DIAMANT-SD:
SchilddrüsenDIagnostik in der AMbulANTen Versorgung

SchilddrüsenDIagnostik in der AMbulANTen Versorgung
In der DEGAM-Leitlinie „Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis“ [1] sind Empfehlungen integriert, die ausdrücklich zu einer Vermeidung von Überdiagnostik aufrufen: Im Fall eines erhöhten TSH-Wertes soll keine fT3-Messung erfolgen, auch eine sonografische Untersuchung der Schilddrüse ist nicht indiziert. Dieses Wissen ist jedoch noch nicht in der Praxis angekommen: Etwa ein Drittel der Labortests zur Verlaufskontrolle bei Schilddrüsenerkrankungen wird nicht leitliniengerecht durchgeführt und zu früh eingesetzte Ultraschalluntersuchungen führen zu unnötigen Folgeuntersuchungen und Therapien [2,3].
Ziel des Projekts DIAMANT-SD ist die Entwicklung und Machbarkeitsprüfung einer Intervention zu schilddrüsenspezifischen Labortests und Sonografien. Die Intervention soll Ärzt:innen und Patient:innen Informationen an die Hand geben, um Notwendigkeit und Risiken diagnostischer Tests mit größerer Sicherheit beurteilen zu können. Dies soll dazu beitragen, die Durchführung nicht notwendiger Diagnostik zu reduzieren. Dazu wird wie folgt vorgegangen:
Allgemeinmedizinisches Institut, Uniklinikum Erlangen: Dr. phil. Susann Hueber, Dr. med. Lisette Warkentin und Prof. Dr. Thomas Kühlein (Konsortialführung)
Medizinische Fakultät C. G. Carus, Bereich Allgemeinmedizin, Technische Universität Dresden: Dr. Dipl.-Soz. Karen Voigt MPH, Dr. Jeannine Schübel
GWQ ServicePlus AG, Düsseldorf
Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT), Weimar
[1] Schübel J, Voigt K, Uebel T. Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis: S2k-Leitlinie: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V; 2023. https://www.degam.de/leitlinie-s2k-053-046.
[2] Hueber S, Biermann V, Tomandl J, Warkentin L, Schedlbauer A, Tauchmann H, Klemperer D, Lehmann M, Donnachie E, Kühlein T. Consequences of early thyroid ultrasound on subsequent tests, morbidity and costs: an explorative analysis of routine health data from German ambulatory care. BMJ Open. 2023;13(3):e059016. DOI:10.1136/bmjopen-2021-059016
[3] Hildebrandt M, Pioch C, Dammertz L, Ihle P, Nothacker M, Schneider U, Swart E, Busse R, Vogt V. Quantifying Low-Value Care in Germany: An Observational Study Using Statutory Health Insurance Data From 2018 to 2021. Value in Health. 2024. https://doi.org/10.1016/j.jval.2024.10.3852 .
In Thüringen erhalten bis zu 54 Prozent der gesetzlich Versicherten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 nicht die empfohlenen augenärztlichen Screening-Untersuchungen zur Früherkennung diabetischer Netzhauterkrankungen. Besonders in strukturschwachen Regionen besteht ein Versorgungsengpass, wodurch Betroffene einem erhöhten Risiko für unerkannte und fortschreitende Netzhautschäden ausgesetzt sind.
Das primäre Ziel des Projekts DIVA ist es, mithilfe einer neuen Versorgungsform (NVF) die Screening-Rate für diabetische Netzhauterkrankungen in unterversorgten Regionen Thüringens zu erhöhen. Durch die telemedizinische Untersuchung des Augenhintergrunds sollen Netzhautveränderungen frühzeitig erkannt, schwere Krankheitsverläufe verhindert und augenärztliche Ressourcen effizienter genutzt werden.
Das Projekt wird über dreieinhalb Jahre mit rund 6,2 Millionen Euro gefördert und startet im Sommer 2025. Bei erfolgreicher Umsetzung könnte die telemedizinisch unterstützte Netzhautuntersuchung langfristig in die Regelversorgung übernommen und als Modell für weitere telemedizinische Anwendungen etabliert werden.
Die Einführung der NVF wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitstudie durch die Arbeitsgruppe Quantitative Versorgungsforschung des Instituts für Allgemeinmedizin evaluiert. Die Evaluation umfasst folgende Schwerpunkte:


