Jena (UKJ/sk). Für Josaira De Sosa Linares sind Blutspenden weit mehr als ein medizinisches Präparat – sie bedeuten Leben. Etwa alle acht Wochen kommt die Patientin in das Institut für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Dort erhält sie einen sogenannten Erythrozytenaustausch, ermöglicht durch Blutspenden. Während einer rund dreistündigen therapeutischen Apherese – einem Blutreinigungsverfahren – werden ihre erkrankten roten Blutkörperchen durch gesunde gespendete ersetzt.
Josaira De Sosa Linares lebt mit einer Sichelzellerkrankung. Dabei verändern sich die roten Blutkörperchen: Statt ihrer normalen Form werden sie sichelförmig und können Blutgefäße verschließen. Die Folge sind starke Schmerzen, Organschäden oder Schlaganfälle.
Die gebürtige Dominikanerin lebt seit 14 Jahren in Deutschland. Obwohl sie bereits als Jugendliche unter den Folgen der Erkrankung litt und mit 16 Jahren eine künstliche Hüfte erhielt, wurde die Sichelzellerkrankung erst vor einigen Jahren diagnostiziert. Wiederkehrende Schmerzkrisen, Infektionen und starke Erschöpfung bestimmten lange ihren Alltag. Seit 2018 wird sie am UKJ regelmäßig mit einem Erythrozytenaustausch behandelt – inzwischen bereits zum 45. Mal.
„Früher war ich ständig müde und erschöpft. Seit ich den regelmäßigen Blutaustausch bekomme, habe ich wieder Kraft und kann meinen Alltag genießen. Ich kann mit meiner kleinen Tochter spielen, arbeiten und mein Leben leben. Manchmal habe ich das Gefühl, ich könnte Bäume ausreißen“, sagt Josaira De Sosa Linares. Heute arbeitet sie selbst im Bereich Betreuung und Pflege und begleitet Menschen in ihrem Alltag. „Jede Therapie gibt mir Kraft zurück. Deshalb möchte ich allen Menschen danken, die Blut spenden. Ohne euch wäre ich nicht mehr am Leben.“
Für Dr. Anne Sayer-Klink, Oberärztin am Institut für Transfusionsmedizin des UKJ, zeigt der Fall eindrucksvoll, wie wichtig Blutspenden für Menschen mit chronischen Erkrankungen sind. „Vor Beginn der Behandlung hatte Josaira De Sosa Linares bereits drei Schlaganfälle erlitten. Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Sichelzellerkrankung ist anspruchsvoll und erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Gleichzeitig sind wir auf ausreichend Blutspenderinnen und Blutspender angewiesen. Je mehr Menschen Blut spenden, desto gezielter können wir die Blutkonserven für unsere Patientinnen und Patienten bezüglich den zwei wichtigsten Blutgruppensystemen, AB0 und Rhesus, noch nach weiteren Blutgruppenmerkmalen passend auswählen. Dies trägt zu einer verbesserten Verträglichkeit von Bluttransfusionen bei.“
Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Transfusionsmedizin, der Klinik für Innere Medizin II/Hämatologie sowie weiteren Fachbereichen des UKJ. Gemeinsam begleiteten die Teams Josaira De Sosa Linares auch während ihrer Schwangerschaft. Heute ist ihre Tochter Sarah drei Jahre alt und gesund.
Für Josaira De Sosa Linares steht fest: „Blutspenderinnen und Blutspender retten nicht nur Leben – sie schenken Menschen wie mir ein normales Leben.“
Sie möchten auch helfen?
Mit einer Blutspende können Sie Patientinnen und Patienten wie Josaira De Sosa Linares unterstützen.
Die nächsten Blutspendetermine in der Bachstraße, Jena:
- Montag 07:30 bis 14:30 Uhr
- Dienstag 11:30 bis 18:30 Uhr
- Mittwoch 07:30 bis 14:30 Uhr
- Donnerstag 11:30 bis 18:30 Uhr
- Freitag 07:30 bis 14:30 Uhr
Aktuelle Spendetermine für den Standort Lobeda Laborzentrum:
- Mittwoch 26.08.2026
- Mittwoch 16.09.2026
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Terminvereinbarung finden Sie unter: www.blut-ist-leben.de
Kontakt:
Institut für Klinische Transfusionsmedizin Jena gGmbH
Bachstraße 18, 07743 Jena,
Gebäude 1, 1. OG
Telefon: +49 3641 9393939
E-Mail:
