Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gemäß § 5 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 79 Abs. 2 Satz 1 Nr. 11, 83 Abs. 2 Nr. 6, 85 des Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG) in der Fassung vom 9. Juni 1999 (GVBl. S. 331) erlässt die Friedrich-Schiller-Universität Jena folgende Promotionsordnung für die Medizinische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena; der Rat der Medizinischen Fakultät hat am 09. März 1999 und 14. März 2000 die Promotionsordnung beschlossen; der Senat der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat am 01. Juni 1999 und 16. Mai 2000 der Promotionsordnung zugestimmt. Das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat mit Erlaß vom 14. Juni 2000, Az. H 4-437/562-14, die Ordnung genehmigt.

I. Allgemeine Bestimmungen, Akademische Grade

§ 1

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena verleiht durch die Medizinische Fakultät die folgenden akademischen Grade

doctor medicinae (Dr. med.)

doctor medicinae dentariae (Dr. med. dent) und

den akademischen Grad eines Doktors ehrenhalber (doctor medicinae honoris causa; doctor medicinae dentariae honoris causa) nach den im Folgenden festgelegten Bestimmungen.

§ 2

(1) Die Verleihung des Doktorgrades setzt den Nachweis der Befähigung zu vertiefter wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiet der Medizin oder Zahnmedizin voraus. Dieser Nachweis wird, außer im Fall der Ehrenpromotion, durch die Vorlage einer schriftlichen wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation) gemäß §§ 5-9 und durch eine mündliche Prüfung (Disputation) gemäß §§ 10-11erbracht.

(2) Ein Doktorgrad gleicher Bezeichnung kann, außer im Fall einer Ehrenpromotion, nur einmal verliehen werden. Frauen können die Funktionsbezeichnung, die akademischen Bezeichnungen und Hochschulgrade, die in dieser Ordnung genannt werden, in weiblicher Form führen.

II. Zulassung zur Promotion

§ 3

(1) Die Zulassung zur Promotion setzt ein Studium der Medizin bzw. Zahnmedizin an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule voraus. Wird vor Abschluss des Studiums die Zulassung zur Promotion beantragt, ist der Abschluss eines Promotionsverfahrens erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums der Medizin bzw. Zahnmedizin möglich. Bewerber, die den Studienabschluss an ausländischen Hochschulen aus dem Nicht-EU-Bereich erworben haben und nicht über eine deutsche Approbation verfügen, müssen eine Äquivalenzbescheinigung des Studienabschlusses vorlegen.

(2) Für die Zulassung zur Promotion ist die vorherige Annahme als Doktorand an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena erforderlich.

III. Annahme als Doktorand

§ 4

(1) Wer die Anfertigung einer Dissertation beabsichtigt, muss unter Angabe des in Aussicht genommenen Themas und des geplanten Arbeitsprogrammes, des Zeitplanes und des wissenschaftlichen Betreuers beim Dekan die Annahme als Doktorand beantragen. Ein Bewerber, der sich nicht im Arbeitsrechtsverhältnis mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena befindet oder kein eingeschriebener Studierender an der Medizinischen Fakultät ist, muss dem Antrag auf Annahme als Doktorand zusätzlich eine formlose schriftliche Erklärung eines hauptamtlich an der Fakultät tätigen Hochschullehrers beifügen, in welcher der wissenschaftliche Kontakt auf dem Gebiet der beabsichtigten Dissertation bestätigt wird. Im Übrigen müssen die Zulassungsvoraussetzungen gemäß § 3 Abs. 1 erfüllt sein.

(2) Über die Annahme entscheidet der Fakultätsrat auf Vorschlag des Dekans, die Entscheidung wird fakultätsöffentlich gemacht.

(3) Über die Entscheidung erhält der Bewerber durch den Dekan einen schriftlichen Bescheid. Eine Ablehnung ist zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

(4) Mit der Annahme übernimmt die Fakultät die Verpflichtung, die Dissertation als wissenschaftliche Arbeit zu bewerten und den Doktoranden bei der Erstellung der Arbeit zu unterstützen. Der Doktorand muss einem Professor, Hochschul- oder Privatdozenten mit dessen Einvernehmen zur wissenschaftlichen Betreuung zugeordnet werden.

