Jena (UKJ/me). Als Geduldsprobe beschreibt das Team der Klinik für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) den Weg der Schwangerschaft bis zur Geburt der kleinen Eva, die am 15. Juni 2026 gesund und spontan mit 2540 Gramm und 48 Zentimetern zur Welt kam und glücklicherweise als spätes Frühgeborenes. Denn in der 20. Schwangerschaftswoche erlitt Mama Israa einen frühen vorzeitigen Blasensprung, das heißt die Fruchtblase platzte vor der 37. Schwangerschaftswoche und vor Wehenbeginn. Doch dem interdisziplinären Team der Klinik für Geburtsmedizin und dem Team der Sektion Neonatologie der Jenaer Kinderklinik gelang es, die Schwangerschaft 15 Wochen lang aufrechtzuerhalten – ein Drahtseilakt. „In der 20. Woche wäre das Baby nicht lebensfähig gewesen. Die Zeit war besonders herausfordernd, da wir nach gesprungener Fruchtblase täglich abwägen mussten, ob die Schwangerschaft fortgesetzt wird, damit das Kind im Mutterleib eine Chance auf Wachstum und Reife hat, gegenüber der stets steigenden und wiederholten Infektionsgefahr des Kindes. Dass alles so gut verlaufen ist, bewegt auch uns“, berichtet Dr. Janine Zöllkau, Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin.
15 Schwangerschaftswochen gewonnen
Die Mehrheit solcher Schwangerschaften endet im statistischen Mittel zwischen sieben und neun Tagen und für die Kinder besteht ein Risiko neben der Frühgeburtlichkeit von einer schweren Infektion bis hin zur Sepsis betroffen zu sein. Ein solcher Fall ist für das UKJ besonders. „In der Regel können wir durch unsere Maßnahmen einige Tage bis Wochen an Zeit gewinnen. Dass wir um 15 Wochen verlängern konnten, ist eine Seltenheit. Nur durch aufmerksame Überwachung, antibiotischen Therapien nach Bedarf und natürlich durch die überragende Geduld der werdenden Mutter – aber auch durch die Nervenstärke des medizinischen Teams konnten wir diese vielen Wochen schaffen. Es ist trotzdem ein absoluter Glücksfall“, so die Geburtsmedizinerin.

