der Intensivmedizin. 

Im Interview mit den CSCC-Sprechern Prof. Michael Bauer und Prof. André Scherag wird dabei die Frage beantwortet, warum die Ergebnisse der kürzlich hochhrangig veröffentlichten CSCC-Studien (REMOVE, Target, CandiSep), die nicht den gewünschen Therapieerfolg zeigten, trotzdem von großer Bedeutung für die Patienten sind und relevant für die Entwicklung von Leitlinien sind. 

Das gesamte Interview ist nachzulesen unter www.gesundheitsforschung-bmbf.de

 



24.04.2023

4th World-Sepsis-Congress

Vom 25.04.23 ab 14.00Uhr bis zum 26.04.23 um 23:45Uhr findet der 4. World-Sepsis-Congress statt. 

Viele internationale Sprecher setzen sich in 16 Sessions mit allen Aspekten rund um das Thema Sepsis auseinander.

 

Die Teilnahme am Online-Kongress ist kostenlos. 

4th World Sepsis Congress



13.04.2023

Austausch zur Mikrobiomforschung

Vernetzung am UKJ
Bild: AdobeStock_vrx123

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Geburtsmedizin organisiert das CSCC den       2. interkollegialen Austausch in Bezug auf die Mikrobiomforschung am UKJ. 

Wann:         26. April 2023, 14:00 -17:30 Uhr

Wo:              Seminarraum 10 (Gebäude F2, Am Klinikum 1) 

Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind hehrzlich eingeladen!

Agenda der Veranstaltung

Poster der Veranstaltung 

 Für die Veranstaltung wurden 4 Fortbildungspunkte (Kategorie A) durch die Landesärztekammer bewilligt.

 

 



13.03.2023

Langzeitfolgen im Fokus

UKJ zieht Bilanz nach drei Jahren Pandemie
Elektronenmikroskopische Aufnahme von SARS-CoV-2 Viren auf einer Lungenzelle. Foto: Dr. Sandor Nietzsche/Elektronenmikroskopisches Zentrum/UKJ Jena (UKJ/kbo).

Jena (UKJ/kbo). Es war der 3. März 2020, als in Thüringen die erste Infektion mit dem Coronavirus vom Robert-Koch-Institut gemeldet wurde. Eine Woche später, am 11. März, kam der erste Corona-Patient ans Universitätsklinikum Jena (UKJ). Mit einem Schlag drehte sich auch an Thüringens einzigem Universitätsklinikum alles um dieses neuartige Virus – um die Erkrankung COVID-19, die es auslöste, um die Behandlung der zahlreichen Patienten und um den Schutz vor dem Virus. Schnell war das UKJ, das schwerpunktmäßig an der besseren Diagnose und Behandlung von Sepsis und Infektion forscht, als wissenschaftlicher Ratgeber und medizinische Leiteinrichtung bei der Bewältigung der Pandemie in Thüringen gefragt. Im Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung konnten die Mediziner am UKJ auch auf Forschungserfahrungen mit den Langzeitfolgen von schweren Infektionen zurückgreifen.

"Die Pandemie hat gezeigt, dass oftmals schnelle und pragmatische Entscheidungen getroffen werden müssen, auch wenn die medizinische Evidenz zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht vorliegt. Ein Beispiel dafür ist die erfolgreiche Ersteinführung der Maskenpflicht in Jena, die zum damaligen Zeitpunkt die Neuinfektionen enorm reduzierte“, betont Professor Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene.

Die Bilanz:

  • In drei Jahren Corona behandelt das UKJ als Level-1-Klinikum über 3.500 Patienten stationär, davon annähernd 500 auf den Intensivstationen mit teils schwersten Krankheitsverläufen und künstlicher Beatmung.
  • Expertenrat: Ärzte und Wissenschaftler des UKJ gehören zum Wissenschaftlichen Beirat der Landesregierung Thüringen und beraten zudem als Teil des Krisenstabs die Stadt Jena. Jena war die erste Stadt bundesweit, die ab April 2020 auf die Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus setzte – auf Grundlage der Expertenmeinung des UKJ.
  • Intensivmedizinische Herausforderungen: Das UKJ koordiniert federführend für Thüringen im ostdeutschen Raum im bundesweiten Kleeblatt-System die Verlegung von intensivpflichtigen COVID-19-Patienten. Für die bestmögliche intensivmedizinische Behandlung etabliert das UKJ das telemedizinische Netzwerk SAT4COV in Thüringen, das die Zusammenarbeit Thüringer Kliniken stärkt.
  • Mit der Einführung der Impfung Ende 2021 nimmt die Zahl der schweren, intensivpflichtigen COVID-19-Fälle deutlich ab.
  • Als erste Uniklinik bundesweit etabliert das UKJ im August 2020 eine Post- bzw. Long-Covid-Ambulanz für Erwachsene und im März 2021 eine entsprechende Ambulanz für Kinder und Jugendliche. Seit Oktober 2021 gibt es am UKJ ein Post-COVID-Zentrum, das unterschiedliche Fachbereiche unter einem Dach vereint.
  • Zwei Experten aus dem UKJ sind im Vorstand des bundesweiten Ärzte- und Ärztinnenverbandes Long-COVID, Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Martin Walter (Präsident), und Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Post-COVID-Zentrums, Prof. Andreas Stallmach (Vorstand).
Etwa 500 Patienten mit teils schwersten Krankheitsverläufen wurden auf den Intensivstationen des UKJ behandelt. Foto: Inka Rodigast/UKJ

Die gute Nachricht nach drei Jahren Pandemie: Die Situation um die akuten Coronainfektionen hat sich mittlerweile deutlich entspannt. Heute kommen kaum noch Patienten wegen COVID-19 ins Klinikum, sondern mit Corona als Begleitinfektion. „Wenn man bedenkt, dass COVID-19 immer noch ein sehr neues Krankheitsbild ist, haben wir sehr schnell Behandlungs- und Managementstrategien, einschließlich des Einsatzes neuer Medikamente und Therapiemöglichkeiten bei COVID-19 entwickelt. Nicht zuletzt durch die Impfung wurden viele schwere Verläufe verhindert“, bilanziert Professor Michael Bauer, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Die weniger erfreuliche Nachricht: Corona wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. „Etwa fünf bis zehn Prozent aller Menschen, die sich mit SARS-CoV2 infiziert haben, entwickeln Long-COVID. Das macht allein in Thüringen etwa 80.000 Menschen“, weiß Professor Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Long-COVID-Zentrums am UKJ. Denn insgesamt hat annähernd jeder zweite Thüringer und jede zweite Thüringerin in den vergangenen drei Jahren eine SARS-CoV2-Infektion durchgemacht, rund 880.000 Menschen. Der Fokus hat sich damit von der akuten Infektion hin zu den Langzeitfolgen verschoben. Die Versorgung von Patienten mit Long-COVID bleibt weiterhin eine große Herausforderung.

Als erste Uniklinik bundesweit eröffnete das Uniklinikum Jena eine Post-COVID-Ambulanz für Erwachsene und eine für Kinder. Foto: UKJ

Und das, obwohl Thüringens einziges Universitätsklinikum früh den Behandlungsbedarf für Post- und Long-COVID-Patienten erkannt – und entsprechend gehandelt hat. Im Post-COVID-Zentrum des UKJ sind nach aktuellem Stand 1.800 Erwachsene in Behandlung. Dazu kommt noch eine große Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die aus ganz Deutschland nach Jena kommen. Die Warteliste ist lang. Mehr als 300 Patientinnen und Patienten müssen sich derzeit in Geduld üben, denn die Termine sind bereits bis Ende des Jahres ausgebucht.

Forschung braucht Zeit

Schon länger ist das Krankheitsbild Long-COVID auch in den Fokus der Forschung gerückt, zahlreiche Studien dazu laufen – auch am UKJ. Der erste Internationale Long-COVID-Kongress fand im vergangenen Jahr in Jena statt, bei dem sich über 2.000 Experten und Betroffene ausgetauscht haben. Für diesen November ist bereits der zweite Kongress geplant. „Wir haben eine Vielzahl an Studien, unterfüttert mit Forschungsgeldern. Das, was wir noch nicht ausreichend hatten, ist Zeit. Die braucht es aber für valide und seriöse Ergebnisse und letztlich auch für eine erfolgreiche Strategie zur Behandlung von Long-COVID-Patienten“, resümiert Stallmach.

Was es ebenfalls laut Stallmach braucht: Räume, Infrastruktur und Kapazitäten. Derzeit wird überlegt, inwieweit das Post-COVID-Zentrum am UKJ in Zukunft erweitert werden kann. „Wenn man etwa 3.000 Patientenkontakte im Jahr hat, braucht man eine gewisse Infrastruktur, um eine Therapie für die Patienten angemessen umsetzen zu können“, sagt er.

Weitere InformationenPost-COVID-Zentrum am UKJ



28.02.2023

PD Dr. Mahmoud Diab erhält Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie

Forschungspreis für REMOVE-Studie
DGTHG-Sekretär Prof. Dr. Andreas Markewitz überreicht Ernst-Derra-Preis an PD. Dr. M. Diab

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie verlieh im Rahmen 52. Jahrestagung 2023 in Hamburg, den mit 7.500 Euro dotierten Ernst-Derra-Preis an PD. Dr. med. Mahmoud Diab, Oberarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Geehrt wurde Herr Diab für seine Arbeit zur Untersuchung der Rolle von zirkulierenden Entzündungsmediatoren bei infektiöser Endokarditis und zum Einfluss von Endokarditis-induzierten Komorbiditäten auf das klinische Ergebnis.

Die multizentrische Studie "REMOVE" wurde im Rahmen des CSCC gefördert.

Weitere Informationen erhalten Sie HIER. 

Wir gratulieren herzlich!



Prof. Mathias Pletz ist neuer Präsident der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie e.V.

28.10.2022

Prof. Mathias Pletz ist neuer Präsident der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie e.V.

Mitglied der CSCC-Zentrumsleitung wurde zum Präsidenten der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie e.V. gewählt
Prof. Dr. med. Mathias Pletz - Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena

Jena (UKJ | kh) – Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena Prof. Dr. med. Mathias Pletz wurde diese Woche zum Präsidenten der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie e.V. gewählt, eine renommierte wissenschaftliche Plattform, die seit 1967 den interdisziplinären Austausch zu Forschung und optimalen Einsatz antiinfektiver Substanzen fördert und Herausgeber verschiedener Behandlungsleitlinien für Infektionskrankheiten ist. Diese Leitlinien unterstützen Ärzte im niedergelassenen Bereich sowie in Krankenhäusern oder weiteren Einrichtungen in ihrer täglichen Arbeit und im Umgang mit Antibiotika. Sie stellen umfangreiches Wissen zu den Antibiotikaresistenzen zusammen, bewerten und beschreiben das derzeitige Vorgehen der Wahl – immer im Blick das Wohl der Patienten.

Prof. Dr. med. Mathias W. Pletz war zuvor bereits langjähriges Vorstandsmitglied und übernimmt nun den Posten des Präsidenten von Prof. Dr. med. Christian Bogdan, Direktor des Instituts für Mikrobiologie des Universitätsklinikums in Erlangen, bis 2024. Pletz sagt zu seiner Wahl: „Ich freue mich über das in mich gesetzte Vertrauen und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Pandemie hat gezeigt, welche Rolle Infektionen auch in modernen Industrienationen spielen. Allerdings gibt es zu wenig Expertise – in Deutschland wurde z. B. erst 2020 ein entsprechender Facharzttitel für Infektionsmedizin eingeführt.“ Als Direktor und Facharzt für Innere Medizin & Pneumologie mit den Zusatzbezeichnungen » Klinische Infektiologie und Krankenhaushygiene bringt Mathias Pletz nun seine ganze Expertise in die Weiterentwicklung der Gesellschaft ein. „Wir müssen vor allem viele jüngere Menschen aus den Bereichen der Human- und Tiermedizin, Pharmakologie, Mikrobiologie und anderer Lebenswissenschaften für dieses wichtige Thema begeistern, entsprechend fortbilden und vernetzen, die besten Ideen entstehen an den Nahtstellen der verschiedenen Fächer.“



UKJ beteiligt sich an digitaler Gesundheitsstudie

26.10.2022

UKJ beteiligt sich an digitaler Gesundheitsstudie - aktuell mit Erhebungen zu Long-COVID oder Impfen

Die Bürgerinnen und Bürger in Thüringen sind zur Teilnahme an DigiHero eingeladen. Die von der Universitätsmedizin Halle aufgebaute Umfrageplattform ist ein Tool der Digitalen Gesundheitsforschung. Forschende können schnelle Rückmeldungen zu aktuellen medizinischen Themen erhalten und auch Langzeitbeobachtungen durchführen. Über DigiHero haben Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur aktiven Kommunikation über Gesundheit und Versorgungsfragen und zur direkten Beteiligung an der Wissenschaft.
Das Universitätsklinikum Jena beteiligt sich an der Digitalen Gesundheitsstudie DigiHero und lädt in Thüringen zur Beteiligung ein. Foto: Anna Schroll/UKJ

(UKJ/vdG). „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger in Thüringen einladen, mit uns Wissenschaft für die Region zu machen“, sagt Prof. Dr. André Scherag. Mit einem interdisziplinären Jenaer Forschungsteam beteiligt sich der Epidemiologe vom Universitätsklinikum Jena deshalb an DigiHero, einer digitalen Plattform zur Gesundheitsforschung. Das zunächst für Corona-Befragungen von der Universitätsmedizin Halle aufgebaute Online-Umfrageportal ist zu einer deutschlandweiten Studie gewachsen. „Über digitale Methoden ist es möglich, schnell und regionenübergreifend miteinander zu kommunizieren. Je breiter die Beteiligung ist, desto besser können wir auch regionale Unterschiede in der Gesundheitssituation der Bevölkerung betrachten.“

Derzeit untersucht das Studienteam, die Belastung durch Long-COVID-Symptome, eine andere Befragung dreht sich um Impfungen. Geplant sind auch Umfragen zu Themen wie Gesundheitsverhalten, Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen oder zum körperlichen und seelischen Befinden. Neben Umfragen ist im weiteren Verlauf der Einsatz von neuen, digitalen Methoden geplant wie z.B. von Uhren am Handgelenk, die Bewegung und Puls messen. Auch weitere Haushaltsmitglieder der Teilnehmenden sollen angesprochen werden, um bei Familienthemen verschiedene Perspektiven erfahren zu können. Generelles Ziel der nach und nach größer werdenden Kohorten-Studie ist es, Risikofaktoren für die Entstehung chronischer Erkrankungen zu untersuchen, Faktoren für gesundes Altern zu identifizieren sowie die gesundheitliche Versorgung in ländlichen gegenüber urbanen Gebieten abzubilden.

Mitmachen bei der digitalen Gesundheitsforschung in Thüringen

Das Jenaer DigiHero-Team schreibt im November über zehn Prozent der Thüringer Bevölkerung, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden, an und lädt sie zur Beteiligung ein. Mitmachen kann man natürlich auch ohne schriftliche Einladung, einfach durch Registrierung auf www.medizin.uni-halle.de/digihero-th. Dann folgen per E-Mail Einladungen zu den jeweils aktuellen Umfragen, die online mit Smartphone oder am Rechnerbeantwortet werden können. Die Antworten werden datenschutzkonform nur anonymisiert ausgewertet, und die Teilnahme kann jederzeit widerrufen werden.

Nicht anonym sollen die Ergebnisse der Studie bleiben. „Digitale Umfragen lassen sich schnell in die Plattform implementieren, wir erhalten schnelle Antworten, die sich schnell auswerten lassen. Damit können wir über aktuelle Themen am Puls der Zeit informieren – und tun das auch unmittelbar auf der Plattform“, betont André Scherag. Die aktive Kommunikation ist ein zentraler Punkt von DigiHero, es ist vorgesehen, dass die Teilnehmenden auch Vorschläge und Themen für Untersuchungen einbringen können und so eine echte Bürgerbeteiligung an der Wissenschaft entsteht.

Flyer DigiHero-Thüringen

Weitere Informationen: www.medizin.uni-halle.de/digihero-th

Kontakt:

Prof. Dr. André Scherag
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/9-396951 
E-Mail: Andre.Scherag@med.uni-jena.de 



09.09.2022

Medikamentenspiegel-gesteuerte Antibiotikadosierung bei Sepsis

Medikamentenspiegel-gesteuerte Antibiotikadosierung bei Sepsis In der Target-Studie untersuchte ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Jena, ob die an der Konzentration im Blutplasma ausgerichtete Dosierung der Antibiotikatherapie bei Sepsis einen Vorteil bringt. Im Fachjournal Intensive Care Medicine stellt das Team die Ergebnisse einer kontrollierten multizentrischen Studie vor: In Bezug auf die Organfunktion konnten nur minimale, für Sterblichkeit und Heilungsrate geringe Verbesserungen erreicht werden, die jedoch nicht statistisch signifikant waren.

Jena (vdG/UKJ). Die frühzeitige und ausreichende Gabe von Antibiotika ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie gegen eine Sepsis. Bei dieser lebensbedrohlichen Erkrankung schädigt die Immunreaktion auf eine Infektion die eigenen Organe so, dass deren Funktion schwer beeinträchtig ist. Jedoch liegen bei etwa der Hälfte der Patientinnen und Patienten mit Sepsis die Antibiotikaspiegel zu hoch oder zu niedrig, wenn die Dosierung nach Empfehlung in der Fachinformation durchgeführt wird. Das haben frühere Studien gezeigt. Die Ursachen hierfür sind zum Beispiel die Funktionsstörungen von Leber oder Nieren, die die Antibiotika nicht mehr ausreichend abbauen bzw. ausscheiden können. Ebenso kann die häufig zur Stabilisierung des Blutdrucks bei der Sepsisbehandlung erforderliche Flüssigkeitstherapie zu einer „Verdünnung“ der Antibiotika führen. Damit steigt die Gefahr für die ungenügende Bekämpfung der Infektion oder aber für Vergiftungserscheinungen.

Das Center for Sepsis Control and Care am Universitätsklinikum Jena, das als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde, initiierte deshalb die Target-Studie, deren Ergebnisse im Fachjournals Intensive Care Medicine veröffentlicht wurden. Die randomisierte, multizentrische Studie testete den Erfolg einer mit Hilfe von therapeutischem Drug-Monitoring optimierten Antibiotikabehandlung. Dazu nahm das Studienteam von Januar 2017 bis Dezember 2019 an neun Zentren in Deutschland insgesamt 249 erwachsene Patientinnen und Patienten mit Sepsis oder septischem Schock in die Studie auf, die zufällig zwei Gruppen zugeordnet wurden.

Eine Gruppe erhielt eine kontinuierliche Infusion mit dem Wirkstoffkombination von Piperacillin und Tazobactam als Breitbandantibiotikum entsprechend der Herstellerdosierungsempfehlung. Die zweite Gruppe wurde mit demselben Medikament behandelt, wobei täglich die Wirkstoffkonzentration im Blutplasma gemessen und die Dosis, wenn nötig, angepasst wurde, um eine festgelegte Zielkonzentration zu erreichen. Rückstellproben ermöglichten später für die Auswertung auch die taggenaue Spiegelbestimmung in der Kontrollgruppe.

Große Schwankungen in der Pharmakokinetik

Den Behandlungserfolg maß das Studienteam an der Organfunktion beim Verlassen der Intensivstation oder am zehnten Behandlungstag und verglich auch die Sterblichkeit nach 28 Tagen und den Erfolg der Erregerbekämpfung. In der Monitorgruppe musste an mehr als der Hälfte der Behandlungstage die Dosis korrigiert werden, etwa gleichhäufig nach oben und nach unten. Der Wirkstoffspiegel erreichte dadurch häufiger den Zielwert als in der Kontrollgruppe. „Allerdings konnte auch mit der Monitoring-gesteuerten Dosierung nur bei einem Drittel der Patienten die angepeilte Wirkstoffkonzentration erreicht werden“, so Studienleiter PD Dr. Stefan Hagel. „Bei Sepsispatienten treten so große Schwankungen in der Pharmakokinetik auf, dass eine exakte Zielanpassung sogar mit Wirkstoffmonitoring schwierig ist.“

In Bezug auf die Organfunktion konnte die Studie keinen Unterschied zwischen den Gruppen feststellen Die Monitoringgruppe zeigte eine leicht geringere Sterblichkeit und eine höhere Heilungsrate, diese Unterschiede waren jedoch nicht statistisch signifikant. Für CSCC-Sprecher Prof. Dr. Michael Bauer weist das Ergebnis auf künftigen Forschungsbedarf: „Um zu klären, welche Patienten vom einer Medikamentenspiegel-gesteuerten Antibiotikatherapie profitieren, brauchen wir weitere, größere Studien. Mit den großen intensivmedizinischen Studien im CSCC haben wir gezeigt, dass wir auch in Deutschland solche multizentrischen Projekte erfolgreich umsetzen können.“

Originalpublikation:

Hagel S, et al. Effect of therapeutic drug monitoring‑based dose optimization of piperacillin/tazobactam on sepsis‑related organ dysfunction in patients with sepsis: a randomized controlled trial, Intensive Care Med (2022) 48:311–321 https://doi.org/10.1007/s00134-021-06609-6

German Clinical Trials Register: DRKS00011159

Weitere Informationen auf der Homepage des CSCC

Kontakt:

PD Dr. med. Stefan Hagel
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Jena
Stefan.Hagel@med.uni-jena.de



27.07.2022

Lungengesunde Probanden für Messungen der Atmung für Post-COVID-Studie gesucht

Forschungsprojekt „RegioVentPost-COVID-19“ führt Messungen der Lungenbelüftung durch, um die Diagnostik von Post-COVID zu verbessern
Probanden mit gesunder Lunge für POST-COVID-Studie gesucht

An COVID-19 Erkrankte können auch noch lange Zeit nach dem akuten Krankheitsverlauf an körperlichen Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel Erschöpfung, Kopfschmerzen und Atembeschwerden leiden. Wenn diese Beschwerden länger als zwölf Wochen anhalten, spricht man von POST-COVID. Aktuelle Studien schätzen, dass circa zehn Prozent der an COVID-19 Erkrankten von POST-COVID betroffen sind. Entsprechend groß ist nicht nur der Bedarf an Behandlungsmöglichkeiten und Versorgungsstrukturen, sondern vor allem auch die Notwendigkeit, dieses Krankheitsbild zu erforschen und besser zu verstehen. Auch am Universitätsklinikum Jena wird zu POST-COVID geforscht. Eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten spielt die Diagnostik, also alle Verfahren, mit denen POST-COVID festgestellt werden kann.

 

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der zentralen Notaufnahme und der Klinik für Innere Medizin IV beschäftigt sich mit einem Verfahren, dass die diagnostischen Möglichkeiten von Atembeschwerden bei POST-COVID Erkrankten verbessern soll: Die Elektoimpendanztomographie, kurz EIT, ist eine Messmethode, mit der die Belüftung der Lunge und die Verteilung des Atemflusses bildlich dargestellt werden kann. Die EIT wird bereits seit 30 Jahren auf Intensivstationen bei beatmeten Patienten und Patientinnen eingesetzt und soll nun helfen, die Diagnostik von POST-COVID zu verbessern. „Um mit diesem Verfahren zu arbeiten, benötigen wir dringend Messungen an lungengesunden Probanden und Probandinnen. Mit den gewonnenen Daten wollen wir Referenzwerte erstellen, die für den Vergleich und die Auswertung der EIT von POST-COVID-Erkrankten dringend benötigt werden“, erklärt einer der Studienleiter PD Dr. Philipp Reuken, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin IV.

Deshalb sucht das Universitätsklinikum Jena lungengesunde Freiwillige zwischen 30 und 65 Jahren für die Messung der Lungenbelüftung. Für die circa 10-minütige Untersuchung werden die Probanden mit freiem Oberkörper auf eine Liege gelegt. Ein Gürtel mit Messelektroden um den oberen Brustbereich misst die Verteilung der Luft während der normalen Atmung. Die Probanden spüren davon nichts, die EIT ist ein schmerz- und strahlungsfreies Verfahren. Inklusive Fragebogen und Einwilligung dauert die Untersuchung, die in den Räumlichkeiten der zentralen Notaufnahme durchgeführt wird, lediglich 20 Minuten.

Die Freiwilligen sollten keinen Herzschrittmacher, keine schwere Lungenerkrankung, wie Fibrose, COPD oder Asthma haben und nicht stark übergewichtig sein (BMI unter 50). Interessierte können sich unter der Telefonnummer 03641/9322084 oder per E-Mail yvonne.gremme@med.uni-jena.de melden und Termine zu flexiblen Zeiten vereinbaren. Alle Freiwilligen Probanden unterstützen die Forschung zu POST-COVID und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung.

Kontakt:
Yvonne Gremme
Tel: 03641/9322084 | yvonne.gremme@med.uni-jena.de


RegioVentPost-COVID-19
Studienleiter:
Dr. med. Jan-Christoph Lewejohann | Klinik für Notfallmedizin
PD Dr. med. Philipp A. Reuken | Klinik für Innere Medizin IV
Universitätsklinikum Jena



25.07.2022

neue Veröffentlichung: CSCC-Studie zu Biomarker bei septischer Pilzinfektion

Pilz-Sepsis: Biomarker ist keine Entscheidungshilfe für frühe Therapie
Die CandiSep-Studie des Universitätsklinikums Jena testete (1,3)-β-D-Glukan als Marker für eine Pilzinfektion bei kritisch kranken Patienten. Die daran ausgerichtete antimykotische Behandlung brachte keinen Vorteil für die Patienten.
CandiSep-Studie der Uniklinik Jena: Die Biomarker-Blutdiagnostik für eine invasive Pilzinfektion bei Sepsispatienten führt zu einer vermehrten antimykotischen Therapie, aber nicht zu einem besseren Überleben. Foto: Inka Rodigast/UKJ

Jena (UKJ, vdG). Weil die moderne Medizin die Behandlung schwerst kranker und auch stark immungeschwächter Menschen ermöglicht, treten auf den Intensivstationen mit zunehmender Häufigkeit schwere Pilzinfektionen auf. Aufgrund ihrer Abwehrschwäche und der häufig erforderlichen starken Antibiotikatherapie sind Sepsispatienten auf der Intensivstation besonders anfällig für Infektionen mit dem Hefepilz Candida, der für Gesunde völlig harmlos ist. Je später die Behandlung mit einem Anti-Pilz-Medikament beginnt, desto größer ist die Sterblichkeit bei einer Pilz-Sepsis, die bis zu 80% beträgt. Besonders problematisch ist, dass der klassische mikrobiologische Nachweis von Candida im Blut nur in der Hälfte aller Fälle gelingt und mehrere Tage in Anspruch nimmt.
Aktuelle Leitlinien empfehlen deshalb eine frühe präventive Behandlung mit Antimykotika bei kritisch kranken Patienten mit einem hohen Risiko für schwere Candida-Infektionen. „Allerdings lässt sich dieses Risiko nur schwer einschätzen – es setzt sich aus weit über 20 Faktoren zusammen und quasi bei allen Intensivpatienten liegen mehrere vor“, so der Jenaer Intensivmediziner Dr. Daniel Thomas-Rüddel. Die Gabe der Antipilzmedikamente, ohne dass eine Pilzinfektion vorliegt, stellt aber eine unnötige Belastung für die schwerstkranken Patienten dar und verursacht zusätzliche Kosten. Auch besteht die Gefahr von Resistenzentwicklungen, zumal nur wenige antimykotische Wirkstoffklassen verfügbar sind.
(1,3)-β-D-Glukan als Biomarker für Candida-Infektion
Im Blut von Patienten mit schweren Candida-Infektionen lässt sich (1,3)-β-D-Glukan nachweisen, ein wichtiger Bestandteil der Zellwand von Candida, aber auch von anderen Pilzarten. Es gibt dafür einen standardisierten Test, der positiv ausfällt, oftmals schon Tage, bevor ein mikrobiologischer Pilznachweis gelingt. „Mit der CandiSep-Studie wollten wir testen, ob wir anhand dieses Biomarkers diejenigen Sepsispatienten erkennen können, die eine antimykotische Therapie benötigen, und ob wir durch diese individuellere Behandlung das Überleben der Patienten verbessern können“, beschreibt PD Dr. Frank Bloos das Ziel des Projektes, das im Rahmen des Centers for Sepsis Control and Care (CSCC) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.
Insgesamt 18 Intensivstationen in Deutschland nahmen an der multizentrischen randomisierten Studie teil und schlossen 339 Intensivpatienten mit neu aufgetretener schwerer Sepsis ein, bei denen Risikofaktoren für eine invasive Candida-Infektion wie künstliche Ernährung, große bauchchirurgische Eingriffe, vorbestehende Antibiotika-Therapie oder Nierenersatzverfahren vorlagen. Die Patienten wurden zufällig in Kontroll- und Interventionsgruppe aufgeteilt. Von allen Patienten wurden Blutkulturen zur mikrobiologischen Diagnostik einer invasiven Pilzinfektion angelegt. In der Interventionsgruppe wurde zudem beim Einschluss und einen Tag darauf der Biomarker bestimmt, bei einem positiven Ergebnis begann sofort die antimykotische Therapie, die beim Vorliegen des Blutkultur-Ergebnisses gegebenenfalls angepasst wurde. Bei den Patienten der Kontrollgruppe richtete sich die Antipilzbehandlung nur nach der Blutkultur. Insgesamt wurde 96 Stunden nach Aufnahme in die Studie für 14% aller Patienten eine Candida-Infektion mikrobiologisch nachgewiesen.
Frühere und häufigere Behandlung – keine Auswirkung auf das Überleben
Das Studienteam konnte jetzt seine Ergebnisse im Fachjournal Intensive Care Medicine veröffentlichen. Danach erhielten die Patienten der Biomarkergruppe wesentlich früher und häufiger eine antimykotische Therapie. Fast die Hälfte der Patienten dieser Gruppe wurde innerhalb von einem Tag so behandelt. In der Kontrollgruppe erhielten etwa 25% ein Antimykotium, das im Mittel erst nach vier Tagen gegeben wurde. Von dieser vermehrten Antipilzbehandlung konnten die Patienten der Biomarkergruppe jedoch nicht profitieren – in beiden Gruppen verstarben mehr als 30% innerhalb von vier Wochen. Diese hohe Sterblichkeit ist leider üblich in dieser schweren Erkrankung.
„Die erweiterte Diagnostik führte also zu einem erhöhten und früheren Einsatz von Medikamenten ohne Nutzen für die Patienten“, fasst Erstautor Frank Bloos zusammen. „Allerdings ist das Ergebnis mit Vorsicht zu genießen. Trotz der Auswahl von Risikopatienten liegt der Anteil mit invasiver Pilzinfektion erstaunlich niedrig. Zudem erwies sich der Biomarkertest als weniger verlässlich im Vergleich zu Vorstudien, insbesondere bei bauchchirurgischen Patienten war er oft falsch positiv.“ Deshalb könnte der Biomarker bei der Behandlung von enger definierten Hochrisikopatienten oder für die Beendigung empirischer Therapien durchaus von Nutzen sein, so die Autoren. Hier sehen sie weiteren Forschungsbedarf. Die CandiSep-Studie verdeutliche, wie wichtig die Überprüfung von neuen Diagnostikansätzen im klinischen Alltag ist.

Originalpublikation:
Bloos F, et. al. (1 → 3)-β-D-Glucan-guided antifungal therapy in adults with sepsis: the CandiSep randomized clinical trial, Intensive Care Med. 2022 Jul; 48(7):865-875. DOI: 10.1007/s00134-022-06733-x
Detaillierte Studieninformationen: ClinicalTrials.gov (NCT02734550)

Kontakt:
PD Dr. Frank Bloos, Frank.Bloos@med.uni-jena.de, Dr. Daniel Thomas-Rüddel, Daniel.Thomas@med.uni-jena.de

Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena



07.07.2022

TK-Gesund­heits­re­port zu COVID und Long COVID

Lange Krankschreibungen durch Long-COVID

In Ihrem Gesundheitsreport 2022 schaut die Techniker Krankenkasse auf 2 Jahre Pandemie zurück und widmet sich in einem Sonderkapitel der Frage, welche langfristigen Folgen hat eine Coronainfektion auf den Krankenstand der Beschäftigten in Deutschland hat. 

TK-Gesundheitsreport

https://www.tk.de/presse/themen/praevention/gesundheitsstudien/gesundheitsreport-2022-2129680?tkcm=ab

 



27.06.2022

DZIF Doktorandenpreis geht nach Jena

Dr. Lara Thieme erhält den diesjährigen Doktorandenpreis der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie
Dr. Lara Thieme (l) erhält DZIF-Preis durch Prof. Dr. Bernd Salzberger (Vorsitzender der DGI) (r) Bild: Website der DGI
Anlässlich der gemeinsamen Jahrestagung von DGI und DZIF wurde die Nachwuchswissenschaftlerin (Institut für Infektiologie und Krankhaushygiene) mit dem  DZIF-Doktorandenpreise der DGI ausgezeichnet.
 
Als eine der drei besten Bewerber*innen durften sie sich über ein Preisgeld von 500 Euro freuen. 
 
Frau Dr. Thieme wurde für ihre Promotion zum Thema „Evaluation of treatment options for Enterococcus faecalis endocarditis by assessing synergistic and anti-biofilm effects“ gewürdigt. 
 
 
Wir gratulieren ganz herzlich!
 