(5) Aus der Annahme als Doktorand ergibt sich kein Rechtsanspruch auf die Eröffnung eines Promotionsverfahrens. Die Annahme als Doktorand kann widerrufen werden, wenn keine Aussicht besteht, dass die Dissertation in angemessener Zeit erfolgreich abgeschlossen werden kann. Vor einer entsprechenden Entscheidung durch den Fakultätsrat, ist dem Doktoranden Gelegenheit zur Anhörung zu geben. Scheidet ein Betreuer aus dem Beschäftigungsverhältnis aus, gilt für die Annahme eine durch die Fakultät festzulegende Verfahrensvorschrift.

IV. Eröffnung des Promotionsverfahrens

§ 5

(1) Der Antrag auf Eröffnung des Promotionsverfahrens ist schriftlich an den Dekan der Medizinischen Fakultät zu richten. Dem Antrag sind beizufügen:

1. Der Bescheid über die Annahme als Doktorand nach § 4 Abs. 3 und der Nachweis über die Erfüllung der dabei gegebenenfalls gemachten Auflagen,

2. vier Exemplare der Dissertation,

3. eine (ehrenwörtliche) Erklärung, aus der hervorgeht,

3. 1 dass dem Antragsteller die geltende Promotionsordnung der Fakultät bekannt ist;

3. 2 dass der Antragsteller die Dissertation selbst angefertigt und alle von ihm benutzten Hilfsmittel, persönlichen Mitteilungen und Quellen in seiner Arbeit angegeben hat;

3. 3 welche Personen den Antragsteller bei der Auswahl und Auswertung des Materials sowie bei der Herstellung des Manuskripts unterstützt haben;

3. 4 dass die Hilfe eines Promotionsberaters nicht in Anspruch genommen wurde und dass Dritte weder unmittelbar noch mittelbar geldwerte Leistungen vom Promovenden für Arbeiten erhalten haben, die im Zusammenhang mit dem Inhalt der vorgelegten Dissertation stehen;

3. 5 dass der Antragsteller die Dissertation noch nicht als Prüfungsarbeit für eine staatliche oder andere wissenschaftliche Prüfung eingereicht hat;

3. 6 ob der Antragsteller die gleiche, eine in wesentlichen Teilen ähnliche oder eine andere Abhandlung bei einer anderen Hochschule als Dissertation eingereicht hat und gegebenenfalls mit welchem Ergebnis,

4. ein amtliches Führungszeugnis, wenn der Bewerber nicht im öffentlichen Dienst steht,

5. den Nachweis über die Zahlung der Promotionsgebühr, deren Höhe sich nach der gültigen Gebührenordnung der Friedrich-Schiller-Universität Jena richtet.

(2) Zur Promotion kann nicht zugelassen werden, wer in der gleichen Disziplin an anderer Stelle bereits eine Promotion beantragt hat. Wer mit einer Promotionsarbeit in einem Promotionsverfahren gescheitert ist, kann mit dieser Arbeit kein erneutes Promotionsverfahren beantragen.

§ 6

(1) Über die Eröffnung des Promotionsverfahrens entscheidet der Fakultätsrat auf seiner nächsten Sitzung nach Eingang des Antrages mit der Mehrheit der Stimmen seiner promovierten Mitglieder.

(2) Über die Eröffnung des Promotionsverfahrens erhält der Bewerber durch den Dekan einen schriftlichen Bescheid.

(3) Bei einer ablehnenden Entscheidung des Fakultätsrates ist analog § 18 zu verfahren.

(4) Die Zurücknahme des Promotionsantrages ist solange zulässig, bis im Promotionsverfahren der Termin für die mündlichen Prüfungsteile angesetzt ist oder das Verfahren durch eine ablehnende Entscheidung der Promotionskommission nach § 9 Abs. 6 über die Dissertation beendet ist. Lehnen zwei Gutachter die Dissertation ab (vgl. § 9 Abs. 6), ist eine Rücknahme des Promotionsantrages nicht möglich.

