Jena (UKJ/me). Die Schmerzen während der Menstruation sind kaum zu ertragen. Unspezifische Symptome und ein oft langer Weg bis zur Diagnose sind oft charakteristisch für Frauen, die an Endometriose erkrankt sind. Dabei leidet etwa jede zehnte Frau im Alter von 20 bis 40 Jahren an der gynäkologischen Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wuchert. Doch diese Schmerzen müssen nicht ertragen werden, weiß Oberärztin Dr. Valentina Auletta, Koordinatorin des Endometriosezentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ). „Multimodale Schmerztherapie ist dabei ein neuer Ansatz, damit unsere Patientinnen ihre Schmerzen besser verstehen und damit umgehen können.“ Woran erkennt Frau eine Endometriose? Wie sieht die multimodale Schmerztherapie am UKJ aus? Und welche aktuellen Behandlungsmöglichkeiten bietet das Team der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin gemeinsam mit der Schmerztagesklinik am Thüringer Universitätsklinikum?
Diese und weitere Fragen beantwortet die Jenaer Abendvorlesung „Endometriose - Wie moderne Schmerztherapie hilft“ am 27. Mai 2026 um 19 Uhr am UKJ in Lobeda. Dr. Valentina Auletta informiert gemeinsam mit ihren Kolleginnen Dr. Anne Schirrmeister, Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin und spezielle Schmerztherapie und Anna Lena Kosmeier, Fachärztin am Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin am UKJ, rund um die Erkrankung.
Neben Schmerzen während der Regelblutung, leiden Endometriose-Patientinnen beispielsweise auch unter Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr. In der multimodalen Schmerztherapie durchlaufen sie einen Monat lang ein tagesklinisches Programm, bei der sie nur tagsüber im Klinikum sind. Anna Lena Kosmeier nennt die Vorteile des Konzepts: „Sie bekommen aktuelles Wissen zur Erkrankung, besuchen verschiedene Seminare und können sich mit Frauen austauschen, die genau nachempfinden können, wie es ihnen geht. Hier können sie im geschützten Rahmen sprechen.“
In der Abendvorlesung geben die Referentinnen Tipps, was im Alltag helfen kann. Denn Endometriose ist eine chronische Schmerzerkrankung. „Die Schmerzen treten individuell mal stärker, mal schwächer auf. Der Leidensdruck ist groß. Daher ist ein spezifisches Therapieprogramm wichtig, um vor allem nichtmedikamentöse Schmerzbewältigungsstrategien, beispielsweise Bewegungs- und Entspannungsübungen, in den Alltag integrieren zu können“ , erklärt Anne Schirrmeister. Voraussetzungen für die Therapie sind laut den Expertinnen, dass keine Notfall-OP notwendig ist und eine ausreichende körperliche Belastbarkeit vorliegt. In ihrer Abendvorlesung werden sie erklären, wie Endometriose aktuell leitlinengerecht behandelt wird und auf operative, hormonelle sowie nichtmedikamentöse Therapiemöglichkeiten und interdisziplinäre multimodale Therapieansätze eingehen.
„Wir merken, dass die Frauen immer aufgeklärter sind, es aber immer noch Tabus hinsichtlich Endometriose gibt. Diese Enttabuisierung ist ein wichtiges Anliegen“, ergänzt Valentina Auletta.
Termin auf einen Blick:
Jenaer Abendvorlesung am 27. Mai 2026
Endometriose: Wie moderne Schmerztherapie hilft
Referentinnen:
Dr. Valentina Auletta, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin
Dr. Anne Schirrmeister, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Anna Lena Kosmeier, Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Ort: Hörsaal I
Universitätsklinikum Jena, Standort Lobeda, Am Klinikum 1, 07747 Jena
Beginn: 19 Uhr
Die Veranstaltung kann auch online im Zoom verfolgt werden. Den Einwahllink samt Kenncode gibt es unter www.uniklinikum-jena.de/Abendvorlesung.
Kontakt Endometriosesprechstunde:
Tel.: 03641 9 329 110/113
Dienstag: 8:00 - 14:30 Uhr
Mittwoch: 8:00 - 14:30 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 14:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 14:30 Uhr