 

 



09.05.2022

Material-Mikroben-Mikroumgebungen

Die DFG bewilligt ein neues Graduiertenkolleg von Friedrich-Schiller-Universität und UKJ, das sich der Entwicklung antimikrobieller Biomaterialien widmet
Im neuen materialwissenschaftlichen Graduiertenkolleg der Universität Jena wird erforscht, wie durch maßgeschneiderte antimikrobielle Biomaterialien besser biomaterialassoziierte Infektionen vermieden werden können. (Foto: Jan-Peter Kasper/Universität Jena)

Jena (FSU) Am neuen materialwissenschaftlich-medizinischen Graduiertenkolleg (GRK) 2723 zu Mate­rial-Mikroben-Mikroumgebungen sind Forschende aus Physik, Chemie, Biologie, klinischer Medizin und Mikrobiologie der Universität Jena und des Universitätsklinikums (UKJ) beteiligt. Sie wol­len eine maßgeschneiderte Plattform antimikrobieller Biomaterialien entwickeln, um besser biomaterialassoziierte Infektionen zu vermeiden, wie sie z. B. bei Knochenimplan­taten auftreten können. Bisher werden solche biomate­rial­assoziierten Infektionen durch chirurgische Eingriffe in Verbindung mit einer Lang­zeitantibiotikatherapie behandelt. Um den Einsatz von Antibiotika und vor allem die Belastung für die betroffenen Patienten zu mindern, soll im GRK „Materials-Microbe-Microenvironment: Antimi­cro­bial biomaterials with tailored structures and properties” (M-M-M) eine Materialplattform, die auf unterschiedlichen nano­strukturierten Materialien basiert, entwickelt und in den klinischen Ein­satz überführt werden. Eine wichtige Rolle dabei spielen fortgeschrittene optische Methoden, die helfen, komplexe, multifaktorielle Wechselwirkungsmechanismen von Biomate­ria­lien, Zellen und Mikroben auf­zu­klären. Die entsprechende Ausstattung und das notwendige Know-how stehen in Jena zur Verfügung.

„Die für den Projekterfolg notwen­dige Forschung wird in sechs interdisziplinären Tandem-Projekten mit je zwei Promovieren­den behandelt, die sich in jedem Projekt mit kom­plementären material- und medizinwissen­schaft­lichen Aspekten befassen, betreut von einem Tandem aus Materialwis­sen­schaft und Medizin“, er­läutert der Materialexperte Prof. Dr. Klaus Jandt, der gemeinsam mit der Mikrobiologin Prof. Dr. Bettina Löffler Sprecher des neuen Kol­legs ist. Ein interdis­ziplinäres Qualifizierungsprogramm für die Promovierenden ist grund­le­gender Bestandteil des Kollegs. „M-M-M bildet eine gemeinsame Kommunikations­plattform von Materialwissenschaft und Medizin, die das Verständnis für die jeweils andere Disziplin fördert und so kreative Herangehensweisen und Lösungen ermöglicht“, beschreibt Prof. Löffler den Gewinn für Forschung und beteiligte Nachwuchskräfte.

Beteiligte Gruppen des UKJ:

  • Institut für Medizinische Mikrobiologie
  • Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene
  • Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie: Experimentelle Unfallchirurgie 
  • Professur für Orthopädie

Kontakt:

Prof. Dr. Bettina Löffler
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena
Bettina.Loeffler@med.uni-jena.de 



30.03.2022

Verleihung Hanse Promotionspreis an Elisa Jentho

CSCC-Nachwuchswissenschaftlerin erhält Preis zu Arbeit über "Heme Induces Trained Immunity"

Der  Hanse Promotionpreis für experimentelle Forschung in der Intensiv- und Notfallmedizin 2022 geht nach Jena. 

Elisa Jentho erhält den mit 2000,-€ dotierten Preis für Ihre Arbeiten zum Thema "Heme Induces Trained Immunity". Die Preisverleihung fand im Rahmen des Online Specials statt

Frau Dr. Jentho fertigte ihre Promotion in der Arbeitsgruppen von Prof. Sebastian Weis an und war dabei auch in CSCC geförderte Forschungsprojekte eingebunden. Aktuell setzt sie ihre Forschungsarbeit als PostDoc am Instituto Gulbenkian de Ciência in Portugal fort.  

 

Link zur Preisverleihung

 



Inhalt 1

30.03.2022

RTG Information event

CSCC Research Training Group

Information event about membership and structure. 

Wednesday 30.03.22 at 4pm

via ZOOM

For details please click here!



28.03.2022

Risk communication during the pandemic -insights from Israel

Public lecture as part of the seminar „Risk Communication in Public Health Emergencies“
Dr. Bruria Adini

Head, Department of Disaster Management | School of Public Health |
Sackler Faculty of Medicine, Tel Aviv University, Israel

Topics
  • Societal challenges to pandemic management in Israel with segregated communities;
  • Vaccine uptake;
  • Risk communication strategies;
  • Role of schools;
  • Concluding with resilience strategies
Time

2 p.m.

Join via ZOOM

https://uni-jena-de.zoom.us/j/62175852978

Meeting ID: 621 7585 2978
Passcode: 455873

This public lecture is part of the seminar „Risk Communication in Public Health Emergencies“ organized by PD Dr. Dr. Dickmann (Dept. of Anesthesiology and Intensive Care Medicine).

Download lecture announcement (pdf)

Kontakt:

PD Dr. Dr. Dickmann; Dept. of Anesthesiology and Intensive Care Medicine



18.03.2022

Hämoadsorption bringt keinen Vorteil bei der chirurgischen Behandlung von Herzklappenentzündungen

Ergebnisse der CSCC-Studie REMOVE hochrangig publiziert
Hämoadsorption bringt keinen Vorteil bei der chirurgischen Behandlung von Herzklappenentzündungen Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Jena untersuchte in einer kontrollierten multizentrischen Studie, ob die Reduktion von Entzündungsmarkern im Blut bei der chirurgischen Behandlung von bakteriellen Infektionen im Herzinneren einen Vorteil bringt. Die jetzt im Fachjournal Circulation vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren keinen Einfluss auf den klinischen Erfolg der Behandlung hat, obwohl die Konzentration der Zytokine deutlich gesenkt werden kann
Die REMOVE-Studie des Universitätsklinikums Jena zeigte, dass die Reduktion von Entzündungsmarkern im Blut bei der chirurgischen Behandlung von Herzklappenentzündungen nicht zur Verringerung der Organschädigung führt. Foto: Anna Schroll/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Die Entzündung der Herzklappen ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Eine solche Endokarditis kann entstehen, wenn Bakterien von einem entzündeten Zahn oder einem infizierten Venenzugang, in selteneren Fällen auch Pilze, mit dem Blut ins Herz gelangen und dort Entzündungen verursachen. In mehr als der Hälfte der Fälle bleibt nur die operative Entfernung der Entzündungsbereiche und die Rekonstruktion oder der Ersatz der infizierten Herzklappen. Wegen der hohen Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen erfasst die Infektion den gesamten Körper, so dass diese Herzoperation mit einem besonders großen Risiko verbunden ist.

Klinischer Nutzen der Hämoadsorption unzureichend belegt

Das intensivmedizinische Verfahren der Hämoadsorption bietet die Möglichkeit, durch einen Filterprozess außerhalb des Körpers ähnlich der Dialyse bestimmte Stoffe wie z.B. Entzündungsmarker aus dem Blut zu entfernen. Diese Methode wird bei generalisierten Entzündungen genutzt, um die Zytokinkonzentration im Blut zu verringern. Ziel dabei ist es, die Immunreaktion des Körpers besser zu beherrschen, die Gewebe und Organe schädigt. Zum Einsatz kommt die Hämoadsoption auf den Intensivstationen bei der Behandlung von Sepsis, schweren COVID-19-Erkrankungen und auch bei Endokarditis. „Allerdings ist der klinische Nutzen dieses plausibel klingenden Ansatzes nur unzureichend durch Studien geprüft“, betont der Intensivmediziner Prof. Dr. Michael Bauer, Sprecher des CSCC, das als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum für Sepsis und Sepsisfolgen am Universitätsklinikum Jena vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Im Rahmen des Zentrums startete ein interdisziplinäres Studienteam vor acht Jahren die REMOVE-Studie, um den Nutzen der Hämoadsorption bei Endokarditis-Operationen zu testen. „Wir wollten überprüfen, ob der Einsatz des Verfahrens bei der chirurgischen Behandlung der Herzklappenentzündung die organschädigenden Folgen der generalisierten Entzündung und damit das Risiko des Eingriffs verringern kann“, erklärt Studienleiter Dr. Mahmoud Diab von der Jenaer Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Da bei diesen Operationen die Herz-Lungen-Maschinen eingesetzt werden muss, stellt die extrakorporale Blutfilterung dabei kein zusätzliches invasives Verfahren dar.

Kontrollierte Multicenter-Studie mit klinischen Endpunkten

Das Besondere an der REMOVE-Studie: Als multizentrische kontrollierte und randomisierte Studie erfüllt sie die höchsten Qualitätskriterien, und erstmals bewertete sie nicht die Filterwirkung, sondern das klinische Ergebnis. Das Projektteam schloss an 14 herzchirurgischen Zentren in Deutschland insgesamt 282 Patienten ein, die wegen einer Endokarditis operiert werden mussten. Diese wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt – bei der einen kam während des Eingriffs der Adsorptionsfilter zu Einsatz, bei der Kontrollgruppe nicht.

In Zeitreihenmessungen wurde in beiden Studiengruppen bei jeweils 25 Patienten die Zytokinkonzentration im Blut erfasst. Das Hauptaugenmerk des Studienteams richtete sich jedoch darauf, ob und welchem Maße die generalisierte Entzündung nach der Operation die Funktion der Organe beeinträchtigte. Neben einer auf der abgestuften Funktionsbewertung von sechs Organsystemen beruhenden Einschätzung betrachtete die Studie auch die Sterblichkeit innerhalb eines Monats und wie lange Beatmung, medikamentöse Blutdruckunterstützung und Nierenersatztherapie notwendig waren.

Keine positive Auswirkung für die Organfunktion

Das REMOVE-Team konnte die Ergebnisse jetzt im Fachjournal Circulation veröffentlichen: Die Studie ergab für keine der betrachteten klinischen Zielgrößen einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Patientengruppen. Die Hämoadsorption brachte weder bezüglich der Schwere des Organversagens noch bezüglich der Sterblichkeit oder der notwendigen Unterstützungsverfahren einen Vorteil. Etwa ein Fünftel der Studienpatienten in beiden Gruppen verstarb innerhalb eines Monats. Häufige Komplikationen wie ein Schock oder akutes Nierenversagen traten in beiden Gruppen in gleichem Maße auf. Erstautor Mahmoud Diab: „Obwohl die Messungen eine deutliche Reduktion der Zytokinkonzentration in der Hämoadsorptions-Gruppe belegen, ergab sich daraus nicht die erhoffte Verbesserung für die Patienten. Unsere Studie zeigt, dass die Hämoadsorption bei Endokarditisoperationen keine positive Auswirkung für die Funktion der Organe und damit für das Behandlungsergebnis hat.“

„Multizentrische Vergleichsstudien mit einem so umfassenden Protokoll stellen einen gewaltigen Koordinationsaufwand dar und sind in der Herzchirurgie noch recht selten“, betont Prof. Dr. Torsten Doenst, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Jenaer Uniklinikum und Letztautor der Studie. „Aber nur die Prüfung in solchen Studien ermöglicht es uns, den Patienten nachweislich helfende Therapien zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns, dass wir mit REMOVE einen Beitrag zur evidenzbasierten Herzchirurgie leisten konnten.“

Originalpublikation:

Diab M, et al. Cytokine Hemoadsorption During Cardiac Surgery versus Standard Surgical Care for Infective Endocarditis (REMOVE): Results from a Multicenter, Randomized, Controlled Trial, Circulation. 2022 Feb 25. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.121.056940
Studienregister ClinicalTrials.gov: NCT03266302

Weitere Informationen: www.uniklinikum-jena.de/cscc/
Die Studie wurde im Rahmen des CSCC vom BMBF gefördert: FKZ 01EO1502

Kontakt:

PD Dr. med. Mahmoud Diab
Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Jena
Mahmoud.Diab@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 9-322978



13.01.2022

Post-COVID Umfrage in Jena

JenUP - Post-COVID Kohortenstudie
Dr. Benjamin Giszas (links) und PD Dr. Philipp Reuken (rechts), Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena (UKJ), leiten die JenUP-Studie. (Foto: UKJ/Szabó)

Jena (UKJ/Stadt Jena). Eine COVID-19-Erkrankung kann bekanntermaßen unabhängig vom ursprünglichen Verlauf der Erkrankung auch mehrere Wochen oder Monate nach Corona-Infektion Spätfolgen mit sich bringen. Um diese Langzeitfolgen in Jena weiter zu untersuchen, startet eine Forschergruppe aus dem Post-COVID-Zentrum um Prof. Dr. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena (UKJ), mit der JenUP-Studie eine Umfrage unter allen Einwohnern mit überstandener Corona-Infektion in der Region Jena. In Kooperation mit dem Gesundheitsamt und der Stadtverwaltung Jena werden in den kommenden Wochen alle Bürgerinnen und Bürger mit mindestens zwölf Wochen zurückliegendem positivem SARS-CoV2 PCR-Befund eingeladen, sich anonym an der Studie zu beteiligen. Hierfür werden weit über 4.600 Personen postalisch kontaktiert.

„Die Umfrage soll einen Überblick über das zurückliegende und aktuelle Wohlbefinden geben, aber auch Fragen zur Arbeitsfähigkeit von SARS-CoV-2-Infizierten klären“, so Dr. Benjamin Giszas und PD Dr. Philipp Reuken, Studienleiter der JenUP-Studie. Die Teilnahme ist sowohl digital über den heimischen Computer oder das Smartphone, als auch schriftlich über den im Brief beiliegenden Fragebogen möglich.

Jenas Oberbürgermeister, Dr. Thomas Nitzsche, unterstützt das Projekt:
„Sehr herzlich lade ich alle angeschriebenen Personen ein, sich an der Studie des Universitätsklinikums zu beteiligen. Trotz einer Vielzahl von Infektionen ist die Datenlage zu den Folgen dieser Erkrankung immer noch gering. Helfen wir alle mit, mit unseren Angaben an der Bewältigung dieser Pandemie zu arbeiten.“

Prof. Dr. Andreas Stallmach, Leiter der Post-COVID-Ambulanz am Universitätsklinikum Jena, weiß: „Mit jeder Welle nimmt auch die Zahl an Patienten mit COVID-Spätfolgen zu. Auswertungen von Krankenkassendaten durch Wissenschaftler der Universitätsklinik Dresden weisen auf ein deutlich erhöhtes Risiko, auch zwölf Wochen nach dem ersten positivem Coronatest an fortbestehenden Beschwerden zu leiden, hin. Dieses trifft auf alle Altersgruppen, auch junge Menschen zu.“

Neben anhaltenden Beschwerden der Infektion wie Husten, Luftnot sowie Geruchs- oder Geschmacksstörungen treten auch neue Krankheitszeichen wie chronische Müdigkeit, Depressionen und Konzentrationsstörungen auf. Bestehen diese Symptome fort spricht man vom sogenannten Long-COVID oder Post-COVID Syndrom. „Wie hoch ist die Dunkelziffer? Was ist mit all denen, die leiden ohne sich bisher professionelle Hilfe gesucht zu haben?“, ergänzt Dr. Giszas. Diese und weitere Fragen greift die Umfrage auf, um die persönlichen, aber auch gesellschaftlichen Folgen von Long-COVID besser einschätzen zu können.

Kontakt:
Dr. Benjamin Giszas und PD Dr. Philipp Reuken
Studienleiter JenUP-Studie
Post-COVID-Zentrum
Universitätsklinikum Jena
Am Klinikum 1
07747 Jena
Tel.: 03641 9-32 44 01

E-Mail: Benjamin.Giszas@med.uni-jena.de



JAMA Publikation zu Sepsis Langzeitfolgen

13.12.2021

JAMA Publikation zu Sepsis Langzeitfolgen

Sepsis-Langzeitfolgen: Jahrelanger Behandlungs- und Pflegebedarf  

Drei von vier Sepsis-Überlebenden sind von neuen Gedächtnisstörungen bzw. seelischen oder körperlichen Erkrankungen betroffen. Sogar in der Gruppe der unter 40-Jährigen leiden mehr als die Hälfte der Sepsis-Überlebenden daran. Das sind zwei Befunde einer jetzt im Fachjournal JAMA Network Open erschienenen anonymisierten Auswertung von Krankenversicherungsdaten. Das Autorenteam von Universitätsklinikum Jena, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Wissenschaftlichem Institut der AOK untersucht darin die Häufigkeit und die Kosten der gesundheitlichen Folgen einer Sepsiserkrankung.

Physiotherapeutische Frührehabilitation auf der Intensivstation. Das  Autorenteam einer Versorgungsstudie zu den Langzeitfolgen der Sepsis mahnt spezifische Nachsorgekonzepte an. Foto: Anna Schroll/UKJ

Jena/Berlin (vdG/UKJ). Als Sepsis definiert die Medizin eine gefährliche Organfehlfunktion, die durch die überschießende Immunreaktion auf eine Infektion verursacht wird. Dieser lebensbedrohliche Zustand tritt ein, wenn die Antwort des Körpers auf eine Infektion die eigenen Gewebe so schädigt, dass Organe wie Niere oder Leber nicht mehr arbeiten. Weltweit ist Sepsis die führende infektionsbedingte Todesursache. In Deutschland werden jedes Jahr 320.000 Fälle im Krankenhaus behandelt, die Sterblichkeit im Krankenhaus liegt bei ca. 25% und ist damit alarmierend hoch. Auch die Mehrzahl der Behandelten mit schwerem COVID-19-Verlauf weisen aktuellen Untersuchungen zufolge eine Sepsis auf.

Forschungsergebnisse des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC) am Universitätsklinikum Jena (UKJ) haben nicht nur maßgeblich zur Vernetzung von patientennaher Grundlagenforschung mit klinischer Forschung im Bereich Sepsis beigetragen, das Zentrum hat auch Langzeitfolgen und Rehabilitation nach der schweren Erkrankung untersucht. Derzeit wird hier ein interdisziplinäres Post-Covid-Zentrum aufgebaut. Eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss mit Mitteln des Innovationsfonds geförderte Kooperation des UKJ und der Charité analysierte nun gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK die Folgeerkrankungen, Risikofaktoren, Versorgung und Kosten der Sepsis.

Für die Auswertung konnte das Studienteam auf die anonymisierten Gesundheitsdaten von mehr als 23 Millionen Versicherten der AOK der Jahre 2009 bis 2017 zurückgreifen, die gut für die deutsche Gesamtbevölkerung stehen können. Das Team identifizierte darunter 159 684 Versicherte im Alter von über 15 Jahren, die in den Jahren 2013 oder 2014 wegen einer Sepsis auf einer Normal- oder Intensivstation im Krankenhaus behandelt wurden. Für diese wurden sowohl die Vorerkrankungen erfasst, als auch Diagnosen, die in den drei Jahren nach der Sepsis neu auftraten, und der daraus resultierende Behandlungs- und Pflegebedarf. „Dabei suchten wir nach neuen körperlichen, psychischen und kognitiven Einschränkungen, wie sie bekanntermaßen als Folge einer Sepsis auftreten können – etwa Herz-Kreislauferkrankungen, kognitive bzw. motorische Störungen, das Erschöpfungssyndrom Fatigue oder Depressionen“, so Projektleiterin Dr. Carolin Fleischmann-Struzek.

Massive gesundheitliche Folgen – auch bei Jüngeren, leichteren Verläufen und wenig Vorerkrankungen

Allein im ersten Jahr nach der Entlassung kam bei dreiviertel der Sepsis-Überlebenden eine neue Diagnose hinzu, mehr als 30% verstarben noch im ersten Jahr. Sogar in der Gruppe der unter 40-Jährigen stellten sich bei mehr als 56% im ersten Jahr nach der Krankheit Folgeerkrankungen ein. Prof. Dr. Christiane Hartog, Versorgungsforscherin an der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin der Charité und Letztautorin der Studie, unterstreicht: „Psychische, kognitive und körperliche Folgen betreffen die Mehrzahl der Überlebenden und treten sogar häufig gemeinsam auf, was für die Betroffenen eine besondere Belastung ist. Erstaunlicherweise macht es dabei nur einen geringen Unterschied, ob die Sepsis weniger schwer verlief oder sie auf der Intensivstation behandelt werden musste. Insbesondere mit Blick auf das Infektionsfolgesyndrom nach Covid-19 ist dies von großer Relevanz.“

Das Studienteam analysierte auch die Kosten, die bei den Überlebenden für stationäre und ambulante Behandlungen, Rehabilitation, Heilmittel und Medikamente anfallen. Auf 29.000 Euro beziffert es die Behandlungskosten pro Fall in den ersten drei Jahren nach der Erkrankung. Darin sind Notfall- und Transportkosten, Hilfsmittel, Pflegekosten und indirekte Kosten wie Arbeitsausfall nicht enthalten. Mehr als 30% der Sepsis-Überlebenden wurden im Jahr nach der Krankenhausentlassung pflegebedürftig, nach einem schweren Verlauf mussten mehr als 13% neu in einem Pflegeheim betreut werden. Das Autorenteam konstatiert in seiner Studie auch, dass es kaum angepasste Nachsorgemaßnahmen gibt. Nur 5% der Sepsis-Überlebenden wurde in eine Rehabilitationseinrichtung entlassen. „Die Sepsis hat massive und langjährige Folgen – sowohl für Überlebende und ihre Angehörigen, als auch für das Gesundheitssystem. Deshalb bedarf es spezifischer Nachsorgekonzepte für die Sepsis“, betont Carolin Fleischmann-Struzek.

Originalpublikation:

Fleischmann-Struzek C, et al. Epidemiology and Costs of Postsepsis Morbidity, Nursing Care Dependency, and Mortality in Germany, 2013 to 2017JAMA Netw Open. 2021;4(11):e2134290. doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.34290

Kontakt:

Dr. Carolin Fleischmann-Struzek
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Jena
carolin.fleischmann@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9-32 31 46



09.12.2021

COVID-19-Vorlesungsreihe

CSCC bietet Vorlesungsreihe zum Thema COVID-19 für Medizinstudierende an

Die Vorlesungsreihe startet am 09.12.2021 und richtet sich an Studierende der Humanmedizin im zweiten Abschnitt und Medizinstudenten im praktischen Jahr.

Die Studierenden sollen einen Überblick über das Krankheitsbild COVID-19 erhalten. Dabei wird unter anderem auf intensivmedizinische Therapiemöglichkeiten, den Einfluss einzelner Vorerkrankungen auf den Krankheitsverlauf, Langzeit-Sequelae/Post-COVID,  Impfpräventionen und auf das COVID-19 Krankheitsbild bei Kindern und Jugendlichen eingegangen.

Die Vorlesungen werden digital via Zoom stattfinden.

Vorlesungstermine:

09.12.21               17:30-19:00 Uhr

16.12.21               16:30-18:00 Uhr

20.01.22               16:30-18:00 Uhr

27.01.22               16:30-18:00 Uhr

Die Wahllistenanmeldung erfolgt über DOSIS (Kursbaum -> WS 2. Abschnitt → Fakultative Veranstaltungen ohne Anrechnung -> Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung → CSCC-Vorlesungsreihe COVID-19).

Die Vorlesungen werden digital via Zoom stattfinden; die Einwahldaten sind im DOSIS hinterlegt.



Gewappnet für die nächste Virus-Pandemie

30.11.2021

Gewappnet für die nächste Virus-Pandemie

Das Universitätsklinikum Jena koordiniert ein jetzt startendes Verbundprojekt zur schnelleren Diagnostik von viralen Atemwegsinfektionen. In dem Forschungsvorhaben sollen anhand von COVID-19 Methoden und Technologien entwickelt werden, die virale Ausbrüche frühzeitiger erkennen und deren Eindämmung unterstützen können, um für künftige Epidemien besser gerüstet zu sein.
Die Mikrobiologin Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer koordiniert den BMBF-Forschungsverbund SARSCoV2Dx in Jena, der Methoden zur schnelleren Diagnostik von viralen Atemwegsinfektionen entwickelt. Foto: Anke Schleenvoigt/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Ihre schnelle Veränderlichkeit und die leichte Übertragung, zumal in unserer globalisierten Welt, machen sie so tückisch: Viren, die die Atemwege infizieren. Allein in den letzten zwanzig Jahren haben Influenzavarianten als Schweine- und Vogelgrippe Tausende Tote gefordert. Coronaviren haben mit SARS, MERS und COVID-19 drei neue Krankheitsbilder hervorgebracht, letztere mit beispiellosen Auswirkungen auf das tägliche Leben und die Weltwirtschaft. Im Forschungsverbund „SARSCoV2Dx“ wollen das Universitätsklinikum Jena, die Jenaer Leibniz-Institute für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) sowie für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) und die Friedrich-Schiller-Universität Jena anhand der COVID-19 Erkrankung Methoden und Technologien entwickeln, die virale Ausbrüche frühzeitiger erkennen und deren Eindämmung unterstützen können.

„Wir werden im Bereich der Virusdiagnostik arbeiten, die Reaktion des infizierten Körpers auf die Erreger weiter erforschen und nach neuen Wirkstoffen und Ansätzen für die Therapie von COVID-19 suchen“, fasst Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer das Forschungsprogramm zusammen. Die Ärztin koordiniert das Verbundprojekt und arbeitet am Institut für Medizinische Mikrobiologie des UKJ, das vor allem an der Entwicklung einer standardisierten Probenvorbereitung, einer robusten molekularen und biochemischen Analytik für Viruspartikel und der Etablierung biologischer Modellsysteme für Virusinfektionen beteiligt ist.

Diese Testsysteme dienen auch der Entwicklung neuer diagnostischer Methoden auf der Basis spektroskopischer Verfahren. Stefanie Deinhardt-Emmer: „Dabei wollen wir nicht bei der Zellkultur oder dem Machbarkeitsnachweis stehen bleiben, sondern neue Methoden gegen die aktuellen diagnostischen Standards testen und in der klinischen Routine etablieren.“ Mittelfristig sollen die neuen Verfahren nicht nur die viralen Erreger schneller erkennen können, sondern auch Patientenmerkmale, die Aufschluss über den Krankheitsverlauf geben. Nach solchen Merkmalen suchen die Forschungsteams bei der Analyse der Immunantwort auf die Virusinfektion, und nach neuen Ansätzen für zielgerichtete antivirale Wirkstoffe und Therapien. Neben einem umfangreichen Datenmanagementprojekt umfasst das Forschungsprogramm des Verbundes auch den Bereich Public Health und Pandemiemanagement, der sich mit der gesellschaftlichen Dimension der Epidemie beschäftigt, von der Prävention bis zu den Eindämmungsmaßnahmen und den sozialen Folgen.

Die Erkenntnisse, Methoden und Technologien, die der Forschungsverbund „SARSCoV2Dx“ hervorbringt, sollen zunächst die Infektions- und Krankheitsmechanismen von COVID-19 weiter entschlüsseln, SARS-CoV-2 schneller in Patientenproben detektieren und neue Therapieansätze gegen COVID-19 aufzeigen. Das Verbundteam wird die etablierten Technologien in das sich im Aufbau befindliche Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) einbringen, um sie weiter nutzen und adaptieren zu können und so zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien beitragen.

Prof. Dr. Thomas Kamradt, Wissenschaftlicher Vorstand des UKJ, betont: „In den Verbund fließen die jahrelangen Erfahrungen im Jenaer Netzwerk der Sepsis- und Infektionsforschung ein und unsere aktuellen Erfahrungen während der Pandemie. So werden wir zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie und künftiger Epidemien beitragen.“ Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF fördert das auf fünf Jahre angelegte Verbundprojekt im Rahmen seines Programms „Photonik Forschung Deutschland“ mit insgesamt zwölf Millionen Euro.

Kontakt:

Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena
Stefanie.Deinhardt-Emmer@med.uni-jena.de             
Telefon: +49 3641 9-393640

nhalt



10.11.2021

CSCC-Mitglied erhält Professur für Translationale Infektionsforschung

Wie schwere Infektionen den Gewebestoffwechsel verändern
CSCC-Mitglied erhält Professur für Translationale Infektionsforschung
Als neuer Professor für Translationale Infektionsforschung am UKJ untersucht Sebastian Weis in Labor und Klinik, wie schwere Infektionen den Gewebestoffwechsel verändern. Foto: UKJ

Jena (vdG/UKJ).

Sebastian Weis, Oberarzt am Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Jena (UKJ), erforscht die Veränderungen des Stoffwechsels bei schweren systemischen Infektionen und hat zum Wintersemester 2021 die neu eingerichtete Professur für Translationale Infektionsforschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angetreten.

Wissenschaftlich beschäftigt er sich insbesondere mit Abwehrstrategien des Körpers, die sich nicht gegen die Erreger oder von ihnen produzierte Gifte richten. Prof. Weis: „Diese Anpassungsprozesse ermöglichen es dem infizierten Körper, Schäden am Gewebe in einem gewissen Maß hinzunehmen, wir bezeichnen das als Krankheitstoleranz oder Resilienz. Wir untersuchen, wie diese Adaptionen reguliert sind, ob sie Schutzwirkung haben oder zusätzlichen Schaden anrichten und, das ist das eigentliche wichtigste, ob sie sich als Therapieansatz eignen. Der Schutz und die Unterstützung der Organfunktion sind ein zentrales Therapieziel bei schweren Infektionen.“

Prof. Weis begann bereits früh während seines Medizinstudiums in Leipzig mit der Grundlagenforschung. Er unterbrach das Studium für einen einjährigen Forschungsaufenthalt in den USA, um an der Stanford University in Kalifornien für seine Doktorarbeit zu forschen. Nach der Facharztweiterbildung zum Internisten am Universitätsklinikum Leipzig ging er mit einem DFG-Stipendium an das Instituto Gulbenkian de Ciência in Oeiras, Portugal, und untersuchte Abwehrmechanismen des Körpers bei schweren Infektionen. Danach wechselte er Ende 2014 an das UKJ. „In Jena waren und sind die Bedingungen für die Vereinbarkeit für die Kombination aus klinischer Infektiologie und infektiologischer Grundlagenforschung einzigartig“, so Prof. Weis. Hier habilitierte er sich mit seinen Forschungsergebnissen zur Stoffwechselanpassung in der Sepsis und erwarb die Zusatzbezeichnung Infektiologie. Für die Professur in Jena lehnte er Rufe an die Exzellenzuniversitäten Hamburg, Tübingen und Dresden ab.

Prof. Weis ist lokal im Jenaer Infektionsforschungsnetzwerk und darüber hinaus bestens vernetzt. Er führte die SUPPORT-Studie im Zentrum für Sepsis- und Sepsisfolgen CSCC durch, war dort Vorstandsmitglied, ist maßgeblich an der Neustadt-Studie und im von der EU-geförderten Forschungsverbund Immunosep zur personalisierten Immuntherapie bei Sepsis beteiligt. Außerdem warb er beim Bundesforschungsministerium Mittel für eine Phase-I-Sepsis-Therapiestudie ein und forscht im Jenaer Exzellenz-Cluster. Die Arbeitsgruppe wird an das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI) assoziiert. „Diese Verbindung ist eine hervorragende Möglichkeit für neue Kooperationen und einem Ausbau der Zusammenarbeit zwischen dem UKJ und dem HKI“, so Prof. Weis.

Kontakt:

Prof. Dr. Sebastian Weis
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Jena
Sebastian.Weis@med.uni-jena.de             
Telefon: +49 3641 9-324794



Verbundforschung zum Thema Long-COVID bei Kindern

09.10.2021

Verbundforschung zum Thema Long-COVID bei Kindern

In einem vom BMBF geförderten Verbund erforschen Kindermediziner des Universitätsklinikums Jena gemeinsam mit Partnern der Universitäten Ilmenau und Magdeburg das Krankheitsbild Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen
Kinderkardiologe Dr. Daniel Vilser erforscht das Krankheitsbild Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen. Foto: UKJ

Jena (vdG/UKJ). Nach der Überwindung einer akuten SARS-CoV-2-Infektion können auch Kinder unter Spätfolgen leiden. Jedoch fehlen genaue Daten zur Long-COVID-Erkrankung, ebenso wie diagnostische und therapeutische Leitlinien oder spezielle Rehabilitationsprogramme für Kinder und Jugendliche. Das will ein Forschungsteam am Universitätsklinikum Jena, der TU Ilmenau und der Universität Magdeburg im Projekt LongCOCid ändern. Als einziger von insgesamt zehn Verbünden, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bei der Erforschung der COVID-19-Spätfolgen gefördert werden, widmet er sich speziell den Kindern. „Wir wollen zunächst ein umfassendes Bild der Erkrankung erhalten und katalogisieren dazu in unserer Long-COVID-Ambulanz systematisch die Beschwerdesymptomatik“, so Dr. Daniel Vilser. Der Kinderkardiologe und Oberarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Jena koordiniert den Verbund.