V. Promotionskommission

§7

(1) Der Fakultätsrat der Medizinische Fakultät bestellt in seiner ersten konstituierenden Sitzung eine geeignete Zahl ständiger Promotionskommissionen und deren Vorsitzende für die Dauer einer Amtsperiode.

(2) Die Promotionskommission hat folgende Aufgaben:

- Beratung des Ergebnisses der Begutachtung und Vorschlag der Annahme zur Verteidigung bzw. Benennung weiterer Gutachter oder Entscheidung über erfolglose Beendigung,

- Durchführung der öffentlichen Verteidigung,

- Vorschlag des Gesamtprädikats,

- Vorschlag von Kandidaten für eine Würdigung mit Preisen.

(3) Jeder Promotionskommission gehören die Gutachter für das jeweilige Promotionsverfahren, der Vorsitzende sowie 9 Mitglieder an. Die Vorsitzenden werden vom Fakultätsrat bestimmt, die ständigen Mitglieder werden jeweils vom Vorsitzenden vorgeschlagen und vom Falultätsrat bestätigt. Ständiges Mitglied können habilitierte Angehörige der Medizinischen Fakultät sein. In der Promotionskommission stellen die Professoren die Mehrheit der ständigen Mitglieder. Die Promotionskommission ist dann beschlussfähig, wenn mindestens 5 ihrer Mitglieder zu einer Beratung anwesend sind.

(4) Die Promotionskommission berät auf der Grundlage schriftlicher Gutachten über die Annahme und Benotung oder Ablehnung einer Dissertation. Sie führt auch die mündliche Prüfung in ihrer nach § 10 Abs. 1 der Promotionsordnung gewählten Form durch und bewertet die hierbei erbrachten Leistungen.

(5) Die Promotionskommission tagt nach § 45 Abs. 2 ThürHG in nichtöffentlicher Sitzung. Ihre Beschlüsse sind in einem Verfahrensprotokoll aktenkundig zu machen.

(6) Die Mitglieder der Promotionskommission sind nach § 46 ThürHG verpflichtet, über Tatsachen Stillschweigen zu bewahren, die ihnen in nichtöffentlicher Sitzung bekannt geworden sind, es sei denn, dass eine Tatsache bereits offenkundig ist oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedarf. Verschwiegenheitspflichten aufgrund des Dienst- und Arbeitsverhältnisses bleiben unberührt.

(7) Mitwirkungsrechte von Professoren in Promotionsverfahren werden durch ihre Emeritierung oder Pensionierung nicht berührt. Über sonstige Mitwirkungsrechte entscheidet der Fakultätsrat.

VI. Dissertation und Begutachtung der Dissertation

§ 8

(1) Mit seiner Dissertation weist der Bewerber seine Fähigkeit nach, durch selbständige wissenschaftliche Arbeit Ergebnisse zu erzielen, die das ärztliche oder zahnärztliche Wissen bereichern.

(2) Eine Dissertation kann in begründeten Ausnahmefällen als gemeinschaftliche Arbeit von zwei Bewerbern erstellt werden, sofern der wissenschaftliche Beitrag jedes Bewerbers klar erkennbar ist und die gemeinschaftliche Arbeit durch die Methode und den Gegenstand der Arbeit geboten erscheint.

(3) Die Dissertation ist in deutscher Sprache abzufassen und maschinenschriftlich und in gebundener Form vorzulegen. In begründeten Fällen kann auf Antrag des Bewerbers durch den Fakultätsrat die Promotion in englischer Sprache zugelassen werden. Einer solchen Dissertation ist dann eine Zusammenfassung in deutscher Sprache beizufügen. Eine Promotion hat ein maximales Seitenvolumen von 100 Textseiten. In begründeten Fällen kann eine Überschreitung des Volumens beim Dekan beantragt werden. Bei Gemeinschaftsarbeiten kann das Seitenvolumen maximal 150 Textseiten betragen.

