In seiner Frühjahrssitzung hat sich der Wissenschaftsrat dafür ausgesprochen, das Forschungsbauvorhaben „SysBrain“ am Universitätsklinikum Jena in die gemeinsame Bund-Länder-Förderung nach Art. 91 b Grundgesetz zu überführen. Damit empfiehlt der Wissenschaftsrat – das zentrale wissenschaftspolitische Beratungsgremium der Bundes- und der Landesregierungen – den vom Thüringer Wissenschaftsministerium unterstützten Antrag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder zur Förderung. Diese Empfehlung ist die Voraussetzung dafür, dass der Bund die Hälfte der Kosten in Höhe von rund 70 Millionen Euro übernehmen wird, die andere Hälfte trägt der Freistaat Thüringen.
Prof. Dr. Martin Walter, Sprecher für „SysBrain“ und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKJ betont: „'SysBrain' schafft eine entscheidende Grundlage dafür, dass wir unsere Forschung zur psychischen Gesundheit in Jena weiter ausbauen und auf das Wechselspiel von körperlichen und sozialen Faktoren erweitern können.“ In dem Forschungsneubau „Center for Systemic Regulation of Brain Circuits and Social Behavior- SysBrain" sollen die Wechselwirkungen zwischen Hirnnetzwerken und Gesamtorganismus in der Reaktion auf Umweltreize sowie ihre Auswirkungen auf die Erhaltung der mentalen Gesundheit sowie für die Entstehung und den Verlauf neuropsychiatrischer Erkrankungen erforscht werden. Der Forschungsneubau soll auf dem Campus für die Seelische Gesundheit im Landgrafengebiet bis 2031 entstehen. Die rund 2.700 m² Forschungsflächen werden Raum und hochmoderne Forschungstechnologien bieten, um bestehende und neue Forschungsgruppen fächerübergreifend zusammenzuführen.
Mit dem „Imaginamics Center“ erhielt heute ein weiterer Antrag aus Jena die Förderempfehlung. Er sieht Sanierung und Umbau der ehemaligen Rechtsmedizin am Fürstengraben für insgesamt 24 Millionen Euro vor. Hier sollen künftig Forschungsgruppen auf dem Gebiet der Kultur‑, Geistes-, Sozial- und Medienwissenschaften arbeiten.
„Die beiden Forschungsbauvorhaben schaffen neuen Raum für die Spitzenforschung an der Universität Jena und dem UKJ und bestätigen die hervorragende wissenschaftliche Ausrichtung der beiden Einrichtungen und des Wissenschaftsstandortes Jena insgesamt“, zeigt sich Wissenschaftsminister Christian Tischner erfreut. „Ein toller, doppelter Erfolg für Thüringen.“