In die Datensammlung fließen ebenso Ultraschalluntersuchungen von Herz, Lunge und Lungenfunktion mit Entzündungsmarkern sowie Analysen der Gefäßfunktion am Augenhintergrund ein. Mit Hilfe Herz-Lungen-Belastungstests wird die Leistungsfähigkeit der Betroffenen gemessen. Im Blut werden außerdem immunologische Marker und Stoffwechselprodukte erfasst, die auf eine Entzündung am Gefäßsystem oder Abbauprozesse im Gehirn hinweisen könnten. Dr. Vilser: „Die Förderung ermöglicht uns die so dringende wissenschaftliche Aufarbeitung der Versorgungdaten aus unserer Ambulanz.“

In einem weiteren Projektteil arbeitet das Team mit niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten zusammen, um die Krankheitslast von Kindern nach einer SARS-CoV-2-Infektion zu erfassen. Sie wird mit der Belastung von Kindern verglichen, die an einer anderen Infektion erkrankt waren. Diese Kontrollgruppe dient der Abgrenzung der Post-COVID-Symptome von allgemeinen Folgen der Pandemie. Ziel des Forschungsteams ist es, mit fundierten Daten und Erkenntnissen über die Long-COVID-Erkrankung dazu beizutragen, spezielle Behandlungen für Kinder und Jugendliche sowie deren Rehabilitation zu etablieren.

Kontakt:

Dr. Daniel Vilser
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Jena
Daniel.Vilser@med.uni-jena.de            
Telefon: +49 3641 9-329543



CSCC-Nachwuchswissenschaftlerin erhält Preis für Studienprojekt

06.10.2021

CSCC-Nachwuchswissenschaftlerin erhält Preis für Studienprojekt

Intensivmedizinisches Studienprojekt aus Jena ausgezeichnet

Die Europäische Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM) vergibt ihren diesjährigen Levi-Montalcini Biomedical Science Award an Dr. Julia Leonhardt. Die junge Assistenzärztin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena kann damit ihr Studienprojekt zur Untersuchung des Gallensäureprofils beim Leberversagen umsetzen.

Dr. Julia Leonhardt vom Universitätsklinikum Jena erhält den diesjährigen Levi-Montalcini Biomedical Science Award der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM). Foto: Michael Szabó/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Sie können weit mehr als Fett verdauen: Gallensäuren werden von der Leber in den Darm abgegeben, um hier Nahrungsfette zu emulgieren. Seit einigen Jahren weiß man jedoch, dass Gallensäuren auch als Botenstoffe wirken, über die Körperzellen miteinander kommunizieren können. Zum Beispiel binden Gallensäuren bei Abwehrzellen an einem speziellen Rezeptor, der die Immunzellen in ihrer Funktion abschaltet. Wahrscheinlich sorgen die Gallensäuren so dafür, dass sich die Abwehrzellen nicht gegen nützliche Darmbakterien richten.

Was geschieht jedoch, wenn sich durch ein Versagen der Leberfunktion die Gallensäuren ins Blut zurückstauen? Das Jenaer Forscherteam um Dr. Julia Leonhardt konnte in diesem Jahr erstmals zeigen, dass Gallensäuren im Blut von Patienten mit Leberversagen Blutimmunzellen abschalten und so die körpereigene Abwehrreaktion bei Infektionen schwächen. Dieser Mechanismus ist mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit verbunden. Zur Fortführung dieses Forschungsprojektes hat die Preisjury der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin Frau Leonhardt nun mit dem Levi-Montalcini Biomedical Science Award ausgezeichnet.

„Wir möchten die Gallensäureprofile im Blut und ihren Einfluss auf das Immunsystem, Infektionen und die Sterblichkeit bei Intensivpatienten mit Leberversagen im Rahmen einer größeren multinationalen Studie systematisch untersuchen“, so die junge Assistenzärztin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Der Preis ermöglicht es der Nachwuchswissenschaftlerin, Blutserumproben und Daten von Intensivpatienten mehrerer europäischer Kliniken auszuwerten, um die Rolle der Gallensäuren und deren Potential für neue Behandlungsansätze gegen Immundysfunktionen bei Leberversagen weiter aufzuklären.

Bereits während ihres Medizinstudiums an der Charité Berlin forschte Julia Leonhardt erfolgreich an G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. In ihrer Dissertation analysierte sie die Funktion von Rezeptoren der Immun- und Blutdruckregulation. Für ihre Facharztweiterbildung wechselte sie an die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin nach Jena und bearbeitete unter der Leitung von Prof. Michael Bauer und Prof. Regine Heller eigene Projekte in der Grundlagenforschung am Zentrum für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC. Sie nimmt am Mentoring-Programm der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin teil.

Der Förderpreis der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin ist nach der italienischen Medizinerin Rita Levi-Montalcini benannt, die für die Entdeckung körpereigener Faktoren für das Zellwachstum mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Die über 9.000 Mitglieder zählende internationale Fachgesellschaft vergibt den mit 20.000 Euro dotierten Preis an junge Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen, um sie in der intensiv- und notfallmedizinischen Forschung zu unterstützen.  

Originalpublikation:
Leonhardt J, et al. Circulating Bile Acids in Liver Failure Activate TGR5 and Induce Monocyte Dysfunction. Cell Mol Gastroenterol Hepatol 2021;12(1):25-40. doi: 10.1016/j.jcmgh.2021.01.011.

Weitere Informationen:
https://www.esicm.org/awards-2021/

Kontakt:

Dr. Julia Leonhardt
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel.: +49 3641 9323101
E-Mail: Julia.Leonhardt@med.uni-jena.de   



CSCC-Wissenschaftlerin erhält Förderpreis

27.09.2021

CSCC-Wissenschaftlerin erhält Förderpreis

Auszeichnung für Stefanie Deinhardt-Emmer
Prof. Klaus Pfeffer (l.) und Prof. Volkhard Kempf (r.) von der Stiftung der Fachgesellschaft übergeben den Förderpreis an Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer. Foto: DGHM

Dr. Stephanie Deinhardt-Emmer wird mit dem diesjährigen Förderpreis der Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie ausgezeichnet.

Den Preis erhält sie für Ihre Forschungsleistung zum Thema virale Infektionen und viral/ baterielle Koinfektionen bei Pneumonie, die sie initial mit einer CSCC-Förderung startete.

Wir gratulieren herzlich! 

 

Link zur Pressemitteilung des UKJ

 

   


13.09.2021

WELT SEPSIS TAG am 13.09.

WELT SEPSIS TAG am 13.09.

Auch in diesem Jahr bestimmt SARS-COV2 das aktuelle Geschehen rund um den Welt-Sepsis-Tag. Im schlimmsten Fall kann eine SARS-COV2-Infektion gar zu einer Sepsis führen. 

So stand das diesjährige SEPSIS UPDATE zu seinem 10-jährigen Jubiläum auch ganz unter dem Motto "BEYOND THE PANDEMIC". International renomierte Experten tauschten sich vom 08.-10.09. in Weimar zum aktuellen Wissenstand rund um das Thema COVID und Sepsis aus. Auch wenn es noch viele offenen Fragen zum Verlauf und möglichen Therapien gibt, eines steht fest: 

Impfungen und die Einhaltung der AHA-Regeln helfen Infektionen vorzubeugen und somit das Risiko einer Sepsis zu verringern!


WEIMAR SEPSIS UPDATE

01.08.2021

Weimar Sepsis Update 2021

Internationaler Sepsis Kongress vom 08. bis 10. September

Es ist wieder soweit!

Vom 08. bis zum 10. September findet mit dem Weimar Sepsis Update einer der wichtigsten internationalen Kongresse auf dem Gebiet der Sepisforschung statt.

Unter dem Motto "Jenseits der Pandemie" kommen international anerkannte Experten zusammen, um den heutigen Stand der Sepsisforschung und -behandlung zu diskutieren, die derzeit strittigen diagnostischen Fragen anzusprechen und die Richtung der künftigen Forschung aufzuzeigen. Die COVID-19-Pandemie wird dabei auch Themengeber sein. https://sepsis-update.de/topics-program.

 

Ein Registrierung ist unter folgendem Link möglich: https://sepsis-update.de/registration.

UKJ-Mitarbeiter erhalten eine 20%ige Ermäßigung auf die reguläre Teilnahmegebühr.

Bei Fragen zur Anmeldung und zum Kongress wenden Sie sich bitte an: weimarsepsisupdate@med.uni-jena.de.



28.05.2021

Post-COVID: Geheilt, aber nicht gesund

Post-COVID: Geheilt, aber nicht gesund UKJ richtet fächerübergreifende Post-COVID-Arbeitsgruppe ein
Dr. Daniel Vilser, Leitender Oberarzt und Kardiologe in der Kinderklinik, versorgt Kinder und Jugendliche, die an einem Long-COVID-Syndrom leiden. Foto: UKJ / Rodigast

Jena (UKJ). Mehr als 126.000 Thüringer haben sich bisher nachweislich mit SARS-COV-2 infiziert – die Höhe der Dunkelziffer ist unbekannt. Auch nach einer scheinbaren Heilung leiden viele von ihnen unter einem so genannten Post-COVID-Syndrom. „Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob die Betroffenen stationär behandelt wurden oder milde Verläufe zu Hause auskurierten“, so Professor Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Zu den typischen Post-COVID-Symptomen zählen ein chronisches Erschöpfungssyndrom (chronische Fatigue), depressive und kognitive Störungen sowie eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Luftnot und Husten oder auch ein gestörter Geruchs- und Geschmackssinn. „Diese Beschwerden können über viele Monate anhalten und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen deutlich“, so Professor Stallmach. Rund 75 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich durch diese Symptomatik in ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Doch nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche können an einem Post-COVID-Syndrom erkranken. Die Verläufe ähneln sich. Auch Kinder und Jugendliche können durch die Symptome so sehr eingeschränkt sein, dass sie nicht in der Lage sind, am Schulunterricht oder an ihrer Berufsausbildung teilzunehmen.

Diagnose und Behandlung eines Post-COVID-Syndroms erfordern besondere Erfahrung und die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Daher ist am UKJ jetzt eine fächerübergreifende Post-COVID-Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die am Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung („Center for Sepsis Control and Care“, CSCC) angesiedelt ist. Experten der Inneren Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Medizin sowie Vertreter der Kinder- und Jugendmedizin arbeiten hier zusammen.

Das Ziel der Post-COVID-Arbeitsgruppe ist die fachübergreifende Versorgung von Betroffenen, unabhängig vom Lebensalter. Moderne Diagnose und Behandlungskonzepte gehören ebenso zum Konzept wie telemedizinische Therapien. Um möglichst schnell durch verbreitertes Wissen über das Post-COVID-Syndrom zu einer verbesserten Patientenversorgung beizutragen, werden die Daten der teilnehmenden Patientinnen und Patienten in einem Register erfasst.

 

Kontakt:

Koordinatorin der KIM IV Post-COVID-Ambulanz
Frau Geißler
Tel. 03641 - 9 324283



19.05.2021

EGIS- Gruppe veröffentlicht Übersichtsartikel zu SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankungen

EGIS- Gruppe veröffentlicht Übersichtsartikel zu SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankungen Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätklinikums Jena, des Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie in Wien und der Universitätsmedizin Göttingen
Coronavirus SARS-CoV-2: Die European Group on Immunology of Sepsis versteht die von ihm ausgelöste COVID-19-Erkrankung als neuartige schwere Lungeninfektion mit einem ausgeprägten vaskulären Entzündungsanteil. Quelle:CSCC/UKJ

In einer aktuell in Lancet Respiratory Medicine erschienenen Übersichtsarbeit fasst die European Group on Immunology of Sepsis (EGIS) die wichtigsten Erkenntnisse der durch SARS-CoV-2 ausgelösten COVID-19-Erkrankung kritisch zusammen. Die von Wissenschaftlern aus Wien, Göttingen und Jena koordinierte Autoren-Gruppe versteht COVID-19 als eine neuartige virale Erkrankung mit einem ausgeprägten vaskulären Entzündungsanteil, die in schweren Verläufen durch eine fehlregulierte Immunantwort auf die virale Infektion gekennzeichnet ist.

Jena/ Wien/Göttingen (vdG/UKJ). Die seit anderthalb Jahren währende COVID-19-Pandemie hat einen beispiellosen Wettlauf um wissenschaftliche Erkenntnisse angestoßen, wie die Ansteckung zurückgedrängt und die Ausmaße und Folgen der Erkrankung begrenzt werden können. Die daraus entstehende Flut von wissenschaftlichen Daten nahezu aller biomedizinischen Fachdisziplinen ist selbst für Experten kaum noch beherrschbar. Es fällt zunehmend schwer, fundierte Erkenntnisse, vorläufige Befunde und Hypothesen auseinanderzuhalten – mit merklichen Folgen, auch was das Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft betrifft.

Während Maßnahmen zur Infektionsprävention schnell bekannt und Impfungen im Rekordtempo entwickelt wurden, bleiben wichtige Fragen zu den Krankheitsmechanismen unterschiedlicher Krankheitsverläufe – asymptomatisch bis kritisch krank – ungeklärt. Ein Grund hierfür ist, dass die durch SARS-CoV-2 ausgelöste körpereigene Abwehrreaktion äußerst komplex und uneinheitlich ausfällt. Dadurch fehlen aber wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung evidenzbasierter Behandlungsstrategien gegen COVID-19.

Internationale, interdisziplinäre Kooperation für gesichertes COVID-19-Wissen

Koordiniert von Autoren aus Wien, Göttingen und Jena hat die European Group on Immunology of Sepsis, kurz EGIS, nun die Masse der erschienenen Publikationen gesichtet und kritisch ausgewertet. In einem ausführlichen Übersichtsartikel fasst die Autorengruppe die wichtigsten Erkenntnisse zur COVID-19-Pathophysiologie zusammen. 2018 als wissenschaftliche Diskussionsplattform für Fragen zur Immunologie der Sepsis etabliert, bietet das EGIS-Netzwerk durch seine Interdisziplinarität beste Voraussetzungen, um die ausufernde COVID-Datenmenge zu sichten und kritisch zu durchleuchten. EGIS umfasst 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Ländern und verschiedenen Fachdisziplinen. „Die vorbehaltfreie Zusammenarbeit über Fächer- und Ländergrenzen hinweg ist entscheidend, gerade in der derzeitigen Situation“, betont einer der EGIS-Koordinatoren und Letztautor Dr. Ignacio Rubio vom Universitätsklinikum Jena. „Nur durch eine größtmögliche Bündelung wissenschaftlicher Expertise werden wir in unserem Streben nach gesichertem ‚COVID-19-Wissen‘ entscheidend vorankommen.

Welche Ergebnisse konnte das EGIS-Team nun zur Pathophysiologie, also den Krankheitsmechanismen von COVID-19 zusammentragen? Im Unterschied zu anderen Corona-Viren, die häufig nur milde bis moderate Erkältungssymptome verursachen, vermehrt sich SARS-CoV-2 in den unteren Atemwegen und löst so eine schwere Lungenentzündung bis hin zu akutem Lungenversagen aus. Ein entscheidender „infektiöser Vorteil“ von Sars-CoV-2 ist hierbei dessen gleichzeitig lang andauernde Besiedlung und Vermehrung auch in den oberen Atemwegen.  

SARS-CoV-2 schädigt das Gefäßendothel

Erstaunlich ist die Erkenntnis, dass wir in einer bestimmten Phase der Erkrankung Patienten sehen, deren Sauerstoffgehalt im Blut kritisch reduziert ist, die aber zunächst oft keine Einschränkungen der Lungenbelüftung zeigen. Patienten atmen selbst in Ruhe nicht selten ein Vielfaches als normal üblich. Dies ist neu für uns! Es ist vermutlich ein Ausdruck, dass die virale Infektion zunächst eher die Blutgefäße betrifft als die belüfteten Areale der Lunge und so den schweren Sauerstoffmangel verursacht. Durch eine virusbedingte Schädigung der innersten Zellschicht von Blutgefäßen, dem Endothel, erklären sich auch andere häufige COVID-19 typische Organkomplikationen durch z.B. Thrombosen oder Gerinnungsstörungen“, so Priv.-Doz. Dr. med. Martin Winkler von der Universitätsmedizin Göttingen.

Dazu kommt eine untypische Immunantwort. Im Vergleich zu Influenza und anderen schweren Infektionen werden bei COVID-19 länger entzündungsfördernde Botenstoffe, Zytokine genannt, produziert, jedoch in deutlich niedrigerer Konzentration. Dieses untypische Entzündungsprofil unterscheidet COVID-19 von anderen septischen Krankheitsbildern und erschwert möglicherweise die Immunantwort und damit auch die effiziente Elimination des Virus. Tatsächlich ist eine hohe virale Belastung mit der Erkrankungsschwere assoziiert.

COVID-19: eine neuartige schwere Lungeninfektion

Im Verbund mit einer fehlregulierten Entzündungsantwort kann die Schädigung des Endothels nicht nur die Lunge, sondern auch Organe wie Gehirn, Herz, Nieren, Darm und Leber in Mitleidenschaft ziehen. Verglichen mit einer Influenza-Grippe oder SARS treten bei COVID-19 Komplikationen wie Multiorganversagen und schwere Gerinnungsstörungen häufiger auf. Priv.-Doz. Marcin Osuchowski vom Ludwig Boltzmann Institut für Traumatologie, Forschungszentrum der AUVA in Wien: „SARS-CoV-2 ist ein neues infektiöses Pathogen, welches unser Immunsystem vor eine neue Herausforderung stellt. Es wird damit verständlich, dass unsere Herangehensweise nicht die sein darf, bekannte und bisher vertretene Konzepte schlicht auf COVID-19 zu übertragen. Es wird zunehmend deutlich, dass die Schwere von COVID-19-Erkrankungen mit einer fehlregulierten Antwort des Immunsystems in Zusammenhang steht, die sich von bislang bekannten Mechanismen und Ursachen einer Sepsis unterscheidet. Wir raten zur Vorsicht gegenüber der weit verbreiteten Vorstellung eines systemischen Zytokinsturms als führender Grund für die beobachteten Multiorganreaktionen. Die Datenlage dazu ist noch nicht eindeutig.“

In ihrer Übersicht formuliert die EGIS-Gruppe weiterhin Forschungsfragen, die mit hoher Priorität zu beantworten sind. Dazu zählen unter anderem die genauere Charakterisierung der bekannten und die Identifizierung neuer Prognosemarker für den Verlauf und Langzeitfolgen der Erkrankung sowie qualitativ hochwertige klinische Studien zur Optimierung der gerinnungshemmenden und immunmodulatorischen Therapien.

Weitere Informationen:
European Group on Immunology of Sepsis: http://www.egis-online.eu/

Kontakt:

Dr. Ignacio Rubio
European Group on Immunology of Sepsis
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel.: +49 3641 9 325876
E-Mail: Ignacio.Rubio@med.uni-jena.de    

Priv.-Doz. Dr. Martin Winkler
European Group on Immunology of Sepsis
Klinik für Anästhesiologie, Universitätsmedizin Göttingen
Tel.: 0551/39-67717
martin.winkler@med.uni-goettingen.de

Marcin Osuchowski DVM, PhD
European Group on Immunology of Sepsis
Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie, Wien
AUVA Forschungszentrum
Tel.: +43 5939341961
E-Mail: marcin.osuchowski@trauma.lbg.ac.at

 



10 Jahre Center for Sepsis Control and Care am UKJ

10.05.2021

10 Jahre Center for Sepsis Control and Care am UKJ

Erfolgreiche translationale Sepsisforschung und Nachwuchsförderung im CSCC/Zentrum besteht am Universitätsklinikum Jena fort und koordiniert die Forschung im Schwerpunkt Sepsis und Infektionsmedizin/Leistungsfähige Forschungsinfrastruktur für die Medizinische Fakultät und Partner 
Das vor zehn Jahren gegründete CSCC koordiniert als Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung die Arbeit in diesem Forschungsschwerpunkt am UKJ. Foto: UKJ

 Jena (vdG/UKJ). Vor zehn Jahren wurde am Universitätsklinikum Jena (UKJ) das Zentrum für Sepsis und Sepsisfolgen, kurz CSCC, als eines von bundesweit acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren gegründet. Mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, immerhin 50 Millionen Euro, widmeten sich Arbeitsgruppen am UKJ, an der Jenaer Universität und den Leibniz-Instituten HKI und IPHT der Erforschung der Sepsis – von den molekularen Mechanismen, über Prävention und schnellere Diagnostik, bis hin zu besseren Behandlungs- und Nachsorgemöglichkeiten dieser Erkrankung.

Für die Umsetzung des ehrgeizigen Forschungsprogramms schuf das UKJ wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen: Es erweiterte das Zentrum für Klinische Studien und etablierte eine Integrierte Biobank. Von diesen Einrichtungen profitieren jetzt alle klinischen Arbeitsgruppen der medizinischen Fakultät und Forschungspartner darüber hinaus. Das CSCC hat auch neue Strukturen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aufgebaut, wie beispielsweise ein Graduiertenkolleg, in dem nicht nur Promovierende der Natur- und Lebenswissenschaften strukturiert betreut werden, sondern auch Promovierende der Medizin und Postdocs. Diese Strukturen lieferten Anregungen für ein vereinheitlichtes Förderkonzept am UKJ, das alle Karrierestufen berücksichtigt.

Insgesamt arbeiteten die CSCC-Forschungsgruppen in über 160 Projekten, davon 37 klinische Studien mit mehr als 20.000 Teilnehmern, ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in über 800 Fachpublikationen. „Wir konnten zur Einwerbung neuer Forschungsgroßprojekte für Jena beitragen“, so der Sprecher des CSCC, Prof. Dr. Michael Bauer. „Als Beispiele seien des Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ oder das Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung genannt.“ Maßgeblich war das CSCC auch an der aktualisierten wissenschaftlichen Definition der Sepsis beteiligt. Diese charakterisiert die Sepsis als  lebensbedrohliche Organdysfunktion, die in Folge einer fehlregulierten Antwort des Körpers auf eine Infektion auftritt. Bei der Entstehung einer Sepsis wird neben immunologischen Vorgängen jetzt auch Veränderungen des zellulären Stoffwechsels eine wesentliche Bedeutung beigemessen.

Nach dem Ende der Förderung besteht das CSCC nun als Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung am UKJ fort. „Das CSCC repräsentiert den Fakultätsschwerpunkt Sepsis und Infektionsmedizin und koordiniert die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich. Dabei profitieren die Mitglieder von der interdisziplinären Forschungskultur und  der Translation von Grundlagenforschung in die klinische Anwendung, die das CSCC von Beginn an prägen“, betont Prof. Dr. Thomas Kamradt, Wissenschaftlicher Vorstand des UKJ.

Wie wichtig die Expertise in der Erforschung und Behandlung von Sepsis und Infektionskrankheiten ist, zeigt gerade die aktuelle pandemische Jahrhundertkrise nur allzu deutlich. Denn auch Virusinfektionen können eine Sepsis auslösen und viele COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen leiden an einer COVID-19-assoziierten Sepsis mit Organversagen. „Von den über 400 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der verschiedensten Disziplinen, die im CSCC gefördert wurden, arbeiten jetzt viele in regionalen, nationalen und internationalen Studien und Forschungsnetzwerken an der Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie. Sie beraten Landes- und Bundesregierung, arbeiten in Gremien der WHO, forschen an besseren Behandlungsoptionen für COVID-19-Patienten und sind dabei auch federführend für die Digitalisierung in der Medizin“, beschreibt CSCC-Co-Sprecher Prof. Dr. André Scherag die Einbindung der Jenaer Sepsis- und Infektionswissenschaftler in die weltweite Corona-Forschung und die digitale Medizin.

 

Weitere Informationen:

 

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Bauer
Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung, Universitätsklinikum Jena
Tel.: +49 3641 9 32 33 74
E-Mail: CSCC@med.uni-jena.de  



16.04.2021

Neue Juniorprofessor für Molekulare Medizin lebensbedrohlicher Infektionen

CSCC-Mitglied Adrian Press wird neuer Juniorprofessor für Molekulare Medizin lebensbedrohlicher Infektionen am UKJ
Dr. Adrian Press ist Juniorprofessor für Molekulare Medizin lebensbedrohlicher Infektionen am UKJ. Foto: Michael Szabó/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Eindringende Krankheitserreger können eine so massive Immunantwort auslösen, dass die Abwehrreaktion den gesamten Körper erfasst und die Funktion ganzer Organe schädigt. Bei einer solchen Infektion, die lebensbedrohlich werden kann, ist die Leber als zentrales Stoffwechselorgan besonders gefordert. „Die Hepatozyten, die ‚Arbeitstiere‘ in der Leber, müssen dann nicht nur die von den Erregern produzierten Gifte abbauen, sie haben auch das Blut von all den Signalstoffen und Zerfallsprodukten zu entgiften, die die Immunzellen hinterlassen“, beschreibt Adrian Press den Arbeitsauftrag an die Leberzellen. Er erforscht auf molekularer Ebene, wie durch eine so schwere Infektionserkrankung die Stoffwechselmechanismen verändert sind und wie dadurch die Organfunktion gestört wird. Seit Februar ist der 32-jährige Wissenschaftler Juniorprofessor für Molekulare Medizin lebensbedrohlicher Infektionen am Universitätsklinikum Jena.

Nach seinem Bachelorstudium in Furtwangen absolvierte Adrian Press den Masterstudiengang Molekulare Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und promovierte anschließend am Universitätsklinikum Jena in einem Forschungsprojekt zur Entwicklung funktionalisierter Nanopartikel für den zellspezifischen Wirkstofftransport. Als PostDoc baute er eine eigene Arbeitsgruppe „Nanophysiologie“ an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des UKJ auf und forschte als Gastwissenschaftler in Japan, Großbritannien und Schweden. Für die Juniorprofessur in Jena lehnte er das Angebot als Associate Professor an der Universität im chinesischen Hangzhou ab.

Seine Arbeitsgruppe kooperiert eng mit den Jenaer Gruppen in der Sepsis- und Mikrobiomforschung. „Wir untersuchen zum Beispiel, wie die Leber das Mikrobiom im Darm steuert und in Schach hält, oder wie schwere Infektionen in die Zelltodmechanismen der Hepatozyten eingreifen“, so Adrian Press. Der Molekularmediziner forscht auch an am medizinischen Einsatz von Nanopartikeln, die als „Taxis“ für Medikamente verwendet werden können und durch spezielle Oberflächeneigenschaften ihren Weg zum Zielort finden, um dort z. B. den Stoffwechsel der Zellen zu unterstützen. Dabei arbeitet Adrian Press mit modernsten biophotonischen Nachweis- und Bildgebungsmethoden: „Mithilfe zeitlich und räumlich hochauflösender Intravital-Mikroskopie gelingt es uns, den Weg von Stoffwechselprodukten im Gewebe nachzuvollziehen.“ Dieses Methodenwissen wird der Juniorprofessor  weitergeben – in einem neuen Spezialisierungsmodul im Masterstudiengang Medical Photonics.

Kontakt:

Jun.-Prof. Dr. Adrian T. Press
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel: 03641/9 323139
E-Mail: Adrian.Press@med.uni-jena.de



DiagnosTech Academy: Basics in Bacteriology – in context of antibiotic resistance

18.02.2021

DiagnosTech Academy: Basics in Bacteriology

The lecture series is intended to introduce the participants to the basic processes in bacteria in order to deepen their understanding of the mechanisms behind antibiotic resistance or tolerance.

The series is organized by the InfectoGnostics Research Campus Jena in cooperation with University Hospital and the Center for Sepsis Control and Care (CSCC) .

The lecture series is aimed at PhD students or Bachelor/ Master students who are working with related topics or are interested in microbial resistances or who would like a refresher course in bacteriology.

Registration via the online form is required.

The link to the ZOOM conference room will be sent to participants after registration.

Topics:
  1. Membrane and Envelope
  2. Bacterial Chromosome
  3. Transcription and Gene Regulation
  4. Translation and Ribosomes
  5. Non-ribosomal Peptides and Polyketides
  6. Pili, Flagella and Secretion
  7. Main Metabolic Pathways

Speaker: Dr. Oliwia Makarewicz / Leader Research Lab UKJ/IIMK

Date: 18 February 2021 from 9:00 to 13:00 and 19 February 2021 from 9:00 to 13:00

Venue: ZOOM conference

Registration: Registration via the online form is required: www.infectognostics.de/dt-registration

Contact: Christin Weber | info@infectognostics.de

 



UKJ ist wichtiger Partner im bundesweiten COVID-19-Forschungsnetzwerk

01.10.2020

UKJ ist wichtiger Partner im bundesweiten COVID-19-Forschungsnetzwerk

Von Teststrategien bis Spätfolgen-App: Das Universitätsklinikum Jena ist an elf der 13 Verbundprojekte des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu COVID-19 beteiligt.

Jena (vdG/UKJ). Das von der Charité koordinierte bundesweite Netzwerk der Universitätskliniken zur Erforschung von COVID-19 stellte heute (1. Oktober 2020) seine 13 Verbundprojekte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Netzwerk mit 150 Millionen Euro. Neben dem besseren Verständnis der SARS-CoV-2-Infektionen, schneller Diagnostik und wirksamen Therapiekonzepten zielt die Arbeit des Netzwerkes auf den Aufbau nachhaltiger Strukturen für ein effektives Pandemie-Management.

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist ein gefragter Partner in diesem Netzwerk, seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind in elf der 13 Verbünde integriert. So erweitern die Jenaer Notfallmediziner Notaufnahmeregister, die Versorgungsforschung in Echtzeit ermöglichen sollen. Die jeweiligen Jenaer Fachvertreter arbeiten auch an der Datenvereinheitlichung der radiologischen Lungenbefunde, im entstehenden Autopsie-Netzwerk und an der Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung in der Pandemie mit. Die Mitglieder des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen am UKJ, kurz CSCC, bringen ihre besondere Expertise im Bereich der Sepsis und Infektionsmedizin ein. Sie nutzen beispielsweise Organ- und Infektionsmodelle, um die Risiken für schwere COVID-19-Verläufe besser abschätzen zu können, sie sind an der Entwicklung von Teststrategien und Konzepten zur Infektionsüberwachung ebenso beteiligt wie an der Umsetzung des neuen Wissens in intensivmedizinische Behandlungsleitlinien.

Da die Vereinheitlichung und der Austausch von Daten ein zentrales Thema des Forschungsnetzwerkes ist, sind auch die Erfahrungen gefragt, die die Datenwissenschaftler des UKJ im SMITH-Verbund der Medizininformatik-Initiative sammeln konnten. „Im Rahmen des Netzwerks soll eine zentrale Forschungsdateninfrastruktur entstehen, die unsere Vorarbeiten nutzt. Neben Themen wie Interoperabilität und Datenschutz sind hierbei insbesondere Datensicherheit und die Erweiterbarkeit wichtige Anforderungen“, so Prof. Dr. André Scherag. Der stellvertretende SMITH-Sprecher koordiniert die Beteiligung des UKJ am Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin. Ein weiterer IT-Verbund des Netzwerkes wird eine App zur Erfassung der Spätfolgen von COVID-19 erstellen. Schließlich wollen die Unimediziner eine Patientenkohorte aufbauen, deren Krankheitsverlauf im Sinne eines „deep phenotyping“ in allen Details und Besonderheiten erfasst wird, daran werden auch die Jenaer Biobankexperten mitwirken.

Für die Bearbeitung seiner Projektanteile soll das UKJ insgesamt zwei Millionen Euro erhalten, wobei die Projekte bereits im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein sollen. André Scherag: „Im Gegensatz zu vielen anderen Förderprogrammen stehen die Uniklinika im Nationalen Forschungsnetzwerk nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ziehen an einem Strang. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Corona-Pandemie zu bewältigen und für kommende Epidemien besser gerüstet zu sein.“

Weitere Informationen:

www.uniklinikum-jena.de/Forschung/Covid_19_Forschung.html
www.uniklinikum-jena.de/cscc/
www.smith.care
www.netzwerk-universitaetsmedizin.de
Pressemitteilung des BMBF

Kontakt:

Prof. Dr. André Scherag
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften
E-Mail: Andre.Scherag@med.uni-jena.de  
Telefon: +49 3641 9-396951

 

Weitere Informationen zu den Netzwerken mit UKJ-Beteiligung



Organfunktion bei Intensivpatienten verbessern

25.09.2020

Organfunktion bei Intensivpatienten verbessern

Sina Coldewey ist neue Professorin für Klinische Anästhesiologie und Translationale Intensivmedizin an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die auch im CSCC aktiv forschende Ärztin übernimmt die Leitung der Sektion Anästhesiologie in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Jena.
Prof. Dr. Dr. Sina Coldewey übernimmt die Leitung der Sektion Anästhesiologie in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des UKJ. Foto: Michael Szabó/UKJ

Jena (UKJ/vdG) „Das breite interdisziplinäre Spektrum macht den Reiz des Faches Anästhesiologie aus, das ich auch wissenschaftlich voranbringen möchte“, sagt Prof. Dr. Dr. Sina Coldewey. Seit September hat die Anästhesistin, Intensivmedizinerin und Notärztin die Professur für Klinische Anästhesiologie und Translationale Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) inne. Als eine in ihrem Fachgebiet bestens ausgewiesene Wissenschaftlerin arbeitet sie bereits viele Jahre erfolgreich.

Sina Coldewey absolvierte ihr Studium und ihre klinische Ausbildung, begleitet von mehreren Auslandsaufenthalten, an der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie mit Auszeichnung in der Medizin promoviert wurde. Anschließend forschte sie mehrere Jahre an der Queen Mary University of London und erwarb hier den Doctor of Philosophy. Seit 2014 arbeitete sie zunächst als Oberärztin, seit 2017 als leitende Oberärztin in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des UKJ und warb 2016 als Projektleiterin die Nachwuchsforschungsgruppe Translational Septomics am Jenaer Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Septomics ein.

