Jena (UKJ/me). Sie ist nicht nur eine von vier Herzklappen und ein wichtiges Ventil. „Wenn die Mitralklappe undicht ist, wird der Blutfluss zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer gestört. Eine Mitralklappeninsuffizienz, die „undichte“ Mitralklappe, zählt zu den häufigsten Klappenerkrankungen“, weiß Prof. Dr. Christian Schulze, Direktor der Klinik für Innere Medizin I, Kardiologie, am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Das Thüringer Universitätsklinikum wurde nun erneut als Mitralklappen-Zentrum zertifiziert. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die unsere hohe Qualität und Expertise in der modernen Behandlung von Mitralklappenerkrankungen in Thüringen würdigt. Mein Dank gilt dem gesamten Herzteam für die Zusammenarbeit. Wir haben hierfür beispielsweise neben den ärztlichen Mitarbeitenden auch speziell ausgebildete Pflegekräfte“, betont Christian Schulze.
Jährlich werden ca. 400 Patientinnen und Patienten im Mitralklappen-Zentrum behandelt, das bereits seit fünf Jahren am UKJ etabliert ist. Patienten können ambulant in der Herzklappenambulanz und stationär durch speziell geschulte Teams betreut werden. In der Jenaer Kardiologie kommen modernste Katheterverfahren zum Einsatz. „Im Herzteam stimmen wir für unsere Patientinnen und Patienten interdisziplinär die optimale Therapie ab. Die individuelle Reparatur der Klappe kann nicht nur eine Herzinsuffizienz verhindern, sondern wieder Lebensqualität verschaffen“, ergänzt der Herz-Experte.
Neben medikamentösen und chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten bietet die Jenaer Kardiologie aktuelle, schonende Katheterverfahren, beispielsweise durch den MitraClip oder moderne Herzklappenimplantationen, die über die Leistengefäße durchgeführt werden können. Neben Mitralklappenerkrankungen behandeln die Expertinnen und Experten am UKJ auch alle anderen Herzklappen interventionell inklusive Aorten- und Trikuspidalklappen.
Die Verfahren entwickeln sich dabei stets weiter. „In Jena können wir beispielsweise Hybrideingriffe anbieten, bei denen wir die kardiovaskuläre Bildgebung mit minimal-invasiven Verfahren kombinieren“, ergänzt er. Gemeinsame ambulante und stationäre Klinikstrukturen unterstützen die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Für die Re-Zertifizierung musste die Jenaer Kardiologie verschiedene Kriterien nach Vorgabe der Fachgesellschaften erfüllen, wobei im Prozess auch die Therapieabläufe optimiert wurden. Die gemeinsame Zertifizierung mit dem TAVI-Zentrum gilt bis Ende 2029.
Veranstaltungshinweis Thüringer Gesundheitsmesse: Weitere Informationen zum Mitralklappen-Zentrum sowie zur Herzgesundheit erhalten Besucherinnen und Besucher am 7. März auf der Thüringer Gesundheitsmesse in Erfurt. Dann ist das UKJ mit einem Stand und dem Team der Kardiologie vor Ort, das Fragen rund um Herzerkrankungen beantwortet und verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten anbietet. Am zweiten Messetag, 8. März, ist dann das Team der Geriatrie vertreten und stellt gesundes Altern in den Mittelpunkt. Hier können Besuchende beispielsweise einen Altersanzug ausprobieren. Das UKJ ist an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr am Stand in Halle 1, G74, zu finden.
Kontakt:
Prof. Dr. Christian Schulze
Klinik für Innere Medizin I
Kardiologie, Internistische Intensivmedizin, Angiologie
Am Klinikum 1
07747 Jena
Telefon: 03641 - 9 32 41 01