(4) Die Dissertation ist mit einem Titelblatt entsprechend der Anlage dieser Ordnung, mit einem kurzen, den wissenschaftlichen Bildungsgang enthaltenden Lebenslauf und der ehrenwörtlichen Erklärung nach § 5 Abs. 1 Satz 3.1 bis 3.6 der Allgemeinen Bestimmungen für die Promotionsordnungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu versehen.

§ 9

(1) Der Rat der Medizinischen Fakultät bestellt mit der Eröffnung des Promotionsverfahrens 3 Gutachter. Von diesen 3 Gutachtern darf einer nicht der Friedrich-Schiller-Universität Jena angehören. Der wissenschaftliche Betreuer der Dissertation soll Gutachter sein.

(2) Die Gutachter beurteilen die wissenschaftliche Leistung in ihrem schriftlichen Gutachten und vergeben folgende Prädikate:

Sehr gute Arbeit (magna cum laude) (1)

Gute Arbeit (cum laude) (2)

Genügende Arbeit (rite) (3).

Die Medizinische Fakultät legt dem Gutachter eine Empfehlung vor, nach welchen Kriterien die Prädikate vergeben werden. Kann der Gutachter die Annahme der Arbeit nicht empfehlen, ist das Prädikat Ungenügende Arbeit (non sufficit) (5) zu erteilen.

(3) Die Begutachtungsfrist beträgt 12 Wochen nach Zusendung des Gutachtenauftrages. Das Gutachten ist dem Dekan zuzuleiten. Ist der Gutachter nicht in der Lage, sein Gutachten in dieser Frist zu erstellen, bestellt der Fakultätsrat einen neuen Gutachter.

(4) Nach Vorliegen der Gutachten teilt der Dekan dieses fakultätsöffentlich mit. Die Dissertation liegt für die Hochschullehrer und habilitierten Mitglieder der Fakultät 3 Wochen im Dekanat aus. Während dieser Zeit sind diese berechtigt, gutachterlich zur Dissertation Stellung zu nehmen.

(5) Nach Ablauf der Auslagefrist entscheidet die Promotionskommission über die Annahme und Gesamtnote der Dissertation. Stimmen die Noten der Gutachter überein, gilt das Prädikat der vorgeschlagenen Note als Gesamtnote der Dissertation. Weichen die Noten voneinander ab, so sind folgende Gesamtnoten zu erteilen:

magna cum laude, wenn der rechnerische Durchschnitt besser als 1,5 ist,

cum laude, wenn der rechnerische Durchschnitt besser als 2,5 ist und keine non sufficit-Bewertung erfolgte,

rite, wenn der rechnerische Durchschnitt schlechter als 2,5 ist, oder 2 Gutachten die Arbeit mit "rite" bewerten.

(6) Empfiehlt einer der Gutachter die Ablehnung der Dissertation, kann durch den Fakultätsrat nach vorheriger Beratung in der zuständigen Promotionskommission ein zusätzliches Gutachten eingeholt werden. Die Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung der Dissertation wird unter Berücksichtigung aller Gutachten getroffen. Lehnen zwei der Gutachter die Dissertation ab, so gilt der Promotionsversuch als gescheitert, und das Verfahren wird eingestellt. Bis zur Entscheidung der Promotionskommission kann der Kandidat gemäß § 6 Abs. 4 den Promotionsantrag zurücknehmen. Für eingestellte Promotionsverfahren gilt § 8 Abs. 9 - 11 der Allgemeinen Bestimmungen für die Promotionsordnungen der Friedrich-Schiller-Universität.

(7) Mit der Annahme der Dissertation kann der Doktorand die Gutachten einsehen. Eine Zusendung ist nicht möglich.