Forschung auf der Intensivstation und im Labor

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Beeinträchtigungen der Organfunktionen bei schweren Infektionserkrankungen wie Sepsis oder dem hämolytisch-urämischen Syndrom. Durch die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion oder durch Bakteriengifte werden die Organe geschädigt – bis hin zum Organversagen. Prof. Coldewey erforscht die molekularen Mechanismen dieser Organfunktionsstörungen und ihre Bedeutung für die Langzeitprognose der Patienten. „Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die unmittelbare Verbindung intensivmedizinischer klinischer Studien und experimenteller Untersuchungen im Labor“, betont sie.

Mit ihrer mittlerweile etwa 25-köpfigen Nachwuchsforschungsgruppe am ZIK Septomics untersucht sie in einer umfangreichen klinischen Studie den akuten Verlauf und die Langzeitfolgen der Sepsis, insbesondere hinsichtlich der Herzfunktion. Hierbei werden die Patienten in der akuten Krankheitsphase bis ein Jahr nach ihrer Entlassung von der Intensivstation begleitet. Parallel hierzu arbeitet die Forschungsgruppe im Labor mit Modellsystemen für schwere Infektionserkrankungen, um die Organfunktionen bzw. die Funktionsstörungen auf molekularer Ebene umfassend zu charakterisieren. Gleich zwei multizentrische Projekte will Prof. Coldewey zur Erforschung der COVID-19-Sepsis starten: Eine Therapiestudie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit eines entzündungshemmenden Antikörpers evaluiert werden soll, sowie eine Studie, in der die Rolle kardiologischer Ereignisse als Prognosefaktoren im Fokus steht.

Als Mitglied des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC am UKJ und des ZIK Septomics ist Sina Coldewey bestens in den Sepsis-und Infektionsschwerpunkt in Jena eingebunden - sowohl in Forschungsprojekte als auch in die Vorstandsarbeit. „Wir freuen uns, dass sich Sina Coldewey trotz einer attraktiven Alternative für die Professur in Jena entschieden hat. Sie wird das wissenschaftliche Profil des Universitätsklinikums weiter stärken“, ist sich Prof. Dr. Michael Bauer, Sprecher des CSCC und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKJ, sicher. „Als Anästhesistin mit langjähriger Leitungserfahrung stärkt sie zudem die neue Leitungsstruktur unserer Klinik, mit der wir noch besser für die stetig wachsenden Anforderungen in der Universitätsmedizin gerüstet sind.“

Verantwortung für die anästhesiologische Versorgung am UKJ

In der Klinik übernimmt Prof. Coldewey die Leitung der Sektion Anästhesiologie, die über 50 Ärztinnen und Ärzte zählt. Damit verantwortet sie die gesamte anästhesiologische Versorgung im UKJ, unter anderem in den 24 Operationssälen, in denen jährlich über 22.000 Narkosen durchgeführt und überwacht werden. Die Begeisterung für ihr facettenreiches Fachgebiet und die universitäre Medizin möchte Sina Coldewey auch an den ärztlichen Nachwuchs weitergeben – deshalb engagiert sie sich als Mentorin in der forschungsorientierten Linie des Jenaer Medizinstudiums, betreut zahlreiche Doktoranden und Masterstudenten und organisiert Facharztweiterbildungen. Prof. Coldewey: „Es ist eines meiner zentralen Anliegen, die Bedeutung von Forschungsergebnissen für die Klinik bereits im Studium praxisnah zu vermitteln und frühzeitig an wissenschaftliches Arbeiten heranzuführen. Für eine Vielzahl von Krankheiten werden wir nur mittels enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Naturwissenschaftlern eine Weiterentwicklung und Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie erzielen können.“

Weiterführende Informationen:

https://www.septomics.de/de/translational-septomics.html

https://www.uniklinikum-jena.de/kai

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. med. Sina Coldewey
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel: 03641/9 323190
E-Mail: Sina.Coldewey@med.uni-jena.de



World Sepsis Congress Spotlight by WHO and GSA

09.09.2020

WSC Spotlight: Free Online Congress by WHO and GSA

On 9 September 2020, the WHO and the GSA will host the World Sepsis Congress Spotlight: Sepsis, Pandemics, and Antimicrobial Resistance – Global Health Threats of the 21st Century. The WSC Spotlight is an innovative free online congress bringing together over 30 renowned experts from all around the world to talk on COVID-19, antimicrobial resistance, sepsis, and how they are all linked. The congress will be held in English and is open to everyone with an internet connection.

For more information on program, speakers, time zones, and to register for free, please visit wscspotlight.org.



COVID-19: Hydrokortison senkt Sterblichkeit

04.09.2020

COVID-19: Hydrokortison senkt die Sterblichkeit

In einer internationalen Kooperation von mehr als 250 Intensivstationen konnte die REMAP-CAP-Studiengruppe, an der auch Forscher des CSCC beteiligt sind, nachweisen, dass intravenös verabreichtes Hydrokortison dem Organversagen bei COVID-19 Patienten mit schwerer beatmungspflichtiger Lungenentzündung entgegenwirkt und die Überlebenschancen der Patienten erhöht. Die Studienergebnisse wurden jetzt im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.
Die REMAP-CAP-Studienbeteiligung von derzeit 17 deutschen Intensivstationen wird am Uniklinikum Jena koordiniert. Foto: UKJ.

Jena (vdG/UKJ). Die REMAP-CAP-Studiengruppe ist ein von Intensivmedizinern und Infektiologen aufgebauter Zusammenschluss von Intensivstationen in 14 Ländern in Europa, Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Saudi-Arabien. In dieser einzigartigen weltweiten Kooperation führt die Gruppe  randomisierte klinische Studien durch, um die Wirksamkeit bekannter Medikamente in der COVID-19-Pandemie zu untersuchen.  Die aus derzeit 17 Intensivstationen bestehende Studienbeteiligung in Deutschland wird am Zentrum für Klinische Studien des Universitätsklinikums Jena (UKJ) koordiniert.

Hydrokortison hilft COVID-19-Patienten mit schwerer Lungenentzündung

In einer jetzt im Journal of the American Medical Association erschienenen Arbeit berichten die Ärzte von einer Studie, die den Einsatz von Hydrokortison bei COVID-19-Erkrankungen mit sehr schwerem Verlauf testete. Bei 384 erwachsenen Patienten, die wegen einer schweren Lungenentzündung beatmet werden mussten, erwies sich die Behandlung mit dem überall verfügbaren und preiswerten Kortisonpräparat als sehr wirkungsvoll. Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe verbesserte die intravenöse Behandlung mit Hydrokortison die Überlebensrate und minderte die Schwere des Organversagens mit 93%iger Wahrscheinlichkeit. Diese Ergebnisse sind in Übereinstimmung mit einer jüngsten Studie aus Großbritannien, die zeigen konnte, dass Dexamethason, ein anderes Kortisonpräparat, die Sterblichkeit bei schwerer COVID-19-Erkrankung um ein Drittel senkt.

Ergebnisse fließen in COVID-19-Behandlungsempfehlungen der WHO ein

„Bisher galten Kortisonpräparate als kontraindiziert bei Viruspneumonien. Die Ergebnisse zeigen, dass Hydrokortison eine ähnlich günstige Wirkung wie Dexamethason bei schwerer COVID-19-Pneumonie hat“, sagt Mathias Pletz. Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am UKJ ist der Studienleiter für Deutschland. „Das Ergebnis ist auch hinsichtlich der sich weltweit abzeichnenden Verknappung von Dexamethason eine wichtige Botschaft.“ Die Studienresultate werden in die Behandlungsempfehlungen der WHO für COVID-19 einfließen, die ständig aktualisiert werden.

Valide COVID-19-Studienergebnisse nur in internationalen Kooperationen möglich

Seit März 2020 baut die weltweit vernetzte REMAP-CAP-Gruppe Studienprotokolle auf, die die Wirksamkeit und Sicherheit von bereits zugelassenen Medikamenten bei hospitalisierten COVID-19-Patienten testen. „Wir untersuchen derzeit parallel die Wirksamkeit und Sicherheit von 14 unterschiedlichen Behandlungen in einem adaptiven und multifaktoriellen Studiendesign, das auch von der WHO empfohlen wird”, sagt Frank Brunkhorst, der als Mitglied der globalen Lenkungsgruppe mitverantwortlich ist für Design und Protokolle der Studien. Der Leiter des Studienzentrums am UKJ kritisiert auch die gegenwärtige Zersplitterung der klinischen Forschung mit vielen kleinen Studien zu COVID-19 in Deutschland:  „In einer Pandemie wie dieser brauchen wir große Patientenzahlen, um schnell zu Erkenntnissen und Fortschritten in der Therapie zu kommen. Das ist nur im Rahmen von internationalen Kooperationen möglich. Wir brauchen die Ergebnisse dieses Jahr und nicht erst im Herbst 2021!“

Originalpublikation:

REMAP-CAP Investigators: Effect of Hydrocortisone on Mortality and Organ Support in Patients With Severe COVID-19, JAMA. September 2, 2020. doi:10.1001/jama.2020.17022

Weitere Informationen: www.remapcap.org

Kontakt:

Prof. Dr. Frank M. Brunkhorst
Zentrum für Klinische Studien, Universitätsklinikum Jena
E-Mail: frank.brunkhorst@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9-396687

Prof. Dr. Mathias Pletz
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Jena
E-Mail: mathias.pletz@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 9-32 47 94



Das Jenaer Biotechnologieunternehmen „Dynamic42“ wirbt siebenstelliges Investment ein

07.04.2020

„Dynamic42“ wirbt siebenstelliges Investment ein

Die Dynamic42 GmbH hat eine Start-up-Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe abgeschlossen. Das im März 2018 aus dem „Center of Sepsis Control and Care“ (CSCC) des Universitätsklinikums Jena ausgegründete Unternehmen konnte die Investoren bm-t beteiligungsmanagement thüringen gmbh (bm|t), die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH (MBG) und die Sparkasse Jena-Saale-Holzland überzeugen, sich am Unternehmen zu beteiligen und die Entwicklung des Unternehmens somit zu unterstützen. Die Dynamic42 GmbH bietet ihren Kunden miniaturisierte Organmodelle des Menschen (sog. mikrophysiologische Systeme), um an diesen Wirkstoff-Testungen vornehmen zu können. Mit Hilfe der Investitionen wird die Dynamic42 GmbH die Weiterentwicklung von Produkten/Dienstleistungen, den weiteren Aufbau der Unternehmensinfrastruktur und des Personals als auch die Verbesserung der Schutzrechtssituation und den Ausbau des Vertriebs vorantreiben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von Dynamic42.



Basics in Bacteriology - in context of antibiotic resistance

05.03.2020

Basics in Bacteriology - in context of antibiotic resistance

This blocked lectures address PhD students or Bachelor/ Master students who are working with related topics or are interested in microbial resistances or who would like a refresher course in bacteriology.

The lecture series is intended to introduce the participants to the basic processes in bacteria in order to deepen their understanding of the mechanisms behind antibiotic resistance or tolerance. The series is organized by the Jena University Hospital in cooperation with InfectoGnostics and the Center for Sepsis Control and Care.

The lecture series is aimed at PhD students or Bachelor/ Master students who are working with related topics or are interested in microbial resistances or who would like a refresher course in bacteriology.

Date: 5 - 6 March 2020 from 9:00 to 12:30

Venue: Seminar room 10, Research and Institute Building (FUI), House 2, University Hospital Jena

Contact: Dr. rer. nat. Oliwia Makarewicz

Oliwia.Makarewicz@med.uni-jena.de
Phone: +49 3641 9-324227

Lectures
  1. Membrane and Envelope
  2. Bacterial Chromosome
  3. Transcription and Gene Regulation
  4. Translation and Ribosomes
  5. Non-ribosomal Peptides and Polyketides
  6. Pili, Flagella and Secretion
  7. Main Metabolic Pathways

 

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Goldstandard der Sepsisbehandlung: S3-Leitlinie veröffentlicht

17.02.2020

Goldstandard der Sepsisbehandlung: S3-Leitlinie veröffentlicht

Die jetzt veröffentlichte S3-Leitlinie zur Sepsis bündelt erstmals auf dem höchsten methodischen Niveau das gesamte medizinische Wissen zur Behandlung dieser lebensbedrohlichen Erkrankung. Die Federführung für die Erarbeitung der Leitlinie „Sepsis - Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge“ hatte die am Universitätsklinikum Jena ansässige Deutsche Sepsis-Gesellschaft inne.
Empfehlungen zur Sepsis-Behandlung sind jetzt erstmals als S3-Leitlinie veröffentlicht worden. Foto: Anna Schroll/UKJ

Jena (vdG/UKJ). Wie soll ein Sepsispatient künstlich beatmet und gelagert werden, welches Nierenersatzverfahren sollte bei akutem Nierenversagen angewandt werden, wie sollten Patienten mit schwerem septischen Schock ernährt werden - bei diesen Entscheidungen helfen Leitlinien dem behandelnden Arzt. "Leitlinien sind keine juristisch verbindlichen Richtlinien oder Universalrezepte", stellt Professor Dr. Frank M. Brunkhorst klar, "sie sind Handlungs- und Behandlungsempfehlungen auf dem Stand des aktuellen Wissens, letztlich aber muss der Arzt immer anhand der individuellen Situation des Patienten entscheiden." Frank Brunkhorst hat die Professur für Klinische Sepsisforschung am Universitätsklinikum Jena inne und leitet hier das Zentrum für Klinische Studien. Als Generalsekretär der Deutschen Sepsis-Gesellschaft leitete er die dreijährige Erarbeitung der Sepsis-Leitlinie, an der insgesamt 14 wissenschaftlich-medizinische Fachorganisationen und mit der Sepsis-Hilfe auch eine Patientenvereinigung beteiligt waren.

Prof. Dr. Frank Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena leitete die Erarbeitung der Sepsis-Leitlinie. Foto: www.lindgruen-gmbh.com

Höchste methodische Qualität

Die Grundlage bildeten die internationalen Behandlungsrichtlinien der „Surviving Sepsis Campaign“, die 2017 veröffentlicht wurden. Das 34-köpfige Leitlinienteam hat deren Gliederung übernommen und um Kapitel zur Definition der Sepsis, Prävention, Impfungen und Spätfolgen ergänzt. Mittels systematischer Aktualisierungsrecherchen und Literaturbewertungen wurden auch in der Zwischenzeit erzielte neue Studienergebnisse und publizierte Daten in die Empfehlungen einbezogen. Je nach der Qualität der Studiendaten und der Einigkeit unter den Experten sind die über 100 Empfehlungen abgestuft formuliert. „Die Bewertung der Studien und die Konsensfindung der Experten erfolgten standardisiert, das macht die hohe methodische Qualität der Leitlinie aus“, so Brunkhorst.

S3-Leitlinie "Sepsis - Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge"

Hintergrundinformation Sepsis

Sepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch eine fehlgesteuerte Antwort des Körpers auf Infektionen hervorgerufen wird. Auslöser können Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze sein. Am häufigsten betrifft eine Sepsis ältere Menschen über 65 Jahre und Kinder unter einem Jahr. Ein besonderes Risiko besteht aber auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Diabetes, Lungen- oder Nierenerkrankungen, Krebs oder einem geschwächten Immunsystem. Sepsis ist noch immer eine häufige Komplikation von Infektionen, mit einer geschätzten Häufigkeit von 50 Millionen Fällen pro Jahr weltweit. In europäischen Ländern ist die Erkrankung eine der Haupt-Todesursachen im Krankenhaus und geht mit einer Sterblichkeit von 30-40% einher. Durch die Verfügbarkeit von Antibiotika und leistungsfähigen Intensivstationen konnte die Sepsis-bezogene Sterblichkeit deutlich gesenkt werden. Die Einführung von Therapien, die auf das Immunsystem gerichtet sind, könnte die Überlebens- und Heilungschancen für Betroffene weiter verbessern.

Kontakt:
Prof. Dr. Frank M. Brunkhorst
Zentrum für Klinische Studien
Universitätsklinikum Jena
Tel.: 0 3641 939 66 87
E-Mail: frank.brunkhorst@med.uni-jena.de

 



Jenaer Sepsisexperten erforschen im EU-Verbund personalisierte Immuntherapie bei Sepsis

11.02.2020

Jenaer Sepsisexperten erforschen im EU-Verbund personalisierte Immuntherapie bei Sepsis

Im EU-Projekt ImmunoSep untersucht ein Forschungsverbund mit insgesamt 14 Partnern, ob Sepsispatienten von einer spezifischen Immunbehandlung profitieren, die nicht bei allen Patienten gleich angewandt wird, sondern den individuellen Krankheitsverlauf von Patienten berücksichtigt. Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist als klinisches Studienzentrum an dieser Studie beteiligt. Das Vorhaben wird im Rahmen des Horizon 2020 Förderprogramms der Europäischen Union in den nächsten vier Jahren mit insgesamt über zehn Millionen Euro gefördert.
Im EU-Verbund ImmunoSep erforschen UKJ-Wissenschaftler eine personalisierte Immuntherapie für Sepsis-Patienten. Foto: Anna Schroll/UKJ

Jena/Nijmegen (UKJ/vdG). „Von Therapien, die entsprechend dem Patientenstatus auf das Immunsystem gerichtet sind, erhoffen wir uns einen großen Schritt in der Verbesserung der Überlebens- und Heilungschancen bei Sepsis“, so der Sprecher des CSCC, Prof. Dr. Michael Bauer. Antibiotika und moderne Intensivmedizin haben die Sterblichkeit der Sepsis in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich reduziert, jedoch stirbt immer noch etwa ein Drittel der Patienten an der Erkrankung, die durch eine fehlgesteuerte Antwort des Körpers auf Infektionen hervorgerufen wird. Dabei beeinflussen individuelle Unterschiede den Verlauf der Erkrankung und den Behandlungserfolg deutlich. Zum Beispiel steht bei einigen Patienten eine überschießende Entzündungsantwort im Vordergrund, bei anderen bestimmt eine geschwächte Abwehrantwort den Verlauf.

Diese Unterschiede nimmt ImmunoSep ins Visier und startet eine klinische Studie, um eine Individualisierung der Immuntherapie bei Sepsis zu testen. „Wir werden die Studienpatienten in Gruppen mit verstärkter und zu schwacher Abwehrreaktion einteilen und in beiden Gruppen eine immundämpfende bzw. eine immununterstützende Therapie mit der etablierten Standardtherapie vergleichen“, beschreibt PD. Dr. Sebastian Weis, der die Studie am UKJ mit Prof. Bauer leitet, das Vorgehen. In die Studie sollen knapp 300 Patienten in sechs europäischen Ländern aufgenommen werden. Jena ist das einzige klinische Studienzentrum in Deutschland.

In einem breit angelegten Screening erstellt ImmunoSep zudem von den Studienpatienten umfassende genetische, immunologische, mikrobiologische und Stoffwechselprofile, in denen mit systembiologischen Methoden nach charakteristischen Markern für den individuellen Krankheitsverlauf gesucht wird. Das Ziel des Projektes ist es, den Weg für eine individualisierte Immuntherapie zu ebnen, die die Sterblichkeit der Sepsis signifikant senken kann. „Wir freuen uns, die Jenaer Expertise in der klinischen Sepsisforschung in diese möglicherweise bahnbrechende Studie einbringen zu können, die das Potenzial hat, die Sepsistherapie nachhaltig zum Wohle der Patienten zu verändern“, betont Prof. Bauer.

Kontakt Jena:
Prof. Dr. Michael Bauer, PD Dr. Sebastian Weis
E-Mail: Sebastian.Weis@med.uni-jena.de

Pressemitteilung ImmunoSep (englisch)

Das CSCC

Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen (Center for Sepsis Control & Care, CSCC) ist eines von acht integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die durch Förderung des Bundesministerium für Bildung und Forschung etabliert wurden. Das 2010 eingerichtete CSCC ist am Universitätsklinikum Jena angesiedelt und widmet sich der Erforschung von Sepsis und deren Folgeerkrankungen. Die über 100 Forscherinnen und Forscher des CSCC betrachten dabei alle Aspekte der Erkrankung, von der Risikobewertung und Prävention über die Akutbehandlung bis hin zur Nachsorge. Besonderen Stellenwert hat dabei der Transfer von Erkenntnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung.

Hintergrundinformation Sepsis

Sepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch eine fehlgesteuerte Antwort des Körpers auf Infektionen hervorgerufen wird. Auslöser können Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze sein. Am häufigsten betrifft eine Sepsis ältere Menschen über 65 Jahre und Kinder unter einem Jahr. Ein besonderes Risiko besteht aber auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Diabetes, Lungen- oder Nierenerkrankungen, Krebs oder einem geschwächten Immunsystem. Sepsis ist noch immer eine häufige Komplikation von Infektionen, mit einer geschätzten Häufigkeit von 50 Millionen Fällen pro Jahr weltweit. In europäischen Ländern ist die Erkrankung eine der Haupt-Todesursachen im Krankenhaus und geht mit einer Sterblichkeit von 30-40% einher. Durch die Verfügbarkeit von Antibiotika und leistungsfähigen Intensivstationen konnte die Sepsis-bezogene Sterblichkeit deutlich gesenkt werden. Die Einführung von Therapien, die auf das Immunsystem gerichtet sind, könnte die Überlebens- und Heilungschancen für Betroffene weiter verbessern.



Organmodelle für die Testung neuer Immunwirkstoffe

03.12.2019

Organmodelle für die Testung neuer Immunwirkstoffe

Das Universitätsklinikum Jena beteiligt sich am EU-Verbund imSAVAR, der innovative Modellsysteme für die Evaluation immunmodulierender Therapeutika entwickelt. In dem auf sechs Jahre angelegten Projekt sollen in Jena Testsysteme entstehen, die die Funktion und das Zusammenwirken verschiedener menschlicher Organe nachbilden. Diese Tests sollen die Untersuchung neuer Wirkstoffe erleichtern, die in Immunprozesse eingreifen.
UKJ-Wissenschaftler entwickeln im EU-Konsortium imSAVAR Testsysteme zur präklinischen Prüfung neuer Wirkstoffe, die in Immunprozesse eingreifen. Foto: AG Inspire/UKJ

Die Entwicklung solcher Wirkstoffe und Therapien hat durch die jüngsten Erfolge in der Immunonkologie einen neuen Schub erfahren. Eine wesentliche Herausforderung bei der Entwicklung neuer Therapien ist und bleibt jedoch der Nachweis der Wirksamkeit und der Sicherheit, der in Zellkulturen und im Tiermodell erbracht werden muss, bevor die klinische Testung am Menschen beginnen kann. Größtes Problem dabei ist die Komplexität des menschlichen Immunsystems. Im erkrankten Zustand, zum Beispiel bei Krebs-, Autoimmun-, oder Entzündungserkrankungen, interagieren die Zellen des Immunsystems anders als im gesunden Zustand. Es fehlt an nicht-klinischen Modellen, die das komplexe Zusammenspiel des menschlichen Immunsystems im Krankheitszustand nachbilden können.

Genau diesen Mangel will das EU-Konsortium imSAVAR in Angriff nehmen und neue Konzepte zur Überprüfung von Immuntherapien  entwickeln. Ziel ist dabei die Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Modellsysteme, um unerwünschte Nebenwirkungen auf das Immunsystem zu identifizieren, neue Biomarker für die Diagnose und Prognose solcher Nebenwirkungen zu finden und die Mechanismen dieser Nebenwirkungen genauer zu erforschen. Das Projekt will damit die Grundlagen für neue, europaweite Standards in der Medikamentenentwicklung legen.

Einer der Projektpartner ist die Arbeitsgruppe Inspire am Universitätsklinikum Jena, die ihr Know-how in der Entwicklung von Organ-Biochips einbringt. „Wir arbeiten an einer mikrofluidischen Plattform, die die komplexen Funktionen und die Wechselwirkungen unterschiedlicher menschlicher Organe und eben auch des Immunsystem nachbildet“, so der Arbeitsgruppenleiter PD Dr. Alexander Mosig. Die Jenaer Wissenschaftler können in ihren künstlichen Miniorganen die Bedingungen so einstellen, dass sich die verschiedenen Zelltypen eines Organs in der richtigen Mikroanatomie organisieren und physiologisch interagieren. Auf diese Weise sollen Modelle für Darm, Leber und Lunge entstehen, jeweils mit wichtigen immunologischen Funktionen. Eingesetzt werden sollen diese Systeme unter anderem für die Testung  immunonkologischer Therapien wie Car-T-Zellen oder neuer Checkpoint-Inhibitoren. Die Überführung der Entwicklung in marktfähige Test-Kits übernimmt Dynamic42, eine Ausgründung aus dem Universitätsklinikum Jena, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist.

Das interdisziplinäre Konsortium imSAVAR umfasst insgesamt 28 internationale Partner aus elf Nationen unter der wissenschaftlichen Koordination des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig und Novartis in Basel. Unter den Partnern befinden sich universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen und regulatorische Behörden. Das Projekt wird über eine Laufzeit von sechs Jahren mit insgesamt elf Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Die gleiche Summe bringen die Industriepartner als Eigenleistung in das Projekt ein.

Kontakt:

PD Dr. Alexander Mosig
Nachwuchsgruppe Inspire, Zentrum für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC und Institut für Biochemie II, Universitätsklinikum Jena
Telefon: 03641-9390910
E-Mail: Alexander.Mosig@med.uni-jena.de

Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI, das den Verbund koordiniert



28.11.2019

Vortragsreihe Sepsis und Sepsisfolgen, T. Skirecki

What do we know about the restoration of T cells after sepsis? Facts, Gaps and Perspectives Tomasz Skirecki, MD, PhD

Laboratory of Flow Cytometry at the Centre of Medical Postgraduate Education Warsaw, Poland

Date: Thursday, 28 November 2019, 4:00 pm

Location: Seminar room 10; Research and Institute Building, House F2,
Jena University Hospital, Am Klinikum 1

Host: Ignacio Rubio

Continuing education credits LÄK Thuringia: 2 points category A requested

Dr. Skireckis main research interest is the role of the immune system in development of organ failure in sepsis and the recovery of immune functions after sepsis. In particular, he is interested in the biology of T cells and monocyte/macrophages. To study these topics he is working on the development of improved animal models of sepsis.

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06.11.2019

Vortragsreihe Sepsis und Sepsisfolgen, S. Ludwig

Pursuing new avenues in anti-influenza therapy Prof. Dr. Stephan Ludwig

Westfälische Wilhelms-University Münster, Institute of Virology

Date: Wednesday, 6 November 2019, 5:15 pm

Location: Lecture Hall at the Hans Knöll Institute (HKI), Beutenbergstr. 11, 07745 Jena

Host: Prof. Dr. Christina Ehrhardt

 

Prof. Dr. Stephan Ludwig is the head of the Institute of Virology at the Westfälische Wilhelms-University in Münster. He is an expert in the regulation of pathogen-host interactions with focus on influenza virus-induced signal-transduction pathways and their impact on infection.
Influenza constitutes a major public health problem and is one of the most important causes of respiratory tract diseases, which is responsible for widespread morbidity and mortality every winter. Besides seasonal epidemics influenza A viruses occasionally cause worldwide pandemics. Remarkably, respiratory tract infections represent with 62.9% the most common cause of sepsis. Unfortunately, treatment options are rare, because the commonly used anti-influenza drugs provoke the development of resistant variants. Thus, novel treatment options are required.
A major aim of his work is - via gathering knowledge about the cellular processes which control virus replication - to learn more about viral reproduction strategies and to eventually find new targets for an antiviral intervention on the basis of cellular components. In doing so he pioneered the viral research and supported a paradigm change, not to target the pathogen itself, but virus-supporting cellular factors to reduce the development of resistances. He identified the Raf/MEK/ERK as well as the NF-kappa-B-signalling pathway, among others, as prominent targets for antiviral therapy. Interestingly, chemical substances that are already in clinical use for treatment of other diseases are promising candidates in anti-influenza therapy.  Meanwhile some of them are introduced in clinical development against influenza virus infections.

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Wege, das Erlebte zu verarbeiten

28.08.2019

Wege, das Erlebte zu verarbeiten

Ausstellung „Sepsis und Infektion im Spiegel der Kunst“ am UKJ / Vernissage am 30. August

Jena (UKJ/as). „Jetzt schlaf schön und ruhe dich gut aus.“ Noch kann der junge Mann nicht lesen, was die Pflegerin in sein Intensivtagebuch geschrieben hat. Auch die vielen Zeilen seiner Lebensgefährtin nicht, die sich seit seinem Unfall sehr um ihn sorgt. Damit er später, wenn er seine Umwelt wieder bewusst wahrnimmt, nachvollziehen kann, was in diesen Tagen auf der Intensivstation passiert ist, füllen die Menschen um ihn herum das Tagebuch. „Wir wissen, dass das Tagebuchschreiben die psychischen Belastungen, die nach einer intensivmedizinischen Behandlung auftreten können, minimiert“, so Dr. Teresa Deffner, Psychologin auf der Intensivstation am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Das zeigen die Gespräche mit Betroffenen, die eine schwere Erkrankung überlebt haben. Auszüge aus ihren Intensivtagebüchern sind nun Teil der Ausstellung „Sepsis und Infektion im Spiegel der Kunst“, die am 30. August um 18 Uhr in der Magistrale des Universitätsklinikums Jena (UKJ) eröffnet wird.

Nach einem Grußwort von Prof. André Scherag, Direktor des Instituts für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften am UKJ, wird das Organisatorenteam aus CSCC (Center für Sepsis Control and Care), Sepsis-Stiftung und ZIK Septomics das Projekt kurz vorstellen. Anschließend geben die Psychologin Dr. Teresa Deffner und die Fotografin Sibylle Kölmel eine Einführung in das Projekt der Intensivtagebücher. 

Vor dem Hintergrund des Welt-Sepsis-Tags am 13. September organisieren Jenaer Organisationen und Institutionen aus Forschung und Medizin jedes Jahr gemeinsame Aktionen, um die Erkrankung Sepsis bekannter zu machen. Mit der Ausstellung im Rahmen der Serie „Kunst in der Magistrale“ haben sie in diesem Jahr verschiedene künstlerische Herangehensweisen an das Thema Sepsis und Infektion gewählt. Gezeigt werden berührende Bilder, die Geschichten erzählen und im Gedächtnis bleiben. Wie das Erlebte verarbeitet werden kann, zeigen nicht nur die Intensivtagebücher, sondern beispielsweise auch Illustrationen des Sepsis-Überlebenden Gary Black, der seine Erlebnisse in einem Buch und zahlreichen Bildern verarbeitet hat. Die Werke des Illustrators Gary Andrews fokussieren auf die Perspektive der Angehörigen: Der Cartoonzeichner und Vater zweier Kinder führte ein grafisches Tagebuch über die Freuden des Familienlebens mit prägnanten Cartoons. Im Oktober 2017 verlor er völlig unerwartet seine Frau Joy durch eine Sepsis. Das Tagebuch, seine „Daily Scribbles“, führte er weiter. Einige der berührenden Zeichnungen sind nun in der Magistrale des Klinikums zu sehen.

Weltweit stirbt etwa alle vier Sekunden ein Mensch an einer Sepsis. Auch in Deutschland gilt die Erkrankung als dritthäufigste Todesursache. Was bedeutet dieser lebensbedrohliche Zustand für die Betroffenen? Lässt sich eine Sepsis verhindern? Was ist beim Behandeln wichtig? Mit verschiedenen visuellen Mitteln versucht die neue Ausstellung Antworten auf diese Fragen zu geben. Die Künstler und Protagonisten beleuchten die Fragen dabei aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Ein besonderer Fokus liegt auf der Darstellung aus Sicht der Betroffenen: der Überlebenden, aber auch der Angehörigen und des medizinischen Personals. Die Ausstellung zeigt aber auch Posterkampagnen zur Aufklärung über Sepsis aus aller Welt und unterhaltsame Bildungsangebote („Edutainment“) wie Comics, Malbücher und Kartenspiele.

Im Internet:

https://www.uniklinikum-jena.de/cscc/SepsisAusstellung2019.html

 

Kontakt:

Dr. Margit Leitner
Wissenschaftliche Assistenz & Öffentlichkeitsarbeit
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum
Sepsis und Sepsisfolgen
Center for Sepsis Control and Care (CSCC)
Universitätsklinikum Jena

Tel.: +49 3641 9 32 33 20
E-Mail: Margit.Leitner@med.uni-jena.de
Web: www.cscc.uniklinikum-jena.de

 

Termin:

Vernissage
„Sepsis und Infektion im Spiegel der Kunst“

Freitag, 30. August, 18 Uhr

Magistrale des Universitätsklinikums Jena
Dauer: bis Ende November 2019



Wissenschaftsnachwuchs am Schillertag ausgezeichnet

28.06.2019

Wissenschaftsnachwuchs am Schillertag ausgezeichnet

Prof. Dr. Tony Bruns erhielt den diesjährigen Habilitationspreis
Prof. Dr. Tony Bruns (Foto: Anne Günther/FSU)

Jena (FSU) Schiller „lebt“ an der nach ihm benannten Universität. Das zeigt der höchste Festtag der Universität Jena, der den Namen „Schillertag“ trägt, um an seine Antrittsvorlesung im Jahr 1789 zu erinnern. Aus Anlass des diesjährigen „Schillertages“ sind am heutigen Freitag (28.6.) auch die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der vergangenen zwölf Monate ausgezeichnet worden.

