Die Infrastruktur AKTIN@NUM ist eine Routinedatenplattform der Notfall- und Akutmedizin, die täglich standardisierte Patient:innendaten aus der Akut- und Notfallversorgung automatisiert erfasst. Über das AKTIN-Notaufnahmeregister werden Daten der Notaufnahmen für Forschungszwecke verfügbar gemacht. Ziel ist es, die Versorgungsforschung und die Surveillance zu verbessern und das Qualitätsmanagement in diesem Bereich zu optimieren. AKTIN ist das Akronym für "Aktionsbündnis für Informations- und Kommunikationstechnologie in Intensiv- und Notfallmedizin“.
Forschungsinfrastrukturen im NUM
Im Rahmen des NUM wurden Forschungs- und Dateninfrastrukturen neu aufgebaut oder bereits vorhandene erweitert, um standortübergreifend Daten der klinischen Forschung und Behandlung sowie Bioproben strukturiert und datenschutzkonform sammeln, lagern und für Forschungsvorhaben national und international zur Verfügung stellen zu können. Aktuell gibt es im NUM 12 Forschungsinfrastrukturen, an sechs ist das UKJ beteiligt.
AKTIN - Notaufnahmeregister

Leitung im UKJ: Dr. Jan-Christoph Lewejohann
weitere Informationen zu AKTIN@NUM
NUM-DIZ - Netzwerk der Datenintegrationszentren der Universitätsmedizin

Das NUM-DIZ ist ein Netzwerk der Datenintegrationszentren (DIZ) der Universitätsmedizin und basiert auf den Vorarbeiten der Medizininformatik-Initiative (MII), die an den meisten Universitätsklinika bereits Datenintegrationszentren etabliert hat. Die Aufgabe der DIZ ist es, Daten aus der klinischen Routineversorgung standardisiert aufzubereiten und für die Versorgung und standortübergreifende Forschung zur Verfügung zu stellen. Datenintegrationszentrum am Universitätsklinikum Jena
Leitung im UKJ: Dr. Danny Ammon
weitere Informationen zu NUM-DIZ
RACOON - Radiologieplattform

Die Infrastruktur Radiological Cooperative Network (RACOON) ist eine kollaborative Forschungsplattform für radiologische Bilddaten, die alle radiologischen Abteilungen der deutschen Universitätsmedizin einbezieht und auf definierte Standards setzt. RACOON ermöglicht so die Durchführung bildbasierter multizentrischer klinischer und klinisch-epidemiologischer Studien auf nationaler Ebene. Die Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen für die Datenanalyse spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Leitung im UKJ: Dr. Felix Güttler, Prof. Dr. Ulf Teichgräber (Ansprechperson: Andrea Scholz-Buchholz)
weitere Informationen zu RACOON
NUM-SAR - NUM-Plattform für Surveillance and Rapid Response

Die Forsgungsinfrastruktur NUM-SAR widmet sich der Pandemic Preparedness. Mit der Etablierung eines Netzwerks aus Expertenlaboren an den Universitätsklinika soll der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ergänzt werden und die Reaktion auf Gesundheitskrisen durch den schnellen Aufbau von Testsystemen beschleunigt werden. Darüber hinaus sollen Kapazitäten für Wissensbildung und Evidenzsynthese gestärkt und Systeme zur Erfassung von Inzidenzdaten sowie zur Krankheitserreger-Überwachung etabliert werden. Ein wesentlicher Aspekt ist der Aufbau einer einheitlichen Dateninfrastruktur, die Gesundheitsbelastungen mit Pandemiedynamiken verknüpft und über ein bereits bestehendes Dashboard zugänglich macht. Es besteht eine enge ZUsammenarbeit u. a. mit dem Robert Koch-Institut (RKI), Strukturen des Öffentlichen Gesundheitswesens und weiteren NUM Forschungsinfrastrukturen, um die Reaktionsfähigkeit auf zukünftige Pandemien und Gesundheitsnotlagen signifikant zu verbessern.
Leitung im UKJ: Monitoring-Infrastruktur (GenSurv/MuSE): Prof. Dr. Frank Kipp und PD Dr. Claudia Stein; Pathogen-Kompetenzplattform (Pakop): Prof. Dr. Bettina Löffler
weitere Informationen zu NUM-SAR
NUM Studiennetzwerk