VII. Mündliche Prüfungsleistung (Disputation)

§ 10

(1) Die mündliche Prüfungsleistung findet als fakultätsöffentliche Verteidigung im Form einer Disputation statt. In der Disputation stellt der Promovend die wichtigsten Ergebnisse der Dissertation in einem 15-minütigen Vortrag vor (Gemeinschaftsarbeiten 20 Minuten). In einer anschließenden wissenschaftlichen Diskussion hat der Promovend die Gelegenheit, die Ergebnisse der Dissertation zu verteidigen. Die Disputation findet in fakultätsöffentlicher Sitzung statt. Die Organisation der Veranstaltung (Terminfestlegung und Einladung der Kandidaten) liegt in den Händen des Dekanats. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt der Vorsitzende der Promotionskommission. Auf Antrag an den Dekan kann die Disputation auch in englischer Sprache erfolgen.

(2) Die Disputation wird in den Stufen

Sehr gute Leistung (magna cum laude) (1)

Gute Leistung (cum laude) (2)

Genügende Leistung (rite) (3)

bewertet.

(3) Eine nichtbestandene Disputation kann innerhalb von 12 Monaten, frühestens aber nach 2 Monaten auf Antrag einmal wiederholt werden. Es gelten die Regelungen von § 9, Abs. 5 der Allgemeinen Bestimmungen für die Promotionsordnungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

VIII. Gesamtprädikat der Promotion

§ 11

(1) Das Gesamtprädikat ist in der Bewertungsskala

summa cum laude (eine ausgezeichnete Leistung)

magna cum laude (eine sehr gute Leistung) (1)

cum laude (eine gute Leistung) (2)

rite (eine genügende Leistung) (3)

zu erteilen.

(2) Das Gesamtprädikat ergibt sich aus dem Prädikat der Dissertation und dem Prädikat der Disputation.

(3) Es werden folgende Prädikate durch die Promotionskommission festgelegt:

Gesamtprädikat summa cum laude, wenn alle Einzelnoten magna cum laude sind.

Gesamtprädikat magna cum laude, wenn das Prädikat der Dissertation magna cum laude ist und die Disputation mit cum laude bewertet wurde. Für ein Gesamtprädikat magna cum laude darf keine Einzelbewertung rite sein.

Gesamtprädikat cum laude, wenn das Prädikat der Dissertation magna cum laude und die Disputation mit rite bewertet wurde, oder die Dissertation mit cum laude und die Disputation mit magna cum laude, cum laude oder rite bewertet wurde.

Gesamtprädikat rite, wenn die Dissertation mit rite bewertet wurde.

(4) Das Gesamtprädikat der Promotion wird durch die Promotionskommission vorgeschlagen und von den gewählten Mitgliedern des Rates der Medizinischen Fakultät beschlossen.   IX. Vollzug der Promotion und Urkunde

§12

Die Promotionskommission kann auf Vorschlag der Gutachter für die Veröffentlichung der Dissertation Auflagen zur Beseitigung von Mängeln erteilen. Dem Dekan obliegt es, ihre Erfüllung festzustellen.

§ 13

Der Dekan teilt dem Bewerber den Beschluss des Fakultätsrates schriftlich mit und weist bei erfolgreicher Erbringung aller Promotionsleistungen auf die Pflicht zur Veröffentlichung der Dissertation und die Bestimmungen der Promotionsordnung über den Vollzug der Promotion hin.

§ 14

(1) Nach der Annahme der Dissertation und dem erfolgreichen Abschluss der mündlichen Promotionsleistung ist der Bewerber verpflichtet, die Dissertation in angemessener Weise zu veröffentlichen und nach Abs. 2 zu übergeben.

(2) Der Pflicht zur Veröffentlichung der Dissertation ist Genüge getan, wenn über die vier Exemplare der Dissertation für die Prüfungsakte hinaus der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Pflichtexemplare wie folgt übergeben werden:

a) entweder 10 gedruckte Exemplare, auf alterungsbeständigem, holz- und säurefreiem Papier und dauerhaft gebunden oder

b) sechs gedruckte Exemplare, wenn die Dissertation in einer Zeitschrift oder wissenschaftlichen Schriftenreihe publiziert worden ist oder

c) sechs gedruckte Exemplare, wenn ein schriftlicher Nachweis darüber erbracht wird, dass ein gewerblicher Verleger die Verbreitung über den Buchhandel übernimmt, eine Mindestauflage von 150 Exemplaren nachgewiesen wird und die Veröffentlichung auf der Titelblattrückseite als Dissertation ausgewiesen ist oder

d) sechs gedruckte Exemplare und einen kopierfähigen, alterungsbeständigen Mikrofiche oder

e) sechs gedruckte Exemplare und eine elektronische Version, deren Datenformat und Datenträger mit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek abzustimmen sind.