Atemwegsinfekten treten v.a. in der Wintersaison häufig auf. Bis zu 10% der Bevölkerung sind betroffen, was auch zu einer starken Belastung der hausärztlichen Praxen führt. Neben dem krankheitsbedingten Ausfall der Beschäftigten sind Atemwegsinfektionen zudem häufigste Ursache für die Verschreibung von Antibiotika.
Die HANSON Studie untersucht, ob die frühzeitige Anwendung einer hypertonischen Kochsalzlösung als Nasenspray die Krankheitsdauer und Schwere bei Erwachsenen mit Atemwegsinfektionen verkürzen kann.
Die Durchführung der cluster-randomisierten kontrollierten Studie in der Allgemeinmedizin erfolgt in Kooperation der drei Forschungspraxennetzwerke BayFoNet (Würzburg, Erlangen, TU und LMU München, Augsburg, Regensburg), FoPraNet-BW (Tübingen, Ulm und Freiburg), sowie RESPonsE (Berlin, Jena). Darüber hinaus sind weitere zwei Institute für Allgemeinmedizin an den Universitäten Marburg und Kiel sowie deren jeweilige Forschungspraxennetzwerke beteiligt. Die Projektleitung hat das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Würzburg.
Deutschlandweit sollen insgesamt 200 Hausarztpraxen gewonnen werden. 3840 Patientinnen und Patienten sollen eingeschlossen und über zwölf Monate nachbeobachtet werden. Start des vom Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt geförderten Vorhabens war am 01.04.2026.
Ziel ist die Bewertung der Kosteneffektivität unter Berücksichtigung direkter medizinischer Kosten, Eigenbeteiligung der Patienten, sowie indirekter Kosten durch Produktivitätsverluste. Zur Bewertung der Kosteneffektivität werden unter anderem inkrementelle Kosten-Effektivitäts-Verhältnisse (ICERs) berechnet.
Die notwendigen Daten, etwa zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, werden über Fragebögen im HANSON-Trial erhoben. Die Kosten werden mithilfe etablierter Standardwerte berechnet.
Die Ergebnisse werden adressatengerecht aufbereitet, visualisiert und in die Gesamtevaluation des Projekts eingebunden.
gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit; Förderrichtlinie: „Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von COVID-19 (Long COVID)“ vom 20.03.2024
Das Long Covid-, Post-Covid Syndrom (PCS) sowie post-infektiöse Syndrome (PAIS) stellen eine erhebliche Krankheitslast für Betroffene dar, für die etablierte Lösungen zur Diagnose und Behandlung fehlen. Diese Herausforderung erfordert innovative diagnostische und therapeutische Lösungen, die auf die besonderen Bedürfnisse der Behandlung von PCS zugeschnitten sind. Das Projekt „Remote Monitoring & Intervention for Optimized Care of Post-COVID Condition (REMIT)“ zielt darauf ab, das Potenzial von Telemonitoring zur Verbesserung der Versorgung von PCS-Patient:innen zu erschließen.
Im REMIT-Gesamtprojekt soll untersucht werden, wie psychische Gesundheitsmaßnahmen für PCS- und PAIS-Patient:innen mithilfe einer Smartphone-Applikation (App) angeboten werden können, welche interessant, sicher und wirksam sind. Langfristig ist eine Einführung und Vernetzung dieser Anwendung in Hausarztpraxen und PCS-Zentren denkbar, um somit die Fernüberwachung von Symptomen, personalisiertes Feedback und digitale Interventionen zur Gesundheitsförderung zu ermöglichen.
Weitere Projektinformationen: Remote Monitoring und -intervention für eine optimierte Versorgung des Post- und Long-COVID-Syndrom (REMIT) | BMG
Das am Institut für Allgemeinmedizin angesiedelte REMIT-Teilprojekt 7 hat zum Ziel, die Anforderungen sowie die Adhärenz von Angehörigen der Gesundheitsberufe (Hausärzt:innen und Ärzt:innen in Spezialambulanzen) zu bewerten, um so den potentiellen Versorgungsnutzen einer der REMIT-Monitoring und Interventionsanwendung zu untersuchen. Hierzu ist die Durchführung von qualitativen, leitfadensgestützen Interviews vorgesehen.
Ziel von UFO ist die frühzeitige Erkennung und langfristige Reduktion postoperativer Komplikationen. Dazu entwickelt das Projektteam ein Befragungsinstrument, das unerwünschte Behandlungsfolgen nach Operationen (UFOs) mittels patient-reported outcome measures (PROMs) systematisch erfasst. Dies ermöglicht:
Zur Unterstützung des Projekts analysieren wir Abrechnungsdaten der BARMER mit folgenden Zielen:
Die Perspektiven und Erfahrungen von Patient:innen mit Operationserfahrungen spielen eine zentrale Rolle im Projekt. Das Vorhaben wird daher von einem Patientenbeirat kontinuierlich begleitet. Im Rahmen der Treffen des Patientenbeirats stimmen sich Forscher:innen und Patient:innen gemeinsam über Inhalte, Vorgehensweisen und erzielte Ergebnisse ab. Patient:innen bringen beispielsweise erlebte Symptome einer drohenden Komplikation ein oder berichten über ihre Erfahrungen in der stationären und ambulanten Nachsorge von Operationen. Diese Erkenntnisse fließen in die Entwicklung des Befragungsinstrumentes ein.
Die Patientenbeteiligung im Rahmen des UFO-Projektes ist eingebunden in die Initiative „Gemeinsame Forschung mit Bürger:innen“ des Institutes für Allgemeinmedizin und in den Arbeitskreis „Patientenbeteiligung“ des Zentrum Versorgungsforschung. Darüber hinaus wird über das Lehr- und Forschungspraxennetzwerk RESPoNsE des Instituts für Allgemeinmedizin gemeinsam mit Hausärzt:innen eruiert, wie das entwickelte Befragungsinstrument in die Nachsorge eingebunden werden kann.
Sie möchten sich als Patient:in oder Haus:ärztin am Projekt beteiligen oder haben einen Kommentar für uns? Lassen Sie es uns gern wissen. Kontakt:

Im Projekt pallCompare entsteht ein Berichtssystem zu Inanspruchnahme, Qualität und Kosten der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland im regionalen Vergleich. Ziel ist es, mit relevanten, valide aufbereiteten Berichtsgrößen eine Informations- und Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung palliativer Versorgungsstrukturen zu liefern.
Gefördert wird das Projekt durch den Innovationsfonds/Gemeinsamer Bundesausschuss G-BA (FKZ 01VSF19026) und läuft für den Zeitraum 11/2020 – 10/2024.
Weitere Informationen auf der Webseite sowie im Flyer.