Im NUM Studiennetzwerk (NSN) werden Strukturen etabliert, die darauf abzielen, Studienprozesse für klinische und klinisch-epidemiologische Studien in Deutschland strukturell zu harmonisieren und zu optimieren, Studienleitungen administrativ zu entlasten und organisatorsiche Hürden zu minimieren, um die Qualität und Quantität der klinischen Forschung zu erhöhen.
Im Mittelpunkt des NSN stehen die Fachnetzwerke. Das Fachnetzwerk Infektionsmedizin (FIM) befindet sich in der Pilotierungsphase. Weitere Fachnetzwerke sollen folgen. Das NSN ist mit den bereits etablierten NUM-Teilprojekten NAPKON und NUKLEUS eng vernetzt.
Leitung im UKJ: Prof. Dr. André Scherag
weitere Informationen zu NUM Studiennetzwerk
Fachnetzwerk Infektionen

Das Fachnetzwerk Infektionen innerhalb des NUM Studiennetzwerks verfolgt das Ziel, die klinische Infektionsforschung in Deutschland nachhaltig zu stärken und international wettbewerbsfähig zu positionieren. Es beschleunigt die Initiierung und Durchführung multizentrischer Studien, etabliert harmonisierte Qualitätsstandards und stellt hochwertige, standardisiert erhobene klinische Daten sowie Bioproben für die translationale Forschung bereit.
Hierfür werden studienrelevante Prozesse standortübergreifend optimiert und vereinheitlicht. Zentrale Elemente sind der Aufbau interoperabler Plattformen für automatisierte Machbarkeitsanalysen, digitales Patient:innenscreening und die Nutzung strukturierter Routinedaten. So werden Rekrutierungsprozesse effizienter gestaltet und die rasche Implementierung neuer Studien – auch beim Auftreten neuer Erreger – ermöglicht.
Kern des Konzepts ist ein übergeordnetes Masterstudienprotokoll, das fünf infektiologische Schwerpunkte in einer modularen Basiskohorte bündelt: Blutstrominfektionen, neu auftretende Infektionen (z. B. durch neuartige Erreger), respiratorische Infektionen, gastrointestinale Infektionen sowie Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS). Die modulare Struktur erlaubt es, krankheitsspezifische Fragestellungen gezielt zu bearbeiten und gleichzeitig flexibel auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren.
Das UKJ ist assoziierter Standort im Fachnetzwerk Infektionen und am Prescreening und der Patientenrekrutierung beteiligt.
Leitung im UKJ: Dr. Oana Joean
weitere Informationen zu Fachnetzwerk Infektionen
Darüber hinaus gibt es im NUM die Infrastrukturen NATON (Nationales Obduktionsnetzwerk), NUKLEUS (NUM Klinische Epidemiologie- und Studienplattform), das German Biobank Network und den NUM Methoden- und Bioproben-Hub. Ab Februar 2026 werden die Infrastrukturen um zwei neue Fachnetzwerke - für Schlaganfall und für Intensivmedizin - erweitert.
Vision der NUM Forschungsinfrastrukturen

Ziel der Forschungsinfrastrukturen ist es, einen gemeinsamen deutschlandweiten Datenraum für klinische Forschungsdaten und Bioproben zu schaffen. Diese werden wiederum basierend auf den FAIR Prinzipien sowie rechtlicher, organisatorischer und technischer Standardisierung und Harmonisierung der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Bei der Planung und Durchführung klinischer und klinisch-epidemiologischer Studien werden die Forschenden umfassend unterstützt.