Im Fall a), d) und e) überträgt der Doktorand der Universität das Recht, weitere Kopien der Dissertation herzustellen und zu verbreiten.

(3) Die Pflichtexemplare sind innerhalb von 4 Wochen nach Beschluss des Fakultätsrates über den Abschluss des Promotionsverfahrens zu hinterlegen. Eine Verlängerung dieser Ablieferungsfrist ist nur mit Genehmigung des Dekans möglich.

§ 15

(1) Sobald die nach § 12 erteilten Auflagen erfüllt sind und der Pflicht zur Veröffentlichung der Dissertation gemäß § 14 nachgekommen worden ist, wird die Promotion durch die Aushändigung einer von Rektor und Dekan unterzeichneten Urkunde vollzogen. Als Promotionsdatum gilt der Tag der Disputation. Findet die Disputation vor Abschluss des Studiums statt, gelten die Festlegungen in § 3 Abs.1. Als Promotionsdatum gilt in diesem Falle der Tag des Studienabschlusses.

(2) In der Promotionsurkunde wird das Thema der Promotionsschrift und das Gesamtprädikat der Promotion benannt. Das Gesamtprädikat erscheint in lateinischer Sprache. Die Promotionsurkunde wird in deutscher Sprache ausgefertigt.

(3) Grundsätzlich beginnt mit der Aushändigung der Urkunde das Recht, den Doktorgrad zu führen.

(4) Abweichend von Abs. 3 kann dem Bewerber bereits vor Aushändigung der Urkunde die vorläufige Befugnis zur Führung des Doktorgrades erteilt werden, wenn die Erfüllung der übrigen Voraussetzungen nachgewiesen ist. Den Bescheid erlässt der Dekan.

X. Täuschung und Aberkennung der Promotion

§ 16

(1) Die Verleihung des Doktorgrades ist zurückzunehmen, wenn der Bewerber beim Nachweis der Zulassungsvoraussetzungen oder bei Promotionsleistungen getäuscht hat, oder wenn Tatsachen bekannt werden, die eine Verleihung des Doktorgrades ausgeschlossen hätten. Die Entscheidung trifft der Fakultätsrat mit der Mehrheit der Stimmen seiner promovierten Mitglieder nach Anhörung des Promovierten.

(2) Waren Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Bewerber hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung behoben.

(3) Für die Aberkennung des Doktorgrades gelten im Übrigen die gesetzlichen Bestimmungen.

XI. Einsichtnahme

§ 17

Der Bewerber hat das Recht, nach dem Abschluss des Promotionsverfahrens die Promotionsunterlagen einzusehen.

XII. Widerspruch gegen Entscheidungen im Promotionsverfahren

§ 18

(1) Dem Bewerber sind die Entscheidungen über die Zulassung zum Promotionsverfahren, über die Annahme oder Ablehnung der Dissertation und über die mündliche Promotionsleistung schriftlich mitzuteilen. Jeder belastende Bescheid des Fakultätsrates und/oder der Promotionskommission ist zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

(2) Gegen die Entscheidung kann der Betroffene binnen eines Monats nach Bekanntgabe schriftlich beim Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena Widerspruch einlegen.

Über den Widerspruch entscheidet der zuständige Fakultätsrat mit der Mehrheit der Stimmen seiner promovierten Mitglieder nach Einholung einer Stellungnahme der Rechtsabteilung der Universität. Den Widerspruchsbescheid erlässt der Rektor nach Gegenzeichnung durch den Dekan.

