Jena (UKJ/ac). Was passiert im Körper und wo genau? Eine Antwort auf beide Fragen können sogenannte SPECT/CT-Geräte liefern: Während das bildgebende Verfahren SPECT Stoffwechselvorgänge sichtbar macht, zeigt das CT die dazugehörige Anatomie. In der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Jena (UKJ) geht dafür nun ein zweites SPECT/CT in den Routinebetrieb. „Die nuklearmedizinische Bildgebung zeigt uns vor allem, was im Körper passiert. Wir sehen dabei, wo sich ein zuvor verabreichter schwach radioaktiver molekularer Marker anreichert. Damit wissen wir aber noch nicht automatisch, welche anatomische Struktur betroffen ist“, erklärt Prof. Dr. Martin Freesmeyer, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am UKJ. Das bildgebende Verfahren kommt unter anderem bei Untersuchungen des Herzens zum Einsatz. Weitere Einsatzgebiete sind die Darstellung des Skeletts, von Lymphknoten etwa bei Brustkrebs sowie Untersuchungen von Nieren, Nebenschilddrüsen und Lunge.
Mehr Untersuchungen möglich
Das neue SPECT/CT-Gerät gehört zur neuesten Gerätegeneration. Es arbeitet schneller, erreicht eine höhere räumliche Auflösung und reduziert Bildstörungen, sogenannte Artefakte, die beispielsweise durch Metall im Körper entstehen können. Innovative Techniken halten die Strahlenbelastung der CT-Komponente besonders niedrig. Zugleich schafft das neue Gerät zusätzliche Untersuchungskapazitäten. Bislang stand für die 3.000 Untersuchungen pro Jahr in der Jenaer Nuklearmedizin nur ein Gerät zur Verfügung. „Unser bisheriges SPECT/CT-Gerät war voll ausgelastet. Wir mussten oft entscheiden, welcher Patient oder welche Patientin untersucht werden kann“, sagt der Nuklearmediziner.
Für Diagnostik und Therapie
Das neue Gerät spielt auch bei der Planung und Kontrolle nuklearmedizinischer Therapien eine große Rolle, um beispielsweise zu zeigen, ob der Tumor ausreichend Strahlung erhalten hat. Außerdem lässt sich beurteilen, ob umliegendes gesundes Gewebe geschont wurde. „Mit dem bildgebenden Verfahren können wir die Verteilung des strahlenden Medikamentes im Körper sichtbar machen und damit auch den Therapieerfolg besser beurteilen“, erklärt Martin Freesmeyer.
Mit dem neuen Gerät verfügt die Jenaer Klinik für Nuklearmedizin nun neben den beiden vorhandenen PET/CT-Geräten auch über zwei SPECT/CT-Systeme. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem eines: mehr verfügbare Untersuchungstermine und damit mehr Spielraum bei der Planung notwendiger Untersuchungen.
