Jena (UKJ/me). Achterbahn fahren, im Schlauchboot paddeln oder klettern: Was für gesunde Kinder einfach selbstverständlich ist, war für 17 chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche etwas ganz Besonderes. Sie waren bei der einwöchigen Feriendialysefahrt in Naumburg dabei und wurden wieder von Betreuern des KfH-Nierenzentrums für Kinder und Jugendliche am Universitätsklinikum Jena (UKJ) unterstützt.
„Sie bedürfen entweder einer Dialyse oder haben ein transplantiertes Organ und benötigen deshalb entsprechende Begleitung. Für einige Kinder und Jugendliche ist es die einzige Möglichkeit zu verreisen und mit anderen, die in der gleichen Situation sind, Zeit zu verbringen. Die Woche bietet nicht nur den Kindern einen Urlaub vom Krankheitsalltag mit viel Spaß, auch die Eltern und Angehörigen werden dadurch entlastet“, erzählt Psychologin Judith Mannich, die die Ferienfreizeit bereits seit 1999 organisiert. Dank vieler Unterstützer konnte der Verein Kinderdialyse Jena e.V. auch in diesem Jahr wieder eine abwechslungsreiche Ferienfreizeit auf die Beine stellen. „Vielen Dank an alle Spendenden, die unsere Woche ermöglichen“, betont sie.
Damit die Reise für die neun- bis 18-Jährigen in dieser Form überhaupt machbar ist und sie sich sicher und wohl fühlen, ist ein Team des Kinderdialysezentrums rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen da. Dazu gehören ein Kinderarzt, eine Urotherapeutin, eine Psychologin und drei Pflegekräfte. So erhielten zwei Patientinnen im Kindernierenzentrum eine Hämodialyse, und ein Patient wurde durch Pflegekräfte mit einer Bauchfelldialyse nächtlich versorgt. „Wir hatten eine Dialysemaschine dabei, die über Nacht läuft und für die Entgiftung sorgt. Auch unterstützten wir die Kinder beim Katheterisieren. Alle verbindet vor allem, dass sie ihre Medikamente nehmen müssen und drei bis vier Liter Flüssigkeit am Tag trinken müssen“, erzählt sie.
Die traditionelle Feriendialysefahrt bot zahlreiche Aktivitäten wie Baden und Bowling. Für die Gruppe war es laut Judith Mannich eine unvergessliche Erfahrung. „Sie haben neue Dinge ausprobiert, konnten über sich hinauswachsen, haben sich kennengelernt, Freunde gefunden und sich ausgetauscht. Besonders schön war, dass die Kinder gegenseitig aufeinander geachtet und sich geholfen haben.“
Wenn keine Ausflüge oder Dialysebehandlungen auf dem Programm standen, konnten die Kinder und Jugendlichen die Freizeitangebote wie Tischtennis, Fußball und Billard nutzen. Und in der Ferienfreizeit gab es eine freudige Überraschung. Nur für eines der Kinder endete die Ferienfreizeit früher, aber aus positivem Anlass: Gleich in der ersten Nacht bekam ein Hämodialysepatient überraschend ein Organangebot und konnte erfolgreich nierentransplantiert werden. Die ganze Gruppe hat sich mit ihm mitgefreut.