(3) Für den Widerspruch und das Widerspruchsverfahren gelten die Vorschriften der Verwaltungsgerichtsordnung. Im Übrigen gilt § 134 Satz 2 ThürHG.

XIII. Ehrenpromotion und Doktorjubiläum

§ 19

(1) In Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen oder anderer besonderer Verdienst kann die Friedrich-Schiller-Universität durch die Medizinische Fakultät entsprechend des § 1 Abs. 2 der Allgemeinen Bestimmungen für die Promotionsordnungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena für ihre Fachgebiete den Doktor ehrenhalber verleihen.

(2) Die Bestimmungen zur förmlichen Beantragung der Ehrenpromotion und zur Würdigung der Leistungen der zu ehrenden Persönlichkeit werden durch eine Verfahrensvorschrift des Rates der Medizinischen Fakultät geregelt.

(3) Unter Würdigung der vorgelegten Stellungnahmen entscheidet der Fakultätsrat mit drei Viertel der Stimmen seiner promovierten Mitglieder über den Antrag auf Verleihung der Ehrendoktorwürde. Vor dem Beschluss des Fakultätsrates ist dem Senat Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

(4) Rektor und Dekan vollziehen die Verleihung der Ehrendoktorwürde in der Regel in einer Veranstaltung, zu der der Senat und die Mitglieder der Fakultät geladen sind, durch Überreichung einer von Rektor und Dekan unterzeichneten Urkunde, in der die Leistungen der geehrten Persönlichkeit gewürdigt werden.

§ 20

(1) Die Promotionsurkunde kann zur 50. Wiederkehr des Promotionstages erneuert werden, wenn dies mit Rücksicht auf die wissenschaftlichen Verdienste oder auf die enge Verbindung des Jubilars mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena angebracht erscheint.

(2) Die Jubiläumsurkunde wird auf Antrag des Dekans und nach Zustimmung des zuständigen Fakultätsrates verliehen. Sie trägt die Unterschriften des Rektors und des Dekans.

IX. In-Kraft-Treten und Übergangsregelungen

§ 21

(1) Für Bewerber, die ein neu berufenes Fakultätsmitglied an der Hochschule, der dieses Mitglied vor seiner Berufung angehörte, als Doktorand angenommen bzw. betreut hat, gelten die Zulassungsvoraussetzungen zur Annnahme als Doktorand bzw. zur Eröffnung des Promotionsverfahrens der Herkunftshochschule ebenfalls für die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

(2) Das Promotionsverfahren wird unter Beachtung von Abs. 1 grundsätzlich nach den Allgemeinen Bestimmungen für die Promotionsordnung der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Verbindung mit der vorliegenden Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät durchgeführt.

(3) Doktoranden, die vor In-Kraft-Treten dieser Promotionsordnung als Doktoranden angenommen waren und ihre Dissertation begonnen hatten und deren mündliche Prüfung zum Geltungszeitpunkt dieser Promotionsordnung stattfindet, sind berechtigt, zwischen der vorliegenden Ordnung und der vorher geltenden zu wählen. Diese Wahlmöglichkeit besteht bis zum Ablauf des Semesters, in dem diese Promotionsordnung in Kraft tritt.

§ 22

Diese Promotionsordung tritt am ersten Tag des auf ihre Veröffentlichung im Gemeinsamen Amtsblatt des Thüringer Kultusministeriums und des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst folgenden Monats in Kraft.

Jena, 17.05.2000

 

Prof. Dr. Georg Machnik, Rektor Prof. Dr. Bernd Wiederanders

Soweit in dieser Ordnung Personen genannt werden, sind darunter sowohl weibliche als auch männliche Personen zu verstehen.

 

[Muster für Titelblatt]

[Thema]

 

Dissertation

 

zur Erlangung des akademischen Grades doctor medicinae (Dr. med.)

(bei Promovenden der Zahnmedizin durch doctor medicinae dentariae (Dr. med. dent.) zu ersetzen)

 

 

vorgelegt dem Rat der Medizinischen Fakultät der

Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

 

 

 

 

 

von [Titel Vorname Name]

geboren am [Datum] in [Geburtsort]