Der mit 5.000 Euro dotierte Habilitationspreis wurde Prof. Dr. Tony Bruns überreicht. Der Mediziner, der inzwischen eine Professur am Aachener Uniklinikum innehat, ist für seine Arbeit „Untersuchungen zur immunologischen Vermittlung von Inflammation, Infektion und Organversagen im Verlauf chronischer Lebererkrankungen“ ausgezeichnet worden. Der Habilitationspreis wird von der Universität und ihrer Freundesgesellschaft finanziert.

Die mit jeweils 750 Euro dotierten Dissertationspreise werden ebenfalls von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der FSU gestiftet. Den Promotionspreis der Medizinischen Fakultät erhielt Dr. Uwe Haselmann.



Weimar Sepsis Update 2019

21.06.2019

Weimar Sepsis Update 2019

Der 9. internationale Kongress "Sepsis and Multiorgan Dysfunction" findet von 11. - 13. September 2019 in Weimar statt.

Der Kongress wird von der Deutschen Sepsis-Gesellschaft (DSG) unter dem Motto "a Tribute to Translation" organisiert. Parallel findet der 11. Intensivpflege-Kongress statt.

Das vorläufige Programm der beiden Veranstaltungen stehen auf den Seiten der DSG zum Download bereit.

Einreichung von Abstracts ist bis zum 30. Juni 2019 möglich.

 

 

 

The 9th international congress "Sepsis & Multiorgan Dysfunction" will take place from 11 - 13 September 2019 in Weimar.

Featuring "a Tribute to Translation", the congress is organized in connection with the 11th intensive care nursing congress by the German Sepsis Society.

A preliminary programme now available online.

Abstract Submission is open until 30 June 2019.



Ausgezeichnet mit dem Thüringer Forschungspreis

08.04.2019

Ausgezeichnet mit dem Thüringer Forschungspreis

Ein Wissenschaftlerteam des Leibniz-IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena entwickelt Schnelltest zur Erkennung von Infektionserregern.
Ein Chip, der Leben retten kann: der RamanBioAssayTM. Auf den Chip kommen Bakterien aus einer Patientenprobe. Ein lichtbasiertes Verfahren und eine computergestützte statistische Auswertung liefern Klarheit: Welcher Erreger ist es und wogegen ist er resistent? Foto: Sven Döring/ Leibniz-IPHT

Mit einem Schnelltest zur Erkennung von Infektionserregern und deren Antibiotika-Resistenzen erhielt ein Jenaer Wissenschaftlerteam des Leibniz-IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena den Thüringer Forschungspreis 2019. Das von ihm erforschte laserbasierte Verfahren kann Bakterien und ihre Resistenzen direkt diagnostizieren: In 3 Stunden liegt das Ergebnis vor, auf das Mediziner mit derzeitigen Verfahren bis zu 3 Tage warten müssen. Der Test ermöglicht es Ärzten, Infektionen zielgenau zu therapieren und könnte damit einen entscheidenden Beitrag leisten im Kampf gegen resistente Keime. Der Thüringer Forschungspreis wurde am 8. April um 17 Uhr in Jena vergeben.

Immer öfter infizieren sich Menschen mit Keimen, gegen die verfügbare Antibiotika nicht mehr helfen. Solche resistenten Keime gefährden Menschen weltweit. Denn sie könnten dazu führen, dass von Krankheiten, die heute gut zu behandeln sind, in naher Zukunft wieder eine tödliche Gefahr ausgeht und scheinbar einfache Routineeingriffe zum unkalkulierbaren Risiko werden. Die Ursache ist ein Teufelskreislauf: Weil es an schnellen Verfahren für die Diagnose fehlt, werden Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Infektionen unter Zeitdruck zunächst mit Breitband- oder Reserveantibiotika behandelt. In der Folge treten immer mehr Resistenzen auf, auch gegen Reserveantibiotika. Diese Substanzen werden zunehmend wirkungslos — und die Resistenzlage verschärft sich weiter.

Ein Chip, der Leben retten kann

Ein Wissenschaftlerteam des Leibniz-IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena hat eine Lösung erforscht mit dem Potential, die Infektionsdiagnostik zu revolutionieren: einen laserbasierten Schnelltest, der Ärztinnen und Ärzten in kürzester Zeit die entscheidenden Informationen liefert, um mit der optimalen Behandlung zu starten. Mit dem RamanBioAssy™ können Bakterien und Resistenzen innerhalb von 3 Stunden diagnostiziert werden. Bei derzeit angewandten mikrobiologischen Verfahren müssen Mediziner bis zu 3 Tage auf das Ergebnis warten.

Prof. Ute Neugebauer vom Leibniz-IPHT und dem integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum „Center for Sepsis Control and Care“ des Universitätsklinikums Jena (UKJ) und Prof. Michael Bauer, Leiter der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKJ. Sie sind Teil des Wissenschaftlerteams des Leibniz-IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität und des UKJ, das den Schnelltest zur Erkennung von Infektionserregern und deren Antibiotika-Resistenzen erforscht. Foto: Sven Döring/ Leibniz-IPHT

Die Alternative der Jenaer Forscher ist schnell, kostengünstig und universell einsetzbar: ein Chip, der ein Labor ersetzt. Wenige Tropfen einer Patientenprobe genügen, damit Ärzte Krankheitserreger und Antibiotika-Resistenzen einfach ablesen können.

„Eine potentiell lebensrettende Entwicklung. Mit Potential sowohl für den einzelnen Patienten als auch für das Gesundheitssystem“, urteilt Prof. Michael Bauer, der am Uniklinikum Jena die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin leitet: „Sie könnte helfen, uns aus der Resistenz-Misere zu befreien.“

Das Forscherteam am Leibniz-IPHT arbeitet bereits an einem tragbaren System. „Unser Ansporn ist es, nun die nächsten Schritte zu gehen und Ärzten ein Mittel an die Hand zu geben, das sie dort einsetzen können, wo es am meisten gebraucht wird: in der patientennahen Diagnostik“, sagt Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-IPHT und des Instituts für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. So könnte der Schnelltest Ärzten auf dem Land, wo keine Klinik in der Nähe ist, zu einer präzisen Diagnose und ihren Patienten zu einer passenden Behandlung verhelfen. Und bei lebensbedrohlich erkrankten Patienten in der Klinik, für die jede Minute zählt, erspart es den zeitaufwändigen Probentransport ins Labor.

„Es freut uns zu sehen, dass wir mit spektroskopischen Techniken eine Lösung für einen dringenden medizinischen Bedarf bereitstellen können“, ergänzt Prof. Ute Neugebauer vom Leibniz-IPHT, die am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen des Uniklinikums Jena forscht.

Für den Chip, der Leben retten kann, wurde das Jenaer Forscherteam 2018 mit dem 3. Preis des Berthold-Leibinger-Innovationspreises ausgezeichnet. Er hat zudem bereits zur Gründung der Firma Biophotonics Diagnostics geführt. Das Potential ist groß. Patientinnen und Patienten wird schnell geholfen. Die weitere Ausbreitung von Resistenzen wird durch passgenaue Therapien eingedämmt und in den Gesundheitssystemen werden erhebliche Kosten eingespart.

Hintergrund:

Mit dem Thüringer Forschungspreis ehrt das Land Thüringen seit 1995 einmal im Jahr Spitzenleistungen in der Forschung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes. Ausgezeichnet werden Arbeiten der Grundlagen- und der angewandten Forschung mit einem Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland.



10.12.2018

Vortragsreihe Sepsis und Sepsisfolgen; C. Taylor

Into thin air: the impact of  hypoxia on immunity and infection Prof. Cormac Taylor, PhD

University College Dublin, Conway Institute of Biomolecular & Biomedical Research

Date: Monday, 10 December 2018, 16:15

Location: Conference Room of the Institute for Clinical Chemistry and Laboratory Diagnostics (Oval Office),
Jena University Hospital, Am Klinikum 1

Continuing education credits LÄK Thuringia: 2 points category A requested

Current research of Prof. Taylor’s lab is directed towards expanding the understanding of the mechanisms by which hypoxia regulates transcriptional events in epithelial cells. Specifically, the group is interested in the regulation of global gene expression in response to hypoxia and the modification of transcriptional regulators which underlies the induction of such events. Focus is also placed on translating improved understanding of hypoxia-sensitive pathways to developing new therapeutics in chronic inflammatory disease.

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Ausschreibung von Promotionsstipendien

23.11.2018

Ausschreibung von Promotionsstipendien

IZKF und CSCC schreiben aktuell gemeinsam Promotionsstipendien für Studierende der Medizin aus.

Aufgrund der gemeinsamen Ziele, der Förderung der klinisch orientierten Forschung an der Friedrich-Schiller-Universität durch Vernetzung von Grundlagenforschung mit klinisch angewandter Forschung und der Förderung des medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses, schreiben das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) Jena und das Center for Sepsis Control and Care (CSCC) Promotionsstipendien aus.

Die Stipendien können für ein oder zwei Semester an Studierende der Medizin oder ggf. Zahnmedizin vergeben werden, die ihr Studium zur Anfertigung einer Promotionsarbeit unterbrechen.

Alle Einzelheiten finden Sie in der Ausschreibung IZKF-CSCC-Promotionsstipendien.

Die Abgabefrist der Anträge ist der 01. Februar 2019. 

Die öffentliche Projektvorstellung wird voraussichtlich am 25. Februar 2019 ab 09.00 Uhr im Konferenzraum des Laborzentrums stattfinden

Für einen Antrag zum Thema Sepsis und Sepsisfolgen verwenden Sie bitte das Formblatt des CSCC.

 



Promotionsstipendien vergeben

14.11.2018

Promotionsstipendien übergeben

Jena (vdg/UKJ) Insgesamt 22 Medizinstudierende am Universitätsklinikum Jena erhalten in diesem Wintersemester ein Promotionsstipendium des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung IZKF, des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC und des Fördervereins. Stellvertretend für diese Förderinstitutionen übergaben Prof. Dr. André Scherag (l.) und PD Dr. Dr. Michael Kiehntopf (r.) die Stipendienurkunden in der Novembersitzung des Rates der Medizinischen Fakultät.

Mit der Förderung können sich die Doktoranden Carina Bachmann, Matthias Besemer, Florian Brand, Dominik Breite, Christoph Jacob, Paul Jung, Sophie Linnéa Kerschner, Alexandra Lüse, Antonio Mestekemper, Magnus Victor Müller, Veronika Lydia Rutte, Isabelle Victoria Sobbe, Juliane Stadtkus, Laura Swiderski, Rebecca Elena Thamm, Vanessa Jasmin Vau, Alexandra Wallbraun, Laura Zacher, Jorge Alejandro Hurtado Oliveros, Friederike Dellbrügge, Karina Blinova und Ghadir Douba jetzt ein oder zwei Semester lang ausschließlich ihrer Dissertation widmen.

Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg bei der wissenschaftlichen Arbeit!

Weitere Informationen: IZKF, CSCC, Förderverein



UKJ-Allgemeinmediziner mit Hufeland-Preis ausgezeichnet

09.11.2018

UKJ-Allgemeinmediziner mit Hufeland-Preis ausgezeichnet

Dr. Konrad Schmidt vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena ist mit dem Hufeland-Preis der Deutschen Ärzteversicherung ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen Gensichen von der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität für die Smooth-Studie „Hausärztliche Versorgung von Patienten nach Intensivtherapie“.
Die Smooth-Studie „Hausärztliche Versorgung von Patienten nach Intensivtherapie“ am Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Jena erhielt den Hufeland-Preis der Deutschen Ärzteversicherung. V.l.n.r: Timmy Klebb (Dt. Ärzteversicherung), Preisträger Prof. Dr. Jochen Gensichen, Dr. Konrad Schmidt, Prof. Dr. Erland Erdmann (Stiftungskuratorium). Bildquelle: Marc Thürbach/Stiftung Hufeland-Preis.

Jena (UKJ/vdG) „Relevanz bekam das Thema nicht zuletzt durch die zunehmende Zahl an Patientinnen und Patienten, die Erkrankungen wie eine schwere Sepsis dank fortgeschrittener Intensivmedizin zwar überleben, jedoch noch über Jahre an organischen und psychischen Komplikationen leiden“, beschreibt Dr. Konrad Schmidt den Hintergrund des Studienprojektes. Um Hausärzte bei der Patientenversorgung nach Intensivtherapie zu unterstützen, leitete er gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen Gensichen über fünf Jahre am Institut für Allgemeinmedizin die Smooth-Studie, die im Rahmen des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen am Universitätsklinikum Jena (UKJ) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Darin wurde ein Nachsorgeprogramm für Sepsisüberlebende entwickelt, das in 148 Hausarztpraxen erfolgreich etabliert und evaluiert wurde. In der Interventionsgruppe der 291 teilnehmenden Patienten zeigte sich eine mögliche Verbesserung der motorischen Funktion. Die Studie konnte die Bedeutung des Hausarztes für die postintensive Versorgung auch international thematisieren, erste Lösungsansätze aufzeigen und zur Weiterentwicklung einer strukturierten Nachsorge beitragen.

Die Stiftung Hufeland-Preis der Deutschen Ärzteversicherung vergibt den mit 20.000 Euro dotierten Preis jährlich für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Präventivmedizin oder Versorgungsforschung. In diesem Jahr wurde der Preis mit der Kölner Studiengruppe der PräFord-Studie geteilt.

Kontakt:

Dr. Konrad Schmidt
Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena

Telefon: 03641 9395805
E-Mail: konrad.schmidt@med.uni-jena.de

Weitere Informationen zur ausgezeichneten Smooth-Studie



05.11.2018

Vortragsreihe Sepsis und Sepsisfolgen; S. Bischoff

Allgemeine rechtliche Aspekte des Tierschutzes in der Tierversuchsdurchführung Dr. med. vet. Sabine Bischoff

Tierschutzbeauftragte des UKJ

Termin: Montag, 05. November 2018, 14:30 Uhr

Ort: Hörsaal 2, Universitätsklinikum Jena, Am Klinikum 1

 

Der Vortrag von Frau Bischoff wurde im Rahmen des CSCC-Nachwuchsprogrammes initiiert und soll einen Überblick zum rechtlichen Hintergrund der Tierversuchsdurchführung geben. 

Ankündigungsposter herunterladen (pdf)



Globales Gesundheitsproblem: Kinder- und Neugeborenensepsis

26.09.2018

Globales Gesundheitsproblem: Kinder- und Neugeborenensepsis

Weltweit erkranken jährlich drei Millionen Neugeborene und 1,2 Millionen Kinder an Sepsis, so eine Metastudie von Wissenschaftlern aus Jena, Vancouver und Brisbane. Gerade in den Entwicklungsländern, in denen die Krankheitslast durch Sepsis im Kindesalter besonders hoch ist, fehle es aber an einer standardisierten Klassifizierung und Erfassung der Krankheitsfälle, bemängeln die Autoren.

Jena (UKJ/vdG). Die Wissenschaftler sichteten insgesamt 1270 epidemiologische Studien der letzten 40 Jahre, die die Sepsishäufigkeit bei Kindern und Neugeborenen zum Gegenstand hatten. In die Metaanalyse wurden schließlich 15 Studien aus hochentwickelten Staaten und Schwellenländern einbezogen, die vollständige Daten enthielten. Auf dieser Grundlage schätzen die Autoren, dass je 100 000 Einwohner jährlich 48 Kinder an einer Sepsis und 22 Kinder an einer schweren Sepsis erkranken. Die Zahl der Sepsiserkrankungen bei Neugeborenen liegt bei über 2200 je 100 000 Lebendgeburten im Jahr mit einer Sterblichkeit von elf bis 19 Prozent. Das bedeutet, dass weltweit allein 2.9 Millionen Neugeborene an einer Sepsis erkranken, an der bis zu einer halben Million Neugeborene versterben. Die Hochrechnung für Kinder beläuft sich auf 1,2 Millionen Sepsisfälle.

„Insbesondere in Entwicklungsländern fehlt es an umfassenden Studien zur Sepsishäufigkeit, weshalb wir davon ausgehen müssen, dass die weltweite Krankheitslast noch weitaus größer ist“, ordnet die Erstautorin der Studie, Dr. Carolin Fleischmann-Struzek vom Universitätsklinikum Jena, das Ergebnis ein. Häufig werde eine Infektion als Todesursache angegeben, die die Sepsis ausgelöst hat. Um das Ausmaß der Gefährdung besser einschätzen zu können, die Sepsis für die Kindergesundheit weltweit bedeutet, seien standardisierte und regelmäßige Berichte zur Sepsishäufigkeit und -sterblichkeit notwendig. Prof. Dr. Konrad Reinhart, Seniorprofessor am Universitätsklinikum Jena und Chairman der Global Sepsis Alliance: „Die Studie leistet einen weiteren Beitrag zur Umsetzung der Forderung der Weltgesundheitsorganisation, die Sepsishäufigkeit besser zu erfassen, um zielgerichtete Maßnahme zur besseren Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Sepsis ergreifen zu können.“

Originalpublikation:
Fleischmann-Struzek C, et al. The global burden of paediatric and neonatal sepsis: a systematic review. Lancet Respir Med. 2018 6:223-230,  doi: 10.1016/S2213-2600(18)30063-8.

Kontakt:
Dr. Carolin Fleischmann-Struzek,
Center for Sepsis Control and Care, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/9 32 31 46, Carolin.Fleischmann@med.uni-jena.de



Sepsis: Bilder einer wenig bekannten Erkrankung

10.09.2018

Sepsis: Bilder einer wenig bekannten Erkrankung

Welt-Sepsis-Tag am 13. September in Jena macht auf diese lebensbedrohliche Erkrankung aufmerksam/Preisverleihung im Kurzfilm- und Grafikwettbewerb Sepsis CamPetition im Kino am Markt

Jena (UKJ). Sepsis ist eine häufige, aber immer noch wenig bekannte Erkrankung. Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September soll dazu beitragen, das zu ändern. Doch wie kann man erklären, was Sepsis eigentlich ist und was die Erkrankung für Betroffene und Angehörige bedeutet? Mit einem Kurzfilm- und Grafikwettbewerb machten sich Jenaer Einrichtungen und Institutionen zum zweiten Mal auf die Suche nach Bildern und Erzählungen über eine verheerende Erkrankung.

Die Medizin definiert eine Sepsis als eine lebensbedrohliche Organdysfunktion, die durch eine fehlregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion verursacht wird. Und wie fasst man das ins Bild? „Das ist kein leichtes Thema und einiges an Recherchearbeit ist zunächst notwendig, um Ideen fließen zu lassen“, kommentiert die Koordinatorin des Wettbewerbs Margit Leitner das überschaubare Teilnehmerfeld. „Aber die Qualität der Arbeiten kann sich wirklich sehen lassen.“

Doch die Publikumsabstimmung im Internet zeigte, dass die Aktion doch auf beachtliches Interesse stieß: Gut 150 Personen stimmten über ihre Favoriten ab. Viele Menschen wollen die Organisatoren auch mit der Preisverleihung am Welt-Sepsis-Tag erreichen. Sie laden  am 13. September um 16.30 Uhr in das Kino am Markt in Jena ein zum Abschluss des Kurzfilm- und Grafikwettbewerbs Sepsis CamPetition und zu Informationen rund um die Sepsis.

Terminhinweis:
Welt-Sepsis-Tag: Preisverleihung Kurzfilm- und Grafikwettbewerb Sepsis CamPetition
13. September 2018, ab 16:30 Uhr
Kino am Markt, Markt 5, 07743 Jena

Programm:
16:30 Begrüßung (Eberhard Hertzsch, Dezernent für Familie, Bildung und Soziales)
16:45 Vortrag zum Thema Sepsis (Dr. Dr. Sina M. Coldewey)
17:00 Vorführung der Kurzfilmbeiträge/ Vorstellung der Grafikbeiträge/ Preisverleihung
17:45 Aufklärungsfilm der Sepsis Stiftung/ Ausschnitt aus dem Film Starfish“ (Tobias Gothow, Geschäftsführer Sepsis Stiftung)
18:15 Get-together

Kontakt:
Dr. Margit Leitner
Center for Sepsis Control and Care (CSCC), Universitätsklinikum Jena
Tel: 03641/9323320
E-Mail: wsd@med.uni-jena.de 

Sepsis CamPetition:
Youtube-Kanal: http://bit.ly/SepsisCamPetition

Die Sepsis CamPetition ist ein gemeinsames Projekt von Center for Sepsis Control and Care und ZIK Septomics (beides vom BMBF geförderte Sepsisforschungszentren in Jena), Deutscher Sepsis-Gesellschaft, Deutscher Sepsis-Hilfe e.V., Global Sepsis Alliance, Sepsis Stiftung und Universitätsklinikum Jena.

Welt-Sepsis-Tag:
http://www.cscc.uniklinikum-jena.de/WST.html
https://www.world-sepsis-day.org/

 



Berthold Leibinger Innovationspreis: Jenaer Forscher für schnelle Infektionsdiagnostik geehrt.

20.07.2018

Berthold Leibinger Innovationspreis: Jenaer Forscher für schnelle Infektionsdiagnostik geehrt.

(Dr. Anja Schulz/ IPHT) Multiresistente Keime sind eine wachsende Bedrohung. Der massenhafte und häufig unnötige Einsatz von Antibiotika führt dazu, dass immer mehr Erreger gegenüber Medikamenten unempfindlich sind. Bisher gut behandelbare Infektionen können lebensbedrohlich verlaufen. Ein neuer Schnelltest gibt innerhalb von dreieinhalb Stunden Auskunft darüber, welches verfügbare Antibiotikum im konkreten Fall noch wirksam ist. Für das Licht-basierte Verfahren werden die Jenaer Wissenschaftler Prof. Ute Neugebauer und Prof. Jürgen Popp mit dem 3. Preis des Berthold Leibinger Innovationspreises 2018 ausgezeichnet.
Die Preisträger des Berthold Leibinger Innovationspreises 2018. Quelle: Berthold Leibinger Stiftung

Vor allem in der klinischen Anwendung, bei der Behandlung von schweren Infektionen, z.B. bei einer Sepsis, ist Zeit ein entscheidender Faktor. Intensivmediziner müssen viel zu oft ‚blind' mit Breitspektrumantibiotika behandeln, da sie zunächst weder den Erreger noch eventuell vorhandene Resistenzen bestimmen können. Eine frühzeitige Diagnose ist Grundlage für eine verlässliche Therapieentscheidung und rettet Leben. Eine schnelle, kostengünstige Alternative zur bislang zeitintensiven mikrobiologischen Erregerdiagnostik bietet das Licht-basierte Verfahren des Forscher-Teams um Prof. Ute Neugebauer und Prof. Jürgen Popp. Das Lab-on-a-Chip-System ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Photonik, Medizin, Mikrofluidik und Systemintegration am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) und am Center for Sepsis Control and Care (CSCC) des Universitätsklinikums Jena (UKJ).

Licht-basierte Diagnostik hilft bei der Vergabe des passenden Medikaments

Die Kombination aus Raman-spektroskopischer Diagnostik, mikrofluidischer Probenprozessierung und einem hohen Automatisierungsgrad verkürzt die Zeit von der Probennahme bis zum Ergebnis von bisher 72 auf dreieinhalb Stunden. Für den RamanBioAssayTM genannten Schnelltest genügen bereits wenige Tropfen einer Patientenprobe, beispielsweise Urin eines Patienten mit Blasenentzündung. Die Probe geben die Forscher ohne aufwändige Vorbereitung direkt in den Chip. Während des automatisierten Analyseprozesses ist kein Kontakt mit dem potentiell ansteckendem Material nötig. Elektrische Felder fangen die Bakterien aus der Probe in einer bestimmten Region des Chips ein, wo sie anhand ihres spezifischen Raman-Spektrums und dessen Vergleich mit Datenbanken identifiziert werden.

Anschließend bringen die Jenaer Forscher die Erreger mit verschiedenen Antibiotika in unterschiedlichen Konzentrationen in Kontakt und werten die spektralen Veränderungen aus. „Neben dem qualitativen Ergebnis, das heißt ob der der Stamm resistent oder sensibel ist, erhalten wir quantitative Informationen. Die Daten geben Aufschluss, wie hoch die Konzentration des Antibiotikums sein muss, um das Bakterienwachstum vollständig zu hemmen. Das ist ein wichtiger diagnostischer Parameter, der den Erfolg der Behandlung entscheidend beeinflusst“, beschreibt Prof. Ute Neugebauer den Vorteil der Methode.

Die Forscher arbeiten gemeinsam mit der Firma Biophotonics Diagnostics GmbH an der Verwertung des RamanBioAssayTM. Zum einen ist eine offene Geräteplatttform geplant, die in Krankenhäusern die klinische Mikrobiologie ergänzen soll. Ein weiteres Ziel ist die Integration des RamanBioAssayTM in ein miniaturisiertes, geschlossenes Kartuschensystem für den mobilen Einsatz beispielsweise in Arztpraxen. Damit könnten Hausärzte erstmals Erreger und deren Resistenzen unkompliziert und schnell bestimmen.

Die Forschungsarbeiten wurden von der Europäischen Union, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Freistaat Thüringen und der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.

Der Berthold Leibinger Innovationspreis:

Der alle zwei Jahre verliehene Berthold Leibinger Innovationspreis ist ein hochkarätiger internationaler Technologiepreis der Berthold Leibinger Stiftung. Er würdigt Wissenschaftler und Entwickler für herausragende Innovationen zur Anwendung oder Erzeugung von Laserlicht. Den 1. Preis 2018 erhält ein Forscher-Team der RWTH Aachen mit einem Verfahren zum Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen. Wissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Firma Vanguard Photonics werden für die 3D-Laserlithographie für die integrierte Photonik mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Zur zehnten feierlichen Preisverleihung am 21. September 2018 am Hauptsitz der TRUMPF Gruppe in Ditzingen sprechen unter Anderem der Stifter Prof. Dr. Berthold Leibinger und der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan W. Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen.

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien:

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) erforscht die wissenschaftlichen Grundlagen für photonische Verfahren und Systeme höchster Sensitivität, Effizienz und Auflösung. Gemäß dem Motto „Photonics for Life – from ideas to instruments“ entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Leibniz-IPHT maßgeschneiderte Lösungen für Fragestellungen aus den Bereichen Lebens- und Umweltwissenschaften sowie Medizin.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Ute​ Neugebauer
Leibniz-IPHT // Forschergruppe Klinisch-Spektroskopische Diagnostik
+49 (0) 3641 206-103
ute.neugebauer(a)leibniz-ipht.de

Prof. Dr. Jürgen Popp
Leibniz-IPHT// Wissenschaftlicher Direktor // Abteilungsleiter Spektroskopie/Bildgebung
+49 (0) 3641 206 - 300
juergen.popp(a)leibniz-ipht.de

Originalpublikation:

"Simple Ciprofloxacin Resistance Test and Determination of Minimal Inhibitory Concentration within 2 h Using Raman Spectroscopy" https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.analchem.7b03800



Notfall Sepsis – Sepsisüberlebender wendet sich an Deutschen Bundestag

19.06.2018

Notfall Sepsis – Sepsisüberlebender wendet sich an Deutschen Bundestag

Jena 19.06.2018 (Sepsis-Stiftung). Arne Trumann hat selbst eine Sepsis nur knapp überlebt, weil der alarmierte Bereitschaftsarzt die Symptome übersehen hat. So wie ihm ergeht es tausenden Menschen jedes Jahr in Deutschland. Arne Trumann will das nicht hinnehmen und hat sich mit einer Online-Petition zur Verbesserung der Prävention, Diagnose und Behandlung der Sepsis an den Deutschen Bundestag gewandt.

Es begann alles mit einer leichten Rachenentzündung. Nach ein paar Tagen schien die Erkältung auskuriert und Arne Trumann ging wieder zur Arbeit. Doch plötzlich geht es ihm rasant schlechter. Er bekommt Fieber und Schüttelfrost und fühlt sich so krank, wie noch nie. „Ich bin immer gesund und fit gewesen. Aber an diesem Tag hatte ich das Gefühl ich müsste sterben“, sagt Arne Trumann. Der herbeigerufene Bereitschaftsarzt schaut ihn nur kurz an und empfiehlt Bettruhe. Eine schwerwiegende Fehldiagnose. „Hätte ich auf den Arzt gehört, wäre ich heute nicht mehr am Leben“, ist sich Trumann sicher. Er hat eine lebensbedrohliche Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt.

Sepsis ist die schlimmste Verlaufsform einer Infektion. Normalerweise wird eine Infektion vom Immunsystem lokal begrenzt. In manchen Fällen breitet sich diese jedoch auf den ganzen Körper aus. Das Immunsystem ist überfordert und schaltet auf Angriff. Es attackiert alles, auch die eigenen Organe. Unbehandelt führt die Sepsis zum Organversagen und zum Tod des Patienten.

Jedes Jahr erkranken 320.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. 75.000 Patienten sterben an den Folgen. „Trotz dieser hohen Zahlen, ist Sepsis in der Bevölkerung größten Teils unbekannt. Selbst medizinisches Fachpersonal übersieht oft die Symptome und die Patienten werden zu spät behandelt“, berichtet Prof. Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Stiftung und Seniorprofessor am Universitätsklinikum Jena. Die Sepsissterblichkeit ist in Deutschland mit 41% um 10 bis 20 Prozentpunkte höher als in den USA, England oder Australien. Die Gründe dafür sind, so Professor Reinhart weiter, dass „in diesen Ländern die Impfraten gegen Grippe und Pneumokokken mehr als doppelt so hoch sind, die Hygienestandards wesentlich konsequenter umgesetzt werden und das medizinische Personal sowie auch die Bevölkerung systematisch in der Früherkennung von Sepsis geschult werden.“

Wie schlimm es um ihn wirklich steht, realisiert Arne Trumann erst, als er mit dem Rettungswagen im Krankenhaus ankommt. „Dort wurde ich sofort in ein künstliches Koma versetzt”, berichtet er. „Meine Arme und Beine wurden aufgrund des septischen Schocks nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt. Teile meiner Finger mussten deshalb amputiert werden.” Für Trumann ist das als Klavierstimmer besonders belastend. Heute, nach fast 6 Jahren, kann er sogar wieder Klavier spielen und ist froh die Sepsis überlebt zu haben. „Nach der Erkrankung habe ich mich viel mit anderen Betroffenen und Angehörigen ausgetauscht. Es ist erschreckend, wie wenig über diese Erkrankung bekannt ist und wie oft die Symptome übersehen werden”, stellt Trumann fest. Er will einen Beitrag leisten, damit sich dies in Zukunft ändert. Nun sammelt Trumann die nächsten Wochen Unterstützer für seine Petition und einen Nationalen Sepsisplan. Nach Ansicht von Experten könnten mit der Umsetzung eine Nationalen Sepsisplans jedes Jahr bis zu 20.000 Menschen in Deutschland gerettet werden. „Es ist nicht akzeptabel, das Deutschland bei der Infektionsprävention und Sepsisbehandlung Ländern wie den USA, England oder Australien länger hinterherhinkt“ resümiert Trumann.

Link zur Online-Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_05/_15/Petition_79601.html

Kontakt:

Tobias Gothow
tobias.gothow@sepsis-stiftung.de
Tel.: +49 3641 932 3138
Mobil: +49 152 243 96926



CSCC-Mitgliederversammlung 2023 am 30.08.

CSCC-Mitgliederversammlung fand am 30. August statt. 

Am 30.08.2023 war es wieder soweit.

Die CSCC-Zentrumsleitung lud zur jährlichen Mitgliederversammlung ein und viele Zentrumsmitglieder folgten der Einladung nach Lobeda. Nach Jahren digitaler Treffen war es endlich wieder möglich, sich persönlich auszutauschen und beim Get-Togheter eine Leckerei vom Rost zu genießen. 

Die Geschäftsführung stellte zusammen mit Mitgliedern der Zentrumsleitung und der Geschäfststelle den Jahresbericht 2022/2023 vor und gab einen Ausblick auf geplante Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten. 

Dabei wurde deutlich, was im Schwerpunkt Sepsis und Infektionsmedizin im vergangenen Jahr geleistet wurde und wie viele erfolgversprechende Inititativen geplant sind. 

Somit wurde es ein rundum gelungener Abend und wir freuen uns das kommende Jahr CSCC-Arbeit mit all unseren Mitgliedern. 

Das Team der Geschäftstelle und die CSCC-Zentrumsleitung 



Sepsis

Was ist Sepsis?

Nach aktueller Definition ist Sepsis eine lebensbedrohliche Organdysfunktion aufgrund einer fehlregulierten Wirtsantwort auf eine Infektion (Singer et al., 2016). Sepsis ist ein also lebensbedrohlicher Zustand, der eintritt, wenn die Antwort des Körpers auf eine Infektion die eigenen Gewebe und Organe schädigt, wobei Organversagen das Kriterium ist, das die Sepsis von unkomplizierten Infektionen unterscheidet.

Sepsis ist weltweit die führende infektionsbedingte Todesursache. Mit jährlich über 280.000 neuen Fällen in Deutschland und einer Sterblichkeit von ca. 30% steht die Sepsis momentan an dritter Stelle in der Sterblichkeitsstatistik.

