Jena (UKJ/sk). Nur die Betroffenen selbst hören es: andauerndes Pfeifen, Klirren oder Brummen im Ohr. Rund 1,5 Millionen Deutsche leiden an Tinnitus und suchen Hilfe. Die Abendvorlesung am 30. September 2026 bietet diese gleich in doppelter Hinsicht: Prof. Dr. Christian Dobel und Cosima Lukas vom Tinnitus-Zentrum am UKJ stellen die interdisziplinäre Behandlung im Zentrum vor. Im Rahmen des EU-geförderten TinWise-Netzwerks geben sie zudem Hinweise, wo und wie Betroffene Informationen zu ihrer Erkrankung finden können und woran man vertrauenswürdiges Gesundheitswissen erkennen kann.
Tinnitus kann für Betroffene sehr belastend sein. Die Wahrnehmung von Geräuschen, für die es keine äußere Schallquelle gibt, kann vorübergehend oder dauerhaft auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Entsprechend vielfältig sind auch die Möglichkeiten, mit Tinnitus umzugehen. „Tinnitus ist ein Symptom, das ganz unterschiedliche Ausprägungen haben kann. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden individuell zu betrachten und verschiedene medizinische und therapeutische Perspektiven zusammenzubringen“, sagt Christian Dobel vom Tinnitus-Zentrum des UKJ.
Im Tinnitus-Zentrum arbeiten verschiedene Fachrichtungen und Berufsgruppen eng zusammen. Ziel ist es, die Beschwerden umfassend zu erfassen und gemeinsam mit den Betroffenen passende Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Welche Rolle dabei Diagnostik, medizinische Behandlung und weitere therapeutische Ansätze spielen und wie eine interdisziplinäre Versorgung aussehen kann, erläutern Christian Dobel und Cosima Lukas bei der Jenaer Abendvorlesung.
Gerade bei Tinnitus stoßen Betroffene bei ihrer Suche nach Hilfe auf eine große Menge an Informationen – von medizinischen Fachinformationen über Erfahrungsberichte bis hin zu Angeboten mit fragwürdigen Heilsversprechen. Umso wichtiger ist es, Gesundheitsinformationen einordnen und ihre Qualität beurteilen zu können. Im Rahmen des EU-geförderten TinWise-Netzwerks beschäftigen sich die Referierenden deshalb auch mit der Frage, wo Betroffene verlässliche Informationen finden können und woran sie gute Gesundheitsinformationen erkennen können.
Im Anschluss an den Vortrag gibt es Gelegenheit, Fragen an die Referierenden zu stellen.
Die kostenlose Hybrid-Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Hörsaal 1 im UKJ in Lobeda. Betroffene, Angehörige, Fachpublikum und Medizininteressierte sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

