Jena (UKJ/ac). Konzentriert verfolgten Takondwa Chimowa und Mubarack Ayamie die Ultraschalluntersuchung eines Neugeborenen in der Kinderradiologie des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Die beiden Kinderärzte aus Malawi beobachteten die Abläufe, stellten Fragen und diskutierten die Befunde mit den Jenaer Kolleginnen und Kollegen. Vier Wochen hospitierten sie am UKJ, um neue diagnostische Verfahren kennenzulernen und Erfahrungen für ihre Arbeit in Malawi zu sammeln. Gemeinsam mit den IT-Fachkräften Luke Mpingajira und Paul Moyo waren die beiden Gäste im Rahmen des Zomba Hospital Projekts. Die Hospitation wurde von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert.
Moderne Diagnostik für die Praxis vor Ort
Takondwa Chimowa vom Zomba Central Hospital und Mubarack Ayamie vom Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre begleiteten in der Jenaer Kinderradiologie Ultraschalluntersuchungen, besprachen CT- und MRT-Aufnahmen und lernten Verfahren kennen, die in Malawi bislang nicht verfügbar sind. Besonders beeindruckte sie die fetale MRT-Diagnostik. „Krankheiten sichtbar zu machen, noch bevor ein Kind geboren wird, eröffnet ganz neue Möglichkeiten“, zeigt sich Takondwa Chimowa beeindruckt.
Die medizinischen Voraussetzungen in Malawi unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland: Viele Kinder kommen erst spät in medizinische Behandlung, Infektionskrankheiten wie Malaria prägen den Klinikalltag, Angehörige übernehmen einen großen Teil der Betreuung. „Deshalb ist der Austausch für beide Seiten sehr wertvoll“, sagt Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel, Leiter der Kinderradiologie am UKJ. Er kennt die Situation vor Ort aus eigenen Besuchen. Oft fehlt es an der technischen Unterstützung medizinischer Geräte und an einer verlässlichen Stromversorgung. Gleichzeitig entwickelt sich die medizinische Infrastruktur dort weiter: Seit zwei Jahren verfügt das Zomba Central Hospital über ein CT, ein MRT folgt bald. „Mit dem Austausch möchten wir Hilfe zur Selbsthilfe geben. Die Kolleginnen und Kollegen sollen das hier erworbene Wissen an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anpassen und weitergeben können“, so der Jenaer Kinderradiologe.