Die dynamischen Stadien der Sepsis
  1. Eine örtliche Infektion kann durch die Immunantwort nicht effektiv eingegrenzt werden. Pathogene und von ihnen produzierte Toxine lösen eine allgemeine Entzündungsantwort aus. Die Blutgefäße um den Infektionsherd erweitern sich und werden durchlässiger. Die Freisetzung von Botenstoffen erlaubt weißen Blutkörperchen, zur Pathogenabwehr durch die Gefäßwände in die Gewebe zu dringen. Im Zuge der Abwehrreaktion gerinnt das Blut in den Mikrogefäßen um die Infektionsstelle.
  2. Diese Entzündungsantwort richtet sich primär gegen die Pathogene und ihre Toxine, führt jedoch zu Kollateralschäden: Zirkulierende Mediatoren beeinträchtigen die Funktion einzelner Organe, deren Funktion sich verschlechtert bis hin zum Organversagen.
  3. Mehrere Organe versagen nacheinander oder gleichzeitig. In schweren Fällen fällt der Blutdruck dramatisch ab, das Herz rast, die Sauerstoffversorgung über die Lungen, und in der Folge der Organe und Gewebe, verschlechtert sich und der geistige Zustand des Patienten ist deutlich beeinträchtigt. Der Patient erleidet einen septischen Schock, sein Leben ist in akuter Gefahr.

 

Symptome der Sepsis

Sepsis kann zu Schock, multiplem Organversagen und letztlich zum Tod führen, insbesondere, wenn sie nicht früh erkannt und schnell behandelt wird. Durch häufig unspezifische Symptome wird eine Sepsis jedoch oft erst spät erkannt.

Anzeichen einer Sepsis sind:
  • Verwirrung, Orientierungslosigkeit
  • Atemnot, schnelle Atmung
  • Niedriger Blutdruck, hohe Herzfrequenz
  • Extremes Krankheitsgefühl
  • Fieber, Schüttelfrost (gelegentlich auch Hypothermie)
  • Schwitzen, feuchte Haut
  Ursachen der Sepsis

Sepsis kann als Komplikation jeder akuten Infektion, wie Lungenentzündung oder Harnwegsinfektionen, aber auch nach Wundinfektionen auftreten kann. Eine Sepsis kann durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst werden.

Die häufigsten Herde von septischen Infektionen sind die Atemwege, Haut- und Weichteilgewebe, Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt.

 

 

Weiterführende Informationen zur Aufklärung und für Patienten und Angehörige

hier



Weiterführende Informationen

Aufklärung und Kampagnen Sepsis Stiftung - Gemeinsam gegen Sepsis (sepsis-stiftung.de)

www.sepsiswissen.de

Rat und Unterstützung für Betroffene und Angehörige:

Deutsche Sepsis-Hilfe e. V.

Weitere Informationen: Deutsche Sepsis-Gesellschaft e. V.

World Sepsis Day

 



Speziell für Ärzte

Interdisziplinäres Post-COVID-Zentrum



Aktuelles

News




Beteiligte Partner

Beteiligte Einrichtungen / Arbeitsgruppen
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie

Inhalt

Klinik für Geburtsmedizin
PostPregnancy-COVID

In Zusammenarbeit mit der PostCovid-Ambulanz der Klinik für Innere Medizin IV haben wir für Patientinnen nach COVID-Erkrankung in der Schwangerschaft, so wie für Ihre Familien, eine gezielte Möglichkeit geschaffen, sich auf Langzeitfolgen im Rahmen Nachsorge untersuchen zu lassen.

Zu Long-COVID-Erkrankungen bei Frauen nach Infektion in der Schwangerschaft fehlen momentan genaue Daten zum Krankheitsverlauf und spezifische Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie oder ggf. speziellen Rehabilitationsprogramme.

In Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin IV wurde hierzu ein systematisches Nachsorgeangebot etabliert. Dafür werden neben Untersuchungen des Befindens, Ultraschalluntersuchungen, Blutuntersuchungen sowie Gefäßfunktionsanalysen durchgeführt, um dringend benötigte Versorgungsdaten wissenschaftlich begleitet aufzuarbeiten.

 

Dr. med. Janine Zöllkau
Klinik für Geburtsmedizin,
Fachärztin
Beratung bei Zyklusstörungen

Bei bestehenden Zyklusstörungen nach SARS-CoV-2-Infektion besteht ein Beratungsangebot in der Sprechstunde von Prof. Schleußner. Ein Termin kann unter https://www.uniklinikum-jena.de/geburtsmedizin/videosprechstundeformular.html vereinbart werden.

Prof. Dr.med. Ekkehard Schleußner
Klinik für Geburtsmedizin,
Direktor
DEGUM II
Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
ekkehard.schleussner@med.uni-jena.de
Web
Klinik für Geriatrie

Bei hochaltrigen und multimorbiden Patienten ist die Abgrenzung einer Post-Covid Symptomatik von Symptomen anderer Begleiterkrankungen und dem Voranschreiten der verschiedenen Grunderkrankungen oft schwierig. Die Klinik für Geriatrie steht daher diesen Betroffenen nach einer Erstvorstellung in der Post-COVID Ambulanz zur Durchführung einer entsprechenden Diagnostik und Therapie zu Verfügung.

Zudem sind wir im Netzwerk Universitätsmedizin mit dem Nationalen Pandemie Kohorten Netzwerk (NAPKON) in der FOSA-Arbeitsgruppe Geriatrie (www.Napkon.de) aktiv, um uns deutschlandweit an wissenschaftlichen Studien zu beteiligen.

Klinik für Hals-, Nasen- und OhrenheilkundeKlinik für Innere Medizin I
Kardiovaskuläre PostCOVID Ambulanz

Die kardiologisch/angiologische Ambulanz am Universitätsklinikum Jena behandelt Patienten mit kardiovaskulärer Leistungsminderung, vorzeitiger Ermüdbarkeit, Verdacht auf Gefäß- oder Herzbeteiligung im Rahmen einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 (COVID19).

Wir bieten:

- spezielle kardiologische und angiologische Diagnostik

- umfassende kardiovaskuläre Beratung und Betreuung

- spezialisierte kardiovaskuläre Bildgebung, Funktionsdiagnostik und Therapie

Kontakt: 

Prof. Dr. med. P. Christian Schulze
Klinik für Innere Medizin I,
Direktor der Klinik für Innere Medizin I,
Kardiologie, Internistische Intensivmedizin, Angiologie
Am Klinikum 1
07747 Jena
KIM1-Chefsekretariat@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 - 9 32 41 01
Fax: 03641 - 9 32 41 02
Klinik für Innere Medizin II
Klinik für Innere Medizin III
Fachbereich Endokrinologie, Diabetologie & Stoffwechselkrankheiten

Unklare Müdigkeitszustände (Fatigue) und Konzentrationsstörungen können nach viralen Erkrankungen auftreten, so auch nach einer COVID-Infektion. Hormonerkrankungen und –störungen können hierfür eine mögliche Ursache sein. Bei Verdacht kann nach einer Erstvorstellung in der Post-COVID-Ambulanz hierzu im Fachbereich eine entsprechende Diagnostik und Beratung erfolgen.

PD Dr. med. Christof Kloos
Leiter des FB Endokrinologie/Stoffwechselerkrankungen,
Facharzt für Innere Medizin / Endokrinologie / Diabetologie,
Oberarzt
Klinik für Innere Medizin IV
Post-COVID-Ambulanz für Erwachsene

In der Klinik für innere Medizin IV ist die Post-COVID-Ambulanz für Erwachsene angesiedelt. Die Spezialambulanz richtet sich an Patienten, die mindestens 3 Monaten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) noch immer an Beschwerden leiden. Nach einer Erstvorstellung mit detailierter Annamese und entsprechender Diagnostik erfolgt im Bedarfsfall die Einbeziehung von Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen.

Die Terminvergabe erfolgt ausschließlich über das Anmeldeformular. Dieses und weiterführende Informationen finden Sie hier.

Prof. Dr. med. Andreas Stallmach
Klinikdirektor
Andreas.Stallmach@med.uni-jena.de
Telefon: +49 36 41 - 9 32 44 01
Klinik für Kinder- JugendmedizinKlinik für Neurologie
Neuro-Post-COVID-Zentrum 

Das Neuro-Post-COVI-Zentrum Jena behandelt Patient*innen mit kognitiver Leistungsminderung/Fatigue/Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen/“Brain Fog“ im Rahmen einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 (COVID19).

Website des Zentrums

Klinik für NotfallmedizinKliniken für Psychiatrie und Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie
Long- / Post-COVID Ambulanz

Die Spezialsprechstunde PsychCOVID der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Zentrum für Psychische Gesundheit behandelt erwachsene Patient*innen mit depressiven, ängstlichen und weiteren psychischen Belastungssymptomen im Rahmen einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 (COVID-19).

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie bietet zudem ambulante Termine für Kinder und Jugendliche mit psychischen Long- und Post-COVID-Symptomen an, sodass im Rahmen der PsychCOVID - Ambulanz Patient*innen aller Altersgruppen ein individuelles Beratungs- und Behandlungsangebot in interdisziplinären Expert*innenteams gemacht werden kann.

Anmeldung für die Spezialsprechstunde bitte per E-Mail an:

psy.long-covid@med.uni-jena.de

Forschung

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie führt im Rahmen des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (C-I-R-C, Koordinator: Prof. Dr. M. Walter) umfangreiche wissenschaftliche Projekte im Zusammenhang mit COVID-19 durch:

Das Post-COVID Brain-Projekt ist eine Kollaboration der Abteilungen Psychiatrie, Infektiologie und Neurologie des UKJ, mit dem das neuropsychische Post-COVID- und Long-COVID-Syndrom umfassend symptomatologisch charakterisiert werden soll. In einem longitudinalen Ansatz (2 Messzeitpunkte in 12 Monaten) werden hirnstrukturelle, -funktionelle und -metabolische Veränderungen untersucht, die den neuropsychischen Beschwerden zugrunde liegen.

Zur Erforschung und Versorgung von Long- und Post-COVID ist die Klinik zudem im Berufsverband Long COVID aktiv (https://long-covid-verband.de/ueber/vorstand/).

Prof. Dr. med. Martin Walter
Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Klinikdirektor,
Koordinator von C-I-R-C
Martin.walter@med.uni.jena.de
Telefon: +49 3641-9 390 100
PD Dr.med Bianca Besteher
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Leitung Spezialsprechstunde Long-/Post-COVID,
Studienleitung Post-COVID Brain
Bianca.besteher@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 -9 390 243
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Psychosomatische Long- oder Post-COVID-Behandlung an der Psychosomatische Institutsambulanz (PsIA) 
In der Psychosomatischen Institutsambulanz werden Patienten mit Long-COVID oder dem Post-COVID-Syndrom spezialisiert
und komplex psychotherapeutisch durch ein multiprofessionelles Team behandelt, um eine nachhaltige Besserung
zu ermöglichen.

Die Patienten erhalten unter Berücksichtigung körperlicher, seelischer und sozialer Faktoren eine individualisierte Diagnostik und
Therapie, deren Herzstück die Einzelpsychotherapie darstellt.
Entsprechend der Notwendigkeit werden verschiedene Therapiebausteine kombiniert, die von den hochspezialisierten TherapeutInnen des multidisziplinären Teams geleistet werden.
 
Mit einer Überweisung Ihres Arztes oder der Post-COVID-Ambulanz können Sie mit uns einen Erstgesprächstermin vereinbaren.
 

 

Kontakt: 

Psychosomatische Institutsambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Jena
Krautgasse 8
07743 Jena


Anmeldung unter
03641 9-390209 oder PSIA@med.uni-jena.de

 

Website der Klinik

Institut für AllgemeinmedizinInstitut für Arbeits-, Sozial- und UmweltmedizinInstitut für Infektionsmedizin und KrankenhaushygieneInstitut für medizinische Statistik, Informatik u. Datenwissenschaften
Innerhalb des interdisziplinären Post-COVID-Zentrums übernimmt das IMSID fünf Aufgaben:
    1. Methodische Beratungen der Projekte der Forscher*innen im Zentrum
    2. Aufsetzen eines Registers zur strukturierten Dokumentation der Patientendaten im Rahmen der Landesförderung (ab 01/22) in Kooperation mit dem Datenintegrationszentrum des Universitätsklinikums Jena
    3. Mitarbeit bei der Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur innerhalb des Zentrums, im CSCC und am Standort Jena (z.B. an der Schnittstelle zum neu entstehenden Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) oder zum Michael Stifel Center Jena
    4. Verbindung zu und Koordinierung mit dem Netzwerk Universitätsmedizin (Leiter der lokalen Task Force: Prof. Scherag)
    5. Verbindung zu und Koordinierung mit der Medizininformatik-Initiative „Smart Medical Technology for Healthcare", SMITH (1. Sprecher im Konsortium: Prof. Scherag)
Ansprechpartner
Prof. Dr. André Scherag
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften (IMSID),
Direktor
Andre.Scherag@med.uni-jena.de
Telefon: (03641)-9-396954
Dr. sc. hum. Miriam Kesselmeier (Dipl. Math.)
Medizinische Statistik und Epidemiologie
Miriam.Kesselmeier@med.uni-jena.de
Telefon: 03641-9-396958
Fax: 03641-9-396952
Web
Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Ambulanz

In der Ambulanz werden bei Patient*innen mit Post-COVID-Syndrom funktionelle Beschwerden des Bewegungssystems und anderer Organsysteme im ganzheitlichen Setting, die die körperliche Belastungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden sowie die Lebensqualität negativ beeinflussen behandelt.

Anmeldung unter: (03641)-9325278

Forschung und Weiterbildung

Neben der Instituts Ambulanz und der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen im UKJ tragen wir zur Beantwortung von wissenschaftlichen Fragestellungen zur Behandlung insbesondere von Post-COVID bei. Unsere Schwerpunkte sind hierbei:

  • Erfassung des Rehabilitationsbedarfes (RehabNeQ – international genutzter Fragebogen)
  • Auswirkung von Post- COVID auf Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität
  • Evaluierung von Therapieansätzen z.B. bestimmte Atemtherapietechniken bei verbleibender Dyspnoe oder die Nutzung selbstangewendeter Güsse bei Fatigue Symptomatik
  • Möglichkeiten zur verbesserten Versorgung von Post-COVID Patient*innen mit ambulanten Heilmitteln.

Zudem sind wir in Netzwerken aktiv, um deutschlandweit wissenschaftliche Studien durchzuführen oder Kolleg*innen aus anderen Fachdisziplinen auf dem Gebiet zu schulen. Dazu gehören:

  • Netzwerk Universitätsmedizin mit dem Nationalen Pandemie Kohorten Netzwerk (NAPKON)- Arbeitsgruppe Rehabilitation (www.Napkon.de)
  • Forschungsnetzwerk der deutschen Gesellschaft für Physikalische und rehabilitative Medizin
  • Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund Berlin/Brandenburg/ Mitteldeutschland (www.bbmd.charite.de)
  • Long-COVID Netzwerk Rhein-Neckar (www.longcovidnetz.de)
Ansprechpartner
Dr. med. Christina Lemhöfer
Institut für Physiotherapie,
Fachärztin f. Physikalische und Rehabilitative Medizin
Christina.lemhoefer@med.uni-jena.de
Telefon: (03641)-9-325201
Lehrstuhl für Sportmedizin und Gesundheitsförderung, FSU

Inhalt



Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin



Klinik für Geburtsmedizin

PostPregnancy-COVID

In Zusammenarbeit mit der PostCovid-Ambulanz der Klinik für Innere Medizin IV haben wir für Patientinnen nach COVID-Erkrankung in der Schwangerschaft, so wie für Ihre Familien, eine gezielte Möglichkeit geschaffen, sich auf Langzeitfolgen im Rahmen Nachsorge untersuchen zu lassen.

Zu Long-COVID-Erkrankungen bei Frauen nach Infektion in der Schwangerschaft fehlen momentan genaue Daten zum Krankheitsverlauf und spezifische Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie oder ggf. speziellen Rehabilitationsprogramme.

In Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin IV wurde hierzu ein systematisches Nachsorgeangebot etabliert. Dafür werden neben Untersuchungen des Befindens, Ultraschalluntersuchungen, Blutuntersuchungen sowie Gefäßfunktionsanalysen durchgeführt, um dringend benötigte Versorgungsdaten wissenschaftlich begleitet aufzuarbeiten.

 

Dr. med. Janine Zöllkau
Klinik für Geburtsmedizin,
Fachärztin
Beratung bei Zyklusstörungen

Bei bestehenden Zyklusstörungen nach SARS-CoV-2-Infektion besteht ein Beratungsangebot in der Sprechstunde von Prof. Schleußner. Ein Termin kann unter https://www.uniklinikum-jena.de/geburtsmedizin/videosprechstundeformular.html vereinbart werden.

Prof. Dr.med. Ekkehard Schleußner
Klinik für Geburtsmedizin,
Direktor
DEGUM II
Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
ekkehard.schleussner@med.uni-jena.de
Web


Klinik für Geriatrie

Bei hochaltrigen und multimorbiden Patienten ist die Abgrenzung einer Post-Covid Symptomatik von Symptomen anderer Begleiterkrankungen und dem Voranschreiten der verschiedenen Grunderkrankungen oft schwierig. Die Klinik für Geriatrie steht daher diesen Betroffenen nach einer Erstvorstellung in der Post-COVID Ambulanz zur Durchführung einer entsprechenden Diagnostik und Therapie zu Verfügung.

Zudem sind wir im Netzwerk Universitätsmedizin mit dem Nationalen Pandemie Kohorten Netzwerk (NAPKON) in der FOSA-Arbeitsgruppe Geriatrie (www.Napkon.de) aktiv, um uns deutschlandweit an wissenschaftlichen Studien zu beteiligen.



Klinik für Innere Medizin I

Kardiovaskuläre PostCOVID Ambulanz

Die kardiologisch/angiologische Ambulanz am Universitätsklinikum Jena behandelt Patienten mit kardiovaskulärer Leistungsminderung, vorzeitiger Ermüdbarkeit, Verdacht auf Gefäß- oder Herzbeteiligung im Rahmen einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 (COVID19).

Wir bieten:

- spezielle kardiologische und angiologische Diagnostik

- umfassende kardiovaskuläre Beratung und Betreuung

- spezialisierte kardiovaskuläre Bildgebung, Funktionsdiagnostik und Therapie

Kontakt: 

Prof. Dr. med. P. Christian Schulze
Klinik für Innere Medizin I,
Direktor der Klinik für Innere Medizin I,
Kardiologie, Internistische Intensivmedizin, Angiologie
Am Klinikum 1
07747 Jena
KIM1-Chefsekretariat@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 - 9 32 41 01
Fax: 03641 - 9 32 41 02


Klinik für innere Medizin III

Fachbereich Endokrinologie, Diabetologie & Stoffwechselkrankheiten

Unklare Müdigkeitszustände (Fatigue) und Konzentrationsstörungen können nach viralen Erkrankungen auftreten, so auch nach einer COVID-Infektion. Hormonerkrankungen und –störungen können hierfür eine mögliche Ursache sein. Bei Verdacht kann nach einer Erstvorstellung in der Post-COVID-Ambulanz hierzu im Fachbereich eine entsprechende Diagnostik und Beratung erfolgen.

PD Dr. med. Christof Kloos
Leiter des FB Endokrinologie/Stoffwechselerkrankungen,
Facharzt für Innere Medizin / Endokrinologie / Diabetologie,
Oberarzt


Klinik für innere Medizin IV

Post-COVID-Ambulanz für Erwachsene

In der Klinik für innere Medizin IV ist die Post-COVID-Ambulanz für Erwachsene angesiedelt. Die Spezialambulanz richtet sich an Patienten, die mindestens 3 Monaten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) noch immer an Beschwerden leiden. Nach einer Erstvorstellung mit detailierter Annamese und entsprechender Diagnostik erfolgt im Bedarfsfall die Einbeziehung von Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen.

Die Terminvergabe erfolgt ausschließlich über das Anmeldeformular. Dieses und weiterführende Informationen finden Sie hier.

Prof. Dr. med. Andreas Stallmach
Klinikdirektor
Andreas.Stallmach@med.uni-jena.de
Telefon: +49 36 41 - 9 32 44 01


Klinik für Kinder- und Jugendmedizin



Klinik für Neurologie

Neuro-Post-COVID-Zentrum 

Das Neuro-Post-COVI-Zentrum Jena behandelt Patient*innen mit kognitiver Leistungsminderung/Fatigue/Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen/“Brain Fog“ im Rahmen einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 (COVID19).

Website des Zentrums



Klinik für Notfallmedizin



Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Long- / Post-COVID Ambulanz

Die Spezialsprechstunde PsychCOVID der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Zentrum für Psychische Gesundheit behandelt erwachsene Patient*innen mit depressiven, ängstlichen und weiteren psychischen Belastungssymptomen im Rahmen einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 (COVID-19).

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie bietet zudem ambulante Termine für Kinder und Jugendliche mit psychischen Long- und Post-COVID-Symptomen an, sodass im Rahmen der PsychCOVID - Ambulanz Patient*innen aller Altersgruppen ein individuelles Beratungs- und Behandlungsangebot in interdisziplinären Expert*innenteams gemacht werden kann.

Anmeldung für die Spezialsprechstunde bitte per E-Mail an:

psy.long-covid@med.uni-jena.de

Forschung

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie führt im Rahmen des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (C-I-R-C, Koordinator: Prof. Dr. M. Walter) umfangreiche wissenschaftliche Projekte im Zusammenhang mit COVID-19 durch:

Das Post-COVID Brain-Projekt ist eine Kollaboration der Abteilungen Psychiatrie, Infektiologie und Neurologie des UKJ, mit dem das neuropsychische Post-COVID- und Long-COVID-Syndrom umfassend symptomatologisch charakterisiert werden soll. In einem longitudinalen Ansatz (2 Messzeitpunkte in 12 Monaten) werden hirnstrukturelle, -funktionelle und -metabolische Veränderungen untersucht, die den neuropsychischen Beschwerden zugrunde liegen.

Zur Erforschung und Versorgung von Long- und Post-COVID ist die Klinik zudem im Berufsverband Long COVID aktiv (https://long-covid-verband.de/ueber/vorstand/).

Prof. Dr. med. Martin Walter
Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Klinikdirektor,
Koordinator von C-I-R-C
Martin.walter@med.uni.jena.de
Telefon: +49 3641-9 390 100
PD Dr.med Bianca Besteher
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Leitung Spezialsprechstunde Long-/Post-COVID,
Studienleitung Post-COVID Brain
Bianca.besteher@med.uni-jena.de
Telefon: +49 3641 -9 390 243


Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Psychosomatische Long- oder Post-COVID-Behandlung an der Psychosomatische Institutsambulanz (PsIA) 
In der Psychosomatischen Institutsambulanz werden Patienten mit Long-COVID oder dem Post-COVID-Syndrom spezialisiert
und komplex psychotherapeutisch durch ein multiprofessionelles Team behandelt, um eine nachhaltige Besserung
zu ermöglichen.

Die Patienten erhalten unter Berücksichtigung körperlicher, seelischer und sozialer Faktoren eine individualisierte Diagnostik und
Therapie, deren Herzstück die Einzelpsychotherapie darstellt.
Entsprechend der Notwendigkeit werden verschiedene Therapiebausteine kombiniert, die von den hochspezialisierten TherapeutInnen des multidisziplinären Teams geleistet werden.
 
Mit einer Überweisung Ihres Arztes oder der Post-COVID-Ambulanz können Sie mit uns einen Erstgesprächstermin vereinbaren.
 

 

Kontakt: 

Psychosomatische Institutsambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Jena
Krautgasse 8
07743 Jena


Anmeldung unter
03641 9-390209 oder PSIA@med.uni-jena.de

 

Website der Klinik



Institut für Allgemeinmedizin



Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin



Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene



IMSID

Innerhalb des interdisziplinären Post-COVID-Zentrums übernimmt das IMSID fünf Aufgaben:
    1. Methodische Beratungen der Projekte der Forscher*innen im Zentrum
    2. Aufsetzen eines Registers zur strukturierten Dokumentation der Patientendaten im Rahmen der Landesförderung (ab 01/22) in Kooperation mit dem Datenintegrationszentrum des Universitätsklinikums Jena
    3. Mitarbeit bei der Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur innerhalb des Zentrums, im CSCC und am Standort Jena (z.B. an der Schnittstelle zum neu entstehenden Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) oder zum Michael Stifel Center Jena
    4. Verbindung zu und Koordinierung mit dem Netzwerk Universitätsmedizin (Leiter der lokalen Task Force: Prof. Scherag)
    5. Verbindung zu und Koordinierung mit der Medizininformatik-Initiative „Smart Medical Technology for Healthcare", SMITH (1. Sprecher im Konsortium: Prof. Scherag)
Ansprechpartner
Prof. Dr. André Scherag
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften (IMSID),
Direktor
Andre.Scherag@med.uni-jena.de
Telefon: (03641)-9-396954
Dr. sc. hum. Miriam Kesselmeier (Dipl. Math.)
Medizinische Statistik und Epidemiologie
Miriam.Kesselmeier@med.uni-jena.de
Telefon: 03641-9-396958
Fax: 03641-9-396952
Web


Institut für Physiotherapie

Ambulanz

In der Ambulanz werden bei Patient*innen mit Post-COVID-Syndrom funktionelle Beschwerden des Bewegungssystems und anderer Organsysteme im ganzheitlichen Setting, die die körperliche Belastungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden sowie die Lebensqualität negativ beeinflussen behandelt.

Anmeldung unter: (03641)-9325278

Forschung und Weiterbildung

Neben der Instituts Ambulanz und der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen im UKJ tragen wir zur Beantwortung von wissenschaftlichen Fragestellungen zur Behandlung insbesondere von Post-COVID bei. Unsere Schwerpunkte sind hierbei:

  • Erfassung des Rehabilitationsbedarfes (RehabNeQ – international genutzter Fragebogen)
  • Auswirkung von Post- COVID auf Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität
  • Evaluierung von Therapieansätzen z.B. bestimmte Atemtherapietechniken bei verbleibender Dyspnoe oder die Nutzung selbstangewendeter Güsse bei Fatigue Symptomatik
  • Möglichkeiten zur verbesserten Versorgung von Post-COVID Patient*innen mit ambulanten Heilmitteln.

Zudem sind wir in Netzwerken aktiv, um deutschlandweit wissenschaftliche Studien durchzuführen oder Kolleg*innen aus anderen Fachdisziplinen auf dem Gebiet zu schulen. Dazu gehören:

  • Netzwerk Universitätsmedizin mit dem Nationalen Pandemie Kohorten Netzwerk (NAPKON)- Arbeitsgruppe Rehabilitation (www.Napkon.de)
  • Forschungsnetzwerk der deutschen Gesellschaft für Physikalische und rehabilitative Medizin
  • Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund Berlin/Brandenburg/ Mitteldeutschland (www.bbmd.charite.de)
  • Long-COVID Netzwerk Rhein-Neckar (www.longcovidnetz.de)
Ansprechpartner
Dr. med. Christina Lemhöfer
Institut für Physiotherapie,
Fachärztin f. Physikalische und Rehabilitative Medizin
Christina.lemhoefer@med.uni-jena.de
Telefon: (03641)-9-325201


Lehrstuhl für Sportmedizin und Gesundheitsförderung, FSU

Ansprechpartner 
PD Dr. Christian Puta
Lehrstuhl für Sportmedizin und Gesundheitsförderung ,
Stellvertretung Lehrstuhlinhaber und Forschungsleitung/Leitung nicht-klinischer Bereich
Christian.Puta@med.uni-jena.de
Telefon: 03641-945607
Web


Post-COVID Ambulanzen



Long- / Post-COVID Ambulanz Kinder und Jugendliche

Long- / Post-COVID Ambulanz für Kinder und Jugendliche

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, liebe Eltern,

SARS-CoV-2 Infektionen (COVID-19) verlaufen bei Kindern und Jugendlichen meist milde. Dennoch berichten einige Patient*innen über langanhaltende Symptome, die zum Teil mit einem hohen Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag und der Schule vergesellschaftet sind.

Als eine der ersten und größten Ambulanzen in Deutschland widmen wir uns speziell dieser Patientengruppe. Hierzu objektivieren wir bei einer ausführlichen Erstvorstellung diese Beschwerden und versuchen die Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern vorzunehmen und Behandlungsstrategien aufzuzeigen.

Am Anfang steht dabei die ausführliche Anamnese mit Erfassung der körperlichen, mentalen und psychosozialen Probleme mittels verschiedener Fragebögen. Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung, sowie eine Blutentnahme mit Bestimmung verschiedener Laborparameter der einzelnen Organsysteme. Eine Reihe apparativer Untersuchungen hilft uns funktionelle Einschränkungen zu objektivieren. Dazu zählt eine ausführliche Lungenfunktion inklusive Ganzkörperplethysmographie mit Bestimmung des fraktionierten exhalierten Stickstoffmonoxids, einem Marker für Entzündung in den Atemwegen, sowie eine umfassende kardiologische Untersuchung mit EKG, Echokardiographie und Kreislauffunktionstests. Hinzu kommt die Untersuchung der Reagibilität der Gefäße des Augenhintergrundes. Dies ist eine nicht-invasive Methode um Hinweise für eine Störung der Gefäßfunktion (endotheliale Dysfunktion) zu erhalten.

Da man körperliche und mentale Gesundheit nie vollständig voneinander trennen kann, bieten wir allen Patient*innen und deren Familien eine Vorstellung bei unserer Klinikpsychologin an, um psychische oder psychosomatische Begleiterkrankungen oder Krankheitstrigger mit zu erfassen. Schlafbezogene Symptome werden mithilfe des CSHQ-DE, einem Screening-Fragebogen zur Erfassung typischer klinisch relevanter Schlafprobleme, erhoben.

Noch am selben Tag der Vorstellung erfolgt die Auswertung der bereits vorliegenden Befunde und die Festlegung einer Therapieempfehlung. Wir bieten allen Patient*innen eine Verlaufskontrolle nach 3 Monaten an.

Parallel arbeiten unsere Mitarbeiter*innen stetig daran, den aktuellen Forschungsstand in Bezug auf Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen zu erfassen und werten unsere Daten statistisch aus um Risikofaktoren und vulnerable Gruppen in Bezug auf Long-COVID zu identifizieren. Dies soll uns langfristig dabei helfen, präventive und therapeutische Konzepte für unsere Patient*innen zu erarbeiten.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und stehen für Sie als Ansprechpartner gern zur Verfügung.

Link  zur Anmeldung

Dr. med. Daniel Vilser
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,
Leitender Oberarzt,
Kardiologie
Daniel.Vilser@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 - 9 329 540
Fax: 03641 - 9 329 542
Michael Lorenz
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,
Oberarzt,
Pneumologie/Allergologie, Mukoviszidosezentrum
Am Klinikum 1
07747 Jena
Michael.Lorenz@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 - 9 329 535
Fax: 03641 - 9 329 536


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Mit einer Überweisung Ihres Arztes oder der Post-COVID-Ambulanz können Sie einen Erstgesprächstermin vereinbaren.

Anmeldung unter
03641 9-390209 oder PSIA@med.uni-jena.de

Flyer Post-COVID psychosomatische Institutsambulanz 

 



Forschungsprojekte, Publikationen, Weiterbildungen



Forschungsprojekte

Aktuelle Forschungsprojekte zum Thema Long- bzw. Post-COVID

WATCH
WATCH-Mobile WohnortnAhe Versorgung zur Steuerung der sektorübergreifenden Therapie bei Post-COVID-19 in THüringen Projektbeschreibung: 

Bis Januar 2023 wurden in Deutschland bei ca. 37,6 Millionen Menschen SARS-CoV-2-Infektionen festgestellt. Treten später als zwölf Wochen nach der Infektion Beschwerden (wieder) auf und können nicht anderweitig begründet werden, wird dies als Post-COVID-Syndrom bezeichnet. Die Betroffenen leiden nicht nur unter den Krankheitssymptomen, sondern zunehmend auch unter Beeinträchtigungen ihres Sozial- und Arbeitslebens. Für eine optimale Behandlung ist die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachdisziplinen notwendig, was aber besonders in ländlichen, strukturschwachen Regionen nur schwer zu leisten ist.

Genau hier setzt das Projekt WATCH an. Mit einer mobilen Post-COVID Ambulanz (PoCO-Bus) soll eine wohnortnahe Untersuchung der Betroffenen mit einer umfassenden telemedizinischen Betreuung kombiniert werden. Betreut durch ein interdisziplinäres Team absolvieren die Betroffenen insgesamt zwölf Wochen lang Trainingseinheiten zur Konzentration und Aufmerksamkeit (Modul BRAIN), gestufte Rehabilitations-Sportprogramme (Modul BODY) und verhaltenstherapeutische Therapieangebote (Modul SOUL).

Flankiert wird die Studie durch qualitative und quantitative Befragungen zur Evaluation des Nutzungsverhaltens und der Nutzerfreundlichkeit der Intervention aus Sicht der teilnehmenden Patientinnen und Patienten und gesundheitsökonomische Analysen. 

Im Erfolgsfall wird die Versorgung in ländlichen Regionen so optimiert, dass für die Betroffenen eine bessere körperliche und (neuro-)psychologische Gesundheit und damit mehr Teilhabe am Sozial- und Arbeitsleben erreicht werden kann. 

