Gelegentliche Schmerzen in der Brust, Engegefühl, bei Frauen auch Atemnot, Brennen im Oberbauch oder Rückenschmerzen – das sind die Zeichen einer Angina pectoris. Die Symptome werden als chronisches Koronarsyndrom bezeichnet und können Vorboten eines Herzinfarkts sein, so Prof. Dr. Schulze, Direktor der Kardiologie. Dieser entsteht, wenn Ablagerungen, sogenannte Plaques, in den Herzkranzgefäßen aufplatzen und ein dadurch gebildetes Gerinnsel das Gefäß komplett verschließt.
„In der Computertomographie können wir jetzt erstmals non-invasiv anhand der Plaques das individuelle Risiko für einen Herzinfarkt einschätzen“, sagt Prof. Dr. Sebastian Reinartz, Leiter der non-invasiven kardiovaskulären Bildgebung am UKJ. Gemeinsam mit der Medizintechnologin Marion Müller wird der Radiologe in einer interdisziplinären Patientenvorlesung am 10. Juni die Möglichkeiten und den Ablauf einer Koronar-CT vorstellen.
Für die kaum zehnminütige Untersuchung im CT wird ein EKG angelegt, so dass die CT-Bilder im Takt des Herzschlags aufgenommen werden können. Trotz des sich bewegenden Herzmuskels entstehen somit scharfe Bilder von den Herzkranzgefäßen und deren Plaques auf Bruchteile von Millimetern genau. Die Ablagerungen sind charakteristisch für Atherosklerose, sie bestehen aus Fetten, Cholesterinanteilen und Entzündungsprodukten der Gefäßwände. Ihre Form und Zusammensetzung geben deutliche Hinweise darauf, ob sie demnächst „aufplatzen“ könnten und einen Infarkt auslösen.
Anhand dieses Risikos erfolgt die weitere Therapie. Rechtzeitig erkannt, lassen sich die Plaques häufig durch Medikamente behandeln. Diese Therapiemöglichkeit wird Prof. Dr. Oliver Weingärtner, Leiter der Lipidambulanz des UKJ, in der Veranstaltung vorstellen: „Durch eine individuell angepasste Senkung der Blutfette können wir die Plaques stabilisieren und das Infarktrisiko deutlich senken.“ Die Patientenvorlesung beginnt am 10. Juni um 19 Uhr im Hörsaal 1 des Uniklinikums und ist kostenfrei; eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Terminhinweis:
Interdisziplinäre Patientenvorlesung: „Wer kriegt den nächsten Herzinfarkt?“
10. Juni, 19.00 Uhr
Hörsaal 1, Universitätsklinikum Jena, Am Klinikum 1, 07747 Jena
Referierende:
- Marion Müller
Leiterin Herz-CT; Medizinische Technologin für Radiologie
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie - Prof. Dr. Sebastian Reinartz
Leiter Non-invasive kardiovaskuläre Bildgebung
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie - Prof. Dr. Oliver Weingärtner
Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin, Leiter der Lipidambulanz
Klinik für Innere Medizin I/Kardiologie - Prof. Dr. med. Christian Schulze
Direktor der Klinik für Innere Medizin I/Kardiologie