Projektleitung: 

Prof. Dr. Andreas Stallmach,
Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Jena

andreas.stallmach@med.uni-jena.de

AVENIR
AVENIR- Verbesserung der Versorgung von Sepsispatienten: Analyse von Versorgungspfaden, -erfahrungen und -bedarfen von Patienten mit und nach Sepsiserkrankung

Sepsis ist die Haupttodesursache von Infektionserkrankungen und mit etwa 20% aller weltweiten Todesfälle assoziiert. Jeder dritte Sepsisüberlebende leidet unter kognitiven, psychischen oder physischen Folgeerkrankungen, für die es bisher an spezifischen Behandlungs- und Nachsorgekonzepten fehlt. Das AVENIR Projekt hat das Ziel, durch eine umfassende Erforschung von Versorgungspfaden und -erfahrungen von Sepsispatienten die Versorgung und das kurz- und langfristige Outcome dieser Patienten zu verbessern. Im Rahmen des Projektes werden Routinedaten von rund 500.000 AOK Versicherten mit Sepsis untersucht. Analysiert werden hier auch Versorgungspfade von Covid-19 Patienten mit Sepsis, um abzugrenzen, welche spezifischen Folgen nach Covid-19 im Vergleich zu anderen (bakteriellen) Sepsisursachen auftreten und inwieweit dies einen Einfluss auf die Langzeitoutcomes und -versorgung dieser Patienten hat. Zudem erfolgt eine qualitative Erhebung mittels leitfadengestützter Interviews zur Versorgung vor, während und nach Sepsis, in der die Perspektive von Patienten und Angehörigen sowie Behandlern von Sepsispatienten beleuchtet wird. 

Projektleitung:

Dr. Carolin Fleischmann
Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene  
Carolin.Fleischmann-Struzek@med.uni-jena.de

Weitere Informationen zum Projekt

JenUp
  Jenaer Untersuchung zum populationsbasierten Auftreten von Post-COVID Beschwerden

Die JenUP-Studie ist eine geschlossene Kohortenstudie zum Auftreten von PostCOVID Symptomen in der Region Jena.

Hierfür werden über 4600 COVID-Genesene, deren akute Infektion in den ersten 3 Wellen der Pandemie (zwischen März 2020 und September 2021) durch das Gesundheitsamt Jena erfasst wurde, persönlich angeschrieben und eingeladen sich anonym zu beteiligen.

Bisherige Studien zeigen in Abhängigkeit der untersuchten Gruppe große Schwankungen in der Häufigkeit von Post-COVID Beschwerden (2,3%-91%). Ziel ist es die absolute Häufigkeit von Post-COVID Symptomen bei allen Genesenen einer Region zu ermitteln.

Die Studie ist Fragebogenbasiert und beinhaltet neben Angaben zur Person und zum Verlauf der akuten COVID Infektion vor allem Fragen zum aktuellen Wohlbefinden.

Welche Faktoren beeinflussen das Auftreten oder schützen sogar vor dem Auftreten von Post-COVID Symptomen? Diese und weitere Fragen zur gesellschaftlichen Relevanz versuchen wir mit der Studie zu beantworten.

Pressemitteilung

Wissenschaftliche Leitung: 

PD Dr. med. habil. Philipp Reuken
Klinik für Innere Medizin IV,
CSCC Mitglied
Dr. Benjamin Giszas
Klinik für Innere Medizin IV
Prof. Dr. Andreas Stallmach
Zentrumsleitung CSCC,
Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Jena
LongCOCid
Long Covid-19 bei Kindern

Zu Long-COVID-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen fehlen momentan genaue Daten zum Krankheitsverlauf, diagnostische und therapeutische Leitlinien oder spezielle Rehabilitationsprogramme. Hier setzt das BMBF-geförderte Verbundprojekt LongCOCid an, welches in Jena koordiniert wird. 

In Kooperation mit der TU Ilmenau und der Universität Magdeburg soll ein umfassendes Bild der Erkrankung erstellt und katalogisiert werden. Dafür werden Ultraschalluntersuchungen von Herz und Lunge, die Lungenfunktion, Entzündungsmarker im Blut sowie Gefäßfunktionsanalysen am Augenhintergrund erfasst und die dringend benötigte wissenschaftliche Aufarbeitung der Versorgungsdaten aus der Ambulanz umgesetzt.

Zudem arbeitet das Projektteam mit niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten zusammen, um die Krankheitslast von Kindern nach einer SARS-CoV-2-Infektion zu erfassen und mit der von Kindern, die an einer anderen Infektion erkrankt waren, zu verglichen.

Ziel ist es, spezielle Behandlungen für Kinder und Jugendliche sowie deren Rehabilitation zu etablieren.

Koordination

Dr. med. Daniel Vilser
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,
Leitender Oberarzt,
Kardiologie
Daniel.Vilser@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 - 9 329 540
Fax: 03641 - 9 329 542
Post-COVID BRAIN
Post-COVID Brain

Im Rahmen des entstehenden Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit beschäftigt sich eine interdisziplinäre Forschergruppen mit neurobiologischen Grundlagen von Post-COVID Symptomen. Das Post-COVID-Brain-Projekt ist eine Kollaboration der Abteilungen Psychiatrie, Infektiologie und Neurologie des UKJ. Im Mittelpunkt steht eine Kernspinuntersuchung des Gehirns. Die MRT-Messung ermöglicht eine detaillierte Aufnahme der Hirnstruktur und die Darstellung der Hirnfunktion ohne Röntgenstrahlen. Die Bildgebung wird ergänzt von einer neuropsychiatrischen Diagnostik, einer Blutentnahme und der Bearbeitung verschiedener Fragebögen.

Studienleitung:

PD Dr. Bianca Besteher
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie  
Bianca.Besteher@med.uni-jena.de 

PD Dr. med. habil. Philipp Reuken
Klinik für Innere Medizin IV
PHILIPP.REUKEN@med.uni-jena.de

Veröffentlichungen:

Besteher B, Machnik M, Troll M, et al. Larger gray matter volumes in neuropsychiatric long-COVID syndrome. Psychiatry Research, 2022. DOI: 10.1016/j.psychres.2022.114836

RegioVentPost-COVID-19
RegioVentPost-COVID-19

Das gemeinsames Forschungsprojekt der zentralen Notaufnahme und der Klinik für Innere Medizin IV beschäftigt sich mit einem Verfahren, dass die diagnostischen Möglichkeiten von Atembeschwerden bei POST-COVID Erkrankten verbessern soll: Die Elektoimpendanztomographie, kurz EIT, ist eine Messmethode, mit der die Belüftung der Lunge und die Verteilung des Atemflusses bildlich dargestellt werden kann. Die EIT wird bereits seit 30 Jahren auf Intensivstationen bei beatmeten Patienten und Patientinnen eingesetzt und soll nun helfen, die Diagnostik von POST-COVID zu verbessern.

Kontakt:
Yvonne Gremme
Tel: 03641/9322084 | yvonne.gremme@med.uni-jena.de


RegioVentPost-COVID-19
Studienleiter:
Dr. med. Jan-Christoph Lewejohann | Klinik für Notfallmedizin
PD Dr. med. Philipp A. Reuken | Klinik für Innere Medizin IV
Universitätsklinikum Jena



JenUP

  Jenaer Untersuchung zum populationsbasierten Auftreten von Post-COVID Beschwerden

Die JenUP-Studie ist eine geschlossene Kohortenstudie zum Auftreten von PostCOVID Symptomen in der Region Jena.

Hierfür werden über 4600 COVID-Genesene, deren akute Infektion in den ersten 3 Wellen der Pandemie (zwischen März 2020 und September 2021) durch das Gesundheitsamt Jena erfasst wurde, persönlich angeschrieben und eingeladen sich anonym zu beteiligen.

Bisherige Studien zeigen in Abhängigkeit der untersuchten Gruppe große Schwankungen in der Häufigkeit von Post-COVID Beschwerden (2,3%-91%). Ziel ist es die absolute Häufigkeit von Post-COVID Symptomen bei allen Genesenen einer Region zu ermitteln.

Die Studie ist Fragebogenbasiert und beinhaltet neben Angaben zur Person und zum Verlauf der akuten COVID Infektion vor allem Fragen zum aktuellen Wohlbefinden.

Welche Faktoren beeinflussen das Auftreten oder schützen sogar vor dem Auftreten von Post-COVID Symptomen? Diese und weitere Fragen zur gesellschaftlichen Relevanz versuchen wir mit der Studie zu beantworten.

Pressemitteilung

Wissenschaftliche Leitung: 

PD Dr. med. habil. Philipp Reuken
Klinik für Innere Medizin IV,
CSCC Mitglied
Dr. Benjamin Giszas
Klinik für Innere Medizin IV
Prof. Dr. Andreas Stallmach
Zentrumsleitung CSCC,
Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Jena


Post-COVID BRAIN

Post-COVID Brain

Im Rahmen des entstehenden Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit beschäftigt sich eine interdisziplinäre Forschergruppen mit neurobiologischen Grundlagen von Post-COVID Symptomen. Das Post-COVID-Brain-Projekt ist eine Kollaboration der Abteilungen Psychiatrie, Infektiologie und Neurologie des UKJ. Im Mittelpunkt steht eine Kernspinuntersuchung des Gehirns. Die MRT-Messung ermöglicht eine detaillierte Aufnahme der Hirnstruktur und die Darstellung der Hirnfunktion ohne Röntgenstrahlen. Die Bildgebung wird ergänzt von einer neuropsychiatrischen Diagnostik, einer Blutentnahme und der Bearbeitung verschiedener Fragebögen.

Studienleitung:

PD Dr. Bianca Besteher
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie  
Bianca.Besteher@med.uni-jena.de 

PD Dr. med. habil. Philipp Reuken
Klinik für Innere Medizin IV
PHILIPP.REUKEN@med.uni-jena.de

Veröffentlichungen:

Besteher B, Machnik M, Troll M, et al. Larger gray matter volumes in neuropsychiatric long-COVID syndrome. Psychiatry Research, 2022. DOI: 10.1016/j.psychres.2022.114836



LongCOCid

Long Covid-19 bei Kindern

Zu Long-COVID-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen fehlen momentan genaue Daten zum Krankheitsverlauf, diagnostische und therapeutische Leitlinien oder spezielle Rehabilitationsprogramme. Hier setzt das BMBF-geförderte Verbundprojekt LongCOCid an, welches in Jena koordiniert wird. 

In Kooperation mit der TU Ilmenau und der Universität Magdeburg soll ein umfassendes Bild der Erkrankung erstellt und katalogisiert werden. Dafür werden Ultraschalluntersuchungen von Herz und Lunge, die Lungenfunktion, Entzündungsmarker im Blut sowie Gefäßfunktionsanalysen am Augenhintergrund erfasst und die dringend benötigte wissenschaftliche Aufarbeitung der Versorgungsdaten aus der Ambulanz umgesetzt.

Zudem arbeitet das Projektteam mit niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten zusammen, um die Krankheitslast von Kindern nach einer SARS-CoV-2-Infektion zu erfassen und mit der von Kindern, die an einer anderen Infektion erkrankt waren, zu verglichen.

Ziel ist es, spezielle Behandlungen für Kinder und Jugendliche sowie deren Rehabilitation zu etablieren.

Koordination

Dr. med. Daniel Vilser
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,
Leitender Oberarzt,
Kardiologie
Daniel.Vilser@med.uni-jena.de
Telefon: 03641 - 9 329 540
Fax: 03641 - 9 329 542


RegioVentPost-COVID-19

RegioVentPost-COVID-19

Das gemeinsames Forschungsprojekt der zentralen Notaufnahme und der Klinik für Innere Medizin IV beschäftigt sich mit einem Verfahren, dass die diagnostischen Möglichkeiten von Atembeschwerden bei POST-COVID Erkrankten verbessern soll: Die Elektoimpendanztomographie, kurz EIT, ist eine Messmethode, mit der die Belüftung der Lunge und die Verteilung des Atemflusses bildlich dargestellt werden kann. Die EIT wird bereits seit 30 Jahren auf Intensivstationen bei beatmeten Patienten und Patientinnen eingesetzt und soll nun helfen, die Diagnostik von POST-COVID zu verbessern.

Kontakt:
Yvonne Gremme
Tel: 03641/9322084 | yvonne.gremme@med.uni-jena.de


RegioVentPost-COVID-19
Studienleiter:
Dr. med. Jan-Christoph Lewejohann | Klinik für Notfallmedizin
PD Dr. med. Philipp A. Reuken | Klinik für Innere Medizin IV
Universitätsklinikum Jena



AVENIR

AVENIR- Verbesserung der Versorgung von Sepsispatienten: Analyse von Versorgungspfaden, -erfahrungen und -bedarfen von Patienten mit und nach Sepsiserkrankung

Sepsis ist die Haupttodesursache von Infektionserkrankungen und mit etwa 20% aller weltweiten Todesfälle assoziiert. Jeder dritte Sepsisüberlebende leidet unter kognitiven, psychischen oder physischen Folgeerkrankungen, für die es bisher an spezifischen Behandlungs- und Nachsorgekonzepten fehlt. Das AVENIR Projekt hat das Ziel, durch eine umfassende Erforschung von Versorgungspfaden und -erfahrungen von Sepsispatienten die Versorgung und das kurz- und langfristige Outcome dieser Patienten zu verbessern. Im Rahmen des Projektes werden Routinedaten von rund 500.000 AOK Versicherten mit Sepsis untersucht. Analysiert werden hier auch Versorgungspfade von Covid-19 Patienten mit Sepsis, um abzugrenzen, welche spezifischen Folgen nach Covid-19 im Vergleich zu anderen (bakteriellen) Sepsisursachen auftreten und inwieweit dies einen Einfluss auf die Langzeitoutcomes und -versorgung dieser Patienten hat. Zudem erfolgt eine qualitative Erhebung mittels leitfadengestützter Interviews zur Versorgung vor, während und nach Sepsis, in der die Perspektive von Patienten und Angehörigen sowie Behandlern von Sepsispatienten beleuchtet wird. 

Projektleitung:

Dr. Carolin Fleischmann
Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene  
Carolin.Fleischmann-Struzek@med.uni-jena.de

Weitere Informationen zum Projekt



WATCH

WATCH-Mobile WohnortnAhe Versorgung zur Steuerung der sektorübergreifenden Therapie bei Post-COVID-19 in THüringen Projektbeschreibung: 

Bis Januar 2023 wurden in Deutschland bei ca. 37,6 Millionen Menschen SARS-CoV-2-Infektionen festgestellt. Treten später als zwölf Wochen nach der Infektion Beschwerden (wieder) auf und können nicht anderweitig begründet werden, wird dies als Post-COVID-Syndrom bezeichnet. Die Betroffenen leiden nicht nur unter den Krankheitssymptomen, sondern zunehmend auch unter Beeinträchtigungen ihres Sozial- und Arbeitslebens. Für eine optimale Behandlung ist die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachdisziplinen notwendig, was aber besonders in ländlichen, strukturschwachen Regionen nur schwer zu leisten ist.

Genau hier setzt das Projekt WATCH an. Mit einer mobilen Post-COVID Ambulanz (PoCO-Bus) soll eine wohnortnahe Untersuchung der Betroffenen mit einer umfassenden telemedizinischen Betreuung kombiniert werden. Betreut durch ein interdisziplinäres Team absolvieren die Betroffenen insgesamt zwölf Wochen lang Trainingseinheiten zur Konzentration und Aufmerksamkeit (Modul BRAIN), gestufte Rehabilitations-Sportprogramme (Modul BODY) und verhaltenstherapeutische Therapieangebote (Modul SOUL).

Flankiert wird die Studie durch qualitative und quantitative Befragungen zur Evaluation des Nutzungsverhaltens und der Nutzerfreundlichkeit der Intervention aus Sicht der teilnehmenden Patientinnen und Patienten und gesundheitsökonomische Analysen. 

Im Erfolgsfall wird die Versorgung in ländlichen Regionen so optimiert, dass für die Betroffenen eine bessere körperliche und (neuro-)psychologische Gesundheit und damit mehr Teilhabe am Sozial- und Arbeitsleben erreicht werden kann. 

Projektleitung: 

Prof. Dr. Andreas Stallmach,
Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Jena

andreas.stallmach@med.uni-jena.de



Forschungsprojekte und Publikationen



Publikationen

Publikationen
2023
  • Bahrs C, Weis S, Kesselmeier M, et al. Non-patient-related SARS-CoV-2 exposure from colleagues and household members poses the highest infection risk for hospital employees in a German university hospital: follow-up of the prospective Co-HCW seroprevalence study. Article; Early Access. Infection. 2023 Feb 2023:9. doi:10.1007/s15010-023-01995-z
  • Giszas B, Reuken PA, Katzer K, et al. Immunoadsorption to treat patients with severe post-COVID syndrome. Article; Early Access. Ther Apher Dial. 2023:12. doi:10.1111/1744-9987.13974
  • Grager S, Pfirschke R, Lorenz M, et al. Lung ultrasound in children and adolescents with long-term effects of COVID-19: Initial results. Article. Front Pediatr. Mar 2023;11:7. 1112881. doi:10.3389/fped.2023.1112881
  • Gremme Y, Derlien S, Katzer K, et al. Visualizing exertional dyspnea in a post-COVID patient using electrical impedance tomography. Infection. Jun 15 2023;doi:10.1007/s15010-023-02062-3
  • Lemhofer C, Koczulla AR, Meissner W, Hauser W. [Updated S1 guideline on long/post-COVID: relevant aspects for pain medicine]. Schmerz. Mar 16 2023:1-8. Aktualisierte S1-Leitlinie Long/Post-COVID: Relevante Aspekte fur die Schmerzmedizin. doi:10.1007/s00482-023-00704
  • Lemhofer C, Sturm C, Loudovici-Krug D, et al. Quality of life and ability to work of patients with Post-COVID syndrome in relation to the number of existing symptoms and the duration since infection up to 12 months: a cross-sectional study. Article; Early Access. Qual Life Res. 2023:12. doi:10.1007/s11136-023-03369-2
  • Martin EM, Rupprecht S, Schrenk S, et al. A hypoarousal model of neurological post-COVID syndrome: the relation between mental fatigue, the level of central nervous activation and cognitive processing speed. J Neurol. Jun 25 2023;doi:10.1007/s00415-023-11819-7
  • Quickert S, Stallmach A, Reuken P. Sequelae of SARS-CoV-2 infection including post-COVID syndrome. Article; Early Access. Gastroenterologie. 2023 Feb 2023:6. doi:10.1007/s11377-023-00677-4
  • Reuken PA, Trommer S, Besteher B, et al. Outpatient Long/Post-COVID Care: Barriers and Desires of Affected Persons to Medical Care. Article; Early Access. Gesundheitswesen. 2023 May 2023:4. doi:10.1055/a-2035-9431
  • Schnizer C, Andreas N, Vivas W, et al. Persistent humoral and CD4(+) T-H cell immunity after mild SARS-COV-2 infection-The CoNAN long-term study. Article. Front Immunol. Jan 2023;13:14. 1095129. doi:10.3389/fimmu.2022.1095129
  • Shi YY, Strobl R, Apfelbacher C, et al. Persistent symptoms and risk factors predicting prolonged time to symptom-free after SARS-CoV-2 infection: an analysis of the baseline examination of the German COVIDOM/NAPKON-POP cohort. Article; Early Access. Infection. 2023 May 2023:16. doi:10.1007/s15010-023-02043-6
  • Lemhöfer C BT, Baumbach P, Besteher B, Boekel A, Finke K, Katzer K, Lehmann-Pohl K, Lewejohann JC, Loudovici-Krug D, Nowka M, Puta C, Quickert S, Reuken PA, Walter M, Stallmach A. Variations and predictors of post-COVID syndrome severity in patients attending a post-COVID outpatient clinic. Journal of Clinical Medicine. 2023, June;(12(12)):4013. doi:https://doi.org/10.3390/jcm12124013
2022
  • Besteher B, Machnik M, Troll M, et al. Larger gray matter volumes in neuropsychiatric long-COVID syndrome. Article. Psychiatry Res. Nov 2022;317:8. 114836. doi:10.1016/j.psychres.2022.114836
  • Bungenberg J, Humkamp K, Hohenfeld C, et al. Long COVID-19: Objectifying most self-reported neurological symptoms. Article. Ann Clin Transl Neurol. Feb 2022;9(2):141-154. doi:10.1002/acn3.51496
  • Christina Lemhöfer  NB, Andrea Bökel , Sebastian Brugger , Christoph Gutenbrunner , Dana Loudovici-Krug , Christian Sturm. Zufriedenheit von Covid-19-Erkrankten mit den erhaltenen Therapieoptionen und den Akteuren des Gesundheitssystems unter Verwendung des COVID-19- Rehabilitation Needs Survey (C19-RehabNeS) in Bayern. Phys Med 2022;32(01):11-18. doi:10.1055/a-1528-1667
  • Christina Lemhöfer  NB, Christoph Gutenbrunner , Dana Loudovici-Krug  , Lidia Teixido , Christian Sturm. Gefühlte und reale Arbeitsfähigkeit von Patient*innen mit Post-COVID-Symptomatik nach mildem Akutverlauf: eine Analyse des Rehabilitation Needs Questionnaire (RehabNeQ). Phys Med 2022;32(03):151-158. doi:10.1055/a-1674-8044
  • Fleischmann-Struzek C, Rose N, Born S, et al. White Paper - Improving the care of patients with impairments following sepsis and infections. Review. Dtsch Med Wochenschr. Apr 2022;147(08):485-491. doi:10.1055/a-1741-3013
  • Giszas B, Trommer S, Schussler N, et al. Post-COVID-19 condition is not only a question of persistent symptoms: structured screening including health-related quality of life reveals two separate clusters of post-COVID. Article; Early Access. Infection. 2022:13. doi:10.1007/s15010-022-01886-9
  • Gudziol H, Kirschstein T, Pletz MW, et al. High prevalence of long-term olfactory dysfunction confirmed by olfactory testing after a community COVID-19 outbreak. Article. Hno. Mar 2022;70(3):224-231. doi:10.1007/s00106-021-01129-7
  • Hartung TJ, Neumann C, Bahmer T, et al. Fatigue and cognitive impairment after COVID-19: A prospective multicentre study. Article. EClinicalMedicine. Nov 2022;53:13. 101651. doi:10.1016/j.eclinm.2022.101651
  • Haunhorst S, Bloch W, Javelle F, et al. A scoping review of regulatory T cell dynamics in convalescent COVID-19 patients - indications for their potential involvement in the development of Long COVID? Review. Front Immunol. Dec 2022;13:20. 1070994. doi:10.3389/fimmu.2022.1070994
  • Haunhorst S, Bloch W, Wagner H, et al. Long COVID: a narrative review of the clinical aftermaths of COVID-19 with a focus on the putative pathophysiology and aspects of physical activity. Oxf Open Immunol. 2022;3(1):iqac006. doi:10.1093/oxfimm/iqac006
  • Katzer K, Gremme Y, Alsabbagh MM, Stallmach A, Reuken P, Lewejohann JC. Electrical Impedance Tomography (EIT) in a Patient Suffering from Post-COVID Syndrome with Dyspnea: A Case Report. Article. Diagnostics. Oct 2022;12(10):8. 2284. doi:10.3390/diagnostics12102284
  • Koczulla AR, Ankermann T, Behrends U, et al. German S1 Guideline Long-/Post-COVID. Article. Pneumologie. Dec 2022;76(12):855-907. doi:10.1055/a-1946-3230
  • Neu C, Baumbach P, Scherag A, Kortgen A, Gotze J, Coldewey SM. Identification of cardiovascular and molecular prognostic factors for the morbidity and mortality in COVID-19-sepsis (ICROVID): Protocol for a prospective multi-centre cohort study. Article. PLoS One. 2022;17(6):12. e0269247. doi:10.1371/journal.pone.0269247
  • Reuken PA, Franz M, Giszas B, Bleidorn J, Rachow T, Stallmach A. Ancillary Diagnostic Testing in Post-COVID Patients. Letter. Dtsch Arztebl Int. Aug 2022;119(31-32):544-545. doi:10.3238/arztebl.m2022.0216
  • Stallmach A, Katzer K, Besteher B, et al. Mobile primary healthcare for post-COVID patients in rural areas: a proof-of-concept study. Article; Early Access. Infection. 2022:9. doi:10.1007/s15010-022-01881-0
  • Stallmach A, Kesselmeier M, Bauer M, et al. Comparison of fatigue, cognitive dysfunction and psychological disorders in post-COVID patients and patients after sepsis: is there a specific constellation? Article. Infection. Jun 2022;50(3):661-669. doi:10.1007/s15010-021-01733-3
  • Werner S, Doerfel C, Biedermann R, et al. The CSHQ-DE Questionnaire Uncovers Relevant Sleep Disorders in Children and Adolescents with Long COVID. Article. Children-Basel. Sep 2022;9(9):13. 1419. doi:10.3390/children9091419
  • Worner B, Rasche M, Pavlova M, Kesselmeier M, Lorenz M. Longitudinal Clinical and Pulmonary Characteristics of Children with Post-COVID-19 Conditions. Meeting Abstract. Pediatr Pulmonol. Jun 2022;57:S91-S92.
2021
  • Lemhofer C, Gutenbrunner C, Best N, et al. ASSESSMENT OF REHABILITATION NEEDS IN PATIENTS DURING AND AFTER COVID-19: DEVELOPMENT OF THE COVID-19-REHABILITATION NEEDS SURVEY. Article. J Rehabil Med. Apr 2021;53(4):6. jrm00183. doi:10.2340/16501977-2818
  • Lemhofer C, Sturm C, Loudovici-Krug D, Best N, Gutenbrunner C. The impact of Post-COVID-Syndrome on functioning - results from a community survey in patients after mild and moderate SARS-CoV-2-infections in Germany. Article. J Occup Med Toxicol. Oct 2021;16(1):9. 45. doi:10.1186/s12995-021-00337-9
  • Teichgraber U, Behringer W, Stallmach A. Post-Test Probability of COVID-19 Using CT. Letter. Dtsch Arztebl Int. Feb 2021;118(5):66-66. doi:10.3238/arztebl.m2021.0036


Aktuell geplante Vorträge und Weiterbildungen
Bisherige Weiterbildungen und Vorträge

Die Mitglieder des post-COVID-Zentrums engagieren sich in der Wissenvermittlung zu aktuellen Theman rund um das Post-COVID-Syndrom, tauschen sich regelmäßig mit Fachkolleg*innen und sind an verschiedenen Expertengruppen beteiligt.

Eine aktuelle Aufstellung der vergangenen Aktivitäten find Sie hier

 

Weiterbildungen und Vorträge durch Mitglieder des Post-COVID-Zentrums





WATCH

Aktuelles

10.06.2024

Neue Busstandorte ab Sommer 2024

Ab Juli beginnt die 2. Runde der Tour des WATCH-Busses. Dabei werden mit Arnstadt,  Masserberg und Sömmerda drei neue Busstandorte angefahren. Wir freuen uns sehr nun auch die Betroffenen aus dem Kyffhäuser Kreis, dem Landkreis Hildburghausen bzw. Sömmerda ein wortortnahes Angebot machen zu können. Zur Projektteilnahme müssen Sie von ihrem Hausärztin bzw. ihrem eingeschrieben werden. Voraussetzung für die Einschreibung ist eine Teilnahme der Ärztin bzw. des Arztes 

04.01.2024

Drei neue Krankenkassen als Kooperationspartner ab 01.01.2024

Wir freuen uns sehr, dass sich seit dem 01.01.2024 drei neue Krankenkassen an WATCH beteiligen. Dazu zählen die IKK classic, die IKK gesund plus und die DAK-Gesundheit. Durch den Beitritt der genannten Kassen zum WATCH-Versorgungsvertrag  können nunmehr auch deren Versicherte in das Projekt einbezogen werden. 

Konsortialpartner:

Kooperationspartner: 

 
 

Mittelgeber: 

 
 


WATCH-Kick-Off am 02.11.2023
Offizieller Projektstart mit vielen Gästen, darunter Frau Karin Göhring-Eckardt (Vize-Bundestagspräsidentin) und Frau  Heike Werner (Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie)

Nach einer intensiven Vorbereitungsphase war es am 02. November endlich soweit.  Vertreter*innen der Politik, des WATCH-Konsortiums sowie zahlreiche Kooperationspartner kamen zum Start der mobilen Post-Ambulanz (PoCo-Bus) zusammen.

Dabei wurde noch einmal auf die aktuellen Herausforderungen bei der Behandlung von Post-COVID-Patienten im Allgemeinen und insbesondere im ländlichen Raum eingegangen und die Teilnehmer konnten sich einen Eindruck über die künftige Arbeit im Bus verschaffen. 

Wir danken allen Anwesenden für Ihre Teilnahme und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit!

Videomitschnitt der Veranstaltung.

Kick-off



Fahrplan WATCH-BUS

Fahrplan WATCH-Bus 2024

 

Wie erhält man einen Bus-Termin? 

Bitte beachten Sie, dass die Termine nur nach Einschreibung ins Projekt durch das Studienteam am UKJ vergeben werden. Eine Terminplanung vor Ort findet nicht statt.

 

Wer führt die Einschreibung im Projekt durch?

Die Einschreibung erfolgt über Hausärzte / Hausärztinnen, die wiederum über die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen am Versorgungsvertrag teilnehmen. https://t1p.de/kvt-watch

Sprechen Sie Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt an. 

 



Forschung

Das CSCC koordiniert und unterstützt translationale und klinische Forschung auf dem Gebiet lebensbedrohlicher Infektionen, insbesondere der Sepsis und ihrer Folgeerkrankungen. Wesentlich ist dabei die Förderung der Translation von basiswissenschaftlichen Forschungsergebnissen in eine verbesserte Prävention, Diagnose und Therapie. Der fächerübergreifende Austausch und die Zusammenarbeit sind dabei zentrale Elemente.

Die wissenschaftlichen Arbeiten gliedern sich in vier Forschungsfelder, die das wissenschaftliche Profil des Zentrums bilden:

Forschung

Bugs – schwer behandelbare Infektionen

Infektionsprävention und optimale Behandlung sind Kernthemen der Sepsis-Prävention. Das Spektrum von Mikroben, die invasive Infektionen und Sepsis hervorrufen, hat sich während der letzten Jahrzehnte deutlich geändert. Im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel steigt zum Beispiel die Zahl prothetischer Implantate. Dadurch nimmt auch die Anzahl von Protheseninfektionen zu, die aufgrund einer Biofilmbildung nur schwer zu behandeln sind. Multiresistente Bakterien und Pilze, denen mit gebräuchlichen Therapien ebenfalls schwer beizukommen ist, treten vermehrt auf und führen zu erhöhter Sterblichkeit. Die Projekte und Studien in diesem Forschungsgebiet konzentrieren sich auf diese schwer behandelbaren Infektionen mit dem Ziel, Infektionsprozesse besser zu verstehen und Diagnose, Behandlung und klinisches Management zu verbessern. Daneben werden auch mikrobielle Strategien zur Persistenz im Wirt im Forschungsfeld Bugs untersucht. Der Bereich bildet eine der Brücken zu den Exzellenzthemen der Friedrich-Schiller-Universität.

Drugs – neue Strategien für antimikrobielle Therapien

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine inadäquate antibiotische Behandlung, basierend auf Antibiotikaresistenzen, Unterdosierung und/oder verspätetem Therapiebeginn, zu einer dramatischen Erhöhung der Sterblichkeit bei Sepsis führt. Das Forschungsfeld Drugs widmet sich dementsprechend unterschiedlichen Ansätzen, die Therapie von Infektionen und Sepsis zu verbessern. Dazu zählen Strategien für einen schnelleren Therapiebeginn, für den optimierten Einsatz von Antibiotika, aber auch die weitere Entwicklung und die Erforschung von pharmakologischen Ansätzen zur gezielten Therapie von Organ- und Gewebeschäden sowie von Sepsis-Folgeschäden. Dadurch fungiert Drugs einerseits als Bindeglied zwischen den Forschungsbereichen des CSCC, andererseits aber auch zwischen universitären Forschungsverbünden und der klinischen Forschung am UKJ.

Damage – gezielte Strategien gegen Organversagen

Sepsis ist die Hauptursache für Multiorganversagen, das wiederum für kritisch kranke Patienten prognosebestimmend ist. Dieses Organversagen wird häufig auf eine unkontrollierte Entzündungsantwort zurückgeführt. Therapien mit dem Ziel, Entzündungsmediatoren zu neutralisieren, haben allerdings in zahlreichen Studien den Krankheitsverlauf nicht wesentlich beeinflussen können. Zunehmend geraten daher zellspezifische Signalwege, die Organdysfunktionen beeinflussen, in den Fokus. Die Projekte im Forschungsfeld Damage beschäftigen sich mit sepsisinduziertem Organversagen mit dem langfristigen Ziel, in die zugrundeliegende Pathophysiologie zell- und gewebespezifisch einzugreifen und medikamentös beeinflussbare Zielstrukturen zu identifizieren. Vielversprechende Ergebnisse sollen zügig in die präklinische Erprobung überführt werden. Die begleitende Entwicklung von diagnostischen und theranostischen Strategien soll die häufig auftretende Diskrepanz zwischen erfolgreichen Tierversuchen und dem späteren Versagen in klinischen Studien reduzieren.

Aufgrund der Entwicklungen in der Mikrobiom-Forschung und der jüngsten Erfolge der Friedrich-Schiller-Universität in der Exzellenzinitiative öffnet sich dieses Feld zunehmend den Wechselwirkungen von kommensalen und pathogenen Mikrobiota mit dem menschlichen Wirt. Neben verstärkter Kooperation mit Institutionen der Friedrich-Schiller-Universität rückt das Forschungsfeld damit auch näher an den Forschungsbereich Bugs, in dem molekulare Interaktionen zwischen Mikrobiom, Immunsystem und Parenchym genauer untersucht werden.

Repair – Rehabilitation und Erforschung lang- und mittelfristiger Folgen der Sepsis

Neben früher Diagnose und schneller Behandlung der Sepsis beeinflusst auch die mittel- und langfristige Versorgung von Sepsisüberlebenden das klinische Gesamtresultat und die Lebensqualität der Betroffenen. Während aktuelle Daten eine Abnahme der sepsisbedingten Sterblichkeit auf Intensivstationen und in Kliniken belegen, fehlen detaillierte epidemiologische Daten über mittel- und langfristige Krankheitsfolgen nach einer überstandenen Sepsis. Trotz der hohen klinischen Relevanz sind die biologischen Mechanismen, die den Folgeerkrankungen zugrunde liegen, kaum verstanden; auch Behandlungsoptionen fehlen. Mit der sinkenden Sterblichkeit steigt jedoch die Belastung durch Sepsisfolgen sowohl für ehemalige Patienten und ihre Angehörigen als auch für das Gesundheitswesen. Derzeitigen Wissenslücken hinsichtlich mittel- und langfristiger Sepsisfolgen widmet sich das Forschungsfeld Repair. Dies geschieht einerseits auf klinischer Ebene, wobei eine enge Verbindung zum Forschungsfeld Damage besteht. Andererseits werden hier auch Möglichkeiten erforscht, soziale und psychische Folgen zu mindern. Darüber hinaus bietet dieses Forschungsfeld Platz für Ansätze der Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung.

Basierend auf den Ergebnissen aus der Mitteldeutschen Sepsis Kohorte werden hier neue Fragestellungen abgeleitet. Damit bezieht sich Repair letztlich auch auf Verbesserung von Gesundheitssystemparametern, die helfen können, Sepsis zu vermeiden, Sterblichkeit zu verringern und die Lebensqualität nach überlebter Sepsis zu verbessern und weist damit eine große inhaltliche Bandbreite auf.




Publikationen mit CSCC-Affiliation

Publikationen

Publikationen 2023

Borges LGD, Pastuschek J, Heimann Y, Dawczynski K, Schleussner E, Pieper DH, Zollkau J, Peons Study G (2023) Vaginal and neonatal microbiota in pregnant women with preterm premature rupture of membranes and consecutive early onset neonatal sepsis. Bmc Medicine 21, 18.

Born S, Matthaus-Kramer C, et al. (2023) Sepsis survivors and caregivers perspectives on post-acute rehabilitation and aftercare in the first year after sepsis in Germany. Frontiers in Medicine 10, 10.

Brito ADE (2023) Some statements on medical care in the "new normal" post-covid-19. Medisur-Revista De Ciencias Medicas De Cienfuegos 21, 292-300.

Foo W, Cseresnyes Z, et al. (2023) Tuning the corona-core ratio of polyplex micelles for selective oligonucleotide delivery to hepatocytes or hepatic immune cells. Biomaterials 294, 18.

Guliev RR, Vogler T, et al. (2023) High-throughput Raman spectroscopy allows ex vivo characterization of murine small intestinal intra-epithelial lymphocytes (IEL). Analyst, 13.

Hoff J, Xiong L, Kammann T, Neugebauer S, Micheel JM, Gassler N, Bauer M, Press AT (2023) RIPK3 promoter hypermethylation in hepatocytes protects from bile acid-induced inflammation and necroptosis. Cell Death & Disease 14, 16.

Kroeller S, Wissuwa B, Dennhardt S, Krieg N, Thiemermann C, Daniel C, Amann K, Gunzer F, Coldewey SM (2023) Bruton's tyrosine kinase inhibition attenuates disease progression by reducing renal immune cell invasion in mice with hemolytic-uremic syndrome. Frontiers in Immunology 14, 12.

Leonhardt S, Jurgensen C, et al. (2023) Hepatobiliary long-term consequences of COVID-19: dramatically increased rate of secondary sclerosing cholangitis in critically ill COVID-19 patients. Hepatology International, 16.

Muller MM, Baldauf C, Hornischer S, Klassert TE, Schneegans A, Behnert A, Pletz MW, Hagel S, Slevogt H (2023) Staphylococcus aureus induces tolerance in human monocytes accompanied with expression changes of cell surface markers. Frontiers in Immunology 14, 16.

Naumann M, Arend N, Guliev RR, Kretzer C, Rubio I, Werz O, Neugebauer U (2023) Label-Free Characterization of Macrophage Polarization Using Raman Spectroscopy. International Journal of Molecular Sciences 24, 12.

Ney LM, Wipplinger M, Grossmann M, Engert N, Wegner VD, Mosig AS (2023) Short chain fatty acids: key regulators of the local and systemic immune response in inflammatory diseases and infections. Open Biology 13, 14.

Pistiki A, Ryabchykov O, Bocklitz TW, Rosch P, Popp J (2023) Use of polymers as wavenumber calibration standards in deep-UVRR. Spectrochimica Acta Part a-Molecular and Biomolecular Spectroscopy 287, 7.

Pletz MW, Steiner A, Kesselmeier M, Loffler B, Maschmann J, Stallmach A, Trommer S (2023) Introduction of mandatory masking in health care and community: experience from Jena, Germany. Infection, 4.

Rahman S, Parveen S, Sofi SA, Zahoor S (2023) POST-COVID REMOTE PATIENT MONITORING USING MEDICAL INTERNET OF THINGS AND MACHINE LEARNING ANALYTICS. Scalable Computing-Practice and Experience 24, 1-16.

Schmoch T, Mohnle P, et al. (2023) The prevalence of sepsis-induced coagulopathy in patients with sepsis - a secondary analysis of two German multicenter randomized controlled trials. Annals of Intensive Care 13, 12.

Schnizer C, Andreas N, et al. (2023) Persistent humoral and CD4(+) T-H cell immunity after mild SARS-COV-2 infection-The CoNAN long-term study. Frontiers in Immunology 13, 14.

Streich K, Hartog CS, Fleischmann-Struzek C, Rose N, Bichmann A, Kesselmeier M, Schiefenhovel F, Schmieding M, Born S (2023) Psychometric properties of the Reintegration to Normal Living Index for sepsis survivors. Quality of Life Research, 9.

Valentine MS, Weigel C, Gninzeko FK, Tho C, Graler MH, Reynolds AM, Spiegel S, Heise RL (2023) S1P lyase inhibition prevents lung injury following high pressure-controlled mechanical ventilation in aging mice. Experimental Gerontology 173, 11.

Winkler D, Rose N, et al. (2023) The Effects of Postacute Rehabilitation on Mortality, Chronic Care Dependency, Health Care Use, and Costs in Sepsis Survivors. Annals of the American Thoracic Society 20, 279-288.

Publikationen 2022

Afolabi R, Chinedu S, Ajamma Y, Adam Y, Koenig R, Adebiyi E (2022) Computational identification of Plasmodium falciparum RNA pseudouridylate synthase as a viable drug target, its physicochemical properties, 3D structure prediction and prediction of potential inhibitors. Infection Genetics and Evolution 97, 11.

Billingham LK, Stoolman JS, et al. Mitochondrial electron transport chain is necessary for NLRP3 inflammasome activation. Nature Immunology, 39.

Bloos F, Held J, et al. (2022) (1 -> 3)-beta-D-Glucan-guided antifungal therapy in adults with sepsis: the CandiSep randomized clinical trial. Intensive Care Medicine, 11.

Diab M, Lehmann T, et al. (2022) Cytokine Hemoadsorption During Cardiac Surgery Versus Standard Surgical Care for Infective Endocarditis (REMOVE): Results From a Multicenter Randomized Controlled Trial. Circulation 145, 959-968.

Fleischmann-Struzek C, Rose N, Reinhart K (2022) Sepsis-associated deaths in Germany: characteristics and regional variation. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 8.

Gawlytta R, Kesselmeier M, Scherag A, Niemeyer H, Bottche M, Knaevelsrud C, Rosendahl J (2022) Internet-based cognitive-behavioural writing therapy for reducing post-traumatic stress after severe sepsis in patients and their spouses (REPAIR): results of a randomised-controlled trial. Bmj Open 12, 10.

Ghait M, Husain RA, Duduskar SN, Haack TB, Rooney M, Gohrig B, Bauer M, Rubio I, Deshmukh SD (2022) The TLR-chaperone CNPY3 is a critical regulator of NLRP3-inflammasome activation. European Journal of Immunology, 17.

Gudziol H, Kirschstein T, Pletz MW, Weis S, Guntinas-Lichius O, Bitter T, Grp CS (2022) High prevalence of long-term olfactory dysfunction confirmed by olfactory testing after a community COVID-19 outbreak. Hno 70, 224-231.

Hagel S, Bach F, et al. (2022) Effect of therapeutic drug monitoring-based dose optimization of piperacillin/tazobactam on sepsis-related organ dysfunction in patients with sepsis: a randomized controlled trial. Intensive Care Medicine 48, 311-321.

Hagel S, Bach F, et al. (2022) Effect of therapeutic drug monitoring-based dose optimization of piperacillin/tazobactam on sepsis-related organ dysfunction in patients with sepsis: a randomized controlled trial (vol 48, pg 311, 2022). Intensive Care Medicine, 2.

Hagel S, Pletz MW, Lehmann T Another trial for the TARGET trial. Author's reply. Intensive Care Medicine, 2.

Hagel S, Pletz MW, Lehmann T (2022) Concerns about study design and suggestion of additional analysis of therapeutic drug monitoring-guided piperacillin/tazobactam therapy for patients with sepsis. Author's reply. Intensive Care Medicine, 2.

Hoang TNM, Cseresnyes Z, Hartung S, Blickensdorf M, Saffer C, Rennert K, Mosig AS, Von Lilienfeld-Toal M, Figge MT (2022) Invasive aspergillosis-on-chip: A quantitative treatment study of human Aspergillus fumigatus infection. Biomaterials 283, 14.

Hoffmann B, Gerst R, Cseresnyes Z, Foo W, Sommerfeld O, Press AT, Bauer M, Figge MT (2022) Spatial quantification of clinical biomarker pharmacokinetics through deep learning-based segmentation and signal-oriented analysis of MSOT data. Photoacoustics 26, 12.

Kesselmeier M, Pletz M, Scherag A, Bauer T, Ewig S, Kolditz M (2022) Validation of the qSOFA(-65) score compared to the CRB-65 score for risk prediction in community-acquired pneumonia. Pneumologie 76, 119-119.

Klaus FL, Kirsch C, Muller JP, Huber O, Reiche J (2022) PI3K gamma is a novel regulator of TNF alpha signaling in a human colon cell line HT29/B6. Annals of the New York Academy of Sciences, 12.

Kretzer C, Shkodra B, et al. (2022) Ethoxy acetalated dextran-based nanocarriers accomplish efficient inhibition of leukotriene formation by a novel FLAP antagonist in human leukocytes and blood. Cellular and Molecular Life Sciences 79, 19.

Liu XY, Guo SX, Bocklitz T, Rosch P, Popp J, Yu HQ (2022) Nondestructive 3D imaging and quantification of hydrated biofilm matrix by confocal Raman microscopy coupled with non-negative matrix factorization. Water Research 210, 10.

Lopez-Cortes A, Guerrero S, et al. (2022) Pulmonary Inflammatory Response in Lethal COVID-19 Reveals Potential Therapeutic Targets and Drugs in Phases III/IV Clinical Trials. Frontiers in Pharmacology 13, 17.

Marquet M, Zollkau J, Pastuschek J, Viehweger A, Schleussner E, Makarewicz O, Pletz MW, Ehricht R, Brandt C (2022) Evaluation of microbiome enrichment and host DNA depletion in human vaginal samples using Oxford Nanopore's adaptive sequencing. Scientific Reports 12, 10.

Metzing UB, von Loeffelholz C, et al. (2022) Endoplasmic reticulum stress and the unfolded protein response in skeletal muscle of subjects suffering from peritoneal sepsis. Scientific Reports 12, 11.

Nakar A, Pistiki A, Ryabchykov O, Bocklitz T, Rosch P, Popp J (2022) Label-free differentiation of clinical E. coli and Klebsiella isolates with Raman spectroscopy. Journal of Biophotonics, 9.

Neu C, Skitek K, Kissler H, Baumbach P, Settmacher U, Treml RE, Coldewey SM (2022) Body composition, mitochondrial oxygen metabolism and metabolome of patients with obesity before and after bariatric surgery (COMMITMENT): protocol for a monocentric prospective cohort study. Bmj Open 12, 5.

Niemiec MJ, Kapitan M, et al. (2022) Augmented Enterocyte Damage During Candida albicans and Proteus mirabilis Coinfection. Frontiers in Cellular and Infection Microbiology 12, 19.

Poos AM, Schroeder C, et al. (2022) PITX1 Is a Regulator of TERT Expression in Prostate Cancer with Prognostic Power. Cancers 14, 23.

Ruddel H, Thomas-Ruddel DO, et al. (2022) Adverse effects of delayed antimicrobial treatment and surgical source control in adults with sepsis: results of a planned secondary analysis of a cluster-randomized controlled trial. Critical Care 26, 14.

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Shroff T, Aina K, Maass C, Cipriano M, Lambrecht J, Tacke F, Mosig A, Loskill P (2022) Studying metabolism with multi-organ chips: new tools for disease modelling, pharmacokinetics and pharmacodynamics. Open Biology 12, 21.

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Archiv 2015-2020

Forschungsfelder des CSCC 2015 - 2020

Im August 2015 startete das CSCC mit der zweiten Förderphase in neuen Entwicklungsabschnitt. Der Forschungsschwerpunkt blieb natürlich die Sepsis einschließlich ihrer Folgen und Projekte und klinische Studien deckten alle Aspekte im Verlauf einer Sepsis ab, einschließlich Prävention, Diagnose, intensivmedizinische Versorgung und Langzeitfolgen.

Gemäß aktueller medizinischer Fragestellungen, der lokal verfügbaren Expertise sowie der Ergebnisse der ersten fünf Jahre der Arbeiten im CSCC wurden die Forschungsfelder jedoch neu definiert und in vier Bereiche gegliedert:



Bugs - schwer behandelbare Infektionen

Das Spektrum von Mikroben, die invasive Infektionen und Sepsis hervorrufen, hat sich während der letzten Jahrzehnte deutlich geändert. Im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel steigt die Zahl prothetischer Implantate. In der Folge treten zunehmend systemische Infektionen auf, die aus für herkömmliche Antibiotikatherapie schwer zugänglichen Biofilmen entstehen. Multiresistente Bakterien und Pilze, denen mit gebräuchlichen Therapien ebenfalls schwer beizukommen ist, treten vermehrt auf und führen zu erhöhter Sterblichkeit. Die Projekte und Studien diesem Forschungsfeld konzentrieren sich auf diese schwer behandelbaren Infektionen mit dem Ziel, Infektionsprozesse besser zu verstehen und Diagnose, Behandlung und klinisches Management zu verbessern.

Den Kern dieses Forschungsbereichs bilden zwei klinische Studien und vier translationale Projekte:

Schwer behandelbare Infektionen | Bugs



AlertsNet2.0

AlertsNet2.0

Inzidenz von Blutstrominfektionen, Antibiotikaresistenzen, Blutkulturanforderungen und die Praxis der Blutkulturdiagnostik in Thüringen – ein prospektives populationsbasiertes Register
Prof. Dr. Frank M. Brunkhorst
AlertsNet2.0,
Projektleiter,
Zentrum für Klinische Studien, Universitätsklinikum Jena

Das bisherige Scheitern neuer Ansätze zur Behandlung von Blutstrominfektionen (BSI) ist eng mit den Defiziten einer differenzierten Diagnosemöglichkeit verbunden. Der Zeitpunkt der Diagnose und damit die frühzeitige Initiierung therapeutischer Maßnahmen ist jedoch die entscheidende Determinante der hohen Letalität. Dabei ist der Nachweis von Mikroorganismen durch die Blutkultur (BK) für eine adäquate antimikrobielle Therapie der Sepsis unabdingbare Voraussetzung. Erst die Kenntnis des Erregers und seiner Antibiotika-Empfindlichkeit erlaubt nach Einleitung einer empirischen Initialtherapie gezielte antiinfektive Maßnahmen und stellt die Weichen für das weitere diagnostische Vorgehen. Dies verbessert die Prognose, verkürzt die Liegedauer und hilft, eine antiinfektive Übertherapie zu vermeiden.

Die Umsetzung der Blutkulturdiagnostik nach aktuellen Leitlinien ist daher eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie septischer Patienten. Bei lediglich 10 % der Patienten mit schwerer Sepsis gelingt ein Erregernachweis. Lange Transportzeiten der Blutkulturflaschen von der Intensivstation zum mikrobiologischen Labor tragen dazu entscheidend bei. Weiterhin ist aber die Zahl der entnommenen Blutkulturen zu gering (16,3 BK-Sets auf 1.000 Patiententage in Deutschland1). Nach einer Auswertung von Daten des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) von 223 deutschen Intensivstationen, sollten auf Intensivstationen zumindest 90 BK-Sets/1.000 Patientenliegetage entnommen werden.2 Für Deutschland liegen zudem kaum populationsbezogene Daten zur Antibiotikaresistenz vor und klinische patientenbezogene Daten zu demographischen Faktoren, Morbidität und Letalität sind nicht verfügbar. Dagegen liegen populationsbasierte Daten zu BSI-Raten mit Patientenbezug aus Erhebungen der International Bacteremia Surveillance Collaborative (IBSC)3 u. a. aus Kanada, Skandinavien und Australien vor.

Das thüringenweite prospektive populationsbasierte Register AlertsNet dient dem Aufbau eines Datenerfassungs- und Warnsystems für die Diagnose von BSI, der Identifizierung von Risikofaktoren und der Verbesserung der Behandlung und des Outcomes stationärer Patienten mit BSI. Das Projekt nutzt eine landesweit etablierte elektronische Datenbank für Blutkulturbefunde. Die Datenbank beinhaltet neben diesen Informationen klinische und demographische Daten von Patienten mit nachgewiesener BSI. Von ~316,000 anfallenden BK-Sets/Jahr werden ~25,300 positive BK-Set/Jahr erwartet, von denen wiederum ca. ~20,200 klinisch relevant-positiv sein werden, das entspricht ca. 5.000 Patienten. Primäre Endpunkte sind die Inzidenzrate positiver Blutkulturen (Zahl/1.000 BK-Sets) und die Gesamtzahl entnommener BK-Sets (Zahl/1.000 Patiententage und einsendender Institution).

 

 
 

 

Die erhobenen Daten ermöglichen die Entwicklung von Qualitätsindikatoren und die Bestimmung von Referenzwerten für diese Indikatoren nach Adjustierung der Krankenhauscharakteristika sowie eine Analyse der Beziehung zwischen der Inzidenzrate der Blutkulturentnahme, des Case-Mix, der Fallschwere und Größe der klinischen Einrichtung und der Letalität.

Das Netzwerk wird bis 2018 bis zu 38 Krankenhäuser und 18 mikrobiologische Labore vereinen und somit populationsbezogene Daten für den Freistaat liefern. Eine Übermittlung der Daten an EARS und ein Austausch mit der IBSC ist vorgesehen.

  1. EARS-Report 2013/2014, European Antimicrobial Resistance Surveillance System, www.ecdc.europa.eu
  2. Karch A, Castell S, Schwab F, Geffers C, Bongartz H, Brunkhorst FM, Gastmeier P, Mikolajczyk RT: Proposing an empirically justified reference threshold for blood culture sampling rates in intensive care units. J Clin Microbiol 2015; 53(2): 648–52
  3. Laupland KB, Schønheyder HC, Kennedy KJ, Lyytikäinen O, Valiquette L, Galbraith J, Collignon P, Church DL, Gregson DB, Kibsey P: Rationale for and protocol of a multi-national population-based bacteremia surveillance collaborative. BMC research notes 2009; 2: 146

Weiterführende Informationen



Support  

Support

Studie zum Nutzen eines landesweiten Beratungsprogramms zur Verbesserung der Ergebnisse in Patienten mit Staphylokokken-Bakteriämie in Thüringen
Prof. Dr. Mathias Pletz
Zentrumsleitung CSCC,
Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene

Staphylococcus aureus Bakteriämien (SAB) sind häufige Erkrankungen mit hoher Letalität. Hinsichtlich des Verlaufs, der notwendigen Diagnostik und der Behandlung unterscheiden sich SAB wesentlich von Blutstrominfektionen durch andere Erreger. Im klinischen Alltag wird die Schwere der Erkrankung häufig unterschätzt. 

Daten aus nicht-randomisierten und retrospektiven Studien belegen, dass die konsiliarische Mitbetreuung durch klinische Infektiologen zu einem signifikant verbesserten Überleben, kürzeren Krankenhausverweildauern und zu geringeren Komplikationsraten führt. Dem entgegen steht, dass eine bedeutende Anzahl von Patienten in kleinen und mittelgroßen Krankenhäusern behandelt werden und, aufgrund des derzeit bestehenden Mangels an klinischen Infektiologen, nicht direkt von einem solchen betreut werden können. In Thüringen mit 2,2 Millionen Einwohnern sind derzeit lediglich 3 klinische Infektiologen stationär tätig. 

Support ist eine kontrollierte Cluster-randomisierte, multizentrische Studie, mit der die Hypothese untersucht wird, dass nicht-angeforderte Telefonkonsil durch einen klinischen Infektiologen den Krankheitsverlauf von Patienten mit SAB in Thüringen verbessert. Innerhalb von 3 Jahren sollen dafür 500 Patienten mit SAB eingeschlossen werden. Die Hälfte dieser Patienten wird ein Telefonkonsil durch einen klinischen Infektiologen erhalten (Interventionsgruppe). Die andere Hälfte der Patienten erhält die Standardbehandlung ohne Mitbetreuung durch einen klinischen Infektiologen (Kontrollgruppe). 

Die SAB werden durch AlertsNet berichtet. Anschließend werden die behandelnden Ärzte der Krankenhäuser der Interventionsgruppe telefonisch kontaktiert, um ein fallspezifisches Konsil zu erstellen. Krankheitsverlauf und Überleben der Patienten wird für 90 Tage dokumentiert. Wir erwarten, dass die Einhaltung der, im Konsil empfohlenen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, den Krankheitsverlauf von Patienten mit SAB in Thüringen verbessert.



Phenotype  

Phenotype

Glykoproteomische Immunophänotypisierung und funktionelle Analyse von Monozyten in verschiedenen klinischen, mit Staphylococcus aureus Bakteriämie einhergehenden, Sepsis-assoziierten Krankheitsbildern
Prof. Dr. Hortense Slevogt
Projektleiterin,
Host Septomics, ZIK Septomics

Die Staphylococcus aureus-assoziierten Krankheitsbilder

  • S. aureus Bakteriämie mit akuter Sepsis,
  • anhaltend hohe Sterblichkeit bei Überlebenden einer S. aureus Bakteriämie mit Sepsis und
  • chronische Spondylodiszitis/vertebrale Osteomyelitis nach hämatogener Ausbreitung des Erregers

stehen in Verbindung mit der sogenannten Immunosuppression, die aufgrund veränderter Rezeptorexpressionsmuster und der Entwicklung einer Toleranz in der Monozyten-/Makrophagenpopulation auftreten kann. Jüngste Entwicklungen in auf Massenspektrometrie basierenden Technologien ermöglichen die globale qualitative und quantitative Analyse von Membranproteinen, wie z. B. des „Surfaceome“, welches die Gesamtheit an Membranproteinen, die auf der zellulären Plasmamembran exprimiert werden, umfasst.

Abb: Protein-Abdeckung der Oberfläche von Immunzellen. Das Surfaceome wird aktuell auf mindestens 2383 Proteine geschätzt (UniProt-Annotation). Der Cluster der Differenzierung (CD) derzeit bis zu CD360 nummeriert (Bock et al., 2012), klassifiziert Antigene auf der Oberfläche von Leukozyten. 

 

Unser Ziel ist die Charakterisierung des sekundären immunosuppressiven Zustandes, der nach S. aureus Bakteriämie mit Sepsis auftritt, mittels eines glykoproteomischen Ansatzes, der die Immunphänotypisierung der Zelloberfläche von Monozyten in verschiedenen Mausmodellen ermöglicht. Die Mausmodelle repräsentieren unterschiedliche klinische Krankheitsbilder und Symptom die infolge von S. aureus Infektionen auftreten. Die von uns generierten „Surfaceome“-Daten werden mit Daten aus Funktionalitätsanalysen verglichen, die den immunologischen Status der Monozyten im Zeitverlauf einer S. aureus Infektion adressieren, mit speziellem Fokus auf S. aureus verursachte Toleranz. Zusätzlich werden wir die Ergebnisse aus den Mausexperimenten mit Ergebnissen aus der „Surfaceome“-Analyse und funktionellen Immunphänotypisierungen von Monozyten aus Patienten in verschiedenen klinischen Stadien einer systemischen S. aureus Infektion vergleichen.

Unsere Studie wird Oberflächenmarker von Monozyten bei einer S. aureus Bakterämie mit Sepsis identifizieren, die es erlauben, den Immunstatus des Patienten zu beschreiben und somit dabei helfen, funktionelle Konsequenzen der Monozyten-Immunsuppression zu erfassen. Darüber hinaus ermöglicht der experimentelle Ansatz, Patientengruppen zu identifizieren, denen immunmodulatorische Therapien nutzen könnten. Mit dem Projekt wollen wir dazu beitragen, die Rolle, die Schwere und den Mechanismus der Immunsuppression im Verlauf einer akuten und einer chronischen S. aureus Infektionen weiter zu verdeutlichen.



StaphBone  

StaphBone

Staphylococcus aureus Pathogenese: Von der Sepsis zur hämatogenen chronischen Knocheninfektion
Prof. Dr. Bettina Löffler
Projektleiterin & CSCC-Sprecherin,
Institut für medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena
Prof. Dr. Ute Neugebauer
Projektleiterin,
Center for Sepsis Control and Care

Staphylococcus aureus ist ein fakultativ pathogenes Bakterium, das epitheliale Oberflächen vieler Gesunder kolonisiert, aber dennoch einer der häufigsten Erreger von Sepsis darstellt. Während einer Blutstrominfektion kann S. aureus verschiedene Organe infizieren und invasive Infektionen auslösen, wie eine Osteomyelitis (Knocheninfektion). Eine hämatogene Knocheninfektion ist eine schwere Komplikation einer S. aureus Bakteriämie/Sepsis, da eine Osteomyelitis eine lange Behandlung erfordert. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich in der komplexen Interaktion von S. aureus mit Knochengewebe begründet. S. aureus verfügt über eine Vielzahl von Virulenzfaktoren, wie adhäsive Oberflächenmoleküle (Adhäsine), Toxine und zytotoxische Peptide. Im Allgemeinen ist die Ausstattung mit Virulenzfaktoren sehr Stamm-spezifisch. Bisher konnten jedoch noch keine Virulenzfaktoren identifiziert werden, die für die hämatogene Ausbreitung und bakterielle Absiedlung ins Knochengewebe verantwortlich sind. In unserer Studie planen wir klinische S. aureus Isolate von hämatogener Spondylodiszitis/Osteomyelitis zu sammeln und zu charakterisieren und sie mit Isolaten von Sepsis ohne Metastasierung oder mit Kolonisationsisolaten aus der Nase zu vergleichen. Alle Isolate werden molekularbiologisch auf ihre Virulenzfaktorexpression und mittels funktioneller Assays auf ihre Infektionsstrategien untersucht. Weiterhin werden wir Raman-Spektroskopie als optische Methode anwenden, um charakteristische Merkmale zwischen den Gruppen zu erarbeiten. Damit der gesamte Prozess der hämatogenen Osteomyelitisentstehung analysiert werden kann, werden wir ausgewählte S. aureus Stämme in einem murinen Sepsismodell testen, bei dem, ähnlich wie beim Menschen, eine chronische Osteomyelitis als Folgeerkrankung auftritt. An diesem in-vivo Modell planen wir weiterhin neuartige Bildgebungsmethoden (Zwei-Photonen-Mikroskopie und MRT-Messungen) zu entwickeln, um den Pathogeneseprozess von Sepsis zur Osteomyelitis zu untersuchen. Die Identifizierung von Virulenzmustern, die es S. aureus ermöglichen, hämatogene metastatische Knocheninfektionen zu etablieren, ist die Voraussetzung, um neue präventive und therapeutische Möglichkeiten zu erarbeiten.



Quantim  

Quantim

Quantifizierung der angeborenen Immunantwort im Vollblutinfektionsmodell
Prof. Dr. Marc-Thilo Figge
Projektleiter,
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut
Dr. Daniel Thomas-Rüddel
Projektleiter,
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena

Sepsis – d.h. eine schwere Infektion verbunden mit Organdysfunktionen – ist ein verbreitetes und tödliches Syndrom. Trotz der Verfügbarkeit von Daten zellulärer und molekularer Prozesse, die mit einer systemischen Entzündung verbunden sind, wurden bisher nur geringe Fortschritte im Bereich der pharmakologischen Modulation entzündlicher Fehlregulationen erzielt. Ein Grund dafür ist die Heterogenität dieses klinischen Syndroms in Folge der unterschiedlichen pathologischen Zustände und der variablen Krankheitsverläufe individueller Patienten. Daher ist es von zentraler Bedeutung, Werkzeuge zu entwickeln, welche eine Kategorisierung von Sepsis-Patienten ermöglichen und die Wirkung individueller therapeutischer Interventionen vorhersagen. Im Rahmen des QUANTIM Projektes wird ein humanes Vollblut-Infektionsmodell mit mathematischer Modellierung kombiniert, um die dynamische und globale Organisation der angeborenen Immunantwort auf eine Infektion zu quantifizieren. Blutproben von gesunden Probanden werden für verschiedene Krankheitserreger untersucht, um eine vergleichende Analyse regulatorischer Netzwerke von Entzündung und Erregereliminierung anzustellen. Diese Daten werden mit Analysen klinischer Proben von Sepsis-Patienten und Patienten, die trotz ungünstiger Prognose Sepsis überlebt haben, verglichen werden. Das Hauptziel des Projektes ist es, Muster von Fehlregulationen zu identifizieren, die spezifisch für Patientengruppen mit definierten Krankheitsbildern und für post-Sepsis-Patienten mit immunologischen Veränderungen sind. Zu diesem Zweck wird Wissen über den klinischen Verlauf von Patienten, welches von unseren Partnern innerhalb des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum „Sepsis und Sepsisfolgen“ (Center for Sepsis Control and Care, kurz: CSCC) generiert wird, integriert werden. Die Entwicklung funktioneller Klassifizierer wird die Differenzierung von Sepsis-Patienten ermöglichen und die Grundlage für die künftige Patientenstratifikation bilden.



CanBac  

CanBac

Interaktionen von Candida albicans mit Bakterien
Prof. Dr. Ilse D. Jacobsen
Projektleiterin,
Mikrobielle Immunologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut
Prof. Dr. Bernhard Hube
Projektleiter,
Mikrobielle Pathogenitätsmechanismen, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut
PD Dr. Matthias Brock
Principal Investigator,
Microbial Biochemistry and Physiology, Friedrich Schiller University Jena and Leibniz Institute for Natural Product Research and Infection Biology - Hans Knöll Institute

Candida albicans ist der häufigste Erreger von lebensbedrohlichen Pilzinfektionen und Pilzsepsis in Krankenhäusern. Infektionen werden in der Regel durch dieselben Stämme ausgelöst, die als normale Bewohner auf menschlichen Schleimhäuten, vor allem im Darm, zu finden sind. Während der harmlosen Besiedlung, aber auch während der Infektion, interagiert C. albicans nicht nur mit dem menschlichen Wirt sondern auch mit den Bakterien der mikrobiellen Flora. In Tierversuchen wurde z. B. gezeigt, dass die Reduktion der Darmbakterien durch Antibiotika eine Voraussetzung für die Ausbreitung des Pilzes aus dem Darm (Translokation) ist, manche Bakterien also eine schützende Wirkung haben. Andererseits wurden auch Interaktionen von C. albicans mit krankheitserregenden Bakterien beschrieben, die als Sepsiserreger bekannt sind. Zudem finden sich auf medizinischen Implantaten oft gemischte Biofilme mit C. albicans und Bakterien; diese Biofilme stellen ebenfalls eine wichtige Infektionsquelle dar.

Das Ziel des CanBac Projektes ist es daher, Interaktionen von C. albicans mit Bakterien und deren klinische Bedeutung zu untersuchen. Dabei wird mittels Zellkultur- und Tiermodellen untersucht, welche Gene der Erreger an den Interaktionen und der Translokation beteiligt sind. Parallel wird erforscht, welche immunologischen Vorgänge wichtig sind und wie diese durch Pilz-Bakterien-Interaktion beeinflusst werden. Durch bildgebende Verfahren kann die Kolonisierung, Translokation und Verbreitung im Tier verfolgt werden.

Die Ergebnisse dieses Projekts werden zu einem besseren Verständnis der Interaktionen zwischen verschiedenen Mikroorganismen im menschlichen Körper beitragen und klären, inwieweit diese Interaktionen einen Einfluss auf die Entstehung von Infektionen haben. Sie werden helfen, mikrobiologischer Befunde im Hinblick auf die Risikoabschätzung für Patienten besser einzuschätzen und können zur Entwicklung neuer prophylaktischer und therapeutischer Ansätze beitragen.



Drugs – neue Strategien für antimikrobielle Therapi